Archiv Seite 25

Soziale Proteste in Israel

Vortrag von Hanno Pöppel am 8. April 2013 in der vhs Konstanz

Im Sommer 2011 haben ca. 2 Millionen Israelis eine gerechtere Gesellschaftsordnung gefordert. Es waren dies die größten Sozialproteste in der Geschichte Israels. Waren die Proteste nur ein kurzes Strohfeuer allgemeinen dumpfen Unmuts oder geht es um eine Identitätskrise? Israel hat innerhalb weniger Jahre den Umbruch vollzogen von kollektiver Verfasstheit hin zu einem Lebensentwurf, der individualistisch, hedonistisch und wirtschaftsliberal geprägt ist.

Hanno Pöppel, stud. phil., freier Autor, ist immer wieder in Israel und war bei den Protesten dabei.

vhs, Astoria-Saal – 20.00 bis 21.30 Uhr
Katzgasse 7, Konstanz
Eintritt frei

Eine gemeinsame Veranstaltung von vhs Konstanz-Singen e.V., Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V.

Von Richard Wagner zu Adolf Hitler

Vortrag von Hannes Heer über antisemitische Ideologie und Praxis bei den Bayreuther Festspielen von 1876 bis 1945.

Es gehört zum Allgemeinwissen, dass Richard Wagner Judenfeind war und dass die Bayreuther Festspiele in der Nazizeit zu einer Art Hochaltar Hitlers wurden. Aber erst jetzt hat der deutsche Historiker Hannes Heer sich mit seinem Team durch Archive gewühlt, alte Briefe und Besetzungslisten studiert. Was er fand, war eine Mischung aus Judenhass und Rassenideologie, lange schon bevor die NSDAP in Deutschland mehrheitsfähig war.

Veranstaltungsort: vhs, Astoria-Saal
Termin Mi. 13.03.2013
Uhrzeit 19:30 – 21:00

Veranstalter: vhs + Universität Konstanz + Friedensinitiative Konstanz

Programm zum Internationalen Frauentag 2013 in Konstanz

Zum Internationalen Frauentag am 8.3.2013 veranstalten 20 Konstanzer Frauenorganisation zusammen mit der städtischen Chancengleichheitsstelle ein umfangreiches Programm mit Ausstellung, Vorträgen, Frauenfrühstück, Literaturmatinee, Internet-Cafe, Telefonaktion, Filmen und einem Konzert.

Das Programm:

Freitag, 22. bis Donnerstag, 28. Februar

09:00 bis 17:00 Uhr (Mo.– Fr.)
Wanderausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“

Die HTWG zeigt eine Ausstellung zum historischen Wandel im Berufsfeld der Hochschulsekretärinnen. Sie vermittelt einen geschichtlichen Überblick, wie aus der ehemaligen Schreibkraft eine Expertin des Hochschulapparates wurde. Die Wanderausstellung beleuchtet Arbeitsanforderungen und Qualifikationen und geht auf die Wertschätzung und Bezahlung sowie die Perspektiven und Visionen ein.

Wo? HTWG Konstanz Bibliothek, Brauneggerstr. 55
Wer? Stabsstelle Gleichstellung und Diversity

Donnerstag, 7. März, 09:00 – 15:00 Uhr

Telefonaktion „Frauen haben‘s drauf“

Für Frauen, die nach der Familienphase wieder arbeiten möchten, werden Fragen zu den Themen Wiedereinstieg, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Teilzeit und Teilzeitausbildung telefonisch beantwortet. Die Aktion läuft in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Wo? ? 01801 / 555 111, Kennwort „Frauenaktionstag“
Wer? Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit

Donnerstag, 7. März, 18:30 Uhr

Film „Festung“

Aus der Perspektive der 13-jährigen Johanna thematisiert der Film das Problem der Häuslichen Gewalt. Ungeschminkt zeigt er die weibliche Ohnmacht gegenüber der männlichen Bedrohung. Die Angst einer Familie, nichts nach außen dringen zu lassen. Aber auch den Mut und die erste Liebe, die Johanna die Kraft geben, aus der „Festung“ auszubrechen. Der Film (D 2011, 87 min.) der finnischen Regisseurin Kirsi Liimatainen erhielt das Prädikat „wertvoll“.

Wo? Scala Kino, Marktstätte
Wer? Scala Kino und TERRE DES FEMMES
Eintritt: € 5,50/6,50

Freitag, 8. März ab 10:00 Uhr

Willkommen zum Internationalen Frauenfrühstück!

Zum Brunchen in anregender Atmosphäre, die zu Austausch und Gesprächen einlädt, sind alle Frauen herzlich in den Treffpunkt Petershausen eingeladen. Die Frauen der Moscheegemeinde und der Afghanischen Frauengruppe sorgen für ein leckeres Büffet zum Selbstkostenpreis. Kinder zwischen vier und sechs Jahren sind in der Kinderbetreuung willkommen.

Wo? Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1
Wer? Treffpunkt Petershausen, Afghanische Frauengruppe, Moscheegemeinde

Freitag, 8. März ab 10.00 Uhr

Internet-Café

Unser Internet-Café lädt an diesem Tag Frauen, die bislang noch wenig Erfahrung mit dem PC haben, zum Schnuppern unter fachkundiger Anleitung ein. Trauen Sie sich!

Wo und wer? Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1

Freitag, 8. März, 10:00 – 13:00 Uhr

Literaturmatinee mit Apéro

Das Referat für Gleichstellung und Familienförderung der Universität Konstanz veranstaltet am 8. März in Y311 eine Literaturmatinee mit Apéro für Frauen aus Verwaltung und Wissenschaft. Von 10-13 Uhr lesen Ulrike Sprenger und Claudia Rapp ausgewählte Texte. Studentinnen und externe Gäste sind willkommen! Anmeldung bis 27.02.13 bei anne.emmert@uni-konstanz.de

Wo? Universität Konstanz, Raum Y311
Wer? Referat für Gleichstellung und Familienförderung

Sonntag, 10. März, 10:00 Uhr

Brunch zum 8. März

Wo? belladonna, Oberlohnstr. 3 (Neuwerk)
Wer? Frauen & Kultur e.V.

Sonntag, 10. März, 12:00 Uhr

Lesung „Euer Schweigen schützt Euch nicht“

Zum 20sten Todestag der Schwarzen, lesbischen Poetin und feministischen Autorin Audre Lorde erschien das Buch (Orlanda Verlag 2012) von Peggy Piesche zur Geschichte der Schwarzen Frauenbewegung in Deutschland. Es enthält bisher unveröffentlichte Texte von Audre Lorde. Anlässlich des Internationalen Frauentages stellt das belladonna Texte dieser einflussreichen Kämpferin für die Rechte Schwarzer Frauen vor.

Wo? belladonna, Oberlohnstr. 3 (Neuwerk)
Wer? Frauen & Kultur e.V.

Montag, 11. März, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion: „Mehr Frauen in Politik, Verwaltung und Wissenschaft!“

Baden-Württemberg hat ein Demokratieproblem: Es ist deutschlandweit Schlusslicht in der Vertretung von Frauen in Gemeinderäten und Landkreistagen. Die von Grün-Rot vereinbarte Regelung zur Stärkung von Frauen bei Kommunalwahlen ist ein erster Schritt, um den Frauenanteil zu steigern. Auch in Verwaltung und Wissenschaft besteht Aufholbedarf. Wir beleuchten und diskutieren Fördermöglichkeiten und Reformen mit Landtags-Vizepräsidentin Brigitte Lösch (Bündnis 90 / Die Grünen), Christa Albrecht (Chancengleichheitsstelle der Stadt Konstanz) und einer Vertreterin des Gleichstellungsrates der Universität Konstanz (N.N.)

Wo? Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1
Wer? BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband

Dienstag, 12. März, 15:00 Uhr

Vortrag „Als Frau im islamischen Land Iran“

Mit Geschichten und Bildern verdeutlicht Solale Schirasi die aktuelle Situation der Frauen im Iran. Trotz der Repressalien der islamischen Regierung gaben die Frauen ihren Widerstand nicht auf und entwickelten vielfältige Aktionsformen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Wo? Evang. Petrusgemeindezentrum,
Wollmatinger Straße 58
Wer? Seniorenkreis der Petrus- und Paulusgemeinde

Donnerstag, 14. März, 18:00 Uhr

Vortrag „Der Migrationsprozess: Krisen und Chancen“

Die Psychologin Dr. Maria Isabel Fontao informiert über Migrations- und Integrationsprozesse, damit verbundene Schwierigkeiten und mögliche Lösungswege aus psychologischer Sicht. Vortragssprache Spanisch!

Wo? Sprachendienst Konstanz, Wallgutstr. 3
Wer? Latinas del Lago e.V.

Freitag, 15. März, 20:00 Uhr

Konzert „In der Bar zum Krokodil“

Das Bild der Frau im frühen Schlager In den „Goldenen Zwanziger Jahren“ erschuf der junge Schlager das Bild einer „neuen Frau“, deren kühne und kühle Eleganz Furore machte. Unter diesem Motto bringen die Tübinger Saloniker und Katharina Zerres bekannte und unbekannte Schlager zu Gehör, garniert mit Evergreens der Kaffeehaus-Musik. Das Konzert wird moderiert mit Anekdoten und Geschichten, die den jeweiligen kulturgeschichtlichen Hintergrund der einzelnen Stücke beleuchten.

Wo? K9, Obere Laube 71
Wer? K9 in Kooperation mit TERRE DES FEMMES
Eintritt: AK € 14/12/10, VVK € 12/10/8

Donnerstag, 21. März, 18:00 Uhr

Vortrag „Die Rechte der Frauen in Deutschland“

Rechtsanwältin Carol Sanabria befasst sich in ihrem Vortrag mit den gesetzlichen Rechten der Frauen in Deutschland. Vortragssprache Spanisch!

Wo? Sprachendienst Konstanz, Wallgutstr. 3
Wer? Latinas del Lago e.V.

Donnerstag, 21. März, 20:00 Uhr

Film „LILJA 4-EVER“

Ein Film (S 2002, 109 min.) über das Verlangen, woanders zu sein, alles zurückzulassen, darüber, allein gelassen zu werden, über reiche Leute, die glauben, dass man alles kaufen kann, über arme Leute, die dazu gezwungen sind, ihren ganzen Besitz zu verkaufen (außer ihrem Herzen), über Dinge, die weit entfernt und über Dinge, die auf der Straße, in der wir leben, passieren.

Wo? K9, Obere Laube 71
Wer? K9 in Kooperation mit TERRE DES FEMMES
Eintritt: € 4/3

VeranstalterInnen:

Afghanische Frauengruppe
Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband
Integrationsbeauftragte
Deutscher Juristinnenbund Regionalgruppe Bodensee
DGB-Frauen
Frauen und Kultur e.V.
K9 – Kommunales Kunst- und Kulturzentrum
Latinas del Lago e.V.
Moscheegemeinde
pro familia
Referat für Gleichstellung und Familienförderung der Universität
Scala Kino
Seniorenkreis der Petrus- und Paulusgemeinde
Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
Stabsstelle Gleichstellung und Diversity der HTWG
TERRE DES FEMMES
Treffpunkt Petershausen
ver.di Frauen
– und die Chancengleichheitsstelle

Quelle: Flyer zum Internationalen Frauentag 2013 in Konstanz

Frauenräume subito! Frauendemo in Zürich

Am Samstag, den 9. März 2013, organisiert das Frauenbündnis 8. März in Zürich die Frauendemo zum diesjährigen internationalen Frauenkampftag unter dem Motto „Frauenräume subito! Die Frauendemo beginnt um 13:30 Uhr auf dem Hechtplatz in Zürich.

Das 8. März Frauenbündnis Zürich ist ein revolutionäres Bündnis aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelfrauen. Als Kommunistinnen, Feministinnen, Autonome und Anarchistinnen setzen sie sich inhaltlich mit verschiedensten Themen rund um den Frauenkampf auseinander und organisieren seit rund 25 Jahren jedes Jahr eine Demo zum internationalen Frauenkampftag.

https://www.facebook.com/8.MaerzZH/info

8. März 2013: Sondersendetag im Radio LoRa, Zürich

Wie jedes Jahr nehmen sich LoRafrauen am 8. März den ganzen Äther und gestalteten auf 97,5 Mhz ein vielfältiges Frauenprogramm. In ein paar Tagen könnt ihr unter http://lora.ch das genaue Programm nachlesen.

Ab 12 Uhr warteten Cüpli und Kuchen auf alle Frauen im LoRa. Männer blieben draussen, uns gehört das LoRa am 8. März alleine. Alle Hörerinnen, LoRa-Ehemalige und Sendungsmacherinnen sind herzlich eingeladen, zuzuhören, vorbeizukommen und mitzumachen!

http://lora.ch

Muss Radio Wellenbrecher aufgeben?

Zufallsfund im Schweizerischen Sozialarchiv: Ein Artikel über den Piratensender der 80er Jahre, Radio Wellenbrecher

Der Historiker Robert Heinze hat eine kleine Perle ausgegraben: einen Artikel über den Piratensender „Radio Wellenbrecher“, der zu Beginn der 80er Jahre jeden Freitag Abend im Raum Konstanz – Singen auf Sendung ging.

Der Artikel stammt von Alfred Georg Frei, dem späteren Kulturamtsleiter der Stadt Singen, und erschien am 26.1.1982 im schweizer Tagesanzeiger. Man spürt zwischen den sachlich geschriebenen Zeilen durchaus seine Sympathie für den kriminalisierten Sender.

Das neue Rundfunkgesetz für Baden-Württemberg, von dem im Artikel die Rede ist, wurde Wirklichkeit und ließ in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre erstmalig nichtkommerziellen Lokalfunk zu. Es ermöglichte Piratenradios wie Radio Dreyeckland in Freiburg die Legalisierung und finanzielle Unterstützung durch den Staat. Auf diese Weise entstanden in Baden-Württemberg neun Freie Radios, die sich in der Assoziation Freier Gesellschaftsfunk (AFF) zusammenschlossen.

In Konstanz wurde 20 Jahre später ebenfalls versucht, ein Freies Radio auf dieser Basis zu gründen. Die Gründer wählten bewusst den Namen des früheren Radios „Wellenbrecher“, versuchten aber nicht den Eindruck zu erwecken, in die Fußstapfen des ehemaligen Piratenradios treten zu wollen. Das angestebte Konzept eines Freien Radios unterschied sich deutlich von dem eines Piratensenders und auch die Aktivisten waren eine andere Generation.

Obwohl das Radio Wellenbrecher der Jahre 2004 bis 2007 zweimal auf Sendung ging, gelang es nicht, eine dauerhafte Frequenz zu erkämpfen. Die nach wie vor konservativen Strukturen in der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) ließen das schlicht nicht zu. Ende 2011 löste sich der Verein „Initiative für ein Freies Radio in Konstanz – Radio Wellenbrecher“ schließlich auf.

Die Aktivisten mussten also aufgeben. Einige von ihnen orientierten sich in die Schweiz, wo das traditionsreiche Lokalradio von Zürich, LoRa, sendet. Leider kann dieses Radio in Konstanz nicht empfangen werden.

Noch heute wird ein Überrest seiner Infrastruktur, der sog. „Radioraum“ im Konstanzer DGB-Haus, von sozialen Bewegungen genutzt.

Links:

Petition für das Bleiberecht von Zahid H.

Das Aktionsbündnis Abschiebestopp Konstanz versucht mit einer Petition das Bleiberecht für den Rom Zahid H. zu errreichen. Die Petition richtet sich an den MdL Sigfried Lehmann (Die Grünen) und den Konstanzer OB Burchardt (CDU).

Seit drei Tagen werden Unterschriften für ein Bleiberecht von Zahid H. gesammelt. Allein bei der Online-Petition sind schon über 700 Unterschriften eingegangen und jede Minute werden es mehr.

Der Petitionstext

Zahid, ein 29 jähriger Roma aus Konstanz, ist akut von Abschiebung bedroht — kurz vor Beginn seiner Ausbildung zum Mediengestalter. Dies wollen wir durch eine Unterschriftensammlung verhindern.

Zahid H. kam 1991 erstmals im Alter von acht Jahren mit seinen Eltern als Kriegsflüchtling von Serbien nach Deutschland und wuchs in Freiburg auf. Nach sieben Jahren, als Zahid 14 Jahre alt und in Freiburg bereits völlig integriert war, wurde die Familie in einer Nacht- und Nebelaktion nach Serbien abgeschoben. Zahid verlor damit auf einen Schlag sein gewohntes Umfeld, Freundschaften, Schule, die Theatergruppe, den Fußballverein und die Hoffnung auf ein normales Leben.

Die Situation der Roma in Serbien hat sich nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens dramatisch verschlechtert. Diskriminierung, Vertreibung, Verfolgung, Hass und Gewalt schlagen Roma in Serbien täglich entgegen, wie auch die serbische Gleichstellungsbeauftragte Nevena Petrusic in einer Mitteilung vom 10. April 2012 bestätigte. Solche Übergriffe hat auch Zahid am eigenen Leib erfahren müssen: Er wurde von einer rassistischen Bande dauerhaft bedroht und auch von der Polizei, bei der er um Schutz bat, misshandelt und gedemütigt. Aus Angst um sein Leben floh er 2010 zurück nach Deutschland und bat um Asyl.

Laut UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stellt rassistische Diskriminierung eine der deutlichsten Menschenrechtsverletzungen dar und muss durchaus als Fluchtgrund bewertet werden. Das oberste Asylgericht in Frankreich hat im November 2011 entschieden, dass die Lebensverhältnisse der Roma in Serbien menschenunwürdig sind und ihnen deshalb ein Schutzstatus gewährt werden muss.

Zahids Asylantrag wurde jedoch aus pauschalen Gründen abgelehnt, da die deutschen Asylbehörden die existentielle Bedrohung der Roma in Serbien nicht anerkennen. Seit September 2012 ist Zahid in Deutschland nur noch geduldet und muss jederzeit wieder mit seiner Abschiebung rechnen.

Begründung: Für Zahid gibt es noch eine andere Perspektive:

Viele Menschen in Konstanz schätzen Zahid als hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen und möchten ihn gerne unterstützen. Zahid engagiert sich in Konstanz als ehrenamtlicher Sprachmittler für andere Flüchtlinge und bei Konstanzer Behörden. Er hat Freunde am Theater Konstanz, wo er als Statist gefragt ist und auch schon als Rollenberater tätig war. Trotz seiner unsicheren und schwierigen Lebenssituation besucht Zahid eine Schule und strebt den Hauptschulabschluss an. Im Sommer 2013 könnte Zahid bei einem Konstanzer Medienverlag mit einer Ausbildung zum Mediengestalter beginnen. Zahid wünscht sich ein normales Leben und möchte seine schlimme Vergangenheit hinter sich lassen. Zwei kleinere Delikte, die ihm angelastet wurden, bedauert er aufrichtig.

Wir möchten ermöglichen, dass Zahids Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben für ihn Wirklichkeit wird. Bitte unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Unterschrift.

Online-Petition Bleiberecht für Zahid!

http://abschiebestoppkn.blogsport.de/

Was für eine Krise?

Vortrag von Georg Fülberth am 8.3.2013 um 18 Uhr im DGB-Haus in Konstanz

Was für eine Krise? Staatsschuldenkrise, Bankenkrise, EURO-Krise. Darüber – und wie diese Formen der Krise in die Krisen des Kapitalismus einzuordnen sind – spricht Prof. Dr. Georg Fülberth Politikwissenschaftler am

Freitag, den 08.03.2013 um 18.00 Uhr
im Sitzungszimmer 2. OG DGB-Haus Konstanz, Beyerlestr. 1.

Aber auch über Möglichkeiten und Maßnahmen, was man aus linker Sicht tun kann, wollen wir diskutieren.

Prof. Dr. Georg Fülberth geb. 1939 in Darmstadt; studierte Germanistik, Geschichte und politische Wissenschaften; von 1972 bis 2004 Prof. für Politikwissenschaften an der Universität Marburg.

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen. Unterstützt von Die Linke Kreisvereinigung Konstanz und DKP Bodensee-Hochrhein

Verboten – Verfolgt – Vergessen

Ein Film von Daniel Burkholz über die Verfolgung der politischen Opposition in der Adenauerzeit

Bereits kurz nach Ende des 2. Weltkriegs begann der Kalte Krieg. Vor diesem Hintergrund plante die Bundesregierung unter Kanzler Adenauer schon 1950 den Aufbau einer Armee. Gegen dieses Vorhaben gab es in der Bevölkerung große Proteste.

Die Regierung Adenauer reagierte schnell. Innerhalb weniger Wochen wurde ein politisches Strafrecht eingeführt, das seine Wurzeln im Strafrecht der Nazizeit hatte. Alle BürgerInnen, die gegen die Wiederbewaffnung oder für die Wiedervereinigung waren, galten nun als StaatsfeindInnen.

Ungefähr 200.000 Menschen wurden politisch verfolgt – häufig von Polizisten, Staatsanwälten oder Richtern, die ihr Handwerk noch in der Nazizeit gelernt hatten – und ca. 10.000 von ihnen zu teils langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Oftmals wurde ihre Existenz zerstört.

Der Film „Verboten-Verfolgt-Vergessen“ erzählt die Geschichte dieser Menschen.

Dienstag, 12. März, 19:00 Uhr,
Konstanz, Treffpunkt Petershausen

Es laden ein: DIE LINKE. Kreisverband Konstanz, Linke Liste Konstanz, DKP Bodensee-Hochrhein, solid Konstanz, VVN-BdA Konstanz/Singen

Sie dachten anders – Widerstand und Desertion in den Jahren 1933-1945

Film und Vortrag am Mittwoch, 27. Februar 2013, um 20.00 Uhr im Bregenzer Metrokino

Der 10. Film von Tone Bechter beschäftigt sich mit dem Widerstand und deren Kämpfern gegen ein diktatorisches Regime, beginnend in der Dollfuß-Ära im Jahre 1933 bis zum Ende des Hitler-Regimes 1945. Anschließend findet ein Gespräch mit dem Regisseur statt.

In der Spieldokumentation sprechen Zeitzeugen aus dem Großen Walsertal über ihre schwere Vergangenheit als Deserteure und Widerstandskämpfer. Die Situation eines 14-jähriges Kindes, das verhaftet wurde, und einer schwangeren Frau, die ins Gefängnis gebracht wird, lässt tief in die Lebensumstände der damaligen Zeit blicken. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Geschichte der Familie Burtscher aus Sonntag, die in Sippenhaft genommen wurde. Gerade im Großen Walsertal, in dieser bäuerlichen und harten Region, gab es eine große Zahl an Deserteuren. Die Erzählung geht aber auch über Vorarlberg hinaus und beleuchtet die damalige Situation der „Andersdenkenden“.

Der Film wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht. Mit eindrücklichen Bildern werden die Umstände und Begebenheiten der Deserteure erklärt und die Entstehung des Widerstandes gezeigt.

Eine Veranstaltung vom Metrokino Bregenz in Zusammenarbeit mit ACUS – Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie und Jüdischem Museum Hohenems

Veranstaltungsort: Metrokino, Rheinstr. 25, 6900 Bregenz
Kartenreservierung: Tel. 05574 71843, www.metrokinobregenz.at
Eintritt: EUR 8,- bei freier Platzwahl

Filme gegen Rechts

Vortrag und Diskussion mit der Filmwissenschaftlerin Julia Stegmann (Berlin), in der Kasama-Reihe „Linke Perspektiven gegen den rassistischen Konsens“

Datum: Freitag, 15.2.2013, 20.00h
Ort: Infoladen Kasama, Militärstrasse 87a, Zürich

Die meisten Mainstreamfilme über die extreme Rechte handeln von problembeladenen Jungmännern, ihren Ängsten und Krisen, von welchen die armen Würmchen dann auch in den Neonazismus getrieben werden. Die Perspektive der von rechter Gewalt Betroffenen wird dabei weitgehend ausgeblendet. Grund genug, gemeinsam in ein paar Filme reinzuschauen, in denen Todesopfer rechter Gewalt portraitiert, ihre Angehörigen zu Wort kommen und die Betroffenen über ihre Kämpfe gegen Rassismus und rechte Gewalt sprechen.

Antifaschistische Demonstration zum Auftakt des NSU-Prozesses

„Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen!“ ist das Motto der bundesweiten Großdemonstration, zu der am Samstag vor dem Beginn des NSU-Prozesses in München aufgerufen wird.


Tweets von @NSU_Prozess

Wie jetzt bekannt wurde, wird der Prozess gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultz und André Eminger am Mittwoch, den 17. April 2013 beginnen. Die Demonstration wird daher am

Samstag, den 13. April, 13 Uhr
am Stachus in München
stattfinden.

Die Demoroute steht nun fest. Folgende Stationen werden von der Demo angelaufen:

  • Stachus (Auftakt)
  • Schillerstraße im Bahnhofsviertel (1 Toter durch Brandanschlag von Nazis am 7.1.1984)
  • Oktoberfestmahnmal (13 Tote durch Bombenanschlag der „Wehrsportgruppe Hoffmann“, 26.9.1980)
  • Justizzentrum in der Nymphenburgerstraße (Hier findet der NSU-Prozess ab dem 17.4. statt)
  • Königsplatz (Bücherverbrennung 1933)
  • Innenministerium (Verweis auf die rassistische Ermittlungspraxis im Fall des NSU)
  • Enden wird die Demo am Marienplatz, mitten in der Münchner Innenstadt.

Vgl. Infos zur Route

Über 188 Organisationen unterstützten bereits den Aufruf.

Interview mit den Organisatoren im Radio-Z, Nürnberg:

http://nsuprozess.blogsport.de/

Antifaschistische Kundgebung Lindau aus Anlass des 80. Jahrestages der Machtübergabe an Adolf Hitler 1933

„Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dieses erwuchs.“

Am 30. Januar 2013 jährt sich zum achtzigsten Mal, dass Reichspräsident von Hindenburg auf Drängen aus Kreisen der Hochfinanz des Militärs sowie der chemischen und Schwerindustrie Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Das Grauen, der Staatsterror und die Zerstörungen in bisher ungekanntem Ausmaß nahmen damit ihren Anfang.

Vor rund einem Jahr wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die neofaschistische Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund NSU“ in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zehn rassistisch begründete Morde an
ausländischen Mitbürgern und einer Polizistin begangen haben, davon fünf in Bayern. Hinzu kamen zwei Sprengstoffanschläge mit über 20 Verletzten. In der neofaschistischen Gruppierung „Thüringer Heimatschutz THS“, aus welcher heraus der terroristische NSU entstand, standen 40 Mitglieder im Sold deutscher Nachrichtendienste. Immer mehr Verwicklungen zwischen dem NSU, dem THS, staatlichen Verfassungsschutzmitarbeitern und Geheimdienstmitarbeitern wurden zwischenzeitlich bekannt. Dieser Skandal muss durch lückenlose Aufklärung und die Auflösung dieser Dienste beantwortet werden.

Die Bundeswehr ist inzwischen an 11 Kriegen und kriegerischen Konflikten auf der Welt in Form von Auslandseinsätzen beteiligt. Dies hat mit ihrem Verteidigungsauftrag zum Schutz der Bundesrepublik Deutschland nichts mehr zu tun. Eine Verdrehung dieses grundgesetzlichen Verteidigungsauftrages hin zur militärischen Einmischung rund um den Globus hat nichts mehr mit dem ethischen Erbe aus den Schrecken und Verbrechen des NS-Faschismus zwischen 1933 und 1945 zu tun, wie es noch bei der Gründung der Bundesrepublik Konsens war. Eine glaubwürdige deutsche Außenpolitik kann nur durch eine strikte zivile Orientierung auf einen fairen Interessenausgleich in Konfliktsituationen entstehen, nicht durch Militäreinsätze.

Die Bodenseeregion wurde in den vergangenen fünfzig Jahren schrittweise zu einem süddeutschen Rüstungszentrum umgestaltet. Tausende von Arbeitsplätzen wurden dabei an die Entwicklung und Produktion von Militärgütern gebunden. Dies erinnert dramatisch an die Bodenseerüstungsbetriebe zur Zeit der NS-Herrschaft. Dies darf nicht so bleiben und muss umgehend durch eine Umorientierung auf rein zivile Technologien zur Bewältigung der ökologischen Energiewende und zum umfassenden Aufbau eines weniger zerstörerischen Verkehrswesens geändert werden.

Kundgebung am 30. Januar 2013 um 18.00 Uhr am
ehemaligen Gestapo-Haus, Linggstraße 3, Lindau-Insel.

Es spricht Heinz Siefritz, Mitglied des Bundesvorstandes der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB im
Bodenseekreis.

Veranstalter: Bunte Liste Lindau

Aktionswoche „Zwangsverheiratung in Deutschland“

Die Terre des Femmes Hochschulgruppe Konstanz lädt zur Aktionswoche „Zwangsverheiratung in Deutschland“ vom 21. Januar bis 25. Januar 2013 ein.

22. Januar 2013 | 17 Uhr
Gewalt im Namen der Ehre – Zwangsheirat in Deutschland
Referentin: Collin Schubert
Senatssaal V1001
Universität Konstanz

25. Januar 2013 |16.30 Uhr
Der Zwangsehe entfliehen – Aus dem Alltag einer Beratungsstelle
Referentin: Leyla Süngerli-Uzun
Treffpunkt Petershausen
Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Anarchietage in Winterthur 2013

„Grenzen, Rassismus, Migration“ ist der Schwerpunkt der diesjährigen Anarchietage in Winterthur. Sie gehen vom 8.- 13. Februar 2013. Die Veranstaltungen finden alle in der Alten Kaserne, Technikumstrasse 8, statt.

Programm

Freitag / 8. Februar 2013

19h | Alte Kaserne
Vegane VoKü

20:30h | Alte Kaserne
Antimuslimischer Rassismus im Neoliberalismus
Sebastian Friedrich, Referat und Diskussion

Samstag / 9. Februar 2013

12h | Alte Kaserne
NEXT STOP LAMPEDUSA und die FABRIK DER ILLEGALEN EINWANDERUNG
(Eine Video-Reportage über die Flucht tausender TunesierInnen in das „Paradies“ Europa)
Viktor Bošnjak (Kollektiv Teleimmagini), Referat, Film (it/en) und Diskussion

15h | Alte Kaserne
Kontinuität der Pakte zur Bekämpfung der Immigration zwischen „Festung Europa“ und nordafrikanischen Staaten
Bernhard Schmid, Referat und Diskussion

ab 18h | Alte Kaserne
Vegane VoKü

20h | GGS31
Anarchietage-Solikonzert
Punk | Rock | HipHop | Electro

Sonntag / 10. Februar 2013

12h | Alte Kaserne
Die Ausweisung von Anarchisten aus der Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts
Adi Feller, Referat und Diskussion

15h | Alte Kaserne
20 Jahre Asyl- & Sans-Papiers-Bewegung
AktivistInnen der autonomen Gruppe «Refugees Welcome», Referat und Diskussion

Quelle: http://anarchietage.ch/2013/

Ernst Lohoff: Weltwirtschaftskrise und Eurodesaster

Vortrag von Ernst Lohoff über die inneren Widersprüche des Euro und den Irrwitz der europäischen Sparpolitik

Ort: Raum A 703 an der Uni Konstanz

Zeit: am 30.01.2013, 19 Uhr

Aus dem Ankündigungstext:

Warum steckt der Euro in der Krise? Sind die „faulen Griechen“ schuld oder die Gier der Spekulanten? Die Ursachen reichen wesentlich tiefer. Mit dem Euro wurden getrennte Währungsgebiete zusammengeschlossen, ohne einen einheitlichen wirtschaftspolitischen Funktionsraum mit einheitlichem Produktivitätsniveau zu schaffen. Eine solche Währungsunion kann auf längere Sicht nur dazu führen, dass im Produktivitätswettlauf strukturell benachteiligte Länder wie Griechenland oder Portugal auf den Gütermärkten von Deutschland oder den Niederlanden niederkonkurriert werden.

Trotzdem war die Einführung des Euro weder eine politische Fehlentscheidung noch ein Projekt der überlegenen Länder, um ihre Wettbewerbsposition auf Kosten der Nachbarn zu stärken. Der Euro ist vielmehr ein genuines Kind der Epoche des „fiktiven Kapitals“. Seine vermeintlichen Geburtsfehler waren nichts anderes als Anpassungen an die verrückten Bewegungsgesetze eines Kapitalismus, in dem die Anhäufung fiktiven Kapitals zum eigentlichen Motor der Wirtschaft geworden ist. In dem Maß wie diese auf dem Vorgriff auf künftige Wertproduktion beruhende Produktionsweise an ihre Grenzen stößt, zerbricht aber auch die europäische Gemeinschaftswährung an ihren inneren Widersprüchen.

Die brutale Sparpolitik im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, die vor allem Südeuropa verwüstet, ist kein Ausweg, sondern Teil des Problems. Der gesellschaftliche Reichtum Griechenlands, Spaniens und Portugals, wird der vagen Hoffnung geopfert, den Finanzmärkten gegenüber Kreditwürdigkeit zu simulieren. Die Regierungen und die sogenannten Wirtschaftsexperten schwadronieren davon, dass man über seine Verhältnisse gelebt hätte. Nichts ist zynischer und zugleich dümmer als diese Vorstellung. Die Weltgesellschaft hat ein ganz anderes Problem. Sie ist zu produktiv, um ihre Reichtumsproduktion noch dem armseligen Zweck der Kapitalverwertung zu widmen.

Ob Wohnungen gebaut, Krankenhäuser betrieben, Nahrungsmittel produziert oder Bahnlinien unterhalten werden, darf nicht davon abhängen, ob die nötige Kaufkraft vorhanden ist. Kriterium dafür kann einzig und allein die Befriedigung konkreter Bedürfnisse sein. Es gilt, bereits die Frage nach der »Finanzierbarkeit« offensiv abzuweisen.

Ernst Lohoff, geb. 1960, lebt in Nürnberg. Er studierte Soziologie, gehört zu den Gründervätern der Theoriezeitschrift Krisis und ist freier Publizist. Zusammen mit Norbert Trenkle veröffentlichte er 2012 das Buch „Die große Entwertung- Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind“.

Das ist der letzte Vortrag einer vierteiligen Veranstaltungsreihe zur Finanzkrise und öffentlichen Verschuldung an der Uni Konstanz. Sie wird vom hochschulpolitischen Refereat der Konstanzer Studierendenvertretung organisiert.