Tag-Archiv für 'festival'

Laugh up! Stand up! Rassismuskritisches Humorfestival 2016

Auf zur zweiten Runde vom rassismuskritischen Humorfestival, am 27. – 29. Oktober 2016 in der Shedhalle Zürich!

Wer das letztjährige rassismuskritische Humor-Festival in der Zürcher Shedhalle verpasst hat, erhält im Oktober 2016 eine zweite Chance.

Kaum jemand hätte sich den Riesenerfolg des letzten Jahres träumen lassen. Zweifelnde Fragen darüber ob und wenn ja wie Humor und ernsthafter Antirassismus zusammengehen, wurden schon beim ersten Mal ausgeräumt – die Antwort lautet: es kommt schlicht darauf an, auf die feinsten Nuancen und Tempi in der politisch-künstlerischen Kommunikation.

Ein Augen- und Ohrenschmaus für diejenigen, die sich auch in ihrem Alltag nicht scheuen, rassistischen Statements entgegenzutreten, egal ob sie zwischen den Zeilen, als „Witz“ oder als agressives Ressentiment daherkommen.

Was wird diesmal geboten?

Infos und Tickets unter:



Aus der Ankündigung:

Hinter dem Humorfestival steht die Idee, gemeinsamen gegen rassistische Praktiken anzulachen und herauszufinden, wie wir die Spielregeln unseres Alltags ändern können. Mit dabei sind nicht nur Humortalente wie der Welt schönster Integrationsalbtraum Jilet Ayse, der todesmutige Michel Abdollahi, der für seine Nazidorf-Doku den Deutschen Fernsehpreis gewann, oder der topoptimierte Effizienz-Slammer Fitim Litfiu, sondern auch Expert_innen aus Medien und Forschung, die sich mit Humor, Rassismus, Islamophobie und Antisemitismus in der Gegenwart beschäftigen.

Programm

Donnerstag, 27.10.2016

19:30 Uhr
Jilet Ayse : „Ghettolektuell“ – Stand-up Comedy (Idil Baydar, Berlin)
Shedhalle Zürich

Freitag, 28.10.2016

20:00 Uhr
Laugh against the machine 2016 – Slam Poetry
Michel Abdollahi (Hamburg) präsentiert Gabriel Vetter, Fatima Moumouni, Fitim Lutfiu, Amina Abulkadir, Etrit Hasler, Robin Bhattacharya und Renato Kaiser
Aktionshalle, Rote Fabrik, Zürich

Samstag, 29.10.2016

17:00 Uhr
Mit Hate Poetry gegen Burkaverbot und ISIS? Lachkämpfe mit dem Islam. Im Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus und weiteren Gästen
Shedhalle Zürich

19:00 Uhr
Michel Abdollahi: „Reise in eine Nazidorf oder wie weit reicht Humor?“
Werkschau mit Gespräch
Shedhalle Zürich

20:15 Uhr
Ugur Gükin (Zürich): «Multimediale Stand Up For Your Right Comedy»
Shedhalle Zürich

22:00 Uhr
Gustavo Nanez (Zürich): «Mustafa»
Mana Bugallo (Argentinien), Spoken Words & Song
Ntando Cele (Bern): «Being an (antiracist?) Activist for Dummies» – Performance

Clubraum, Rote Fabrik, Zürich

Vgl.: Laugh up. Stand Up. Linksrhein, 13.11.2015

Filmfestival „Horizontale“ vom 21.-24.1.2016 im scala Konstanz

Das Filmfestival „Horizontale“ holt das Thema Prostitution in die Innenstadt. Ganz im Zeichen der Imperia, der imposante Hübschlerin, die sich im Hafen vor dem Konzilgebäude zeigt.

Vier Tage lang beleuchten vielfältige Spielfilme, Dokumentationen und ein kritisches Rahmenprogramm das Thema.

Veranstaltet wird das Festival von der Konzilstadt Konstanz gemeinsam mit dem Scala-Kinocenter und dem Verein Hydra, der Berliner Beratungsinstanz für Prostituierte.

Highlights sind die Weltpremiere der Dokumentation „Sexarbeiterin“ und der in Marokko produzierte und dort verbotene Spielfilm „Much Loved“, der in Konstanz noch vor Bundesstart zu sehen sein wird.

Einzelticket: 8€; 5-Sterne-Ticket mit 5 Eintritten: 32,50€

Programmübersicht: (auch als PDF)

Donnerstag, 21.01.16

19 Uhr: Eröffnung des Festivals
Peeping Tom – Erregungsproduktion haptisch und optisch
Impulsreferat von Dr. Albert Kümmel-Schnur

20 Uhr: Sexarbeiterin (Weltpremiere)
Dokumentation, 2016, Deutschland, 96 Min., FSK 18, Regie: Sobo Swobodnik
Im Anschluss Fragerunde mit dem Filmteam und Premierenfeier

Freitag, 22.01.16

17 Uhr: Jung & schön
Spielfilm, 2013, Frankreich, 94 Min., FSK 16, Regie: François Ozon
Im Anschluss Expertengespräch

20 Uhr: Traumland
Spielfilm, 2014, Schweiz, 99 Min., FSK 12; Regie: Petra Volpe
Im Anschluss Expertengespräch

Samstag, 23.01.16

14 Uhr: Lilja 4-ever
Spielfilm, 2003; Schweden, Estland; 109 Min., FSK 12, Regie: Lukas Moodysson
Im Anschluss Diskussion „Sexarbeit 2016″

17.30 Uhr: Princesas
Spielfilm, 2005, Spanien, 113 Min., FSK 16, Regie: Fernando León de Aranoa
Im Anschluss Expertengespräch

20.30 Uhr: Much Loved
Spielfilm, 2015, Marokko, 108 Min., Regie: Nabil Ayouch
Mit Einführung vor dem Film

23 Uhr: Festivalparty im K9
Eintritt: 5 € / 3 € mit Kinoticket von Much Loved

Sonntag, 24.01.16

11 Uhr: Das Mädchen Rosemarie
Spielfilm, 1958, Deutschland 101 Min., FSK 12, Regie: Rolf Thiele
Im Anschluss Gespräch zu Film und Kriminalfall

14 Uhr: Frauenzimmer
Dokumentation, 2010, Deutschland, 74 Min., FSK 12, Regie: Saara Aila Waasner
Im Anschluss Fragerunde mit dem Filmteam

16.30 Uhr: Haus der Sünde
Spielfilm, 2012, Frankreich, 125 Min., FSK 16, Regie: Bertrand Bonello
Im Anschluss Diskussion „Von der Hübschlerin zur´Sexarbeiterin“

20.30 Uhr: Irina Palm
Spielfilm, 2007; Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, 103 Min., FSK 12, Regie: Sam Garbarski
Mit Festivalrückblick vor dem Film

Quelle: http://www.cinestar.de/de/kino/konstanz-scala-kinocenter/veranstaltungen/horizontale-filmfestival-zu-prostitution/

Festival contre le racisme in Konstanz

Antirassistische Veranstaltungen, Workshops und Vorträge vom 16. 6. bis 27. 6. 2014 an der Universität Konstanz. Organisiert vom AStA und dessen Gleichstellungsreferat

Programm:

Von "Fair and lovely" und "Black is Beautiful": Anti-Rassismus in zeitgenössischer indischer Kunst.

Datum/Uhrzeit: Montag 16.06.  15Uhr-17Uhr

Ort: Uni – Raum F 427

Rebecca John BA Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, Kuratorin der Ausstellung "Wo/Man. From the personal to the political", Sir J. J. School of Art, Mumbai.

Rassismus kennt viele Formen, und das weltweit. Fernab von europäischen Perspektiven und Orientalismus versucht dieser Vortrag, den indischen Blick auf das Konstrukt „Rasse“ und das Phänomen des dort gelebten Rassismus nachzuvollziehen: Hierarchische Strukturen und daraus resultierende Diskriminierung haben in Indien eine lange Geschichte. In wieweit Kaste und Rasse verglichen werden können, ist umstritten. Dass Hautfarbe und Ethnizität in der größten Demokratie der Welt den Alltag der meisten Menschen bestimmen und „Andersartigkeiten“ zu zahlreichen Konflikten in diesem multiethnischen Staat führen, ist jedoch Fakt. Der Blick auf die Kunst als sozio-politischer Seismograph verspricht neue Einsichten: Wie nehmen junge zeitgenössische Künstler_innen Rassismus wahr und wie machen sie ihn problematisierend in ihren Werken und Interventionen sichtbar?
 

Was uns weiß macht, macht was mit uns

Von den Bildern in unseren Köpfen

Datum/Uhrzeit: 16.06 18:00

Ort: R512

Mutlu Ergün-Hamaz, Soziologe, Autor und Performer

Rapper und Rapperin, kann gut tanzen, ist kriminell, ist warmherzig, betet, begeht Ehrenmord, unzivilisiert, hat was gegen Schwule und Lesben, trägt Kopftuch, will sich nicht anpassen, fanatisch, gastfreundlich, … dies ist nur eine kleine Auswahl an Bildern, mit denen People of Color tagtäglich konfrontiert sind. Was haben diese Bilder mit der Lebenswirklichkeit von Weißen Menschen zu tun? Sie bestimmen noch sehr viel im Leben von Weißen – lange nach dem Ende des Kolonialismus in Deutschland. Können wir dieses Schablonendenken durchbrechen? Mutlu Ergün-Hamaz unternimmt einen Versuch.
 

Self organization: What  does Solidarity mean in the Refugee struggle

Datum/Uhrzeit:18.06 19:00

Ort: Treffpunkt Petershausen

Rex Kol -  Refugee activist

Language: English with German translation

Since the abolition of the right for asylum in Germany 20 years ago, self organized refugee organizations are fighting for their rights and against a continuous system of injustice that refugees suffer in isolation and deprivation in order to live a life of human dignity in Germany. Many laws are depriving them from basic human rights, as for example the system of food vouchers, Residenzpflicht, placement in so called “communal accommodation” with devastating living conditions, the prohibition of labor and many more.  A lot of these laws are meant to isolate refugees from German society and therefore make it easier for the BRD to continue the cruel system of discrimination, deprivation and deportation. 

The workshop will focus on the struggle of refugees and the question of how this fight can be supported in order to break the isolation imposed by the German government together. Furthermore the aim is to bring the repressions refugees have to face to a broader audience and inform about possibilities of support and solidarity for local and nationwide refugee struggle. 
 

„Auslöser, Verlauf und mediale Verhandlung der (Anti-)Rassismus-Debatte in Deutschland“

Referent*in: Julius Franklin (Vorstand – Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V.)

Datum/Uhrzeit: 23.06. 18.45Uhr – 22Uhr (insgesamt 90 Minuten)

Ort: Universität D 432

Öffentliche Debatten um den Umgang mit rassistischen Begriffen, wie beispielsweise mit denen in Kinderbüchern, sind nicht neu. Selten aber wurden sie auf diese Weise in den Massenmedien und Weblogs verhandelt. In diesem Vortrag wird die jüngste Debatte analysiert und aufgezeigt, wie Rassismen in der medialen Verhandlung reproduziert wurden. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Sprache und Worten. Wie und durch wen wird Rassismus in den Medien sichtbar gemacht? 
 

*** Rechtspopulismus als politische 'Alternative für Deutschland'? ***

Datum/Uhrzeit:25.06. 19.00 uhr 

Ort: Universität Raum C 432

Referent: Lucius Teidelbaum   

Rechtspopulismus zeichnet sich weniger durch festgelegte Inhalte aus,  als vielmehr durch einen spezifischen Stil des 'Politik-machens'. Marcus  Buschmüller vom „Antifaschistischen Informations- und  Dokumentations-Archiv“ (AIDA) in München spricht in einem Beitrag vom  „kampagnenartige[n] Aufgreifen konfliktreicher gesellschaftlicher  Themen“.

Versuche mit Rechtspopulismus auf Stimmenfang zu gehen gab es auch in  Deutschland viele. Lange Zeit waren RechtspopulistInnen damit aber nur  regional erfolgreich. So gewann beispielsweise die „Partei  Rechtsstaatlicher Offensive“ unter ihrem Vorsitzenden Schill als  rechtspopulistische Law&Order-Partei aus dem Stand heraus in Hamburg  fast 20% der Stimmen.

Mit dem Aufkommen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) besteht nun  die Gefahr, dass in Deutschland mit Rechtspopulismus bundesweit  erfolgreich Politik gemacht werden könnte.

In dem Vortrag soll geklärt werden, was Rechtspopulismus ausmacht, wie  er bisher aufgetreten ist, unter welchen Bedingungen er erfolgreich ist  und es soll der rechtspopulistische Gehalt der AfD untersucht werden. Im Anschluss wird es noch Zeit für Fragen, Kritik und Diskussion geben."
 

'white charity' – Schwarzsein & Weißsein auf Spendenplakaten

Referent*in: Timo Kiesel im Filmgespräch

Datum/Uhrzeit: 26.06. / Einlass ab 18:45 Uhr, Filmstart ab 19:00 Uhr, danach Filmgespräch

Ort: Uni, Raum A 703, in Kooperation mit dem Lumiére-Kino

Werbeplakate von entwicklungspolitischen  Organisationen wie 'Brot für die Welt', 'Welthungerhilfe',  'Kindernothilfe' oder 'Care' prägen das Bild auf Straßen, Plätzen, in  Bahnhöfen und U-Bahnen in Deutschland.

Sie haben einen großen Einfluss darauf wie in Deutschland Schwarze und weiße Identitäten konstruiert werden. Der Dokumentarfilm analysiert die  Spendenplakate aus einer rassismuskritischen, postkolonialen  Perspektive.

 'white charity' stellt unterschiedliche  Perspektiven vor: Ausgehend von den Spendenplakaten diskutieren  Vertreter_innen von Hilfsorganisationen mit Wissenschaftler_innen über  Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und  Machtstrukturen.

'white charity' ist eine exemplarische  Auseinandersetzung mit Rassismus in Bildern, die weit über den  entwicklungspolitischen Horizont von Bedeutung ist und unterstützt einen  schärferen Analyseblick auf Bilder in kommerzieller Werbung, Print und  TV.

Ein Film von Carolin Philipp und Timo Kiesel

Festival contre le racism an der Uni Konstanz

3.6. Carolin Ott → 19.45 Uhr in K5 (Unter der Mensa)

Input und Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Weltecke, Dr. Blome und Dr. Rath:
theoretisch richtig – praktisch uneindeutig: rassismuskritisches Handeln zwischen Theorie und Praxis

Der Input mit Einführungscharakter möchte einige praxisrelevante Aspekte verschiedener Rassismustheorien aufzeigen. Widersprüche für die antirassistische Arbeit ergeben sich so unter anderem aus dem Wunsch nach moralischer Verurteilung des Rassismus und der Erkenntnis seiner gesellschaftlichen Normalität. Ebenso auch aus den persönlichen Positionierungsmöglichkeiten von antirassistisch Tätigen im Spannungsfeld zwischen eigenen Privilegierungen und stellvertretender Ermächtigung. Inwiefern sie Reflektionspotentiale für ein informiertes rassismuskritisches Handeln bereitstellen können, soll anhand von Beispielen in der offenen Diskussion zur Sprache kommen.

Carolin Ott ist die fzs-Koordinatorin des bundesweiten festival contre le racisme im Jahr 2013 und Antidiskriminierungsreferentin der Fachschaftskonferenz der Universität Heidelberg.

4.6. Robin Brodt → 19.00 Uhr G309

Hippe Nazis? Neue Organisationsformen rechter Jugendkulturen und neonazistische Styles & Codes.

Die rechte Szene verändert sich fortwährend. Freilich nicht in Bezug auf ihre charakteristisch menschenverachtenden Ansichten, wohl aber in Formen der Erscheinung und Aufnahme (pop)kultureller und sonstiger medialer Einflüsse. Der Vortrag handelt daher von wandelnden Selbstdarstellungen und Organisationsformen der rechten bzw. neonazistischen Szene in Deutschland.

Robin Brodt ist freier Referent der Landeszentrale für politische Bildung BW und Trainer des Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.

Hinweis: Der ehemalige Konstanzer Robin Brodt arbeitet in dem von linker Seite scharf kritisierten ([1] [2] [3]) Projekt „TEAM meX“. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt zw. der Landeszentrale f. pol. Bildung und dem Verfassungsschutz.

5.6. Dorothea Weltecke → 19:00 Uhr D406

Rasse und Religion im Mittelalter

In dem wichtigsten Nachschlagewerk für diese Epoche, dem Lexikon des Mittelalters, gibt es keinen Eintrag zu “Rasse”. Von einer intensiven Erforschung der Kategorie Rasse wird man allgemein nicht sprechen können. Trotzdem sind einige interessante Fragen zu klären. Kann man sagen, dass Segregation und Diskriminierung im Mittelalter statt mit der Kategorie Rasse über die Religion begründet wurde? Wie wurden indessen z.B. Menschen mit afrikanischer Herkunft wahrgenommen? Zeigt die Debatte um die Reinheit des Blutes der Altchristen versus der getauften Juden auf der Iberischen Halbinsel im 15. Jahrhundert und der Antijudaismus insgesamt den Beginn des modernen Rassismus an? Schließlich diente die mittelalterliche Geschichte als Arsenal für moderne, rassistische Argumente. Wie war das möglich, und ist die Mittelalterforschung heute frei von Rassismus?

Dorothea Weltecke ist Professorin für die Geschichte der Religionen an der Universität Konstanz.

6.6. Dr. Harry Waibel → 19.00 Uhr A704

Rassisten in Deutschland – verleugnet und verdrängt?

Wie wurde mit Rassisten und ihren Taten in der DDR bzw. in der BRD umgegangen? Wie kam es, dass ost-deutsche Männer und männliche Jugendliche überproportional,gemessen an der Zahl der jeweiligen Bevölkerungszahl, als Täter beteiligt sind? Wie ist es möglich geworden, dass im Osten, gemessen an der Bevölkerungszahl, eine zwei- bis dreifach höhere Anzahl neo-nazistischer, rassistischer oder anti-semitischer Straftaten zu verzeichnen ist?

Seit der Aufdeckung der rassistischen Gruppe „NSU“ im November 2011 wird der Öffentlichkeit bewusst, dass es in den Sicherheitsinstitutionen, bis hinauf zur Ministerebene, kein signifikantes Bewusstsein für rassistische Inhalte und Strukturen gibt bzw. das die Hinweise auf rechtsterroristische Urheber für die Mordserie verleugnet und verdrängt worden sind. Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für die anti-rassistischen und anti-faschistischen Initiativen, um diese gefährliche Entwicklung zu stoppen und zurückzudrängen?

Harry Waibel ist freier Dozent an der VHS Steglitz und forscht als Historiker verstärkt zu den zu den Ursachen und zum Verlauf von Neo-Faschismus, Rassismus und Anti-Semitismus in der DDR.

14.6. Filmvorführung: Preview Screening!!! → Zebra Kino um 19.45 Uhr

„I CAN´T BE SILENT“ – The Refugees auf Deutschlandtour Zu Gast ist Die Regisseurin Julia Oelkers

Story
Musiker aus Afrika, Russland, dem Balkan und Afghanistan machen gemeinsam mit Heinz Ratz und seiner Band Strom & Wasser eine Konzerttournee. Das Besondere an dem Projekt: Einige der Künstler sind Asylsuchende in Deutschland. Wir haben sie einen Sommer lang mit der Kamera bei Konzerten und in ihrem Alltag begleitet.

Zwischen Rampenlicht und Isolation
Für einige Bandmitglieder bedeutet die Tour eine Gratwanderung zwischen zwei Extremen. Abends stehen sie auf der Bühne im Rampenlicht, am nächsten Morgen kehren sie zurück in die Isolation des Flüchtlingsalltags. Sie leben mit vielen Menschen auf engem Raum, haben keine Möglichkeit zu üben oder ihr Instrument zu spielen, sind von Abschiebung bedroht und haben traumatische Erfahrungen auf der Flucht gemacht. Ihr Aufenthaltsstatus ist unsicher, die Zukunft mehr als ungewiss. Ihre Unterkünfte liegen oft abgelegen am Rande der Städte und sie dürfen sich nicht ohne Erlaubnis frei innerhalb Deutschlands bewegen. Die Band bietet ihnen die Chance, diese Isolation zu durchbrechen.

Der Film macht die Lebensbedingungen für Asylsuchende sichtbar, ohne die Protagonisten zu Opfern zu degradieren. Sie bleiben starke Persönlichkeiten, die mit ihrer Musik die Verhältnisse in denen sie leben müssen selbst thematisieren.

Mehr Informationen: www.startnext.de/refugees-doku

10.6. Prof. Dr. Boris Barth → Zimmerbühne, St. Johanngasse 2 – direkt beim Münsterplatz, ab 19 Uhr

Eugenik und technokratische Gesellschaftsutopien in den 1920ern und 1930er Jahren

Lange Zeit ist die Entstehung der Eugenik seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als ein wenig bedeutender Randaspekt der Geschichte des Rassismus angesehen worden. Intensive historische Forschungen im letzten Jahrzehnt haben dieses Bild grundsätzlich in Frage gestellt. Vor allem in den 1920er und 1930er Jahren hat es in sehr vielen westlich geprägten Staaten technokratische Visionen gegeben, durch eine „aktive“ und staatlich gesteuerte Politik die Qualität des eigenen Volkes zu verbessern, bzw. zu verändern. Die eugenische Politik des Nationalsozialismus stellte dabei die radikalste Variante dar, die aber keineswegs so isoliert war, wie zeitweise angenommen wurde: Zwangssterilisierungen von unerwünschten Personen hat es in Skandinavien und in den USA gegeben, eugenische Vorstellungen finden sich auch im Fürsorgewesen der Schweiz, und technokratische Vorstellungen von Bevölkerungspolitik gab es in Italien vor und während der faschistischen Diktatur. Der Vortrag stellt neuere Forschungstrends dar und geht auf zukünftige Perspektiven der historischen Analyse ein.

Boris Barth hat die Ergänzungsprofessur für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert an der Universität Konstanz inne. Er beschäftigt sich verstärkt mit Genozid und Völkermord im 20. Jahrhundert.

11.06. Eva Blome / Gudrun Rath (Konstanz) -> 19.00 Uhr G530

Weiße Wissenschaftswelt?

Kritische Perspektiven auf Rassismen in Wissenschaft und Universitäten
Welche Rolle spielen Rassismen in Wissenschaft und Wissenschaftsbetrieb? Inwiefern sind Methoden und Ergebnisse wissenschaftlichen Arbeitens auch heute noch durch eine eurozentristische Perspektive bestimmt? Welche Ausschlüsse und Diskriminierungen finden in der wissenschaftlichen Community statt? Angesichts einer Wissenschaft, die sich weiterhin häufig als ‚objektiv‘ und ‚neutral‘ versteht und sich zugleich zunehmend globalisiert, erscheint die Auseinandersetzung mit diesen Fragen eine wichtige Voraussetzung für einen selbstkritischen und reflexiven Blick auf die eigene wissenschaftliche Praxis zu sein. Dieser Herausforderung stellt sich der Vortrag – nicht zuletzt auch, indem diskutiert wird, in welcher Weise auch feministische Theoriebildung und Gender- sowie Gleichstellungspolitiken von einer Weißen Sichtweise geprägt sind und zur Marginalisierung anderer Perspektiven in der Wissenschaft und an den Hochschulen beitragen.

Gudrun Rath ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenscluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ am Lehrstuhl für Kulturtheorie und kulturwissenschaftliche Methoden der Universität Konstanz. Eva Blome ist ebenfalls Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Excellensclusters innerhalb der Neueren Deutschen Literatur.

12.6. Daniela Hrzán → 19:00 Uhr D406

„Beate, die braune Witwe“: Weißsein, Geschlecht und Nation in der medialen Berichterstattung über Beate Zschäpe

Welches Bild haben wir von Beate Zschäpe? Handelt es sich um eine kalkuliert handelnde rassistische Gewalttäterin und Terroristin oder vielleicht doch eher um ein Opfer der Umstände – eine Frau, die auf der Suche nach Anerkennung und Familienanschluss zum Werkzeug einer gemeinhin als patriarchal und äußerst maskulin geltenden rechtsextremen Szene avanciert ist? Unter Bezugnahme auf Ergebnisse der Rassismusforschung, insbesondere der kritischen Forschung zur Relevanz von Weißsein in Deutschland, sowie der Gender Studies soll die mediale Berichterstattung über Beate Zschäpe seit ihrer Festnahme im November 2011 anhand von Beispielen analysiert und vor dem Hintergrund historischer und aktueller Thesen zur Mittäterschaft von Frauen im Nationalsozialismus diskutiert werden. Der Verknüpfung der Kategorien ‚Weißsein‘, ‚Gender‘ und ‚Nation‘ kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Daniela Hrzán ist Dozentin am Lehrstuhl für Geschlecht und Geschichte am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin. Und lehrte ein Semester als Gastdozentin an der Universität Konstanz im Studiengang Gender Studies.

13.6. Teidelbaum → 19.45 Uhr im Radioraum

»Braunzone Bundeswehr?« / We(h)r macht Traditionen in der Bundeswehr?

Die Bundeswehr betreibt bis heute eine Traditionspflege, die irgendwo zwischen Führerbunker und 20. Juli anzusiedeln ist. Einerseits wurden einige Kasernen-Patenonkel nach starker Kritik von außen gestrichen, andererseits ist die Bundeswehr wieder ein „Heer im Einsatz“. Dieser Umstand führt offenbar dazu, sich wieder in die Tradition der letzten deutschen Armee im „Auslandseinsatz“ zu stellen. Es gibt in der Bundeswehr eine positive Bezugnahme auf so genannte „Stahlgestalten“, vermeintlich unbelastete Personen aus Wehrmacht und Kaiserreich mit besonderen militärischen „Leistungen“. Dabei wusste bereits Kurt Tucholsky: „Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Kriege getötet worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg.“ Einzelfälle gar Missverständnisse werden braune Vorkommnisse in der Bundeswehr von offizieller Seite gern genannt. Doch bei genauerem Hinschauen entdeckt man eher ein System dahinter, wobei einzelne Skandale nur die Spitze des Eisberges offenbaren. Offenbar gibt es eine neonazistische Subkultur in der Truppe. Ist die Bundeswehr also die größte Wehrsportgruppe Deutschlands oder doch nur ein Heer von Einzeltätern?

Der Referent ist Historiker, Autor für das antifaschistische Magazin „Der Rechte Rand“ und Mitarbeiter eines Monitoring-Projektes zum Thema „Extreme Rechte und Bundeswehr“ (http://braunzonebw.blogsport.de).

15.6. Jörn Menge → 19:45, A 704

Mit Musik gegen Rechtsextremismus

Im Rahmen der Kampagne „Laut gegen Nazis“ und der Vereinsarbeit dieser Organisation fanden in den letzten Jahren über achtzig Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und viele andere Aktionen bundesweit statt. Partner wie Die Fantastischen Vier, Sportfreunde Stiller, Gentleman, Silbermond, Revolverheld, Bela B. und viele weitere Musiker und Schauspieler reisten mit uns an Brennpunkte in Deutschland, um dort örtliche Initiativen direkt zu unterstützen. Mit einer breiten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit versucht „Laut gegen Nazis“ Zusammenschlüsse in der Zivilgesellschaft für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung zu schaffen. Dies geschieht sehr oft mit einem großen medialen Erfolg. Auch der Humor darf in der Auseinandersetzung mit dem Thema nicht fehlen. Comedians wie „Serdar Somuncu“ und viele andere nehmen sich ebenfalls des Themas an. Das NDR-Satire Magazin „extra3″ ist bereits langjähriger Partner von „Laut gegen Nazis“. Jörn Menge zeigt anhand von Beispielen, dass Musik und Humor durchaus legitime Mittel zur Bekämpfung des aktuellen Rechtsextremismus sind. Er wird über seine persönlichen Erfahrungen berichten, die er als Leiter der bundesweiten Kampagne „Laut gegen Nazis“ in der Praxis gesammelt hat. Ziel wird neben der Sensibilisierung zu den Themen Ausgrenzung, Rassismus, Rechtsextremismus usw. eine offene Diskussion zu diesen Themen sein.

Jörn Menge ist Musikmanager und gründete 2004 die Initiative „Laut gegen Nazis – Rechte Gewalt kann jeden treffen“.

18. 6. Dokumentarisches Theater: → 19.45 Uhr Zebra Kino

„Asyl-Monologe“ (Buch und Regie: Michael Ruf)

Die „Asyl-Monologe“ erzählen von Menschen, die Grenzen überwunden, Verbündete gefunden, ein „Nein“ nie als Antwort akzeptiert und unter aussichtslosen Bedingungen immer weitergemacht haben – mit dem Ziel eines Lebens in Sicherheit und mit Menschenwürde.
Das Projekt entstammt einem nationalen Netzwerk, der Bühne für Menschenrechte (BFM, das aus professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Musikerinnen und Musikern besteht, die sich der Aufgabe widmen, öffentliche Aufmerksamkeit für aktuelle Menschenrechtsfragen zu erzeugen. Die zentrale Aktivität des Netzwerks sind bundesweit dargebotene dokumentarische Theaterstücke, welche die Geschichten jener erzählen, deren Menschenrechte verletzt wurden bzw. werden (insbesondere von Asylsuchenden und Flüchtlingen) und die als Minderheiten Unterdrückung erleben. Die Produktionen werden basierend auf ausführlichen Recherchen und Interviews mit den Akteurinnen und Akteuren selbst und unter Beratung durch einschlägige Organisationen entwickelt. Als erste Lesung werden derzeit die Asyl-Monologe dargeboten.

Da dokumentarisches Theater unabhängig von einem etwaigen Interesse an Kunst für jede und jeden leicht zugänglich sind, öffnet es der breiten Öffentlichkeit die Tür zu einem Thema, bei dem ansonsten in der Zeitung weiter geblättert oder vor dem Fernseher umgeschaltet wird.

Mehr Informationen: www.buehne-fuer-menschenrechte.de

Quelle: http://www.asta.uni-konstanz.de/termine/veranstaltungen-parties-und-events/festival-contre-le-racisme/

Queeres Filmfestival im Zebra-Kino

Am Wochenende hat das diesjährige Filmfestival „Queergestreift“ im Zebra-Kino begonnen. Das „Queergestreift“ ist ein rein ehrenamtlich organisiertes No-Budget-Festival, das seit den 80er Jahren schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Filme zeigt. Die Filme werden auf einer gut gemachten Website präsentiert, die mit ausführlicher Filmbeschreibung und Trailern die Auswahl erleichtert.

http://queergestreift.com

Der Spielplan

Sa, 2. März 2013

20:00 We were here
22:15 Küss mich (Kyss mig)

So, 3. März 2013

20:00 Keep the lights on
22:15 Joshua Tree, 1951

Mo, 4. März 2013

20:00 Joshua Tree, 1951
22:15 We were here

Di, 5. März 2013

20:00 Küss mich (Kyss mig)
22:15 Keep the lights on

Do, 7. März 2013

20:00 Transpapa
mit Regisseurin Sarah Judith Mettke

22:30 Let my people go

Fr, 8. März 2013

20:00 Bumblefuck, USA
22:15 Transpapa

Sa, 9. März 2013

20:00 Let my people go
22:15 Nate and Margaret

So, 10. März 2013

20:00 Unter Männern
22:15 Bumblefuck, USA

Mo, 11. März 2013

20:00 Nate and Margaret
22:15 Unter Männern

Di, 12. März 2013

20:00 Queerfilmspiele
Queerer Kurzfilmabend und -wettbewerb