Archiv der Kategorie 'Ökologie'

Die nicht gehaltene Rede zu Klimastreiks in Konstanz

Das OAT Konstanz unterstützt die Klimastreiks der Konstanzer SchülerInnen unter dem Label „Fridays For Future“ und ruft regelmäßig zu ihren Demonstrationen auf. Die folgende Rede des OAT sollte bei der Demonstration am 19.4.2019 gehalten werden. Das Halten der Rede wurde unter Angabe von formalen Gründen nicht zugelassen und auch in der folgenden Woche gab es wieder andere formale Gründe, warum die Rede nicht gehalten werden durfte.

Jetzt kam raus: es sind die antikapitalistischen Inhalte der Rede, an denen sich die FFF stört und die formalen Argumente waren nur vorgeschoben.


24-stündige Schienenblockade von Ende Gelände am Hambacher Forst mit mehreren Tausend Menschen im Herbst 2018

Hier nun die nicht gehaltene Rede im Wortlaut:

Über 900 Festnahmen bei Protesten von extinction rebellion in London, massive Repressionen gegen die letzten Ende Gelände Aktionen und die Besetzungen im Hambacher Forst. Die Klimabewegung wächst und mit ihr die Repression von Staaten, die Veränderungen mit allen Mitteln verhindern wollen. Ihr fragt euch vielleicht, weshalb die Staatsgewalt so massiv gegen uns vorgeht. Einer der Gründe ist, dass mit klimaschädigender Wirtschaft sehr viel Profit gemacht wird. Gerade Deutschland steht mit riesigen Braunkohleminen immer noch an der Spitze der Europäischen Union. In kaum einem Land wird so viel CO2 ausgestoßen wie bei uns.

Dieser CO2 Austoß schadet nicht nur der Umwelt im Allgemeinen oder uns, die wir in Deutschland und der EU leben. Er wirkt sich schon jetzt direkt auf Menschen im globalen Süden aus, die aufgrund des Klimawandels zum Fliehen gezwungen sind oder Opfer von vermehrt auftretenden Naturkatastrophen werden. Die globale Temperatur steigt und mit ihr der Meeresspiegel. Waldbrände und Dürren häufen sich und bedrohte Tierarten werden ausgerottet. Die Klimakrise ist nicht irgendwann, sondern jetzt. Wir haben keine Zeit, auf Politiker*innen und ihre Entscheidungen zu warten und zu hoffen, dass sie die richtigen Maßnahmen für uns treffen. Wir müssen selbst aktiv werden und nicht weniger tun als die Welt zu verändern. Das schaffen wir nur, wenn wir bereit sind, unsere Komfortzone zu verlassen und radikal zu handeln.

Auch wenn wir selbst öfter Fahrrad statt Auto fahren sollten und unseren Fleischkonsum reduzieren müssen, können wir bei individuellen Verhaltensweisen nicht aufhören. Der Klimawandel ist ein politisches Problem, und muss als solches politisch behandelt werden. Wir leben in einem wirtschaftlichen System, das sich Kapitalismus nennt und wenig regulierte Märkte mit Mechanismen wie Angebot und Nachfrage vorsieht. Solange solche Mechanismen über unsere Leben bestimmen, werden selbst schwache Klimaziele weiterhin verfehlt werden. In einem wirtschaftlichen System, in dem 100 Firmen für über 70% des weltweiten CO2 Austoßes verantwortlich sind, aber nicht für die daraus resultierenden Schäden zur Rechenschaft gezogen werden, kann Klimagerechtigkeit nicht entstehen. Solange private Profite wichtiger sind als globaler Wohlstand und Nachhaltigkeit, wird die Klimakrise weiter eskalieren.

Und trotz wissenschaftlicher Belege gibt es immer noch Parteien, die den Klimawandel leugnen oder sich gegen gesetzliche Maßnahmen zum Umweltschutz wehren. Das betrifft vor allem die Afd, aber auch Parteien wie die CDU. Aktuell ist Europawahlkampf und es ist unsere Aufgabe, diesen heuchlerischen Parteien jetzt mehr denn je entgegenzutreten. Stellt euch deren Falschinformationen entgegen, sei es bei Infoständen oder Veranstaltungen in der Region und lasst ihre Parolen nicht unwidersprochen, ob bei euch im Bekanntenkreis oder daheim am Küchentisch. Und am allerwichtigsten: setzt euch mit der Welt, in der wir leben, aktiv auseinander. Veränderung kann nur passieren, wenn wir unsere Welt verstehen.

Wir fühlen uns vielleicht machtlos angesichts der Staatsgewalt oder großen Konzernen, aber wir haben die Kraft, diese Gesellschaft und sogar die Welt zu verändern, wenn wir uns organisiert zusammenschließen und bereit sind, für unsere Ziele zu kämpfen. Es gibt bereits viele erfolgreiche Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams, wie zum Beispiel von Ende Gelände im Braunkohlerevier oder auch in Städten. Es ist ermächtigend, Kohle-Infrastruktur zu blockieren und sich dem Klimawandel aktiv entgegenzustellen. Das wünsche ich mir auch für uns nicht bei den Friday for Future Demos aufzuhören, sondern sich auch darüber hinaus politisch zu organisieren. Engagiert euch, nehmt an Massenaktionen teil und setzt euch friedlich organisiert über Polzeiketten, Gesetze und Konzernsecurities hinweg, um unser Klima zu schützen. Es reicht nicht, passiv bei Demos mitzulaufen. Wir alle müssen Aktivist*innen werden! Falls ihr Ideen braucht, wo ihr euch aktiv einbringen könnt, kommt vom 19. bis 24. Juni zu den Aktionen von Ende Gelände im Rheinland! Werdet Teil der antikapitalistischen Klimabewegung und blockiert mit tausenden Anderen zusammen die Kohle-Infrastruktur!

Politiker*innen schützen das Klima nicht, also müssen wir es tun. Bringt euch ein, für eine Welt in der nachfolgende Generationen eine Gesellschaft vorfinden, in der es sich zu leben lohnt. Antikapitalistisch, Queer, Feministisch und solidarisch, zugänglich für alle die daran teilhaben wollen. Setzen wir uns ein für mehr Nachhaligkeit! Sozial wie ökologisch!

Quelle: OAT Konstanz

Update 22.05.2019: Die Rede wurde inzwischen bei Klimaprotesten der FFF-Gruppe Friedrichshafen anlässlich des Besuchs von Merkel und Kretschmann bei der „Maritimen Konferenz“ gehalten und soll „mega – gut angekommen“ sein.

Demo #HambiBleibt in Konstanz

Solidaritätsdemo für den Hambacher Wald am Freitag, den 28.09.2018 um 17 Uhr auf dem Münsterplatz in Konstanz

Im #HambacherForst geht die Polizei nun selbst nach dem Tod eines Menschen wieder mit allen Mitteln gegen die Waldschützer vor, um RWE die Rodung des 12.000 Jahre alten Waldes zu ermöglichen. Ein einzigartiges Ökosystem und ein komplexer Lebensraum für bedrohte Tierarten, Pflanzen, Pilze und auch Menschen wird nun von RWE, mit Hilfe unserer Regierung und der Polizei zerstört. Tausende Menschen demonstrieren um den und auch im #HambacherWald, um ihre Solidarität mit den Waldschützern zu zeigen. Am beschaulichen Bodensee ist davon bislang noch wenig zu spüren.

Darum rufen zahlreiche Konstanzer Gruppen jetzt zur Solidemo #HambiBleibt und zum friedlichen Protest auch hier in Konstanz auf. Geht mit uns auf die Straße.

Am Freitag den 28.09.2018 um 17 Uhr treffen wir uns auf dem Münsterplatz und werden gemeinsam zu den bedrohten Bäumen am Büdingenareal an der Seestrasse laufen wo eine Abschlußkundgebung stattfinden wird.

https://hambacherforst.org/

Großdemo am 6.10.2018 um 12 Uhr am Bahnhof Buir, Hambacher Wald: https://www.stop-kohle.de/ +++ Anreise per Bus vom Bodensee: https://www.facebook.com/events/2089035318027575/permalink/2089174261347014/ +++ Anmeldung per Mail: bund.bodensee-oberschwaben@bund.net +++ Fragen und Anmeldung: +49 751 21451

Quelle: https://www.facebook.com/events/2089035318027575/

Große Anti Kohle Demo, Konstanz 25.11.2017

Demonstration gegen Braunkohleabbau im Hambacher Forst am 25.11.2017 ab 15 Uhr auf dem Münsterplatz in Konstanz.

Update 29.11.2017: Am gestrigen Dienstag sprach ein Gericht den vorläufigen Rodungsstopp aus.

Update 27.11.2017: Die Rodungsarbeiten haben begonnen. Polizei und RWE-Securities drängten protestierenden KlimaaktivistInnen mit scharfen Hunden und Pferfferspray zurück. Es kam zu einer Blockadeaktion. Am Nachmittag mussten die Rodungen eingestellt werden, nachdem einzelne AktivistInnen bis zum Rodungsgebiet vorgedrungen waren. Twitter

Update 25.11.2017: Seit heute früh um 4:45 Uhr haben AktivistInnen die Gleise der Hambachbahn blockiert. Die Blockade besteht nach über 7 Stunden noch immer. Zum Ticker

Update 25.11.2017: Erklärung des BUND zum Urteil und dem Berufungsverfahren

Update 24.11.2017: Heute Vormittag hat das Verwaltungsgericht Köln wie erwartet die Klage gegen die Rodung des Hambacher Forstes abggelehnt. RWE kündigte sogleich den zeitnahen Beginn der Rodungen an. Beobachtungen bestätigen offenbar entsprechende Vorbereitungen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil der BUND sich heute unmttelbar an das Oberverwaltungsgericht gewandt hat. Aktuelle Infos finden sich unter https://hambacherforst.org/blog/.

Aus dem Aufruf:

Sei dabei wenn wir am Samstag, dem 25.11 in Konstanz ein Zeichen setzen werden gegen Kohle Energie und gegen die Rodung des Hambacher Forsts. Der Hambacher Forst ist ein BUND Naturschutzgebiet und 12 000 Jahre alter Urwald, der seit fünf Jahren von Aktivisten besetzt ist um die

Ausweitung des angrenzenden Braunkohle Tagebaus zu verhindern. Am Dienstag, dem 21.11, wird ein Gerichtsbeschluss fallen, der die Räumung und Rodung des Urwaldes beschließen wird, zum Zwecke der Ausweitung des Hambacher Braunkohle Tagebaus. Gemäß dem Motto des Hambacher Forsts: „Respect Existance or Expect Resistance“, wollen wir auf die Straße gehen um Widerstand zu leisten gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, durch den unkonsequenten Austieg aus der Kohle Energie vorzugehen.

Wir sind ein breites Bündnis aus Grüner Jugend, Ende Gelände Aktivisten, sowie diverser anderer politischer Gruppierungen und treffen uns am Samstag, 25.11 um 15h vor dem Münster in Konstanz zum Beginn der Demonstration.

Quelle: https://www.wwf-jugend.de

Vgl. Widerstand in Baumwipfeln, SPIEGEL TV, 09.09.2017

Flamingos am Bodensee

Eine kleine Sensation: Seit bald einer Woche halten sich fünf Flamingos am Bodensee auf


5 Flamingos im Ermatinger Becken / Bodensee, fotografiert aus großer Entfernung von deutscher Seite (Ruine Schopflen)

Update 24.01.2015: Mittlerweile sind die Flamingos wieder vom Bodensee verschwunden. Die letzte bestätigte Sichtung stammt vom Dienstag, den 13. Januar. Für dieses Datum sind bei ornitho.ch vier Sichtungen in der Hegnebucht bei Konstanz eingetragen worden. Insgesamt haben sie sich also nur knapp zwei Wochen hier aufgehalten.

Hier noch ein Bericht in der Landesschau Baden-Württemberg vom 20.1.2015.

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Vogelfreunde wissen es schon seit dem 31.12.2014. Da wurde nämlich auf der ornithologischen Webseite ornitho.ch gemeldet, dass fünf Rosaflamingos über Konstanz hinweg Richtung Schweiz fliegend beobachtet worden sind. Weitere Vogelbeobachter und -beobachterinnen konnten die Flamingos noch am gleichen Tag und an jedem folgenden Tag im Ermatinger Becken beobachten. Am darauf folgenden Sonntag, den 4.01.2015, erschienen auch schon die ersten Beweisfotos im Netz.

Es erübrigt sich zu sagen, dass Flamingos am Bodensee eine absolute Ausnahmeerscheinung sind. Vermutlich sind es Gefangenschaftsflüchtlinge. Laut Ornithologischer Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB) handelt es sich um einen adulten Vogel in Begleitung von 4 Jungvögeln.

Mittlerweile ziehen die Bodensee-Flamingos immer mehr Naturfotografen und Hobbyornithologen an. Beste Beobachtungsstandorte sind derzeit wohl das Freibad von Triboltingen und die Beobachtungsplattform der Burgruine Schopflen auf dem Reichenauerdamm. Bei letzterem Standort wird der Platz für BeobachterInnen, FotografInnen, Spektive, Stative und Riesenteles tagsüber langsam knapp.

Links

Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Am 30. November kommt in der Schweiz die sog. Ecopop-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet Wohlstandschauvinismus und Rassismus mit restriktiver Bevölkerungspolitik in der Dritten Welt und verbrämt dies mit wohlklingendem, ökologisch angehauchten Vokabular. Seit Monaten laufen Gewerkschaften, linke Parteien, feministische Organisationen wie terre des femmes, antirassistische Initiativen und Einzelpersonen der Zivilgesellschaft dagegen Sturm. Am 1.11. ab 14:30 Uhr findet nun eine schweizweite Kundgebung und Demo gegen diese Initiative auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Demo am 1.11.2014 auf dem Bundesplatz in Bern

Die Befürworter der rechten Initiative, die sich anschickt, die vorausgegangene „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechten SVP in ihren rassistischen Konnotationen noch zu toppen, nennen sie „Volksinitiative“: „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Argumente der Initiativbefürworter erinnern deutsche Linke an Debatten der 80er und 90er Jahre, in denen es um Auseinandersetzungen mit rechten Ökologen1, Vertretern einer konservativen Entwicklungspolitik und frauenfeindlichen Bevölkerungspolitikern ging. Sie vertraten z.B. Zwangssterilisierungen in der Dritten Welt oder Thesen des reaktionären britischen Ökonomen Thomas Malthus. 2

Die Abstimmungsinitiative hat wohl aus früheren Debatten gelernt und kommt in einem Gewand daher, dass den Eindruck erweckt, als seien hier die reinsten Menschenfreunde, die fortschrittlichsten Ökologen und die ehrlichsten Demokraten unterwegs. Unter dem Strich geht es ihr jedoch um die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz, um eine Zurichtung der restlichen Zuwanderung auf den ökonomischen Nutzen für die Schweiz und um die Aufrechterhaltung des Reichtums der Schweiz, koste es so viele Menschenleben, wie es wolle. Ausführlich hierzu:

Die kritische Kunstinstitution Shedhalle, Zürich, zeigt in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Das Ende der Natur. Einige Widersprüche in aktuellen Diskussionen zu Ökologie und Krise“ von den beiden Künstlern Ralo Mayer und Tomash Schoiswohl. Sie wird am 13. November 2014 mit einer Podiumsdiskussion eröffnet und geht bis 1. März 2015.

http://shedhalle.ch

Fußnoten:

  1. Z.B. Herbert Gruhl, den Rechtsausleger der Partei die Grünen in ihrer Gründungsphase und sein Buch „Ein Planet wird geplündert“. Gruhl wurde früh aus der grünen Partei herausgeworfen und gründete eine eigene Partei, die ÖDP. [zurück]
  2. Zitat von Malthus: „„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“ [zurück]

TTIP stoppen – Freihandel außer Kontrolle

Demo bei der Umweltministerkonferenz am 8. Mai 2014, 11 Uhr, Konstanz, Benediktinerplatz

TTIP – hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich die „Transatlantic Trade and Investment Partnership“, das geplante Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA.

Um „Freihandel“, wie immer wieder behauptet wird, geht es dabei nicht. Schon heute sind die Zölle zwischen der EU und den USA sehr niedrig, viele Waren sind ohnehin zollfrei.

Vielmehr sollen Regelungen abgebaut und Grundprinzipien abgeschafft werden, die dem unstillbaren Profitstreben der großen multinationalen Konzerne im Weg stehen: Umweltstandards, Verbraucherschutz, Arbeitnehmerrechte, staatliche Souveränität.
Diese werden als „Handelshemmnisse“ betrachtet und sollen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zurückgefahren werden.

Das heißt für Europa: Umwelt- und Sozialstandards, für die jahrzehntelang gekämpft wurde, stehen vor dem Aus, wenn TTIP wie vorgesehen schon 2015 zu Ende ausgehandelt ist. TTIP bedeutet Fracking, Genmais und Dumpinglöhne! Und das alles gestützt durch ein System, in dem nicht mehr unabhängige Gerichte, sondern private Schiedskommissionen für Streitigkeiten zwischen Staaten und Konzernen zuständig sind.
Keine Frage, wer hierbei fast immer gewinnt.

Zeigen wir den Umweltministern von Bund und Ländern gemeinsam, was wir von TTIP halten! Am 8. Mai demonstrieren wir in Konstanz für einen sofortigen Stopp der Verhandlungen. Setzen wir gemeinsam ein starkes Zeichen: TTIP stoppen! Kein Handelsabkommen gegen die Bürgerinnen und Bürger!

Route der Demo:

Vom Benediktinerplatz über das Inselhotel (Schauplatz der Umweltministerkonferenz) zur Marktstätte

Kundgebung 12:15 Uhr, Marktstätte:

Dr. Brigitte Dahlbender, Vorsitzende BUND Baden-Württemberg

Andy Gheorghiu, Fracking-Experte, Korbach

Anneliese Schmeh, Bio-Landwirtin, Überlingen-Lippertsreute

Quelle: http://www.bund-bawue.de/ttip

Vortrag von Jutta Ditfurth: „Überbevölkerung – über das Verhältnis von Mensch und Natur“

Diskussion zur Kritik der „Ecopop“-Initiative

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16.12.2013, 20.00 Uhr
Volkshaus
Stauffacherstr. 60, Zürich

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Voraussichtlich 2015 kommt in der Schweiz die „Ecopop“-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet die Forderung nach einer nachhaltigen Produktions- und Existenzweise mit der kruden Behauptung, dass diese erstens durch eine Beschränkung der Einwanderung in die Länder des „Nordens“ erreicht werden könne, und zweitens durch Massnahmen gegen das angeblich zu starke Bevölkerungswachstum im „Süden“. Damit liegen ihr Vorstellungen zugrunde, die nahtlos an politische Programme rassistischer Parteien anschliessen.

Die InitiantInnen gehen von der These aus, dass es eine grundsätzlich Knappheit an natürlichen Ressourcen gebe, weshalb wir nicht mehr einfach auf Wachstum setzen könnten, wie es VertreterInnen von Wirtschaft und Parteien vorschlagen. Wachstum bedeutet für sie jedoch ausschliesslich evölkerungswachstum. Anstatt einen effizienteren Gebrauch von Ressourcen zu propagieren, führt der Verweis auf den hohen Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz deshalb lediglich zu der Forderung, dass nicht auch weitere Menschen vom Lebensstandard hier profitieren sollen. Jene, die aufgrund ihrer Armut einen kleinen „ökologischen Fussabdruck“ haben, sollen also gefälligst so weiterleben wie bisher, während die Privilegien und Lebensweise der Besitzenden in der Schweiz unangetastet bleiben. Einen solchen Vorschlag kann nur machen, wer die für eine linke Politik grundlegende Frage nach der Verteilung von Ressourcen und Gütern aktiv ausklammern möchte.

Auch die zweite Forderung, die Unterstützung bevölkerungspolitischer Programme im „Süden“, ist alles andere als progressiv. Indem den Menschen vorgeschrieben werden soll, wie sie sich zu verhalten haben, missachtet die Initiative die Entscheidungsfreiheit und das Recht der Frauen über den eigenen Körper. Damit geht sie hinter alle entwicklungspolitischen Debatten der letzten Jahrzehnte zurück, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das Bevölkerungswachstum allgemein zurück geht. Die oberflächlich globale Perspektive der Initiative kann also nicht verbergen, dass sie sich grundsätzlich gegen feministische und wirklich solidarische Ansätze richtet.

Jutta Ditfurth, Sozialwissenschaftlerin, Politikerin und Publizistin, ist Mitbegründerin der Grünen Partei Deutschlands und der Ökologischen Linken. Einer der Gründe für ihren Ausstieg aus der Partei «Die Grünen» im Jahr 1991 war das zögerliche Vorgehen der Partei gegen ökofaschistisches und rechtsradikales Gedankengut innerhalb der eigenen Reihen