Tag-Archiv für 'workshop'

Konferenz: Widersprüche des Nationalen

Das Institut für kritische Theorie (InkriT) lädt ein zu seiner XX. Jahrestagung vom 19. bis 22. Mai 2016 im Ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg in Berlin-Wannsee. Dachthema sind die „Widersprüche des Nationalen“.

Die Aktualität des Dachthemas ist buchstäblich brennend in einem Land, in dem Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge in Brand gesteckt werden, während eine andere – immer noch bürgerliche – Zivilgesellschaft sich offen zeigt, aber mit der betreuenden Erstversorgung der Flüchtlinge zunehmend an ihre Grenzen stößt. Noch ist die Finanzkrise und damit auch die sich vertiefende Spaltung zwischen Defizit- und Überschussökonomien nicht ausgestanden, da laboriert Europa angesichts der »Flüchtlingskrise« an der Grenze zum Zerfall. In den Nationalstaaten macht sie sich als Überforderung der durch die Austeritätspolitik seit langem geschwächten Einrichtungen öffentlicher Verwaltung und sozialer Vorsorge und Versorgung sowie als staatlicher Kontrollverlust über Mensch und Situation spürbar – solidarische, internationalistische Aktivitäten von unten können dies nicht wettmachen. Die Zerreißproben, denen Europa unterliegt, brüten Nationalismen, Separatismen und Rechtsradikalismen.

So lautet das dramatisch klingende Intro des Aufrufs zur Teilnahme an der 20. InkriT-Jahrestagung. Sie findet zwar erst im Mai kommenden Jahres statt, dennoch kommt die Ankündigung nicht verfrüht. Die Tagung basiert auf der kritischen Mitarbeit der TeilnehmerInnen und die Mitarbeit beginnt bereits Wochen im Vorfeld der Tagung.

Kern der Tagung ist nicht etwa die Debatte (tages-)politischer Entwicklungen sondern ein eher langfristiges Vorhaben: Die Fertigstellung eines historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus (HKWM) – ein sämtliche Dimensionen sprengendes Wörterbuch-Projekt, das Anfang der 80er Jahre begonnen wurde1, zuletzt im Jahr 2015 den Band 8/II („Links/Rechts bis Maschinenstürmer“ ) herausbrachte und somit bei etwas mehr als der Hälfte des Alphabets angelangt ist.

Wenn vom 19. bis 22. Mai 2016 Marxisten aus aller Welt zusammen kommen, werden sie in den Wörterbuchwerkstätten die Artikelentwürfe zu Band 9 des HKWM (Maschinerie bis naturwüchsig) bearbeiten.2 Geplant sind Werkstätten zu Maschinerie (Kaan Kangal, Nanjing), altchinesischer Materialismus (Jiaxen Zhou, Nanjing), mechanischer Materialismus (Peter Jehle, Potsdam), praxisphilosophischer Materialismus (Wolfgang Fritz Haug, Esslingen u. Los Quemados), Melancholie (Antje Géra, Hamburg), Metropolen (Ruth May, Berlin), multinationale Arbeiterklasse (Gerhard Hetfleisch, Innsbruck), multinationale / transnationale Konzerne (Hanns Wienold, Münster), Mystifikation (Isabelle Garo, Paris), Nation (Michael Löwy, Paris), nationale Befreiung (Samir Amin, Dakar), nationale Besonderheit (Mohamed Moulfi, Oran), nationaler Weg zum Sozialismus (Werner Schmidt, Stockholm), Nichtregierungsorganisationen (Uli Brand, Wien) u.a.

Zufall oder nicht – trotz dieser wissenschaftlichen Grundlagenarbeit bleibt die Tagung, deren diesjähriger Schwerpunkt um die Begriffe der Nation und des Nationalen kreist, hochaktuell und spannend. Und so endet der Aufruftext mit folgenden drängenden Fragestellungen:

Wie ist das Verhältnis von Nation, Transformation und Revolution in Vergangenheit und Gegenwart? Wie stellt sich das Verhältnis von Nation und Nationalstaat heute dar? Wie das Problem der ›Nationen‹ ohne eigenen Staat? Hat ›Befreiungsnationalismus‹ noch eine Perspektive? Welche Handlungsspielräume bestehen auf der Ebene der Nationalstaaten? Gibt es Alternativen zum Nationalen als Bedingung politischer Handlungsfähigkeit? Wie steht es mit dem Kosmopolitismus? Die Bearbeitung solcher und weiterer Probleme, die emanzipatorisches Denken in der Tradition von Marx im transnationalen Hightech-Kapitalismus mit neuen Widersprüchen konfrontieren, soll sich praktisch in einem Zuwachs an politischer Handlungsfähigkeit, aber auch theoretisch im einschlägigen Begriffsfeld in Band 9 des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus niederschlagen.

Links

Fußnoten

  1. Das HKWM ist ein von über 800 WissenschaftlerInnen kooperativ erstelltes Wörterbuch zu ca. 1200 marxistischen Begriffen. Nach 10-jähriger Planungszeit erschien 1994 der erste Band („Abbau des Staates“ bis „Avantgarde“). [zurück]
  2. Bei den Werkstätten geht es darum, in gemeinsamer Anstrengung die Autorinnen und Autoren durch weiterführende Vorschläge, konkrete Hilfen, Ermutigung und Kritik auf den Weg zu guten Artikeln zu bringen. Wer sich anmeldet, muss sich für einzelne Workshops eintragen und läuft Gefahr, um ein sog. Votum gebeten zu werden: Unter „Votum“ wird ein fachlich-kritischer Beitrag verstanden, der schriftlich und im o.g. Sinne auf einen Artikelentwurf reagiert. [zurück]

Die Selbstbestimmung Geflüchteter im Schatten freiwilliger humanitärer Hilfe

Workshop im Rahmen der Bodensee-Aktionstage „Fluchtursachen bekämpfen, Waffenexporte Stoppen!“ am 19.08.2015 von 16 Uhr – 19 Uhr im Infotent auf dem Cherisy-Areal Konstanz ( Schürmann-Horster Weg)

Der starke Ruf nach freiwilliger humanitärer Hilfe und deren stetige Zunahme als direkte Konsequenz öffentlicher Flüchtlingstragödien wie Lampedusa, stellt ein großes Risiko für die Selbstbestimmung von Flüchtlingen in Deutschland dar.

Natürlich ist humanitäre Hilfe durch Ehrenamtliche wünschenswert, doch nicht in diesem Ausmaß in dem der Staat eine aktive Rolle in der Koordination der verschiedenen, überall enstehenden Helferkreise übernimmt. In dem der Staat die Hilfe der Bürger instrumentalisiert und sich selbst dem Problem der Integration entzieht, werden die Flüchtlinge wieder zu Opfer paternalistischer Behandlung und der Abspeisung mit einer „verschönerten“ Isolation in den Lagern und Heimen.

Der Workshop wird zunächst die vergangene Entwicklung in der Situation der Geflüchteten nachzeichnen, um dann auf den Höhepunkt der andauernden humanitären einzugehen, welche auch hier in Deutschland eine schwierige Situation für der Flüchtlinge darstellt. Es soll diskutiert werden, wie sich die Geflüchteten praktische humanitäre Hilfe vorstellen könnten.

Ziel des Workshops, der im Rahmen einer Konferenz der Geflüchteten stattfinden wird, ist das „Empowerment“ der Geflüchteten in einem Netzwerk der Solidarität zum Austausch zwischen Flüchtlingen. Dieses soll den gemeinsamen Anstrengungen der deutschen Politik, die eigene Mitverantwortung an den Gründen unserer Flucht zu verschleiern, etwas entgegensetzen.

Wir sind entschlossen mit dem Workshop unsere Kritik an der schrecklichen Situation in unseren Heimatländern und die Reflektion über westliche Ausbeutungsverhältnisse und Deutschlands aktive Rolle darin, aufrecht zu erhalten. Als Teil der Aktionstage „ Fluchtursachen bekämpfen- Waffenexporte stoppen!“ soll der Workshop eine staatliche Anerkennung der Selbstorganisation von Flüchtlingen fördern, entgegen dem Trend weiße Überlegenheit zu reproduzieren und Diskriminierung von Flüchtlingen in Deutschland zu legitimieren.

Wichtige Themen, mit welchen sich der Workshop unter anderem befassen wird:
• Der Einfluss Deutschlands auf die Situation des Rechts auf Asyls in Europa (Asylgesetze, Abschiebung, Dublin-Verfahren, Duldung etc)
• Analyse der letzten 20 Jahre im Hinblick auf den Ruf der Flüchtlinge zu Selbstorganisation
• Der Einfluss von unklarer staatlicher Verantwortlichkeiten in Deutschland ( Bund-Länder-Kommunen)
• Die Verantwortung von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen bei humanitärer Hilfe
• Braucht es humanitäre Hilfe für FLüchtlinge oder sollte besser ein “Empowerment” der Flüchtlinge gefördert warden?
• Zukunft der Selbstbestimmung Geflüchteter im Rahmen humanitärer Hilfe

Quelle: https://refugees4refugees.wordpress.com

Einführung in die Kritik des Antiziganismus

Workshop von Patrick Bredl am Mi., 12. August 2015 um 19 Uhr im RadioRaum Konstanz, Beyerlestr. 1

Einführung in die Kritik des Antiziganismus Im Vortrag sollen kritische Theorien des Antiziganismus einführend dargestellt werden. Dabei wird es weniger darum gehen, welche Menschen heutzutage wo und wie mit dem Bild des Zigeuners und der Zigeunerin konfrontiert sind. Die zentrale Frage wird sein, was dieses Bild repräsentiert. Wer sind die Antiziganer*innen und was hat der Antiziganismus mit dem Zivilisationsprozess, mit Arbeit, Nation und Geschlecht zu tun? In dem Vortrag werden deshalb v.A. psychoanalytische aber auch historisch-materialistische Überlegungen zum Antiziganismus einführend vorgestellt und diskutiert.

Patrick Bredl studiert Bildungswissenschaften in Hannover und hat zuvor einige Jahre mit Soziologie und Geschichte in Konstanz verbracht.

Veranstalter: Input Konstanz

Anti-Rassismus-Workshop anhand des Critical Whiteness Ansatzes

Workshop im Rahmen des AWOLI Afrika Festivals am See, am Sonntag, den 28.6.2015 um 14 Uhr im Astoria-Saal der vhs

Dieser zweistündige Workshop ermöglicht es den Teilnehmenden sich in Dialogform mit der medialen Repräsentation sowie der eigenen Wahrnehmung von People of Colour (POCs) auseinanderzusetzen. Der Critical Whiteness Ansatz verfolgt dabei das Ziel, Rassismus zu verstehen,indem man seine eigene gesellschaftliche Position und Prägung erkennt und kritisch hinterfragt.

Der Workshop richtet sich an all Diejenigen, die sich wünschen, eigene Stereotype zu überwinden und sich gegen rassistische Strukturen positionieren zu können.

http://www.afrikafestivalamsee.awoli.org/

http://www.bridginggaps-sa.com/

Workshop: Amnesie und Geschichtspolitik

Workshop am Sonntag, 28. Juni 2015, 14–18 Uhr und Montag, 29. Juni 2015, 18–21 Uhr mit Brigitta Kuster und Regina Sarreiter (Artefakte//anti-humboldt) in der Shedhalle, Zürich

Während in der Schweiz im Jahr 2015 diskutiert wird, welches historische Datum sich am besten für die Herstellung einer Nationalgeschichte eignet, wird in Deutschland um künstlerische Formen gestritten, den der europäischen Grenzpolitik zum Opfer gefallenen Toten im Mittelmeer zu gedenken.

In Bezug auf die Verbrechen der Nazis setzte sich indes in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und teilweise auch in Österreich ein neues Narrativ durch: man ist stolz darauf, sich zu erinnern. Immer mehr Menschen scheinen die NS-Verbrechen und insbesondere den Holocaust „verstanden“ und „internalisiert“ zu haben, so die Historikerin Cornelia Siebeck.

Gleichzeitig wird unter dem Stichwort „europäisches Gedenken“ suggeriert, die Europäische Gemeinschaft als vermeintliche Wiege von Demokratie und Humanismus könne mit ihren vielen unterschiedlichen historischen Ausgangspunkten ein gemeinsames Gedenken formulieren, das weitere Kämpfe um die Interpretation von Geschichte entbehrlich mache.

Über die Interpretation von Geschichte wird gestritten: Die koloniale Involvierung der Schweiz und ihre kollaborative Rolle in Bezug auf das Naziregime wird zunehmend geklärt und erlangt Sichtbarkeit.

Ziel des Workshops ist es, Begrifflichkeiten und Strategien einer geschichtspolitischen Praxis zu diskutieren, die Erinnerung auch als das Herstellen und Vermitteln von widerständigem Wissen begreift, welches zum emanzipatorischen Eingreifen in hegemoniale Geschichtsbilder ermächtigt.

Anmeldung unter: leitung@shedhalle.ch

Quelle: http://www.shedhalle.ch

Stumpfsinn. Leistungswille. Konkurrenzkampf. – Die Formung des Selbst im „Bildungsbetrieb“

Vortrag von Sandro Philippi am 12. Mai 2015 um 19 Uhr, Hörsaal A 701 an der Universität Konstanz

Es ist schon oft beklagt worden: Das öffentliche Bildungswesen dient als umfassender Disziplinarapparat der Zurichtung von Menschen. Gleichzeitig ist die Rede von der Freiheit der Wissenschaft zu einer abgeschmackten Phrase verkommen. Tatsächlich sind Forschung und Bildung bislang unkontrollierten Mechanismen ausgeliefert, die auf all ihre Inhalte einwirken. Wer also in den gegenwärtigen Institutionen, die Möglichkeiten zur Selbstentfaltung zu erblicken meint, erliegt einem oberflächlichen Schein. Im Gegenteil. Der normierende Schmelztiegel des Bildungsapparats verdampfen die letzten Reste des bürgerlichen Individuum. Er ist im Rahmen neoliberaler Reformen sicherlich an ein paar Stellen subtiler geworden, doch das befördert nur die totale Strukturierung des Subjekts.
Im Rahmen dieses Workshops soll beleuchtet werden, wie Menschen im Rahmen öffentlicher Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen geformt werden. Nicht zuletzt werden wir der Frage nach Alternativen nachgehen. Wie könnten die Instrumente der Befreiung auf individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse eingestellt werden?

Veranstalter: AStA Uni Konstanz

Das ist ein Vortrag der Reihe „Die Politik in der Krise? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise“ der Universität Konstanz

Was hat der „Asylkompromiss“ geändert?

Workshop am Mittwoch, den 1. April um 19 Uhr im Radioraum, Beyerlestr. 1, Konstanz

Aus der Ankündigung:

Während wir jederzeit darauf warten inhaftiert zu werden, weil wir unser Recht auf zivilen Ungehorsam gegen die Residenzpflicht ausgeübt haben, beginnen wir eine Tour durch ganz Deutschland, um die repressive Politik der Bundesrepublik Deutschland gegen Geflüchtete anzuprangern.

Die Tour soll als Plattform für Austausch unter Geflüchteten sein und einen kritischen Blick auf den trügerischen „Asylkompromiss“ vom Januar 2015 werfen. Außerdem soll der Bezug dieser Entscheidung zum „Asylkompromiss“ 1993 und der heuchlerischen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts 2012 hergestellt werden.

Auf dieser Tour, sollen Geflüchtete über die „verschiedenen Gesichter der Bundesrepublik Deutschland“ informiert werden, die sich in den willkürlichen Machtstrukturen auf verschiedenen Ebenen, dem System der Isolation und Kontrolle von Geflüchteten und der andauerenden Ausbeutung von Geflüchteten hier und außerhalb der Grenzen Europas zeigen. Ihre Propaganda basiert auf der Ignoranz einer „zivilisierten“ Gesellschaft und auf Kosten der Menschenwürde von Geflüchteten.

Jetzt ist die Zeit Solidarität unter Geflüchteten und Vernetzung zwischen unseren Gemeinschaften zu mobilisieren. Wir müssen verstehen, dass wir alle mit den gleichen Problemen konfrontiert sind – selbst, wenn die Situationen auf den ersten Blick anders aussehen.

Refugee Initiative Schwäbisch Gmünd – http://facebook.com/refugeesinitiative
The Voice Refugee Forum – http://thevoiceforum.org/

Organisiert von Bündnis Abschiebestopp Konstanz

Ökonomie und Rassismus im europäischen Migrations- und Grenzregime

kritnet.ch – das Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und die Shedhalle Zürch veranstalten gemeinsam die 11. kritnet Tagung mit dem Schwerpunktthema «Ökonomie und Rassismus im europäischen Migrations- und Grenzregime»

Zeit: 26. bis 29. März 2015
Ort: Shedhalle Zürich

Programmheft (Stand: 18.3.2015)

11. kritnet-Tagung

Auftaktpodium
26. März, 18:00 – 19:30 Uhr

Die Verbindung von Rassismus und Kapitalismus verstehen und durchkreuzen

Rubia Salgado, Ilker Ataç, Halua Pinto de Magalhães, Jovita dos Santos Pinto

Die Verquickung von Rassismus und Ökonomie ist nicht nur in einer arbeitsmarktrelevanten Perspektive der Ausbeutung und Subjektivierung in internationalen Migrations- und Grenzregimen zu sehen. Auch postkoloniale Exotisierung und das neoliberale Modell von “Diversity” markieren auf neue Weisen das Begehren nach Differenz und befördern dessen kulturökonomische Verwertung. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir in der Auftaktveranstaltung der 11. kritnet-Tagung, wie sich Kritik an Rassismus und Kapitalismus zusammenführen lassen und wie wir die Produktivität ihrer Verbindung verstehen und durchkreuzen können. Das Auftaktpodium steht damit im Zeichen eines zentralen Anliegens des kritnet: durch die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und politischem Aktivismus wollen wir antirassistische Praktiken erkunden – und diese Verbindung unterschiedlicher Strategien als zentrales Moment von strategischen, transnationalen und solidarischen Allianzen einsetzen.

Quelle: kritnet.ch + Shedhalle Zürich

Wie endlich alles anders wird!

Ausstellung / Workshop über die Arbeit an einem arbeitskritischen Animationsfilm vom 16. – 18. Oktober 2014 in der Shedhalle in Zürich

Wer kennt es nicht, das lustige und zugleich unglaublich ernsthafte Kinderbuch „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“ von Bini Adamcak. Die Autorin dieses Buches arbeitet gerade an einem Animationsfilm der auf genau diesem Buch basiert. In einem dreitägigen Workshop wollen die Macherinnen des Animationsfilms ihr Filmkonzept sowie ihren Arbeitsprozess vorstellen und gemeinsam mit den TeilnehmerInnen einen Schritt voranbringen.

In einem ersten Teil versucht der Film in einfachen Bildern und Worten die kapitalistische Ökonomie samt ihrer aktuellen Krise zu erklären. Im zweiten Teil werden verschiedene utopische Versuche unternommen, eine bessere Gesellschaft zu realisieren.

Die Workshopeinheiten können unabhängig voneinander besucht werden.

Donnerstag, 16.10.2014, 18-20 Uhr

Vorstellung des Films: Was bedeutet es, einen kapitalismuskritischen Film unter prekären kapitalistischen Bedingungen zu realisieren?

Freitag, 17.10.2014, 18-20 Uhr

Vom Buch zum Drehbuch – das Storyboard: Wie lässt sich ein Kapitel in einem Buch in eine visuelle Sprache bewegter Bilder übersetzen?

Samstag, 18.10.2014, 16-18 Uhr

Figuren- und Raumentwicklung: Aufbauend auf dem gemeinsam entwickelten Storyboard bauen wir eine Kulisse.

Samstag, 18.10.2014, 18-20 Uhr

Zum Leben erwecken: Kulisse und Figuren werden im Sinne des Drehbuches zum Leben erweckt, das heißt animiert; eine kleine Filmsequenz entsteht.


http://www.shedhalle.ch/2013/de/334/WIE_ENDLICH_ALLES_ANDERS_WIRD

Uni Konstanz – Politische Bildung unterm „Schlapphut“?

Politische Bildung in Kooperation mit dem Verfassungsschutz?

Konstanz – Vom 15.-17.11.2013 findet an der Universität Konstanz unter dem Titel „‚National befreiter Schulhof‘ statt ‚Schule ohne Rassismus‘? Neonazistisches Denken und rechte Grauzonen an der Schule: Rechte Ideologie erkennen und erfolgreich intervenieren.“ ein Workshop statt. Trotz des ehrenwerten Ansinnens, antirassistische Bildungsarbeit in die Lehrer*innenbildung einfließen zu lassen, kommen wir nicht umhin, Kritik zu üben.

„Team meX“ an der Uni Konstanz

Einer der beiden Referenten ist freier Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) und arbeitet dort im vielfach kritisierten Projekt „Team meX“ (www.team-mex.de). „Team meX“ ist ein Kooperationsprojekt der LpB mit dem Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (LfVBW). „Team meX“ soll mit „Zahlen und Fakten“ die Sicht der LpB und des LfVBW an den Mann und die Frau bringen. Es ist das Einfallstor der Geheimdienste in die öffentliche Bildung, ohne dass hierfür eine gesetzliche Grundlage besteht.

Für extrem problematisch halten wir, dass der AStA der Uni Konstanz Bildungsveranstaltungen mit einem Referenten organisiert, der mit Geheimdiensten kooperiert. Vom AStA erwarten wir eine klare Position für staatsunabhängige, demokratische Bildung. Nicht umsonst reklamieren Universitäten für sich die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre, ungehindert von jeglicher staatlicher Einflussnahme.

Auch wenn bei „Team meX“ meist nicht die Beamtinnen und Beamten des Verfassungsschutzes selbst vor Schulklassen stehen, sondern junge, oft studentische Honorarkräfte, werden auf diesem Weg Deutungsmuster des Geheimdienstes zur politischen Lage im Land kolportiert und salonfähig gemacht. Personen, wie der genannte Referent, bilden, u.a. indem sie ihren Brötchengeber nicht offen nennen, lediglich das Feigenblatt für eine zutiefst antidemokratische Organisation.

Versagen der Öffentlichen Bildungspolitik und untauglicher Ersatz

Der Staat spart massiv bei den Bildungsausgaben, zwingt ausgebildete LehrerInnen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse und stellt scheinselbständige LehrerInnen als „freie“ MitarbeiterInnen ein.

Auf dem „Markt“ der politischen Bildung verfährt dieser Staat nach dem Prinzip „teile und herrsche“. Jene Initiativen, die nicht bereit waren, unsägliche Selbstverpflichtungen über ihre Verfassungskonformität abzugeben, wurden und werden als extremistisch gebrandmarkt und somit vom „Markt“ gedrängt. Was demokratisch ist und was nicht, soll nicht der Staat, sondern die Gesellschaft bestimmen!

Politisch gefärbte Bildungsarbeit der Geheimdienste

Geheimdienste halten seit Jahren nahezu unbemerkt Einzug in der deutschen Bildungslandschaft. Im Jahr 2005 wurde die Landeszentrale für Politische Bildung von Niedersachsen geschlossen, in die Bresche sprang – wir ahnen es – der niedersächsische Verfassungsschutz. Er gestaltet nun dort, wo früher unabhängige und auch mal kritische Referent*innen ein Auskommen fanden, staatstragende Bildungsangebote. Er entwirft die politischen Planspiele für die 10. Klasse, druckt Hochglanzbroschüren und tendenziöse Comics für die Kleinsten. Die wissenschaftlich haltlose „Extremismusthese“, die von einer hufeisenförmigen Annäherung der politischen Gegensätze an ihren jeweiligen Enden fabuliert, ist der theoretische Ausgangspunkt dieser Bildungsarbeit.

Geheimdienste sind Teil des Problems

Verfassungsschutzämter der ganzen Republik sind in den letzten zwei Jahren massiv in die Kritik geraten, Führungspersonal musste versetzt werden, in Ruhestand gehen oder wurde abberufen. Was anfangs lediglich wie ein komplettes Versagen der staatlichen „Verfassungsschützer“ bei der neonazistische NSU-Mordserie aussah, entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer schier unglaublichen Skandalserie. Die Versuche der NSU-Untersuchungsausschüsse, offene Fragen aufzuklären, wurden tatkräftig behindert (Stichwort: Aktenschreddern). Deutliche Hinweise der Opfer und Zeugen auf neonazistische Täter wurden bei den Ermittlungen vollständig ignoriert, statt dessen wurden die Opfer selbst beschuldigt und bespitzelt. Wir erfuhren staunend, wie Verfassungsschutzämter jahrelang Mitglieder der rechten Szene als V-Leute alimentierten und dass ganze Neonazistrukturen erst mit tatkräftiger Hilfe der Verfassungsschützer aufgebaut werden konnten. Leitende Figuren der Neonazis erhielten offenbar über Jahre hinweg staatliche Gelder, die sie wieder in die rechte Szene steckten. Rechte Straftäter wurden sogar aus den Ämtern heraus vor anstehenden Razzien gewarnt. Geheimdienste sind nicht nur unnütz, sondern sie sind Teil des Problems!

Eine Behörde, die mit intransparenten Mitteln, jenseits jeglicher öffentlicher Kontrolle, arbeitet, die bis heute rechte Strukturen verharmlost oder gar fördert, kann keine demokratische politische Bildung betreiben. Jugendliche und Erwachsene sollten nicht vom Geheimdienst „Demokratie“ erlernen, sondern von Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft.

Antirassismus – aber bitte richtig

Antirassismus ist wichtiger denn je, gerade angesichts der seit Jahren gerade auch durch den deutschen Staat forcierten Abschottung der Festung Europa gegen die Flüchtlinge des globalen Südens mit vielen tausend Toten. Jeden Tag müssen Flüchtlinge in Deutschland menschenfeindliche Behördenpraxis durch Grenzschutzagenturen, Ausländerbehörden, in Asylunterkünften und Abschiebeknästen ertragen. Wer wie der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ für die Verteidigung dieses Status quo angetreten ist und antirassistische, antifaschistische und basisdemokratische Aktivist*innen unter dem ideologisierten Vorwurf des „Extremismus“ bespitzelt und verfolgt, kann kein Kooperationspartner für politische Bildung sein.

Wenn der AStA Referent*innen zum Thema „Schule ohne Rassismus“ oder „National befreite Zonen“ einladen will, muss er nicht auf das Personal des „Team meX“ zurückgreifen. Es gibt zahlreiche antirassistische Initiativen (z.B. aus dem Netzwerk von „Kein Mensch ist illegal“) oder kritische JournalistInnen, die die Naziszene und ihre menschenverachtenden Ideologien untersuchen (wir empfehlen die Referent*innennetzwerke der Rosa Luxemburg Stiftung, vom Duisburger Institut für Sprach und Sozialforschung und der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle Aida in München). Darunter befinden sich auch viele Referent*innen, die Workshops veranstalten und über eine Lehrer*innenausbildung verfügen.

Wer da nicht fündig wird, will nicht fündig werden.

Wir fordern daher den AStA der Uni Konstanz auf, seine Zusammenarbeit mit den genannten Referenten sofort zu beenden!

Keine Zusammenarbeit mit Schlapphüten und deren Gehilf*innen!

(====== Antifaschist*innen aus Konstanz ======)

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/99433

Vgl.: http://www.asta.uni-konstanz.de/

6 Tage Veranstaltungen gegen Sexismus und Homophobie in Konstanz!

Sieben Veranstaltungen an sechs Tagen: im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche gegen Sexismus und Homophobie veranstaltet das Referat für Gleichstellung des U-AStAs der Uni Konstanz ein anspruchsvolles Programm mit Vorträgen und Workshops. Die Teilnahme ist stets kostenlos und erfordet keine Anmeldung.

Vortrag „‘Mit scharrenden Füßen und Pfiffen begrüßt‘ – 100 Jahre Frauenstudium in Deutschland“

Die Durchsetzung des Rechtes auf ein Studium für Frauen erforderte einen mehrdimensionalen Kampf: gegen den formaljuristischen Ausschluss während des 19. Jahrhunderts, gegen gesellschaftlich vorherrschende Vorstellungen eines dem „theoretischen Denken“ widersprechenden „natürlichen“ weiblichen Wesens und gegen die patriarchalische „innere Geschäftsordnung der Wissenschaft“. Gisela Notz beschreibt den langen und mühsamen Weg. Dr. Gisela Notz ist Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, sowie promovierte Philosophin. Sie ist Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und Mitglied im Bund demokratischer WissenschaftlerInnen.

Dr. Gisela Notz, Montag, 7.11. 19:00 Uhr, Uni Senatssaal V1001

Vortrag „Intersexualisierung und Queer Theory“

Caster Semenya, Mittelstreckenläuferin, wurde nach dem Gewinn einer Goldmedaille in 2009 einem „gender verification test“ unterzogen; IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss teilte danach der Presse mit: „Es ist klar, dass sie eine Frau ist, aber vielleicht nicht zu 100 Prozent“. Was ist passiert? In diesem Vortrag geht Lena Eckert dem Prozess der Intersexualisierung in den USA seit 1950 nach und befragt ihn nach seinen Auswirkungen auf das Verständnis von Geschlecht. Von Hermaphroditismus über Intersexualität hin zu „Disorders of Sexual Development“ sind Begriffe im wissenschaftlichen Diskurs aufgetaucht, die Geschlecht entlang der Paramter von Normalität verorten. Die Korrigierbarkeit von äußeren Genitalien ist beim sogenannten „intersex-management“ oft ausschlaggebender Faktor für eine Geschlechtszuweisung bei Neugeborenen. Das Wohl des Kindes wird als Grund für eine möglichst rasche Geschlechtszuweisung angegeben, jedoch finden sich im Prozess der Intersexualisierung oft auch andere Motive. Mit Hilfe der Queer Theory wird diesen Motiven nachgegangen.

Dr. Lena Eckert hat in Gender Studies promoviert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für europäische Medienkultur an der Bauhaus Universität Weimar.

Dr. Lena Eckert, Dienstag, 8.11. 19:00 Uhr, Café Einblick (Hofhalde 11)

Workshop „Ein queerer Workshop zu Arschficker_innen und Kampflesben“

Alle sind total queer: Berlin, Kurt Beck, Antifa und Asta. Im ersten Teil des Workshops sollen Begriffe und queer-theoretische Ansätze näher gebracht werden: Was hat es auf sich mit dem _ ? Wofür steht denn bitte LGBTIQ? Was meint trans * ? Und warum eigentlich Kritik an den Kategorien „Mann“ und „Frau“ äußern? Im zweiten Teil wollen wir uns durch verschiedene Übungen “Trans*- und Homophobie” zuwenden. Haben Lesben, Schwule, Bi’s, queers und trans* überhaupt noch Probleme? Was schreiben wir wem zu und wer ist wann eingeschränkt oder kategorisiert? Und warum dürfen und können wir längst noch nicht so leben, wie wir wollen? Marco Kammholz arbeitet in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, versteht sich als Queer-Aktivist, undogmatischer Linker, subversiver Traumtänzer und bei Gelegenheit als Terror-Tunte.

Marco Kammholz, Mittwoch, 9.11. 16:00 Uhr – 18 Uhr, Raum wird noch auf www.asta.uni-konstanz.de bekanntgegeben

Vortrag „Ist djihadistisch das neue schwul?“

Im Vortrag werden Grundannahmen, Erkenntnispotentiale und Probleme der Queer Theory am Beispiel der „Homonationalismus“-These diskutiert. Nach dieser haben Homosexuelle in Zeiten des „War on Terror“ als Feindbilder ausgedient; die Rolle des als krankhaft, pervers und unproduktiv ausgeschlossenen Anderen werde heute von djihadistischen Selbstmordattentäter_innen erfüllt. Westliche LGBTQI-Organisationen, die Homophobie unter Muslimen kritisieren, werden entsprechend des Rassismus und der Islamophobie bezichtigt, während Islamist_innen in Schutz genommen werden. Floris Biskamp promoviert im Moment zum Thema „Orientalismus und Wahrheit. Die Debatten um ‚Islamophobie‘ vor dem Hintergrund Kritischer Theorie und postkolonialer Dekonstruktion“ an der Universität Gießen.

Floris Biskamp, Mittwoch, 9.11. 19:00 Uhr, Café Einblick (Hofhalde 11)

Vortrag „Das Elend der Männlichkeiten – Homophobie im Fußball“

Im Vortrag wird dargelegt, wie sich Konstruktionen von Männlichkeit, Homophobie und Sexismus im Fußball bis heute entwickelt haben. Hierzu ist es wichtig, Fußball auch als herrschaftsstabilisierendes Element zu betrachten und Blicke in die Geschichte des Fußballs zu wagen. Seit Beckham und der deutschen WM-Elf 2006 um Schweini und Poldi gesellt sich eine scheinmodernisierte Form von Männlichkeit zu den anderen Formen, um das Produkt Fußball langfristig offen und zugänglich für alle Kundengruppen zu gestalten. Parallel können althergebrachte Formen von Maskulinität weiter existieren und an anderen Orten und Zeiten auftreten. Und wenn es gegen Diskriminierung geht, dann stehen Homophobie und Sexismus noch entscheidend weiter unten auf der Rangliste. So tarnt und scheinmodernisiert sich Heteronormativität. Was wir dadurch besser? Wo sind Grenzen, aber auch Optionen für eine queer-feministische, evtl. gleichzeitig anarchistische Perspektive? Das könnte diskutiert werden. Gerd Dembowski ist als Sozialwissenschaftler seit 1995 im Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) aktiv. Dembowski war lange Sprecher für das Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) und bis 2011 in der AG Fandialog des DFB und der DFL aktiv.

Gerd Dembowski, Donnerstag, 10.11. 19:00 Uhr, Jugendclub Contrast (Joseph-Belli-Weg 11, neben Kula)

Workshop „Evolutionäre Psychologie – Endlich letzte Antworten auf Fragen zur Natur der Geschlechterdifferenz?“

Die evolutionäre Psychologie hat in den letzten Jahrzehnten versucht, geschlechterdifferentes Verhalten biologisch zu erklären und sich dabei umfassend mit Phänomenen wie Schuhe kaufen, Einparken, räumlichem Vorstellungsvermögen, Attraktivitätspräferenzen und vielem mehr beschäftigt. Im ersten Teil des Workshops wird zunächst kritisch erläutert, durch welche empirischen Methoden und Argumentationen Geschlechterdifferenz und sexuelle Orientierung in der Biologie als „naturgegeben“ vorausgesetzt werden. Im zweiten Teil gibt es für die Teilnehmenden Gelegenheit anhand von Texten und Abbildungen aus der Biologie eigene Analysen durchzuführen und für sich selbst einen kritischen Blick auf naturwissenschaftliche Tatsachenbehauptungen einzuüben. Prof. Dr. Kerstin Palm hat Biologie, Philosophie und Germanistik studiert und in Biologie promoviert. An der Universität Basel hat sie eine Gastprofessur für Geschlecht und Naturwissenschaften inne.

Prof. Dr. Kerstin Palm, Freitag, 11.11. 14:00 Uhr, Uni Raum D432

Workshop „Eine gerechte Gesellschaft gestalten: Queer und Kapitalismuskritik“

„Kein biologisches […] Schicksal bestimmt die Gestalt, die das weibliche Menschenwesen […] annimmt.“ Simone de Beauvoir zeigte klar, dass in der Gesellschaft Ungleichbehandlungen, Diskriminierungen und Gewalt entlang der Kategorie Geschlecht stattfinden und geschlechtliche Unterschiede nicht „naturgegeben“ sind, sondern durch Ungleichbehandlung entstehen. Frauen sind häufiger benachteiligt und erfahren auch öfter direkte physische Gewalt als Männer. Mit Verweisen auf die „Natürlichkeit“ der Unterschiede zwischen Frauen und Männern werden von Konservativen nach wie vor Ungleichbehandlungen von Menschen begründet und zementiert. Karl Marx war sich indes der Gesellschaftlichkeit des Menschen in all (!) seinen Merkmalen sehr bewusst. So wie aus Marx‘ Analysen zu Produktionsweisen Folgerungen für eine bessere Gesellschaft gezogen werden sollten, so sollte auch die Kategorie „Geschlecht“ einer genauen Analyse unterzogen und Ableitungen für Veränderung in der Gesellschaft erarbeitet werden. Kapitalismuskritik braucht queere Perspektiven, genau wie zu Queer unbedingt Kapitalismuskritik gehört. Das Thema, ausgehend von dem Begriff „Queer“ bis hin zur Kapitalismuskritik, wird gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeitet. Dr. Heinz-Jürgen Voß forscht und lehrt zu Geschlecht, Biologie und Queer. Buch zum Thema: „Geschlecht“ (Reihe theorie.org); vorbereitender Text als Input:schwule-seite.de/Ansaetze_fuer_eine_queere_Kapitalismuskritik.pdf

Dr. Heinz-Jürgen Voss, Samstag, 12.11. 15:00 Uhr, Uni Raum D432

Quelle: http://gegensexismus.blogsport.de

Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

Von Montag, 8. November 2010 bis Freitag, 12. November 2010

Täglich werden wir auch in den Hochschulen am offensichtlichsten über Werbung, Zeitschriften und Lehrmaterialien mit sexistischen und homophoben Darstellungen und Texten konfrontiert. Dabei sind Sexismus und Homophobie die Konsequenzen einer patriachalen und heteronormativen Gesellschaft.

Die Veranstaltungen der Aktionswoche gegen Homophobie und Sexismus versuchen gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse zu hinterfragen und greifen dabei unter anderem auf Ansätze der Queer Theory zurück (für eine inhaltliche Auseinandersetzung siehe bitte den langen Aufruftext).

Die bundesweite Woche soll ein Zeichen setzen gegen Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit und für eine Welt in der Geschlechtlichkeit keine Rolle mehr spielt, wenn es um die Gestaltung unseres Lebens geht.

Veranstaltungsplan Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie
«GESELLSCHAFT MACHT GESCHLECHT»

1. Workshop an der Universität Konstanz Raum A703; Termin: Freitag, 12/11/2010 12:00 h

Vortragende: Katrin Ebert (Berlin)

Einführung in die Theorie Judith Butlers

Kritik der Identitätspolitik

Judith Butler ist eine der bedeutendsten Querdenker_innen feministischer Wissenschaft. Ihre Werke waren richtungsweisend für die Etablierung der „Gender Studies“ an deutschen Hochschulen. In diesem Vortrag wollen wir uns ihrer Kritik am Identitätskonzept sozialer Bewegungen, speziell des Feminismus, annähern. 

In ihrem Werk „Gender Trouble“ untersucht Judith Butler die Bedeutung des Subjekts ‚Frau‘ für die Frauenbewegung. Damit nimmt sie eine Form der Politik in die Kritik, die vielen von uns als Selbstverständlichkeit gilt – Politik auf Grundlage von Identität. Wir wollen einen kurzen Überblick über Butlers Kernaussagen geben und einen kritischen Blick auf die aus ihren Ideen resultierenden Praxen wie den Queerfeminismus werfen. Dabei könnte sich herausstellen, dass mit Butlers Theorie nicht nur etwas verloren geht – die scheinbare Selbstverständlichkeit politischer Subjekte, sondern auch etwas entsteht – Möglichkeiten neuer Bündnisse und neue Formen politischer Handlungsfähigkeit.

2. Workshop an der Universität Konstanz Raum A703; Termin: Freitag, 12/11/2010 14:00 h

Vortragende: Tove Soiland (Zürich)

Queer Identity und Neoliberalismus

Seit einiger Zeit ist in der Geschlechterforschung ein allgemeiner Trend zu einer Rückbesinnung und Standortbestimmung zu beobachten. Titel wie „Was kommt nach der Genderforschung?“ (Casale/Rentroff 2008) oder „Alles Gender?“ (Buchmayr
2008) scheinen dabei einer gewissen Ernüchterung Ausdruck zu verleihen, dass auch nach der weitgehenden Akzeptanz und Durchsetzung des gender-Paradigmas viele Fragen offen geblieben sind. Dass nach bald vierzig Jahren feministischer
Theoriebildung das Bedürfnis nach einer Reflexion auf die eigenen theoretischen Grundlagen entstand, ist dabei nicht weiter verwunderlich. Bemerkenswert allerdings ist, dass gegenwärtig von verschiedener Seite die Frage aufgeworfen
wird, ob sich der Feminismus samt der dazugehörigen Theoriebildung möglicherweise ohne es zu wollen in den Dienst gesamtgesellschaftlicher Prozesse gestellt hat, denen einst explizit seine Kritik galt. Dabei betrifft diese
Problematisierung in erster Linie eine theoretische Entwicklung, die etwa Mitte der 1980er Jahre im Zuge des so genannten Cultural turn einsetzte und damit in der Tendenz zeitgleich mit dem Mauerfall. [Einleitung aus: „‚Gender’:
Kontingente theoretische Grundlagen und ihre politischen Implikationen“ Tove Soiland]

Im Workshop soll nach Leerstellen im Diskurs der Kritik der Zweigeschlechtlichkeit gefragt werden: wie werden soziale Ungleichheiten darin sichtbar? Finden sich Anschlussstellen in den Identitätskonzeptionen der queer theory zu neoliberalen Anrufungen?

Weitere Termine:

Mittwoch, 10/11/2010

  • 10 – 16 Uhr Infostand mit Büchertisch an der Universität Konstanz, Marktplatz
  • 20 Uhr Filmvorführung und Infoladen im Radioraum (DGB-Haus am Zähringerplatz, Beyerlestr. 1, Konstanz)

Andreas Merkens: „Kritische politische Bildung und Pädagogik bei Antonio Gramsci“

Workshop

Wann? Samstag, 19.06.2010, 10.00 – 17.00 Uhr
Wo? Tübingen, Universitätskasse, Raum 111, Wilhelmstr. 26

“Die Außenwelt, die allgemeinen Verhältnisse zu verändern, heißt sich selbst zu potenzieren, sich selbst zu entwickeln.” (Gramsci)

Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens.1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Seine postum veröffentlichten Gefängnishefte nehmen mittlerweile den Rang eines politischen und philosophischen Klassikers ein, der die internationale Debatte bis in die Gegenwart hinein prägt.

Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr soll ein zentraler Aspekt seines Theoriegebäudes herausgegriffen werden: seine Beiträge zu einer emanzipatorischen politischen Bildung. Für Gramsci ist Emanzipation untrennbar an einen Prozess der kollektiven intellektuellen Selbstermächtigung der Subalternen gebunden. Das Ziel der politischen Bildung muss es daher sein, “die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig zu machen” (Gramsci).

Doch kann ein solcher Prozess gelingen, ohne erneut in pädagogische Bevormundung und Fremdbestimmung umzuschlagen? Wie ist also das Verhältnis von Spontanität und pädagogischer Führung zu bestimmen? Wie kann politische Praxis zu einem integralen Bestandteil politischer Bildung werden und umgekehrt? Vor allem in seinen Überlegungen zum Alltagsverstand und seinen Entwürfen zur gesellschaftlichen Funktion der Intellektuellen, stellt sich Gramsci immer wieder diesen widersprüchlichen pädagogischen Voraussetzungen einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Im Workshop sollen Passagen aus den Gefängnisheften studiert werden. In gemeinsamer Lesearbeit wird es dabei um die dialogische Aneignung der Kategorien und Denkansätze Gramscis gehen. Grundlage sind ausgewählte Abschnitte aus dem Werk, ergänzt um einschlägige Titel aus der Sekundärliteratur. Weiterhin soll in Form einer Ideenwerkstatt die Frage aufgegriffen werden, wie Gramscis Entwürfe heute weiterzudenken wären und welche Bereicherung sein Denken für eine politische Bildung und Pädagogik in der Linken darstellt.

Der Workshop richtet sich damit an Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften, Pädagogen/innen, Aktive aus der Jugend- und Erwachsenenbildung, aber auch an politisch Interessierte aus gesellschaftlichen Verbänden.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Er beschäftigt sich in seiner Dissertation insbesondere mit Antonio Gramscis Entwürfen zu Politik, Pädagogik und Hegemonie.

Ein Reader mit den wesentlichen Texten Gramscis und Hintergrundinformationen zu den Themen des Workshops wird bei Anmeldung zum Workshop zugestellt.

Anmeldungen bis zum 14.06. und Rückfragen bitte an: Alexander Schlager

Radiocamp am Bodensee vom 12. bis 16. Mai 2010

auf dem DGB-Jugendcamp Markelfingen direkt am Bodensee.

Direkt am Bodensee gibt es einmal im Jahr ein Camp, das seit nunmehr 15 Jahren freie Radioaktive zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum Plaudern, zum Kontakteknüpfen und zum Produzieren einlädt: das Radiocamp auf dem DGB-Gelände in Markelfingen.

Vom 12. bis 16. Mai 2010 werden unterschiedlichste Radioworkshops angeboten: ob nun redaktionell, technisch oder theoretisch interessiert, Neues zu Erfahren gibt es auf allen Gebieten. Und da die Workshops noch mit kulturellem Programm, von verschiedenen Freizeitaktivitäten und wunderschöner Umgebung umschmückt sind, wird nicht nur die Wissbegier von Radio-Neulingen und Radio-Fortgeschrittenen gestillt, sondern auch das Kontakte knüpfen, Neue-Leute-Kennenlernen, Spaß-Haben und Diskutieren kommt nicht zu kurz.

In den vergangenen Jahren trafen sich hier RadiomacherInnen und GewerkschaftlerInnen allen Alters und aus allen Ecken der Erde, so soll es auch dieses Jahr werden.

Das Radiocamp ist mit 15 mitten in seiner Pubertät und wird wie die vergangenen Jahre die Neugierde und das Spaß- und Lernbedürfnis alter und junger Kinder, Jugendlicher und kleiner und großer Erwachsene befriedigen.

Bis Mitte Mai also!

Mehr Infos:
http://www.aff-bawue.org/radiocamp10.htm
http://www.aff-bawue.org/campinfos10.htm

Programm 2008:
http://www.aff-bawue.org/workshop10.htm

Anmeldung:
http://www.aff-bawue.org/anmeld2010.htm

Workshops:

On air – Einführungskurs
Hier sind die gut aufgehoben, die mit dem Radiomachen endlich richtig
anfangen wollen.

Aneignung von Medien
Beitragsproduktion zum BuKo-Kongress in Tübingen mit dem Titel:
„Nach den Sternen greifen – Kollektive Aneignung statt globaler Enteignung“

Zip-fm – Workshop
Das gemeinsame Nachrichtenmagazin Freier Radios:
hier trifft sich die Redaktion und ist offen für alle neuen Leute und Ideen!

Streamingworkshop
Wie produziere ich meinen eigenen Radiolivestream im Internet?

Musikrecherche
Als Ausgangspunkt der Suche nach dem geeigneten Musikstück gibt der
Workshop Einblicke in die Wirkungsweisen von Musik und zeigt
Möglichkeiten auf, Open Music zu nutzen.

Workshop für Kinder und Jugendliche
Radio ist klar nicht nur für Erwachsene da: auch Kinder und Jugendliche
sollen und können sich dort austoben.

Schreiben für’s Hören
Wer Inhalte rüberbringen will, muss seine Texte so schreiben, dass sie
im Radio gut verständlich klingen.

Bauen eines Radiosenders
Hier wird praktisch erlernt, wie es möglich ist, seinen eigenen
Radiosender zu bauen.

Kreative Beitragsgestaltung
Viel läuft in Freien Radios über Interviews. Doch spannender und schöner
zum Zuhören sind Reportagen, (Mini)Features, Hörspiele und
Experimentelle Produktionen

Zwischen Aktualitätsdruck und Parteilichkeit – Nachrichten im Freien Radio
Kurz, aber inhaltlich wertvolle Informationen zu übermitteln, ist nicht
einfach.
Jenseits der 1,5 Minuten Nachrichtenblocken soll erlernt werden wie WIR
Nachrichten aufwerten und übermitteln können.

Interkulturalität im freien Radioalltag
In Freien Radios soll/te es interkulturell zugehen: wie das am besten
funktioniert, wird hier gezeigt und diskutiert.

Stimmworkshop
Alles Rund um Stimme und ihrer Verbesserung im Radio.

Audiobearbeitung mit Audacity
Das Schnittprogramm Audacity ist nicht nur tauglich für kleine Schnitte:
sondern kann vieles mehr.

Freitagabend-Veranstaltung
Buchvorstellung:
Friedrich Burschel: „Stadt – Land – Rechts. Brauner Alltag in der
deutschen Provinz“

10.9.08: Workshop zu Zivilem Ungehorsam

Mittwoch, 10. September, 17 Uhr an der Buschleife der Uni