Tag-Archiv für 'konstanz'

Öhningen als Tropenparadies – Koloniale Phantasien am Bodensee

Vortrag von Bernhard Schär am Donnerstag, 02.02.2017 um 19:00 Uhr im Contrast, Konstanz, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Öhningen gehört zwar nicht zur Schweiz, wurde im neunzehnten Jahrhundert aber zu einem Sehnsuchtsort für Naturwissenschaftler, die sich von der kolonialen Erforschung der Südsee zu einem neuen Bild der Schweiz inspirieren ließen: jenem der tropischen Urschweiz.

In seinem Vortrag wird Bernhard Schär unerwartete, jedoch ebenso naheliegende Verflechtungen zwischen der Bodenseeregion und globaler Kolonialgeschichte aufzeigen. Der Fokus liegt auf der eurozentrischen Konstruktion «tropischer» Lebensweisen und deren Einbettung in moderne, imperialistische Narrative von Fortschritt und Zivilisation.

Quelle: http://input.blogsport.de/input-konstanz/

Rock for Syria

Spendenparty am 20. Januar 2017 um 22 Uhr im Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Bomben. Schüsse. Belagerungen. Hunger. Und mittendrin: Kinder.

Nach über fünf Jahren Bürgerkrieg ist Syrien einer der schlimmsten Orte auf der Welt. Obwohl sie am wenigsten für den Krieg können, sind rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche in Syrien zwischen den Fronten gefangen und brauchen dringend Hilfe. Als eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen ist UNICEF noch vor Ort in Syrien und steht den Kindern und Familien in dieser schweren Zeit zur Seite. Ein Team von 200 Mitarbeitern in Syrien arbeitet einem Netzwerk von Partnern rund um die Uhr daran, dringend benötigte Hilfe zu den Familien zu bringen.

Wir nehmen pro Besucher einen symbolischen Euro Eintritt – weitere Spenden sind natürlich herzlich willkommen.
Außerdem wird der Gewinn des Getränkeverkaufs an diesem Abend ebenfalls in den Spendentopf geworfen.

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Da alles transparent ablaufen soll, hier ein paar Informationen:
– Alle Spenden fließen zu 100% an UNICEF
– Die genaue Abrechnung wird am nächsten Tag in dieser Veranstaltung veröffentlicht
– Der Spendennachweis wird auf unseren Facebookseiten veröffentlicht

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Musikalisch untermalt wird die Feier von Rockmusik aus sämtlichen Genres.

Quelle: http://www.contrast-kn.de/events/event/

Linke Leute von Rechts?

Vortrag von Benedikt Sepp zur Kritik von „Nationalrevolutionären“ und Querfrontlern am Montag, 16. Januar um 19 Uhr im Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

In den späten 1960er Jahren entstand in der Bundesrepublik parallel zur linken Studentenbewegung eine Strömung junger radikaler Rechter. Die „Nationalrevolutionäre“ wollten „von der Linken lernen“. In ihrem Eifer, eine wissenschaftlich unterfütterte und zeitgemäße, aber „rechte“ Revolutionstheorie zu entwickeln, waren sie auf vielen Ebenen für Außenstehende nur schwer von ihren linken Rival*innen zu unterscheiden. Angesichts ihrer Kombination aus linkem Auftreten, rechtem Gedankengut und der Berufung auf linke Autor*innen, wird Benedikt Sepp in einem Impuls die Gemeinsamkeiten und Unterschiede rechter und linker Theoriebildung vortragen und zur Diskussion stellen. Angesichts einer sich verbreitenden Querfront und einer Re-Popularisierung von Ethnopluralismus, wird in Vortrag und Diskussion ebenso nach der Aktualität dieser Debatten gefragt.

Der Vortrag wird organisiert von Input Konstanz und Infokneipe

Quelle: https://www.facebook.com/events/1219485864812465/

Politischer Widerstand in Konstanz während des Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Uwe Brügmann am 27. Januar 2017 um 19:30 Uhr im Astoria-Saal der vhs Konstanz. Eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Es waren vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, die in vielfältiger Form Widerstand leisteten; Widerstand aus der bürgerlichen Mitte (Zentrumspartei) ist in Konstanz bislang nicht belegt. Zum Widerstand gehörte der Schmuggel von politischen Broschüren aus der Schweiz nach Deutschland, Sabotage in Betrieben, Fluchthilfe in die Schweiz, kommunistische Propaganda, Abhören von ausländischen Sendern und, weit verbreitet, Schimpfen über die politischen Verhältnisse und nationalsozialistische Funktionsträger. Auch die religiös motivierte Weigerung der Zeugen Jehovas, sich den nationalsozialistischen Machthabern unterzuordnen, war politischer Widerstand, denn wer den Hitlergruß und den Wehrdienst verweigerte, opponierte offen und für jedermann sichtbar gegen das NS-Regime. Das totalitäre NS-Regime ging gegen die Konstanzer Frauen und Männer, die den Mut zum Widerstand hatten, mit äußerster Härte vor; einige von ihnen wurden durch Sondergerichte zum Tod verurteilt, viele andere wurden zu langjährigen Haftstrafen in Gefängnissen oder Konzentrationslagern verurteilt.

Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Formen des politischen Widerstands in Konstanz, untersucht die Motive der Akteure und die Rolle der verbotenen SPD und KPD, vor allem aber soll an die Einzelschicksale jener Menschen erinnern werden, die in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus den Mut hatten, Widerstand gegen ein unmenschliches System leisteten.

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V.

Neonazi Kay H. an der Universität Konstanz geoutet

Gestern früh, am 12.12.2016 wird Kay H., seines Zeichens Neonazi und Student an der Universität Konstanz, nicht wenig gestaunt haben, als er das Universitätsgelände und die Vorlesungssäle betrat. Der halbe Campus war zugekleistert mit Abbildungen seines Konterfeis und seinem Outing als Neonazi. So weit wir das überprüfen können, entsprechen die so verbreiteten Anschuldigungen den Tatsachen.

Im folgenden der Text des Flugblattes (Anonymisierungen von LinksRhein):

Kay H. ist ein militanter Neonazi aus der Region Konstanz. Er studiert Kulturwissenschaft der Antike an der Uni Konstanz und wird oft in der Waldsiedlung Reichenau gesehen.

Zumindest an der Uni ist er kaum als Faschist erkennbar. Dort verhält er sich unauffällig und trägt keine einschlägige Kleidung. Tatsächlich ist der NPD-Kader Kay H. in der Neonazi-Szene jedoch fest verwurzelt und gut vernetzt.

Er ist oft mit Tim Belz aus Markdorf unterwegs, NPD-Kandidat bei Bundes- und Landtagswahlen. Beide waren Mitglied beim mittlerweile aufgelösten „Freikorps Villingen-Bodensee“ und lieferten sich Anfang des Jahres eine Schlägerei mit migrantischen Jugendlichen am Singener Hauptbahnhof.

Kay H. nahm unter anderem regelmäßig an den Pegida- und Nazi-Aufmärschen sowie -aktionen in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Stuttgart und Basel teil. Er war Teilnehmer an der NPD-Demonstration am 28.02.15 sowie an der „Merkel muss weg“-Kundgebung am 07.05.16, jeweils in Singen. Zuletzt hat den „Nachmittagsspaziergang gegen die Asylpolitik“ in Tuttlingen am 12.06.16 mitorganisiert, wo er auch eine Rede hielt.

Der lokale Pegida-Ableger aus Villingen wurde selbst der offiziellen Führungsspitze zu offen faschistisch, weshalb er sich mittlerweile „Nein zum Heim“ nennt. Im Orgakreis dieser Gruppe wie in Kay H. Freundeskreis ist auch Ralph K. aus St. Georgen, der Anfang des Jahres als Administrator des Neonazi-Hetzportals „Altermedia“ wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung in Untersuchungshaft genommen wurde.

Bei der Pegida-Kundgebung am 14.06.15 in Villingen waren Kay H. und Tim Belz an einer Nazi-Provokation gegenüber antifaschistischen Gegen­demon­strant*innen beteiligt – Seite an Seite mit dem Rechtsterroristen Karl-Heinz Statzberger, der wegen eines geplanten Sprengstoffattentats auf den Neubau der Synagoge München verurteilt wurde.

Wir fordern die Universität Konstanz und alle Studierenden dazu auf, sich zu diesen Fakten zu verhalten. Die Uni Konstanz ist kein Ort für Faschisten. Zeigt Eure Ablehnung dieses faschistischen Gedankenguts auch im persönlichen Umgang: Widersprecht faschistischen, rassistischen oder sexistischen Äußerungen in jedem einzelnen Fall!

Kein Fußbreit für Faschisten, weder an der Uni KN noch anderswo!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/199043

Proletarische Protestmännlichkeit und transatlantische Fachisierungsprozesse

Vortrag von Andreas Kemper am Donnerstag, den 8.12.2016 um 19 Uhr im Raum A 701 der Universität Konstanz

Seit der letzten Wirtschaftskrise erleben wir in Europa und den USA Wahlerfolge für autoritäre Parteien mit rassistischen, sexistischen und klassistischen Positionen. Inzwischen wurden in Staaten wie Polen, Ungarn und die USA Regierungen mit diesen extremen Ungleichheitspositionen gewählt. Ein gemeinsames Merkmal der Wähler*innen dieser Parteien ist Männlichkeit, ein anderes Merkmal deren geringe Bildungszertifikate. Mit dem Begriff der „proletarischen Protestmännlichkeit“ versucht Andreas Kemper dieses Phänomen zu beschreiben und zu erklären!

Das ist der dritte und letzte Vortrag im Rahmen der Aktionswoche Gesellschaft.Macht.Geschlecht zu der das Gleichstellungsreferat der Universität Konstanz einlädt.

Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz am Montag, 5. Dezember 2016, um 18:15 Uhr im Studium Generale der Universtät Konstanz

Die Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma kulminierte im Völkermord unter nationalsozialistischer Ägide. Die Leiden der verfolgten und deportierten Sinti und Roma waren mit dem Ende des NS-Regimes nicht beendet. Die Diskriminierung dauerte mindestens bis in die 1970er Jahre. Die Ablehnung der Anträge auf Entschädigung wurde von den Behörden mit den gleichen rassistischen Vorurteilen begründet, die vom NS-Staat zur Bekämpfung der Minderheit benutzt wurden: „Zigeuner“ seien aus Veranlagung kriminell, ihre Internierung im Dritten Reich habe deshalb nur polizeilich notwendige vorbeugende Gründe gehabt, die Haftbedingungen seien harmlos gewesen und die Verfolgung habe sie weniger geschmerzt als andere Menschen. Vom Genozid wollten Politiker, Behörden, Gutachter, Mitbürger nichts wissen. Erst spät gaben Gerichte den Klagen von Sinti und Roma auf Entschädigung recht.

Mit der Zuwanderung von Roma werden Ängste geschürt und Gefahren beschworen, die uns durch Migration angeblich drohen. Vorurteile und Feindbilder, die pauschal auf alle Roma aus Südosteuropa projiziert werden, sind Gründe zur Ausgrenzung und Diskriminierung. Und wer angesichts bettelnder Kinder und Frauen von deren Menschenwürde spricht, muss sich naiv nennen lassen.
Die Angehörigen der autochthonen Minderheit deutscher Sinti und Roma treten für die Mehrheit der Deutschen dagegen kaum in Erscheinung. Sie sind integriert, wohnen und arbeiten so unauffällig wie ihre Nachbarn, geben sich nicht zu erkennen, weil sie das Stigma fürchten, wenn sie sich als „Zigeuner“ outen. Einige Musiker und Sportler haben es getan, nachdem sie Prominentenstatus erreicht hatten und keine Schmähung und keinen Karrierenachteil mehr fürchten mussten.

Das Verhältnis der größten ethnischen Minderheit Europas zur jeweiligen Mehrheit wird durch Traditionen, überlieferte Ressentiments, Legenden, Bilder bestimmt. Dazu kommt eine neue visuelle Wahrnehmung: Roma-Zuwanderer aus Südosteuropa werden als „aggressive Bettler, als Sozialschmarotzer gesehen. Dies nährt den Antiziganismus.

Wolfgang Benz, Historiker, bis März 2011 Professor und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Gastprofessuren u.a. in Australien, Bolivien, Nordirland, Österreich und Mexiko, zahlreiche Publikationen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zu Nationalsozialismus, Antisemitismus und Problemen von Minderheiten, zuletzt: Die Feinde aus dem Morgenland. Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet (München 2012), Theresienstadt. Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung (München 2013), Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit. Über das Vorurteil Antiziganismus (Berlin 2014); Der Widerstand gegen Hitler (München 2014), Herausgeber mehrerer Buchreihen, Mitglied im P.E.N.

Quelle: https://www.uni-konstanz.de/veranstaltungsmanagement/zentrale-veranstaltungen/studium-generale/

Film: „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant’Anna di Stazzema“

Der Dokumentarfilm von Jürgen Weber läuft am 21.11.2016 um 20 Uhr im Scala Kinocenter, Konstanz

Im nordtoskanischen Bergdorf Sant’Anna di Stazzema wurden im Sommer 1944 rund 560 Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder, von Einheiten der Waffen-SS teils unvorstellbar grausam umgebracht. 2015 wurde das Verfahren gegen den letzten noch lebenden Kriegsverbrecher dieses Massakers in Deutschland eingestellt.

In seinem Autorenfilm „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant’Anna di Stazzema“ zeichnet Jürgen Weber historische und juristische Sachverhalte nach. Der Film lässt aber auch den Erinnerungen und Emotionen der Überlebenden Raum. Allesamt damals als Kinder buchstäblich den Leichenbergen entstiegen und verwaist. Auf das erste Trauma folgte das der in Italien verspäteten, in Deutschland verhinderten juristischen Aufarbeitung. Die Opfer wollen keine alten Männer im Gefängnis sehen. Nicht Rache wollten sie, sondern die Anerkennung des Unrechts und der Schuld der Täter – auch und gerade von offizieller deutscher Seite.

„Das zweite Trauma“ – das sind über Jahrzehnte versteckte Ermittlungsakten in Italien. Ein von deutschen Behörden verschlepptes Ermittlungsverfahren. Eine Einstellungsbegründung der Staatsanwaltschaft Stuttgart, welche die Grausamkeit und die niedrigen Beweggründe der Täter als Mordmerkmal nicht erkennen wollte. Ein ganz besonderes Werk. Eines der letzten Zeugnisse von NS-Verbrechen – das Zeugnis der Kinder des Massakers von Sant´Anna. Eine schonungslose Aufklärung über ein lang verdrängtes Kapitel deutsch-italienischer Realität.

Der Regisseur ist anwesend und es wird im Anschluss eine Möglichkeit zur Diskussion angeboten.

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Schluss mit der Unterstützung des Erdogan-Regimes! Solidarität mit der HDP!

Aufruf zu einer Kundgebung gegen das Erdogan Regime am Freitag, 11. November 2016, 17 Uhr auf der Marktstätte in Konstanz

In der Nacht des 4. November haben in der Türkei Sondereinheiten der Polizei Selahattin Demirtas und Figen Yüksedag verhaftet, die beiden Vorsitzenden der HDP (Demokratische Partei der Völker), neun weitere Abgeordnete der drittstärksten Partei im türkischen Parlament wurden ebenfalls festgenommen. Mit diesem vorläufig letzten Höhepunkt eines seit Monaten währenden Feldzugs gegen die demokratische, linke und kurdische Opposition demonstriert der türkische Staats¬präsident Erdogan unmissverständlich, dass er eine Diktatur unter seiner Führung errichten will.

Den misslungenen Putschversuch hat er zum willkommenen Anlass für eine massive Säuberungswelle genommen. Die Staatsmacht hat seither tausende Aktivist*innen, Journalist*innen, Beamt*innen, Lehrer*innen suspendiert und eingesperrt, manche wurden gefoltert. Dutzende von Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen sind inzwischen verboten worden, zuletzt traf es die international renommierte Zeitung Cumhüriyet. Im Südosten des Landes führt der Autokrat einen unerklärten Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, der inzwischen hunderte von Todesopfern gekostet hat. Mit brutaler Repression geht das AKP-Regimegegen alle vor, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen wollen.

In dieser Situation braucht die demokratische Opposition in der Türkei, braucht die kurdische Bewegung unsere Unterstützung. Solidarität mit der HDP ist für alle Demokraten in Europa das Gebot der Stunde. Wir rufen dazu auf, die Proteste gegen die Errichtung einer Diktatur in der Türkei zu unterstützen und sich für die Freilassung der verfolgten HDP-Politikerinnen und Politiker einzusetzen.

Wer jetzt noch an einer Zusammenarbeit mit Erdogan festhält, wird zum Komplizen bei dessen Verbrechen. Erdogan und die AKP sind Teil des Problems, nicht der Lösung. Mit dem Krieg gegen die Kurden in der Türkei und der Unterstützung islamistischer Terrorgruppen in Syrien gehört Erdogan zu den Fluchtverursachern in der Region. Die Visafrage und auch die Flüchtlingsfrage dürfen keine Angelegenheiten sein, für die im Gegenzug ein Schweigen gegenüber den massiven Verletzungen der Presse- und Meinungsfreiheit, der Verfolgung der Opposition und den Massakern an Kurden in der Türkei erkauft wird.

Deshalb fordern wir den sofortigen Stopp der Waffenlieferungen, der polizeilichen Kooperation und den Abzug der Bundeswehr aus der Türkei. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die EU-Beitrittshilfen an Ankara eingefroren werden. Auch das PKK-Verbot muss endlich fallen, mit dem die deutsche Justiz kurdische Aktivist*innen kriminalisiert. Die Zeit der Worte ist vorbei. Es reicht nicht mehr, besorgt und alarmiert zu sein. Es ist die Zeit zum Handeln – für uns alle.

Aufrufende:

ATIK, Café Mondial Konstanz e.V., DIDF, DIE LINKE Konstanz, Die Partei, DKP Bodensee, Forum Azilon – Asyl und Menschenrecht Konstanz, Grüne Hochschulgruppe Konstanz, Jugend und Kultur e.V. Konstanz, Juso-Hochschulgruppe Konstanz, Konstanzer Friedensinitiative, Linksjugend[’solid], dielinke.SDS Uni Konstanz, Linke Liste Konstanz, Rote Hilfe Konstanz-Bodensee e.V., SP Thurgau, Stadttheater Konstanz, Terres de femmes, ver.di-Ortsverein Medien im Landkreis Konstanz, Verein demokratischer ArbeiterInnen und Jugendlicher Bodensee e.V., VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz

Filmvorführung „Viktors Kopf“ im Scala

Dokumentarfilm von Carmen Eckhardt am 10. November 2016, 20 Uhr im Scala-Kinocenter Konstanz

Urgroßvater Viktor sei verschollen, so lautete die Familiensaga jahrzehntelang. Niemand hatte eine Ahnung, was eigentlich mit ihm passiert war. Intensives Nachfragen vor ein paar Jahren brachte die schreckliche Wahrheit ans Licht. Gegen das Familientabu und eigene Ängste nimmt Regisseurin Carmen Eckhardt den Kampf auf, die Hintergründe seines Schicksals aufzudecken: Georg Viktor Kunz wurde von den Nazis enthauptet, weil er im Widerstand gegen das Hitlerregime eine tatkräftige Rolle spielte.

Die Recherchen der Urenkelin entwickeln sich zu einer teils erschütternden, teils abstrusen Odyssee durch deutsche Amtsstuben und Gerichte, in Archive und Museen, in ein Anatomisches Institut und zu einem Gräberfeld. Anhand von Fotos, Dokumenten und Briefen werden Spuren von Viktors vergessener Geschichte aufgedeckt.

„Viktors Kopf“ erzählt schonungslos, persönlich und emotional eine Zeitreise zwischen NS- Vergangenheit und Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit, in der die Grenzen sich in manchen Momenten zu verwischen scheinen und der Mut der Widerstandskämpfer heute noch für Verwirrung und Abwehr sorgt. Es geht um den lebensbedrohlichen Mut von damals und den Mut, den es heute braucht, ein Tabu zu brechen und die Verbindung zur eigenen Geschichte zu suchen.

Die Regisseurin ist anwesend und es wird im Anschluss eine Möglichkeit zur Diskussion angeboten.

Gailinger Juden und ihre Verbindung zu Konstanz

Vortrag von Joachim Klose (Jüdisches Museum Gailingen) bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November 2016 um 19:30 Uhr im Konstanzer Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal

Kurz nach dem 30-jährigen Krieg – zu einer Zeit, in der die Städte um den Bodensee herum sich weigerten Juden innerhalb ihrer Mauern aufzunehmen – ließen sich Juden in Gailingen und in den weiteren Judendörfern im Hegau nieder. Mit dem Gesetz über die bürgerliche Gleichstellung von 1862 erlangten die Israeliten im Großherzogtum Baden auch die Freizügigkeit. In Städten wie Konstanz entstanden nach über 300 Jahren wieder jüdische Gemeinden u.a. durch Zuzug aus dem Hegau.

Auch anhand von Biografien ausgewählter jüdischer Familien skizziert Joachim Klose die engen Verbindungen zwischen den jüdischen Landgemeinden und der 1863 in Konstanz neugegründeten Israelitischen Gemeinde, deren 1883 erbaute Synagogen am 10. November 1938 zerstört wurde und die in den Folgejahren durch Vertreibung und Deportation komplett ausradiert wurde.

Eintritt: frei

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ in Kooperation mit Amnesty International – Gruppe Konstanz, Deutsch Israelische Gesellschaft Bodensee Region (DIG), Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Katholische Hochschulgemeinde Konstanz, Konstanzer Friedensinitiative, Kulturbüro der Stadt Konstanz, Synagogengemeinde Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V., Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. – Landesverband Baden-Württemberg, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz.

Antisemitismus und die AfD – eine Strafanzeige gegen Wolfgang Gedeon

Vortrag von Lasse Stodollick am Do., 27.10.2016 um 19 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Wolfgang Gedeon vom Kreisverband der AfD Konstanz-Singen schreibt ein Buch über den „Grünen Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“, darin zu finden: frauenfeindliche und anti-migrationsrassistische Parolen, antisemitische Stereotype und Verschwörungstheorien. Einige schreien da „Meinungsfreiheit!“, um jeder Kritik zuvorzukommen. Doch Meinungsfreiheit schützt nicht jede Aussage. Unser Referent hat sich vor einem Jahr entschieden gegen Gedeon Strafanzeige wegen Volksverhetzung zu stellen. Wie das ausging und wo man dem Antisemitismus in der AfD begegnet wird Lasse Stodollick – promoviert in Geschichte an der Uni Konstanz – berichten.

Quelle: Input Konstanz

Stilles Gedenken für 112 deportierte Juden und Jüdinnen

Am 22. Oktober 1940 wurden über 6500 jüdische Bürger und Bürgerinnen aus Baden und der Saarpfalz – unter diesen auch 112 Konstanzer – in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Zahlreiche Deportierte kamen in Gurs und anderen südfranzösischen Lagern ums Leben, Tausende wurden ab 1942 in die Vernichtungslager in den Osten deportiert und ermordet.

Aus diesem Anlass lädt die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz“ am 22. Oktober um 18.00 Uhr zum stillen Gedenken an die Stele für die deportierten Juden in der Bahnhofstraße. Wir werden für jedes der 112 Opfer, die alle namentlich auf der Stele genannt sind, eine Kerze anzünden und die Namen verlesen. Von Konstanzer Schülerinnen und Schülern werden dazu passende literarische Texte gelesen.

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Selbstbestimmung von Frauen durch Bildung Das Projekt LAKIA in der Negev-Wüste

Vortrag von Ines Fischer am Dienstag, 22.11.2016 um 19:30 Uhr in der VHS Konstanz

Der Alltag arabischer Beduinen ist durch den andauernden Israel-Palästina-Konflikt geprägt. Sie sind permanenten Diskriminierungen durch die Mehrheitsbevölkerung ausgesetzt. Die beduinischen Mädchen und Frauen sind besonders betroffen, da die Gesellschaft stark patriarchalisch und religiös-konservativ geprägt ist. Die Initiative LAKIA setzt sich hier für Empowerment und Bildung von Mädchen und Frauen ein. Neben einem mobilen Bücherbus werden Englischkurse, Camps in den Sommerferien sowie Diskussionsrunden für junge Beduinenfrauen zum Thema Frauenrechte durchgeführt. Außerdem baut die Organisation im Rahmen des Projekts „Desert Embroidery“ einkommensschaffende Maßnahmen auf, die den Frauen alternative Einkommensquellen und Wege in die finanzielle Unabhängigkeit bieten.

Eintritt 6 Euro

Orga: vhs + Terre des Femmes

Waffenexport aus Deutschland – Flüchtlinge nach Deutschland. Zwei Seiten einer Medaille?

Vortrag von Kiflemariam Gebre-Wold am Mi., 12.10.2016 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz. Eintritt 6 EUR.

Deutschlands Verfassung ist dem Frieden verpflichtet. Trotz, dieses Regelwerks, sind in dutzenden Ländern deutsche Waffen im Einsatz und es gibt kaum einen Konflikt auf dem Globus wo deutsche Waffen nicht zu finden sind. Die Region um den Bodensee ist nicht nur eine Tourismusregion, sondern produziert auch Kriegswaffen. Das Land der Dichter und Denker, lebt von Waffenexport.

Während die Waffenindustrie für ca. 12 Mrd. € exportiert hat, beläuft sich die offizielle deutsche Entwicklungshilfe auf rund 7Mrd. €.

Der Vortrag wird Deutschlands Rolle als Rüstungsexporteur beleuchten, die zerstörerischen Wirkungen von Waffen am Horn von Afrika darstellen, die Frage nach einer verantwortungsbewussten Außenpolitik stellen, um Rüstungskonversion zu thematisieren.

Geboren in Äthiopien ist Gebrewold seit über 30 Jahren im ökumenischen Kontext in der Entwicklungshilfe/Rüstungsfragen beruflich unterwegs. Hochschulbildung in Deutschland, Abschlüsse: Agraringenieur (tropische Landwirtschaft), mit richtiger Ausbildung als Landwirtschaftsgeselle, Zweitstudium Magister: Publizistik und Entwicklungspolitik. Berufliche Stationen: 18 Jahre in der praktischen Entwicklungshilfe: Nothilfe, Rehabilitationsmaßnahmen und langfristige Entwicklungshilfeprojekte. Die Einsätze im Ausland wurden hauptsächlich über Dienste in Übersee organisiert und vor Ort in Kooperation mit UN, GIZ, EU durchgeführt. Die Projekte reichten von klassischen Projekten wie Landwirtschaft/Ernährungssicherung, über fokussierte Genderförderung, bis hin zu Konfliktmanagement/Demobilisierung von ehemaligen Guerillakämpfern. 12 Jahre Arbeit in der entwicklungspolitischen Bildung, als entwicklungspolitischer Journalist (ARD, epd), Gutachter für Entwicklungshilfe. Ca. 25 Länder Afrikas bereist bzw. in der Elfenbeinküste, Kenia/Tansania, Äthiopien beruflicher Aufenthalt und auch mit beruflichen Kurzreisen nach Südostasien.

Organisiert von vhs + Friedeninitiative Konstanz + TERRE DES FEMMES