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NPD-Parteitag in Weinheim – Zensurversuch gegen Mobilisierungs-Webseite

Am kommenden Wochenende, den 21. und 22. November 2015, wird die NPD versuchen, ihren Bundesparteitag in der Stadthalle von Weinheim abzuhalten. Der Parteitag soll unter dem rassistischen Motto „Das Boot ist voll – Asylbetrüger abschieben!“ stattfinden. Schon jetzt wird von staatlicher Seite gegen diejenigen vorgegangen, die zu antifaschistischen Blockaden aufrufen.

Update 27.11.2015: Nach ihrem Einsatz beim Parteitag der NPD in Weinheim: Polizei steht weiter in der Kritik (beobachternews.de) und Wie ich gegen die NPD demonstrieren wollte – und stattdessen im Knast landete (fudder.de)

Update 22.11.2015: Berichte und Bildergalerien auf www.beobachternews.de und linksunten.indymedia.org

Update 21.11.2015: Live Ticker #blocknpd, #nonpdwhm

Wie von der neuen Mobi-Seite gegen den NPD-Bundesparteitag zu erfahren ist, hat die Staatsanwaltschaft bereits vor über einer Woche vom Politischen Provider „Blogsport“ verlangt, die bisherige Mobilisierungsseite aus dem Netz zu nehmen, was offensichtlich auch geschehen ist. Unter der bisherigen Adresse ist keine Webseite mehr anzutreffen. Ein Grund dafür war nicht erkennbar.

Der Provider Blogsport hostet übrigens auch LinksRhein. Das macht es nicht leichter, darüber zu berichten. Die Mobilisierung gegen den NPD-Bundespartei wird dadurch jedenfalls nicht verhindert, einerseits weil die Mobilisierungswebsite längst bei einem anderen Blogbetreiber untergekommen ist und dort fleissig weiter postet und anderseits, weil auf zu vielen verschiedenen Websites von Antifagruppen und alternativen Medien wie indymedia darüber berichtet wird.

Und die Gegen-Mobilisierung ist durchaus breit. Für Samstag, den 21. November 2015 ruft die Antifaschistische Initiative Heidelberg zur Demonstration „Gegen den NPD-Parteitag vorgehen! Rassismus und völkischem Nationalismus entgegentreten!“ auf. Auftakt ist ab 13 Uhr am Bahnhof Weinheim. Blockaden rund um die Stadthalle sind schon deutlich früher, ab Samstag 8 Uhr angekündigt. Die Initiative Nazifreies Weinheim hat sich zum Ziel gesetzt, den NPD-Bundesparteitag am 21. und 22. November 2015 nicht nur mit Protesten zu begleiten, sondern durch zivilen Ungehorsam zu verhindern. Darüberhinaus gibt es verschiedene Mahnwachen und Kundgebungen sowie ein „Guck hin! Aktionscamp“, das von „Weinheim gegen Rechts“ organisiert wird. Um bei all diesen Aktionen nicht den Ueberblick zu verlieren, ist diese Karte recht nuetzlich.

Busse aus dem Süden fahren aus Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen, Villingen-Schwenningen, Lörrach, Freiburg, Achern, Bühl und Rastatt Richtung Weinheim. Weitere AntifaschistInnen treffen sich zur gemeinsamen Anreise per Zug z.b. ab Mannheim oder Ludwigshafen. Und sicher werden auch grössere Gruppen aus Hessen (Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Fulda, Giessen, etc.) anreisen. Wer eine Uebernachtungsmoeglichkeit sucht, kann sich an eine Pennplatzboerse wenden.

Links

Solidarität mit blogsport

blogsport.de, der politische Provider, der tausende linke und emanzipatorische Blogs hostet, darunter auch LinksRhein, wird von einer Klage aus dem Umfeld der rechten und islamophoben „PRO NRW“-Partei bedroht.

Update 30.8.2014: Pro-NRW-Vize Hauer gegen Blogsport: Gericht teilt Kosten. Im Verfahren Hauer gegen Blogsport wog das Landgericht Essen die Persönlichkeitsrechte des Klägers mit dem Recht auf freie Presse ab und entschied, dass die Veröffentlichung des einen der zwei Fotos, um die es dabei ging, zulässig, die des anderen aber unstatthaft gewesen sei. Die Kosten des Rechtsstreits wurden gegeneinander aufgehoben, das heißt gleichmäßig auf beide Parteien verteilt.

Im Verfahren Hauer gegen Blogsport wog das Landgericht Essen die Persönlichkeitsrechte des Klägers mit dem Recht auf freie Presse ab und entschied, dass die Veröffentlichung des einen der zwei Fotos, um die es dabei ging, zulässig, die des anderen aber unstatthaft gewesen sei. Die Kosten des Rechtsstreits wurden gegeneinander aufgehoben, das heißt gleichmäßig auf beide Parteien verteilt.

Am 26.6.2014 veröffentlichte blogsport die Pressemitteilung, in der der Provider die Klage des PRO NRW-Landesvize und Gelsenkirchener Stadtverordneten Kevin Hauer gegen blogsport bekannt machte. Es geht konkret um Fotos, die Kevin Hauer zeigen, wie er ein Hitler-Portrait hochhält bzw. den Arm zum Hiltergruß hochreckt.

Blogsport war von einem Anwalt aus der rechten Szene hinsichtlich der Entfernung der Bilder abgemahnt worden. Ein Verhandlungstermin vor Gericht, der vor 14 Tagen hätte stattfinden sollen, wurde wieder abgesagt.

Inzwischen haben diverse antifaschistische und antirassistische Organisationen , die in den Klagen von Rechts einen Versuch sehen, linke und antifaschistische Strukturen anzugreifen, zur Unterstützung des Providers blogsport.de aufgerufen. Sie haben bei der Rote Hilfe e.V. Berlin ein Spendenkonto eingerichtet.

Spendenkonto:

Rote Hilfe e.V. Berlin
Stichwort: “Blogsport Soli”
IBAN: DE55 4306 0967 4007 2383 17
BIC: GENODEM1GLS
GLS-Bank

Links:

15 Jahre LinksRhein – und kein Ende in Sicht

LinksRhein be­steht als re­gio­na­les elek­tro­ni­sches Ar­chi­vie­rungs-​Pro­jekt seit etwa 1998. Das ist 15 Jahre her und Grund genug, etwas zurück zu blicken.

LinksRhein erblickte also das Licht der Welt bereits ein Jahr bevor Indymedia Deutschland gegründet wurde. Begonnen wurde mit einfachen technischen Mitteln: statische HTML-Seiten, aber die Ambitionen waren groß. Es wurde gescannt und layoutet, inhaltlich erschlossen und viel geschrieben. Der damalige politische Provider nadir bot das passende Umfeld und hostete die Inhalte. Später stellte man auf ein dynamisches Publishingsystem um, das bei dem ebenfalls poltischen Wissenschaftsladen Dortmund innerhalb des FREE!-Projekts lief. Es beschleunigte den Publikationsprozess und unterstützte so die mit viel Elan begonnenen Scan- und OCR-Projekte von untergegangenen Konstanzer Zeitschriften.

Auch der Kontakt zu Indymedia entwickelte sich. In den Anfangsjahren von LinksRhein wurde deren Prozess aufmerksam verfolgt und teilweise tatkräftig begleitet. Man half beim moderieren, initiierte ein Übersetzungsprojekt und übersetzte ausländische Nachrichten für deutsche Leser. So sympathisch die demokratischen Prozesse von Indymedia sind, so aufwändig und kraftraubend waren sie auch. LinksRhein beteiligte sich nicht weiter an diesem Prozess.

Einigen der über 100 Indymedia-Projekten weltweit geht es heute nicht mehr besonders gut. Manche haben aufgegeben, so wie Indymedia Austria, das Juni 2012 abgeschaltet wurde. Ähnlich erging es Indymedia Dänemark und London. Indymedia Deutschland, hat sich eine Deadline gesetzt, um zu entscheiden, ob sie weitermachen wollen und wenn ja, wie.

Es geht bei diesen Projekten um technische Probleme mit der Publikationsplattform sowie um den Mangeln an Moderatoren und Entwicklern. Solche Probleme hat LinksRhein nicht. Ein Analyseansatz argumentiert, dass es vor 10 Jahren für die meisten Leute noch zu anspruchsvoll war, eine entsprechende Publikationsplattform aufzubauen. Heute sei das anders: der Siegeszug der Open-Source Web Content Managementsysteme und günstige, werbefinanzierte Provider erlaubten es praktisch jeder poltischen Gruppe buchstäblich in Sekunden eine Webpräsenz in Betrieb zu nehmen. Und das würde das Indymedia-Konzept überflüssig machen. Was dann ja keine allzu schlechte Nachricht wäre.

Bei Indymedia Deutschland hat man sich entschieden, nun doch nicht zum 1. April 2013 abzuschalten. Man will auf eine andere Publikationsplattform migrieren, sich und die Moderationskriterien reorganisieren und erstmal weiter machen.

Jetzt kann sich LinksRhein natürlich nicht mit einem Indymedia-Projekt vergleichen. Indymedia-Dienste wie die Nachrichtenticker oder der Terminkalender von Indymedia linksunten sind dennoch fester Bestandteil des Webauftritts von LinksRhein.

Das Feierabendprojekt LinksRhein war seit vielen Jahren mehr oder weniger eine One-Man-Show, blieb dadurch aber auch entsprechend winzig. Sein großer Vorteil ist jedoch, dass es in seinem derzeitigen Modus praktisch unbegrenzt weitermachen könnte und kann. Zumindest so lange wie die Publikationsplattform mitspielt.

Und die spielt mit – erstaunlich gut sogar! Vor fünf Jahren war LinksRhein zum politischen Provider blogsport.de umgezogen. Das war eine gute Entscheidung. Immer mehr Webprojekte gesellten sich in den letzten Jahren hinzu – heute müssen es tausende Blogs sein, die bei blogsport.de betrieben werden. Auch bei Konstanzer Initiativen wählte man gerne für neue Webpräsenzen die Blogs von blogsport.de .

Die bei Blogsport eingesetzte Wordpress-Version hat sich in den letzten Jahren praktisch nicht verändert und ist dadurch ziemlich in die Jahre gekommen. Aber sie läuft wie geschmiert, blieb hinreichend performant und wird zumindest so gut gepflegt, dass sie Hackingangriffen standhält. Auch hier gibt es wieder den Vorteil, dass man sich auf die Inhalte konzentrieren kann, anstatt sich ständig in die neuesten Upgrades und deren Features einarbeiten zu müssen.

Bleibt zu hoffen, dass LinksRhein noch viele Jahre weiter besteht und noch zahlreiche Blogs in der Linken sprießen.

Links

10 Jahre LinksRhein

Das Projekt LinksRhein existiert seit 10 Jahren und beherbergt elektronische Inhalte, die bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreichen.

Snapshot des Webauftritts von LinksRhein am 28.3.2008

Bild: Snapshot des Webauftritts von LinksRhein am 28.3.2008
Link: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/linksrhein/

LinksRhein ist ein elektronisches Archiv, das Publikationen der Linken in der Region Konstanz aufbewahren möchte. Dazu gehören jeweils aktuelle Flugblätter, Veranstaltungsankündigungen und auch gedruckte Publikationen. Lokale Nachrichten können annonym im Open Posting veröffentlicht werden. Untergegangene Zeitschriften wurden digitalisiert, inhaltlich erschlossen und elektronisch mit Volltextsuche zur Verfügung gestellt. Know-How im Bereich Webpublikation wurde anderen Gruppen zur Verfügung gestellt und praktische Hilfe bei der Gründung von alternativen Websites gegeben.

Viele Ideen konnten in den letzten Jahren nicht oder nur teilweise umgesetzt werden, die Zahl der Beteiligten hielt sich in Grenzen und zuletzt spielte die veraltete Technik auch nicht mehr mit.

LinksRhein zieht nun um zu einem neuen politischen Provider: blogsport.de. Das Projekt lief Gefahr, von den zahllosen und rasant schleichend sich vermehrenden postings der Spam-Roboter überhäuft zu werden. Ein open-posting das seinen Namen verdient, war in den letzten Monaten nicht mehr gegeben.

Mit dem Umstieg auf den blogsport.de server wird die im Jahr 2001 eingeführte Technologie des Open Content Managementsystems Zope abgelöst durch eine Open Source Software für Web Content Management namens wordpress.

Blogsport.de bietet hunderten von ähnlichen Blogs vorwiegend aus dem linken Spektrum eine Bleibe. Das Erscheinungsbild und die Funktionalität entspricht dem, was NutzerInnen heutzutage von einer modernen Website erwarten dürfen. Und es ist beinahe sicher: die nächsten Technologiewechsel drohen, womöglich müssen sie in immer kürzeren Intervallen durchgeführt werden.

LinksRhein wird jedenfalls so schnell nicht aufgegeben. Es wird weiter Höhen und Tiefen erleben aber LinksRhein wird trotzallem weiter bestehen.