Archiv der Kategorie 'Marxismus'

Ernst Lohoff: Weltwirtschaftskrise und Eurodesaster

Vortrag von Ernst Lohoff über die inneren Widersprüche des Euro und den Irrwitz der europäischen Sparpolitik

Ort: Raum A 703 an der Uni Konstanz

Zeit: am 30.01.2013, 19 Uhr

Aus dem Ankündigungstext:

Warum steckt der Euro in der Krise? Sind die „faulen Griechen“ schuld oder die Gier der Spekulanten? Die Ursachen reichen wesentlich tiefer. Mit dem Euro wurden getrennte Währungsgebiete zusammengeschlossen, ohne einen einheitlichen wirtschaftspolitischen Funktionsraum mit einheitlichem Produktivitätsniveau zu schaffen. Eine solche Währungsunion kann auf längere Sicht nur dazu führen, dass im Produktivitätswettlauf strukturell benachteiligte Länder wie Griechenland oder Portugal auf den Gütermärkten von Deutschland oder den Niederlanden niederkonkurriert werden.

Trotzdem war die Einführung des Euro weder eine politische Fehlentscheidung noch ein Projekt der überlegenen Länder, um ihre Wettbewerbsposition auf Kosten der Nachbarn zu stärken. Der Euro ist vielmehr ein genuines Kind der Epoche des „fiktiven Kapitals“. Seine vermeintlichen Geburtsfehler waren nichts anderes als Anpassungen an die verrückten Bewegungsgesetze eines Kapitalismus, in dem die Anhäufung fiktiven Kapitals zum eigentlichen Motor der Wirtschaft geworden ist. In dem Maß wie diese auf dem Vorgriff auf künftige Wertproduktion beruhende Produktionsweise an ihre Grenzen stößt, zerbricht aber auch die europäische Gemeinschaftswährung an ihren inneren Widersprüchen.

Die brutale Sparpolitik im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, die vor allem Südeuropa verwüstet, ist kein Ausweg, sondern Teil des Problems. Der gesellschaftliche Reichtum Griechenlands, Spaniens und Portugals, wird der vagen Hoffnung geopfert, den Finanzmärkten gegenüber Kreditwürdigkeit zu simulieren. Die Regierungen und die sogenannten Wirtschaftsexperten schwadronieren davon, dass man über seine Verhältnisse gelebt hätte. Nichts ist zynischer und zugleich dümmer als diese Vorstellung. Die Weltgesellschaft hat ein ganz anderes Problem. Sie ist zu produktiv, um ihre Reichtumsproduktion noch dem armseligen Zweck der Kapitalverwertung zu widmen.

Ob Wohnungen gebaut, Krankenhäuser betrieben, Nahrungsmittel produziert oder Bahnlinien unterhalten werden, darf nicht davon abhängen, ob die nötige Kaufkraft vorhanden ist. Kriterium dafür kann einzig und allein die Befriedigung konkreter Bedürfnisse sein. Es gilt, bereits die Frage nach der »Finanzierbarkeit« offensiv abzuweisen.

Ernst Lohoff, geb. 1960, lebt in Nürnberg. Er studierte Soziologie, gehört zu den Gründervätern der Theoriezeitschrift Krisis und ist freier Publizist. Zusammen mit Norbert Trenkle veröffentlichte er 2012 das Buch „Die große Entwertung- Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind“.

Das ist der letzte Vortrag einer vierteiligen Veranstaltungsreihe zur Finanzkrise und öffentlichen Verschuldung an der Uni Konstanz. Sie wird vom hochschulpolitischen Refereat der Konstanzer Studierendenvertretung organisiert.

Linke Hochschultage in Zürich

Im leer stehenden Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Hochschule von Zürich (Schönberggasse 1) wird vom 21.11. bis 24.11.2012 für vier Tage kritische Hochschulpolitik stattfinden. Ein spannendes Programm wurde auf die Beine gestellt:

Unbedingt lesenswert ist der folgende theoretische Artikel der OrganisatorInnen: Aufs Ganze gehen: Politik und Wissenschaft zusammen in der Krise

Quelle: http://linketage.blogsport.de

Lesung: Peter Gingold

Vgl. Antifaschistischer Widerstand: Holocaust-Überlebender berichtete Seeblättle Nr.1 2001

Vortrag in Ravensburg: Rohstoffe kapitalistischer Regulation der Arbeit

Am Donnerstag den 25.11.2010 findet um 19 Uhr im Rhizom (Ravensburg) die Veranstaltung mit Bernd Roettger: „Zwischen Furcht und Zorn“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu neoliberaler Hegemonie statt.

»In Erwägung, dass ihr uns dann eben / Mit Gewehren und Kanonen droht / Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben / Mehr zu fürchten als den Tod. « (Bertolt Brecht, Resolution der Kommunarden)

Dass die arbeitende Klasse nichts zu verlieren hätte, als ihre Ketten, war nicht nur eine politische Losung aus den Anfängen der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert, sondern begründete auch die Gewissheit, dass aus der »doppelt freien Lohnarbeit« der Totengräber kapitalistischer Lohnknechtschaft erwachsen würde. Solidarisierung der Klasse und Organisation der Bewegung rangen aber dem Kapital, das nun um sein Eigentum bangen musste, zunehmend Konzessionen ab. Die »institutionelle Arbeiterbewegung« des 20. Jahrhunderts und ihre Erfolge in der Durchsetzung sozial- und wohlfahrtsstaatlicher Regulationen der Lohnarbeit veränderte die Existenzbedingungen der lebendigen Arbeit genauso einschneidend, wie die mit der Hartz-Gesetzgebung verknüpften Reformen der Arbeitsmarktpolitik. Konzessionen werden heute vor allem der lebendigen Arbeit abverlangt, weil die Furcht der Arbeitenden überwiegt, auf »die Pflaster der Straße« geworfen zu werden.

Die Geschichte der Arbeit, ihrer Widerständigkeit, ihrer Kanalisierung in Kompromisse und ihrer akzentuierten Unterjochung unter das Kapital, lässt sich als Ergebnis wechselhafter Beziehungen von Furcht und Zorn schreiben. Die Tendenz des Kapitals, lebendige Arbeit in einem Prozess »freier Menschenverwüstung« (Marx) zur Produktion von Mehrwert zu vernutzen, führt immer wieder zu neuen Formen der Widerständigkeit der Arbeit, die sich aus dem Zorn der in Unwürde gesetzten lebendigen Arbeit speisen. Der Vortrag skizziert diese wechselhafte Geschichte, in der mit den Rohstoffen Furcht und Zorn Arbeitspolitik gemacht wird und beleuchtet — im Zeichen einer »großen Krise« des Kapitalismus — aktuelle Widerstandspotenziale.

Dr. Bernd Röttger, geb. 1961, Dipl.-Pol, Dr. rer. pol., arbeitete an verschiedenen Universitäten und Forschungsinstituten zur politischen Ökonomie des Kapitalismus, zur Entwicklung der Arbeit und vor allem zur Gewerkschaftspolitik. Er lebt heute als freier Sozialwissenschaftler, Bildungsarbeiter und Autor in Braunschweig. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und Redakteur der Zeitschrift Das Argument. Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften.

http://www.pumuck.de/

„Wir zahlen nicht für eure Krise“ Bodensee gegründet, Kundgebung am Samstag

Im Angesicht der, von der amtierenden schwarz/gelben Regierung forcierten „Sparpolitik“, hat sich auch am Bodensee ein Bündnis mit dem Motto: „Wir zahlen nicht für eure Krise“ gegründet. Diverse linke und linksradikale Gruppen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich wollen in Zeiten einer der größten Krisen des kapitalistischen Wirtschaftssystems nicht mehr stillhalten. Wir finden es ist an der Zeit wieder Alternativen zum bestehenden falschen Ganzen ins Auge zu fassen. Wir glauben nicht, das raffgierige Banker, Heuschrecken oder Pleitengriechen Schuld an der Krise sind. Für uns gilt ganz klar: Der Kapitalismus ist die Krise und die Lohnabhängigen können nur International vernetzt die Gesamtscheiße überwinden.

Unsere ersten gelaufenen Aktionen:

Mobile Flyer Aktion

Einige Aktivist_innen verteilten in Konstanz/Kreuzlingen mehr als 500 Flyer und machte das Bündnis etwas bekannter. Es gab einige Gespräche mit Anwohner_innen und Passanten.

Krisen Party

Um für das Bündnis, besonders bei jungen Menschen, zu werben, organisierten wir eine Party im Jugendclub Contrast in Konstanz. Bei Bier und elektronischer Musik konnten sich die Besucher_innen über anstehende Aktivitäten informieren und ein wenig feiern.

Internationale Kundgebung

Am Samstag 25.09. um 12 Uhr auf der Markstätte in Konstanz und um 14 Uhr auf dem Bärenplatz in Kreuzlingen wird es 2 Kundgebungen geben. Es sind mehrere Redebeiträge zu Krise und (Anti)Kapitalismus geplant. Kommt zahlreich und bringt eure Freund_innen und Nachbar_innen mit.

Bei indymedia hat die Plattform zusätzlich ein sog. Grundverständnis gepostet:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/25659

Kontaktieren kann man sie per mail: krise.bodensee [at] yahoo.com

Anmerkung: Uns würde interessieren, wer denn die „diversen linken und linksradikalen Gruppen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich“ sind, aus denen sich dieses Bündnis zusammensetzt.

Andreas Merkens: „Kritische politische Bildung und Pädagogik bei Antonio Gramsci“

Workshop

Wann? Samstag, 19.06.2010, 10.00 – 17.00 Uhr
Wo? Tübingen, Universitätskasse, Raum 111, Wilhelmstr. 26

“Die Außenwelt, die allgemeinen Verhältnisse zu verändern, heißt sich selbst zu potenzieren, sich selbst zu entwickeln.” (Gramsci)

Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens.1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Seine postum veröffentlichten Gefängnishefte nehmen mittlerweile den Rang eines politischen und philosophischen Klassikers ein, der die internationale Debatte bis in die Gegenwart hinein prägt.

Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr soll ein zentraler Aspekt seines Theoriegebäudes herausgegriffen werden: seine Beiträge zu einer emanzipatorischen politischen Bildung. Für Gramsci ist Emanzipation untrennbar an einen Prozess der kollektiven intellektuellen Selbstermächtigung der Subalternen gebunden. Das Ziel der politischen Bildung muss es daher sein, “die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig zu machen” (Gramsci).

Doch kann ein solcher Prozess gelingen, ohne erneut in pädagogische Bevormundung und Fremdbestimmung umzuschlagen? Wie ist also das Verhältnis von Spontanität und pädagogischer Führung zu bestimmen? Wie kann politische Praxis zu einem integralen Bestandteil politischer Bildung werden und umgekehrt? Vor allem in seinen Überlegungen zum Alltagsverstand und seinen Entwürfen zur gesellschaftlichen Funktion der Intellektuellen, stellt sich Gramsci immer wieder diesen widersprüchlichen pädagogischen Voraussetzungen einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Im Workshop sollen Passagen aus den Gefängnisheften studiert werden. In gemeinsamer Lesearbeit wird es dabei um die dialogische Aneignung der Kategorien und Denkansätze Gramscis gehen. Grundlage sind ausgewählte Abschnitte aus dem Werk, ergänzt um einschlägige Titel aus der Sekundärliteratur. Weiterhin soll in Form einer Ideenwerkstatt die Frage aufgegriffen werden, wie Gramscis Entwürfe heute weiterzudenken wären und welche Bereicherung sein Denken für eine politische Bildung und Pädagogik in der Linken darstellt.

Der Workshop richtet sich damit an Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften, Pädagogen/innen, Aktive aus der Jugend- und Erwachsenenbildung, aber auch an politisch Interessierte aus gesellschaftlichen Verbänden.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Er beschäftigt sich in seiner Dissertation insbesondere mit Antonio Gramscis Entwürfen zu Politik, Pädagogik und Hegemonie.

Ein Reader mit den wesentlichen Texten Gramscis und Hintergrundinformationen zu den Themen des Workshops wird bei Anmeldung zum Workshop zugestellt.

Anmeldungen bis zum 14.06. und Rückfragen bitte an: Alexander Schlager

Bernd Röttger: „Angst und Kapital“

Vortrag und Diskussion

Wann? Montag, 12.07.2010, 20.00 Uhr
Wo? Ravensburg, Kulturladen Rhizom, Bachstr. 27

Achtung: Diese Veranstaltung fällt aus!

Bernd Roettger beschäftigt sich (und uns) in seinem Vortrag mit der Geschichte und Entwicklung der Arbeitsgesellschaft und der (historisch variablen) kapitalistischen Regulation des “Rohstoffs Angst”.

Dr. Bernd Roettger ist freier Sozialwissenschaftler und Redakteur der Zeitschrift Das Argument. Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften

Gemeinsame Veranstaltung mit der Werkstatt für Geschichte, soziale Bewegung & Praxis Ravensburg

Christina Kaindl: „Neoliberale Durchdringung und Normierung des Privaten“

Vortrag und Diskussion

Wann? Mittwoch, 2.06.2010, 20.00 Uhr
Wo? Ravensburg, Kulturladen Rhizom, Bachstr. 27

Christina Kaindl thematisiert in ihrem Vortrag die neuen Lebensweisen, die sich, hervorgerufen durch die neoliberalen Predigten von Selbstverantwortung, Leistungsbereitschaft und der Einbindung in hegemoniale Projekte (z.B. so genannte Makeover-Shows) verändern und setzt sich auch mit der Frage auseinander, was “normal” und was Norm ist, was als Zwang und was als “zeitgenössisch” zu gelten hat.

Christina Kaindl, Jg. 1971, ist Diplom-Psychologin und Politikwissenschaftlerin an der FU Berlin. Sie ist verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift luXemburg (www.zeitschrift-luxemburg.de).

Gemeinsame Veranstaltung mit der Werkstatt für Geschichte, soziale Bewegung & Praxis Ravensburg

13. InkriT-Tagung vom 3.-6. Juni 2010

Das Berliner Institut für kritische Theorie (InkriT) e.V. lädt ein zur XIII. Internationalen Tagung Demokratische Planung und solidarische Ökonomie vom 3.-6. Juni 2010 in Esslingen.

Ausgehend von der Diskrepanz zwischen der neuen Aktualität von Marx in der Krise des Kapitalismus und dem Mangel an konkreten Alternativen lädt das InkriT dazu ein, zur Füllung dieses Vakuums beizutragen.

Drei Tage lang werden etwa 100 WissenschaftlerInnen aus vielen Ländern in sog. Wörterbuch-Werkstätten am Historisch Kritischen Wörterbuch des Marxismus (HKWM) arbeiten. Das HKWM ist die derzeit ambitionierteste wissenschaftliche Publikation im Bereich des deutschsprachigen Marxismus. [mehr…]

Die Tagung wird am 3. Juni um 14:30 Uhr mit einem Streitgespräch „Wikipedisierung des Wissens – Zwischen Demokratisierung und Zerstörung“ eröffnet.

Den Thementag vom Abend des 3. bis zum Abend des 4. Juni veranstaltet das InkriT in Kooperation mit dem Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Als ReferentInnen für den Thementag haben u.a. zugesagt:

Wolfram Adolphi (Potsdam), Elmar Altvater (Berlin), Dario Azzelini (Linz), Pat Devine (Manchester), Peter Fleissner (Wien), Frigga Haug (Esslingen/N), Wolfgang Fritz Haug (Esslingen), Stephan Krull (Hannover), Hans-Jürgen Krysmanski (Münster),  Sascha Liebermann (Witten), Mascha Madörin (Basel), Nadine Müller (Berlin), Bernd Röttger (Braunschweig), Herbert Schui (Bremen), Tove Soiland (Zürich), Carsten Stahmer (Bielefeld), Klaus Steinitz (Berlin), Derek Weber (Wien)

Vgl. 12. internationale InkriT-Tagung

Kritische Politische Bildung mit Gramsci: Bildung als Kampf um Hegemonie

Gramsci-Seminar von Andreas Merkens am kommenden Samstag, 13. März, 10 – 17 Uhr in Mannheim:

Das Seminar gibt eine Einführung in den kritischen Bildungsansatz des italienischen Marxisten Antonio Gramsci. In dem Seminar wollen wir in Anlehnung an Gramsci gemeinsam diskutieren, in welchem Verhältnis Herrschaft, Bildung und Befreiung stehen und wie eine kritische politische Bildung aussehen muss, die auf Mündigkeit und Selbstbestimmung abzielt.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg und Autor zahlreicher Publikationen Hegemonietheorie, Politische Bildung & Pädagogik und Bildungspolitik. Er iat u.a. Herausgeber des Gramsci-Readers „Erziehung und Bildung“ vom Argument-Verlag.

Die Anmeldefrist endete eigentlich zum 1. März 2010. Aber vielleicht ist noch was frei oder es springt jemand ab. Kontakt: 0711 6936607, schlager@rosalux.de Träger: Rosa-Luxemburg-Forum Baden-Württemberg

Ort: Jugendkulturzentrum FORUM, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Marx-Kenntnisse vertiefen!

Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie II

05.-07. Juni in einer zentral gelegenen Stadt, wie Göttingen oder Hannover

Mit diesem Seminar wollen wir euer Wissen über „die Kritik der
politischen Ökonomie“ vertiefen. In Zeiten der Wirtschaftskrise und
globalen Probleme ist Marx wieder aktueller denn je. Oft sind die
Kenntnisse über seine Kapitalismuskritik bei Linken auf wenige Eckpunkte
begrenzt. Aber mit Marx kann man mehr als „nur“ die Ausbeutung und das Profitstreben erklären.

Dieses Seminar soll für seine TeilnehmerInnen einen Einstieg für ein
tieferes Verständnis von kapitalistischer Produktion, Weltmarkt,
Finanz- und Handelswelt bieten. Wir wollen uns der Marx’schen
Analyse langsam nähern und auch Grundkenntnisse auffrischen. Denn
die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft und damit die
Vorbedingung für eine gehaltvolle Kapitalismuskritik.

Teamer: Bodo Niendel, Marco Heinig

Infos & Anmeldung: http://www.linksjugend-solid.de/aktuelles/seminare/
Anmeldung: politikundkultur@gmx.de

gramsci.blogsport.de

„Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und die sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“

So lautet das Gramsci-Zitat auf der Startseite von http://gramsci.blogsport.de.

http://gramsci.blogsport.de ist die Homepage einer Lektüregruppe der Autonomen Hochschulgruppe (AHG) der Uni Konstanz. Sie dient der Selbstverständigung der TeilnehmerInnen an einem selbstorganisierten Seminar, in dem Originaltexte des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci gelesen werden. Man trifft sich wöchentlich, bespricht die Texte und versucht über sie hinaus zu denken.

Derzeit arbeitet die Lesegruppe den Reader „Amerika und Europa“ durch, eine vom Argument-Verlag zusammengestellte Auswahl von Texten aus den Gefängnisheften.

Das nächste Treffen der Gruppe findet am 14.1.2009 ab 20 Uhr in den Räumen von Radio Wellenbrecher (Beyerlestr. 1) statt.

NeueinsteigerInnen sind herzlich willkommen. Hier gehts zum Kontakt-Formular: http://gramsci.blogsport.de/kontakt/.

90 Jahre – Novemberrevolution

Im Herbst und Winter dieses Jahres jähren sich die Ereignisse der deutschen Novemberrevolution zum 90. Mal. Eine Massenbewegung stürzte damals den Kaiser und beendete die Schrecken des Ersten Weltkrieges. Im ganzen Land entstanden Arbeiter- und Soldatenräte.

Für kurze Zeit schien eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus möglich. Die Rätebewegung wurde mit Unterstützung der SPD
schließlich oft blutig niedergeschlagen, die damals weit verbreiteten Hoffnungen auf eine sozialistische Demokratie erfüllten sich nicht.

Und dennoch: Erst die Revolution schuf die Voraussetzung zur Entstehung der ersten Republik auf deutschem Boden mit all ihren Errungenschaften (Frauenwahlrecht, Achtstundentag, Sozialgesetzgebung etc.).

Die oft in Vergessenheit geratene Geschichte einer deutschen Revolution 1918/19 wollen wir darstellen und diskutieren. Wie kam es zur Novemberrevolution? Welche Rolle spielten die verschiedenen Organisationen der Linken? Wäre eine Rätedemokratie damals möglich gewesen?

Eine andere Welt war möglich!

Vortrag mit:
Marcel Bois
Historiker Uni Hamburg
15.12.08 – Beginn: 20:00 Uhr
Uni Konstanz – Raum A 704

Eine Veranstaltung von Die Linke-SDS Konstanz mit Unterstützung des Marxistischen Gesprächskreis

Kapitalismus in der Krise?

Die Finanzkrise: Ursachen und Folgen. Vortrag mit Hans Peter Büttner

Am: 12.11.08

Ab: 19:30 Uhr

Im: Contrast Joseph-Belli-Weg 11

Eine Krise von ungeahntem Ausmaß greift um sich. Weltweit sind große Banken pleite oder stehen kurz davor. Ganze Volkswirtschaften sind ins Wanken geraten. Regierungen bieten riesige Summen auf um noch zu retten, was zu retten ist. Die Bundesregierung stellt Bürgschaften von 300 Milliarden € für die angeschlagenen Banken zur Verfügung.

Und trotzdem beginnt die Krise sich auf die „Realwirtschaft“ auszuwirken.

  • Wie konnte es zu dieser Krise kommen?
  • Welche Folgen entstehen für die Weltwirtschaft?
  • Was bedeutet das alles für den „kleinen Mann“?
  • Wo ist das ganze Geld hin verschwunden?
  • Wer soll das alles bezahlen?

Wir hoffen auf eine konstruktive Diskussion. Denn genau das scheint in der Momentanen Situation wichtiger den je.

„Was sich derzeit krisenhaft zuspitzt, sind Verwertungsprobleme des Kapitals, die ihren Ausgang nahmen im Kreditsystem, genauer bei Hypothekenkrediten. Gängige Erklärungsmuster zur gegenwärtigen Finanzkrise suchen vor allem schuldige Akteure oder Akteursgruppen – nämlich die „Spekulanten“ – , psychologische Gründe – wie die Gier der Banken – oder thematisieren die mangelhafte staatliche Aufsicht angesichts der immer undurchschaubareren Finanzmärkte. All diese Positionen eint, dass sie keine prinzipielle Kritik am Kapitalismus formulieren, sondern nur an einigen seiner Erscheinungsformen.“

Hans Peter Büttner

Es laden euch ein: Linksjugend SOLID, Marxistischer Gesprächskreis und das Contrast!

Marx neu entdecken

Unter dem Motto „Marx neu entdecken“ lädt DIE LINKE.SDS zur großen Auftaktveranstaltung zum Kapital-Lesekreis ein.

Wolfgang Fritz Haug, einer der bekanntesten Marxisten unserer Zeit, wird
die Auftaktveranstaltung zum Lesekreis einläuten.

Wann: Mittwoch 29.10.08 Beginn 18:00Uhr
Wo: Uni Konstanz, Raum A704

Siehe: Wolfgang Fritz Haug kommt Ende Oktober nach Konstanz

Zur Einstimmung: Sonntag, 19.10.2008 von 18-20 Uhr Radio LoRa hören!
In der Sendung „Offener Politkanal“ beim ältesten freien Radio der Schweiz, Radio LoRa aus Zürich, stellen wir Wolfgang Fritz Haug und sein Buchprojekt vor: Das HKWM, das Historisch-Kritische Wörterbuch des Marxismus, das im Hamburger Argumentverlag verlegt wird und zahllose Schlüsselbegriffe marxistischen Denkens erläutert. Wir laden euch ein, dieses spannende Projekt kennenzulernen.
(wird am kommenden Donnerstag von 10.00 – 12.00 Uhr wiederholt)
Einfach Livestream anklicken und reinhören!