Archiv der Kategorie 'Marxismus'

100 Jahre Peter Weiss »Die Ästhetik des Widerstands«

Staffellesung des großen antifaschistischen und antikapitalistischen Romans von Peter Weiss am 11. bis 13. November 2016 in Rostock.

Der Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss ist heute meist nur noch der älteren Generation der Linken ein Begriff. Damit sich daran was ändert und auch die Jüngeren sich wieder mit diesem scheinbar so schwer zu lesenden Werk auseinandersetzen, veranstaltet die Rosa-Luxemburg – Stiftung vom 11. bis 13. November 2016 in Rostock die genannte Staffellesung: Über 50 Stunden lang werden die ca. 1000 Seiten dieses Opus Magnums von Peter Weiss von 100 VorleserInnen im Peter-Weiss-Haus in Rostock gelesen.

Die Lesung wird zur Gänze aufgezeichnet und soll hinterher als DVD herauskommen. Nicht alle VorleserInnen werden anwesend sein, manche werden als Videoeinspielung aufgeführt. Schon jetzt liegt eine Reihe von Videoaufzeichnungen vor. Nach jeder Aufzeichnung wurden die Leserinnen und Leser gefragt, was ihrer Meinung nach die Bedeutung der „Ästhetik des Widerstands“ ist, für sie, hier und heute. Die ersten dieser Videos wurden bereits auf der Webseite http://peterweiss100.de hochgeladen: Video Statements von Sabine Kebir, Rainer Diedrich, Bini Adamczak, Sookee und vielen mehr.

Trailer:

Konferenz: Widersprüche des Nationalen

Das Institut für kritische Theorie (InkriT) lädt ein zu seiner XX. Jahrestagung vom 19. bis 22. Mai 2016 im Ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg in Berlin-Wannsee. Dachthema sind die „Widersprüche des Nationalen“.

Die Aktualität des Dachthemas ist buchstäblich brennend in einem Land, in dem Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge in Brand gesteckt werden, während eine andere – immer noch bürgerliche – Zivilgesellschaft sich offen zeigt, aber mit der betreuenden Erstversorgung der Flüchtlinge zunehmend an ihre Grenzen stößt. Noch ist die Finanzkrise und damit auch die sich vertiefende Spaltung zwischen Defizit- und Überschussökonomien nicht ausgestanden, da laboriert Europa angesichts der »Flüchtlingskrise« an der Grenze zum Zerfall. In den Nationalstaaten macht sie sich als Überforderung der durch die Austeritätspolitik seit langem geschwächten Einrichtungen öffentlicher Verwaltung und sozialer Vorsorge und Versorgung sowie als staatlicher Kontrollverlust über Mensch und Situation spürbar – solidarische, internationalistische Aktivitäten von unten können dies nicht wettmachen. Die Zerreißproben, denen Europa unterliegt, brüten Nationalismen, Separatismen und Rechtsradikalismen.

So lautet das dramatisch klingende Intro des Aufrufs zur Teilnahme an der 20. InkriT-Jahrestagung. Sie findet zwar erst im Mai kommenden Jahres statt, dennoch kommt die Ankündigung nicht verfrüht. Die Tagung basiert auf der kritischen Mitarbeit der TeilnehmerInnen und die Mitarbeit beginnt bereits Wochen im Vorfeld der Tagung.

Kern der Tagung ist nicht etwa die Debatte (tages-)politischer Entwicklungen sondern ein eher langfristiges Vorhaben: Die Fertigstellung eines historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus (HKWM) – ein sämtliche Dimensionen sprengendes Wörterbuch-Projekt, das Anfang der 80er Jahre begonnen wurde1, zuletzt im Jahr 2015 den Band 8/II („Links/Rechts bis Maschinenstürmer“ ) herausbrachte und somit bei etwas mehr als der Hälfte des Alphabets angelangt ist.

Wenn vom 19. bis 22. Mai 2016 Marxisten aus aller Welt zusammen kommen, werden sie in den Wörterbuchwerkstätten die Artikelentwürfe zu Band 9 des HKWM (Maschinerie bis naturwüchsig) bearbeiten.2 Geplant sind Werkstätten zu Maschinerie (Kaan Kangal, Nanjing), altchinesischer Materialismus (Jiaxen Zhou, Nanjing), mechanischer Materialismus (Peter Jehle, Potsdam), praxisphilosophischer Materialismus (Wolfgang Fritz Haug, Esslingen u. Los Quemados), Melancholie (Antje Géra, Hamburg), Metropolen (Ruth May, Berlin), multinationale Arbeiterklasse (Gerhard Hetfleisch, Innsbruck), multinationale / transnationale Konzerne (Hanns Wienold, Münster), Mystifikation (Isabelle Garo, Paris), Nation (Michael Löwy, Paris), nationale Befreiung (Samir Amin, Dakar), nationale Besonderheit (Mohamed Moulfi, Oran), nationaler Weg zum Sozialismus (Werner Schmidt, Stockholm), Nichtregierungsorganisationen (Uli Brand, Wien) u.a.

Zufall oder nicht – trotz dieser wissenschaftlichen Grundlagenarbeit bleibt die Tagung, deren diesjähriger Schwerpunkt um die Begriffe der Nation und des Nationalen kreist, hochaktuell und spannend. Und so endet der Aufruftext mit folgenden drängenden Fragestellungen:

Wie ist das Verhältnis von Nation, Transformation und Revolution in Vergangenheit und Gegenwart? Wie stellt sich das Verhältnis von Nation und Nationalstaat heute dar? Wie das Problem der ›Nationen‹ ohne eigenen Staat? Hat ›Befreiungsnationalismus‹ noch eine Perspektive? Welche Handlungsspielräume bestehen auf der Ebene der Nationalstaaten? Gibt es Alternativen zum Nationalen als Bedingung politischer Handlungsfähigkeit? Wie steht es mit dem Kosmopolitismus? Die Bearbeitung solcher und weiterer Probleme, die emanzipatorisches Denken in der Tradition von Marx im transnationalen Hightech-Kapitalismus mit neuen Widersprüchen konfrontieren, soll sich praktisch in einem Zuwachs an politischer Handlungsfähigkeit, aber auch theoretisch im einschlägigen Begriffsfeld in Band 9 des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus niederschlagen.

Links

Fußnoten

  1. Das HKWM ist ein von über 800 WissenschaftlerInnen kooperativ erstelltes Wörterbuch zu ca. 1200 marxistischen Begriffen. Nach 10-jähriger Planungszeit erschien 1994 der erste Band („Abbau des Staates“ bis „Avantgarde“). [zurück]
  2. Bei den Werkstätten geht es darum, in gemeinsamer Anstrengung die Autorinnen und Autoren durch weiterführende Vorschläge, konkrete Hilfen, Ermutigung und Kritik auf den Weg zu guten Artikeln zu bringen. Wer sich anmeldet, muss sich für einzelne Workshops eintragen und läuft Gefahr, um ein sog. Votum gebeten zu werden: Unter „Votum“ wird ein fachlich-kritischer Beitrag verstanden, der schriftlich und im o.g. Sinne auf einen Artikelentwurf reagiert. [zurück]

Rudi Dutschke – Geschichte ist machbar!

Vortrag von Michaela Karl am Montag, 11. Januar 2016 um 19:30 Uhr in der Aula der HTWG Konstanz

Am 7. März 2015 wäre Rudi Dutschke 75 Jahre alt geworden. Als er am Heiligabend 1979 an den Spätfolgen des Attentats vom 11. April 1968 verstarb, verlor die westdeutsche Linke eine ihrer herausragenden Persönlichkeiten, einen unbeirrbaren Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Sozialismus jenseits des realexistierenden Sozialismus – einen Mann, den am Ende seines Lebens allerdings sogar die ehemaligen Genossen einen Träumer nannten.
Der charismatische Dutschke, der in der DDR nicht studieren durfte und 1968 in West Berlin zum Studentenführer avancierte, war Aktivist und Revolutionstheoretiker, Protestikone und Hassfigur. Der »deutsche Che Guevara« wollte nichts weniger als die Welt verändern und blieb der Revolution treu, auch als die Barrikaden von 1968 längst abgebaut waren. Sein berühmter Satz vom »langen Marsch durch die Institutionen« ist oft als Reformprogramm missverstanden worden. Doch Dutschke ging es nie um die Verbesserung des Systems, sondern immer um die Alternative.

Referentin:
Michaela Karl studierte Politikwissenschaften, Geschichte und Psychologie in Berlin, München und Passau. 2001 Promotion über Rudi Dutschke an der FU Berlin. Danach Lehraufträge an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg und der Hochschule für Politik in München mit Themenschwerpunkt »Sozialismus und Revolutionsforschung«. Neben Büchern zur Sozialgeschichte verfasst sie vor allem Biografien. Jüngste Veröffentlichungen »›Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber.‹ Dorothy Parker. Eine Biografie« (2010), »Ladies and Gentlemen, das ist ein Überfall! Die Geschichte von Bonnie und Clyde« (2013).

Der Vortrag findet im Rahmen der HTWG-Vortragsreihe »Diese Wirtschaft tötet« – Über Gesellschafts- und Kulturkritik: Ideen und Figuren, Geschichte und Aktualität statt.

Quelle: http://www.htwg-konstanz.de/WS15-16.8064.0.html

Kapitalismuskritik und Antisemitismus. Über Ressentiments und Judenhass

Stephan Grigat hält heute einen Vortrag zu Kapitalismuskritik und Antisemitismus an der Universität Konstanz im Rahmen der Ringvorlesung: „Die Politik in der Krise ? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Beginn ist um 20 Uhr im Audimax (A701).

Bereits Karl Marx war bewusst, dass das Kapital als zinstragendes, in „dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vorstellung nächsten Gestalt“ der bevorzugte „Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik“ sein wird – einer Kritik, die in der sozialistischen Bewegung nie mehr verschwinden sollte, maßgeblich zu den Affinitäten linker Kapitalismuskritik zum Antisemitismus beigetragen hat und auch heute im Rahmen der Globalisierungsdebatte erschreckend gegenwärtig ist.

Der Vortrag soll zeigen, wie sich im Antisemitismus die Ressentiments gegen die kapitalistische Moderne bündeln und inwiefern der antiemanzipatorische Antikapitalismus des Judenhasses im Antizionismus seine geopolitische Ergänzung erfährt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind marxsche und marxistische Theorie, Geschichte linker Bewegungen, Antisemitismus und Rassismus sowie der Nahostkonflikt. Er ist Mitherausgeber von Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (Studienverlag 2008) sowie von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010), Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012) und Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007).

Eintritt frei

Livestream vom Internationalen Marxistisch-Feministischen Kongress in Berlin

Die Kongress „Die Kraft der Kritik: Wege des Marxismus-Feminismus“, der dieses Wochenende in Berlin stattfindet, ist seit Wochen ausgebucht. Über 500 Personen haben sich angemeldet.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung wird mit einem Livestream unter http://livestream.rosalux.de, am Freitag, 20.3.2015 ab 15.30 Uhr und am folgenden Samstag ab 17.30 Uhr auf Sendung sein.

Die Stream deckt leider nur einen Teil des dreitätgigen Kongreses ab (siehe das vollständige Programm). Hier die übertragenen Veranstaltungen:

Freitag, 20.3.2015

15:30-17:30 Panel 1: Learning from history | Aus der Geschichte lernen
Cynthia Cockburn (London): Feminist Uses of the Standpoint Concept
Lynne Segal (Sydney): Learning from our Mistakes: Feminism, Movements & Left Coalition
Lise Vogel (New York City): Still Moving Toward a Unitary Theory?
Katharina Volk (Köln): On historical Struggles and (utopian) Ideas – Socialist, Marxist and Materialist Feminists
Chair: Claudia Gdaniec (Berlin)

19:00-20:00 Book Launch: Marxism and Feminism
With Shahrzad Mojab, Cynthia Cockburn, Frigga Haug

20:30-21:00 Luxemburg Lecture by Saskia Sassen
What do we see when we go back to Ground Level – detheorize, in order to re-theorize? | Was sehen wir, wenn wir uns zurück auf den Grund begeben – de-theoretisieren, um dann zu re-theoretisieren?
Chair: Shahrzad Mojab (Toronto)

Samstag, 21.3.2015

17:30-19:30 Panel 4: Towards a Human Society | Perspektiven einer menschlichen Gesellschaft
Gabriele Winker (Hamburg-Harburg): Care Revolution as a Feminist-Marxist Transformation Strategy
Shahrzad Mojab (Toronto): Women and Revolution: Thinking through Marxism and Feminism
Ann Ferguson (Commentator)
Chair: Sabine Plonz (Münster)

20:30-21:15 Luxemburg Lecture by Gayatri Chakravorty Spivak
One Limit of Marxist Feminism
Chair: Franziska Dübgen (Göttingen)

Auch für die, die Freitag und Samstag keine Zeit finden, zuzuschauen, können auch danach die Streams abspielen. Sie bleiben unter https://www.youtube.com/user/rosaluxstiftung zugänglich.

Die Kraft der Kritik: Wege des Marxismus-Feminismus

Hochkarätig besetzter, internationaler Kongress vom 20. bis 22. März 2015 in Berlin

Flyer | Programm | Anmeldung

Aus der Ankündigung:

Vor mehr als 40 Jahren meldeten sich in vielen Ländern der Welt Feministinnen unter Marxisten zu Wort. Sie kritisierten den im damaligen Marxismus gebräuchlichen Arbeitsbegriff und die Werttheorie, die Stellung zu Hausarbeit, zu Familie, zum Umgang miteinander und zur umgebenden Natur, zu Wirtschaft und Kriegen, Zukunftsvorstellungen und Befreiungsverlangen.

Sie lösten leidenschaftliche Debatten aus – ihre Kritiken blieben nicht gänzlich ungehört. Aber ihre Arbeit, die sie unternommen hatten auf internationalem Maßstab, ist noch lange nicht beendet. Für einige Jahrzehnte wurde es stiller um den feministischen Marxismus. Der von Krise zu Krise stolpernde Neoliberalismus hatte andere Fragen in den Brennpunkt gerückt.

Im kommenden Jahr, im März 2015 wollen wir die Fäden wieder aufnehmen. Viele der damaligen Stimmen, und viele, die sich inzwischen dazu gesellten, kommen auf einem Kongress zusammen, um das Unerledigte zu prüfen. Wir werden Erfolge und Niederlagen diskutieren ebenso wie neue Entwürfe, um gemeinsam herauszufinden, was inzwischen erreicht wurde, wo weiter gearbeitet werden muss, welche neuen Fragen auf der Tagesordnung stehen und wie wir unsere Energien zusammenführen können, um unserem Eingriffsverlangen ein weltweites Echo zu geben.

Dass sich die sozialistischen Feministinnen international zusammenschließen bleibt so elementar wie vor fast einem halben Jahrhundert.

Quelle: InkriT in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Wie endlich alles anders wird!

Ausstellung / Workshop über die Arbeit an einem arbeitskritischen Animationsfilm vom 16. – 18. Oktober 2014 in der Shedhalle in Zürich

Wer kennt es nicht, das lustige und zugleich unglaublich ernsthafte Kinderbuch „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“ von Bini Adamcak. Die Autorin dieses Buches arbeitet gerade an einem Animationsfilm der auf genau diesem Buch basiert. In einem dreitägigen Workshop wollen die Macherinnen des Animationsfilms ihr Filmkonzept sowie ihren Arbeitsprozess vorstellen und gemeinsam mit den TeilnehmerInnen einen Schritt voranbringen.

In einem ersten Teil versucht der Film in einfachen Bildern und Worten die kapitalistische Ökonomie samt ihrer aktuellen Krise zu erklären. Im zweiten Teil werden verschiedene utopische Versuche unternommen, eine bessere Gesellschaft zu realisieren.

Die Workshopeinheiten können unabhängig voneinander besucht werden.

Donnerstag, 16.10.2014, 18-20 Uhr

Vorstellung des Films: Was bedeutet es, einen kapitalismuskritischen Film unter prekären kapitalistischen Bedingungen zu realisieren?

Freitag, 17.10.2014, 18-20 Uhr

Vom Buch zum Drehbuch – das Storyboard: Wie lässt sich ein Kapitel in einem Buch in eine visuelle Sprache bewegter Bilder übersetzen?

Samstag, 18.10.2014, 16-18 Uhr

Figuren- und Raumentwicklung: Aufbauend auf dem gemeinsam entwickelten Storyboard bauen wir eine Kulisse.

Samstag, 18.10.2014, 18-20 Uhr

Zum Leben erwecken: Kulisse und Figuren werden im Sinne des Drehbuches zum Leben erweckt, das heißt animiert; eine kleine Filmsequenz entsteht.


http://www.shedhalle.ch/2013/de/334/WIE_ENDLICH_ALLES_ANDERS_WIRD

Tagung: Widersprüche des Hightech-Kapitalismus

Vorankündigung der XVIII. Internationalen InkriT-Tagung vom 19. bis 22. Juni 2014 im ver.di-Bildungs- und Begegnungszentrum „Clara Sahlberg“ in Berlin-Wannsee

Das Dachthema der XVIII. InkriT-Tagung schließt an die bei der letztjährigen Tagung geführten Diskussionen zur Finanz- und Wirtschaftskrise des transnationalen Hightech-Kapitalismus an. Beleuchtet werden soll die Zweideutigkeit vieler neuer Technologien im Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen.

Zugesagt haben bisher u.a. Raúl Rojas (Künstliche Intelligenz/Robotik am Beispiel „Fahrerloser Autoverkehr“), Niels Boeing (3D-Druck), Kâmil Uludağ (Hirnforschung), Andreas Umgelter (Organtransplantation). Weitere Themen: Gentechnologie, Hochfrequenz-Handel u.a.

Wie bei den früheren Tagungen geht es im zweiten Teil um die Diskussion von Artikelentwürfen für das Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus (HKWM).

Einzelheiten zum Programm und zur Anmeldung folgen bzw. können auf der Homepage des InkriT abgerufen werden.

Wie in den Vorjahren gibt es Stipendien für postgraduierte Studenten auf Antrag.

Kontakt für Fragen und weitere Informationen: tagungen@inkrit.org

Frigga Haug

Vom Alltagsverstand zum Widerstand – Krise, Alltagsverstand, Klassenbewusstsein und Hegemonie bei Antonio Gramsci

Gramsci-Seminar mit Leo Mayer am Samstag, den 9.11.2013 von 13 – 17.30 Uhr in Moos

Am 27. April 2012 jährte sich zum 75. Mal der Todestag von Antonio Gramsci. Das gewachsene Interesse an diesem bedeutenden marxistischen Politiker und Theoretiker hängt mit dem originellen Beitrag Gramscis zum Marxismus und zur kommunistischen Politik seiner Zeit zusammen und mit den Herausforderungen für die marxistischen Kräfte, die Krise des heutigen Kapitalismus, die heutigen Widersprüche und Gefahren besser zu verstehen und zu bewältigen.

Natürlich dürfen wir dabei den historischen Rahmen, in dem Gramsci seine Überlegungen entwickelt hat, nicht aus dem Auge verlieren. Gramsci selbst sprach vom Historizismus der Philosophie der Praxis. Um aus seinen Gedanken Nutzen zu ziehen, müssen wir uns also bemühen, sie in die Gegenwart zu übersetzen.

Gramsci hat uns Grundgedanken einer Theorie des Kampfes für die gesellschaftliche Umgestaltung in Zeiten des “Stellungskrieges” im hochentwickelten Kapitalismus gegeben. Er gibt wichtige Anregungen für die “Herausbildung eines neuen Kollektivwillens” und fordert uns auf, zu “erforschen, wie sich genau die dauerhaften Kollektivwillen herausbilden, … wie entwickelt sich ihre organisierte und sie zu gesellschaftlichem Einfluss befähigende Kraft usw.” (A. Gramsci)

Ein weiterer Grund sich mit Gramsci zu beschäftigen, liegt im zeitgeschichtlichen Zusammenhang von Gramscis Werk mit der großen Krise in den 30er-Jahren, der die Niederlage der Arbeiterbewegung und der Demokratie sowie der Machtantritt des Faschismus bald folgte.

Referent ist Leo Mayer vom isw München: http://www.isw-muenchen.de/

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen

Kontakt: mannherz @ stb-mannherz.de

Linke Hochschultage 2 in Zürich

Vom 9.10.-12.10.2013 finden wieder die Linken Hochschultage an der Universität Zürich statt. Dieses Maul unter dem Motto: Formen der Ausbeutung – Ausdrücke des Widerstands

Neu finden die Linken Tage im Containerdorf an der Kantonsschulstraße gleich beim Kunsthaus statt. Vom 9. bis zum 12. Oktober wollen sie mittels unterschiedlicher Veranstaltungen verschiedene aktuelle Unterdrückungsmechanismen aufzeigen und analysieren. Unter dem Titel“ Formen der Ausbeutung, Ausdrücke des Widerstandes“ sollen die Linken Hochschultage 2013 hierbei die Möglichkeit zu einer Analyse der gesellschaftlichen Struktur, ihrer Herrschaftsmechanismen und Veränderungsmöglichkeiten bieten. Mit Referaten, Podien, Workshops sowie Gesprächen zu Speis und Trank wollen wir gemeinsam die Möglichkeiten ausloten, wie die Wissenschaft ihren Teil zu dieser Analyse beitragen kann.

Highlights:

  • Wolfgang Fritz Haug:
    Eine Welt aus werbendem Schein – Wie sich Warenästhetik begreifen lässt.
    Zeitpunkt: Do. 17.15 – 19.00 Uhr
  • Wolfgang Fritz Haug:
    Was nützt Das Kapital von Marx zur Erklärung der Grossen Krise des transnationalen Hightech-Kapitalismus?
    Zeitpunkt: Fr. 11:00 – 13:00 Uhr
  • Bernard Schmid: Die Mali-Intervention: Befreiungskrieg, Aufstandsbekämpfung oder neokolonialer Feldzug?
    Zeitpunkt: Fr. 15.00 – 17.00 Uhr
  • Tove Soiland: Eine feministische Kritik der politischen Ökonomie – oder warum es sich für eine Feministin immer noch lohnt, Marx zu lesen.
    Zeitpunkt: Sa. 18.00 – 20.00 Uhr

Alle Infos unter http://linketage.blogsport.de/

Frigga Haug: Einführung ins Denken und in die Politik von Rosa Luxemburg

Dienstag, 22. Oktober und Mittwoch, 23. Oktober 2013, 19 Uhr im Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz, Florastrasse 6, St.Gallen

Die Referentin an beiden Abenden ist Frigga Haug, Sozialwissenschaftllerin und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Rosa Luxemburg Stiftung

Vor fast 100 Jahren wurde Rosa Luxemburg ermordet. Ist ihr Denken, ist ihre Weise, Politik zu machen überhaupt noch aktuell?

Frigga Haug zeigt sie als umstrittene Gestalt in der Geschichte der linken Bewegungen und stellt ihre Gedanken zu Staat, zu Revolution, zu Demokratie und Diktatur und zu den Massen vor.

Am zweiten Abend konkretisiert und entfaltet Frigga Haug den Schlüsselbegriff «revolutionäre Realpolitik». Sie prüft diesen Begriff auf seine Aktualität und stellt ihn in den Kontext der Großen Krise.

http://www.frauenarchivostschweiz.ch/

Moos: Einführung in „Das Kapital“ von Karl Marx und Kritik an Neoklassischen Wirtschaftstheorien

Zweiteiliges Seminar mit dem Referenten Hans-Peter Büttner am Samstag, den 22.6.2013 und am Samstag, den 6. Juli 2013, jeweils von 14.30 bis 17.30. Ort: Gewerbestr. 4b, 78234 Moos am Bodensee

Das Marxsche „Kapital“ ist ein sperriges und zugleich großartiges Werk, auf dessen detaillierte Ausarbeitung Karl Marx insgesamt fast 20 Jahre seines Lebens verwandte ohne es bis zu seinem Tod 1883 auch nur annähernd beenden zu können.

Seine Fragestellungen sind hierbei oftmals noch genialer als seine Antworten. Allen interessierten Teilnehmern wird ein Einblick gegeben in die Geschichte dieses unvergleichlichen Werks, in seine zentralen Themen und die über hundertjährige Debatte um „Das Kapital“.

Weil die im „Kapital“ geübte schonungslose Kritik der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft von jeder Generation wissbegieriger Menschen neu aufgenommen und angeeignet wird, regt dieses Buch immer neu zum Denken und Über-Denken an; nicht zu festen Dogmen, sondern zum Nachdenken über unsere gesellschaftliche Praxis und all jene Wissensformen, welche Menschen unmündig, unwürdig und in Elend halten. „Revolutionär“ ist das Marsche „Kapital“ weil es über das Denken hinaus eine andere Praxis nahelegt: den Kommunismus.

Das erste kleine Seminar wird ergänzt durch die Darstellung und Kritik des bürgerlich-kapitalistischen „Gegenentwurfs“ zum „Kapital“, die sog. neoklassische ökonomische Theorie.

Denn insbesondere noch in dieser Gegenüberstellung kann der Blick auf Marxens Einsichten geschärft werden.
Selbstverständlich können wir in der kurzen Zeit der beiden Treffen keine Fragen erschöpfend diskutieren, wohl aber voneinander lernen und Anregungen für unser aller weitere Arbeit am Thema mitnehmen.

Die beiden Teile können auch getrennt besucht werden.

Hans-Peter Büttner, Jg. 1968, studierte Sozialpädagogik in Bielefeld. Danach Arbeit in der Jugendhilfe und der Erwachsenenbildung. Referent des Katholischen Bildungszentrums Konstanz zu den Themen Kritik der Politischen Ökonomie und Wirtschaftswissenschaften. Diverse Veröffentlichungen zur ökonomischen Theorie.

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen

Die roten Großeltern erzählen

Unter diesem Motto startet der Marxistische Gesprächskreis Konstanz-Singen am 30.04.2013 um 19.00 Uhr im Kreuz in Singen eine Ver­an­stal­tungs­­­­­­­­reihe.

Diese Reihe soll Interessierten die Möglichkeit bieten, direkt mit Zeitzeugen zu reden. Wer schon immer wissen wollte, wie Menschen das Kriegs­­ende, die Wiederbewaffnung, die Kuba­krise, den Mauerbau oder ihren Fall persönlich er­­lebt haben, ist herzlich eingeladen.

Beginnen werden wir mit Genossen Günter, der das Kriegsende im Ruhrgebiet erlebte und danach über Umwege an den Bodensee kam. Dort trat er in die KPD ein und war von deren Ver­bot betroffen. Seit 1968 ist er Mitglied der DKP und wurde so Zeuge der Geschichte dieser Partei.

Eine besondere Herzensangelegenheit war ihm die praktische internationale Solidarität. So half er beim Bau von Wasserleitungen in Nicaragua, von Gesundheitszentren und eines Internats für Behinderte auf Kuba. Seit über 60 Jahren ist er aktiver Gewerkschafter und war lange Zeit Be­triebsrats­vorsitzender in einem großen Hand­werks­betrieb.

Über rege Beteiligung mit Fragen, Anmerkungen und eigenen Erlebnissen würden wir uns freuen.

Einlader: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen

Unterstützer: Die Linke Kreisvereinigung Konstanz, Bodensee – Hochrhein

Was für eine Krise?

Vortrag von Georg Fülberth am 8.3.2013 um 18 Uhr im DGB-Haus in Konstanz

Was für eine Krise? Staatsschuldenkrise, Bankenkrise, EURO-Krise. Darüber – und wie diese Formen der Krise in die Krisen des Kapitalismus einzuordnen sind – spricht Prof. Dr. Georg Fülberth Politikwissenschaftler am

Freitag, den 08.03.2013 um 18.00 Uhr
im Sitzungszimmer 2. OG DGB-Haus Konstanz, Beyerlestr. 1.

Aber auch über Möglichkeiten und Maßnahmen, was man aus linker Sicht tun kann, wollen wir diskutieren.

Prof. Dr. Georg Fülberth geb. 1939 in Darmstadt; studierte Germanistik, Geschichte und politische Wissenschaften; von 1972 bis 2004 Prof. für Politikwissenschaften an der Universität Marburg.

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen. Unterstützt von Die Linke Kreisvereinigung Konstanz und DKP Bodensee-Hochrhein

Ernst Lohoff: Weltwirtschaftskrise und Eurodesaster

Vortrag von Ernst Lohoff über die inneren Widersprüche des Euro und den Irrwitz der europäischen Sparpolitik

Ort: Raum A 703 an der Uni Konstanz

Zeit: am 30.01.2013, 19 Uhr

Aus dem Ankündigungstext:

Warum steckt der Euro in der Krise? Sind die „faulen Griechen“ schuld oder die Gier der Spekulanten? Die Ursachen reichen wesentlich tiefer. Mit dem Euro wurden getrennte Währungsgebiete zusammengeschlossen, ohne einen einheitlichen wirtschaftspolitischen Funktionsraum mit einheitlichem Produktivitätsniveau zu schaffen. Eine solche Währungsunion kann auf längere Sicht nur dazu führen, dass im Produktivitätswettlauf strukturell benachteiligte Länder wie Griechenland oder Portugal auf den Gütermärkten von Deutschland oder den Niederlanden niederkonkurriert werden.

Trotzdem war die Einführung des Euro weder eine politische Fehlentscheidung noch ein Projekt der überlegenen Länder, um ihre Wettbewerbsposition auf Kosten der Nachbarn zu stärken. Der Euro ist vielmehr ein genuines Kind der Epoche des „fiktiven Kapitals“. Seine vermeintlichen Geburtsfehler waren nichts anderes als Anpassungen an die verrückten Bewegungsgesetze eines Kapitalismus, in dem die Anhäufung fiktiven Kapitals zum eigentlichen Motor der Wirtschaft geworden ist. In dem Maß wie diese auf dem Vorgriff auf künftige Wertproduktion beruhende Produktionsweise an ihre Grenzen stößt, zerbricht aber auch die europäische Gemeinschaftswährung an ihren inneren Widersprüchen.

Die brutale Sparpolitik im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, die vor allem Südeuropa verwüstet, ist kein Ausweg, sondern Teil des Problems. Der gesellschaftliche Reichtum Griechenlands, Spaniens und Portugals, wird der vagen Hoffnung geopfert, den Finanzmärkten gegenüber Kreditwürdigkeit zu simulieren. Die Regierungen und die sogenannten Wirtschaftsexperten schwadronieren davon, dass man über seine Verhältnisse gelebt hätte. Nichts ist zynischer und zugleich dümmer als diese Vorstellung. Die Weltgesellschaft hat ein ganz anderes Problem. Sie ist zu produktiv, um ihre Reichtumsproduktion noch dem armseligen Zweck der Kapitalverwertung zu widmen.

Ob Wohnungen gebaut, Krankenhäuser betrieben, Nahrungsmittel produziert oder Bahnlinien unterhalten werden, darf nicht davon abhängen, ob die nötige Kaufkraft vorhanden ist. Kriterium dafür kann einzig und allein die Befriedigung konkreter Bedürfnisse sein. Es gilt, bereits die Frage nach der »Finanzierbarkeit« offensiv abzuweisen.

Ernst Lohoff, geb. 1960, lebt in Nürnberg. Er studierte Soziologie, gehört zu den Gründervätern der Theoriezeitschrift Krisis und ist freier Publizist. Zusammen mit Norbert Trenkle veröffentlichte er 2012 das Buch „Die große Entwertung- Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind“.

Das ist der letzte Vortrag einer vierteiligen Veranstaltungsreihe zur Finanzkrise und öffentlichen Verschuldung an der Uni Konstanz. Sie wird vom hochschulpolitischen Refereat der Konstanzer Studierendenvertretung organisiert.