Tag-Archiv für 'podiumsdiskussion'

Buchpräsentation und Podiumsdiskussion: „Von NS-Tätern, Helfern und rechtspopulistischen Gefahren in der Gegenwart“

Anlässlich des Holocaust – Gedenktages 2017 gibt es verschiedene Referate, ein Podiumsgespräch und Diskussion am Freitag, 27. Januar 2017 um 19 Uhr im Salomon-Sulzer-Saal, Schweizer Str. 21, Hohenems

Im Januar 2016 hat Dr. Wolfgang Proske den 5. Band aus der Reihe „Täter-Helfer Trittbrettfahrer“ mit dem Untertitel „NS-Belastete aus dem Bodenseeraum“ herausgegeben.

In diesem Band werden auch mehrere NS-Täter aus Vorarlberg behandelt, z.B. der Schwarzacher Gendarm Alfred Lusser (1911-1992), der 1969 für seine Verbrechen in Osteuropa verurteilt wurde, oder Josef Vallaster (auf dem Bild), der Massenmörder aus dem Silbertal, dessen Namen unkommentiert auf dem „Kriegerdenkmal“ aufschien und dessen Taten im Rahmen einer Geschichtswerkstatt jüngst „aufgearbeitet“ wurden.

Der Herausgeber stellt zunächst sein Buch vor. Anschließend wird er auf dem Podium mit NR Karl Öllinger, einem der besten Kenner des Rechtsextremismus in Österreich, diskutieren. Öllinger ist Mitherausgeber des „Rechtsextremismusberichts 2016″ der Grünen und bei „Stoppt die Rechten!“ engagiert.

Das Datum der Veranstaltung ist nicht zufällig gewählt: Am 27. Jänner 1945 wurde das KZ Auschwitz befreit. Im Jahr 2005 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen als „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ ausgerufen. Dieser Tag ist deshalb in vielen Ländern ein wichtiger Erinnerungstag, der auch in unserem Land verstärkt im Bewusstsein verankert werden sollte.

Anmeldung bitte bis 23. Jänner 2017 an bildung.vorarlberg@oegb.at (kein TeilnehmerInnenbeitrag)

Eine Einladung des Verbandes Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung in Kooperation mit dem Renner-Institut Vorarlberg, der Grünen Bildungswerkstatt Vorarlberg, acus Vorarlberg, der Johann-August-Malin-Gesellschaft, erinnern.at und dem Katholischen Bildungswerk Vorarlberg

Quelle: https://vorarlberg.gruene.at/

Filmfestival „Horizontale“ vom 21.-24.1.2016 im scala Konstanz

Das Filmfestival „Horizontale“ holt das Thema Prostitution in die Innenstadt. Ganz im Zeichen der Imperia, der imposante Hübschlerin, die sich im Hafen vor dem Konzilgebäude zeigt.

Vier Tage lang beleuchten vielfältige Spielfilme, Dokumentationen und ein kritisches Rahmenprogramm das Thema.

Veranstaltet wird das Festival von der Konzilstadt Konstanz gemeinsam mit dem Scala-Kinocenter und dem Verein Hydra, der Berliner Beratungsinstanz für Prostituierte.

Highlights sind die Weltpremiere der Dokumentation „Sexarbeiterin“ und der in Marokko produzierte und dort verbotene Spielfilm „Much Loved“, der in Konstanz noch vor Bundesstart zu sehen sein wird.

Einzelticket: 8€; 5-Sterne-Ticket mit 5 Eintritten: 32,50€

Programmübersicht: (auch als PDF)

Donnerstag, 21.01.16

19 Uhr: Eröffnung des Festivals
Peeping Tom – Erregungsproduktion haptisch und optisch
Impulsreferat von Dr. Albert Kümmel-Schnur

20 Uhr: Sexarbeiterin (Weltpremiere)
Dokumentation, 2016, Deutschland, 96 Min., FSK 18, Regie: Sobo Swobodnik
Im Anschluss Fragerunde mit dem Filmteam und Premierenfeier

Freitag, 22.01.16

17 Uhr: Jung & schön
Spielfilm, 2013, Frankreich, 94 Min., FSK 16, Regie: François Ozon
Im Anschluss Expertengespräch

20 Uhr: Traumland
Spielfilm, 2014, Schweiz, 99 Min., FSK 12; Regie: Petra Volpe
Im Anschluss Expertengespräch

Samstag, 23.01.16

14 Uhr: Lilja 4-ever
Spielfilm, 2003; Schweden, Estland; 109 Min., FSK 12, Regie: Lukas Moodysson
Im Anschluss Diskussion „Sexarbeit 2016″

17.30 Uhr: Princesas
Spielfilm, 2005, Spanien, 113 Min., FSK 16, Regie: Fernando León de Aranoa
Im Anschluss Expertengespräch

20.30 Uhr: Much Loved
Spielfilm, 2015, Marokko, 108 Min., Regie: Nabil Ayouch
Mit Einführung vor dem Film

23 Uhr: Festivalparty im K9
Eintritt: 5 € / 3 € mit Kinoticket von Much Loved

Sonntag, 24.01.16

11 Uhr: Das Mädchen Rosemarie
Spielfilm, 1958, Deutschland 101 Min., FSK 12, Regie: Rolf Thiele
Im Anschluss Gespräch zu Film und Kriminalfall

14 Uhr: Frauenzimmer
Dokumentation, 2010, Deutschland, 74 Min., FSK 12, Regie: Saara Aila Waasner
Im Anschluss Fragerunde mit dem Filmteam

16.30 Uhr: Haus der Sünde
Spielfilm, 2012, Frankreich, 125 Min., FSK 16, Regie: Bertrand Bonello
Im Anschluss Diskussion „Von der Hübschlerin zur´Sexarbeiterin“

20.30 Uhr: Irina Palm
Spielfilm, 2007; Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, 103 Min., FSK 12, Regie: Sam Garbarski
Mit Festivalrückblick vor dem Film

Quelle: http://www.cinestar.de/de/kino/konstanz-scala-kinocenter/veranstaltungen/horizontale-filmfestival-zu-prostitution/

Laugh up. Stand Up.

Rassismuskritisches Humorfestival vom 13. – 15. November 2015 in der Shedhalle Zürich


Fatima Moumouni

Das dreitägige Festival fragt nach dem Zusammenspiel von Humor und Rassismus– mit komischen Mitteln und der Lust dagegenzulachen. Das Festival will für rassistische Strukturen in Witz und Comedy sensibilisieren, rassismuskritische Positionen im Schweizer (Humor-) Diskurs entwickeln und Formen des Humors fördern, die bestehende Stereotype überwinden und den von rassistischer Ausgrenzung Betroffenen eine Stimme verleihen.

Stand-up Comedians, Poetry Slamer, Youtuber_innen, Performance Künstler_innen, Musiker_innen und Humorforscher_innen sind eingeladen, um mit dem Publikum in einen Dialog treten. Diskussionsrunden, Podien und Workshops vermitteln die verhandelten Themen und sollen zur Reflexion des eigenen Lachens anregen.

Programm, Künstler_innen und Tickets unter www.laughupstandup.ch

Das Festival ist eine Koproduktion der Shedhalle Zürich mit dem „Verein zur Förderung rassismuskritischer Öffentlichkeiten“.

http://www.shedhalle.ch

Islamfeindlichkeit. Antisemitismus. Feindbilder einst und heute.

Podiumsdiskussion mit Wolfgang Benz und Georg Kreis am So, 10. Mai 2015 um 14 Uhr in der Aktionshalle der Roten Fabrik, Zürich

Wer hat Angst vor den Muslimen und dem Islam? Alle augenscheinlich, die Deutschen, die Franzosen und die Schweizer fürchten sich vor dem Bau von Minaretten und Moscheen und Europa blockiert den Beitritt der Türkei zu EU. Aber geht es wirklich nur um Islamophobie? Ist nicht das, was vielleicht einmal nur Angst vor dem Fremden war, zur Islamfeindlichkeit geworden? Die Intoleranz gegenüber Andersgläubigen war jahrzehntelang gesellschaftlich geächtet, jetzt wird sie salonfähig bis in die Mitte unserer westlichen Gesellschaften. In einem kurzen Vortrag zeichnet Wolfgang Benz die Konjunkturen von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit nach. Im anschliessenden Gespräch beleuchten Wolfgang Benz und Georg Kreis die je spezifischen Situationen in Deutschland und der Schweiz.

WOLFGANG BENZ
Historiker, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin.

GEORG KREIS
Historiker, ehemaliger Leiter des Europainstituts Basel und bis Ende 2011 Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR).

Moderation: ROLAND MERK, Schriftsteller und Philosoph.

Quelle: http://www.rotefabrik.ch/

Ökonomie und Rassismus im europäischen Migrations- und Grenzregime

kritnet.ch – das Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und die Shedhalle Zürch veranstalten gemeinsam die 11. kritnet Tagung mit dem Schwerpunktthema «Ökonomie und Rassismus im europäischen Migrations- und Grenzregime»

Zeit: 26. bis 29. März 2015
Ort: Shedhalle Zürich

Programmheft (Stand: 18.3.2015)

11. kritnet-Tagung

Auftaktpodium
26. März, 18:00 – 19:30 Uhr

Die Verbindung von Rassismus und Kapitalismus verstehen und durchkreuzen

Rubia Salgado, Ilker Ataç, Halua Pinto de Magalhães, Jovita dos Santos Pinto

Die Verquickung von Rassismus und Ökonomie ist nicht nur in einer arbeitsmarktrelevanten Perspektive der Ausbeutung und Subjektivierung in internationalen Migrations- und Grenzregimen zu sehen. Auch postkoloniale Exotisierung und das neoliberale Modell von “Diversity” markieren auf neue Weisen das Begehren nach Differenz und befördern dessen kulturökonomische Verwertung. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir in der Auftaktveranstaltung der 11. kritnet-Tagung, wie sich Kritik an Rassismus und Kapitalismus zusammenführen lassen und wie wir die Produktivität ihrer Verbindung verstehen und durchkreuzen können. Das Auftaktpodium steht damit im Zeichen eines zentralen Anliegens des kritnet: durch die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und politischem Aktivismus wollen wir antirassistische Praktiken erkunden – und diese Verbindung unterschiedlicher Strategien als zentrales Moment von strategischen, transnationalen und solidarischen Allianzen einsetzen.

Quelle: kritnet.ch + Shedhalle Zürich

Japan im 4. Jahr der Fukushima-Katastrophe

Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 12.3.2015, um 21.15 Uhr in der Roten Fabrik, Seestrasse 395, Zürich

Wie haben sich die Folgen des 11. März 2011 gesellschaftlich auf Japan ausgewirkt? Wie geht das Land mit den Auswirkungen des Nuklearunfalls um? Mit Susan Boos (Redaktorin WoZ, Autorin Sachbuch «Fukushima lässt grüssen»), David Chiavacci (Professor für sozialgesellschaftliche Japanologie Uni Zürich), sowie Mitglied Gruppe Ajisai-no-Kai.

HALBWERTSZEIT. Filmfestival 2015 – zum 4. Jahrestag von Fukushima

Quelle: http://www.rotefabrik.ch

Migration und Rechtspopulismus im 21. Jahrhundert

Gesprächsabend mit Damir Skenderovic und Kaspar Surber am 12. Februar um 20 Uhr in der Autonomen Schule Zürich, Bachmattstrasse 59, Zürich-Altstetten.

In Deutschland scheinen sich die diversen Strömungen der Pegida und HOGESA – Aufmärsche mittlerweile aufgrund von internen Machtkämpfen selbst zu zerlegen. Die Mobilisierung auf der Straße ist nur noch ein Schatten dessen, was Ende letzten Jahres zu sehen war. Es ist fast nur noch der harte, rassistisch-neonazistische Kern bei den Kundgebungen zu sehen. Auch wenn die Massen nicht mehr kommen, deren Einstellungen sind geblieben und damit das Potential für die nächste rassistische Sammlungsbewegung.

In Frankreich zeigte die von einem sozialistischen Kandidaten mit Ach und Krach gewonnene Stichwahl im Departement „Doubs“ vor allem das unglaubliche Wählerpotential für die neonazistische Front National. Die FN-Kandidatin Sophie Montel erhielt im ersten Wahgang mit 32,6% die meisten und in der Nachwahl 48,6% der Wählerstimmen. Die FN konnte offensichtlich aus den Anschlägen auf die linke Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die Judinnen und Juden im koscheren Pariser Supermarkt enormes Kapital schlagen.

In der Schweiz wurden die Themen der ausländerfeindlichen Splittergrupen längst von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und anderen Parteien wie der FDP übernommen und sind salonfähig geworden. Entsprechende Abstimmungsinitiativen verschärfen mit viel Geld und dem Einfluß einer Regierungspatei den ausländerfeindlichen Diskurs. An der Ausarbeitung der dem Abstimmungssieg folgenden Gesetzesvorlagen dürfen sie maßgeblich mitarbeiten. Nach einem Jahr Vorarbeit präsentierte der Schweizer Bundesrat nun gestern – von der Auslandspresse weitgehend unbemerkt – die Vorlage zur konkreten Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Heute abend: Veranstaltung in der Autonomen Schule, Zürich:

Die Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer vielfältigen Gesellschaft gewandelt, doch die Entrechtung der Menschen ohne Schweizer Pass zu Bürger_innen zweiter Klasse schreitet mit immer neuen Volksinitiativen voran. Im Gespräch gehen Historiker Damir Skenderovic und WOZ-Redaktor Kaspar Surber den neusten Transformationen von Rechtspopulismus und Migrationspolitik nach und werfen dabei auch die Frage auf, ob sie ursächlich miteinander zu tun haben: Verhindert der Rechtspopulismus eine migrantische Gesellschaft, oder ist er vielmehr Ausdruck davon, dass sich diese gerade entwickelt? Wie immer um 20 Uhr. Wie immer in der Autonomen Schule Zürich, Bachmattstrasse 59, Zürich-Altstetten.

Mehr zum Thema der beiden Protagonisten des Abends: Damir Skenderovic, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Fribourg, hält ebendort im Frühlingssemester 2015 eine Vorlesung zum Thema Migration im 20.Jahrhundert. 2008 erschien von ihm zusammen mit Gianni D’Amato «Mit dem Fremden politisieren». Kaspar Surber ist Autor des Buchs «An Europas Grenze».

Quelle: http://dieweltamdonnerstag.tumblr.com/

Interview: «Dieses Land ist auch unser Land!», WOZ, 12.2.2015

Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Am 30. November kommt in der Schweiz die sog. Ecopop-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet Wohlstandschauvinismus und Rassismus mit restriktiver Bevölkerungspolitik in der Dritten Welt und verbrämt dies mit wohlklingendem, ökologisch angehauchten Vokabular. Seit Monaten laufen Gewerkschaften, linke Parteien, feministische Organisationen wie terre des femmes, antirassistische Initiativen und Einzelpersonen der Zivilgesellschaft dagegen Sturm. Am 1.11. ab 14:30 Uhr findet nun eine schweizweite Kundgebung und Demo gegen diese Initiative auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Demo am 1.11.2014 auf dem Bundesplatz in Bern

Die Befürworter der rechten Initiative, die sich anschickt, die vorausgegangene „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechten SVP in ihren rassistischen Konnotationen noch zu toppen, nennen sie „Volksinitiative“: „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Argumente der Initiativbefürworter erinnern deutsche Linke an Debatten der 80er und 90er Jahre, in denen es um Auseinandersetzungen mit rechten Ökologen1, Vertretern einer konservativen Entwicklungspolitik und frauenfeindlichen Bevölkerungspolitikern ging. Sie vertraten z.B. Zwangssterilisierungen in der Dritten Welt oder Thesen des reaktionären britischen Ökonomen Thomas Malthus. 2

Die Abstimmungsinitiative hat wohl aus früheren Debatten gelernt und kommt in einem Gewand daher, dass den Eindruck erweckt, als seien hier die reinsten Menschenfreunde, die fortschrittlichsten Ökologen und die ehrlichsten Demokraten unterwegs. Unter dem Strich geht es ihr jedoch um die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz, um eine Zurichtung der restlichen Zuwanderung auf den ökonomischen Nutzen für die Schweiz und um die Aufrechterhaltung des Reichtums der Schweiz, koste es so viele Menschenleben, wie es wolle. Ausführlich hierzu:

Die kritische Kunstinstitution Shedhalle, Zürich, zeigt in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Das Ende der Natur. Einige Widersprüche in aktuellen Diskussionen zu Ökologie und Krise“ von den beiden Künstlern Ralo Mayer und Tomash Schoiswohl. Sie wird am 13. November 2014 mit einer Podiumsdiskussion eröffnet und geht bis 1. März 2015.

http://shedhalle.ch

Fußnoten:

  1. Z.B. Herbert Gruhl, den Rechtsausleger der Partei die Grünen in ihrer Gründungsphase und sein Buch „Ein Planet wird geplündert“. Gruhl wurde früh aus der grünen Partei herausgeworfen und gründete eine eigene Partei, die ÖDP. [zurück]
  2. Zitat von Malthus: „„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“ [zurück]

Machtspiele: Sexismus an der Hochschule

Podiumsdiskussion am 27. Januar 2014, 17:00 Uhr – 19:00 Uhr im Raum V 1001

  • Wie zeigt sich Sexismus an der Hochschule und was hat das mit Macht zu tun?
  • Was kann man dagegen tun?
  • Welche Verantwortung hat die Universität?
  • Wo liegt die Grenze zwischen Flirt und Belästigung?
  • Ist das nur ein Frauenthema oder sind auch Männer betroffen?

Diesen und anderen Fragen gehen die Referentinnen aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Charlotte Diehl hat einen wissenschaftlichen Blick und forscht in ihrer Promotion zu sexueller Belästigung. Silke Paul, als Frauenreferentin der Universität Mainz und Sprecherin der BuKoF-Kommission „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt“, sieht insbesondere die Verantwortung der Universität als Ausbildungs- und Beschäftigungsbetrieb. Martina Walter, Gleichstellungsreferentin des AStA der Universität Konstanz, beleuchtet verschiedene Formen von Sexismus, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Die Podiumsdiskussion wird von Prof. Dr. Beate Ochsner, Gleichstellungsbeauftragte und Professorin für Medienwissenschaft an der Universität Konstanz, moderiert.

Referentinnen

  • Charlotte Diehl – Psychologie-Doktorandin im Graduiertenkolleg “Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” der Universität Bielefeld
  • Silke Paul – Frauenreferentin der Universität Mainz und Sprecherin der BuKoF-Kommission “Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt”
  • Martina Walter – Gleichstellungsreferentin des AStA der Universität Konstanz und Studentin der Psychologie

Moderation: Prof. Dr. Beate Ochsner – Gleichstellungsbeauftragte der Universität Konstanz und Professorin für Medienwissenschaft

Veranstalter
Referat für Gleichstellung und Familienförderung

Zum Flyer von der Homepage des Fachbereichs Literatur Kunst Medien, Uni Konstanz

Quelle: Uni Konstanz, http://literaturkunstmedien.wordpress.com/

Überwältigende Resonanz auf Filmvorführung und Podiumsdiskussion zur NS-Zeit in Radolfzell

Mit so viel Interesse hatte wohl kaum jemand an diesem Abend gerechnet. Gut und gerne 500 junge, mittelalte und alte Menschen schoben und drängelten sich in den nicht gerade kleinen Saal des Milchwerks um den 40-minütigen Film „Leichen im Keller“ von Günter Köhler zu sehen und an der anschliessenden über zweistündigen Podiumsdiskussion teilzunehmen.

Man hockte sich vor dem Podium, am seitlichen oder hinteren Treppenaufgang auf die Stufen, liess sich auf dem Boden nieder oder stand am Rande des Saals noch im Foyer. Ein gedämpftes Stimmengewirr erfüllte den Raum. Anwesend waren Menschen wie du und ich, Vertreter der politischen Klasse aus Radolfzell, der im Film vorkommende Oberbürgermeister Schmidt, der Autor des Theaterstücks „Die Flüsterstadt“, Gerd Zahner, Stadtarchivar Achim Fenner, Fredy Meyer, Historiker aus Wahlwies, prominente Künstler, Aktivisten von der APO, der Außerparlamentarischen Opposition von Radolfzell oder von ausserhalb Angereiste wie der Vertreter der Aktion Stolpersteine aus Konstanz und viele, viele, mehr. Mehrere Kameras zeichneten das Geschehen auf und Blitzlichter erhellten den Raum.

Der gut gemachte Film schaffte es, erstaunlich viele Facetten des Themas in äußerst kurzer Zeit zu thematisieren: die Geschichte der SS-Kaserne und des KZ-Aussenlagers von Dachau, die Begeisterung der Radolfzeller an „ihrer Kaserne“ in den späten 30er und frühen 40er Jahren, die ungeheuren Ausmaße des in Sklavenarbeit errichteten „Franzosen“-Schiessstandes, Geschichten von Flucht und Erschiessungen, Eheschliessungen zwischen Radolfzellerinnen und SS-Männern, Lebensborn in Grasbeuren, Reichsarbeitsdienst und Sexarbeit in Wahlwies, Kontinuität und Schweigen, Heldengedenken von, mit den und für die Nazis, spätere Volkstrauertage mit Kränzen vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beim von der SS-geweihten Kriegerdenkmal im Nachkriegsradolfzell, wissenschaftliche Recherchen und unzugängliche Archive, informierte und nachdenkliche bzw. ignorante und nicht besonders reflektierte O-Töne von der Strasse des heutigen Radolfzells. All dies kann hier nur angerissen werden.

Mit am spannendsten war gegen Ende des Films die Darstellung, wie während des letzten Volkstrauertages die gewohnte Zeremonie am „Ehrenmal“ des früheren Horst-Wessel-Platzes, wo nach Kriegsende schnell mal eben der Reichsadler mit Hakenkreuz entfernt aber das ehrende Gedenken – auch an die Täter – über viele Jahrzehnte erhalten bleiben sollte, mit einer kritischen Rede der APO unterbrochen und der Opfer gedacht wurde. Mit der Aussage: „Vierundsechzig Jahre nach Kriegsende wird öffentlich ein Kranz für die in dieser Stadt geschundenen und gestorbenen KZ-Häftlinge niedergelegt“ endet der Film. Das Publikum bedankte sich mit donnerndem und lang anhaltendem Applaus.

In der längeren, jedoch nicht immer ganz so dichten zweiten Hälfte des Abends lauschten die ZuhörerInnen dem Podium und kamen gegen Ende selbst zu Wort. Auf dem Foto oben sind von links nach rechts die PodiumsteilnehmerInnen zu sehen: Der leider selten zu Wort kommende Filmemacher Günter Köhler, der Autor und Filmemacher Erich Schütz, der überraschend aufgeschlossen wirkende Historiker und CDU-Stadtrat Christoph Stadler, der souveräne Moderator Torsten Lucht, die schwach argumentierende Konstanzer Wissenschaftlerin Birgit Schwelling, der Sympathieträger Cem Güler von der APO sowie der klare Worte sprechende Historiker Markus Wolter. Der Verlauf der Diskussion kann hier nicht mehr wiedergegeben werden – vielleicht wird das zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

In der Schlussrunde wurden verschiedene Vorschläge gesammelt, wie es nun in Radolfzell mit der Gedenkpolitik weitergehen soll: Es wurde das Verlegen von sog. Stolpersteine angesprochen nicht nur für Jüdinnen und Juden sondern auch für andere Verfolgte des NS-Regimes, wie eine vollkommen ausgelöschte Roma-Familie, erleichterter Zugang zu den Archiven angemahnt, Bildungsarbeit in Schulen (u.a. mit dem gezeigten Film) angeregt und Kopien des Buchs mit den Erinnerungen des ehemaligen KZ Häftlings Leo Oesterle in jeder Schulbibliothek gefordert, das Schreiben einer umfassenden neueren Geschichte der Stadt Radolfzell und das Verbessern und Ergänzen der bestehende Mahnmale versprochen. Nicht ganz klar wurde, wie mit dem weitläufigen Gelände des ehemaligen SS-Schiessstandes umgegangen werden sollte. Die Anregung von Erich Schütz auch Tourismus mit Gedenkkultur anzukurbeln klang etwas überflüssig; der Verweis von Cem Güler darauf, dass auch das Tourismusbüro in seinem Abriss zur Stadtgeschichte keinen blinden Fleck in der Zeit zwischen 1933 und 1945 mehr aufweisen darf, war richtig. In den Redebeiträgen aus dem Publikum fiel eine Bemerkung auf, die daran erinnerte, dass die sich vor der Renovierung in einem sehr heruntergekommenen Zustand befindliche SS-Kaserne über 10 Jahre lang für die mehr schlechte als rechte Unterbringung von AsylbewerberInnen hergehalten hatte.

Zusammenfassend war das ein sehr gelungener Abend, mit vielen neuen Informationen, angenehmer Diskussionsatmosphäre und viel symbolischer Rückendeckung für diejenigen, die sich eine andere, offene und nicht mehr flüsternde, eine auch mal deutlich die Opfer bzw. Täter benennende und unterscheidende Erinnerungskultur in Radolfzell wünschen.

Die Aufführung des Films soll am 29.4. wiederholt werden.

Podiumsdiskussion: Ausbildungsplätze in der Krise?

Die DGB Jugend Konstanz möchte zu folgender Veranstaltung einladen:

Ausbildungsplätze in der Krise?
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 19 Uhr
„Einblick“, Hofhalde 11, 78462 Konstanz

Nach Aussage der Kammern in der Region ist die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze bisher noch stabil. Allerdings liegen auch noch keine abschließenden Betrachtungen über die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge vor. Deswegen wird zu beobachten sein, wie viele Ausbildungsverträge jetzt im Herbst tatsächlich abgeschlossen und ob tatsächlich alle Ausbildungsplätze besetzt wurden.

Für 2010 wird ein deutlicher Rückgang erwartet. Außerdem steht zu befürchten, dass viele Auszubildende, die derzeit ihre
Ausbildung abschließen, angesichts der Krise nicht übernommen werden, entsprechendes wurde aus den Einzelgewerkschaften berichtet, auch die Arbeitsagenturen benennen dies als Ursache für die überdurchschnittlich ansteigenden Anteil der Jugendlichen an der Arbeitslosigkeit. Auf die Tatsache, dass im Jahr 2012 zwei Abiturjahrgänge (der letzte G9 und der erste G8) gleichzeitig auf den Ausbildungsmarkt drängen werden, scheint man bislang überhaupt noch nicht vorbereitet.

Wir freuen uns auf rege Teilnahme.