Tag-Archiv für 'lesung'

Lesung aus dem Buch „Im Zeichen der Roten Nelke“

Lesung mit Vera Hemm aus „Im Zeichen der Roten Nelke. Mutter und Tochter – Zwei politisch engagierte Frauen im 20. Jahrhundert“ am Mittwoch, 08. März 2017, 20:00 Uhr im Foyer der Spiegelhalle. Eintritt: 7,00 EUR.

Vera Hemm (geb. 1935) ist aktive Gewerkschafterin, Betriebsrätin, Mitbegründerin und Motor einer seit 20 Jahren aktiven gewerkschaftlichen Frauenkulturgruppe. In ihrem Buch verwebt die Autorin die Biografie ihrer Mutter Johanna Hemm (1901-1971) – Kommunistin, hauptamtliche Gewerkschaftssekretärin und Stadträtin mit ihrer Autobiografie. Geschichte wird von unten ebenso plastisch und humorvoll wie historisch genau geschildert. Keine trockene Geschichtsschreibung, aber auch kein Kolportageroman – bewusst gestaltete und auch gegen starke Widerstände durchkämpfte Leben mit allen Höhen und Tiefen. Wie in einem Brennglas verdichtet sich die „große“ Politik der letzten 70 Jahre in diesen beiden Frauen. Mutter und Tochter haben Erfolge und bittere Niederlagen erleben müssen – immer eingebettet in ein enges Geflecht von Familie und Freunden.

Quelle: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/veranstaltung/08432/index.html

Lesung „Erinnerungen der Kinder des Massakers von Sant´Anna“ in Singen

Eine Lesung aus zum Teil unveröffentlichten Interviews zu dem Dokumentarfilm „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant´Anna di Stazzema“ von Jürgen Weber findet am Donnerstag, 9. März um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Singen statt.



Der Film beleuchtet ein kaum bekanntes Kapitel deutsch-italienischer Realität: Im Sommer 1944 zogen Einheiten der Waffen-SS eine grausame Blutspur durch die Toskana. Die von der Sprecherin Sylvia Othmer und dem Regisseur Jürgen Weber gelesenen Interviews geben Aufschluss über das Massaker, ein Leben mit dem Trauma und dem Umgang mit der Versöhnung.

Veranstalter: Bibliotheken Singen, Stolpersteine für Singen, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz, Teestube Singen, Evangelische Arbeitnehmerschaft Bodensee e.V. (EAN), TV3

100 Jahre Peter Weiss »Die Ästhetik des Widerstands«

Staffellesung des großen antifaschistischen und antikapitalistischen Romans von Peter Weiss am 11. bis 13. November 2016 in Rostock.

Der Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss ist heute meist nur noch der älteren Generation der Linken ein Begriff. Damit sich daran was ändert und auch die Jüngeren sich wieder mit diesem scheinbar so schwer zu lesenden Werk auseinandersetzen, veranstaltet die Rosa-Luxemburg – Stiftung vom 11. bis 13. November 2016 in Rostock die genannte Staffellesung: Über 50 Stunden lang werden die ca. 1000 Seiten dieses Opus Magnums von Peter Weiss von 100 VorleserInnen im Peter-Weiss-Haus in Rostock gelesen.

Die Lesung wird zur Gänze aufgezeichnet und soll hinterher als DVD herauskommen. Nicht alle VorleserInnen werden anwesend sein, manche werden als Videoeinspielung aufgeführt. Schon jetzt liegt eine Reihe von Videoaufzeichnungen vor. Nach jeder Aufzeichnung wurden die Leserinnen und Leser gefragt, was ihrer Meinung nach die Bedeutung der „Ästhetik des Widerstands“ ist, für sie, hier und heute. Die ersten dieser Videos wurden bereits auf der Webseite http://peterweiss100.de hochgeladen: Video Statements von Sabine Kebir, Rainer Diedrich, Bini Adamczak, Sookee und vielen mehr.

Trailer:

Beate und Serge Klarsfeld kommen zum „Tag des jüdischen Buches 2016“ nach Zürich

Beate und Serge Klarsfeld sprechen am 13. März 2016 im Rahmen des „Tags des Jüdischen Buchs“ in Zürich, über ihre Autobiografie »Erinnerungen – Mémoires«. Sie erzählen im Gespräch in deutscher und französischer Sprache über ihr Leben und über ihre Mission.

Ort: Helferei, Kirchgasse 12, Zürich
Zeit: 20 Uhr
Veranstalter: Verein für jüdische Kultur und Wissenschaft.
Moderation: Geza Schneider (Leiterin des Literaturhauses Zürich)

Nazi! Nazi! Mit diesem Ruf stürmt Beate Klarsfeld am 7. November 1968 auf dem Bundes­parteitag der CDU den Vorstandstisch und ohrfeigt den Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Kiesinger war 1933 in die NSDAP eingetreten und hatte während des Zweiten Weltkriegs in der Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes gearbeitet. Die Ohrfeige ist der Startschuss für die Lebensaufgabe von Beate Klarsfeld und ihrem Mann Serge: als passionierte Nazijäger verfolgen die Klarsfelds die Schreibtischtäter und die Schlächter des Holocaust – in Deutschland, wo sie straffrei leben, im Nahen Osten und in Südamerika, wohin viele geflohen sind. Sie entreißen ihre Opfer dem Vergessen, veröffentlichen ihre Bilder und Namen. Die Erinnerungen des Paares sind Zeugnis ihres lebenslangen Kampfes für die Rechte der Opfer und zugleich bewegendes Dokument einer großen Liebe.

Augrund des zu erwartenden hohen Andrangs ist die Abendveranstaltung mit Beate und Serge Klarsfeld kostenpflichtig. Eintritt: Fr. 20.-

Das übrige Programm ab 11 Uhr kostet keinen Eintritt.

Das Programm

11:00 Uhr
Lesung und Gespräch:
Felix Stössinger: „Interniert – In Schweizer Flüchtlingslagern“

Der österreichisch-jüdische Journalist Felix Stössinger rettete sich 1942 im letzten Moment vor dem Zugriff der Gestapo vom besetzten Frankreich aus über die Schweizer Grenze und war dann zwei Jahre lang in verschiedenen Flüchtlingslagern interniert. Sein präzis beobachtetes literarisches Tagebuch, das er in dieser Zeit führte, gibt nicht nur einen äusserst lebendigen und in vielen Punkten überraschenden Einblick in die Organisation und die Alltagsprobleme dieser Lager, sondern beschreibt auch – für uns Nachgeborene manchmal schmerzhaft – das nicht immer vorbildliche Verhalten der Schweizer Bewacher. So hiess den auch der Titel der ersten Publikation „Zwischen Tell und Gessler“. Dem Christoph Merian Verlag in Basel gebührt Dank dafür, diese lange nicht zugänglichen Texte in einer sehr schönen Ausgabe wieder neu publiziert zu haben. Der Mitherausgeber Peter-Jakob Kelting gibt Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die Wiederentdeckung dieses Manuskripts. Die Ausschnitte aus Felix Stössingers Tagebuch liest Isabelle Menke vom Schauspielhaus Zürich.
Moderation: Charles Lewinsky

14:00 Uhr
Lesung Emanuel Bergmann:
„Der Trick“

1934, in Prag, bestaunt Rabbinerssohn Mosche Goldenhirsch im Zirkus die Zauberkunststücke des legendären ›Halbmondmanns‹ – es ist um ihn geschehen. Er rennt von zu Hause weg und schließt sich dem Zirkus an, der nach Deutschland weiterzieht. 2007, in Los Angeles, klettert der zehnjährige Max Cohn aus dem Fenster seines Zimmers, um den Großen Zabbatini zu finden, einen alten, abgehalfterten Zauberer. Der Junge ist überzeugt: Nur Magie kann seine Eltern, die vor der Scheidung stehen, wieder zusammenbringen. In Los Angeles treffen sie aufeinander: ein kleiner Junge, der an alles, und ein alter Mann, der an nichts mehr glaubt. Ein Zaubertrick hat sie zusammengebracht. Eine Geschichte, die Zeiten und Kontinente umspannt, ein Roman über die Zerbrechlichkeit des Lebens und den Willen, sich verzaubern zu lassen.

Emanuel Bergmann, geboren 1972 in Saarbrücken, ging nach dem Abitur nach Los Angeles, um dort Film und Journalismus zu studieren. Er war viele Jahre lang für verschiedene Filmstudios, Produktionsfirmen und Verlage in den USA und Deutschland tätig. Er übersetzt Bücher und schreibt Zeitungsartikel. Und jetzt auch Romane.
Moderation: Michael Guggenheimer

15:30 Uhr
Dr.Sylvia Asmus, Frankfurt/M.:

„Vom Suchen und Finden, Bewahren und Vermitteln – Das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek“

Habent sua fata libelli. Aber es haben nicht nur Bücher ihre Schicksale, auch die Umkehrung des alten lateinischen Sprichworts hat ihre Berechtigung: Schicksale haben ihre Bücher. Wohl nirgends wird das so deutlich wie in den Publikationen der Dichter und Denker, die von den nationalsozialistischen Herrenmenschen aus dem Land der Dichter und Denker vertrieben wurden. Sylvia Asmus ist die Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933-1945, einer Sondersammlung der Deutschen National­bibliothek, mit der Aufgabe, sowohl die Veröffent­lichungen als auch die Unterlagen des deutsch­sprachigen Exils während der Zeit der NS-Diktatur zu sammeln. Dazu gehören alle zwischen 1933 und 1950 von deutschsprachigen Emigranten im Ausland veröffentlichten Bücher und Broschüren aus den Bereichen Literatur, Politik, Wissenschaft und jüdische Emigration, außerdem die von ihnen herausgegebenen Zeit­schriften, zu den Unterlagen persönliche Nachlässe deutschsprachiger Emigranten aller Fachgebiete und Berufsgruppen, Archive von Exilorganisationen und Einzelautografen.
Moderation: Prof. Andreas Kilcher

17:00 Uhr
Lesung Sacha Batthyany:
„Und was hat das mit mir zu tun?“

Jahrzehnte nach der Schoah sind es nicht nur die Nachkommen der Opfer, die unter den schrecklichen Geschehnissen jener Jahre leiden – auch die „Erben“ der Täter tun sich schwer, die Taten ihrer Vorfahren für sich zu verarbeiten. Wenige Wochen vor Kriegsende gab Gräfin Thyssen-Batthyány im österreichischen Rechnitz ein rauschendes Fest. Gegen Mitternacht verliessen die Gäste das Schloss und erschossen 180 Juden, die am Bahnhof auf den Weitertransport warteten. Wie genau es zu diesem Massaker kam. ist bis heute unklar.

Sacha Batthyany, Washington-Korrespondent des TagesAnzeigers ist der Grossneffe jener Gräfin. Die Frage des Schriftstellers: „Und was hat das mit dir zu tun?“ war für ihn der Anlass zu einer Spurensuche, die ihn ins alte Ungarn führte, ins Österreich der Nachkriegszeit, in die Schweiz der Gegenwart, in die Lager des Gulag nach Sibirien, auf die Couch eines Psycho­analytikers und bis ins Wohnzimmer einer Auschwitz-Überlebenden in Buenos Aires. Er entdeckte dabei ein Geheimnis, das seinen Blick auf seine Familie und sich selbst veränderte.

Moderation: Michael Guggenheimer

20.00 Uhr
Beate und Serge Klarsfeld
“Erinnerungen – Mémoires”

Sarah Diehl: Die Uhr, die nicht tickt- „Kinderlos glücklich“

Lesung von Sarah Diehl am Dienstag, den 1. Dezember 2015 um 19 Uhr im Konzil Konstanz

Sarah Diehl (Bild: Verbrecher Verlag)Immer mehr Frauen bleiben freiwillig kinderlos, nicht nur in Deutschland. Aber das Reden über die biologische Uhr ist so allgegenwärtig, dass Frauen sich selbst misstrauen, wenn sie die Uhr nicht ticken hören. Sie zweifeln ihre eigene Entscheidungsfähigkeit an, weil ihnen vermittelt wird, dass sie etwas anderes wollen müssen.
Geht es ums Kinderkriegen, wird unbeirrt festgehalten an der Vorstellung vom angeborenen Mutterinstinkt und an der Idee vom allein seligmachenden Glück der Kleinfamilie. Politik und Gesellschaft bauen demografische und biologistische Schreckgespenster auf, um an alten Familienkonzepten und Geschlechterhierarchien festhalten zu können. Kein Kind zu wollen, gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige.

Sarah Diehl, Mitte 30 und selbst kinderlos, hat Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Sie hat erfahren, dass die Gründe vielfältig sind, Egoismus oder Narzissmus gehören nicht dazu. Ihr Buch ist das überfällige Plädoyer für eine vorurteilsfreie und zeitgemäße Einstellung zu weiblicher Identität und für neue Konzepte des solidarischen Zusammenlebens.

Vortragsreihe: „Leben im Imperativ oder was wir glauben sein zu müssen“

Organisiert vom AStA der Uni Konstanz und Input Konstanz

Tipp:

Film über Women on Waves mit Input von Sarah Diehl
12:00 Kino Xenix, Kanzleistrasse 52, 8004 Zürich

Diskussion mit Sarah Diehl
15:00 Volkshaus, Grüner Saal, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich

Opernlibretto : Blumen für Otello – Über die Verbrechen von Jena

Lesung mit Musik mit Esther Dischereit und Ipek Ipekcioglu am Donnerstag, 3. April 2014 – 20 Uhr – Theater Konstanz, Werkstatt

Die deutsch-jüdische Autorin Esther Dischereit stellt auf der Werkstattbühne des Theater Konstanz ihr deutsch-türkisches Buch »Blumen für Otello – Über die Verbrechen von Jena« vor, das im März erscheinen wird. Begleitet wird sie dabei von der türkischstämmigen DJ Ipeg aus Berlin. Ihre Klagelieder und das Opernlibretto über die Morde der NSU wenden den Blick von den Tätern auf die Opfer.

Einfühlsam und mit großer poetischer Kraft ermittelt Esther Dischereit in ihren »Klageliedern«, was die Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angerichtet, welche Lücken sie bei den Hinterbliebenen aufgerissen haben. Sie ermittelt mit ihrem Opernlibretto »Blumen für Otello«, welche Vorurteile die Verbrechen möglich und ihre Aufklärung unmöglich gemacht haben, wie der Rassismus und die soziale Voreingenom-menheit gegenüber einer stigmatisierten Unterschicht den Apparat blind und ihn umso furchtbarer selbst zum Täter gemacht hat, indem er nach Schuld bei denjenigen sucht, die mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Esther Dischereit wurde 1952 in Heppenheim geboren. Nach langjähriger Beschäftigung in der Metallindustrie und einer aufsehenerregenden Kündigung als Gewerkschaftssekretärin in der Antirassismusarbeit ist sie heute als Lyrikerin, Essayistin, Erzählerin, Theater- und Hörstückautorin erfolgreich. Immer wieder hat sich die deutsch-jüdische Autorin dabei mit Ausgrenzung, Rassismus und Assimilation beschäftigt. Seit 2012 ist sie Professorin für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Für »Blumen für Otello« hat sie regelmäßig die Sitzungen des Bundestagsuntersuchungsausschusses zu den NSU-Morden besucht.

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

Quelle: Medieninformation des Stadttheaters Konstanz

Veranstaltungen zum Holocaustgedenktag 2014 in Konstanz

Sonntag, 26. Jan. 2014, 14:30

Spuren der NS-Gewaltherrschaft auf dem jüdischen Friedhof und dem Hauptfriedhof von Konstanz

Bei der Führung über die beiden Konstanzer Friedhöfe werden Gräber von Opfern der Nazi-Gewaltherrschaft besucht. Viele Menschen in Konstanz wurden wegen ihres Glaubens, ihrer Rasse oder ihrer politischen Anschauung verfolgt; zahllos sind auch die Opfer, die wegen psychischen Krankheiten ermordet wurden (Euthanasieopfer). Auf dem Jüdischen Friedhof besichtigen wir die Gedenkstätte für die gesprengte Synagoge am 9./10. Nov. 1938. Die Namen auf den Grabsteinen erzählen von Leben, Leiden, Mut zum Widerstand, Flucht und Emigration – und von den grausamen Unterdrückungsmethoden der Nazis, denen diese Menschen zum Opfer fielen.

Für den Besuch des Jüdischen Friedhofs mögen Männer bitte eine Kopfbedeckung mitbringen.

Treffpunkt bei der Trauerhalle ==> hier

Teilnahme kostenlos

Mo., 27.01.2014, Kulturzentrum am Münster

Buchvorstellung: Hans Seiffert, Ruth Schwarzhaupt: „Meine geliebten Kinder – Die Briefe der Konstanzer Jüdin Hella Schwarzhaupt aus der Internierung in Südfrankreich an ihre Kinder“

Das in Kürze erscheinende Buch über das Schicksal der Familie Schwarzhaupt, die von 1933 bis zum 22. Oktober 1940, dem Tag der „Abschiebung“ nach Gurs, in Konstanz gelebt hatte, wird zusammen mit der aus den USA anreisenden Tochter und Zeitzeugin Ruth Schwarzhaupt vom Autor, einem Mitglied der Konstanzer Initiative Stolpersteine, in Auszügen vorgestellt.

Die Sammlung von etwa dreißig erhalten geblie­benen Briefen und Postkarten, welche die zusam­men mit ihrem Mann Albert in den Lagern Gurs und Récébédou internierte Konstanzer Jüdin Hella Schwarzhaupt an ihre Kinder Max und Ruth in den Jahren 1941 und 1942 geschrieben hatte, veranl­asste den Autor Hans-Hermann Seiffert die Lebens­geschichte der Familie Schwarzhaupt näher zu erforschen und in einem Buch aufzuzeichnen.

Im Mittelpunkt der Schilderung steht dabei die Mutter Hella Schwarzhaupt, die nach dem Tode ihres Mannes – im Frühjahr 1941 in der Krankenstation des Lagers Récébédou – ihre ganze Energie darauf verwendete, regelmäßigen Kontakt mit ihren vier Kindern zu halten und damit aus der Distanz Einfluss auf deren Erziehung auszuüben. Die Kinder befanden sich zu der Zeit in den USA und in der Schweiz und somit in Sicherheit vor den Verfolgungen des NS-Regimes. Der Weitsicht und der Tatkraft der Eltern war es zu verdanken, dass alle vier Kinder – davon die beiden ältesten Töchter Rosi und Hanni schon sehr früh Anfang 1935 – ins rettende Ausland ausreisen konnten.

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Lesung: „Willy Schürmann-Horster“ von Wolfgang Hagemann

Lesung mit dem Autor und weiteren Gästen am Sonntag, 20. Oktober 2013, 20 Uhr – Stadttheater Konstanz, Werkstatt

Der Regisseur Wolfgang Hagemann setzt sich zusammen mit dem Historiker Dr. Hans Coppi in einer Lesung mit der Person und dem Leben Willy Schürmann-Horsters auseinander. Im Anschluss gibt es ein Gespräch, welches Christoph Nix moderiert.

Willy Schürmann-Horster war Konstanzer Theatermann, Widerstandskämpfer, Materialist. In den zwanziger Jahren war Willy Schürmann-Horster als Schauspieler und Regisseur bei vielen Inszenierungen in Deutschland dabei. In den Dreißigern stieß er in Berlin zum Widerstandskreis der „Roten Kapelle“. 1941 wurde er als Dramaturg und Werbeleiter am Theater Konstanz engagiert. Im Oktober 1942 wurde Willy Schürmann-Horster in Zusammenhang mit der Verhaftungswelle gegen Widerstandskämpfer der „Roten Kapelle“ verhaftet, und wegen angeblichen Hochverrats, zusammen mit anderen, im August 1943 zum Tode verurteilt, und am 9. September 1943 hingerichtet.

Für Willy Schürmann-Horster wurde von der Konstanzer Stolperstein-Initiative ein Stolperstein vor dem Stadttheater verlegt.

Dr. Hans Coppi, der mit seinem Vortrag » Widerstand aus Freundeskreisen: Die Rote Kapelle« an der Veranstaltung teilnimmt, ist Sohn der Widerstandskämpfer Hans und Hilde Coppi, Historiker, Freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, sowie Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Er realisierte Ausstellungen und zahlreiche Veröffentlichungen zur „Roten Kapelle“, zum Arbeiterwiderstand und zur antifaschistischen Erinnerungskultur.

Zur Ankündigung beim Stadttheater Konstanz

Lesung: Waffenhandel – Wie Deutschland am Krieg verdient

Buchvorstellung von und mit Jürgen Grässlin am 18.06.13 um 20 Uhr in der Spiegelhalle Konstanz

Mit Enthüllungen muss gerechnet werden: Am 18.6. liest Jürgen Grässlin, einer der profiliertesten Rüstungskritiker Deutschlands, aus seinem im Mai erschienenen »Schwarzbuch Waffenhandel«.

Er nennt Namen und Profiteure sowie neue, hochbrisante Fakten aus dem »Geschäft mit dem Tod«, das eine ihrer Wurzeln gerade
am Bodensee hat. Denn unsere Politiker beschwören den Frieden und betreiben den Krieg: Deutschland ist der weltweit drittgrößte
Waffenexporteur – und macht auch vor Lieferungen an verbrecherische Regime nicht halt. Lesung und Diskussion.

Eintritt: 9,- Ermässigt 6,-Euro

Analysen und kritische Perspektiven zu den rassistischen Normalisierungsprozessen der >Sarrazindebatte<

Lesung mit mit Regina Wamper und Sebastian Friedrich

Wann: Freitag, 30. September 2011 um 19 Uhr
Wo: Infoladen Kasama, Zürich

Das mediale Ereignis der »Sarrazindebatte« führte in Deutschland zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken und verband in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und Nützlichkeitsdenken.

Dieses komplexe Ereignis wird dem Ende August 2011 erscheinenden Sammelband „Rassismus in der Leistungsgesellschaft“ in 15 Beiträgen mit unterschiedlichen theoretischen Perspektiven kritisch analysiert. Der Sammelband gibt Anstöße für den Alltag, die politische Praxis und die kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Die Veranstaltung richtet sich nicht (nur) an akademisches Fachpublikum, sondern soll insbesondere Interessierte aus der Praxis und dem Bildungsbereich als Anregung dienen. Nach der Vorstellung des Buchs kann gemeinsam über das Vorgestellte und über Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden. Darüber hinaus besteht sicherlich das Interesse, Parallelen zu schweizweiten Phänomenen zu ziehen, wie der massiv zunehmende Einfluss der SVP der letzten Jahre mit ihren fremdenfeindlichen Volksinitiativen.

In der Veranstaltung werden zunächst die dominanten Topoi der „Sarrazindebatte“ dargestellt, die die Verschränkung des Ökonomiediskurses mit dem Einwanderungsdiskurs zuspitzten. Nach einem kurzen Überblick der Beiträge widmet sich Regina Wamper der Figur der Meinungsfreiheit. Sie empfiehlt, sich nicht auf die strategische Figur einzulassen, und stattdessen die Aussagen und deren Kontexte, die Positionen der Sprecher_innen in Herrschaftsverhältnissen und die Machtwirkungen zu untersuchen.

Regina Wamper ist Mitarbeiterin des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Sie arbeitet diskursanalytisch zu den Themen extreme Rechte in Deutschland, Antisemitismus, völkische Kapitalismuskritik
und Geschlechterkonstruktionen der extremen Rechten.

Sebastian Friedrich lebt in Berlin, ist Redakteur von kritisch-lesen.de, freier Mitarbeiter der Opferberatungsstelle ReachOut Berlin, Aktiv bei KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt), Mitglied des AK Rechts und der Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) und aktiv im Netzwerk der edition assemblage in Münster.

Sebastian Friedrich (Hg.)
Rassismus in der Leistungsgesellschaft
Analysen und kritische Perspektiven zu den rassistischen Normalisierungsprozessen der „Sarrazindebatte“
farb. Broschur, 264 Seiten, 19.80 EUR [D]
ISBN 978-3-942885-01-0

Lesung: Peter Gingold

Vgl. Antifaschistischer Widerstand: Holocaust-Überlebender berichtete Seeblättle Nr.1 2001

Streiks in China – Buchvorstellung & Diskussion in Zürich

Mitte 2010 rollte eine Streikwelle durch die Fabriken Chinas. Die WanderarbeiterInnen erkämpften sich höhere Löhne und lösten eine weltweite Debatte über das Ende des Niedriglohnmodells aus, das hinter Chinas Auf- stieg zur „Fabrik der Welt“ steht und auch Europa billige Konsumgüter beschert.

Im Oktober 2010 ist bei Assoziation A das Buch „Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China“ erschienen. Pun Ngai und andere AutorInnen aus China analysieren das Schicksal und die Kämpfe verschiedener MigrantInnengruppen – darunter Bau-, Fabrik- und SexarbeiterInnen – und beleuchten die Hintergründe der aktuellen Streiks und Klassenbildungsprozesse in China.

Bei der Veranstaltung wird einer der Herausgeber das Buch vorstellen und die Streikwelle und ihre Hintergründe darstellen. In der Diskussion wird es auch um die Frage gehen, inwieweit sich heute in Zeiten der Krise und zunehmender sozialer Kämpfe in verschiedenen Teilen der Welt neue Formen der Bezugnahme, des Austauschs und der Unterstützung finden lassen.

Freitag 10. Dezember 2010 / 19.30 Uhr
Infoladen Kasama, Militärstr. 87a, Zürich

www.eis-zeit.net

Lesung: Revolution und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918-1923

Buchvorstellung mit Bernd Langer.
Der seit den 80er Jahren aktive Antifaschist stellt im Rahmen seiner Lesereise sein neues Buch „Revolution und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918-1923“ vor.

Was ist Antifaschismus, woher kamen entscheidende Anstöße für die linke Bewegung?

Um diesen Fragen näher zu kommen, geht der Autor in seinem Buch auf die politische und gesellschaftliche Zäsur ein, die mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verbunden ist. Fern ideologisierender Darstellungen wird die Entwicklung des Widerstands gegen den Krieg beschrieben, der sich durch die wirtschaftliche Notlage zu sozialem Massenprotest steigert.

Die Motivation des Autors beruht auf einer vom politischen Widerstand geprägten, eigenen Geschichte. Seit Jahren begleitet er in Bild, Tun und Schrift Versuche, soziale Gegenmacht zu organisieren. Er schreibt dazu: Das was damals begann, ist kein totes Beweisstück für die Gegenwart. Trotz vieler Unterschiede korrespondiert die Geschichte von 1918/23 mit der Gegenwart. Mit ihr verbindet sich ein entscheidender politischer Aufbruch in Deutschland, es werden Marksteine für die parlamentarische Demokratie gesetzt und die Revolutionäre Linke weist mit ihren Utopien über den Kapitalismus hinaus.

Nicht zuletzt haben Faschismus und Antifaschismus hier ihren Ursprung. Insofern behält die Vergangenheit Gültigkeit sowie identitätsstiftende und inspirierende Wirkung. Es gilt zu verstehen, dass die Menschen ihr Schicksal selbst gestalten, nichts ist im Voraus festgelegt und unausweichlich.

Dienstag, 27. 04.2010, 19 Uhr
Treffpunkt Petershausen
Georg – Elser-Platz 1

Veranstaltungen anlässlich der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

Nächste Woche, vom 9. zum 13. November, finden die bundesweiten Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie statt. Auch in Konstanz gibt es Veranstaltungen zu disem Themenkomplex, die von der Studierendenvertretung im Gleichstellungsrat in Zusammenarbeit mit dem Gay-Cafe der Uni Konstanz organisiert werden.

Veranstaltungen an der Uni Konstanz

Mi. 11.11. 12 – 16 Uhr
Infostand

Do. 12.11. 18-20 Uhr R512
vortrag von Anna Lenz und Laura Paetau (Berlin) zum Thema ‚Feminismen und „Neue politische Generation“‘ (hier mehr: http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/778-2.html)

Do. 12.11. 20-22 Uhr R512
Film ‚Otto; or, up with dead people‘ mit Einführung von Mareike Clauss (Konstanz).

Peter Weiss. Autor, bildender Künstler und Filmemacher

Vom 16. Oktober 2009 – 28. Februar 2010 findet im Hermann Hesse Höri-Museum eine Sonderausstellung zu Peter Weiss statt. Am Samstag, 14. November 2009, 20.00 Uhr spricht Volker Michels, der Herausgeber der Hermann Hesse Gesamtausgabe im Suhrkamp Verlag zu Hermann Hesse und Peter Weiss.

Peter Weiss (1916-1982) wurde als Autor autobiografischer Prosa und avantgardistischer Essays bekannt. Er erzielte auch internationale Erfolge als politisch engagierter Dramatiker. Das Drama „Die Ermittlung“, prägend für das dokumentarische Theater, wurde zur Schullektüre. Sein trilogisches Romanwerk „Ästhetik des Widerstands“ gehört zu den wichtigen Büchern des 20. Jahrhunderts.

In jungen Jahren wurde für Peter Weiss, neben der schriftstellerischen Arbeit, auch die Malerei wichtig. Dem Rat Hermann Hesses folgend schlug er die bildkünstlerische Richtung ein und ging 1937 nach Prag. Er lernt durch die Vermittlung von Hesse den Schriftsteller Max Barth kennen, der ihm zum Studium an der dortigen Kunstakademie verhilft.

Später, im schwedischen Exil in den 1950er Jahren drehte Weiss experimentelle Dokumentarfilme und erst im Verlauf der 60er Jahre entschied er sich für das Schreiben als die ihm gemäße künstlerische Ausdrucksform.

Das Hermann-Hesse-Höri-Museum übernimmt die Ausstellung vom Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V. und wirft zusätzlich einen Blick auf die Verbindung von Peter Weiss zu den Schriftstellern Hermann Hesse (1877-1962) und Max Barth (1869-1970).

Die Ausstellung beleuchtet die frühe Werkphase von Peter Weiss und zeigt Illustrationen zu Texten, Collagen und Erstausgaben und eine kleine Auswahl des Filmmaterials.

Leihgaben stellt das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, die Akademie der Künste Berlin, das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Internationale Peter Weiss Gesellschaft, das Museo Hesse / Montagnola sowie das Museum für Literatur am Oberrhein, Karlsruhe zur Verfügung.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Berlin.

Eröffnung: Freitag, 16. Oktober 2009, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 17. Oktober 2009 – 28. Februar 2010

Begleitveranstaltung:
„Sie sind immer ein Mann der Jugend gewesen“. Peter Weiss und Hermann Hesse
Vortrag von Volker Michels, Hrsg. der Hermann Hesse Gesamtausgabe im Suhrkamp Verlag
Samstag, 14. November 2009, 20.00 Uhr
Hermann-Hesse-Höri-Museum

Quelle: http://www.hermann-hesse-hoeri-museum.de/