Tag-Archiv für 'lindau'

9.9., 14 Uhr: in Lindau gemeinsam der rechten Hetze entgegentreten:

Nach vielen kleineren Aktionen in verschiedenen Städten in der Region ruft die Kampagne: „Keine Stimme für Rassismus“ kurz vor den Bundestagswahlen zur gemeinsamen Bündnisdemo in Lindau am Bodensee auf.

Wir wenden uns nicht nur gegen Rassismus im Wahlkampf, sondern wollen auch mit Blick auf die Wahlen selbst und die Zeit nach der Wahl ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Rechtspopulismus setzen.

Für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung und Benachteiligung, in der ein gutes Leben für alle Menschen möglich ist!

Kein Platz für Rassismus und Rechtspopulismus, nicht im Wahlkampf und nicht in den Parlamenten!

Der vollständige Aufruf zur Kampagne findet sich hier:
https://initiativegegenrassismus.files.wordpress.com/2017/04/keine-stimme-fc3bcr-rassismus-aufruf.pdf

Neofaschismus in Griechenland. Der Aufstieg der neofaschistischen Partei „Goldene Morgenröte“ im Zuge der Krise

Vortrag und Diskussion mit Theodoros Votsos am Mittwoch, 10. September 2014, 19:30 Uhr, Kantine Konstanz (Neuwerk), Oberlohnstraße 3

Am folgenden Tag, Donnerstag, hält Theodoros Votsos seinen Vortrag auch im Club Vaudeville, Lindau.

Stark gekürzt aus der Konstanzer Ankündigung:

Eine der verheerendsten Folgeerscheinungen der seit 2009 anhaltenden ökonomischen sozialen und politischen Krise in Griechenland ist zweifellos der Einzug der offen faschistischen Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) in das griechische Parlament. Theodoros Votsos analysiert der Aufstieg der Goldenen Morgenröte hinsichtlich der Wechselwirkungen mit den verschiedensten Aspekten der griechischen Krise. Der Vortrag zeigt aber auch Elemente einer konstanten Verankerung rechtsextremer bzw. nazistischer Einstellungen und Praktiken in Politik, Wirtschaft, Staat und Kirche. Daneben wird es auch um eine Verortung der Goldenen Morgenröte auf der Landkarte der europäischen neuen Rechten gehen und Einblicke in den gesellschaftlich breiten antifaschistischen Widerstand geben.

Veranstalter: esPRESSo, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz

Antifaschistische Kundgebung Lindau aus Anlass des 80. Jahrestages der Machtübergabe an Adolf Hitler 1933

„Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dieses erwuchs.“

Am 30. Januar 2013 jährt sich zum achtzigsten Mal, dass Reichspräsident von Hindenburg auf Drängen aus Kreisen der Hochfinanz des Militärs sowie der chemischen und Schwerindustrie Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Das Grauen, der Staatsterror und die Zerstörungen in bisher ungekanntem Ausmaß nahmen damit ihren Anfang.

Vor rund einem Jahr wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die neofaschistische Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund NSU“ in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zehn rassistisch begründete Morde an
ausländischen Mitbürgern und einer Polizistin begangen haben, davon fünf in Bayern. Hinzu kamen zwei Sprengstoffanschläge mit über 20 Verletzten. In der neofaschistischen Gruppierung „Thüringer Heimatschutz THS“, aus welcher heraus der terroristische NSU entstand, standen 40 Mitglieder im Sold deutscher Nachrichtendienste. Immer mehr Verwicklungen zwischen dem NSU, dem THS, staatlichen Verfassungsschutzmitarbeitern und Geheimdienstmitarbeitern wurden zwischenzeitlich bekannt. Dieser Skandal muss durch lückenlose Aufklärung und die Auflösung dieser Dienste beantwortet werden.

Die Bundeswehr ist inzwischen an 11 Kriegen und kriegerischen Konflikten auf der Welt in Form von Auslandseinsätzen beteiligt. Dies hat mit ihrem Verteidigungsauftrag zum Schutz der Bundesrepublik Deutschland nichts mehr zu tun. Eine Verdrehung dieses grundgesetzlichen Verteidigungsauftrages hin zur militärischen Einmischung rund um den Globus hat nichts mehr mit dem ethischen Erbe aus den Schrecken und Verbrechen des NS-Faschismus zwischen 1933 und 1945 zu tun, wie es noch bei der Gründung der Bundesrepublik Konsens war. Eine glaubwürdige deutsche Außenpolitik kann nur durch eine strikte zivile Orientierung auf einen fairen Interessenausgleich in Konfliktsituationen entstehen, nicht durch Militäreinsätze.

Die Bodenseeregion wurde in den vergangenen fünfzig Jahren schrittweise zu einem süddeutschen Rüstungszentrum umgestaltet. Tausende von Arbeitsplätzen wurden dabei an die Entwicklung und Produktion von Militärgütern gebunden. Dies erinnert dramatisch an die Bodenseerüstungsbetriebe zur Zeit der NS-Herrschaft. Dies darf nicht so bleiben und muss umgehend durch eine Umorientierung auf rein zivile Technologien zur Bewältigung der ökologischen Energiewende und zum umfassenden Aufbau eines weniger zerstörerischen Verkehrswesens geändert werden.

Kundgebung am 30. Januar 2013 um 18.00 Uhr am
ehemaligen Gestapo-Haus, Linggstraße 3, Lindau-Insel.

Es spricht Heinz Siefritz, Mitglied des Bundesvorstandes der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB im
Bodenseekreis.

Veranstalter: Bunte Liste Lindau

Systemfehler Verfassungsschutz

Vortrag von Friedrich Burschel am 8. März 2012 in Lindau (Club Vaudeville)

Der Vortrag von Friedrich Burschel setzt sich höchst kritisch mit der zweifelhaften Rolle des Verfassungsschutzes in Deutschland auseinander und regt an, sich über wirksame Gegenstrategien Gedanken zu machen.

Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/ Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin. Als freier Journalist war er selbst als „Linksextremist“ von rechtswidriger Überwachung und Diskriminierung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz betroffen. Er ist Autor und Herausgeber des Buches „Stadt-Land-Rechts. Brauner Alltag in der deutschen Provinz“.

Club Vaudeville, Lindau
Datum: 8.3.2012, Einlass: 19.30 / Beginn: 20.00
Eintritt frei / Spenden erwünscht

http://www.vaudeville.de/

Schulden-, System- oder Demokratiekrise?

Vortrag von Bernhard Thomas (Attac) am Donnerstag, 12. Januar 2012, in Lindau

Ein Blick auf die ökonomische Krise abseits der Erklärungen von Bankvertretern und Regierung. Kennen Sie sich noch aus? Eurobonds, EFSM, Banklizenz, Ratings und Inflationsgefahr! Geht es nur um Schulden, steckt die Ökonomie in einer Systemkrise oder stehen wir vor dem Staatsstreich durch Banken und Investoren? Der Abend soll nach einem kurzen Input über den Werdegang der Krise, die systemischen Ursachen und die Forderungen von ATTAC aus breiter Diskussion bestehen mit dem Ziel, dass wir uns untereinander mehr Klarheit über die aktuellen Vorgänge verschaffen.

Referent:
Bernhard Thomas, Aktivist bei ATTAC München beschäftigt sich seit Jahren mit den Systemfehlern der Ökonomie.

Einlass: 19.30 / Beginn: 20.00

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Quelle: linksunten.indymedia.org

15.01.11: Back To Politics Fest in Lindau

Am 15.01.2011 findet in Lindau im Club Vaudeville zum erstenmal das Back To Politics Fest statt. Der Abend dient als Statement für ein starkes, linkes und antifaschistisches Selbstverständnis in der Szene.

Es spielen 4 regionale Bands

  • I not dance, Pessimistic Lines
  • Insert Cool Name
  • No sense of decency

Vorab findet der Vortrag

„Reaktionäre Rebell_innen? National Socialist Hardcore“

statt.

Einnahmen sollen den Antifa-Strukturen sowie dem finanziell schwachen Club Vaudeville zugute gehen.

http://www.backtopolitics.tk/

Anti-G8 Demo letzten Samstag in Lindau


Bild: indymedia

Am letzten Samstag, den 5. Juli 2008, fand in Lindau eine Demonstration statt, parallel zu den Protesten gegen den G8-Gipfel in Japan. Laut indymedia beteiligten sich ca. 60 Personen. Nachfolgend wird das auf der Demo verteilte Flugblatt dokumentiert.

Lindau Stuttgart


Das Recht, dagegen zu sein

Die Geschichte der G8-Treffen ist auch die Geschichte des Widerstands und seiner Unterdrückung. Die Selbstinszenierung der wichtigsten MachthaberInnen des Planeten als Wohltäter der Menschheit duldet keine kritischen Töne.

Bereits im Vorfeld des G8-Gipfels wurden in Japan Gewerkschaftsbüros durchsucht und über 40 Personen aus dem gewerkschaftlichen und linksradikalen Spektrum festgenommen. Die Polizei kann sie 23 Tage lang ohne Haftprüfung festhalten, d. h. ohne sich dafür in irgendeiner Weise rechtfertigen zu müssen! Lediglich in einem Fall kam es nach internationalen Protesten zur Freilassung, die anderen sollen offensichtlich aus dem Verkehr gezogen werden, bis der Gipfel vorbei ist. So hofft die Regierung offensichtlich, den Widerstand unterbinden zu können. Zudem werden Proteste propagandistisch mit Terrorismus gleichgesetzt.

Auch ausländische AktivistInnen, die zum Gipfel reisen, sind von der Repression betroffen. Bereits im März wurde einem deutschen Historiker die Einreise verweigert; er hing wochenlang zwischen Japan und Russland fest. Menschen, die Ende Juni / Anfang Juli nach Japan wollten, berichten von Durchsuchungen, Verhören und Einreiseprozeduren von bis zu 12 Stunden Dauer. Verweigert wurde die Einreise beispielsweise dem italienischen Philosophen Antonio Negri und koreanischen GewerkschafterInnen; Journalisten aus Hongkong und ein US-Sozialwissenschaftler wurden am Flughafen verhaftet. Auch vom Korrespondenten von at.indymedia.org ist seit Tagen nichts mehr zu lesen, was zu Befürchtungen Anlass gibt.

Das BKA ist fleißig mit dabei: Es hat die japanischen Behörden über die Gruppen und Netzwerke des G8-Widerstands 2007 ausführlich informiert und sogar in Berlin japanische Polizisten geschult. Beim G8 2007 hatte die Polizei einen umfangreichen Datenbestand mit Fotos und Fingerabdrücken aufgebaut, in dem vermutlich alle 1.800 Festgenommenen gespeichert sind. Obwohl letztlich nur wenige rechtskräftig verurteilt wurden, werden diese Daten nicht gelöscht. Wieviel von diesen Daten nach Japan übermittelt wurde, ist unklar; BKA-Präsident Ziercke hat jedenfalls zugesagt, „alle erforderlichen Daten“ weiterzugeben. So schützt der deutsche Staat seine BürgerInnen…

Aber warum sollte es in Japan anders laufen als letztes Jahr in Deutschland? Auch hier wurde vor dem Gipfel 2007 das ganze Frühjahr hindurch der Widerstand gegen die G8 kriminalisiert, mit (nachträglich für rechtswidrig erklärten) Großrazzien, dem Missbrauch von Anti-Terror-Gesetzen, um der Polizei ansonsten verbotene Methoden im Kampf gegen friedliche Proteste zu erlauben und selbst der Repression gegen Proteste gegen die Repression. Erst kürzlich wurde in Karlsruhe der Anmelder der bundesweiten Anti-Repressions-Demo wegen angeblicher Auflagenverstöße verurteilt! Viele Aktionen in und um Rostock wurden verboten, und die genehmigten waren mit unglaublichen Schikanen konfrontiert.

Weitere Beispiele sind der brutale Polizeieinsatz beim G8 2001 in Genua oder der berühmte „Münchner Kessel“ 1992 (als die G8 noch die G7 waren), wo fast 500 Menschen, darunter auch zahlreiche Unbeteiligte (wie einkaufende Omas oder der Sportreporter der Bild-Zeitung) stundenlang festgehalten wurden. In Genua wurde am 20. Juli 2001 Carlo Giuliani erschossen, und es gab brutale Polizeiübergriffe auf friedliche DemonstrantInnen. Beim Überfall auf die Diaz-Schule, die den DemonstrantInnen von der Stadt als Quartier zur Verfügung gestellt worden war, wurden schlafende Menschen verprügelt und mussten teilweise noch in ihren Schlafsäcken ins Krankenhaus eingeliefert werden. Hunderte wurden in der Polizeikaserne Bolzaneto tagelang gefoltert. Es hat Jahre gedauert, um wenigstens einige der Verantwortlichen vor Gericht zu bringen; das Urteil wird für Ende Juli erwartet. Möglicherweise wird das Verfahren aber auch durch das Moratoriums-Gesetz, mit dem sich Silvio Berlusconi in seinem Korruptionsverfahren über die Verjährungsgrenze retten möchte, noch zum Platzen gebracht, da dieses Gesetz alle Straftaten betrifft, die vor Mitte 2002 begangen wurden.

Dass aber Unterdrückung die einzige Antwort ist, die den Mächtigen auf die Kritik der Protestierenden einfällt, zeigt, wie berechtigt diese Kritik ist. Und wie in Heiligendamm, wo Tausende trotz Demonstrationsverbot den Gipfel blockierten, haben auch in Japan Demonstrationen, Gegenkonferenzen und Protestcamps begonnen. Der Widerstand findet statt, ob er nun von der Obrigkeit geduldet wird oder nicht. Denn der Kaiser ist nackt — die Lösungen der G8 für Armut und Hunger, Klimawandel und Umweltzerstörung, Krieg und Terror taugen nichts. Darum werden sich immer und überall Menschen, die das merken, zusammenfinden und für tatsächliche, andere Lösungen kämpfen — für eine bessere Welt, ohne G8!

[Der erwähnte Korrespondent scheint übrigens auf freiem Fuß zu sein, das Feature auf https://at.indymedia.org/node/10656 wurde am Montag, 7.7., endlich aktualisiert. Halt die Ohren steif und pass auf Dich auf!]

Quelle: http://de.indymedia.org/2008/07/221628.shtml