Tag-Archiv für 'singen'

Lesung „Erinnerungen der Kinder des Massakers von Sant´Anna“ in Singen

Eine Lesung aus zum Teil unveröffentlichten Interviews zu dem Dokumentarfilm „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant´Anna di Stazzema“ von Jürgen Weber findet am Donnerstag, 9. März um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Singen statt.



Der Film beleuchtet ein kaum bekanntes Kapitel deutsch-italienischer Realität: Im Sommer 1944 zogen Einheiten der Waffen-SS eine grausame Blutspur durch die Toskana. Die von der Sprecherin Sylvia Othmer und dem Regisseur Jürgen Weber gelesenen Interviews geben Aufschluss über das Massaker, ein Leben mit dem Trauma und dem Umgang mit der Versöhnung.

Veranstalter: Bibliotheken Singen, Stolpersteine für Singen, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz, Teestube Singen, Evangelische Arbeitnehmerschaft Bodensee e.V. (EAN), TV3

Strafanzeige gegen ehemaligen NPD-Kandidaten aus Singen

Siegfried Pauly, Boxtrainer und NPD-Kader aus Singen, griff am 27.1.2017, zusammen mit zwei weiteren Neonazis eine Gruppe junger Antifaschisten und Punks auf offener Straße an. Nach einem Kopfstoß durch den Neonazi Alex R. gab Siegfried Pauly dem zu dem Zeitpunkt bereits schwer verletzten jungen Mann noch zusätzlich einen Faustschlag aufs Auge.

Die drei Neonazis suchten schnell das Weite. Die gerufene Polizei nahm die daraufhin erfolgten Anzeigen und Zeugenaussagen auf und dokumentierte die Verletzungen mit Fotos. Es wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Eine Strafanzeige ist erfolgt.

Im Singener Krankenhaus konnten die schweren Verletzungen des 18-jährigen Antifaschisten nicht versorgt werden, weswegen eine umgehende Überweisung in ein Konstanzer Krankenhaus erforderlich war. Der junge Mann konnte glücklicherweise noch am gleichen Abend das Krankenhaus wieder verlassen.

Siegfried Pauly ist langjähriger Aktivist der Freien Kameradschaft Höri/Bodensee und trat im Jahr 2016 als NPD-Landtagskandidat in den Wahlkreisen Konstanz und Singen an. Er nimmt regelmäßig an Nazi-Aufmärschen der Region teil (u.a.in Singen und Radolfzell) oder lässt sich auf den Pegida-ähnlichen „Merkel-muss-weg-Demos“ blicken. Ganz der „besorgte Bürger“ eben.

Pauly zeichnet verantwortlich für den eingetragenen Verein „Boxsport Hegau“ in Singen. Es ist durchaus die Frage, ob alle Jugendlichen und/oder deren Eltern wissen, was ihr Boxtrainer so treibt, wenn er nachts auf den Straßen Singens unterwegs ist und „Jugendarbeit“ der etwas anderen Art macht. Dem Boxtrainer sollte seine Lizenz umgehend entzogen werden.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/202954

Links:

Kurzbericht zu den zwei Kundgebungen am 7.5.2016 in Singen

Am 7.5.2016 fand in Singen eine „Merkel-muss-weg“ – Kundgebung statt, die von einer rechten Facebook-Bürgerwehr veranstaltet wurde. 19 Organisationen und Parteien aus dem linken, antifaschistischen und demokratischen Spektrum im Kreis Konstanz organisierten eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Aufstehen gegen Rassismus“.

Die Gegenkundgebung hatte ihren Auftakt um 13 Uhr an der Singener Scheffelhalle. Zu ihr kamen etwa 90 TeilnehmerInnen. Sie lauschten eine gute Stunde den Rednern, die aus verschiedenen Perspektiven heraus eine Analyse des aktuellen Rechtsrucks in der Gesellschaft versuchten, der sich seit über einem Jahr u.a. in zahllosen Pegida/Merkel-muss-weg/Nein-zum-Heim – Aufmärschen ausdrückt.

Die Reden bezogen sich vor allem auf die weitere Bodenseeregion, wo in erster Linie Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und Singen von solchen Aufmärschen betroffen sind. Ausführlich wurde auf die in Singen agierende Organisatorenclique der drei „Merkel-muss-weg“ Kundgebungen eingegangen, die Ihr Umfeld in den zwei Facebookgruppen „Singen sagt NEIN zum Asylantenheim“ und „Bürgerinitiative (früher: Bürgerwehr) Landkreis Konstanz“ hat. Im üblichen rassistischen Pegidastil werden dort im Minutentakt menschenverachtende Postings mit völkisch-rassistischem Hintergrund hochgeladen bzw. weitergeleitet.

Ein Merkmal, das den Aufmärschen gemein ist, ist der allgemein hohe Anteil an Neonazis unter den Teilnehmenden, beim gleichzeitigen Versuch, sich als harmlose „besorgte Bürger“ zu präsentieren. Nicht allen TeilnehmerInnen gelingt das in überzeugender Weise, wie am vergangenen Samstag auch beim Aufmarsch am Singener Hallenbad wieder zu sehen war.

Zu offensichtlich prangten eklige Neonazi-Tattoos, -Klamotten und -Basecaps ab 15 Uhr in der prallen Maisonne. Einige Neonazis wären auch ohne sie bekannt wie bunte Hunde: So Tim Belz, derzeit stellv. NPD-Kreisvorsitzender oder Siegfried Pauly, langjähriger Aktivist der Freien Kameradschaft Höri/Bodensee und im Jahr 2016 NPD-Landtagskandidat in den Wahlkreisen Konstanz und Singen.


Schlecht besuchte Kundgebung „Merkel-muss-weg“ am 7.5.2016, Singener Hallenbad. In der Mitte Tim Belz (NPD) mit einschlägigem Halstattoo.

Grund genug für etwa 70 GegendemonstrantInnen lauthals „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“, „Nationalismus raus aus den Köpfen“ u.v.m. zu rufen. Viele von ihnen hatten eine Stunde vorher schon an der Kundgebung vor der Scheffelhalle teilgenommen. Die Polizei verhielt sich ruhig und tolerierte selbst ein nerviges Megafon auf Seiten der GegendemonstrantInnen, das immer wieder die Wortbeiträge der Rechten unterbrach. Sie hatte die rechte Kundgebung, die lediglich eine kleine Ecke des Hallenbadparkplatzes belegte, weiträumig mit Gittern abgesperrt. Insgesamt war die rechte Kundgebung trotz bestem Wetter mit etwa 50 Teilnehmenden nur ein Drittel so groß wie am 7.3., wodurch sich der stetig abnehmende Trend seit dem Radolfzeller Aufmarsch Mitte Februar weiter fortsetzte. So weit so gut.

Das unbestrittene Highlight des Tages war jedoch der Song „Ghostbusters“, der aus dem Lautsprecher der „Aufstehen gegen Rassismus“ – Kundgebung dröhnte. Er bezieht sich wohl auf ein aktuelles Posting bei https://linksunten.indymedia.org, das sich mit der abstrusen geistergläubigen Vorstellungswelt einzelner ProtagonistInnen im Umfeld der Merkel-muss-weg – OrganisatorInnen auseinandersetzt.

Breites Bündnis protestiert gegen rechten Aufmarsch am 7.5. vor dem Singener Hallenbad

Medienmitteilung: „Aufstehen gegen Rassismus“

Ein breites Bündnis von 19 Organisationen aus Singen, Radolfzell und Konstanz, darunter Gewerkschaften, linke Parteien, Gedenkinitiativen und Asylgruppen, ruft am kommenden Samstag, 7. Mai, zu Protesten gegen den Aufmarsch einer rechten „Bürgerwehr Landkreis Konstanz“ in Singen auf. Mit einer Kundgebung vor der Scheffelhalle unter dem Motto „Aufstehen gegen Rassismus“ wird das Bündnis Singen Nazifrei am Samstag ab 13.00 Uhr in Singen Flagge zeigen. Es ruft alle, die für eine humanitäre, solidarische Gesellschaft eintreten, zur Beteiligung am Protest gegen die menschenfeindliche Politik auf, für die Kräfte wie die „Bürgerwehr“ stehen.

Unter dem Motto „Merkel muss weg“ wollen diese rechten DemagogInnen am 7. Mai um 15 Uhr vor dem Singener Hallenbad aufmarschieren. Es ist seit Mitte Februar das dritte Mal, dass sie versuchen, ihre Hetze auf die Straße zu tragen. Die „Bürgerwehr Landkreis Konstanz“ steht für menschenverachtenden Rassismus und Ausgrenzung. Sie wirbt aktiv auf den Facebookseiten von RechtspopulistInnen und Neonazis (NPD, Freie Kameradschaften), um mehr TeilnehmerInnen für ihre Kundgebungen zu gewinnen.

Kritik übt das Bündnis Singen Nazifrei am Verhalten der Stadt Singen im Vorfeld. Dass die Kundgebung gegen Rechts nun an der abgelegenen Scheffelhalle und damit weit entfernt vom Aufmarschplatz der Rechten stattfinden muss, ist das Ergebnis eines wochenlangen Verwirrspiels um den Standort des Auftritts der Rassisten, an dem die Stadtverwaltung maßgeblich beteiligt war.

Das Bündnis wollte einen Kundgebungsort, der es ermöglicht hätte, den Protest möglichst nahe am Aufmarschort der Rechten sicht- und hörbar zum Ausdruck zu bringen. Doch selbst ein Platz in der Scheffelstraße – also in über einem Kilometer Entfernung vom Singener Hallenbad – wurde bei einem „Kooperationsgespräch“ am vergangenen Freitag mit dem fadenscheinigen Argument von der Stadtverwaltung verweigert, der vorgeschlagene Platz sei vom gleichzeitig stattfindenden Jugendflohmarkt belegt. Eine Behauptung, die nicht zutrifft, wie unsere Nachfrage beim Veranstalter ergeben hat.

Es hat den Anschein, als sei die Singener Verwaltung, einer Stadt, in der kürzlich mehr als 20 Prozent der WählerInnen ihre Stimme für die AfD abgegeben haben, nicht an einer entschiedenen Gegenwehr gegen rechte Hetzerinnen und Hetzer interessiert.

Bündnis Singen Nazifrei

Amnesty International Singen, Antifaschistische Aktion Konstanz, DIDF (Föderation der Demokratischen Arbeitervereine) Konstanz, DIDF-Jugend Konstanz, Die Falken Konstanz, DIE LINKE Kreisverband Konstanz, DIE PARTEI Konstanz, DKP Bodensee, Freundeskreis Asyl Radolfzell e.V., Grüne Jugend Konstanz, IG-Metall Singen, IG-Metall-Jugend Singen, Initiative Stolpersteine in Radolfzell, Jusos AG Hegau-Höri, Linksjugend [’solid]/dielinke.sds Konstanz, LinksRhein, Rote Hilfe Konstanz-Bodensee, Teestube Singen, VVN-BdA Konstanz

Quelle: https://www.facebook.com/B%C3%BCndnis-Singen-Nazifrei-1414763875491140/timeline?ref=page_internal

7.5.2016.: Dem rechten Aufmarsch am Singener Hallenbad entgegentreten!

Der gesamte Landkreis Konstanz mobilisiert für den 7.5.2016 gegen den Aufmarsch einer rechten, rassistischen Bürgerwehr am Singener Hallenbad.

Nach wochenlangem Hin und Her haben die Rechten ihre „Merkel-muss-weg“-Kundgebung nun für den 7.5. in der Zeit von 15 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Singener Hallenbad (Waldeckstr. 4) angemeldet. Sie haben dort einen räumlich und akustisch ziemlich abgelegenen Platz zugewiesen bekommen, weit außerhalb der Singener Innenstadt, wo an dem Samstag parallel ein großer Jugendflohmarkt stattfinden soll.

Diese aus Sicht der Rechten mangelhafte Örtlichkeit haben sich die Rechten vor allem mit ihrer dilettantischen Nutzung von sozialen Online-Netzwerken selbst eingebrockt, wo sie ihre angestrebten Orte und Zeiten des Aufmarsches veröffentlichten, lange bevor sie dann zur Anmeldung schritten. Zweimal hatten sie dann das Nachsehen, als ihnen diverse Gegenbündnisse just diese Orte vor der Nase wegschnappten, indem sie dort einfach vor den Rechten eigene Veranstaltungen anmeldeten.

Das Bündnis Singen Nazifrei ruft jetzt ebenfalls am 7. Mai, aber genau zwei Stunden früher als die Rechten, zu einer Gegenkundgebung in der Singener Innenstadt auf. Sie findet in der Fußgängerzone, und zwar in der Scheffelstraße Ecke Ekkehardstraße statt. Auftakt der Veranstaltung ist um 13 Uhr. Diese Kundgebung ist als Informationsort und Kristallisationspunkt für Gegnerinnen und Gegner der rechten Bürgerwehr gedacht, keineswegs als Ersatz für wütende Proteste gegen Rechts am Singener Hallenbad.

Die Mobilisierung läuft inzwischen auf Hochtouren. Die Flyer mit dem Motto „Aufstehen gegen Rassismus“ sind fertig und werden bereits in mehreren Städten im Landkreis Konstanz unter die Leute gebracht. Heute abend wurden bereits zahlreiche Flyer auf der Demo gegen das ECE-Center in Singen verteilt. Auf sämtlichen 1. Mai-Demos und -Feiern zw. Konstanz und Villingen-Schwenningen werden kommendes Wochenende die aktiven GewerkschafterInnen der Region aktuelle Informationen über den Stand der Dinge erfahren. Schon jetzt ist klar, dass die Flyerauflage nicht ausreicht und dass nachgedruckt werden muss.

Im Februar letzten Jahres hatte bereits die NPD zu einer rassistischen Demonstration unter dem Motto „Asylflut stoppen“ in die Singener Innenstadt aufgerufen. Nur etwa 40 Neonazis waren dem Aufruf gefolgt. Die Polizei prügelte ihnen dennoch einen Weg durch eine etwa 10-mal so große Menge von GegendemonstratInnen frei.

Mehr dazu bei LinksRhein:

Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

24.4.(jetzt 7.5.): Aufstehen gegen Rassismus in Singen

Gegen die „Merkel-muss-weg“-Demo am 24.4.2016 in Singen

Kundgebung von RassistInnen und Neonazis anlässlich des Merkelbesuchs in Radolfzell

Neuer Aufmarsch von WutbürgerInnen, RassistInnen und Neonazis am 7.3.2016 in Singen angekündigt

Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

Die geschlossene, rechte Facebookgruppe „Bürgerwehr Landkreis Konstanz“ gibt bekannt, dass ihr für den 24.4.2016 auf dem Rathausplatz Singen angekündigter Aufmarsch jetzt doch nicht stattfinden wird. Der Facebook-Event wurde mittlerweile entfernt. Sie haben für den 7.5. einen neuen Aufmarsch angekündigt. Ihre Demo-Mottos, -Orte und -Zeiten ändern sie immer wieder in kurzen Abständen. Letzter Stand: 7.5., 15 Uhr am Hallenbad-Parkplatz Singen.

Update 27.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarschort am 7.5. nochmal verlegt. Weder der eigentl. angestrebte Rathausplatz noch die statt dessen angekündigte Alternative Ekkehardplatz klappten. Der Ekkehardplatz war wg. einem dort stattfindenen Basketballturnier nicht verfügbar :-) Sie landen jetzt auf offenbar auf einem abgelegenen Ort am Stadtrand von Singen: dem Parkplatz am Singener Hallenbad. Mal sehen ob es diesmal dabei bleibt…

Update 23.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarsch auf Samstag, den 7. Mai, 15 Uhr, Ekkehardplatz Singen verschoben. Entsprechend konzentriert sich auch die Gegenmobilisierung auf diesen Tag und den Ekkehardplatz statt den Rathausplatz.

Drei Wochen lang hatten sie den Aufruf zu ihrer „Merkel muss weg“-Kundgebung auf dem Singener Rathausplatz in den sozialen Medien verbreitet. Begierig wurde er in der regionalen „Nein zum Asylantenheim“, Pegida- und AfD-Szene übernommen und positiv kommentiert, die InteressentInnen markierten die Veranstaltung und ca. 80 Facebook-User versprachen bereits ihr Kommen. Währenddessen liefen die organisatorischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Wie kam es zu dem plötzlichen Sinneswandel?

Als Begründung für die Absage heißt es, dass die Antifa wieder mobil mache, verbunden mit einer Kopie des Mobilisierungsflyers zur Gegenkundgebung von Singen nazifrei! 15 Gruppen aus Singen, Radolfzell und Konstanz hatten dazu aufgerufen, „Nein sagen zu sexistischer und rassistischer Hetze sowie neonazistischen Parolen“ und sich „so wie vor einem Jahr bei der Demo gegen die NPD in Singen“ erneut quer zu stellen.

Das muss bei den rechten KundgebungsorganisatorInnen mächtig Eindruck hinterlassen haben. So beklagen sie, dass zu wenige an ihren Demos teilnehmen würden und die Antifa mit Sicherheit in der Mehrheit wäre, was es ihnen unmöglich mache, eine Demonstration unter dem Titel „Merkel muss weg“ in Singen durchzuführen.

Für den 7. Mai wollen sie einen erneuten Anlauf in Singen versuchen. Diesmal backen sie kleinere Brötchen und peilen von Anfang an den Platz der Ekkehard-Realschule an, nicht den Rathausplatz, an dem sie sich nun zweimal verhoben haben. Außerdem versuchen sie von den islamistischen Anschlägen in Paris und Brüssel zu profitieren, indem sie diese zum Thema ihrer Kundgebung machen. (Anm. vom 23.4.: inzwischen wurde das Demo-Thema erneut geändert – es richtet sich wieder gegen Angela Merkel und Flüchtlinge.)

Gleichzeit wählte die rechte Bürgerwehr-Gruppe mit dem 7. Mai ein symbolträchtiges Datum. Der 7./8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Kapitulation von Hitlerdeutschland. In der Naziszene ist das Datum aus dem gleichen Grund kein Gedenktag einer Befreiung. Wir „feiern nicht“ schreiben sie dann auf die Fronttranspis ihrer am 7. oder 8. Mai durchgeführten Demonstrationen, mit denen sie das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen.

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24.4.: Aufstehen gegen Rassismus in Singen

Gegen die „Merkel-muss-weg“-Demo am 24.4.2016 in Singen

Kundgebung von RassistInnen und Neonazis anlässlich des Merkelbesuchs in Radolfzell

Neuer Aufmarsch von WutbürgerInnen, RassistInnen und Neonazis am 7.3.2016 in Singen angekündigt

24.4 (jetzt 7.5.): Aufstehen gegen Rassismus in Singen

Das Bündnis Singen Nazifrei plant eine Kundgebung gegen den Aufmarsch von Rechten und RassistInnen am 24.4.2016 (Anm.: verschoben auf 7.5.) in Singen. Derzeit unterstützen 19 Organisationen aus Singen, Radolfzell und Konstanz den Aufruf. Die Rechten haben für den 7.5. einen neuen Aufmarsch angekündigt. Ihre Demo-Mottos, -Orte und -Zeiten ändern sie immer wieder in kurzen Abständen. Letzter Stand: 7.5., 15 Uhr am Hallenbad-Parkplatz Singen.

Update 27.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarschort am 7.5. nochmal verlegt. Weder der eigentl. angestrebte Rathausplatz noch die statt dessen angekündigte Alternative Ekkehardplatz klappten. Der Ekkehardplatz war wg. einem dort stattfindenen Basketballturnier nicht verfügbar :-) Sie zielen jetzt auf einen Ort am Stadtrand von Singen: den Parkplatz am Hallenbad. Mal sehen ob es diesmal dabei bleibt…

Update 23.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarsch auf Samstag, den 7. Mai, 15 Uhr, Ekkehardplatz Singen verschoben. Entsprechend konzentriert sich auch die Gegenmobilisierung auf diesen Tag und den Ekkehardplatz statt den Rathausplatz.

Update 28.3.2016: Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

Der Aufruf

Refugees welcome – Kein Mensch ist illegal!
Kundgebung, Sonntag, 24. April (Achtung: jetzt 7.5.), Singen

Gegen den Rechtsruck in Deutschland!

Die schwarz-rote Regierung verschärft das Asylrecht, es gibt regelmäßige Massenabschiebungen. Flüchtlingsheime brennen fast täglich, Nazihooligans und offene Faschist*innen marschieren Hand in Hand mit selbsternannten „besorgten Bürgern“ und eine rechtspopulistische Partei erreicht zweistellige Wahlergebnisse: Deutschland im Jahre 2016. Es ist so wichtig wie lange nicht, sich gemeinsam und entschieden dem Rechtsruck in Deutschland und ganz Europa entgegenzustellen. Verantwortlich dafür ist eine Politik der Eliten, die seit Jahren die Gesellschaft zielstrebig zugunsten der Reichen und Superreichen umbaut. Dabei kommen immer mehr Bereiche der Daseinsvorsorge unter die Räder, Armut greift um sich und sorgt für Zukunftsängste, die die Rechten demagogisch aufgreifen.

Gegen den Aufmarsch von „Merkel muss weg“ in Singen

Unter dem Motto „Merkel muss weg“ wollen rechte und rassistische Demagog*innen am 24. April um 15 Uhr vor dem Singener Rathaus aufmarschieren. Es ist seit Mitte Februar das dritte Mal, dass sie versuchen, ihre Hetze auf die Straße zu bringen. Es gibt gute Gründe, die Politik von Angela Merkel zu kritisieren: Die Ehe homosexueller Paare bleibt weiterhin verboten, Deutschland zwingt andere EU-Staaten wie Griechenland unter ihre Austeritätspolitik, erklärt regelmäßig immer weitere Staaten zu sicheren Herkunftsländern und setzt zur Flüchtlingsabwehr auf das reaktionäre türkische Erdogan-Regime. Zu sagen, Merkel sei zu links, wie es auf solchen Kundgebgungen geschieht, zeigt, von welchem Standpunkt aus gedacht wird.

Wer steckt hinter der Gruppe „Merkel muss weg“?

Die Anmelder*innen stammen aus dem Umfeld der Facebook-Seite „Singen sagt Nein zum Asylantenheim“ und der versteckten Facebook-Gruppe „Bürgerwehr Landkreis Konstanz“. Sie gerieren sich gerne als harmlose, besorgte Bürger*innen, die lediglich die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kritisieren. Lasst Euch nicht täuschen! Alle paar Minuten posten sie in ihren Foren menschenverachtende, sexistische oder rassistische Propaganda. Gegen den Betreiber von „Singen sagt Nein zum Asylantenheim“ wurde bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Volksverhetzung eingeleitet. Diese Gruppe wirbt aktiv auf den Facebookseiten von Rechtspopulist*innen und Neonazis (NPD, Freie Kameradschaften), um mehr Teilnehmer*innen für ihre Kundgebungen zu gewinnen. An ihren Demos nahmen wiederholt Anhänger der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ teil. Am 7.3. wurde ein Teilnehmer der Singener Kundgebung festgenommen, nachdem er den Hitler-Gruß gezeigt hatte.

Arbeitsteilige Flüchtlingshetze

Vergleichbare Gruppen organisieren fast im Wochentakt Aufmärsche, sei es in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Tuttlingen, Radolfzell oder Singen. Ohne Berührungsängste mischen sich hier rassistische Bürger*innen, AfD-Wähler*innen, Pegida-Aktivist*innen, Rechtspopulist*innen und Neonazis. Ihre Präsenz auf den Straßen ist eine konkrete Gefährdung für alle, die nicht in ihr Bild einer konstruierten „Volksgemeinschaft“ passen: Refugees, Migrant*innen, Lesben und Schwule, Linke, Antifaschis*innen und entschiedene Demokrat*innen. Das ist keine vorübergehende Erscheinung und es geht nach den Landtagswahlen unvermindert weiter, denn sie wittern Morgenluft. Wenn in Singen mehr als 20 Prozent der Wähler*innen ihre Stimme für die AfD abgegeben haben, die auf Flüchtlinge schießen lassen will, sollte auch den Letzten klar werden, denen etwas an einer humanitären, solidarischen Gesellschaft liegt: Gegenwehr ist nötig.

Es wird höchste Zeit, diesem Treiben etwas entgegen zu setzen!

Kommt am Sonntag, den 24. April, zur Gegenkundgebung unter dem Motto Aufstehen gegen Rassismus – Refugees welcome!
Lasst uns klar Nein sagen zu sexistischer und rassistischer Hetze sowie neonazistischen Parolen! Stellen wir uns erneut queer, so wie vor einem Jahr bei der Demo gegen die NPD in Singen!

BISHER RUFEN AUF: Amnesty International Singen, Antifaschistische Aktion Konstanz, DIDF (Föderation der Demokratischen Arbeitervereine) Konstanz, DIDF-Jugend Konstanz, Die Falken Konstanz, DIE LINKE Kreisverband Konstanz, DIE PARTEI Konstanz, DKP Bodensee, Grüne Jugend Konstanz, IG-Metall Singen, IG-Metall-Jugend Singen, Initiative Stolpersteine in Radolfzell, Jusos AG Hegau-Höri, Linksjugend [’solid]/dielinke.sds Konstanz, LinksRhein, Rote Hilfe Konstanz-Bodensee, Teestube Singen, VVN-BDA Konstanz, Freundeskreis Asyl Radolfzell e.V.

Quelle: https://www.facebook.com/B%C3%BCndnis-Singen-Nazifrei-1414763875491140/?fref=nf

Gegen die „Merkel-muss-weg“-Demo am 24.4.2016 in Singen

Die rechte Bürgerwehr-Gruppe, die bereits einmal in Radolfzell (15.2.) und einmal in Singen (7.3.) aufmarschierte, kündigt eine weitere Kundgebung unter dem Motto „Merkel muss weg“ am 24.4. um 15 Uhr auf dem Rathausplatz in Singen an.

Update 28.3.2016: Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

Seit etwa 2 Wochen wird diese Kundgebung auf Facebook beworben und die Werbebanner tauchen bereits bei verschiedenen Pegida-Seiten der Region auf.

Doch scheint es äußerst fraglich, ob sie es diesmal schaffen werden, auf dem Singener Rathausplatz zu demonstrieren. So ist inzwischen von zeitgleichen Gegenanmeldungen am gleichen Ort zu hören.

Auch das letzte Mal, am 7.3., mussten sie auf den versteckt gelegenen Platz der Ekkehard-Realschule ausweichen, etwa 200 Meter vom Rathausplatz entfernt, nachdem ihnen eine Gegenanmeldung vom DGB und dem „Bündnis unterm Hohentwiel“ am Singener Rathausplatz zuvor gekommen war.

Neben dieser offiziellen Gegenkundgebung gab es am 7.3. auch lautstarke, spontane Proteste in direkter Konfrontation mit den Rechten, an denen etwa 200 Menschen teilnahmen. Wegen des langen Vorlaufs dürften die Proteste am 24.4. deutlich kräftiger ausfallen.

Mehr dazu bei LinksRhein:

Kundgebung von RassistInnen und Neonazis anlässlich des Merkelbesuchs in Radolfzell

Neuer Aufmarsch von WutbürgerInnen, RassistInnen und Neonazis am 7.3.2016 in Singen angekündigt

Singen bleibt bunt! Kundgebung für Toleranz statt Rassismus

Der DGB Kreisverband Konstanz ruft mit Unterstützung des Bündnis unterm Hohentwiel für Montag, den 07.03.2016 um 18 Uhr zu einer Kundgebung für Toleranz statt Rassismus auf dem Singener Rathausplatz auf.

Der Aufruf

(Hier der Flyer zum Download)

Mit ihren hetzerischen Aussagen fördern Parteien wie die AfD, auf dem Rücken vieler not-leidender Menschen, Fremdenfeindlichkeit und eine zunehmend ausländerfeindlichen Stimmung in unserer Gesellschaft. Sie benutzt die aktuelle Asyldebatte, um die Ängste vieler Menschen, die sich vor prekären Arbeitsverhältnissen und sozialem Abstieg fürchten, zu schüren anstatt Sozial- und Wirtschaftspolitische Lösungen zu bieten. Damit liefern sie zudem Woche für Woche menschenverachtenden Verbrechern, Gewalttaten gegen Flüchtlinge, deren Unterkünfte und engagierte Helferinnen und Helfer vermeintliche Rechtfertigungen.

Wir sehen es daher als unsere demokratische Pflicht, diesen geistigen Brandstiftern entschieden und gemeinsam entgegen zu treten.

Wir rufen alle Menschen in Singen und Umgebung dazu auf, am Montag den 07. März 2016 um 18 Uhr, mit uns zusammen Gesicht zu zeigen und ein deutliches Zeichen für Demokratie gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu setzten.

Redner/innen u.a.: Ute Seifried (Bürgermeisterin Singen), Hanna Binder (ver.di), Fabian Fink (IGM Jugend), Ein/e Vertreter/in des Bündnis unterm Hohentwiel

Musikalische Untermalung wird es von der Trommlergruppe Africans vom Bodensee geben.

Quelle IG Metall Jugend Singen

Neuer Aufmarsch von WutbürgerInnen, RassistInnen und Neonazis am 7.3.2016 in Singen angekündigt

Als hätte der eine Aufmarsch in Radolfzell (wir haben berichtet) nicht gereicht, wird nun aus dem gleichen Umfeld heraus eine neue Demonstration angekündigt – schon am 7. März und diesmal in Singen vor dem Rathaus.

Update 09.03.2016: Auch am 10.3. will die gleiche Truppe wieder aufmarschieren, diesmal in Tuttlingen. Um 13:30 Uhr wollen sie vor Ort sein und ihr ewig gleiches „Merkel muss weg“-Tansparent zeigen. Bis jetzt haben bei Facebook 16 (!) TeilnehmerInnen zugesagt.

Update 08.03.2016: Der Aufmarsch ist vorbei. Weniger als 150 Rechte waren diesmal gekommen, um ihre dumpfen Parolen zu grölen. Wahrgenommen wurde dies höchstens von der Polizei und den zahlreichen GegendemonstrantInnen – zu abgelegen war der Kundgebungsplatz von der Innenstadt, versteckt hinter einem riesigen Kriegerdenkmal und viel Buschwerk. PassantInnen konnten, angelockt vom Lärm der Gegendemo vor allem Transparente mit der Aufschrift „Eure Hetze kotzt uns an“, Plakate mit „Alerta, Alerta, Antifascista“, überdimensionale braune Scheißebatzen oder Abbildungen von Hitlergruß-zeigendem und vollgepisstem Hoyerswerda-Mob sehen. Letzteres hatte durchaus seine Aktualität, wurde doch laut Südkurier ein Teilnehmer der „Merkel-muss-weg“-Demo festgenommen, nachdem er den Hitlergruß gezeigt hatte. Kaum war die DGB-Kundgebung vorbei, wurde es mit gut zweihundert Menschen richtig voll bei der spontanen und unangemeldeten Gegendemo. Die Menschen skandierten Parolen für Refugees, schimpften auf die Nazis und drängten auf den von der Polizei geschützten Kundgebungsplatz vor. Die Kirchenglocken bimmelten, die Trillerpfeifen schrillten, hunderte Kehlen brüllten den Rechten bis zum Schluss ihre Wut entgegen. Nach Ende ihrer Kundgebung mussten die Rechten sich auf der von der Innenstadt abgewandten Seite des Platzes zurückziehen, begleitet vom fröhlichen Ruf „Nazis verpisst euch, keiner vermisst euch“ – das hatte sich „das Volk“ sicher etwas anders vorgestellt.

Update 07.03.2016: Die Rechten beginnen mit Ihrem Aufbau heute bereits um 17 Uhr .

Update 04.03.2016: Auf indymedia linksunten wird jetzt mit einem Artikel in der Mittelspalte der Startseite zur Verhinderung des rechten Aufmarsches in Singen mobilisiert: Kein Aufmarsch von Neonazis und Rassist*innen am Montag, den 7.3.2016 in Singen!

Update 02.03.2016: Der Aufruf des DGB Kreisverbands Konstanz zu seiner Kundgebung am Montag, den 7.3.2016 um 18 Uhr: Singen bleibt bunt! Kundgebung für Toleranz statt Rassismus

Update 01.03.2016: Aus Gewerkschaftskreisen wurde vor dem Singener Rathaus, dem Ort den die Rechten eigentlich für sich ausgeguckt hatte, die Gegenkundgebung angemeldet. Sie befindet sich durchaus in Hör- und Rufweite zur Kundgebung der Rechten.


Demo von Rechts und Gegendemo am 7.3.2016 in Singen

Update 27.2.2016: Inzwischen wurde von den Rechten eine Kundgebung offiziell angemeldet. Der angestrebte Platz vor dem Singener Rathaus hat allerdings nicht geklappt, statt dessen sind sie jetzt am 7.3.2016 um 18 Uhr auf dem Platz der Ekkehard Realschule. Auch ist es keine Demo geworden sondern eine stationäre Kundgebung außerhalb der Innenstadt (Fußgängerzone, Bahnhofsvorplatz) an einer Stelle, die nach außen kaum Wirkung entfaltet.

Die bei Facebook in Zusammenhang mit der Singener Kundgebung auftauchenden Nicknames und/oder Klarnamen kommen uns vor, wie alte Bekannte: Sandy K., Felix T. und Andrea Z.:

  • Diesmal wird die Demonstration als Facebookevent beim Account „Sandy K.“ gehostet. Offenbar steht die für Radolfzell genutzte und inzwischen nicht mehr öffentlich zugängliche Seite „Singen sagt Nein zum Asylantenheim“ nicht mehr zur Verfügung.
  • Unser „Freund“ Felix T. hatte die Domain für die Radolfzeller Seite merkel-kommt.de registriert.
  • Und Andrea Z. hatte die TeilnehmerInnen aufgefordert, keine Nazigegenstände auf die Radolfzeller Kundgebung mitzubringen – etwas was in diesen Kreisen durchaus nicht selbstverständlich zu sein scheint. Und sie lädt die Neonazis, die sie meint über Facebook zu iher Kundgebung ein.

Zu hoffen ist nur, dass diesmal die Gegenseite etwas besser mobilisiert.

SONNWEND – eine szenische Lesung von Gerd Zahner

Am 4.12.2015 führt Gerd Zahner sein Stück „Sonnwend“ erneut auf, diesmal in der Singener Gems (20 Uhr)

Ludwig Finckh, Arzt und Schriftsteller und Hesse-Freund und Naturschützer und Nationalsozialist, ist eine der unaufgeklärten Figuren von Höri, Hegau und Bodensee. 1905 mit Hesse an den See gezogen, ins weltabgewandte Gaienhofen, feierte er als Schriftsteller Erfolge. Er knüpfte und verlor eine enge Freundschaft mit Hermann Hesse. Er verbündete sich mit dem Nationalsozialismus, galt für viele Nationalsozialisten mit den Büchern „Der Ahnenhorst“ und „Die Jakobsleiter“ als einer der Vordenker.

Der Schauspieler Josef Vossenkuhl, Kind der Stadt Singen, wird in einer szenischen Lesung dieser Frage auf den Grund gehen. und die Schatten, die Gerhard Zahner in seinem Stück „Sonnwend“ ausgelegt hat einer lebendigen Figur zufügen. Bei der Premiere war das Publikum tief beeindruckt von der schauspielerischen Kraft Vossenkuhls, umrahmt von der lyrischen Klarinette von Harro Eden.

Quelle: http://www.diegems.de

Gerd Zahner ist wohl der zur Zeit spannendste Regisseur der Bodenseeregion. Der hauptberufliche Rechtsanwalt aus Konstanz hat in den letzten Jahren zahlreiche hochinteressante Stoffe zur Aufführung gebracht, die nicht selten für heftige lokalgeschichtliche Debatten sorgten. Dazu zählen unter anderem, das Stück „Flüsterstadt“, das 2010 in Radolfzell eine jahrzehntelang totgeschwiegene SS-Vergangenheit thematisiert oder das Stück „Die Liste der Unerwünschten“, das 2014 mit Hans Robert Jauß, eine Koryphäe der Konstanzer Romanistik vom Sockel stieß.

Wie diese Woche zu erfahren war, arbeitet Gerd Zahner bereits wieder an einem neuen Stück zur Radolfzeller NS-Vergangenheit. Es geht um Alice Fleischel eine Jüdin, die im Oktober 1940 von Radolfzell in das französische Internierungslager Gurs deportiert wurde, wo sie am 26. April 1941 ums Leben kam. Über das Radolfzeller Wochenblatt sucht der Regisseur zusammen mit dem Historiker Markus Wolter nach „Zeitzeugen [], die Aussagen zum Umfeld von Alice Fleischel speziell in Radolfzell machen können.“ Ausserdem wird nach Erinnerungen zu ihrem damaligen Leben im Radolfzeller Hotel Schiff gefragt.

Zum ersten Mal wurde „Sonnwend“ im Juni 2015 in der Domäne Hohentwiel aufgefürt, also dort, wo auch heute noch der Ludwig Finckh Weg beginnt. Weitere Berichte zu Stücken von Gerd Zahner: Suche nach Gerd Zahner auf LinksRhein.

http://www.gerdzahner.de/

Bernd Riexinger kommt nach Konstanz und Singen

Am Dienstag, 14. Juli, besucht Bernd Riexinger, der Bundesvorsitzende der Partei DIE LINKE, den Kreis Konstanz. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Redaktionsgespräch beim Südkurier in Konstanz, ein Treffen mit Gewerkschaftern und eine Abendveranstaltung im Restaurant „Goldene Kugel Ristorante Pizzeria Sabino“ in Singen.

Bernd Riexinger absolviert im Juli eine Sommertour durch verschiedene Städte Baden-Württembergs, am 14.7. macht er dabei Station in Konstanz und Singen. Der Parteivorsitzende, selbst lange aktiv bei ver.di, will bei seinem Besuch in Singen auch mit Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen ins Gespräch kommen. Als Vorsitzender einer Partei, für die der Kampf um die Rechte der arbeitenden Menschen im Zentrum ihrer Politik steht, will er sich darüber informieren, wo Gewerkschaftsaktivisten – Mitglieder, Vertrauensleute, Personalräte – vor Ort der Schuh drückt und vor allem welche Erwartungen sie an linke Politik formulieren. Die Möglichkeit dazu bietet ein Gespräch im Singener Gewerkschaftshaus, zu dem die Linke und die IG Metall einladen.

Am Abend steht dann eine öffentliche Veranstaltung in Singen auf dem Programm. Riexinger, die baden-württembergische Linke hat ihn auch als Spitzenkandidat für die Landtagswahl im März nächsten Jahres nominiert, wird dort unter anderem Rede und Antwort zur aktuellen Partei-Kampagne „Das muss drin sein“ stehen, die auf die Verankerung von Mindeststandards bei Einkommen und Arbeitsbedingungen zielt.

Dienstag, 14. Juli 2015

14.30 Uhr: Bernd Riexinger im Gespräch mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern
Singen, Gewerkschaftshaus, Schwarzwaldstraße 30

19.00 Uhr: „Das muss drin sein!“ Veranstaltung
Singen, Restaurant „Goldene Kugel Ristorante Pizzeria Sabino“, Alpenstraße 15

Quelle: http://die-linke-konstanz.de

TTIP statt Tatort

TTIP-kritischer Vortrag am Sonntag, 14.06.2015 um 19 Uhr im Seminarraum der IG Metall in der Schwarzwaldstrasse 30, Singen. Der Referent Karl Bär kommt vom Umweltinstitut München und ist spezialisiert auf Agrar- und Handelspolitik

Quelle: Attac Singen

Szenische Lesung von Gerd Zahner: Sonnwend

Am Sonntag, den 21.06.2015, zeigen die Gems und die Domäne Hohentwiel das Stück Sonnwend von Gerd Zahner in einer szenischen Lesung mit Josef Vossenkuhl. Musik von Haro Eden. Die Aufführung beginnt um 19 Uhr und der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Sonnwend Im Jahre 1933, zur Son­nen­wende, sprach der Hessefreund, Arzt und Dichter Dr. Lud­­wig Finckh auf dem Hoh­entwiel vor 5000 Mit­­gliedern der HJ, in­dem er über sein Werk und seine politische Philosophie einen Vortrag hielt. Aus diesem Grunde soll jetzt, auch aus An­lass der Hohent­wiel­­feierlichkeiten, wie­der zur Son­nen­wen­de, das Stück SONNWEND auf der Domäne Hohent­wiel aufgeführt werden.

Herrmann Hes­se und Dr. Lud­wig Finckh zo­gen aus ein­­er antimodernen Haltung im Jahre 1904/1905 nach Gaien­hofen an den See. Finckh blieb ein Le­ben lang dort, Hesse ver­ließ die Idyl­le 1912 und kehrte Finckh auf Grund des­sen deutsch nationaler Hal­tung den Rück­en. Finckh wird heute verehrt als der Retter des Stoffels, als der Be­­­­grün­der, Mitbegründer des Na­tur­schut­zes. Seine andere Seite ist seine po­li­­tische Haltung, auf Grund dieser ihn Hes­se mit Verachtung bestrafte.

Finckh, als Arzt, schrieb literarisch und philosophisch über Rassefragen und Ras­­senhygiene. Er ist ein Autor und Vor­denker des Natio­nal­so­zia­lismus, der nach dem Kriege nur seine Haltung ge­gen­­über der Natur in den Vordergrund stellte, sei­ne Haltung gegen den Men­sch­en verschwieg. Nach dem Kriege versuchte Finckh über die Freundschaft mit Hesse wie­der intellektuellen Anschluss an die Welt der Schriftsteller. Hesse aber, bis 1957, weigerte sich Finckh zu em­pfangen.

Das Stück fragt nach Wir­k­ung und Schuld eines Schriftstellers. Das Stück spielt im Jahre 1957. Finckh er­hält von Hesse ein­en Brief.

Quelle: http://www.in-singen.de/veranstaltung.Szenische-Lesung-Gerd-Zahner-Sonnwend.1BB0CF7E5A357EF8CFAFC12BFDC1277D.html

Sammelabschiebung aus Baden-Württemberg am Tag der Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz

Am Dienstag, den 24.3.2015, wurden 101 Flüchtlinge aus Baden-Württemberg über den Baden-Airport nach Serbien und Mazedonien abgeschoben. In vier Freiburger Flüchtlingsheimen haben zahlreiche FreiburgerInnen in der Nacht von Montag auf Dienstag versucht, Abschiebungen aus Freiburg zu verhindern, was jedoch nicht gelang. Am Tag nach der Abschiebung protestierte eine Mahnwache auf dem Rathausplatz in Freiburg.

Die rot-grüne Landeregierung scheute sich nicht, die Sammelabschiebung just am 72. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz durchzuführen. Am 24.3.1943 fuhr der Todeszug ab Radolfzell und deportierte u.a. auch 10 Sinti aus Singen und Radolfzell (Familie Winter), sowie 10 Sinti aus Schwandorf/Stockach (Familie Reinhardt). Bis auf zwei Überlebende starben alle bald nach ihrer Ankunft unter den katastrophalen Lebens- und Versorgungsbedingungen des Lagers oder wurden in den Gaskammern ermordet.

Ausführliche Informationen dazu finden sich auf der Seite der Initiative für Offenes Gedenken in Radolfzell.

Wir geben hierzu einen Text des Freiburger Forum – aktiv gegen Ausgrenzung vom 21.3.2015 wieder.

Sammelabschiebung am Jahrestag (24. März) der Deportation von Roma und Sinti nach Auschwitz

Am Dienstag, den 24. März, soll erneut eine Sammelabschiebung vom Baden-Airpark nach Serbien und Mazedonien stattfinden. Betroffen sind wieder zahlreiche Angehörige der diskriminierten Minderheit der Roma. Die Abschiebung findet am 72. Jahrestag der Deportation von Sinti und Roma aus Baden-Württemberg nach Auschwitz statt. Das Freiburger Forum kritisiert die darin deutlich zutage tretende geschichtspolitische Heuchelei und moralische Verkommenheit von Landes- und Bundesregierung und kündigt Proteste an.

In Folge eines Erlasses von SS-Führer Heinrich Himmler vom 16. Dezember 1942 wurden in Süddeutschland ab dem 15. März 1943 zahlreiche Sinti und Roma inhaftiert. Anschließend wurden sie mit einem Zug in das neu errichtete sogenannte „Zigeunerfamilienlager“ Auschwitz-Birkenau B II e verschleppt, wo die meisten von ihnen ihren Tod fanden. Abfahrt in Offenburg war am 24. März 1943 um 18.39 Uhr.

72 Jahre später, just an diesem Tag, findet eine Sammelabschiebung in elende und diskriminierende Verhältnisse statt, bei der zahlreiche Menschen nachts gegen ihren Willen aus den Betten gerissen werden, um sich ein paar Stunden später an einem völlig anderen Ort wiederzufinden. In Serbien und Mazedonien sind insbesondere Roma oftmals massiver Diskriminierung ausgesetzt. Auch wenn es sich bei dem Zusammenfall der beiden Daten wahrscheinlich um einen unbeabsichtigten Zufall handelt, tritt in ihm die Heuchelei von Landes- und Bundesregierung deutlich zutage. Während einerseits inzwischen die historische Verantwortung anerkannt und betont wird, werden Roma andererseits als „Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert und in menschenunwürdige Zustände abgeschoben, wie der Fall der Familie Ametovic zuletzt verdeutlicht hat.

„Der von der Landesregierung abgeschlossene Staatsvertrag scheint nur ein Lippenbekenntnis zu sein. Wenn die Landesregierung es mit ihrer historischen Verantwortung gegenüber Roma ernst meinen würde, müsste sie die Abschiebungen sofort aussetzen und ein humanitäres Bleiberecht erlassen“, erklärt Juliane Schubert vom Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung.

Die Gruppe, die sich ehrenamtlich für Geflüchtete einsetzt, hat einen offenen Brief an die Landesregierung verfasst, der auf ihrer Homepage mitgezeichnet werden kann. In dem Brief wird ein Bleiberecht für Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien aus historischer und humanitärer Verantwortung gefordert.

Am 24. März jährt sich noch ein Tag, der für den Balkan und insbesondere die Roma von großer Bedeutung war. Am 24. März 1999 begann der völkerrechtswidrige Natokrieg gegen Ex-Jugoslawien, der die Lage der Roma dort noch einmal verschlechterte. Die Grünen und SPD tragen durch ihre damalige Regierungsbeteiligung und die Rolle von Joschka Fischer ebenfalls eine Mitverantwortung, die die grün geführte Landesregierung eigentlich davon abhalten sollte, an einem solchen Termin Menschen in diese Region abzuschieben.

Für den kommenden Dienstag ruft das Freiburger Forum mit weiteren antirassistischen Gruppen aus Baden-Württemberg zu Protesten am Baden-Airpark auf. Sollte es in Freiburg zu Abschiebungsversuchen kommen, wird es Aktionen zivilen Ungehorsams geben.

„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht. Das galt damals, und das gilt auch heute“.

Freiburger Forum – aktiv gegen Ausgrenzung (21.03.2015)

Quelle: http://www.freiburger-forum.net/2015/03/sammelabschiebung-am-jahrestag-24-maerz-der-deportation-von-roma-und-sinti-nach-auschwitz/