Archiv der Kategorie 'Dritte Welt'

Öhningen als Tropenparadies – Koloniale Phantasien am Bodensee

Vortrag von Bernhard Schär am Donnerstag, 02.02.2017 um 19:00 Uhr im Contrast, Konstanz, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Öhningen gehört zwar nicht zur Schweiz, wurde im neunzehnten Jahrhundert aber zu einem Sehnsuchtsort für Naturwissenschaftler, die sich von der kolonialen Erforschung der Südsee zu einem neuen Bild der Schweiz inspirieren ließen: jenem der tropischen Urschweiz.

In seinem Vortrag wird Bernhard Schär unerwartete, jedoch ebenso naheliegende Verflechtungen zwischen der Bodenseeregion und globaler Kolonialgeschichte aufzeigen. Der Fokus liegt auf der eurozentrischen Konstruktion «tropischer» Lebensweisen und deren Einbettung in moderne, imperialistische Narrative von Fortschritt und Zivilisation.

Quelle: http://input.blogsport.de/input-konstanz/

Rock for Syria

Spendenparty am 20. Januar 2017 um 22 Uhr im Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Bomben. Schüsse. Belagerungen. Hunger. Und mittendrin: Kinder.

Nach über fünf Jahren Bürgerkrieg ist Syrien einer der schlimmsten Orte auf der Welt. Obwohl sie am wenigsten für den Krieg können, sind rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche in Syrien zwischen den Fronten gefangen und brauchen dringend Hilfe. Als eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen ist UNICEF noch vor Ort in Syrien und steht den Kindern und Familien in dieser schweren Zeit zur Seite. Ein Team von 200 Mitarbeitern in Syrien arbeitet einem Netzwerk von Partnern rund um die Uhr daran, dringend benötigte Hilfe zu den Familien zu bringen.

Wir nehmen pro Besucher einen symbolischen Euro Eintritt – weitere Spenden sind natürlich herzlich willkommen.
Außerdem wird der Gewinn des Getränkeverkaufs an diesem Abend ebenfalls in den Spendentopf geworfen.

================================

Da alles transparent ablaufen soll, hier ein paar Informationen:
– Alle Spenden fließen zu 100% an UNICEF
– Die genaue Abrechnung wird am nächsten Tag in dieser Veranstaltung veröffentlicht
– Der Spendennachweis wird auf unseren Facebookseiten veröffentlicht

================================

Musikalisch untermalt wird die Feier von Rockmusik aus sämtlichen Genres.

Quelle: http://www.contrast-kn.de/events/event/

Waffenexport aus Deutschland – Flüchtlinge nach Deutschland. Zwei Seiten einer Medaille?

Vortrag von Kiflemariam Gebre-Wold am Mi., 12.10.2016 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz. Eintritt 6 EUR.

Deutschlands Verfassung ist dem Frieden verpflichtet. Trotz, dieses Regelwerks, sind in dutzenden Ländern deutsche Waffen im Einsatz und es gibt kaum einen Konflikt auf dem Globus wo deutsche Waffen nicht zu finden sind. Die Region um den Bodensee ist nicht nur eine Tourismusregion, sondern produziert auch Kriegswaffen. Das Land der Dichter und Denker, lebt von Waffenexport.

Während die Waffenindustrie für ca. 12 Mrd. € exportiert hat, beläuft sich die offizielle deutsche Entwicklungshilfe auf rund 7Mrd. €.

Der Vortrag wird Deutschlands Rolle als Rüstungsexporteur beleuchten, die zerstörerischen Wirkungen von Waffen am Horn von Afrika darstellen, die Frage nach einer verantwortungsbewussten Außenpolitik stellen, um Rüstungskonversion zu thematisieren.

Geboren in Äthiopien ist Gebrewold seit über 30 Jahren im ökumenischen Kontext in der Entwicklungshilfe/Rüstungsfragen beruflich unterwegs. Hochschulbildung in Deutschland, Abschlüsse: Agraringenieur (tropische Landwirtschaft), mit richtiger Ausbildung als Landwirtschaftsgeselle, Zweitstudium Magister: Publizistik und Entwicklungspolitik. Berufliche Stationen: 18 Jahre in der praktischen Entwicklungshilfe: Nothilfe, Rehabilitationsmaßnahmen und langfristige Entwicklungshilfeprojekte. Die Einsätze im Ausland wurden hauptsächlich über Dienste in Übersee organisiert und vor Ort in Kooperation mit UN, GIZ, EU durchgeführt. Die Projekte reichten von klassischen Projekten wie Landwirtschaft/Ernährungssicherung, über fokussierte Genderförderung, bis hin zu Konfliktmanagement/Demobilisierung von ehemaligen Guerillakämpfern. 12 Jahre Arbeit in der entwicklungspolitischen Bildung, als entwicklungspolitischer Journalist (ARD, epd), Gutachter für Entwicklungshilfe. Ca. 25 Länder Afrikas bereist bzw. in der Elfenbeinküste, Kenia/Tansania, Äthiopien beruflicher Aufenthalt und auch mit beruflichen Kurzreisen nach Südostasien.

Organisiert von vhs + Friedeninitiative Konstanz + TERRE DES FEMMES

Kubas Sieg über Ebola

Vortrag von Dr. med. Graciliano Díaz Bartolo am 5.10.2016 um 19 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Das kubanische Programm internationaler Solidarität ist beispielhaft in der medizinischen Grundversorgung, bei Katastrophen und Epidemien und wird regelmäßig von WHO, UNO & UNESCO gelobt.

Dr. Díaz Bartolo berichtet vom beispielhaften Einsatz gegen die Ebola-Epidemie in Afrika.

Möglich ist dies vor allem durch den unermüdlichen und selbstlosen Einsatz von Kubas Medizinern und dank des vorhandenen politischen Willen des kleinen Landes und dies trotz der andauernden wirtschaftlichen Folgen der US-Blockade!

Dr. Graciliano Díaz Bartolo aus Santiago de Cuba war bisher als Familienarzt in Santiago de Cuba und in der Sierra Maestra tätig und leitete fünf Jahre lang die städtische Poliklinik in Santiago de Cuba. Dr. Graciliano Díaz Bartolo ist Mitglied der Brigade Henry Reeve und Teilnehmer an regulären Auslandseinsätzen kubanischer Ärzte in Bolivien und Guinea, dort als Leiter des kubanischen Teams. Er war stellvertretender Leiter der „Mission“ in Guinea im Kampf gegen Ebola.

Flyer-Download

Veranstalter: HCH – Humanitäre Cubahilfe e.V., Netzwerk Cuba e.V., Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V. & Cuba Sí

Verfassungskrise, Versorgungsengpässe, Hyperinflation – ist die bolivarische Revolution am Ende?

Veranstaltung mit Carolus Wimmer, einem Mitglied der KP Venezuela, am Mittwoch, 22. Juni 2016 um 19.30 Uhr im Hotel „Barbarossa“, Konstanz

Die Lage in Venezuela nach der Niederlage der Linken bei der letzten Parlamentswahl mit einer rechten Mehrheit im Parlament scheint chaotisch. Versorgungskrise, sichtbar durch lange Schlangen vor den Läden, eine Inflation von 700 %, der Fall des Ölpreises unter 40 $ pro Barrel (159 Liter) – Öl ist der Hauptexportartikel Venezuelas – stellt das Überleben der bolivarischen Revolution in Frage. Nicht nur im Innern ist die Lage schwierig, sondern auch international hat sich nach der Abwahl bzw. Sturz linker Regierungen (Argentinien, Brasilien) die Situation verschärft. Erschwerend hinzu kommt natürlich die negative Haltung der USA, die offensichtlich einen „regime change“ unterstützt.

Gibt es angesichts dieses Szenarios noch Hoffnung für die bolivarische Revolution? Welche Kräfte stehen ihr noch zur Verfügung?

Dr. Carolus Wimmer ist Politikwissenschaftler, Biologe und Lehrer. Er wurde 1948 in Deutschland geboren, lebt und arbeitet er seit 1971 in Venezuela. Carolus Wimmer ist durch seine Tätigkeit als Präsident der venezolanischen Gruppe im Parlatino (Lateinamerikanisches Parlament) auch mit der Situation in ganz Lateinamerika bestens vertraut.

Die Veranstaltung wird organisiert von der DKP Hochrhein-Bodensee und DIE LINKE Kreisverband Konstanz,

Spezialprogramm über Flüchtlinge im Radio LoRa, Zürich

Mit einem Spezialprogramm vom Sonntag, 22. November bis am Freitag, 27. November 2015 beleuchtet das Zürcher Radio LoRa die Thematik aus verschiedenen Perspektiven. 17 Sendungsstunden werden weitgehend von Flüchtlingen und Migrant_innen und in neun verschiedenen Sprachen produziert.

Die Sendungen sind auch als Webradio zu empfangen!

Seit mehreren Monaten wird von einer sogenannten Flüchtlingskrise in Europa berichtet, viele Organi­sationen, Regierungen und Behörden haben verschiedenen Massnahmen unternommen, um das Ankommen der geflüchteten Menschen zu bewältigen. Es wird von Hunderttausenden von Menschen aus Syrien sowie aus Afghanistan, dem Irak oder Eritrea gesprochen. Die „Massen“ sind sich von Europas Aussengrenzen bis nach Zentraleuropa vorgedrungen und bedrohen das Grenzregime von Europa.

Wie wird darüber berichtet in den Medien? Diese Frage ist der Ausgangspunkt für unser Spezial­programm. Wir wollen aber uns mit der Vielfältigkeit der Situation beschäftigen: Nicht nur von den Sorgen und Ängsten Europas berichten, sondern auch aus der Perspektive der vergessenen Flücht­linge aus Palästina oder jener im Grenzegebiet von Somalia und Kenia oder jenen in Nordkurdistan (Türkei), die von kommunalen Selbstverwaltungen aufgenommen wurden. Auch selbstorganisierte Gruppen wie Refugees Radio Network aus Hamburg oder die Migrantinneninstitution Maiz aus Linz (A) und Refugees und Migrant_innen im Radio Lora kommen zu Wort.

Auftakt ist am Sonntag Abend mit einer Sendung von 18:00 – 20:00 Uhr in der zunächst das Spezialprogramm präsentiert wird.

Infos zum Programm (Flyer im PDF Format)

Quelle https://spezialprogramm.wordpress.com/2015/11/16/spezialprogramm-ueber-fluechtlinge-im-radio-lora/

http://www.lora.ch/

Gegen das europäische Migrationsregime!

Vom 25. Mai bis 20. Juni 2015 findet in Zürich eine Veranstaltungsreihe gegen das Migrationsregime statt.

MO. 25. Mai: TEST BUNDESLAGER JUCHHOF – VERSCHÄRFUNG DER ASYLPOLITIK (Input und Diskussion)

Vor über einem Jahr wurde das Bundeslager Juchhof in Altstetten in Betrieb genommen. Es dient als Testlauf der Schweizer Asyl-und Migrationspolitik, welche Bundeslager in sechs verschiedenen Kantonen vorsieht, um die Verfahren schneller abzuwickeln. Doch was sind diese Bundeslager überhaupt? Wie sieht der Alltag im Juchhof aus? Und vorallem, was sind Möglichkeiten, diesem Wahnsinn der Kontrolle und des Einsperrens die Stirn zu bieten?

Ort: Autonome Schule Zürich, Bachmattstr. 59, 8048 ZH
Zeit: 13:30

DO. 28. Mai: DIE LAGERGESELLSCHAFT (Vortrag und Diskussion)

Sicherlich stellen die entstehenden Bundeslager eine neue Dimension des repressiven schweizerischen Asylregime dar. Lager oder ähnliche Strukturen existieren jedoch in verschiedenen historischen Kontexten und auch heute in diversen Formen. Was macht ein Lager aus, welchen Zweck erfüllen solche Instituitionen und wo finden wir Parallelen dazu in der Gesellschaft ausserhalb der eigentlichen Mauern? Einige Gedanken zu Lagern, Verwaltung und die Welt, die sie benötigt

Ort: Kernstrasse 14, 8004 ZH
Zeit: 20:00

SA. 30. Mai: EU-UND SCHWEIZER ASYLREGIME (Vortrag und Diskussion)

Die EU- und Schweizer Reaktion auf die zunehmenden Migrationsströme sind einerseits die militärische Aufrüstung der europäischen Aussengrenzen und andererseits neue Gesetzgebungen zur Verkürzung und Effizienzsteigerung der Asylverfahren. Die in der Schweiz kommenden Bundeslager (Bundeszentren für Asylsuchende) sind eine klare Botschaft, in welche Richtung sich dieses repressive Asylregime bewegt. Doch was hat sich in den letzten 10 Jahren im Asylwesen verändert? In welchem Zusammenhang stehen diese neuen Bundeslager in der Schweiz zur gesamteuropäischen Asylpraxis?

Ort: Kernstrasse 14, 8004 ZH
Zeit: 14:00

MI. 03. Juni: DIE DEMOKRATIE UND IHR ASYLREGIME (Input und Diskussion im Rahmen des „Sammelbecken“ -öffentliche Diskussionsplattform)

Die Demokratie schmückt sich damit, die Beste aller Herrschaftsformen zu sein. Dennoch ist sie genau das: eine Form der Herrschaft. Eine vermeintliche Merheit herrscht über Minderheiten. Und insbesondere über alle, die hier leben ohne Schweizerpass. Wie und wofür kämpfen wir, wenn wir uns nicht mit dem kleineren Übel zufrieden geben wollen?

Ort: Kernstrasse 14, 8004 ZH
Zeit: 20:00

SA. 06. Juni: CALAIS – UNMENSCHLICHKEIT KENNT KEINE GRENZEN (Infoveranstaltung und Diskussion)

Das ist unsere Geschichte aus der Festung Europa. Eine Geschichte über das Grenzregime. Eine Geschichte über die Unterdrückung und Aggression gegenüber Geflüchteten auf der letzten Etappe ihrer Reise. Und eine Geschichte des Widerstands. Grenz-Erfahrungen aus einer privilegierten Perspektive.

Ort: Kernstrasse 14, 8004 ZH
Zeit: 14:00

MI. 10. Juni: KAMPF GEGEN ASYLLAGER UND AUSSCHAFFUNGEN IN GENF (Infoveranstaltung und Diskussion)

Seit Ende 2014 mobilisieren sich in Luftschutzbunker untergebrachte Asylsuchende gegen ihre Aufnahmebedingungen und werden dabei von verschiedenen autonomen Gruppen unterstützt. Parallel dazu wird Lärm rund um Abschiebungen und Einsperrungen von Sans-Papiers gemacht. Teenachmittage, Demos, Gefängnisbesuche: die Aktionsformen sind divers. Vortrag und Diskussion rund um Erfahrungen und gewählten Strategien aus der Perspektive eines sich mit den Migrationskämpfen solidarisierenden Kollektivs.

Ort: Kernstrasse 14, 8004 ZH
Zeit: 20:00

MI. 15. Juni: INHAFTIERUNG, ABSCHIEBUNG UND AUFLEHNUNG IM VEREINIGTEN KÖNIGREICH (Abendessen, Infoveranstaltung und Diskussion)

Das Vereinigte Königreich gehört zur EU, nicht aber zu Schengen. Als eines der letzten Länder Europas führt die UK rigorose Grenzkontrollen an allen – nicht nur den EU-Aussengrenzen – durch. Als neoliberales Dystopia sind, weiter, alle “Detention Centers” privatisiert. Wir schauen uns an, was das für das Asylwesen in der UK bedeutet. Was für Möglichkeiten zum Widerstand bietet ein solches System? Was könnte mensch aus einer “schweizer” Perspektive lernen?

Ort: Kernstrasse 14, 8004 ZH
Zeit: 19:00 (Abendessen)
20:00 (Infoveranstaltung)

SA. 20. Juni: ALLE ZUM AUSSCHAFFUNGSKNAST! (Knastspatziergang)

Öffentlicher Aufruf für einen solidarischen Spaziergang zum Ausschaffungsknast in Zürich Kloten, um den Gefangenen lautstark zu zeigen, dass sie nicht allein sind!
Gegen alle Knäste und die Gesellschaft, die sie benötigt!

Ort: Bahnhof Glattbrugg
Zeit: 15:00

Die politische Situation in der Türkei

Vortrag von Jürgen Gottschlich am Samstag, den 18. April 2015 um 18 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg Elser Platz 1, 78467 Konstanz

Über folgende Themen wird berichtet:

  • aktuelle politische Lage in der Türkei
  • Frauenrechte in der Türkei
  • Menschenrechte in der Türkei
  • wie unabhängig sind die Medien
  • syrische Flüchtlinge in der Türkei
  • Situation der Roma und anderen Minderheiten

Jürgen Gottschlich ist Autor und TAZ-Redakteur aus Istanbul.

Veranstalter: esPresso und Input Konstanz, unterstützt durch den Asta der Uni Konstanz und die Rosa Luxemburg-Stiftung

Vgl. auch die Lesung von Jürgen Gottschlich am Sonntag, den 19.4.2015 im Stadttheater Konstanz: Beihilfe zum Völkermord – Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier

Solidarität mit Kobanê – Stoppt den IS-Terror

Der Kreisverband DIE LINKE, Konstanz ruft am Samstag, den 8. November 2014, zu einer Demonstration mit dem Motto „Solidarität mit Kobanê – Stoppt den IS-Terror“ auf. Auftakt ist auf dem Benediktinerplatz Georg-Elser-Platz um 14 Uhr, die Abschlußkundgebung wird gegen 16 Uhr auf der Marktstätte stattfinden.

Update 7.11.Der Demoauftakt wurde auf der Georg-Elser-Platz verlegt.

Der Aufruf im Wortlaut:

Demonstration am 8.11. in Konstanz:

In unserer Region lebende Kurdinnen und Kurden aus dem Gebiet Rojava rufen zu einer Demonstration am Samstag, 8. November, in Konstanz auf. Sie wollen damit ein Zeichen der Solidarität mit dem Kampf ihrer Landsleute gegen die IS-Milizen in Nordsyrien und im Nordirak setzen.

Seit Wochen steht die Region Rojava in Nordsyrien wegen der Angriffe des IS auf die Stadt Kobanê im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Menschen verteidigen dort nicht nur ihre Heimat gegen die fanatisierten islamistischen Banden. Sie kämpfen auch für ein Modell des Zusammenlebens, als Demokratische Autonomie bezeichnet, das allen Ethnien, Religionen und Geschlechtern ermöglichen soll, gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt zusammen ein selbstbestimmtes Leben, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, zu gestalten. In Rojava wird dazu auch ein Wirtschaftsmodell entwickelt, das mit der kapitalistischen Profitproduktion bricht und sich stattdessen an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Dieses demokratische Projekt wird nicht nur von den religiösen Fanatikern des IS wütend bekämpft, es ist auch den westlichen Großmächten und den mit ihnen verbundenen Staaten der Region, allen voran die Türkei, ein Dorn im Auge.

In dieser Situation ist die Stärkung des Widerstands gegen den IS durch die internationale Gemeinschaft von großer Bedeutung. Die tief in den Konflikt verstrickten westlichen Industriestaaten und die Türkei müssen gezwungen werden, alle Maßnahmen zu unterlassen, die die Selbstverteidigungskräfte der gegen den IS kämpfenden Kurdinnen und Kurden schwächen. Für eine Unterstützung des kurdischen Widerstands demonstrieren seit Wochen weltweit immer mehr Menschen. Dafür werden wir an diesem Samstag auch in Konstanz auf die Straße gehen.

Die LINKE ruft zur Beteiligung an der Demonstration auf. Sie fordert von der Bundesregierung, dass sie die kurdischen Selbstverwaltungsstrukturen anerkennt. Das Verbot der PKK, mit dem politische Solidaritätsarbeit hierzulande unter Strafe gestellt wird, muss in Deutschland sofort aufgehoben werden. Die deutsche Regierung muss ihren Einfluß geltend machen, damit die Türkei die Grenzen zu den betroffenen Gebieten für kurdische KämpferInnen und Versorgungsgüter öffnet und stattdessen den Zustrom von IS-Kräften unterbindet. Dass aus der Bundesrepublik weiterhin Waffen und Rüstungsgüter an direkt oder indirekt in diesen blutigen Krieg involvierte Mächte geliefert werden, ist ein nicht hinnehmbarer Skandal. Nicht zuletzt müssen die humanitären Hilfen Deutschlands für die aus Syrien und dem Irak geflüchteten Menschen massiv verstärkt und die Grenzen für Flüchtlinge geöffnet werden.

Demonstration Solidarität mit Kobanê – Stoppt den IS-Terror
Samstag, 8. November, 14.00 Uhr, Konstanz, Benediktinerplatz
Abschlußkundgebung ca. 16.00 Uhr, Marktstätte

Kreisvorstand DIE LINKE. Konstanz,
Jürgen Geiger

Was die Menschen in Kobanê verteidigen. Die Revolution von Rojava und das Modell der Demokratischen Autonomie

Informationsveranstaltung zur autonomen kurdischen Region in Syrien (Rojava), am 20. November 2014 um 19 Uhr im Kulturzentrum am Münster, Wolkenstein-Saal, Konstanz

Momentan ist Rojava wegen der Angriffe auf Kobane durch die dschihadistische Terrormiliz IS im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Neben ihrer Heimat verteidigen die Menschen dort ein Modell des Zusammenlebens, als Demokratische Autonomie bezeichnet, das allen Ethien, Religionen und Geschlechtern ermöglichen soll, gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt zusammen ein selbstbesstimmtes Leben, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, zu gestalten. In Rojava wird dazu auch ein Wirschaftsmodell entwickelt, das bisher in der Welt einzigartig zu sein scheint.

Wir haben zwei kurdischen Aktivistinnen eingeladen, über die aktuelle Lage in der Region und das Modell der Demokratischen Autonomie zu berichten. Hazina Osi ist Mitglied der PYD und war von Beginn an am Aufbau des Projekts Rojava beteiligt. Melike Yasar ist Mitglied der Internationalen Vertretung der kurdischen Frauenbewegung.

Zu der Veranstaltung lädt der Kreisverband der Partei DIE LINKE und die DKP Bodensee-Hochrhein alle Interessierten
herzlich ein.

Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Am 30. November kommt in der Schweiz die sog. Ecopop-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet Wohlstandschauvinismus und Rassismus mit restriktiver Bevölkerungspolitik in der Dritten Welt und verbrämt dies mit wohlklingendem, ökologisch angehauchten Vokabular. Seit Monaten laufen Gewerkschaften, linke Parteien, feministische Organisationen wie terre des femmes, antirassistische Initiativen und Einzelpersonen der Zivilgesellschaft dagegen Sturm. Am 1.11. ab 14:30 Uhr findet nun eine schweizweite Kundgebung und Demo gegen diese Initiative auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Demo am 1.11.2014 auf dem Bundesplatz in Bern

Die Befürworter der rechten Initiative, die sich anschickt, die vorausgegangene „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechten SVP in ihren rassistischen Konnotationen noch zu toppen, nennen sie „Volksinitiative“: „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Argumente der Initiativbefürworter erinnern deutsche Linke an Debatten der 80er und 90er Jahre, in denen es um Auseinandersetzungen mit rechten Ökologen1, Vertretern einer konservativen Entwicklungspolitik und frauenfeindlichen Bevölkerungspolitikern ging. Sie vertraten z.B. Zwangssterilisierungen in der Dritten Welt oder Thesen des reaktionären britischen Ökonomen Thomas Malthus. 2

Die Abstimmungsinitiative hat wohl aus früheren Debatten gelernt und kommt in einem Gewand daher, dass den Eindruck erweckt, als seien hier die reinsten Menschenfreunde, die fortschrittlichsten Ökologen und die ehrlichsten Demokraten unterwegs. Unter dem Strich geht es ihr jedoch um die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz, um eine Zurichtung der restlichen Zuwanderung auf den ökonomischen Nutzen für die Schweiz und um die Aufrechterhaltung des Reichtums der Schweiz, koste es so viele Menschenleben, wie es wolle. Ausführlich hierzu:

Die kritische Kunstinstitution Shedhalle, Zürich, zeigt in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Das Ende der Natur. Einige Widersprüche in aktuellen Diskussionen zu Ökologie und Krise“ von den beiden Künstlern Ralo Mayer und Tomash Schoiswohl. Sie wird am 13. November 2014 mit einer Podiumsdiskussion eröffnet und geht bis 1. März 2015.

http://shedhalle.ch

Fußnoten:

  1. Z.B. Herbert Gruhl, den Rechtsausleger der Partei die Grünen in ihrer Gründungsphase und sein Buch „Ein Planet wird geplündert“. Gruhl wurde früh aus der grünen Partei herausgeworfen und gründete eine eigene Partei, die ÖDP. [zurück]
  2. Zitat von Malthus: „„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“ [zurück]

Hintergründe zur Terrororganisation IS – Islamischer Staat

Vortrag der Exil-Iraner Ali und Solale Schirasi am Mi. 12.11.2014 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz, Astoria-Saal

Update 4.11.2014: Diese Veranstaltung fällt leider aus!

Im Nahen Osten wüten die Konflikte: Weite Teile Ost-Syriens und des West-Irak sind unter Kontrolle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Solaleh und Ali Schirasi zeigen an diesem Abend auf:

- seit wann gibt es die Organisation,
- wo ist sie entstanden,
- wer steckt dahinter,
- wer finanziert die IS,
- was sind die Ziele der Terrororganisation.

Kosten 6,00 EUR

http://alischirasi.blogsport.de

Syrien – Katastrophe ohne Ende oder das Versagen des Westens

Vortrag von jungle-world-Autor Thomas von der Osten-Sacken am Do. 06.11.2014 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz, Astoria-Saal

Vor drei Jahren war die Hoffnung groß: Plötzlich fand sich die „arabische Straße“ nicht mehr mit den autoritären Regimen im Nahen Osten zusammen, um Israel- und USA-Fahnen zu verbrennen, sondern richtete ihren Zorn gegen die eigenen Herrscher. Es roch nach Aufbruch. Langjährige Diktatoren wurden gestürzt, so in Tunesien, Ägypten und Libyen.

Doch in Syrien hält sich das Assad-Regime bis heute mit unvorstellbarer Brutalität an der Macht. Während Russland, der Iran und die Hizbollah das Regime mit Geld, Waffen und Kämpfern stützt, lässt der Westen die demokratische Opposition im Stich. Der Überblick fällt zunehmend schwer. Wer sind und was wollen die verschiedenen Akteure? Wie ist das Agieren Russlands, des Iran, der USA einzuschätzen? Welche Bedeutung hat das alles für Israel? Haben die Menschen in Syrien noch Aussicht auf den Sturz des Regimes? Und ist überhaupt noch etwas übriggeblieben vom „arabischen Frühling“? Ist die Hoffnung auf mehr Demokratie und Emanzipation in Syrien und der arabischen Welt vergeblich?

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e.V. und als solcher seit über 20 Jahren regelmäßig im Nahen Osten unterwegs. Er ist freier Publizist und schreibt u.a. für die Jungle World und Die Welt.

Eintritt: frei

Organisiert von vhs + Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz + Jüdische Gemeinde Konstanz

„Ein Leben für Frieden, Freiheit und die Rechte der Frauen“

Ein Abend mit der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Dr. h.c. Shirin Ebadi am Dienstag, den 28.10.2014, 19:30 – 21:30 Uhr im Konstanzer Konzil

Shirin EbadShirin Ebadi wurde in Hamedan/Iran geboren. Sie studierte Jura und wurde 1974 als erste Frau im Iran zur Richterin ernannt. Nach der Islamischen Revolution von 1979 wurde sie gezwungen, von ihrem Amt zurückzutreten. Frauen im Iran war es von nun an verwehrt, als Richterinnen zu arbeiten. Doch weder Drohungen, Einzelhaft, noch Berufsverbot erschütterten ihre Zielstrebigkeit. Sie setzte sich mutig und unter persönlichem Risiko für die Rechte von Frauen, Kindern, politisch Verfolgten und Dissidenten ein.

Im Oktober 2003 wurde Shirin Ebadi mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Damit hat das norwegische Nobelpreiskomitee die Welt positiv überrascht. Die erste muslimische Nobelpreisträgerin wurde für ihre „Bemühungen für Demokratie und Menschenrechte“ geehrt. Ende November 2009 räumten nach Angaben der norwegischen Regierung die iranischen Behörden ein Bankschließfach von Ebadi und beschlagnahmten die dort aufbewahrte Medaille und Urkunde ihres Friedensnobelpreises.

Seit Ende 2009 lebt Shirin Ebadi im Exil. Von dort aus setzt sie ihre Menschenrechtsaktivitäten in aller Welt fort. 2012 erhielt sie in der Frankfurter Paulskirche den Avicenna-Preis für „wegweisende Initiativen von Personen oder Institutionen zur interkulturellen Verständigung“, insbesondere zwischen Orient und Okzident. Die Iranerin Shirin Ebadi liebt ihr Land – obwohl sie dort auf der Todesliste steht. Sie spricht in einem Impulsreferat über Frauenrechte, ihre Aktivitäten und den Frieden, bevor sie sie in einem moderierten Gespräch die aktuelle Situation im Iran beleuchtet.

Veranstalter: terre des femmes Konstanz, vhs Konstanz/Singen, Stadt Konstanz

Kosten: 8,00 EUR
Gruppen ermäßigt und mit vhs-Vortragskarte 4,00 EUR
Sonderpreis für Schulklassen bei Anmeldung

Mehr www.vhs-konstanz-singen.de/index.php?id=103&kathaupt=11&knr=Z10010&katid=288

Vortrag von Jutta Ditfurth: „Überbevölkerung – über das Verhältnis von Mensch und Natur“

Diskussion zur Kritik der „Ecopop“-Initiative

***
16.12.2013, 20.00 Uhr
Volkshaus
Stauffacherstr. 60, Zürich

***
Voraussichtlich 2015 kommt in der Schweiz die „Ecopop“-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet die Forderung nach einer nachhaltigen Produktions- und Existenzweise mit der kruden Behauptung, dass diese erstens durch eine Beschränkung der Einwanderung in die Länder des „Nordens“ erreicht werden könne, und zweitens durch Massnahmen gegen das angeblich zu starke Bevölkerungswachstum im „Süden“. Damit liegen ihr Vorstellungen zugrunde, die nahtlos an politische Programme rassistischer Parteien anschliessen.

Die InitiantInnen gehen von der These aus, dass es eine grundsätzlich Knappheit an natürlichen Ressourcen gebe, weshalb wir nicht mehr einfach auf Wachstum setzen könnten, wie es VertreterInnen von Wirtschaft und Parteien vorschlagen. Wachstum bedeutet für sie jedoch ausschliesslich evölkerungswachstum. Anstatt einen effizienteren Gebrauch von Ressourcen zu propagieren, führt der Verweis auf den hohen Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz deshalb lediglich zu der Forderung, dass nicht auch weitere Menschen vom Lebensstandard hier profitieren sollen. Jene, die aufgrund ihrer Armut einen kleinen „ökologischen Fussabdruck“ haben, sollen also gefälligst so weiterleben wie bisher, während die Privilegien und Lebensweise der Besitzenden in der Schweiz unangetastet bleiben. Einen solchen Vorschlag kann nur machen, wer die für eine linke Politik grundlegende Frage nach der Verteilung von Ressourcen und Gütern aktiv ausklammern möchte.

Auch die zweite Forderung, die Unterstützung bevölkerungspolitischer Programme im „Süden“, ist alles andere als progressiv. Indem den Menschen vorgeschrieben werden soll, wie sie sich zu verhalten haben, missachtet die Initiative die Entscheidungsfreiheit und das Recht der Frauen über den eigenen Körper. Damit geht sie hinter alle entwicklungspolitischen Debatten der letzten Jahrzehnte zurück, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das Bevölkerungswachstum allgemein zurück geht. Die oberflächlich globale Perspektive der Initiative kann also nicht verbergen, dass sie sich grundsätzlich gegen feministische und wirklich solidarische Ansätze richtet.

Jutta Ditfurth, Sozialwissenschaftlerin, Politikerin und Publizistin, ist Mitbegründerin der Grünen Partei Deutschlands und der Ökologischen Linken. Einer der Gründe für ihren Ausstieg aus der Partei «Die Grünen» im Jahr 1991 war das zögerliche Vorgehen der Partei gegen ökofaschistisches und rechtsradikales Gedankengut innerhalb der eigenen Reihen