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Treffer in Datenbank „SS-Mannschaft KL Auschwitz“

Das polnische Institut für Nationales Gedenken und Prof. Aleksander Lasik von der Kasimir-der Große-Universität in Bydgoszcz haben eine Datenbank online gestellt, die 9686 Angehörige der Wachmannschaften des KZ Auschwitz verzeichnet. Ein Datensatz bezieht sich auf Emil Bruttel aus Moos.


Eintrag zu Emil Bruttel, Moos, in der Datenbank über Wachmannschaften des KZ Auschwitz

Was finden wir über Emil Bruttel?

Zusätzlich zu seinem Geburtsdatum, seinem Geburtsort, seinen Schulabschlüsse und seinem Beruf („Kaufmann/Buchhalter/Bankangestellte“) erfahren wir, dass er am 30.03.1933 in die NSDAP eingetreten ist (Partei-Mitgliedsnr.: 3461599). Bereits ein halbes Jahr später wurde er Mitglied der Allgemeinen SS (SS-Nr.: 251986) und diente dort in der 79. SS-Standarte. Für sechs Monate war er laut dem Datenbankeintrag auch ein Mitglied der SA. Bei der Waffen-SS, der er ebenfalls 1938 beitrat, bekleidete er im letzten Kriegsjahr den Rang eines SS-Oberscharführers.

Die polnische Datenbank basiert auf jahrzehntelangen Recherchen von Prof. Lasik, die erst mit schriftlichen Aufzeichnungen begonnen wurden und ab dem Jahr 1988 digital geführt wurden. Im Mai 2015 fiel die Entscheidung über die Bereitstellung der Datenbank auf den Webseiten des Instituts für Nationales Gedenken. Von etwa 10% der SS-Angehörigen des KZ Auschwitz existieren Fotos. Die Aufzeichnungen beziehen sich auch auf Wachmannschaften anderer Konzentrationslagern und umfassen insgesamt etwa 25.000 Personen. Diese Daten sollen nach und nach ebenfalls veröffentlicht werden.

Quelle: http://pamiec.pl/pa/form/r13270174,BRUTTEL.html

Vom Alltagsverstand zum Widerstand – Krise, Alltagsverstand, Klassenbewusstsein und Hegemonie bei Antonio Gramsci

Gramsci-Seminar mit Leo Mayer am Samstag, den 9.11.2013 von 13 – 17.30 Uhr in Moos

Am 27. April 2012 jährte sich zum 75. Mal der Todestag von Antonio Gramsci. Das gewachsene Interesse an diesem bedeutenden marxistischen Politiker und Theoretiker hängt mit dem originellen Beitrag Gramscis zum Marxismus und zur kommunistischen Politik seiner Zeit zusammen und mit den Herausforderungen für die marxistischen Kräfte, die Krise des heutigen Kapitalismus, die heutigen Widersprüche und Gefahren besser zu verstehen und zu bewältigen.

Natürlich dürfen wir dabei den historischen Rahmen, in dem Gramsci seine Überlegungen entwickelt hat, nicht aus dem Auge verlieren. Gramsci selbst sprach vom Historizismus der Philosophie der Praxis. Um aus seinen Gedanken Nutzen zu ziehen, müssen wir uns also bemühen, sie in die Gegenwart zu übersetzen.

Gramsci hat uns Grundgedanken einer Theorie des Kampfes für die gesellschaftliche Umgestaltung in Zeiten des “Stellungskrieges” im hochentwickelten Kapitalismus gegeben. Er gibt wichtige Anregungen für die “Herausbildung eines neuen Kollektivwillens” und fordert uns auf, zu “erforschen, wie sich genau die dauerhaften Kollektivwillen herausbilden, … wie entwickelt sich ihre organisierte und sie zu gesellschaftlichem Einfluss befähigende Kraft usw.” (A. Gramsci)

Ein weiterer Grund sich mit Gramsci zu beschäftigen, liegt im zeitgeschichtlichen Zusammenhang von Gramscis Werk mit der großen Krise in den 30er-Jahren, der die Niederlage der Arbeiterbewegung und der Demokratie sowie der Machtantritt des Faschismus bald folgte.

Referent ist Leo Mayer vom isw München: http://www.isw-muenchen.de/

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen

Kontakt: mannherz @ stb-mannherz.de

Moos: Einführung in „Das Kapital“ von Karl Marx und Kritik an Neoklassischen Wirtschaftstheorien

Zweiteiliges Seminar mit dem Referenten Hans-Peter Büttner am Samstag, den 22.6.2013 und am Samstag, den 6. Juli 2013, jeweils von 14.30 bis 17.30. Ort: Gewerbestr. 4b, 78234 Moos am Bodensee

Das Marxsche „Kapital“ ist ein sperriges und zugleich großartiges Werk, auf dessen detaillierte Ausarbeitung Karl Marx insgesamt fast 20 Jahre seines Lebens verwandte ohne es bis zu seinem Tod 1883 auch nur annähernd beenden zu können.

Seine Fragestellungen sind hierbei oftmals noch genialer als seine Antworten. Allen interessierten Teilnehmern wird ein Einblick gegeben in die Geschichte dieses unvergleichlichen Werks, in seine zentralen Themen und die über hundertjährige Debatte um „Das Kapital“.

Weil die im „Kapital“ geübte schonungslose Kritik der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft von jeder Generation wissbegieriger Menschen neu aufgenommen und angeeignet wird, regt dieses Buch immer neu zum Denken und Über-Denken an; nicht zu festen Dogmen, sondern zum Nachdenken über unsere gesellschaftliche Praxis und all jene Wissensformen, welche Menschen unmündig, unwürdig und in Elend halten. „Revolutionär“ ist das Marsche „Kapital“ weil es über das Denken hinaus eine andere Praxis nahelegt: den Kommunismus.

Das erste kleine Seminar wird ergänzt durch die Darstellung und Kritik des bürgerlich-kapitalistischen „Gegenentwurfs“ zum „Kapital“, die sog. neoklassische ökonomische Theorie.

Denn insbesondere noch in dieser Gegenüberstellung kann der Blick auf Marxens Einsichten geschärft werden.
Selbstverständlich können wir in der kurzen Zeit der beiden Treffen keine Fragen erschöpfend diskutieren, wohl aber voneinander lernen und Anregungen für unser aller weitere Arbeit am Thema mitnehmen.

Die beiden Teile können auch getrennt besucht werden.

Hans-Peter Büttner, Jg. 1968, studierte Sozialpädagogik in Bielefeld. Danach Arbeit in der Jugendhilfe und der Erwachsenenbildung. Referent des Katholischen Bildungszentrums Konstanz zu den Themen Kritik der Politischen Ökonomie und Wirtschaftswissenschaften. Diverse Veröffentlichungen zur ökonomischen Theorie.

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen