Tag-Archiv für 'konstanz'

LINKE-Kandidat Simon Pschorr kritisiert Gedeon-Einladung

Medienmitteilung der Partei Die Linke zu einer bildungspolitischen Veranstaltung mit Wolfgang Gedeon am 27.3.2017 in Konstanz

Medienmitteilung vom 21. März 2017

Am 27.3. laden die beruflichen Schulen zu einer bildungspolitischen Veranstaltung rund um das Thema „Zukunft der beruflichen Bildung im Landkreis Konstanz“. Neben verschiedenen Interessensvertreterinnen und -vertretern des Handwerks und der Industrie werden hierzu auch einige Landespolitiker eingeladen, unter anderem der Landtagsabgeordnete Wolfang Gedeon. Wenn man das Profil der Veranstaltung betrachtet, fragt man sich, was diese Person zur Diskussion beitragen soll.

Der politische Schwerpunkt des fraktionslosen Abgeordneten liegt eindeutig im Bereich Fremdenfeindlichkeit. In der Vergangenheit hat sich Wolfgang Gedeon innerhalb und außerhalb des Landesparlaments durch antisemitische Hetzschriften und frauenfeindliche Meinungsbekundungen hervorgetan. Er tritt dafür ein, die Verbrechen des Nazi-Regimes im Schulunterricht zu marginalisieren und stattdessen ein revisionistisch glorifiziertes Bild der deutschen Nation im Lehrplan zu verankern. Ein solcher Beitrag kann für die Bildungslandschaft in Konstanz nur Schaden bringen. Wir brauchen stattdessen konstruktive Ideen zu einem egalitären und integrativen Unterricht für Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher sozialer wie ethnischer Herkunft.

Ich halte es für grundlegend falsch verstandene Offenheit, diesem Mann und seinem antisemitischen Gedankengut auf einer so wichtigen Veranstaltung eine Bühne zu geben. Antisemitischen und fremdenfeindlichen Vorstellungen darf kein Raum gegeben werden.

Simon Pschorr, Bundestagskandidat für die DIE LINKE im Kreis Konstanz

Stadttheater Konstanz: Der gute Mensch von Sezuan

Ab dem 24.03.2017 beginnen im Stadttheater Konstanz die Aufführungen von Bert Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“

Version 1943 | Von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau | REGIE: Jo Fabian

Drei Götter kommen mit einer Mission auf die Erde: Es soll ein Mensch gefunden werden, der gut ist zu seinen Mitmenschen und trotzdem seine eigene Existenz damit nicht gefährdet. Wenn das möglich ist, kann die Welt so bleiben, wie sie ist. In der Prostituierten Shen Te finden die „Erleuchteten“ einen solchen guten Menschen. Bevor die Götter verschwinden, schenken sie Shen Te das nötige Startkapital für einen kleinen Tabakladen, dem allerdings durch Shen Tes Güte schnell der Bankrott droht. Ein Vetter muss her, der mit erbarmungslosen Entscheidungen Shen Te immer wieder zu retten versteht. Ist Güte in dieser Welt naiv und nicht lebensfähig?

Brechts Parabelstück wurde 1943 in Zürich uraufgeführt.

Jo Fabian nutzt und verbindet in seinen Arbeiten Ausdrucksformen unterschiedlicher Genres wie Schauspiel, Tanz, Performance, Konzert und Installation. In Konstanz inszenierte er zuletzt Die Macht der Gewohnheit.

Quelle: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/veranstaltung/07950/index.html

Zweites OAT in Konstanz am 20.03.2017

Wir treffen uns zu unserem 2. Offenen Antifaschistischen Treffen am Montag, 20. März, um 19 Uhr im Palmenhaus / Cafe Mondial!

Themen werden unter anderem eine Auswertung unserer Flyeraktion in Singen sein. Außerdem wollen wir über die Partei „Der 3. Weg“ reden, wie sie in der Region einzuschätzen ist und was wir gegen die Neofaschist*innen unternehmen können.

Kommt vorbei und bringt Freund*innen mit!

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/

Anti-AfD-Aktionskonferenz in Konstanz geplant

In Konstanz wird am Samstag, den 10.6.2017, eine große, eintägige Anti-AfD Aktionskonferenz stattfinden. Save the Date!

Das Konstanzer Aktionsbündnis gegen die AfD, eine breite Plattform von DemokratInnen, AntifaschistInnen, Linken, Feministinnen, Gewerkschaftern und Sozialen Bewegungen, schreibt dazu:

Wir stehen vor einer großen Herausforderung: Mit der AfD will im September 2017 eine Partei in den Bundestag einziehen, die für unverhohlen rassistische und ausgrenzende Politik steht. Während des Wahlkampfs wird sie auch im Landkreis Konstanz von der Fußgängerzone bis auf die Bildschirme überall präsent sein und versuchen, den politischen Diskurs nach rechts zu verschieben. Nicht mit uns! Mit einer Anti-AfD-Aktionskonferenz wollen wir gemeinsam mit euch Strategien gegen einen (Wahl)erfolg der AfD entwickeln und uns für eine emanzipatorische und solidarische Gesellschaft stark machen.

In Vorträgen, Workshops und Diskussionen wollen wir Menschen zusammenbringen, die sich im anstehenden Bundestagswahlkampf gegen die AfD und die wachsende Rechtsentwicklung engagieren wollen und an der Konferenz Inputs sammeln und Aktionsideen ausprobieren.

Geplant sind Vorträge von Referentinnen und Referenten zum Wahlprogramm und dem Gesellschaftsbild der AfD sowie zur Analyse der Hintergründe des aktuell beobachtbaren Rechtsrutsches. Angefragt ist u.a. Cornelia Kerth, Vorsitzende der VVN-BdA. In Workshops am Vor- und Nachmittag wird es um kreative Protestformen und die Ausbildung zu StammtischkämpferInnen gehen. In der AG „Know your Enemy“ machen sich die TeilnehmerInnen mit den Protagonisten und Aktivitäten von AfD, Junge Alternative, Identitäre Bewegung und Burschenschaften vor Ort vertraut.

Im Moment werden noch das genaue Programm festgezurrt und Mitaufrufende / UnterstützerInnen gesammelt. In Kürze erscheinen dann Einladungen, Werbematerialien und Kontaktmöglichkeiten.

Stay tuned!

Quelle: https://www.facebook.com/events/909294375840629/

Vortrag zu Dr. Conrad Gröber (1872-1948), Münsterpfarrer von Konstanz, Erzbischof von Freiburg, förderndes Mitglied der SS.

Buchvorstellung/Vortrag von Wolfgang Proske am 4. April 2017 um 19.30 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz


Gröber, Conrad (1872 – 1948), Für den römisch-katholischen Erzbischof von Freiburg stand immer das Wohl seiner Kirche im Mittelpunkt allen Denkens und Handelns. Dabei zeigte er sich bereit, weiter zu gehen als andere Angehörige des deutschen Episkopats: selbst vor einer fördernden Mitgliedschaft in der SS bis 1938 schreckte er nicht zurück. Anders als heute oft kolportiert, blieb er auch danach ein zwar oft nörgelnder, grundsätzlich aber aus tiefer völkischer Überzeugung heraus sich selbst instrumentalisierender Helfer des Nationalsozialismus. (Dr. Wolfgang Proske)

Dr. Wolfgang Proske ist Herausgeber der Reihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer: NS-Belastete aus Südbaden“.

Veranstalter: seemoz e.V.

Mitveranstalter: Wessenbergcafe, Stolpersteine Konstanz, VVN/BdA, DKP Bodensee, Linke Liste Konstanz.

Zur Buchreihe: http://ns-belastete.de/index.html

Populismus – das neue Erfolgsmodell?

Vortrag des Sozialwissenschaftlers Richard Detje am Montag, 13.03.2017 um 19:30 Uhr in der VHS Konstanz (Katzgasse 7). Eintritt: 7 EUR

Die letzten Wahlen zeigen, welch gewaltige Wucht der Populismus entfalten und wie gesellschaftsfähig er auch in Nationen werden kann, die auf eine lange Geschichte stabiler demokratischer Verhältnisse zurückblicken. Diffuse Ängste beschleunigen diese Erfolge. Das hat z.B. Trump geschickt mit Hilfe moderner Medien genutzt. Für die Entwicklungen in Europa, wo in Holland, Ungarn, Frankreich und selbst Deutschland längst ähnliche Strömungen ihren Aufstieg planen, verheißt das wenig Gutes.

Richard Detje ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus und arbeitet als Lektor im linken VSA Verlag.

Quelle: http://www.vhs-konstanz-singen.de/index.php?id=254&kathaupt=11&knr=171-10214&katid=3183

Lesung aus dem Buch „Im Zeichen der Roten Nelke“

Lesung mit Vera Hemm aus „Im Zeichen der Roten Nelke. Mutter und Tochter – Zwei politisch engagierte Frauen im 20. Jahrhundert“ am Mittwoch, 08. März 2017, 20:00 Uhr im Foyer der Spiegelhalle. Eintritt: 7,00 EUR.

Vera Hemm (geb. 1935) ist aktive Gewerkschafterin, Betriebsrätin, Mitbegründerin und Motor einer seit 20 Jahren aktiven gewerkschaftlichen Frauenkulturgruppe. In ihrem Buch verwebt die Autorin die Biografie ihrer Mutter Johanna Hemm (1901-1971) – Kommunistin, hauptamtliche Gewerkschaftssekretärin und Stadträtin mit ihrer Autobiografie. Geschichte wird von unten ebenso plastisch und humorvoll wie historisch genau geschildert. Keine trockene Geschichtsschreibung, aber auch kein Kolportageroman – bewusst gestaltete und auch gegen starke Widerstände durchkämpfte Leben mit allen Höhen und Tiefen. Wie in einem Brennglas verdichtet sich die „große“ Politik der letzten 70 Jahre in diesen beiden Frauen. Mutter und Tochter haben Erfolge und bittere Niederlagen erleben müssen – immer eingebettet in ein enges Geflecht von Familie und Freunden.

Quelle: http://www.theaterkonstanz.de/tkn/veranstaltung/08432/index.html

Offenes Antifaschistisches Treffen in Konstanz

Das neugegründete OAT Konstanz lädt mit folgendem Aufruf zu seinem ersten Treffen am 6. März 2017, um 19 Uhr im Konstanzer Palmenhaus (Zum Hussenstein 12)

Nach verschiedenen Vorfällen und Entwicklungen in der Region wie rechte Kundgebungen unter dem Label „Merkel muss Weg“, regelmäßige Infostände der neofaschistischen Partei „Der Dritte Weg“ und zuletzt im Januar ein Übergriff auf einen antifaschistischen 18-Jährigen in Singen sehen wir die Notwendigkeit für ein Offenes Antifaschistisches Treffen in Konstanz.

Das erste Treffen wird am Montag, den 6. März,um 19 Uhr im Konstanzer Palmenhaus (Zum Hussenstein 12) stattfinden. Von da an wird das Treffen regelmäßig am ersten und dritten Montag im Monat stattfinden.

Das OAT Konstanz soll für den Bodenseeraum eine Plattform und Anlaufstelle bieten, über die sich alle Antifaschist*innen vernetzen und über rechte Umtriebe austauschen können. So kann eine gemeinsame antifaschistische Praxis entwickeln werden. Diese kann von Demonstrationen über Infostände und Flugblätter bis zu öffentlichen Vorträgen reichen.

Wir setzen uns gegen Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Homo- und Transphobie, Antisemitismus und andere menschenfeindliche Denkmuster ein. Um gegen diese vorzugehen, ist es notwendig sich zusammenzuschließen.

Erreichbar sind wir unter der Emailadresse: oat_kn at riseup .net

Wir freuen uns über jede*n der vorbei kommt! Bis Montag!

Website des OAT Konstanz: http://oatkn.blogsport.de/

Quelle: Bündnis Singen Nazifrei

Öhningen als Tropenparadies – Koloniale Phantasien am Bodensee

Vortrag von Bernhard Schär am Donnerstag, 02.02.2017 um 19:00 Uhr im Contrast, Konstanz, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Öhningen gehört zwar nicht zur Schweiz, wurde im neunzehnten Jahrhundert aber zu einem Sehnsuchtsort für Naturwissenschaftler, die sich von der kolonialen Erforschung der Südsee zu einem neuen Bild der Schweiz inspirieren ließen: jenem der tropischen Urschweiz.

In seinem Vortrag wird Bernhard Schär unerwartete, jedoch ebenso naheliegende Verflechtungen zwischen der Bodenseeregion und globaler Kolonialgeschichte aufzeigen. Der Fokus liegt auf der eurozentrischen Konstruktion «tropischer» Lebensweisen und deren Einbettung in moderne, imperialistische Narrative von Fortschritt und Zivilisation.

Quelle: http://input.blogsport.de/input-konstanz/

Rock for Syria

Spendenparty am 20. Januar 2017 um 22 Uhr im Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Bomben. Schüsse. Belagerungen. Hunger. Und mittendrin: Kinder.

Nach über fünf Jahren Bürgerkrieg ist Syrien einer der schlimmsten Orte auf der Welt. Obwohl sie am wenigsten für den Krieg können, sind rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche in Syrien zwischen den Fronten gefangen und brauchen dringend Hilfe. Als eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen ist UNICEF noch vor Ort in Syrien und steht den Kindern und Familien in dieser schweren Zeit zur Seite. Ein Team von 200 Mitarbeitern in Syrien arbeitet einem Netzwerk von Partnern rund um die Uhr daran, dringend benötigte Hilfe zu den Familien zu bringen.

Wir nehmen pro Besucher einen symbolischen Euro Eintritt – weitere Spenden sind natürlich herzlich willkommen.
Außerdem wird der Gewinn des Getränkeverkaufs an diesem Abend ebenfalls in den Spendentopf geworfen.

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Da alles transparent ablaufen soll, hier ein paar Informationen:
– Alle Spenden fließen zu 100% an UNICEF
– Die genaue Abrechnung wird am nächsten Tag in dieser Veranstaltung veröffentlicht
– Der Spendennachweis wird auf unseren Facebookseiten veröffentlicht

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Musikalisch untermalt wird die Feier von Rockmusik aus sämtlichen Genres.

Quelle: http://www.contrast-kn.de/events/event/

Linke Leute von Rechts?

Vortrag von Benedikt Sepp zur Kritik von „Nationalrevolutionären“ und Querfrontlern am Montag, 16. Januar um 19 Uhr im Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

In den späten 1960er Jahren entstand in der Bundesrepublik parallel zur linken Studentenbewegung eine Strömung junger radikaler Rechter. Die „Nationalrevolutionäre“ wollten „von der Linken lernen“. In ihrem Eifer, eine wissenschaftlich unterfütterte und zeitgemäße, aber „rechte“ Revolutionstheorie zu entwickeln, waren sie auf vielen Ebenen für Außenstehende nur schwer von ihren linken Rival*innen zu unterscheiden. Angesichts ihrer Kombination aus linkem Auftreten, rechtem Gedankengut und der Berufung auf linke Autor*innen, wird Benedikt Sepp in einem Impuls die Gemeinsamkeiten und Unterschiede rechter und linker Theoriebildung vortragen und zur Diskussion stellen. Angesichts einer sich verbreitenden Querfront und einer Re-Popularisierung von Ethnopluralismus, wird in Vortrag und Diskussion ebenso nach der Aktualität dieser Debatten gefragt.

Der Vortrag wird organisiert von Input Konstanz und Infokneipe

Quelle: https://www.facebook.com/events/1219485864812465/

Politischer Widerstand in Konstanz während des Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Uwe Brügmann am 27. Januar 2017 um 19:30 Uhr im Astoria-Saal der vhs Konstanz. Eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Es waren vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, die in vielfältiger Form Widerstand leisteten; Widerstand aus der bürgerlichen Mitte (Zentrumspartei) ist in Konstanz bislang nicht belegt. Zum Widerstand gehörte der Schmuggel von politischen Broschüren aus der Schweiz nach Deutschland, Sabotage in Betrieben, Fluchthilfe in die Schweiz, kommunistische Propaganda, Abhören von ausländischen Sendern und, weit verbreitet, Schimpfen über die politischen Verhältnisse und nationalsozialistische Funktionsträger. Auch die religiös motivierte Weigerung der Zeugen Jehovas, sich den nationalsozialistischen Machthabern unterzuordnen, war politischer Widerstand, denn wer den Hitlergruß und den Wehrdienst verweigerte, opponierte offen und für jedermann sichtbar gegen das NS-Regime. Das totalitäre NS-Regime ging gegen die Konstanzer Frauen und Männer, die den Mut zum Widerstand hatten, mit äußerster Härte vor; einige von ihnen wurden durch Sondergerichte zum Tod verurteilt, viele andere wurden zu langjährigen Haftstrafen in Gefängnissen oder Konzentrationslagern verurteilt.

Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Formen des politischen Widerstands in Konstanz, untersucht die Motive der Akteure und die Rolle der verbotenen SPD und KPD, vor allem aber soll an die Einzelschicksale jener Menschen erinnern werden, die in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus den Mut hatten, Widerstand gegen ein unmenschliches System leisteten.

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V.

Neonazi Kay H. an der Universität Konstanz geoutet

Gestern früh, am 12.12.2016 wird Kay H., seines Zeichens Neonazi und Student an der Universität Konstanz, nicht wenig gestaunt haben, als er das Universitätsgelände und die Vorlesungssäle betrat. Der halbe Campus war zugekleistert mit Abbildungen seines Konterfeis und seinem Outing als Neonazi. So weit wir das überprüfen können, entsprechen die so verbreiteten Anschuldigungen den Tatsachen.

Im folgenden der Text des Flugblattes (Anonymisierungen von LinksRhein):

Kay H. ist ein militanter Neonazi aus der Region Konstanz. Er studiert Kulturwissenschaft der Antike an der Uni Konstanz und wird oft in der Waldsiedlung Reichenau gesehen.

Zumindest an der Uni ist er kaum als Faschist erkennbar. Dort verhält er sich unauffällig und trägt keine einschlägige Kleidung. Tatsächlich ist der NPD-Kader Kay H. in der Neonazi-Szene jedoch fest verwurzelt und gut vernetzt.

Er ist oft mit Tim Belz aus Markdorf unterwegs, NPD-Kandidat bei Bundes- und Landtagswahlen. Beide waren Mitglied beim mittlerweile aufgelösten „Freikorps Villingen-Bodensee“ und lieferten sich Anfang des Jahres eine Schlägerei mit migrantischen Jugendlichen am Singener Hauptbahnhof.

Kay H. nahm unter anderem regelmäßig an den Pegida- und Nazi-Aufmärschen sowie -aktionen in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Stuttgart und Basel teil. Er war Teilnehmer an der NPD-Demonstration am 28.02.15 sowie an der „Merkel muss weg“-Kundgebung am 07.05.16, jeweils in Singen. Zuletzt hat den „Nachmittagsspaziergang gegen die Asylpolitik“ in Tuttlingen am 12.06.16 mitorganisiert, wo er auch eine Rede hielt.

Der lokale Pegida-Ableger aus Villingen wurde selbst der offiziellen Führungsspitze zu offen faschistisch, weshalb er sich mittlerweile „Nein zum Heim“ nennt. Im Orgakreis dieser Gruppe wie in Kay H. Freundeskreis ist auch Ralph K. aus St. Georgen, der Anfang des Jahres als Administrator des Neonazi-Hetzportals „Altermedia“ wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung in Untersuchungshaft genommen wurde.

Bei der Pegida-Kundgebung am 14.06.15 in Villingen waren Kay H. und Tim Belz an einer Nazi-Provokation gegenüber antifaschistischen Gegen­demon­strant*innen beteiligt – Seite an Seite mit dem Rechtsterroristen Karl-Heinz Statzberger, der wegen eines geplanten Sprengstoffattentats auf den Neubau der Synagoge München verurteilt wurde.

Wir fordern die Universität Konstanz und alle Studierenden dazu auf, sich zu diesen Fakten zu verhalten. Die Uni Konstanz ist kein Ort für Faschisten. Zeigt Eure Ablehnung dieses faschistischen Gedankenguts auch im persönlichen Umgang: Widersprecht faschistischen, rassistischen oder sexistischen Äußerungen in jedem einzelnen Fall!

Kein Fußbreit für Faschisten, weder an der Uni KN noch anderswo!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/199043

Proletarische Protestmännlichkeit und transatlantische Fachisierungsprozesse

Vortrag von Andreas Kemper am Donnerstag, den 8.12.2016 um 19 Uhr im Raum A 701 der Universität Konstanz

Seit der letzten Wirtschaftskrise erleben wir in Europa und den USA Wahlerfolge für autoritäre Parteien mit rassistischen, sexistischen und klassistischen Positionen. Inzwischen wurden in Staaten wie Polen, Ungarn und die USA Regierungen mit diesen extremen Ungleichheitspositionen gewählt. Ein gemeinsames Merkmal der Wähler*innen dieser Parteien ist Männlichkeit, ein anderes Merkmal deren geringe Bildungszertifikate. Mit dem Begriff der „proletarischen Protestmännlichkeit“ versucht Andreas Kemper dieses Phänomen zu beschreiben und zu erklären!

Das ist der dritte und letzte Vortrag im Rahmen der Aktionswoche Gesellschaft.Macht.Geschlecht zu der das Gleichstellungsreferat der Universität Konstanz einlädt.

Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz am Montag, 5. Dezember 2016, um 18:15 Uhr im Studium Generale der Universtät Konstanz

Die Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma kulminierte im Völkermord unter nationalsozialistischer Ägide. Die Leiden der verfolgten und deportierten Sinti und Roma waren mit dem Ende des NS-Regimes nicht beendet. Die Diskriminierung dauerte mindestens bis in die 1970er Jahre. Die Ablehnung der Anträge auf Entschädigung wurde von den Behörden mit den gleichen rassistischen Vorurteilen begründet, die vom NS-Staat zur Bekämpfung der Minderheit benutzt wurden: „Zigeuner“ seien aus Veranlagung kriminell, ihre Internierung im Dritten Reich habe deshalb nur polizeilich notwendige vorbeugende Gründe gehabt, die Haftbedingungen seien harmlos gewesen und die Verfolgung habe sie weniger geschmerzt als andere Menschen. Vom Genozid wollten Politiker, Behörden, Gutachter, Mitbürger nichts wissen. Erst spät gaben Gerichte den Klagen von Sinti und Roma auf Entschädigung recht.

Mit der Zuwanderung von Roma werden Ängste geschürt und Gefahren beschworen, die uns durch Migration angeblich drohen. Vorurteile und Feindbilder, die pauschal auf alle Roma aus Südosteuropa projiziert werden, sind Gründe zur Ausgrenzung und Diskriminierung. Und wer angesichts bettelnder Kinder und Frauen von deren Menschenwürde spricht, muss sich naiv nennen lassen.
Die Angehörigen der autochthonen Minderheit deutscher Sinti und Roma treten für die Mehrheit der Deutschen dagegen kaum in Erscheinung. Sie sind integriert, wohnen und arbeiten so unauffällig wie ihre Nachbarn, geben sich nicht zu erkennen, weil sie das Stigma fürchten, wenn sie sich als „Zigeuner“ outen. Einige Musiker und Sportler haben es getan, nachdem sie Prominentenstatus erreicht hatten und keine Schmähung und keinen Karrierenachteil mehr fürchten mussten.

Das Verhältnis der größten ethnischen Minderheit Europas zur jeweiligen Mehrheit wird durch Traditionen, überlieferte Ressentiments, Legenden, Bilder bestimmt. Dazu kommt eine neue visuelle Wahrnehmung: Roma-Zuwanderer aus Südosteuropa werden als „aggressive Bettler, als Sozialschmarotzer gesehen. Dies nährt den Antiziganismus.

Wolfgang Benz, Historiker, bis März 2011 Professor und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Gastprofessuren u.a. in Australien, Bolivien, Nordirland, Österreich und Mexiko, zahlreiche Publikationen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zu Nationalsozialismus, Antisemitismus und Problemen von Minderheiten, zuletzt: Die Feinde aus dem Morgenland. Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet (München 2012), Theresienstadt. Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung (München 2013), Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit. Über das Vorurteil Antiziganismus (Berlin 2014); Der Widerstand gegen Hitler (München 2014), Herausgeber mehrerer Buchreihen, Mitglied im P.E.N.

Quelle: https://www.uni-konstanz.de/veranstaltungsmanagement/zentrale-veranstaltungen/studium-generale/