Archiv der Kategorie 'Bildung'

Stumpfsinn. Leistungswille. Konkurrenzkampf. – Die Formung des Selbst im „Bildungsbetrieb“

Vortrag von Sandro Philippi am 12. Mai 2015 um 19 Uhr, Hörsaal A 701 an der Universität Konstanz

Es ist schon oft beklagt worden: Das öffentliche Bildungswesen dient als umfassender Disziplinarapparat der Zurichtung von Menschen. Gleichzeitig ist die Rede von der Freiheit der Wissenschaft zu einer abgeschmackten Phrase verkommen. Tatsächlich sind Forschung und Bildung bislang unkontrollierten Mechanismen ausgeliefert, die auf all ihre Inhalte einwirken. Wer also in den gegenwärtigen Institutionen, die Möglichkeiten zur Selbstentfaltung zu erblicken meint, erliegt einem oberflächlichen Schein. Im Gegenteil. Der normierende Schmelztiegel des Bildungsapparats verdampfen die letzten Reste des bürgerlichen Individuum. Er ist im Rahmen neoliberaler Reformen sicherlich an ein paar Stellen subtiler geworden, doch das befördert nur die totale Strukturierung des Subjekts.
Im Rahmen dieses Workshops soll beleuchtet werden, wie Menschen im Rahmen öffentlicher Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen geformt werden. Nicht zuletzt werden wir der Frage nach Alternativen nachgehen. Wie könnten die Instrumente der Befreiung auf individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse eingestellt werden?

Veranstalter: AStA Uni Konstanz

Das ist ein Vortrag der Reihe „Die Politik in der Krise? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise“ der Universität Konstanz

Uni Konstanz – Politische Bildung unterm „Schlapphut“?

Politische Bildung in Kooperation mit dem Verfassungsschutz?

Konstanz – Vom 15.-17.11.2013 findet an der Universität Konstanz unter dem Titel „‚National befreiter Schulhof‘ statt ‚Schule ohne Rassismus‘? Neonazistisches Denken und rechte Grauzonen an der Schule: Rechte Ideologie erkennen und erfolgreich intervenieren.“ ein Workshop statt. Trotz des ehrenwerten Ansinnens, antirassistische Bildungsarbeit in die Lehrer*innenbildung einfließen zu lassen, kommen wir nicht umhin, Kritik zu üben.

„Team meX“ an der Uni Konstanz

Einer der beiden Referenten ist freier Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) und arbeitet dort im vielfach kritisierten Projekt „Team meX“ (www.team-mex.de). „Team meX“ ist ein Kooperationsprojekt der LpB mit dem Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (LfVBW). „Team meX“ soll mit „Zahlen und Fakten“ die Sicht der LpB und des LfVBW an den Mann und die Frau bringen. Es ist das Einfallstor der Geheimdienste in die öffentliche Bildung, ohne dass hierfür eine gesetzliche Grundlage besteht.

Für extrem problematisch halten wir, dass der AStA der Uni Konstanz Bildungsveranstaltungen mit einem Referenten organisiert, der mit Geheimdiensten kooperiert. Vom AStA erwarten wir eine klare Position für staatsunabhängige, demokratische Bildung. Nicht umsonst reklamieren Universitäten für sich die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre, ungehindert von jeglicher staatlicher Einflussnahme.

Auch wenn bei „Team meX“ meist nicht die Beamtinnen und Beamten des Verfassungsschutzes selbst vor Schulklassen stehen, sondern junge, oft studentische Honorarkräfte, werden auf diesem Weg Deutungsmuster des Geheimdienstes zur politischen Lage im Land kolportiert und salonfähig gemacht. Personen, wie der genannte Referent, bilden, u.a. indem sie ihren Brötchengeber nicht offen nennen, lediglich das Feigenblatt für eine zutiefst antidemokratische Organisation.

Versagen der Öffentlichen Bildungspolitik und untauglicher Ersatz

Der Staat spart massiv bei den Bildungsausgaben, zwingt ausgebildete LehrerInnen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse und stellt scheinselbständige LehrerInnen als „freie“ MitarbeiterInnen ein.

Auf dem „Markt“ der politischen Bildung verfährt dieser Staat nach dem Prinzip „teile und herrsche“. Jene Initiativen, die nicht bereit waren, unsägliche Selbstverpflichtungen über ihre Verfassungskonformität abzugeben, wurden und werden als extremistisch gebrandmarkt und somit vom „Markt“ gedrängt. Was demokratisch ist und was nicht, soll nicht der Staat, sondern die Gesellschaft bestimmen!

Politisch gefärbte Bildungsarbeit der Geheimdienste

Geheimdienste halten seit Jahren nahezu unbemerkt Einzug in der deutschen Bildungslandschaft. Im Jahr 2005 wurde die Landeszentrale für Politische Bildung von Niedersachsen geschlossen, in die Bresche sprang – wir ahnen es – der niedersächsische Verfassungsschutz. Er gestaltet nun dort, wo früher unabhängige und auch mal kritische Referent*innen ein Auskommen fanden, staatstragende Bildungsangebote. Er entwirft die politischen Planspiele für die 10. Klasse, druckt Hochglanzbroschüren und tendenziöse Comics für die Kleinsten. Die wissenschaftlich haltlose „Extremismusthese“, die von einer hufeisenförmigen Annäherung der politischen Gegensätze an ihren jeweiligen Enden fabuliert, ist der theoretische Ausgangspunkt dieser Bildungsarbeit.

Geheimdienste sind Teil des Problems

Verfassungsschutzämter der ganzen Republik sind in den letzten zwei Jahren massiv in die Kritik geraten, Führungspersonal musste versetzt werden, in Ruhestand gehen oder wurde abberufen. Was anfangs lediglich wie ein komplettes Versagen der staatlichen „Verfassungsschützer“ bei der neonazistische NSU-Mordserie aussah, entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer schier unglaublichen Skandalserie. Die Versuche der NSU-Untersuchungsausschüsse, offene Fragen aufzuklären, wurden tatkräftig behindert (Stichwort: Aktenschreddern). Deutliche Hinweise der Opfer und Zeugen auf neonazistische Täter wurden bei den Ermittlungen vollständig ignoriert, statt dessen wurden die Opfer selbst beschuldigt und bespitzelt. Wir erfuhren staunend, wie Verfassungsschutzämter jahrelang Mitglieder der rechten Szene als V-Leute alimentierten und dass ganze Neonazistrukturen erst mit tatkräftiger Hilfe der Verfassungsschützer aufgebaut werden konnten. Leitende Figuren der Neonazis erhielten offenbar über Jahre hinweg staatliche Gelder, die sie wieder in die rechte Szene steckten. Rechte Straftäter wurden sogar aus den Ämtern heraus vor anstehenden Razzien gewarnt. Geheimdienste sind nicht nur unnütz, sondern sie sind Teil des Problems!

Eine Behörde, die mit intransparenten Mitteln, jenseits jeglicher öffentlicher Kontrolle, arbeitet, die bis heute rechte Strukturen verharmlost oder gar fördert, kann keine demokratische politische Bildung betreiben. Jugendliche und Erwachsene sollten nicht vom Geheimdienst „Demokratie“ erlernen, sondern von Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft.

Antirassismus – aber bitte richtig

Antirassismus ist wichtiger denn je, gerade angesichts der seit Jahren gerade auch durch den deutschen Staat forcierten Abschottung der Festung Europa gegen die Flüchtlinge des globalen Südens mit vielen tausend Toten. Jeden Tag müssen Flüchtlinge in Deutschland menschenfeindliche Behördenpraxis durch Grenzschutzagenturen, Ausländerbehörden, in Asylunterkünften und Abschiebeknästen ertragen. Wer wie der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ für die Verteidigung dieses Status quo angetreten ist und antirassistische, antifaschistische und basisdemokratische Aktivist*innen unter dem ideologisierten Vorwurf des „Extremismus“ bespitzelt und verfolgt, kann kein Kooperationspartner für politische Bildung sein.

Wenn der AStA Referent*innen zum Thema „Schule ohne Rassismus“ oder „National befreite Zonen“ einladen will, muss er nicht auf das Personal des „Team meX“ zurückgreifen. Es gibt zahlreiche antirassistische Initiativen (z.B. aus dem Netzwerk von „Kein Mensch ist illegal“) oder kritische JournalistInnen, die die Naziszene und ihre menschenverachtenden Ideologien untersuchen (wir empfehlen die Referent*innennetzwerke der Rosa Luxemburg Stiftung, vom Duisburger Institut für Sprach und Sozialforschung und der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle Aida in München). Darunter befinden sich auch viele Referent*innen, die Workshops veranstalten und über eine Lehrer*innenausbildung verfügen.

Wer da nicht fündig wird, will nicht fündig werden.

Wir fordern daher den AStA der Uni Konstanz auf, seine Zusammenarbeit mit den genannten Referenten sofort zu beenden!

Keine Zusammenarbeit mit Schlapphüten und deren Gehilf*innen!

(====== Antifaschist*innen aus Konstanz ======)

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/99433

Vgl.: http://www.asta.uni-konstanz.de/

Linke Hochschultage in Zürich

Im leer stehenden Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Hochschule von Zürich (Schönberggasse 1) wird vom 21.11. bis 24.11.2012 für vier Tage kritische Hochschulpolitik stattfinden. Ein spannendes Programm wurde auf die Beine gestellt:

Unbedingt lesenswert ist der folgende theoretische Artikel der OrganisatorInnen: Aufs Ganze gehen: Politik und Wissenschaft zusammen in der Krise

Quelle: http://linketage.blogsport.de

Bildungsstreikdemo am Mittwoch

Konstanzer Studierende und SchülerInnen rufen zur Bildungsstreikdemo am morgigen Mittwoch auf.

  • Demo – Treffpunkt 10:00 Uhr an der Uni!
  • Zwischenkundgebung 11:oo Uhr Zähringerplatz
  • Abschluss ca. 12:30 Uhr auf der Marktstätte
  • 17:00 Uhr lockeres Zusammensitzen im Uni Biergarten

Erklärung des U-AStA der Uni Konstanz zum Bildungsstreik

Am Montag, den 7.6.2010 beginnt erneut die Fortsetzung des bundesweiten Bildungsstreiks. Auch in Konstanz hat sich ein Bündnis gegründet, welches von Studierenden, SchülerInnen und Schülern und GewerkschaftsvertreterInnen getragen wird und in welchem auch der U-AStA der Uni Konstanz vertreten ist.

Nach wie vor begründen sich die Proteste mit der Tatsache, dass die Zustände im Bildungssystem nicht weiter hinnehmbar sind. Doch ganz folgenlos blieb der Bildungsstreik im letzten Sommer nicht. Auf Landes- und Bundesebene zeigte sich plötzlich Gesprächsbereitschaft und man bemühte sich dort, sich so offen wie möglich zu zeigen. Leider blieben die Gespräche bis jetzt folgenlos. Wir möchten nicht auf leeren Versprechungen sitzen bleiben. Und somit bekräftigen wir unsere Forderungen mit Aktionen und Demonstrationen und wollen zeigen, dass wir uns nicht von einem längst unzeitgemäßem Schulsystem und einer unglaublich bürokratischen Hochschullandschaft abschrecken lassen!

Unsere zentralen Forderungen bleiben:

  • Zeit und Raum für selbstbestimmtes Leben und Lernen!
  • Freier und kostenloser Bildungszugang für alle Menschen!
  • Vollständige und öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme durch externe Interessengruppen!
  • Demokratische Beteiligung Lernender wie Lehrender an den Bildungseinrichtungen !

Nehmt teil am Konstanzer Bildungsstreik 2010 und bringt eure Ideen ein in eine Bewegung, welche das Potential hat, festgefahrene Strukturen zu verändern!

Weiterführende Informationen und einen genauen Zeitplan für die Aktionswoche findet ihr unter

http://projektgruppe-bildungsstreik.wikispaces.com/

Für Solidarität und freie Bildung!

Vortrag: Wie der Bologna Prozess wissenschaftliches Denken verhindert

http://projektgruppe-bildungsstreik.wikispaces.com/

7.6.2010, 19:00 Uhr
Uni Konstanz, Raum A701

Vortrag von Torsten Bultmann (Bund demokratischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen)

Andreas Merkens: „Kritische politische Bildung und Pädagogik bei Antonio Gramsci“

Workshop

Wann? Samstag, 19.06.2010, 10.00 – 17.00 Uhr
Wo? Tübingen, Universitätskasse, Raum 111, Wilhelmstr. 26

“Die Außenwelt, die allgemeinen Verhältnisse zu verändern, heißt sich selbst zu potenzieren, sich selbst zu entwickeln.” (Gramsci)

Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens.1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Seine postum veröffentlichten Gefängnishefte nehmen mittlerweile den Rang eines politischen und philosophischen Klassikers ein, der die internationale Debatte bis in die Gegenwart hinein prägt.

Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr soll ein zentraler Aspekt seines Theoriegebäudes herausgegriffen werden: seine Beiträge zu einer emanzipatorischen politischen Bildung. Für Gramsci ist Emanzipation untrennbar an einen Prozess der kollektiven intellektuellen Selbstermächtigung der Subalternen gebunden. Das Ziel der politischen Bildung muss es daher sein, “die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig zu machen” (Gramsci).

Doch kann ein solcher Prozess gelingen, ohne erneut in pädagogische Bevormundung und Fremdbestimmung umzuschlagen? Wie ist also das Verhältnis von Spontanität und pädagogischer Führung zu bestimmen? Wie kann politische Praxis zu einem integralen Bestandteil politischer Bildung werden und umgekehrt? Vor allem in seinen Überlegungen zum Alltagsverstand und seinen Entwürfen zur gesellschaftlichen Funktion der Intellektuellen, stellt sich Gramsci immer wieder diesen widersprüchlichen pädagogischen Voraussetzungen einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Im Workshop sollen Passagen aus den Gefängnisheften studiert werden. In gemeinsamer Lesearbeit wird es dabei um die dialogische Aneignung der Kategorien und Denkansätze Gramscis gehen. Grundlage sind ausgewählte Abschnitte aus dem Werk, ergänzt um einschlägige Titel aus der Sekundärliteratur. Weiterhin soll in Form einer Ideenwerkstatt die Frage aufgegriffen werden, wie Gramscis Entwürfe heute weiterzudenken wären und welche Bereicherung sein Denken für eine politische Bildung und Pädagogik in der Linken darstellt.

Der Workshop richtet sich damit an Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften, Pädagogen/innen, Aktive aus der Jugend- und Erwachsenenbildung, aber auch an politisch Interessierte aus gesellschaftlichen Verbänden.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Er beschäftigt sich in seiner Dissertation insbesondere mit Antonio Gramscis Entwürfen zu Politik, Pädagogik und Hegemonie.

Ein Reader mit den wesentlichen Texten Gramscis und Hintergrundinformationen zu den Themen des Workshops wird bei Anmeldung zum Workshop zugestellt.

Anmeldungen bis zum 14.06. und Rückfragen bitte an: Alexander Schlager

Kritische Politische Bildung mit Gramsci: Bildung als Kampf um Hegemonie

Gramsci-Seminar von Andreas Merkens am kommenden Samstag, 13. März, 10 – 17 Uhr in Mannheim:

Das Seminar gibt eine Einführung in den kritischen Bildungsansatz des italienischen Marxisten Antonio Gramsci. In dem Seminar wollen wir in Anlehnung an Gramsci gemeinsam diskutieren, in welchem Verhältnis Herrschaft, Bildung und Befreiung stehen und wie eine kritische politische Bildung aussehen muss, die auf Mündigkeit und Selbstbestimmung abzielt.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg und Autor zahlreicher Publikationen Hegemonietheorie, Politische Bildung & Pädagogik und Bildungspolitik. Er iat u.a. Herausgeber des Gramsci-Readers „Erziehung und Bildung“ vom Argument-Verlag.

Die Anmeldefrist endete eigentlich zum 1. März 2010. Aber vielleicht ist noch was frei oder es springt jemand ab. Kontakt: 0711 6936607, schlager@rosalux.de Träger: Rosa-Luxemburg-Forum Baden-Württemberg

Ort: Jugendkulturzentrum FORUM, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim

Die Teilnahme ist kostenfrei.

gramsci.blogsport.de

„Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und die sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“

So lautet das Gramsci-Zitat auf der Startseite von http://gramsci.blogsport.de.

http://gramsci.blogsport.de ist die Homepage einer Lektüregruppe der Autonomen Hochschulgruppe (AHG) der Uni Konstanz. Sie dient der Selbstverständigung der TeilnehmerInnen an einem selbstorganisierten Seminar, in dem Originaltexte des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci gelesen werden. Man trifft sich wöchentlich, bespricht die Texte und versucht über sie hinaus zu denken.

Derzeit arbeitet die Lesegruppe den Reader „Amerika und Europa“ durch, eine vom Argument-Verlag zusammengestellte Auswahl von Texten aus den Gefängnisheften.

Das nächste Treffen der Gruppe findet am 14.1.2009 ab 20 Uhr in den Räumen von Radio Wellenbrecher (Beyerlestr. 1) statt.

NeueinsteigerInnen sind herzlich willkommen. Hier gehts zum Kontakt-Formular: http://gramsci.blogsport.de/kontakt/.

Marx neu entdecken

Unter dem Motto „Marx neu entdecken“ lädt DIE LINKE.SDS zur großen Auftaktveranstaltung zum Kapital-Lesekreis ein.

Wolfgang Fritz Haug, einer der bekanntesten Marxisten unserer Zeit, wird
die Auftaktveranstaltung zum Lesekreis einläuten.

Wann: Mittwoch 29.10.08 Beginn 18:00Uhr
Wo: Uni Konstanz, Raum A704

Siehe: Wolfgang Fritz Haug kommt Ende Oktober nach Konstanz

Zur Einstimmung: Sonntag, 19.10.2008 von 18-20 Uhr Radio LoRa hören!
In der Sendung „Offener Politkanal“ beim ältesten freien Radio der Schweiz, Radio LoRa aus Zürich, stellen wir Wolfgang Fritz Haug und sein Buchprojekt vor: Das HKWM, das Historisch-Kritische Wörterbuch des Marxismus, das im Hamburger Argumentverlag verlegt wird und zahllose Schlüsselbegriffe marxistischen Denkens erläutert. Wir laden euch ein, dieses spannende Projekt kennenzulernen.
(wird am kommenden Donnerstag von 10.00 – 12.00 Uhr wiederholt)
Einfach Livestream anklicken und reinhören!

Wolfgang Fritz Haug kommt Ende Oktober nach Konstanz

Wolfgang Fritz Haug, emeritierter Professor für Philosophie der FU Berlin, wird von der Hochschulgruppe DIE LINKE.SDS nach Konstanz eingeladen. Sein Vortrag soll der Auftakt zur Bildung einer Kapitallesegruppe sein, die sich im neuen Semesters regelmäßig an der Universität Konstanz treffen soll.

Für das Vorhaben, eine Kapitallesebewegung auch in Konstanz aufzubauen, hätte sich der SDS keinen besseren Vertreter holen können. Haug ist wahrscheinlich der derzeit bedeutendste marxistische Theoretiker im deutschsprachigen Raum. Er hat sich u.a. als langjähriger Herausgeber der Zeitschrift „Das Argument – Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften“, des Mammutwerks „Historisch Kritisches Wörterbuch des Marxismus“ sowie der 10-bändigen „Gefängnishefte“ von Gramsci einen Namen gemacht. Haug steht mit seinem gesamten Lebenswerk für einen erneuerten, wieder beim ursprünglichen Marx ansetzenden und von Gramsci inspirierten Marxismus, der sich nicht scheut, die Irrwege früherer Marxismen nach Marx scharf zu kritisieren.

Haugs Einführungsveranstaltungen in marxsches Denken an der FU Berlin hatten einen exzellenten Ruf und sind auch – mehrfach aktualisiert – in gedruckter Fassung erschienen. Seine im Jahr 2006 erschienene „Einführung in Marxistisches Philosophieren“ war sogar schon Gegenstand eines Seminars des Konstanzer Dozenten Mike Roth im WS 2006/2007. Anders als bei anderen Autoren sind die Einführungen von Haug nicht als Ersatzlektüre zu Marxschen Texten konzipiert sondern als Erläuterungen, die mit den Originaltexten parallel zu lesen sind. Für den Einstieg in das umfangreiche Werk Marxens wollen sie das Eis brechen, Hilfestellungen geben und die Lektüre erleichtern.

„Das Kapital ist nicht nur das Hauptwerk von Karl Marx, in dem das Paradigma geschichtsmaterialistischer Wissenschaft herausgearbeitet ist, sondern das Hauptwerk der Kapitalismustheorie schlechthin. Seine theoretische Leistung ist bisher von keiner anderen Schrift erreicht oder gar übertroffen worden. Allen Umbrüchen in Produktionsweise und Politik zum Trotz bewahrt Das Kapital noch immer »jene eigentümliche Lebenskraft«, mit der es, wie Karl Korsch 1932 feststellte, »im höchsten Grade ›zeitgemäß‹ geblieben ist und in vieler Hinsicht seine Zeit erst recht zu erfüllen anfängt«.“
Auszug aus dem Stichwort „Kapital-Lektüre“ im Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus von Wolfgang Fritz Haug: Download (PDF)

Mit der Kapitallesebewegung von DIE LINKE.SDS soll eine weitgehend verschüttete Tradition der 70er Jahre, das dreibändige Hauptwerk von Marx, „Das Kapital“, im Original zu lesen, wiederbelebt werden. Zu diesem Zweck werden derzeit an vielen Hochschulen Lektüregruppen gegründet, die untereinander ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig beflügeln sollen. Eine Website unter http://www.kapital-lesen.de/ dient dazu, für die Initiative zu werben, in Foren zu miteinander diskutieren, einen ReferentInnenpool zugänglich zu machen und über Veranstaltungen zu informieren.

Doch nicht erst seit der SDS dazu aufruft, werden an der Uni Konstanz marxistische Autoren gelesen: Seit mehreren Monaten trifft sich auf Initiative der Alternativen Hochschulegruppe wöchentlich eine fünfköpfige Lektüregruppe, die sich zunächst das populäre Buch von John Holloway „Die Welt verändern, ohne die Macht zu erobern“ vorgenommen hat.

Sendung bei Radio Lora, Zürich: anklicken und reinhören!

Autonomes Seminar an der Uni Konstanz

Die Alternative Hochschulgruppe lädt ein zur Vorbereitung eines Autonomen Seminars und hat jetzt einen eigenen Blog:

http://ahg.blogsport.de/

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