Archiv der Kategorie 'Ökologie'

Flamingos am Bodensee

Eine kleine Sensation: Seit bald einer Woche halten sich fünf Flamingos am Bodensee auf


5 Flamingos im Ermatinger Becken / Bodensee, fotografiert aus großer Entfernung von deutscher Seite (Ruine Schopflen)

Update 24.01.2015: Mittlerweile sind die Flamingos wieder vom Bodensee verschwunden. Die letzte bestätigte Sichtung stammt vom Dienstag, den 13. Januar. Für dieses Datum sind bei ornitho.ch vier Sichtungen in der Hegnebucht bei Konstanz eingetragen worden. Insgesamt haben sie sich also nur knapp zwei Wochen hier aufgehalten.

Hier noch ein Bericht in der Landesschau Baden-Württemberg vom 20.1.2015.

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Vogelfreunde wissen es schon seit dem 31.12.2014. Da wurde nämlich auf der ornithologischen Webseite ornitho.ch gemeldet, dass fünf Rosaflamingos über Konstanz hinweg Richtung Schweiz fliegend beobachtet worden sind. Weitere Vogelbeobachter und -beobachterinnen konnten die Flamingos noch am gleichen Tag und an jedem folgenden Tag im Ermatinger Becken beobachten. Am darauf folgenden Sonntag, den 4.01.2015, erschienen auch schon die ersten Beweisfotos im Netz.

Es erübrigt sich zu sagen, dass Flamingos am Bodensee eine absolute Ausnahmeerscheinung sind. Vermutlich sind es Gefangenschaftsflüchtlinge. Laut Ornithologischer Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB) handelt es sich um einen adulten Vogel in Begleitung von 4 Jungvögeln.

Mittlerweile ziehen die Bodensee-Flamingos immer mehr Naturfotografen und Hobbyornithologen an. Beste Beobachtungsstandorte sind derzeit wohl das Freibad von Triboltingen und die Beobachtungsplattform der Burgruine Schopflen auf dem Reichenauerdamm. Bei letzterem Standort wird der Platz für BeobachterInnen, FotografInnen, Spektive, Stative und Riesenteles tagsüber langsam knapp.

Links

Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Am 30. November kommt in der Schweiz die sog. Ecopop-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet Wohlstandschauvinismus und Rassismus mit restriktiver Bevölkerungspolitik in der Dritten Welt und verbrämt dies mit wohlklingendem, ökologisch angehauchten Vokabular. Seit Monaten laufen Gewerkschaften, linke Parteien, feministische Organisationen wie terre des femmes, antirassistische Initiativen und Einzelpersonen der Zivilgesellschaft dagegen Sturm. Am 1.11. ab 14:30 Uhr findet nun eine schweizweite Kundgebung und Demo gegen diese Initiative auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Demo am 1.11.2014 auf dem Bundesplatz in Bern

Die Befürworter der rechten Initiative, die sich anschickt, die vorausgegangene „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechten SVP in ihren rassistischen Konnotationen noch zu toppen, nennen sie „Volksinitiative“: „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Argumente der Initiativbefürworter erinnern deutsche Linke an Debatten der 80er und 90er Jahre, in denen es um Auseinandersetzungen mit rechten Ökologen1, Vertretern einer konservativen Entwicklungspolitik und frauenfeindlichen Bevölkerungspolitikern ging. Sie vertraten z.B. Zwangssterilisierungen in der Dritten Welt oder Thesen des reaktionären britischen Ökonomen Thomas Malthus. 2

Die Abstimmungsinitiative hat wohl aus früheren Debatten gelernt und kommt in einem Gewand daher, dass den Eindruck erweckt, als seien hier die reinsten Menschenfreunde, die fortschrittlichsten Ökologen und die ehrlichsten Demokraten unterwegs. Unter dem Strich geht es ihr jedoch um die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz, um eine Zurichtung der restlichen Zuwanderung auf den ökonomischen Nutzen für die Schweiz und um die Aufrechterhaltung des Reichtums der Schweiz, koste es so viele Menschenleben, wie es wolle. Ausführlich hierzu:

Die kritische Kunstinstitution Shedhalle, Zürich, zeigt in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Das Ende der Natur. Einige Widersprüche in aktuellen Diskussionen zu Ökologie und Krise“ von den beiden Künstlern Ralo Mayer und Tomash Schoiswohl. Sie wird am 13. November 2014 mit einer Podiumsdiskussion eröffnet und geht bis 1. März 2015.

http://shedhalle.ch

Fußnoten:

  1. Z.B. Herbert Gruhl, den Rechtsausleger der Partei die Grünen in ihrer Gründungsphase und sein Buch „Ein Planet wird geplündert“. Gruhl wurde früh aus der grünen Partei herausgeworfen und gründete eine eigene Partei, die ÖDP. [zurück]
  2. Zitat von Malthus: „„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“ [zurück]

TTIP stoppen – Freihandel außer Kontrolle

Demo bei der Umweltministerkonferenz am 8. Mai 2014, 11 Uhr, Konstanz, Benediktinerplatz

TTIP – hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich die „Transatlantic Trade and Investment Partnership“, das geplante Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA.

Um „Freihandel“, wie immer wieder behauptet wird, geht es dabei nicht. Schon heute sind die Zölle zwischen der EU und den USA sehr niedrig, viele Waren sind ohnehin zollfrei.

Vielmehr sollen Regelungen abgebaut und Grundprinzipien abgeschafft werden, die dem unstillbaren Profitstreben der großen multinationalen Konzerne im Weg stehen: Umweltstandards, Verbraucherschutz, Arbeitnehmerrechte, staatliche Souveränität.
Diese werden als „Handelshemmnisse“ betrachtet und sollen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zurückgefahren werden.

Das heißt für Europa: Umwelt- und Sozialstandards, für die jahrzehntelang gekämpft wurde, stehen vor dem Aus, wenn TTIP wie vorgesehen schon 2015 zu Ende ausgehandelt ist. TTIP bedeutet Fracking, Genmais und Dumpinglöhne! Und das alles gestützt durch ein System, in dem nicht mehr unabhängige Gerichte, sondern private Schiedskommissionen für Streitigkeiten zwischen Staaten und Konzernen zuständig sind.
Keine Frage, wer hierbei fast immer gewinnt.

Zeigen wir den Umweltministern von Bund und Ländern gemeinsam, was wir von TTIP halten! Am 8. Mai demonstrieren wir in Konstanz für einen sofortigen Stopp der Verhandlungen. Setzen wir gemeinsam ein starkes Zeichen: TTIP stoppen! Kein Handelsabkommen gegen die Bürgerinnen und Bürger!

Route der Demo:

Vom Benediktinerplatz über das Inselhotel (Schauplatz der Umweltministerkonferenz) zur Marktstätte

Kundgebung 12:15 Uhr, Marktstätte:

Dr. Brigitte Dahlbender, Vorsitzende BUND Baden-Württemberg

Andy Gheorghiu, Fracking-Experte, Korbach

Anneliese Schmeh, Bio-Landwirtin, Überlingen-Lippertsreute

Quelle: http://www.bund-bawue.de/ttip

Vortrag von Jutta Ditfurth: „Überbevölkerung – über das Verhältnis von Mensch und Natur“

Diskussion zur Kritik der „Ecopop“-Initiative

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16.12.2013, 20.00 Uhr
Volkshaus
Stauffacherstr. 60, Zürich

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Voraussichtlich 2015 kommt in der Schweiz die „Ecopop“-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet die Forderung nach einer nachhaltigen Produktions- und Existenzweise mit der kruden Behauptung, dass diese erstens durch eine Beschränkung der Einwanderung in die Länder des „Nordens“ erreicht werden könne, und zweitens durch Massnahmen gegen das angeblich zu starke Bevölkerungswachstum im „Süden“. Damit liegen ihr Vorstellungen zugrunde, die nahtlos an politische Programme rassistischer Parteien anschliessen.

Die InitiantInnen gehen von der These aus, dass es eine grundsätzlich Knappheit an natürlichen Ressourcen gebe, weshalb wir nicht mehr einfach auf Wachstum setzen könnten, wie es VertreterInnen von Wirtschaft und Parteien vorschlagen. Wachstum bedeutet für sie jedoch ausschliesslich evölkerungswachstum. Anstatt einen effizienteren Gebrauch von Ressourcen zu propagieren, führt der Verweis auf den hohen Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz deshalb lediglich zu der Forderung, dass nicht auch weitere Menschen vom Lebensstandard hier profitieren sollen. Jene, die aufgrund ihrer Armut einen kleinen „ökologischen Fussabdruck“ haben, sollen also gefälligst so weiterleben wie bisher, während die Privilegien und Lebensweise der Besitzenden in der Schweiz unangetastet bleiben. Einen solchen Vorschlag kann nur machen, wer die für eine linke Politik grundlegende Frage nach der Verteilung von Ressourcen und Gütern aktiv ausklammern möchte.

Auch die zweite Forderung, die Unterstützung bevölkerungspolitischer Programme im „Süden“, ist alles andere als progressiv. Indem den Menschen vorgeschrieben werden soll, wie sie sich zu verhalten haben, missachtet die Initiative die Entscheidungsfreiheit und das Recht der Frauen über den eigenen Körper. Damit geht sie hinter alle entwicklungspolitischen Debatten der letzten Jahrzehnte zurück, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das Bevölkerungswachstum allgemein zurück geht. Die oberflächlich globale Perspektive der Initiative kann also nicht verbergen, dass sie sich grundsätzlich gegen feministische und wirklich solidarische Ansätze richtet.

Jutta Ditfurth, Sozialwissenschaftlerin, Politikerin und Publizistin, ist Mitbegründerin der Grünen Partei Deutschlands und der Ökologischen Linken. Einer der Gründe für ihren Ausstieg aus der Partei «Die Grünen» im Jahr 1991 war das zögerliche Vorgehen der Partei gegen ökofaschistisches und rechtsradikales Gedankengut innerhalb der eigenen Reihen