Archiv der Kategorie 'Medien'

Kalinka-m: Neuer linker Terminkalender in München

Für München gibt es nun wieder einen Webauftritt, auf dem ihr aktuelle linke und emanzipatorische Termine, Veranstaltungen, Demos, Kundgebungen, Konzerte, Soli-Parties und Sonstiges für München und Umland finden könnt:


http://www.kalinka-m.org/

Das Redaktionskollektiv, das die Seite betreibt, besteht aus Leuten mit unterschiedlichem linken Hintergrund, die gemeinsam die Emanzipation von Unterdrückung, Ausbeutung und Chauvinismus als politischen Anspruch haben. Entscheidungen werden basisdemokratisch und nach dem Konsensprinzip getroffen.

Der Schwerpunkt des Kalenders soll auf inhaltlichen Veranstaltungen und Aktionen liegen, aber es werden auch kulturelle Events Platz finden. Besonders unkommerzielle Veranstaltungen sollen bekannt gemacht werden. Wichtig für die Auswahl und Veröffentlichung der Termine ist der linke und emanzipatorische Anspruch der Veranstaltung oder aber der politische Hintergrund der Veranstaltenden.

Neben der Arbeit des Redaktionskollektivs ist es wichtig, dass ihr euch beteiligt. Wenn ihr also von interessanten Terminen wisst, oder ihr in einer Gruppe seid, die eine Demo oder Veranstaltung vorbereitet, könnt ihr uns dies hier mitteilen:

http://www.kalinka-m.org/submit/

Quelle: http://de.indymedia.org/2014/04/354053.shtml

Radiocamp vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 in Markelfingen

Direkt am Bodensee gibt es einmal im Jahr ein Camp, das seit nunmehr 19 Jahren freie Radioaktive zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum Plaudern, zum Kontakte knüpfen und zum Produzieren einlädt: das Radiocamp auf dem DGB-Gelände in Markelfingen.

Vom 28. Mai bis 01. Juni 2014 werden unterschiedlichste Radioworkshops angeboten: ob nun redaktionell, technisch oder theoretisch interessiert, Neues zu erfahren gibt es auf allen Gebieten. Und da die Workshops noch mit kulturellem Programm, von verschiedenen Freizeitaktivitäten und wunderschöner Umgebung umschmückt sind, wird nicht nur die Wissbegier von Radio-Neulingen und Radio-Fortgeschrittenen gestillt, sondern auch das Kontakte knüpfen, Neue-Leute-Kennenlernen, Spaß haben und Diskutieren kommt nicht zu kurz.

Workshops Donnerstag 29. Mai

Was ist und wie mache ich Freies Radio
Einführungsworkshop
Mit Timo Stadler
Querfunk Karlsruhe

Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:

Anschließend seid ihr natürlich noch keine perfekten Radiojournalist_innen, aber ihr werdet die Grundkenntnisse haben, um eine Sendung zu gestalten und auch etwas über das Selbstverständnis der Freien Radios wissen.

„Ich? Ich hab doch keine Vorurteile (mehr)!“ – Einführung in die Anti-Bias-Perspektive, und was das mit Freien Radios zu tun hat
Mit Nora Strehlitz
Radio RUM Marburg

„[…] die Redaktionen sind sich darin einig, dass jede rassistische, sexistische und soziale Diskriminierung von Personen ausgeschlossen ist.“ (Aus der Selbstdarstellung von Radio Corax Halle e.V.)

„Wir sind uns der gesellschaftlichen Wirkung von Sprache bewusst und wollen eine vorurteilsfreie Sprache verwenden.“ (Aus der inhaltlich-redaktionellen Plattform von Radio Unerhört Marburg)

„Der Anti-Bias-Ansatz geht davon aus, dass jede*r Vorurteile hat. Im Lernprozess […] nehmen [wir] die eigenen Rollen in komplexen Systemen wahr und entwickeln gemeinsam alternative Verhaltensweisen.“ (Anette Kübler: Was ist Anti-bias?)
Im Workshop möchte ich euch über kurze Inputs und selbstreflexive Übungen die Anti-Bias-Perspektive erfahrbar machen und anschließend gemeinsam überlegen, was der Ansatz für unsere Arbeit im Freien Radio bedeuten kann – redaktionell und in der Zusammenarbeit.

Musik im Freien Radio – mehr als eine Frage des guten Geschmacks
Mit Katja Röckel
Radio Blau, Leipzig

Musik hat nicht nur im freien Radio einen hohen Stellenwert.

Aber wie präsentiere ich Musik „richtig“? Wie vermeide ich, nur den Titel und die Band zu nennen? In diesem praktisch orientierten Workshop sprechen wir darüber wie Ihr bisher Musik im Radio nutzt und was man daran noch ändern kann. Im zweiten Teil gibt es kleine praktische Übungen an konkreter Musik.

Bitte Lieblings-CD mitbringen!

Nachrichten im Freien Radio
Mit Niels Wätzel
RDL Freiburg
Workshoplänge: Halber Tag

Themen setzen und Diskurse brechen!

Was können Nachrichten im Freien Radio bringen? Wie sollten sie sich von denen im Öffentlich-Rechtlichen unterscheiden? Und wie können wir uns gemeinsam organisieren?

Im Workshop besprechen wir Auswahl, Aufbau und Sprache von Nachrichten sowie mögliche Gestaltungsmittel.
Ziel wäre ein gemeinsames Nachrichtenportal, aus dem die einzelnen Radios schöpfen können.

Abend-Veranstaltung:

NSU: Blick in den Abgrund
Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex
Mit Friedrich Burschel
Radio Lotte Weimar, NSU-Watch, Rosa Luxemburg Stiftung Berlin

Hinter dem Agieren des NSU und seines wohl mehrere Hundert Personen umfassenden Unterstützer_innen-Netzwerks öffnete sich das Panorama des wohl größten Geheimdienstskandals der Geschichte der BRD und eines unvorstellbaren behördlichen Rassismus‘ in den Mordermittlungen. Gegen die Familien und das soziale Umfeld der Opfer und die Ermordeten selbst wurde über Jahre mit kruden Vorwürfen und rassistischen Anschuldigungen ermittelt. Für die betroffenen Familien eine bis zu einem Jahrzehnt währende Demütigung ohne das je auch nur ansatzweise Spuren ins Nazi-Milieu verfolgt worden wären. Wie weit staatliche Verstrickung in das Geschehen gegangen ist, ist bis heute nicht ansatzweise geklärt, im Gegenteil: ein beispiellos dreister Vertuschungs- und Obstruktionsskandal der unter Verdacht stehenden Behörden (Polizei, Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“, Bundesnachrichtendienst (BND), Militärischer Abschirmdienst (MAD) usw.) überschattet(e) selbst die Aufklärungsbemühungen Parlamentarischer Untersuchungsausschüsse (im Bundestag, in den Landesparlamenten von Thüringen, Sachsen und Bayern und des NSU-Prozesses vor dem Oberlandesgericht in München (seit 6.5.2013). Da werden Informationen vorenthalten und manipuliert, Akten geschreddert oder zurückgehalten und eine Aufklärung des Komplexes der Geheimdienst-Informant_innen (sog. V-Leute) hintertrieben. Viele ungeklärte Fragen und haarsträubende Ungereimtheiten sind nach wie vor offen. Welche nationalen Netzwerke mit dem und internationalen Verbindungen zum NSU nachweisbar sind, ebenso.

Aber auch eine kritische und linke Öffentlichkeit hat von dem mörderischen Agieren des NSU keine Kenntnis genommen und sich von den Medien, die die Polizeiversionen ungeprüft und auflagensteigernd skandalisiert übernahmen, den Bären der kriminellen Machenschaften im „Ausländermilieu“ aufbinden lassen: niemand hat gegen die Etikettierung der grausamen Hinrichtungen als „Döner-Morde“ je lautstark protestiert oder auch nur Zweifel angemeldet. Auch nachdem in Kassel, nach der Ermordung des jungen Internetcafé-Betreibers Halit Yozgat am 6. April 2006, tausende Menschen migrantischen Hintergrunds unter dem Motto „Kein 10. Opfer“ demonstrierten, wachte die Öffentlichkeit – mit den rassistischen Erklärungen offenbar einverstanden – nicht auf.

Imme rnoch verhalten und erst langsam artikuliert sich ein Aufschrei, der all das nicht mehr zu akzeptieren bereit ist und beginnt, eine öffentliche Diskussion der Skandale, des behördlichen und gesellschaftlichen Rassismus und der enormen Gefahren für das Gemeinwesen, die von den unkontrollierbaren (Inlands-)Geheimdiensten ausgehen, zu erzwingen.

Workshops Freitag 30. Mai

Geschlechtergerechtes Sprechen im Radio
Mit Tina Tusch
Berlin
Workshoplänge: Halber Tag

Die Art wie im Radio gesprochen wird beinhaltet immer auch eine geschlechtliche Positionierung, ob das beabsichtigt ist oder nicht. Wie damit umgegangen wird ist für jede_n Sprecher_in unterschiedlich. In den freien Radios gibt es die unterschiedlichsten Umgangsweisen mit diesem Thema, von der Benutzung einer eigens entwickelten geschlechtergerechten Grammatik über die Verwendung des Gender Gap oder Unterstrichs bis hin zur Verwendung des generischen Maskulinums, und bei Live-Sendungen wird am liebsten geredet wie der jeweilige Schnabel gewachsen ist. Und nicht nur die Sprache sagt in diesem Zusammenhang viel über die Sprechenden aus, sondern auch die Art wie die Stimme eingesetzt wird.
In diesem Workshop werden unterschiedliche Ansätze einer geschlechtergerechteren Sprache vorgestellt, mit einer besonderen Berücksichtigung einer trans*-sensiblen Sprache. Aber ganz unabhängig von der Sprache ist auch der Stimmeinsatz der Sprechenden im Radio entscheidend für die Wirkung des Gesendeten. Wie spreche ich, und wie wirkt das? Nehme ich mich stimmlich eher zurück, oder wirke ich dominant und sicher, und welche Rolle spielt mein Geschlecht dabei? Möchte ich daran etwas ändern oder meine stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten in diesem Zusammenhang vergrößern? Für alle die sich mit diesen Fragen beschäftigen wollen ist dieser Workshop.
Die jeweiligen Schwerpunkte sind dabei vom Interesse der Teilnehmenden abhängig, nicht alles passt in 3 Stunden.
Die Workshopleiterin Tina Tusch ist Diplompädagogin und Logopädieschülerin, und beim Berliner transgenderRadio aktiv. Gelegentlich veranstaltet sie Workshops zum Thema Stimmbildung, insbesondere für queere und trans* Menschen.


„Über Menschen mit behinderungen berichten“

Workshop für Journalistinnen und Journalisten
Mit Lili Masuhr von den Sozialhelden/Leidmediem.de

„Trotz ihrer Behinderung, meistert sie ihr Leben.“ oder „Der Wissenschaftler leidet an Muskelschwund und ist an den Rollstuhl gefesselt.“ solche Formulierungen lassen negative Bilder im Kopf entstehen, die das öffentliche Bild von Menschen mit Behinderungen prägen. Ob diese Floskeln aus Zeitmangel oder Unsicherheit verwendet werden – Journalistinnen und Journalisten kommt eine besondere Verantwortung zu. denn Medien schaffen Wirklichkeit und viele behinderte Menschen fühlen sich diskriminiert, wenn sie als „Opfer“ oder „Helden“ wahrgenommen werden. das wirkt dem Ansatz der UN-Behindertenrechtskonvention entgegen, die weltweit ein inklusives Leben ermöglichen möchte. Das Bild von Stereotypen und Vorurteilen zu befreien ist gerade in Deutschland wichtig, wo Menschen mit und ohne Behinderungen zu oft noch in getrennten Welten leben, lernen und arbeiten.
Wie es in der Berichterstattung auch anders gehen könnte, wollen wir von „leidmedien.de“ mit ihnen in einem Workshop diskutieren. Aus der Sicht von Medienschaffenden mit und ohne Behinderungen haben wir Tipps für eine Berichterstattung aus einer anderen Perspektive und ohne Klischees zusammengestellt.
„leidmedien.de“ ist ein Projekt der SOZIALHELDEN in Kooperation mit der Aktion Mensch.
In unserem Workshop geht es um den Austausch von Ideen und Tipps für:
- verwendete Begriffe und Formulierungen über behinderte Menschen
- Perspektiven in Fotografie und TV auf behinderte Menschen
- barrierefreie Kommunikation in der Online-Präsenz
- Interviews mit behinderten interviewpartnerinnen und -partnern

Das Feature – gemeinsam hören, diskutieren und ein Gefühl für das Genre bekommen: learning by analyzing
Mit Jeldrik Geraedts

Radio kann mehr sein als das gesprochene Wort. Es kann von akustischen Welten erzählen, Geschichten erlebbar und emotionale Zusammenhänge verständlich machen – ohne dabei Effekthascherei zu betreiben. Eine radiojournalistische Form, die einem dabei denkbar viel Raum lässt, ist das Feature. Im Gegensatz zu vielen anderen radiojournalistischen Formen, die sich vor allem durch Aktualität auszeichnen, ist das Feature hintergründig. Es lässt sich Zeit, nimmt sich Ruhe, nutzt die volle Bandbreite der akustischen Möglichkeiten: Autor_innentexte, literarische Zitate, O-Töne, Atmo, Effekte und Fiktion.
In diesem Workshop werden gemeinsam einzelne Stücke (ausschnittsweise) gehört, diskutieren und überlegt, ob und wie das Feature auch in den Freien Radios einen Platz findet. Neben der Diskussion auf der Metaebene sollen dabei immer wieder Blicke auf die Praxis der Freien Radios werfen und Ideen entwickelt werden, wie aus dem gebauten Beitrag ein Feature werden kann.

Keine gute Radiosendung ohne gute Interviewführung
Mit Heike Demel
Radio Z Nürnberg

Es kommt in vielen Sendungen vor: das Interview. Ob es gelingt, hängt nicht nur von passenden Interviewpartner_innen ab, sondern auch von einer guten Vorbereitung und Gesprächsführung.
Wie erreiche ich, dass mein Interview nicht wie eine reine Abhakliste oder belanglose Plauderei klingt? Wie gestalte ich mein Interview spannend, informativ und hörenswert? Welche Fragearten setze ich wofür ein?
Der Workshop vermittelt zunächst die Grundlagen für ein gutes Interview und erprobt sie am Nachmittag in echten Interviewsituationen.

Radio in Zeiten des Internets:
Streamen, Podcasts – und Programmerstellung
Mit Friederike Maier
Journalistin und Medientrainerin, Hannover

Neben dem Streamen des Radioprogramms im Internet und dem Bereitstellen von Podcasts lässt sich das Internet auch zur Programmerstellung nutzen. Interviews übers Internet können eine deutlich bessere Qualität erzielen als herkömmliche Telefon- oder Handyinterviews. Mit WebRTC steht ein neues Echtzeitprotokoll fürs Internet bereit, was auch für Radiozwecke gut genutzt werden kann.
Vormittags: Grundlagen wie kommt der Ton möglichst wohlklingend ins Internet. Vom Mikro, Mischpult, Kompressor über die Digitalisierung in der Soundkarte bis zur Komprimierung, um das Audiomaterial auf eine anständige Größe zu bekommen. Mit vielen Hörbeispielen und Übungen wird das Thema anschaulich dargestellt um ein möglichst gut klingendes Signal ins Netz zu bekommen. Dabei werden neben der praktischen Anwendung auch die physikalischen Hintergründe thematisiert.
Nachmittags: Vorstellung und ausprobieren verschiedener Programme, die den Radioalltag vereinfachen können:
- WebRTC: Kommunizieren in Echtzeit im Internet
- Mumble: Eine wohlklingende alternative zu Skype mit Aufnahmebutton
- Airtime: Opusfähiges streamen mit Sendeautomation

Abend-Veranstaltung:
Entstehung und Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ AfD
Mit Andreas Kemper

Die „Alternnative für Deutschland“ hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Nicht nur ins Europaparlament kann sie am 25. Mai 2014 Abgeordnete entsenden, sondern auch bei Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Sommer 2014 würde die AfD nach den Hochrechnungen der letzten Monate einziehen.
Seit einigen Monaten gibt es erhebliche innerparteiliche Richtungskämpfe zwischen nationalliberalen und neoliberalen Kräfte, in denen es auch darum geht, welche Rolle hierbei Rechtspopulist*innen einnehmen.
Neben einer Darstellung der Daten und Forderungen der Partei wird der Soziologe Andreas Kemper auf die maßgebenden Gruppen und Einzelpersonen in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen der AfD der letzten zehn Jahre eingehen. Dabei werden auch aktuelle Auseinandersetzungen (bspw. Bildungsplan 2015 und die Demonstrationen in Stuttgart) thematisiert.
Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Nachfragen und kontroverse Diskussionen sein.

Workshops Samstag 31. Mai

Was ist Critical Whiteness?
Mit Katrin Dietrich
fernsicht im iz3w Freiburg

Im einführenden Workshop nähern wir uns tastend den Konzepten der Critical Whiteness Studies an. Ausgehend von der Geschichte des Kolonialismus und seinem Fortwirken, diskutieren wir über ‚weiße‘ Privilegien und Machtpositionen. Aber wer ist eigentlich weiß – und wer ist schwarz? Sind manche Menschen weißer als andere? Können Weiße überhaupt AntirassistInnen sein… ? Für die gemeinsame Diskussion dieser Fragen, der Praxistauglichkeit des Konzeptes und seiner Umsetzung in der Radioarbeit wird im Workshop genügend Raum und Zeit gegeben.

Die Stimme: entspannt, klangvoll und ausdauernd
Atem- und Stimmtraining
Mit Henrike Mayer
Karlsruhe
(Sängerin, funktionale Stimmbildnerin und Atempädagogin AFA®)

Unser Körper ist unser Stimme-Instrument und der Atem der Antrieb, sie beeinflussen sich gegenseitig. Ist das Instrument gestimmt, stimmt auch die Stimme.
Durch gezielte Körper- und Atemübungen (Middendorfsche Tradition) nehmen wir unseren Körper bewusster wahr, Spannungen lösen sich, die Haltung lockert sich und die Atembewegung bekommt mehr Bewegungsfreiheit und Raum. Dadurch erlangt die Stimme mehr Klang, Ausdruckskraft, Stabilität und Präsenz.
In dem Workshop wird Bewegung mit dem Atem verbunden und mit Lauten, Sprache und Artikulationsübungen gearbeitet. Im Vordergrund steht das eigene achtsame, körperliche und stimmliche Erleben, die Offenheit, das ein oder andere gewohnte Atem-und Stimmmuster zu verlassen und Neues auszuprobieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einzeln an individuell gewählten Texten zu arbeiten.
Bitte bequeme Kleidung und Socken mitbringen, sowie selbstgewählte Texte!

experimentelles radio mit strategien aus klangkunst, experimenteller musik und lautpoesie den radioalltag aufmischen!
Mit Antje Meichsner
coloRadio Dresden

wir hören uns werke aus dem spannungsfeld zwischen radiofeature, hörspiel, musik, lyrik, sound art und fieldrecordings an, analysieren sie und extrahieren uns einen baukasten an künstlerischen strategien, die uns andere perspektiven als bisher auf das radiomachen einnehmen lassen. doch das wichtigste ist: die probieren wir dann auch gleich mal aus, um die grenzen eurer alltäglichen radioroutine zu dehnen.
voraussetzung: du kannst audioschnitt. im idealfall bringst du dein laptop mit deinem lieblingsschnittprogramm und dein aufnahmegerät/mikro mit.
wenn ihr sowas habt, bringt eure radiowerkzeuge, musikinstrumente und texte mit – egal ob experimentell, journalistisch oder tagebuchförmig!


Basis-Workshop Recherche

Mit Benedikt Strunz
Hamburg

Der Kurs vermittelt grundlegende Kenntnisse über Möglichkeiten und Methoden (investigativer) Recherche. Der Workshop richtet sich an AnfängerInnen. Unter anderem soll es um konkrete Methoden der Internet-Recherche gehen (Facebook Graph-Search und systematische google-Suchen) sowie um die Möglichkeiten von Anfragen (Informationsfreiheitsgesetz, Landespresserechte, etc.). Das Ganze mit Platz für Übungen und Zeit für eure konkreten Fragen.


Zip-FM

Mit Wera Morawietz

Einfacher wird es nicht für die Freien Radios, Info-Schienen mit möglichst aktuellen und vielseitigen Themen aus der ganzen Welt zu gestalten. Hier bekommt ein Radio weniger Geld, hier mehr, dort weniger Sendezeit, woanders fangen plötzlich sehr Aktive einen Vollzeitjob ausserhalb des Radios an und eine ganze Infoschiene bricht zusammen… Um trotzdem zuverlässig ein Nachrichtenmagazin ausstrahlen zu können, gibt es Zip-FM. Produziert von einer überregionalen Redaktion Dienstag bis Freitag, jeweils 30 Minuten.
Doch auch in dieser Nachrichtenredaktion aus dem deutschsprachigen Raum gibt es Veränderungen, und diese wollen gestaltet werden.
In dem Workshop soll sich das Zip-FM Team sowohl durch Selbstkritik weiterentwickeln als auch inhaltliche Schwerpunkte diskutieren, abhängig von den politischen Ereignissen in der nächsten Zeit.
Doch nicht nur die bisherige Redaktion soll sich hier treffen – jedeR Interessierte ist herzlich eingeladen, produktiv das Zip-FM zu gestalten.

Quelle + Anmeldung: http://www.aff-bawue.org/radiocamp14.htm

Zensurversuch gegen Indymedia Athen

Dieses Wochenende wurde ein Server, der den Zugang zu Indymedia Athen herstellt, von der Leitung der Technischen Universität Athen abgeschaltet. Mitbetroffen ist das Radio „98fm radio”.

Unter der bisherigen URL http://athens.indymedia.org ist jetzt ein Hinweis auf den Zensurversuch, der Aufruf zu nationalen und internationalen Protesten sowie der Hinweis auf eine Gegendemonstration am 15. April auf einem zentralen Platz in Athen zu finden.

Der Zensur-Versuch war nur teilweise erfolgreich: Der Produktionsserver, d.h. der Server, bei dem die Inhalte der sozialen Bewegungen Griechenlands hochgeladen werden, ist weiterhin in Betrieb und erreichbar. Ausserdem wurde schnell eine alternative Publikationsplattform unter http://indymedia.squat.gr aufgebaut.

Die Zensoren können sicher sein, dass ihr Zensurversuch nicht den gewünschten Effekt haben wird. Im Gegenteil erfährt Indymedia Athen, seit der Server abgeschaltet wurde, eine stark erhöhte Aufmerksamkeit. International wird auf hunderten Webseiten darüber berichtet, dutzende Techniker arbeiten Extrastunden um technische Alternativen bereitzustellen und Übersetzer aus aller Welt wenden sich den griechischen Indymedia-Nachrichten zu, um sie auf befreundeten Websites zu spiegeln.

Links

15 Jahre LinksRhein – und kein Ende in Sicht

LinksRhein be­steht als re­gio­na­les elek­tro­ni­sches Ar­chi­vie­rungs-​Pro­jekt seit etwa 1998. Das ist 15 Jahre her und Grund genug, etwas zurück zu blicken.

LinksRhein erblickte also das Licht der Welt bereits ein Jahr bevor Indymedia Deutschland gegründet wurde. Begonnen wurde mit einfachen technischen Mitteln: statische HTML-Seiten, aber die Ambitionen waren groß. Es wurde gescannt und layoutet, inhaltlich erschlossen und viel geschrieben. Der damalige politische Provider nadir bot das passende Umfeld und hostete die Inhalte. Später stellte man auf ein dynamisches Publishingsystem um, das bei dem ebenfalls poltischen Wissenschaftsladen Dortmund innerhalb des FREE!-Projekts lief. Es beschleunigte den Publikationsprozess und unterstützte so die mit viel Elan begonnenen Scan- und OCR-Projekte von untergegangenen Konstanzer Zeitschriften.

Auch der Kontakt zu Indymedia entwickelte sich. In den Anfangsjahren von LinksRhein wurde deren Prozess aufmerksam verfolgt und teilweise tatkräftig begleitet. Man half beim moderieren, initiierte ein Übersetzungsprojekt und übersetzte ausländische Nachrichten für deutsche Leser. So sympathisch die demokratischen Prozesse von Indymedia sind, so aufwändig und kraftraubend waren sie auch. LinksRhein beteiligte sich nicht weiter an diesem Prozess.

Einigen der über 100 Indymedia-Projekten weltweit geht es heute nicht mehr besonders gut. Manche haben aufgegeben, so wie Indymedia Austria, das Juni 2012 abgeschaltet wurde. Ähnlich erging es Indymedia Dänemark und London. Indymedia Deutschland, hat sich eine Deadline gesetzt, um zu entscheiden, ob sie weitermachen wollen und wenn ja, wie.

Es geht bei diesen Projekten um technische Probleme mit der Publikationsplattform sowie um den Mangeln an Moderatoren und Entwicklern. Solche Probleme hat LinksRhein nicht. Ein Analyseansatz argumentiert, dass es vor 10 Jahren für die meisten Leute noch zu anspruchsvoll war, eine entsprechende Publikationsplattform aufzubauen. Heute sei das anders: der Siegeszug der Open-Source Web Content Managementsysteme und günstige, werbefinanzierte Provider erlaubten es praktisch jeder poltischen Gruppe buchstäblich in Sekunden eine Webpräsenz in Betrieb zu nehmen. Und das würde das Indymedia-Konzept überflüssig machen. Was dann ja keine allzu schlechte Nachricht wäre.

Bei Indymedia Deutschland hat man sich entschieden, nun doch nicht zum 1. April 2013 abzuschalten. Man will auf eine andere Publikationsplattform migrieren, sich und die Moderationskriterien reorganisieren und erstmal weiter machen.

Jetzt kann sich LinksRhein natürlich nicht mit einem Indymedia-Projekt vergleichen. Indymedia-Dienste wie die Nachrichtenticker oder der Terminkalender von Indymedia linksunten sind dennoch fester Bestandteil des Webauftritts von LinksRhein.

Das Feierabendprojekt LinksRhein war seit vielen Jahren mehr oder weniger eine One-Man-Show, blieb dadurch aber auch entsprechend winzig. Sein großer Vorteil ist jedoch, dass es in seinem derzeitigen Modus praktisch unbegrenzt weitermachen könnte und kann. Zumindest so lange wie die Publikationsplattform mitspielt.

Und die spielt mit – erstaunlich gut sogar! Vor fünf Jahren war LinksRhein zum politischen Provider blogsport.de umgezogen. Das war eine gute Entscheidung. Immer mehr Webprojekte gesellten sich in den letzten Jahren hinzu – heute müssen es tausende Blogs sein, die bei blogsport.de betrieben werden. Auch bei Konstanzer Initiativen wählte man gerne für neue Webpräsenzen die Blogs von blogsport.de .

Die bei Blogsport eingesetzte Wordpress-Version hat sich in den letzten Jahren praktisch nicht verändert und ist dadurch ziemlich in die Jahre gekommen. Aber sie läuft wie geschmiert, blieb hinreichend performant und wird zumindest so gut gepflegt, dass sie Hackingangriffen standhält. Auch hier gibt es wieder den Vorteil, dass man sich auf die Inhalte konzentrieren kann, anstatt sich ständig in die neuesten Upgrades und deren Features einarbeiten zu müssen.

Bleibt zu hoffen, dass LinksRhein noch viele Jahre weiter besteht und noch zahlreiche Blogs in der Linken sprießen.

Links

NSU-Watchblog

Unabhängige Beobachtungsstelle „NSU-Watch: Aufklären und Einmischen“ gegründet, wenige Tage bevor der Prozess in München beginnt

http://www.nsu-watch.info

Zwölf deutsche Antifa-Projekte und Einzelpersonen haben Anfang April eine Unabhängige Beobachtungsstelle gegründet, die den Prozess gegen die Mördergruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) begleiten wird. Unter ihnen befindet sich das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz) und die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a).

Der Zusammenschluß möchte laut der Presseerklärung vom Donnerstag „als Netzwerk seine Recherchen und sein über die Jahre zusammengetragenes Wissen“ bündeln. Ziel ist es, als akkredierte Beobachter den NSU-Prozess zu beobachten, zu bewerten, eigene Recherchen durchzuführen und die Ergebnisse im NSU-Watchblog zu veröffentlichen.

Schon jetzt finden sich dort jede Menge Artikel, Berichte aus den diversen NSU-Untersuchungsausschüssen und weitere Hintergrundmaterialien. Wer dort liest, sollte etwas Zeit mitbringen.

Für den einen Einstieg bietet sich vielleicht die multimedial aufbereitete NSU-Zeitleiste an.

Das Radiocamp in Markelfingen hat begonnen

Radiocamp am Bodensee vom 08. bis 12. Mai 2013 auf dem DGB-Jugendcamp Markelfingen, direkt am Bodensee

Direkt am Bodensee campen alljährlich seit nunmehr 18 Jahren freie Radioaktive. Dort treffen sie sich zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum PlaRadiocamp am Bodenseeudern, zum Kontakteknüpfen und zum Produzieren. Anreise von Zürich 1,5 Stunden!

Vom 08. bis 12. Mai 2013 werden unterschiedlichste Radioworkshops angeboten: ob nun redaktionell, technisch oder theoretisch interessiert, Neues zu Erfahren gibt es auf allen Gebieten. Und da die Workshops noch mit kulturellem Programm, von verschiedenen Freizeitaktivitäten und wunderschöner Umgebung umschmückt sind, wird nicht nur die Wissbegier von Radio-Neulingen und Radio-Fortgeschrittenen gestillt, sondern auch das Kontakte knüpfen, Neue-Leute-Kennenlernen, Spaß-Haben und Diskutieren kommt nicht zu kurz.

Workshop-Programm

Donnerstag 09. Mai

Freitag 10. Mai

Samstag 11. Mai

Weitere Infos hier!

Queeres Filmfestival im Zebra-Kino

Am Wochenende hat das diesjährige Filmfestival „Queergestreift“ im Zebra-Kino begonnen. Das „Queergestreift“ ist ein rein ehrenamtlich organisiertes No-Budget-Festival, das seit den 80er Jahren schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Filme zeigt. Die Filme werden auf einer gut gemachten Website präsentiert, die mit ausführlicher Filmbeschreibung und Trailern die Auswahl erleichtert.

http://queergestreift.com

Der Spielplan

Sa, 2. März 2013

20:00 We were here
22:15 Küss mich (Kyss mig)

So, 3. März 2013

20:00 Keep the lights on
22:15 Joshua Tree, 1951

Mo, 4. März 2013

20:00 Joshua Tree, 1951
22:15 We were here

Di, 5. März 2013

20:00 Küss mich (Kyss mig)
22:15 Keep the lights on

Do, 7. März 2013

20:00 Transpapa
mit Regisseurin Sarah Judith Mettke

22:30 Let my people go

Fr, 8. März 2013

20:00 Bumblefuck, USA
22:15 Transpapa

Sa, 9. März 2013

20:00 Let my people go
22:15 Nate and Margaret

So, 10. März 2013

20:00 Unter Männern
22:15 Bumblefuck, USA

Mo, 11. März 2013

20:00 Nate and Margaret
22:15 Unter Männern

Di, 12. März 2013

20:00 Queerfilmspiele
Queerer Kurzfilmabend und -wettbewerb

Frauenräume subito! Frauendemo in Zürich

Am Samstag, den 9. März 2013, organisiert das Frauenbündnis 8. März in Zürich die Frauendemo zum diesjährigen internationalen Frauenkampftag unter dem Motto „Frauenräume subito! Die Frauendemo beginnt um 13:30 Uhr auf dem Hechtplatz in Zürich.

Das 8. März Frauenbündnis Zürich ist ein revolutionäres Bündnis aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelfrauen. Als Kommunistinnen, Feministinnen, Autonome und Anarchistinnen setzen sie sich inhaltlich mit verschiedensten Themen rund um den Frauenkampf auseinander und organisieren seit rund 25 Jahren jedes Jahr eine Demo zum internationalen Frauenkampftag.

https://www.facebook.com/8.MaerzZH/info

8. März 2013: Sondersendetag im Radio LoRa, Zürich

Wie jedes Jahr nehmen sich LoRafrauen am 8. März den ganzen Äther und gestalteten auf 97,5 Mhz ein vielfältiges Frauenprogramm. In ein paar Tagen könnt ihr unter http://lora.ch das genaue Programm nachlesen.

Ab 12 Uhr warteten Cüpli und Kuchen auf alle Frauen im LoRa. Männer blieben draussen, uns gehört das LoRa am 8. März alleine. Alle Hörerinnen, LoRa-Ehemalige und Sendungsmacherinnen sind herzlich eingeladen, zuzuhören, vorbeizukommen und mitzumachen!

http://lora.ch

Muss Radio Wellenbrecher aufgeben?

Zufallsfund im Schweizerischen Sozialarchiv: Ein Artikel über den Piratensender der 80er Jahre, Radio Wellenbrecher

Der Historiker Robert Heinze hat eine kleine Perle ausgegraben: einen Artikel über den Piratensender „Radio Wellenbrecher“, der zu Beginn der 80er Jahre jeden Freitag Abend im Raum Konstanz – Singen auf Sendung ging.

Der Artikel stammt von Alfred Georg Frei, dem späteren Kulturamtsleiter der Stadt Singen, und erschien am 26.1.1982 im schweizer Tagesanzeiger. Man spürt zwischen den sachlich geschriebenen Zeilen durchaus seine Sympathie für den kriminalisierten Sender.

Das neue Rundfunkgesetz für Baden-Württemberg, von dem im Artikel die Rede ist, wurde Wirklichkeit und ließ in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre erstmalig nichtkommerziellen Lokalfunk zu. Es ermöglichte Piratenradios wie Radio Dreyeckland in Freiburg die Legalisierung und finanzielle Unterstützung durch den Staat. Auf diese Weise entstanden in Baden-Württemberg neun Freie Radios, die sich in der Assoziation Freier Gesellschaftsfunk (AFF) zusammenschlossen.

In Konstanz wurde 20 Jahre später ebenfalls versucht, ein Freies Radio auf dieser Basis zu gründen. Die Gründer wählten bewusst den Namen des früheren Radios „Wellenbrecher“, versuchten aber nicht den Eindruck zu erwecken, in die Fußstapfen des ehemaligen Piratenradios treten zu wollen. Das angestebte Konzept eines Freien Radios unterschied sich deutlich von dem eines Piratensenders und auch die Aktivisten waren eine andere Generation.

Obwohl das Radio Wellenbrecher der Jahre 2004 bis 2007 zweimal auf Sendung ging, gelang es nicht, eine dauerhafte Frequenz zu erkämpfen. Die nach wie vor konservativen Strukturen in der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) ließen das schlicht nicht zu. Ende 2011 löste sich der Verein „Initiative für ein Freies Radio in Konstanz – Radio Wellenbrecher“ schließlich auf.

Die Aktivisten mussten also aufgeben. Einige von ihnen orientierten sich in die Schweiz, wo das traditionsreiche Lokalradio von Zürich, LoRa, sendet. Leider kann dieses Radio in Konstanz nicht empfangen werden.

Noch heute wird ein Überrest seiner Infrastruktur, der sog. „Radioraum“ im Konstanzer DGB-Haus, von sozialen Bewegungen genutzt.

Links:

Radiocamp am Bodensee

Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet auf dem DGB-Jugendcamp in Markelfingen wieder das Radiocamp der Freien Radios in Baden-Württemberg statt. Jeder und jede Interessierte kannn teilnehmen!

Direkt am Bodensee gibt es einmal im Jahr ein Camp, das seit nunmehr 17 Jahren freie Radioaktive zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum Plaudern, zum Kontakteknüpfen und zum Produzieren einlädt: das Radiocamp auf dem DGB-Gelände in Markelfingen.

Das Programm sieht in diesem Jahr wie folgt aus:

Donnerstag 17. Mai

Freitag 18. Mai

Samstag 19. Mai

Radiocamp 2012 Startseite

Workshops

Anmeldung

8. März internationaler Frauentag auf Radio LoRa

Am 8. März feiern Frauen auf der ganzen Welt den internationalen Frauentag. Von 8 Uhr bis 24 Uhr haben beim Zürcher Lokalradio Lora auf 97,5 Mhz die Frauen das Sagen und berichten über Frauenthemen weltweit.


Das folgende Programm wird live ausgestrahlt und ist zeitgleich als Stream Online zu hören.

08:00 – 09:00
Fraueninfo mit Anna zur Einstimmung in den Tag!

09:00 – 10:00
Frauenwecker- mit viel Musik, Gedichten, Texten in den internationalen Frauenkampftag!

10:00 – 12:00
Rote Welle spezial zum Frauenkampftag!

12:00 – 13:00
Polskie Babkie live!

13:00 – 15:00
Mujeres especial- Frauenprogramm auf spanisch!

15:00 – 16:00
Brasilianische Frauensendung mit Ocirema

16:00 – 17:00
Frauenmusikmix mit Djane Amrit

17:00 – 18:00
Türkischsprachige Frauensendung

18:00 – 19:00
Fraueninfo mit Carmelita!

19:00 – 20:00
Radio Parss- Frauensendung auf persisch und deutsch!

20:00 – 22:00
I-Wonnes Musikmix

22:00 – 24:00
Nighttalk der LoRafrauen: „Die geheimen Wünsche der Frauen“.

Was wünschen wir Frauen uns am 8. März, im ganzen Leben, wo kommen wir mit anderen Frauen zusammen, was trennt uns und hindert uns, dass unsere Wünsche Wirklichkeit werden? Fragen über Fragen, denen wir gemeinsam on air nachgehen wollen.

Quelle: http://lora.ch

Flugblatt zum Versuch des Singener Wochenblatts am Politischen Aschermittwoch Nazis aufs Podium zu hieven

Für morgen, den 9.3.2011, plant das Singener Wochenblatt einen Politischen Aschermittwoch in der Singener Scheffelhalle. Es sollten alle Parteien aufs Podium kommen, darunter auch eine Vertreterin der REPs und der Neonazi Benjamin Hennes von der NPD.

In einem Offenen Brief diverser antifaschistischer Gruppen aus dem Landkreis Konstanz wurden die übrigen LandtagskandidatInnen über den Hintergrund insbesondere des einschlägig bekannten NPD-Vertreters informiert und aufgefordert, sich nicht mit diesen Gestalten an einen Tisch zu setzten. Immer mehr KandidatInnen sagten ihre Teilnahme unter diesen Bedingungen daraufhin ab.

Das Singener Wochenblatt wollte die rechtsextremen Gäste jedoch nicht wieder ausladen und versuchte statt dessen, die Veranstaltung irgendwie anders über die Bühne zu bekommen. Die erste Idee war, das Podium in zwei Tische zu teilen: einen Haupttisch mit den etablierten Parteien ohne Nazis und einen „Katzentisch“ mit den kleinen Parteien und den Rechten. Auch das Konzept musste unter dem Druck der Öffentlichkeit wieder aufgegeben werden. Letztlich behalf sich das Wochenblatt damit, nur noch die im Landtag vertretenen Parteien einzuladen. In der Begründung hierfür wird das tiefe Bedauern darüber deutlich, nicht allen – auch Nazis – ein Podium geben zu können.

Ein antifaschistischer Infostand direkt vor der Scheffelhalle wurde angemeldet. Dort soll u.a. folgendes Flugblatt verteilt werden.

Das Flugblatt

Kein Raum für Nazis – weder im Wahlkampf noch sonst wo: Runter mit der NPD vom Podium!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Engagierter antifaschistischer Protest konnte verhindern, dass am Mittwoch, den 9. März 2011 zum „politischen Aschermittwoch“ des Singener Wochenblatts auch Benjamin Hennes als Vertreter der NPD auf dem Podium sitzt. Dennoch hat sich das Wochenblatt bis heute nicht von seiner ursprünglichen Entscheidung distanziert, die NPD zum Podium einzuladen.

Die NPD – keine „normale Partei!“

Die NPD ist keine keine ‚normale Partei‘, die es zu tolerieren gälte. Sie steht für unverhohlen positiven Bezug auf den historischen Nationalsozialismus, offen rassis­tische und antisemitische Politik und unterstützt mit ihren Strukturen militante ‚freie‘ Kräfte wie die sog. Freien Kameradschaften und das offiziell verbotene Netzwerk „Blood & Honour“. Die NPD ist aktiver und entschlossener Gegner jeder progressiven Politik und hat daher auf einem Wahlkampfpodium nichts zu suchen.

Wer ist Benjamin Hennes?

Benjamin Hennes ist eine Schlüsselfigur der Neonaziszene im Hegau, die er seit Anfang 2003 wesentlich mit aufgebaut hat. Seine Selbstinszenierung im Internet und auf Naziaufmärschen spricht Bände: Auf Fotos zeigt sich Hennes gerne martialisch vermummt mit einer Waffe in der Hand oder in einem T- Shirt mit dem Aufdruck „Masterrace“ (engl. für „Herrenrasse“).

Hennes gehört zu den Gründern der Gruppe „Freikorps Baden“, einer freien Kameradschaft, die sich als Teil des sogen. „nationalen Widerstandes“ sieht. Er war auch Teil der Gruppe „Freie Kräfte Bodensee“. In den letzten Jahren ist er vermehrt im NPD-Umfeld aktiv. Hennes steht beispielhaft für die bundesweite Strategie der NPD, die „freie“ rechte Szene in die Partei zu integrieren, um so an Einfluss im gesamten neofaschistischen Spektrum zu gewinnen.

Benjamin Hennes ist kein „irregeleiteter“ Jugendlicher, sondern überzeugter Neofaschist. Er hat in den letzten Jahren jede sich bietende Gelegenheit genutzt, seine rassistischen, menschenverachtenden und revanchistischen Positionen in der Region Hegau/Bodensee und Oberschwaben zu verbreiten.

Er zählt zu den Mitorganisatoren der rechtsextremen Aufmärsche zwischen 2005 und 2009 in Friedrichshafen und Singen. Bei der lokalen Naziband „Kurzschluss“, deren CD „Ich lauf Amok“ 2007 wegen Aufruf zum Rassenhass und volksverhetzenden Inhalten indiziert wurde, wirkte er zeitweise mit.

Benjamin Hennes schreckt in seiner politischen Arbeit vor Drohung und Gewalt­anwendung nicht zurück:

Zusammen mit etwa 20 weiteren Neonazis war er Mitte März 2007 an einem Überfall auf eine Podiumsdiskussion von Konstanzer SchülerInnen beteiligt, welche im Rahmen der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ stattfand.
Am 7. März 2009 versuchte er die Demonstration „Kein Profit durch Neofaschismus!“ in Konstanz zusammen mit anderen Neonazis anzugreifen.

Hennes ist mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft. Trotzdem hat ihn die JN zum „Stützpunktleiter“ ihrer Jugendgruppe bestimmt. Hennes ist darüber hinaus überregional mit anderen Nazigruppen vernetzt; in den letzten Jahren hat er regelmäẞig an deren Aufmärschen und Aktionen teilgenommen, so zum Beispiel in Offenburg, Ulm und Frankfurt.

Die Naziszene in Singen und im Hegau

Seit 2005 versucht die NPD in Singen und im Hegau an politischem Einfluss zu gewinnen und vor allem junge Leute in die Partei einzubinden. Die führenden Köpfe der Szene, zu denen Benjamin Hennes gehört, sind allesamt militante Neonazis.
Der NPD und JN- Landesgeschäftsführer Alexander Neidlein beispielsweise ist ein ehemaliger Kroatiensöldner und Bankräuber, der das erbeutete Geld benutzte, um in Südafrika eine rechte Terrorgruppe (Afrikaner Weerstandsbeweging) zu besuchen. Nach einer Schießerei mit der südafrikanischen Polizei wurde er festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Nach seiner Haft schnell in der JN aufgestiegen, ist Neidlein am Bodensee sehr umtriebig; so baute er auch in Friedrichshafen einen JN-Stützpunkt auf und trat auf Nazidemonstrationen am See als Redner auf.

Im Frühjahr 2007 feierte Hennes feuchtfröhlich auf der Zimmerholzer Hütte in Engen mit einem der beiden Schweizer Neonazis, die im selben Zeitraum einen Jugendlichen im Seehas nach Engen verprügelten, weil er ein antifaschistisches T- Shirt trug. Auch das Singener Wochenblatt berichtete über die Tat.

Weitere enge politische Zusammenarbeit in der Region pflegte Hennes mit Anne-Marie Doberenz aus dem Bodenseekreis und Thomas Baumann aus Lörrach.

Baumann, damals Vorsitzender der JN im Kreis Lörrach, wurde 2009 verhaftet, nachdem die Polizei in seiner Wohnung 22 Kilogramm Rohmaterialien zum Bombenbau, unter anderem für extrem gefährliche Splitterbomben, gefunden hatte.

Anne-Marie Doberenz organisierte gemeinsam mit Hennes Neonaziaufmärsche in Friedrichshafen. Für einen Naziaufmarsch in Frankfurt warb sie im Internet mit einem Molotow-Cocktail in der Hand und den Worten „Ich bin Nazi“. Die enge Zusammenarbeit zwischen Doberenz und Hennes bei der Nazidemonstration 2007 in Singen wird ausgerechnet auf Fotos erkennbar, die das Singener Wochenblatt auf seiner Webseite veröffentlichte. Darauf zu erkennen ist Benjamin Hennes, hinter einem Fronttransparent an der Spitze der Nazis. Einträchtig neben ihm Personen, die sich später selbst dabei filmten, wie sie die Singener Innenstadt mit Postern und Graffiti des Nazi-Kriegsverbrechers Rudolf Heß verunstalteten.

Über diese Zusammenhänge hätte das Singener Wochenblatt mal besser berichten sollen anstatt sich die Arbeit zu machen, Hennes auf das Podium einzuladen!

Wir erwarten von WahlkampfveranstalterInnen, sich eindeutig von NPD und Rep zu distanzieren und solche Parteien von vorherein nicht auf Podien etc. einzuladen !


Es ist ein Skandal, dass Benjamin Hennes auf diesem Podium sitzen sollte. Das Singener Wochenblatt und jede weitere Zeitung machen sich zum Handlanger der Naziszene, wenn sie gewaltbereiten, überzeugten Nazis und deren Handlangern die Gelegenheit geben, ihre menschen­verachtende Ideologie auszubreiten und sich als Teil des demokratischen Spektrums zu gerieren.

V.i.S.d.P.: D. Frankfurter, Bachgasse 36, 4000 Basel

Initiative gegen Waffen vom Bodensee

Die junge „Initiative gegen Waffen vom Bodensee“ betreibt eine Website, in der eine Aufstellung sämtlicher Rüstungsbetriebe rund um den Bodensee erstellt wird.


Screenshot von http://waffenvombodensee.webnode.com

Die Website ist entlang der Firmennamen strukturiert, die jedem Antimilitaristen bekannt vorkommen: Namen wie EADS, MTU, Zahnradfabrik, Dornier, Diehl, Rheinmetall, Kraus-Maffei sind seit vielen Jahrzehnten eng mit der Produktion von Kriegswaffen oder militärischen Transportfahrzeugen oder Teilen derselben verbunden. Das gleiche gilt für so manchen Standort der Rüstungsindustrie am Bodensee: Eine Landkarte orientiert schnell über Standorte wie Friedrichshafen (den jeder Bodenseeanrainer in diesem Zusammenhang kennen sollte) aber auch Konstanz, Kreuzlingen, Überlingen und Lindau sind genannt.

In Konstanz produziert z.B. die ATM Computer Systeme GmbH, ein Unternehmen der Kraus-Maffei-Gruppe, speziell für den Kriegseinsatz konstruierte, besonders robuste Computer. Sie werden in verschiedenen Waffensystemen, u.a. in Panzern, eingesetzt.

Den Hochglanzbroschüren und schicken Webseiten der Rüstungsfirmen, in denen sie ihre Hightech bewerben, wird die Frage nach dem Einsatz dieser Waffen und der damit verbundenen Toten in aller Welt, nicht zuletzt auch in Krisenregionen, in die überhaupt keine Waffen exportiert werden dürften, entgegengestellt. Damit verbunden wird z.B. die Forderung, entweder die Rüstungsproduktion einzustellen oder vom Bodensee wegzuziehen.

Letztere Forderung ist nicht ganz nachvollziehbar, zumal sich dadurch nichts bessern würde. Die Initiative, die offenbar eine Nähe zu kirchlichen Gruppen wie „Ohne Rüstung Leben“ hat, bemüht u.a. Bibelzitate und Kirchenvertreter für ihre Argumentation. Bereits auf der Startseite findet sich ein Logo der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) mit einem Link zum Rüstungsexportbericht 2010 der GKKE oder ein Link zum Kirchlichen „Rüstungsatlas Bodensee“. (Dieser Hinweis soll nicht das zweifelsohne sehr gut recherchierte Informationsmaterial dieser Einrichtungen in Frage stellen.)

Ein weiterer Hinweis sei gestattet: wenig Material findet sich bislang zur Geschichte dieser Rüstungsfirmen im Nationalsozialismus. Die Seite mit der Überschrift „Friedrichshafen – eine tragische Geschichte“ reiht mehrere Trümmerfotos nach Luftangriffen auf Friedrichshafen im Jahr 1944 aneinander. Zwar wird auf die Rüstungsindustrie als Ursache dieser Luftangriffe verwiesen. Doch schon das fett hervorgehobene Bibelzitat „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.“ ist sachlich falsch. All das ist weit entfernt von einer historisch – kritischen Aufarbeitung der realen Zusammenhänge, wie sie z.B. hier angerissen wird. An einem Defizit an Informationen oder gar Forschungsbedarf zu diesem Thema kann es nicht liegen. Als Einstieg für eigene Nachforschungen sei der folgende Wikipedia Link zum KZ-Außenlager Friedrichshafen empfohlen.

Zugute halten kann man der Initiative auf jeden Fall, dass sie mit der Aufarbeitung der Rüstungsproblematik am Bodensee einmal begonnen hat. Noch bestehende Lücken in der Darstellung wie z.B. hinsichtlich der Kontinuität nach dem 2. Weltkrieg lassen sich schließen. Alle werden im Impressum zur Mitarbeit aufgefordert. Die Initiative gegen Waffen vom Bodensee ist recht aktiv und organisiert u.a. Veranstaltungen, Mahnwachen vor den Fabriktoren oder sog. Abrüstungsradtouren. Für den 13. Mai 2011 ist ein Runder Tisch „Rüstungsindustrie am Bodensee“ geplant. Er findet im Gemeindesaal der Paul-Gerhardt-Kirche, Kenzelweg 2 (gegenüber Ludwig-Dürr-Schule) in Friedrichshafen, statt.

Links

Initiative zum Offenen Gedenken der NS-Geschichte in Radolfzell


Bild: Screenshot der Virtuellen Geschichtswerkstatt zu Radolfzell im Nationalsozialismus

http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/

Rechtzeitig zum Volkstrauertag 2010 in Radolfzell geht eine Austauschplattform zum Offenen Gedenken rund um den Komplex „Radolfzell zur Zeit des Nationalsozialismus“ an den Start. Im Anschluß an die Feierlichkeiten des Volkstrauertags auf dem Luisenplatz wurden heute Flyer verteilt, die diese Initiative vorstellen und zum mitmachen aufrufen.

Mitmachen ist in verschiedenster Weise möglich:

  • sich auf eine Mailingliste der Initiative setzen lassen
  • an der im Entstehen begriffenen Wiki-Seite
    http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ mitarbeiten
  • Zeitzeugengespräche organisieren
  • Infotafeln oder Gedenkstelen installieren
  • Informationsveranstaltungen durchführen
  • Gedenkstätten erschließen und pfegen
  • Fakten zusammentragen und gefundenes Material archivieren
  • und vieles mehr

Eine Kontaktaufnahme mit der Initiative ist möglich über deren Kontaktformular.

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