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Reitschule Bern: Sommerfest 2015 unter dem Motto „No Borders, No Nations“

Zum 1. August, dem vielgehassten Nationalfeiertag der Schweiz, veranstaltet die Reitschule Bern zum zweiten Mal das Reitschule-Sommerfest unter dem Motto „No Borders, No Nations“.

Aus der Ankündigung:

In Zeiten, in denen man täglich in der Zeitung lesen muss, dass wieder Flüchtlinge im Mittelmeer zu hunderten ertrinken, in verschiedenen Regionen Menschen für die Nation ihr Leben lassen und in ganz Europa rassistische Gruppierungen und Parteien im Aufschwung sind, wollen wir ein klares Zeichen setzen. Das Fest richtet sich gegen Nationalismus und Grenzen. Es steht für Vielfalt und ein alternatives Denken und Leben! Nicht zufällig veranstaltet die Reitschule das Openair am Wochenende des Schweizer Nationalfeiertags.

An beiden Tagen geht ein abwechslungsreiches Programm über die Bühne. Der Freitag steht ganz im Zeichen des Berner Hip Hop – mit bekanntem Special Guest. Anschliessend sorgen Techno- und House-DJs für tanzende Beine.

Der Samstag wir rockig und punkig. Wir freuen uns besonders auf Irie Révoltés (DE), War on Woman (USA) und viele weitere.

Damit nicht genug: An beiden Tagen bieten wir die Möglichkeit, die Reitschule auf einer Führung kennenzulernen. Am Samstagnachmittag gibt es auf dem Vorplatz einen gemütlichen Biergarten, begleitet von Singer-Songwriters. Für lustige Einstimmung auf die Nächte sorgen Konny und Yok.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalismus ist uns wichtig. Deshalb finden an den Nachmittagen Vorträge statt.

Wir veranstalten ein unkommerzielles Fest ohne Konsumzwang, Zäune und Eintritt. Wir bieten ein breites Getränke- & Essensangebot.

Um die Kosten zu decken, werden Solibändeli verkauft.

Quelle: http://reitschule.ch/reitschule/

Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Am 30. November kommt in der Schweiz die sog. Ecopop-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet Wohlstandschauvinismus und Rassismus mit restriktiver Bevölkerungspolitik in der Dritten Welt und verbrämt dies mit wohlklingendem, ökologisch angehauchten Vokabular. Seit Monaten laufen Gewerkschaften, linke Parteien, feministische Organisationen wie terre des femmes, antirassistische Initiativen und Einzelpersonen der Zivilgesellschaft dagegen Sturm. Am 1.11. ab 14:30 Uhr findet nun eine schweizweite Kundgebung und Demo gegen diese Initiative auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Demo am 1.11.2014 auf dem Bundesplatz in Bern

Die Befürworter der rechten Initiative, die sich anschickt, die vorausgegangene „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechten SVP in ihren rassistischen Konnotationen noch zu toppen, nennen sie „Volksinitiative“: „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Argumente der Initiativbefürworter erinnern deutsche Linke an Debatten der 80er und 90er Jahre, in denen es um Auseinandersetzungen mit rechten Ökologen1, Vertretern einer konservativen Entwicklungspolitik und frauenfeindlichen Bevölkerungspolitikern ging. Sie vertraten z.B. Zwangssterilisierungen in der Dritten Welt oder Thesen des reaktionären britischen Ökonomen Thomas Malthus. 2

Die Abstimmungsinitiative hat wohl aus früheren Debatten gelernt und kommt in einem Gewand daher, dass den Eindruck erweckt, als seien hier die reinsten Menschenfreunde, die fortschrittlichsten Ökologen und die ehrlichsten Demokraten unterwegs. Unter dem Strich geht es ihr jedoch um die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz, um eine Zurichtung der restlichen Zuwanderung auf den ökonomischen Nutzen für die Schweiz und um die Aufrechterhaltung des Reichtums der Schweiz, koste es so viele Menschenleben, wie es wolle. Ausführlich hierzu:

Die kritische Kunstinstitution Shedhalle, Zürich, zeigt in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Das Ende der Natur. Einige Widersprüche in aktuellen Diskussionen zu Ökologie und Krise“ von den beiden Künstlern Ralo Mayer und Tomash Schoiswohl. Sie wird am 13. November 2014 mit einer Podiumsdiskussion eröffnet und geht bis 1. März 2015.

http://shedhalle.ch

Fußnoten:

  1. Z.B. Herbert Gruhl, den Rechtsausleger der Partei die Grünen in ihrer Gründungsphase und sein Buch „Ein Planet wird geplündert“. Gruhl wurde früh aus der grünen Partei herausgeworfen und gründete eine eigene Partei, die ÖDP. [zurück]
  2. Zitat von Malthus: „„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“ [zurück]

Ausländerfeindschaft auch in der Schweiz in der Mehrheit

Am heutigen Sonntag, den 9.2.2014, stimmten 50,3% der schweizer WählerInnen für die sog. „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Sie folgen damit den rassistischen „Argumenten“ der SVP, die mehr oder weniger alle gesellschaftlichen Übel den AusländerInnen anlasten: Staus auf den Autobahnen, Lehrermangel, Defizite im Umweltschutz, Wohnungsnot, geringe Löhne, teure Mieten, you name it.

Aufruf zu Spontandemos in Bern und Luzern um 19 Uhr, in Zürich um 19:30 Uhr.

Hier der Berner Demoaufruf:

Die rassistische Masseneinwanderungsinitiative ist heute angenommen worden. Wir wehren uns gegen diese rechte Hetze und gehen in Bern spontan auf die Strasse!

Besammlung: 19.00 Uhr Heiliggeistkirche

Erneut ist eine rechtspopulistische Initiative von einer Mehrheit der Stimmberechtigten angenommen worden. Seit Jahren wird mit Angstpropaganda gegen Ausländer_innen gehetzt. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind weit in die Gesellschaft fortgeschritten. Die parlamentarische Linke hat dem argumentativ wenig bis nichts entgegenzusetzen und zog im Abstimmungskampf erbärmlich mit den Wirtschaftsvertretern und ihren Argumenten mit.

http://ch.indymedia.org/de/2014/02/91484.shtml

In Zürich wird für 19:30 Uhr, zum Helvetiaplatz aufgerufen. (Vgl.: http://ch.indymedia.org/de/2014/02/91482.shtml) In Luzern ist Besammlung um 19 Uhr am Bahnhofplatz (Vgl.: http://ch.indymedia.org/de/2014/02/91479.shtml)

In den schweizer Mainstream-Medien hütet man sich, den rassistischen Wählerwillen zu kritisieren. Vielmehr freut man sich über den „spannenden und interessanten Abstimmungssonntag“ und singt das hohe Lied auf die schweizerische Demokratie, besonders seine Volksabstimmungen. Man müsse nun „rasch die Initiative umsetzen“ und alle zusammen „konstruktiv“ nach „Lösungen“ suchen.