Archiv der Kategorie 'Antisemitismus'

Sie dachten anders – Widerstand und Desertion in den Jahren 1933-1945

Film und Vortrag am Mittwoch, 27. Februar 2013, um 20.00 Uhr im Bregenzer Metrokino

Der 10. Film von Tone Bechter beschäftigt sich mit dem Widerstand und deren Kämpfern gegen ein diktatorisches Regime, beginnend in der Dollfuß-Ära im Jahre 1933 bis zum Ende des Hitler-Regimes 1945. Anschließend findet ein Gespräch mit dem Regisseur statt.

In der Spieldokumentation sprechen Zeitzeugen aus dem Großen Walsertal über ihre schwere Vergangenheit als Deserteure und Widerstandskämpfer. Die Situation eines 14-jähriges Kindes, das verhaftet wurde, und einer schwangeren Frau, die ins Gefängnis gebracht wird, lässt tief in die Lebensumstände der damaligen Zeit blicken. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Geschichte der Familie Burtscher aus Sonntag, die in Sippenhaft genommen wurde. Gerade im Großen Walsertal, in dieser bäuerlichen und harten Region, gab es eine große Zahl an Deserteuren. Die Erzählung geht aber auch über Vorarlberg hinaus und beleuchtet die damalige Situation der „Andersdenkenden“.

Der Film wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht. Mit eindrücklichen Bildern werden die Umstände und Begebenheiten der Deserteure erklärt und die Entstehung des Widerstandes gezeigt.

Eine Veranstaltung vom Metrokino Bregenz in Zusammenarbeit mit ACUS – Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie und Jüdischem Museum Hohenems

Veranstaltungsort: Metrokino, Rheinstr. 25, 6900 Bregenz
Kartenreservierung: Tel. 05574 71843, www.metrokinobregenz.at
Eintritt: EUR 8,- bei freier Platzwahl

Gedenkaktion am 22. Oktober

Die Stolpersteininitiative Konstanz gedenkt der 112 Konstanzerinnen und Konstanzer, die am 22. Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs deportiert wurden.

Die Gedenkaktion findet um 17 Uhr an der Gedenkstele in der Sigismundstraße statt.

Quelle: http://www.stolpersteine-konstanz.de/

Ausstellung: Kinder und Jugendliche – Mit der Reichsbahn in den Tod

Ausstellung der Konstanzer Stolpersteininitiative vom 22.10. – 30. 11.2012 im Gedenken an die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden am 22. Oktober 1940

Die Vernissage der Ausstellung findet am Montag, 22. Oktober 2012, von 18–19 Uhr in der Galerie der Volkshochschule Konstanz statt.

Anschließend, von 19:30 – 21 Uhr, gibt es eine Zeitzeugen-Veranstaltung im Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster. Der Zeitzeuge Felix Rottberger erzählt – eine jüdische Odyssee Berlin, Reykjavik, Kopenhagen, Freiburg.

http://www.stolpersteine-konstanz.de/

http://www.mit-der-reichsbahn-in-den-tod.de/

Flyer zur Ausstellung

Nationalsozialismus in Vorarlberg – Opfer. Täter. Gegner

Buchpräsentation und Gespräch am Montag, 22. Oktober 2012, 19.30 Uhr, Hohenems

Die Geschichte der nationalsozialistischen Herrschaft in Vorarlberg wird neu, ansprechend und zusammenfassend erzählt – speziell für junge Leserinnen und Leser, aber auch für interessierte Erwachsene.
43 biografische Skizzen von Menschen, die die NS-Zeit als Täter, Opfer oder GegnerInnen erlebt haben, ermöglichen einen zusätzlichen Zugang zu einer heute nur noch teilweise verständlichen, aber nachwirkenden Epoche. 270 zum Teil bisher unveröffentlichte Bilder vertiefen die Anschaulichkeit der Ausführungen. Ein Personen- und Ortsregister und ein Glossar zu den wichtigsten historischen Begriffen erhöhen den Nutzwert des Buches.

Meinrad Pichler, geb. 1947 in Hörbranz; ab 1972 Geschichte- und Deutschlehrer am BRG Dornbirn-Schoren, von 1994 bis 2010 Direktor des BG Bregenz Gallusstrasse; Gründungsmitglied der Johann-August-Malin-Gesellschaft; zahlreiche Publikationen zur neueren Vorarlberger Landesgeschichte.

Programm
Hanno Loewy, Direktor JMH (Begrüßung)
Horst Schreiber (Herausgeber erinnern.at)
Meinrad Pichler im Gespräch mit Hanno Loewy

Das Buch
Nationalsozialismus in Vorarlberg
Opfer. Täter. Gegner
Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern, Band 3
Herausgegeben von Horst Schreiber im Auftrag von _erinnern.at_,
ISBN 978-3-7065-5030-7, 416 Seiten, fest gebunden, mit zahlreichen Abb., € 24,90

Eine Veranstaltung von erinnern.at, Studienverlag Innsbruck, Jüdischem Museum Hohenems und Johann August Malin Gesellschaft

Veranstaltungsort: Salomon Sulzer Saal, Schweizer Str. 21, Hohenems
Information: Tel. 0043 (0)5576 73989 0, office@jm-hohenems.at
Eintritt frei

Jüdische Filmwochen 2011 in Vorarlberg

Vom 16.–30. November 2011 finden in Vorarlberg die Jüdischen Filmwochen statt. Hier das spannende Programm:

Ajami – Stadt der Götter

Regie: Scandar Copti und Yaron Shani | Israel/D 2009 | OF (arabisch und hebräisch) mit dt. UT | 124 min | DarstellerInnen: Shahir Kabaha, Ibrahim Frege, Fouad Habash, u.a.

Mi 16.11.2011, 20.00 Uhr | Fr 18.11.2011, 22.00 Uhr | Filmforum Bregenz

Vom palästinensischen Filmemacher Scandar Copti mit dem Israeli Yaron Shani geschrieben und inszeniert, verbindet der Film fünf Geschichten von Juden und Arabern, Christen und Muslimen in Ajami, einem Stadtteil von Jaffa. Der Palästinenser Malek, der illegal in Israel arbeitet, um die Krankenhauskosten für seine Mutter zu finanzieren, gehört ebenso zum Viertel wie der jüdische Polizist Dando, der seinen vermissten Bruder sucht, sowie der wohlhabende Palästinenser Binj, der von einem glücklichen Leben mit seiner jüdischen Freundin träumt.

Alle Rollen sind mit fantastischen LaiendarstellerInnen aus Jaffa und Tel Aviv besetzt. Aus verschiedenen Blickwinkeln und auf unterschiedlichen Zeitebenen wird von einer schier ausweglosen Situation erzählt, in der sich die Lebenswirklichkeiten fast zwangsläufig tragisch miteinander verbinden.

Oscar Nominierung (bester ausländischer Film), Caméra d‘Or in Cannes, und zahlreiche andere Auszeichnungen
www.ajami-film.de

Meduzot / Jellyfish – Vom Meer getragen

Regie: Shira Geffen und Etgar Keret | F/IL 2007 | OF mit dt. UT | 78 min | FSK ab 6 | DarstellerInnen: Sarah Adler, Naama Nissim, Manenita De Latorre, Bruria Albek, u.a.

Do 17.11.2011, 20.00 Uhr | Sa 19.11.2011, 22.00 Uhr | Filmforum Bregenz

Keren, Batya und Joy – drei Frauen zwischen Traum und Realität im heutigen Tel Aviv. Keren bricht sich auf ihrer Hochzeitsfeier ein Bein und kann damit die Reise in die Karibik vergessen. Stattdessen verbringt sie ihren Urlaub in verschiedenen Hotelzimmern der Heimatstadt, wo sie auf eine schöne und geheimnisvolle Dichterin trifft. Batya findet am Strand ein merkwürdiges Mädchen, das aus dem Meer zu kommen scheint. Während sie sich um dieses kümmert, kehrt ihre eigene Kindheitserinnerung zurück und weckt sie aus ihrem traumgleichen Zustand auf. Die Philippinin Joy arbeitet als Pflegerin, um sich die Rückkehr in ihre Heimat zu finanzieren. Unbeabsichtigt führt sie bei einer alten Dame eine Versöhnung mit ihrer exzentrischen Tochter herbei.

Diese drei lediglich locker miteinander verknüpften Episoden über so unterschiedliche Frauen, die alle in einer sogartigen Melancholie dahin treiben, zeichnen sich vor allem durch ihre durchlässigen Dimensionen zwischen Traum, Imagination und Realität aus, die eine schwer fassbare Welt konstruieren, deren komplexe Zwielichtigkeit auf schlichte, starke Bilder trifft, was dem Film eine symbolträchtige Atmosphäre verleiht, die den Zuschauer auf eine sehr emotionale Art berührt, ohne die gängigen Klischees über das Leben und seine Tiefen wie Untiefen überzustrapazieren.

Camera d‘Or in Cannes 2007

http://en.wikipedia.org/wiki/Jellyfish_%28film%29

Lebanon – Tödliche Mission

Regie: Samuel Maoz | Israel/D/F/Libanon 2009 | OF mit dt. UT | 93 min | FSK ab 16 | DarstellerInnen: Yoav Donat, Itay Tiran, Oshri Cohen, Michael Moshonov u.a.

Mi 23.11.2011, 20.30 Uhr | Fr 25.11.2011, 20.30 Uhr | Spielboden Dornbirn

Regisseur Maoz verarbeitete hier seine eigene Teilnahme am Libanon-Krieg von 1982 und konzentriert sich dabei auf die Besatzung eines Panzers im Einsatzgebiet… Sommer 1982 – Der erste Tag im Libanon-Krieg: Ein Panzer wird zu einer Routinemission abkommandiert. Die vierköpfige Besatzung, Shmulik, Hertzel, Jigal und ihr Kommandant Assi, hat den Befehl in feindlichem Gebiet eine Siedlung auszukundschaften, die zuvor von der israelischen Luftwaffe bombardiert wurde.

Was anfangs als ein ungefährlicher Einsatz gedacht war, gerät nach und nach außer Kontrolle. Völlig unvorbereitet finden sich die jungen Männer innerhalb kürzester Zeit in einem Albtraum wieder. Nur noch ihrer Angst und ihrem Instinkt gehorchend, versuchen die Vier im Chaos des Krieges zu überleben. Verzweifelt bemühen sie sich, ihre Kampf-Maschine durch die zerbombte Stadt zu navigieren, doch der Panzer droht für die eigene Besatzung zur tödlichen Falle zu werden.

Goldener Löwe in Venedig 2009 (bester Film)

www.lebanon.senator.de

A Serious Man

Regie: Joel und Ethan Coen | USA 2009 | OF mit dt. UT | 106 min | FSK ab 6 | DarstellerInnen: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, u.a.

Do 24.11.2011, 20.30 Uhr | Mi 30.11.2011, 20.30 Uhr | Spielboden Dornbirn

Man schreibt das Jahr 1967. Eigentlich lebt Larry Gropnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen der USA. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater und erfolgreicher Physikprofessor. Aber irgendwie läuft plötzlich nichts mehr so wie gewohnt. Seine Frau Judith verlangt plötzlich die Scheidung, um mit ihrem neuen Liebhaber zusammenleben zu können. Sohn Danny schwänzt die Schule, Tochter Sarah bestiehlt ihn. Und als ob die Familie nicht schon genügend Probleme bereiten würde, gerät auch noch seine Karriere ins Trudeln: Anonyme Briefschreiber verbreiten falsche Anschuldigungen, und außerdem versucht ein Student, ihn zu bestechen. Larry sucht Hilfe und hofft, diese bei einem Rabbi zu finden. Doch auch das ist leichter gesagt als bekommen …

Mit großartig entlarvenden Kameraeinstellungen von Roger Deakins, haarsträubend komisch-lakonischen Pointen, einer präzisen Balance von Tragik und Komik sowie einem perfekt gecasteten Personal liefern die Coens eine liebevolle Leinwand-Hommage ans Jüdischsein.

www.seriousman.de

Le concert – Das Konzert

Frankreich, Italien, Rumänien, Belgien, Russland 2009 | 122 min | OmU |
Regie: Radu Mihaileanu | DarstellerInnen: Alexeï Guskow, Dmitri Nazarov, Mélanie Laurent, François Berléand, Miou-Miou, Valeri Barinov, Anna Kamenkova Pavlova, Lionel Abelanski

Sa 26.11.2011, 20.30 Uhr | Di 29.11.2011, 20.30 Uhr | Spielboden Dornbirn

Vor zwanzig Jahren fiel Andreï Filipov, Stardirigent des weltberühmten Bolshoi Orchesters in Moskau, in Ungnade weil er sich geweigert hatte, jüdische Musiker aus dem Orchester zu werfen. Zwar arbeitet er auch heute noch am Bolshoi, allerdings als Reinigungskraft. Als er eines Abends ein Büro aufräumt, flattert ihm ein Fax vor die Füße: eine Einladung eines Pariser Theaters an das Bolshoi Orchester. Und Andreï hat eine wahnwitzige Idee: Er unterschlägt das Fax, trommelt das Ensemble von einst zusammen und plant „seine“ Reise nach Paris.

Es gelingt ihm sogar, die französische Stargeigerin Anne-Marie Jacquet für seinen Auftritt zu verpflichten. Natürlich bringen die Vorbereitungen haarsträubende Verwicklungen mit sich, aber Andreï ist wild entschlossen, sein Vorhaben umzusetzen. Denn der Auftritt in Paris soll nicht nur seiner Rehabilitation als Künstler dienen. César 2010 (beste Filmmusik und bester Ton)

www.konzert-derfilm.de

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Spielboden Dornbirn, Filmforum Bregenz und Jüdischem Museum Hohenems

Veranstaltungsorte und Kartenreservierung:

  • Spielboden Dornbirn, Färbergasse 15, 6850 Dornbirn, Tel. 0043 (0)5572 21933, Eintritt: € 7,-/4,-, http://www.spielboden.at
  • Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz, Rheinstr. 25, 6900 Bregenz, Tel. 0043 (0)5574 71843, Eintritt: € 7,-, http://www.filmforum.at

Quelle: http://www.jm-hohenems.at

Märtyrerkult, Opfermythos, Antisemitismus – Entstehung, Entwicklung und Elemente islamistischer Ideologie

Märtyrerkult, Opfermythos, Antisemitismus – Entstehung, Entwicklung und Elemente islamistischer Ideologie

„Es ist also eindeutig, dass die schlimmsten Feinde der islamischen Gesellschaft die Juden sind, die sie von ihrem Glauben wegführen, die sie von Allahs Weg abbringen wollen und die sie über die Realität ihrer Feinde und deren ultimative Ziele täuschen.“
(Sayyid Qutb: „Unser Kampf mit den Juden“, 1950)

Bei einer Kundgebung in Hamburg versammelt der Salafist und radikal-islamistische Prediger Pierre Vogel über 1000 Menschen. Zum sogenannten „Al-Quds–Tag“, 1979 vom iranischen Revolutionsführer Khomeini ins Leben gerufen, demonstrieren Islamist_Innen weltweit jährlich für die „Zerschlagung des imperialistischen Geschöpfes Israel“. Auf youtube zeigen Videoaufnahmen enthusiastische junge Männer, die stolz dem Jihad und ihrem Märtyrertod entgegen sehen – als Teil der „universalistische Bewegung“ gegen den „Weltzionismus“, die die Hamas propagiert.

Aus dem Eindruck heraus, dass sich die Reaktionen der deutschen Mehrheitsgesellschaft zwischen rassistisch-kulturalistischen Zuschreibungen und dem Ausleben des eigenen Antisemitismus über Dritte bewegen; die sogenannte radikale Linke sich zu dieser Thematik meist entweder gar nicht verhält oder offen mit Islamist_Innen sympathisiert bis zusammenarbeitet (s.„Gaza-Flotilla“), sich bestenfalls aber völlige Ratlosigkeit im Umgang mit dem Thema eingestehen muss – aus diesem Eindruck heraus will der Vortrag zur Auseinandersetzung mit der Thematik anregen und beitragen.

Die Veranstaltung wird die Anfänge des Politischen Islam in Form der ägyptischen Muslimbruderschaft beleuchten und Entwicklungslinien beispielsweise zur Hamas nachzeichnen. Anhand verschiedener Beispiele werden die Merkmale des Islamismus herausgestellt und dabei insbesondere auf Antisemitismus als zentrales Element islamistischer Ideologie eingegangen.

Der Vortrag soll eine Einführung in die Kritik des Islamismus bieten und deutlich machen, warum aus einer Perspektive, die eine befreite Gesellschaft als freie Assoziation freier Individuen denkt, die konsequente Kritik am Islamismus und all seiner Anhänger_Innen und Apologet_Innen selbstverständlich sein sollte.

Wann? Donnerstag, 21. Juli 2011 – 20:00., 20 Uhr
Wo? RadioRaum (Beyerlestr. 1 / DGB Haus / Hintereingang)
Von? Die Falken Konstanz

Lesung: Peter Gingold

Vgl. Antifaschistischer Widerstand: Holocaust-Überlebender berichtete Seeblättle Nr.1 2001

Gastvortrag von Prof. Dr. Moshe Zimmermann

Moshe Zimmermann hält im Rahmen des Konstanzer Kolloquiums zur Erinnerungsforschung den Vortrag „‚The Good German‘– deutsche Geschichte im Spielfilm“.

Der Vortrag findet am 23.11.2010, 16.15-17.45 Uhr in R 511 statt.

Moshe Zimmermann ist Professor für deutsche Geschichte und Direktor des Richard-Koebner-Zentrums für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie Träger u. a. des Humboldt-Forschungspreises.

2005 wurde Zimmermann vom Bundesminister des Auswärtigen Joschka Fischer in eine internationale Historikerkommission berufen, die die Geschichte des Auswärtigen Dienstes im Nationalsozialismus und den Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 eingehend untersuchte. (wikipedia)

Wikipedia: Moshe Zimmermann

Flugblatt zur Free-Gaza-Veranstaltung mit Annette Groth

Am 1. September 2010 kam Annette Groth, MdB der Partei ‚Die Linke‘, zu einem „Augenzeugenbericht“ über den Ship-to-Gaza-Konvoi, an dem sie im Mai 2010 teilgenommen hatte, nach Konstanz. Der Konvoi versuchte öffentlichkeitswirksam 5000 Tonnen Hilfsgüter unter Umgehung der israelischen Kontrollen nach Gaza zu bringen.

Die Fahrt endete damals in einem Fiasko, bei dem 9 Aktivisten getötet und 7 israelische Soldaten verletzt wurden. Geladen hatte die Partei ‚Die Linke‘ von Konstanz, die Friedensinitiative Konstanz, und die VVN-BdA Konstanz. Vor Beginn der Veranstaltung sahen sich Publikum und OrganisatorInnen mit einer Protestaktion von etwa einem Dutzend Einzelpersonen aus dem linken, antifaschistischen Spektrum konfrontiert.

Die AktivistInnen verteilten das unten dokumentierte Flugblatt und hielten Plakate hoch mit mit den Aufschriften „Free Gaza – from Hamas“, „Emanzipatorische Politik statt Zusammenarbeit mit AntisemitInnen und Frauenfeinden“ und „Willkommen bei den ‚nützlichen Idioten‘ der Hamas“ sowie „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Frauendeck“.

Die letzte, ironisch gemeinte Parole verweist darauf, dass sich Annette Groth zusammen mit den anderen Frauen auf einem separaten, nur für Frauen reservierten Deck aufhielt und sich somit freiwillig einer religiös begründeten Segregation von Männer und Frauen unterwarf – ein Verhalten, das der Tatsache geschuldet war, dass ihr Schiff von der islamistischen IHH organisiert worden war. Die „Augenzeugin“ befand sich zudem im entscheidenden Moment, als das israelische Militär das Schiff enterte und dabei massiv von Männern auf dem Oberdeck angegriffen wurde, unter Deck.

Hintergundtexte:

- Ship to Gaza Zwischenfall (wikipedia.de)
- İHH İnsani Yardım Vakfı (wikipedia.de)
- Millî Görüş (wikipedia.de)
- Büyük Birlik Partisi (wikipedia.de)
- Die IHH und ihre Netzwerke (jungle-world)

Das vor Ort verteilte Flugblatt:

Einige kurze Anmerkungen zur Free Gaza Flotte

Da der heutige Vortrag von mehreren linken Konstanzer Gruppen organisiert wurde und wir uns auch in jenem politischen Spektrum verorten, sehen wir uns gezwungen, Euch ein paar Tatsachen über die sogenannte Free Gaza Bewegung mitzuteilen, die uns ganz schöne Bauchschmerzen bereiten.

Um nicht gleich falsch verstanden zu werden: Es immer tragisch und traurig, wenn Menschen durch Menschen getötet werden. Wir haben natürlich auch nichts gegen humanitäre Hilfsaktionen einzuwenden. Es ist begrüßenswert, wenn sich Menschen finden, die anderen Not leidenden mit Hilfsgütern und Taten zur Seite stehen wollen.

Auch von den Aktivist_innen der Free Gaza Flotte wird dies als Beweggrund angeführt. Ziel sei es gewesen die Seeblockade des Gaza Streifens zu durchbrechen und die Bevölkerung mit verschiedenen Hilfsgütern zu versorgen.

Was uns jedoch Kopfzerbrechen bereitet ist das Bündnis was sich da konstituiert hat. Die türkische Organisation IHH, die maßgeblich an der Organisation der Free Gaza Flotille (zu der auch das vom israelischen Militär gestürmte Schiff „Mavi Marmara“ gehört) beteiligt war, unterhält enge Beziehungen zur türkischen Regierungspartei AKP, hohen Hamas Offiziellen, der türkischen islamistischen Saadet Partei und der BBP, einer islamischen Abspaltung der faschistischen Grauen Wölfe.

Wenn nun Teile der Linkspartei und der Friedensbewegung ein Bündnis mit solch einer Organisation eingehen, dürfen sie sich nicht über Kritik wundern. Aus der Sicht einer emanzipatorischen Linken, die es ernst meint mit dem Projekt der befreiten Gesellschaft, verbietet es sich, mit Kräften zusammenzuarbeiten, welche wie die AKP einen Krieg gegen die revolutionären Bewegungen im eigenen Land führt oder wie die Hamas einen eliminatorischen Antisemitismus und einen radikalen Antifeminismus vertritt. Von der Zusammenarbeit mit türkischen Faschisten mal ganz zu schweigen.

Um wirklich eine friedliche Zukunftsperspektive für die Menschen im nahen Osten zu eröffnen muss unsere Solidarität den linken basisdemokratischen Strukturen vor Ort gelten und nicht irgendwelchen völkischen, reaktionären Freaks wie der Hamas.

Gegen die Querfront aus Linken, Faschisten und Islamisten!

Free Gaza – From Hamas!

Für die befreite Gesellschaft! Weltweit!

Radio Mikwe ist online

Radio Mikwe, ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems und zugleich das erste deutschsprachige jüdische Web-Radio, ist am 7. März 2010 auf Sendung gegangen und jetzt überall in der Welt über das Internet zugänglich.

Aus der Einladung:

„Wir freuen uns, den vielstimmigen Diskurs über die Mikwe, über Freiheit und Ritual, Geschlechterrollen und Religion, Liebe und Sexualität hörbar zu machen. Radio Mikwe sendet Interviews und Informationen, historische Nachrichten, Gespräche und Literatur, Musik und Reisereportagen. Radio Mikwe berichtet von den Spannungen und den Berührungen zwischen den Religionen, zwischen Tradition und Gegenwart – und über die Widersprüche des jüdischen Alltags und seiner Geschichte.“

Auf der website finden Sie das Programm der Woche – und natürlich die aktuelle Sendung. Hören Sie rein!

www.radiomikwe.at

Wir freuen uns auf Ihren Online-Besuch!

Mit herzlichem Gruß,
Hanno Loewy und das Museumsteam

Jüdisches Museum Hohenems
Schweizer Str. 5
6845 Hohenems
Tel. +43 (0)5576 73989 0
office@jm-hohenems.at
www.jm-hohenems.at

Gedenken an die Pogromnacht von 1938

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte. Die Nationalsozialisten begannen mit der Zerstörung der jüdischen Gotteshäuser und anderer jüdischen Einrichtungen. Es sollte der endgültige Auftakt zur systematischen Verfolgung und Ermordung der Juden nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sein.

Am kommenden Montag, dem 9. November, findet um 11.00 Uhr auf dem Israelitischen Friedhof am Hauptfriedhof Konstanz wie in jedem Jahr wieder eine öffentliche Gedenkfeier statt.

Information zum Ablauf der Gedenkveranstaltung: http://ikg-konstanz.blogspot.com/.

Die Politik mit der Erinnerung (6.11., Zürich)

Veranstaltung mit VertreterInnen des Mauthausen-Komitee Stuttgart am Freitag 6. Nov.’09 um 20:00 Uhr im Infoladen Kasama.

Das Mauthausen-Komitee Stuttgart führt seit 13 Jahren Fahrten zur Befreiungsfeier in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen/Österreich durch und engagiert sich in kritischer Absicht im Bereich der Erinnerungspolitik. Bei der Veranstaltung werden sie über ihre Gründe zu dieser Fahrt sprechen, in groben Zügen die Entwicklung der Erinnerungspolitik in Deutschland ab 1945 betrachten und auf das Erstarken der faschistischen und rassistischen Parteien in Europa eingehen. Im Mittelpunkt wird der sich sowohl in Deutschland als auch in Europa ausbreitende konservative Geschichtsrevisionismus stehen.

Fr. 06.11.09 | 20:00 Uhr | Infoladen Kasama
Militärstrasse 87a | 8004 Zürich | Bus Nummer 31 bis Kanonengasse
Hinterhofgebäude neben Radio LoRa | www.kasama.ch

vhs-Vortrag: Stolpersteine, Arbeitskreis (29.09.2009)

Ort: vhs- Konstanz, Raum 2.8
Zeit: 19:30 – 22:00 Uhr
Eintritt frei

Michael Nathanson wurde 1938 in Berlin als Sohn einer katholischen Mutter und eines jüdischen Vaters geboren. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, emigrierte die Familie 1939 in die damals internationale Stadt Shanghai, einer der letzten Zufluchtstätten für jüdische Flüchtlinge. Seit 1982 lebt der ehemalige Elektroingenieur in Schmieheim, wo er einen biologischen Bauernhof mit seiner Frau betreibt. Michael Nathanson ist Vorstandsmitglied des Fördervereins ehemalige Synagoge Kippenheim.

Eine Kooperation von Deutsch-Israelischer Gesellschaft Bodenseeregion, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und vhs Konstanz-Singen e.V.

http://www.vhs-konstanz-singen.de/

vhs-Vortrag: Antisemitismus im Sport (22.10.2009)

Ort: vhs Konstanz, Astoria-Saal
Zeit: 19:30 – 21:00 Uhr
Eintritt frei

In Berlin grölt bei einem Kreisligaspiel eine Gruppe Rechtsradikaler unentwegt antisemitische Parolen, und weil der Schiedsrichter sie geflissentlich überhört, verlassen die Spieler des jüdischen Klubs Makkabi schließlich unter Protest den Platz. In Wurzen verwandeln Jugendliche ein Jugendfußballspiel am „Vatertag“ in eine Neonazi-Demonstration. In Halle rufen einheimische Zuschauer mehrfach in beleidigender Absicht „Juden Jena“ in Richtung der Gästespieler; auch hier bleibt der Schiedsrichter untätig. In den Niederlanden beschimpfen Fans von Feyenoord Rotterdam das Präsidium des Clubs als „Judenvorstand“; bei Spielen des als „Judenclub“ verunglimpften Erstligisten Ajax Amsterdam imitieren gegnerische Anhänger mit Zischgeräuschen das Ausströmen von Gas. In Ankara werfen türkische Zuschauer bei einem internationalen Basketballspiel mit Schuhen, Feuerzeugen und Wasserflaschen nach den Spielern des israelischen Vereins Bnei Hasharon. Schon bei der Ankunft der Mannschaft am Spielort hatten sie „Tod den Juden“ und „Israel, Mörder“ gerufen.

Und das sind nur einige wenige Beispiele dafür, dass der Antisemitismus im Sport regelrecht grassiert. Doch er kommt nicht nur in Beleidigungen und Ausschreitungen zum Ausdruck, sondern auch auf eine andere Art und Weise: Immer wieder sind Sportler und Mannschaften aus Israel von Boykotten oder Boykottaufrufen betroffen, insbesondere dann, wenn ihre Gegner aus arabischen Ländern kommen. So weigerte sich beispielsweise der iranische Judo-Weltmeister Arash Miresmaeili, bei den Olympischen Sommerspielen 2004 gegen den Israeli Ehud Vaks anzutreten. Gelegentlich können israelische Sportler sogar nicht einmal an Wettkämpfen teilnehmen, weil ihnen die Einreise verweigert wird – wie unlängst der Tennisspielerin Shahar Pe‘er, die von den Behörden im Emirat Dubai kein Visum erhielt. Hinzu gesellen sich immer wieder merkwürdige Entscheidungen der Sportverbände, durch die israelischen Athleten klare Wettbewerbsnachteile entstehen.

Alex Feuerherdt macht in seinem Vortrag anhand von zahlreichen Fallbeispielen deutlich, dass der Antisemitismus im Sport nach wie vor ein höchst akutes Problem ist. Dabei wird er auch der Frage nachgehen, wie der Sport zum Vehikel für antisemitische und antiisraelische Ressentiments werden konnte und inwiefern die Sportverbände bisweilen eher Teil des Problems als Teil der Lösung sind.

Alex Feuerherdt (39) ist Lektor und freier Autor. Er lebt in Bonn und schreibt u. a. für die Jüdische Allgemeine, KONKRET, den Tagesspiegel und die Jungle World zu politischen und sportlichen Themen.

Kooperation der Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee Region, Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit, Jüdische Gemeinde Konstanz und VHS Konstanz-Singen.