Archiv der Kategorie 'Antisemitismus'

Radikalisierungsschübe ‚von unten‘. Die Rolle der Konstanzer Stadtverwaltung bei der Entrechtung, Enteignung und Deportation der Juden im Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Jürgen Klöckler am Montag, 9. November 2015 um 19:30 Uhr im Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstr. 43, Konstanz

„Juden raus!“ lautete die Maxime kommunaler Politik nach 1933. Das umgehend von der Konstanzer Stadtverwaltung betriebene Marktverbot für jüdische Händler, die Aufstellung eines „Stürmer-Kastens“, das Nutzungsverbot für die städtischen Bäder, alle diese Beispiele legen eine antisemitische Initiative „von unten“ offen. Kommunalverwaltungen haben in der Regel ohne Zeitverzug den vom NS-Regime eingeforderten Antisemitismus in administrative Normalität umgewandelt, um – wie es zeitgenössisch hieß – dem „Führer entgegen zu arbeiten“. Auch die Konstanzer Verwaltung wurde zum Nutznießer und Profiteur von Emigration bzw. Deportation der Juden. Die Stadt eignete sich Grundstücke an, wie etwa den Synagogenplatz oder die Erweiterungsfläche des jüdischen Friedhofs, und wurde selbst zum „Arisierungsgewinner“. Sie agierte zusammen mit der Landkreisverwaltung und dem Finanzamt bei der Verwertung der Wohnungen und der öffentlichen Versteigerung des jüdischen Hausrats im „Konzil“. Die deutschen Kommunalverwaltungen waren in Zusammenspiel mit dem NS-Verfolgungsapparat wichtige Akteure antisemitischer Politik und zwar als Antreiber und nicht nur als Getriebene.

Veranstalter: Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz

Mitveranstalter: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste – Regionalgruppe, Amnesty International – Gruppe Konstanz, Arbeitskreis Regionalgeschichte Bodensee, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V. – Bodensee, Katholische Hochschulgemeinde Konstanz, Konstanzer Friedensinitiative, Kulturbüro der Stadt Konstanz, Synagogengemeinde Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V., VVN-BdA – Kreisvereinigung Konstanz

Film: „L‘CHAIM! AUF DAS LEBEN!“

Am Sonntag den 30. August um 20:00 Uhr findet im Scala Kino in Konstanz eine Sondervorführung von „L‘CHAIM! AUF DAS LEBEN!“ statt in Anwesenheit des Regisseurs Elkan Spiller und des Protagonisten Chaim Lubelski. Der Film ist das eindrucksvolle Portrait des Sohnes einer Shoah Überlebenden, das die Nachwirkungen durch die Traumata der Elterngeneration aufzeigt.

Chaim Lubelski verkehrte im Jet Set von St. Tropez, war erfolgreicher Geschäftsmann in New York und ist ein jüdischorthodoxer Gelehrter. Als seine Mutter, eine Shoah Überlebende, pflegebedürftig wird, zieht er zu ihr nach Antwerpen um sich um sie zu kümmern. In seinem Langfilmdebüt L‘CHAIM! stellt uns der Produzent und Regisseur Elkan Spiller mit seinem Cousin Chaim einen widerborstigen, charismatischen Eigenbrötler vor. Ein Mensch, der die Wunden seiner Eltern mit Mut, Humor und Liebe zu lindern versucht.

Chaims unangepasstes Leben zeigt wie die Traumata der Eltern in der zweiten Generation nachwirken. Ein Leben, das sich, wie Spillers Film, jedem Klischee entzieht.
L‘CHAIM! sucht dabei nicht nur die historische Perspektive, er findet sich im Heute wieder. Der Film ist ein emphatischer Blick auf ein Leben voller Absurditäten und tief empfundener Menschlichkeit.

L‘Chaim!- Auf das Leben! Wurde vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht ausgewählt, um als Lehrfilm in deutschen Schulen gezeigt zu werden.

Er erhielt den PUBLIKUMSPREIS für den besten Dokumentarfilm auf FILMZ Filmfestival Mainz, das Prädikat „Besonders wertvoll“ von der deutschen Film- und Medienbewertung und wurde von der deutschen Film- und Medienbewertung zum Dokumentarfilm des Monats gekürt.

Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich!

Trailer: http://mindjazz-pictures.de/project/lchaim/

Pressematerial: http://mindjazzpictures.de/presse/

Facebook: https://www.facebook.com/LECHAIMFILM

Ausstellung: Das Jüdische Konstanz – Blütezeit und Vernichtung

Ausstellungseröffnung anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger, am 15. Juli 2015 ab 19 Uhr im Oberen Saal des Konzilgebäudes.

Aus der Einladung:

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts profitierte auch Konstanz vom Zuzug alemannischer Landjuden. Bald waren sie engagierte Bürger ihrer neuen Heimatstadt und deutsche Patrioten. Ihrem Gewerbefleiß verdankt Konstanz den Aufstieg zur Einzelhandelsmetropole mit. Doch nach dem 30. Januar 1933 wurde auch am deutschen Bodenseeufer der Judenhass zur Staatsdoktrin. Von der Blütezeit bis zur Shoah und über die Neuanfänge nach 1945 erzählt mit berührenden Erinnerungsobjekten aus aller Welt unsere Sonderausstellung aus Anlass des 75. Jahrestages der Deportation der badischen Juden nach Gurs.

Programmpunkte:

Erinnerung an das jüdische Konstanz
Begrüßung durch Oberbürgermeister Uli Burchardt

Grußwort der baden-württembergischen Landesregierung
Gisela Erler, Staatsrätin für Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft, Mitglied des Landeskabinetts

„Einen Schlussstrich wird es nicht geben“
Ansprache Seiner Exzellenz Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland

Menschen dieser Stadt – Lebensbilder aus dem jüdischen Konstanz
Dr. Tobias Engelsing, Direktor der Städtischen Museen mit Studierenden der Universität Konstanz

Das Buch zum Gedenkjahr & Dankesworte

Die Feier wird von Mitgliedern der Südwestdeutschen Philharmonie musikalisch umrahmt.

Für die Teilnahme wird eine schriftliche Anmeldung bis 4. Juli erwartet.

Ausstellung

Die Ausstellung wird vom 16. Juli bis 30. Dezember 2015 im Richentalsaal im Kulturzentrum am Münster gezeigt.

Öffentliche Führungen: Jeden Dienstag 16 Uhr
Sonntagstermine: Siehe Tagespresse
Gruppenführungen: Jederzeit auf Anmeldung
Führungen für Schulklassen und Jugendliche ab 12 Jahren: Jederzeit auf Anmeldung

Kontakt: Dr. Lisa Foege, Tel. 07531/900 851 oder lisa.foege@konstanz.de

Kapitalismuskritik und Antisemitismus. Über Ressentiments und Judenhass

Stephan Grigat hält heute einen Vortrag zu Kapitalismuskritik und Antisemitismus an der Universität Konstanz im Rahmen der Ringvorlesung: „Die Politik in der Krise ? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Beginn ist um 20 Uhr im Audimax (A701).

Bereits Karl Marx war bewusst, dass das Kapital als zinstragendes, in „dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vorstellung nächsten Gestalt“ der bevorzugte „Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik“ sein wird – einer Kritik, die in der sozialistischen Bewegung nie mehr verschwinden sollte, maßgeblich zu den Affinitäten linker Kapitalismuskritik zum Antisemitismus beigetragen hat und auch heute im Rahmen der Globalisierungsdebatte erschreckend gegenwärtig ist.

Der Vortrag soll zeigen, wie sich im Antisemitismus die Ressentiments gegen die kapitalistische Moderne bündeln und inwiefern der antiemanzipatorische Antikapitalismus des Judenhasses im Antizionismus seine geopolitische Ergänzung erfährt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind marxsche und marxistische Theorie, Geschichte linker Bewegungen, Antisemitismus und Rassismus sowie der Nahostkonflikt. Er ist Mitherausgeber von Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (Studienverlag 2008) sowie von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010), Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012) und Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007).

Eintritt frei

Ursachen der gesellschaftlichen Rechtsentwicklung – Welche Antworten findet die Linke?

Das ist das aktuelle Schwerpunktthema bei der Mitgliederversammmlung der Partei „Die Linke“ am Mittwoch, 27. Mai 2015, 19 Uhr, Konstanz, „Weinteufele“, Konradigasse 15, 78462 Konstanz

Der Kreisvorstand der Linken lädt die Mitglieder der Partei, aber auch alle Interessierten, zu einer Versammlung am 27. Mai ein. Schwerpunktthema des Treffens wird der Aufschwung rassistischer und nationalistischer Kräfte sein, dem wir uns gegenwärtig in unserem Land gegenübersehen.

Die „Pegida“-Bewegung mobilisiert Zehntausende, die für fremdenfeindliche und nationalistische Ziele auf die Straße gehen; mit der AfD feiert eine Partei einen Wahlerfolg nach dem anderen, deren Führungspersonal darum streitet, wieviel völkischer Nationalismus sein darf; ein zunehmend gewaltbereiter Mob begeht immer mehr rechtsextreme, vornehmlich gegen AusländerInnen und Flüchtlinge gerichtete Straftaten – unübersehbare Alarmzeichen dafür, dass wir uns mit einer tiefgreifenden Rechtsentwicklung der deutschen Gesellschaft konfrontiert sehen.

Wir wollen den ökonomischen, politischen und kulturellen Ursachen dieser beunruhigenden Entwicklung auf den Grund gehen. Vor allem aber werden wir darüber sprechen, welche Aufgaben sich der gesellschaftlichen Linken stellen, um dieser gefährlichen Verrückung gesellschaftlicher Normen nach rechts Einhalt zu gebieten.

DIE LINKE. Kreisverband Konstanz,
Jürgen Geiger

Ringvorlesung des AStA der Universität Konstanz

Auch im Juni erwarten uns spannende Veranstaltungen im Rahmen der Vorlesungsreihe „Die Politik in der Krise? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise“ der Universität Konstanz. Die Veranstaltungen finden wöchentlich um 19:00 Uhr im Hörsaal A 701 statt.

Die Highlights sind:

Dienstag, 02. Juni 2015
Die große Entwertung. Über die fundamentalen Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise
Norbert Trenkle, Mitglied der Gruppe Krisis

Dienstag, 09. Juni 2015 (20:00 Uhr!)
Kapitalismuskritik und Antisemitismus. Über Ressentiments und Judenhass.
Dr. Stephan Grigat, Universität Wien

Dienstag, 30. Juni 2015
Buchlesung: Europa zwischen Weltmacht und Zerfall
Rainer Trampert, freier Journalist und Autor

Quelle: http://asta.uni-konstanz.de/site/assets/files/1347/vortragsreihe_uni_kon_plakat.pdf

Islamfeindlichkeit. Antisemitismus. Feindbilder einst und heute.

Podiumsdiskussion mit Wolfgang Benz und Georg Kreis am So, 10. Mai 2015 um 14 Uhr in der Aktionshalle der Roten Fabrik, Zürich

Wer hat Angst vor den Muslimen und dem Islam? Alle augenscheinlich, die Deutschen, die Franzosen und die Schweizer fürchten sich vor dem Bau von Minaretten und Moscheen und Europa blockiert den Beitritt der Türkei zu EU. Aber geht es wirklich nur um Islamophobie? Ist nicht das, was vielleicht einmal nur Angst vor dem Fremden war, zur Islamfeindlichkeit geworden? Die Intoleranz gegenüber Andersgläubigen war jahrzehntelang gesellschaftlich geächtet, jetzt wird sie salonfähig bis in die Mitte unserer westlichen Gesellschaften. In einem kurzen Vortrag zeichnet Wolfgang Benz die Konjunkturen von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit nach. Im anschliessenden Gespräch beleuchten Wolfgang Benz und Georg Kreis die je spezifischen Situationen in Deutschland und der Schweiz.

WOLFGANG BENZ
Historiker, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin.

GEORG KREIS
Historiker, ehemaliger Leiter des Europainstituts Basel und bis Ende 2011 Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR).

Moderation: ROLAND MERK, Schriftsteller und Philosoph.

Quelle: http://www.rotefabrik.ch/

Ein Mädchen allein auf der Flucht. Ungarn – Slowakei – Polen 1944–1945

Zeitzeugengespräch mit Eva Szepesi am Montag, den 18.05.2015 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz; Wolkensteinsaal

Eva Szepesi liest aus ihrem Buch „Ein Mädchen allein auf der Flucht: Ungarn – Slowakei – Polen 1944–1945“ und spricht über ihr Leben. Diese Veranstaltungen ist auch für Schüler und junge Menschen ab 14 Jahren geeignet.

Eva Szepesi war 11 Jahre alt, als die Deutschen im März 1944 in Ungarn einmarschierten und innerhalb weniger Monate hunderttausende ungarische Juden in die Vernichtungslager deportierten und ermordeten. Eva wurde von ihrer Mutter mit falschen Papieren in die Slowakei geschickt und konnte sich einige Zeit bei verschiedenen Helfern verstecken. Schließlich wurde jedoch auch sie nach Auschwitz deportiert, wo sie schwer krank und völlig entkräftet am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Es sollte noch Jahrzehnte dauern, ehe es Eva Szepesi gelang, über ihre Erinnerungen zu schreiben und über das Erlebte zu sprechen.

Organisiert von: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz, Kulturbüro Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V.

Holocaust-Gedenktag 2015 in Konstanz

Zeitzeugengespräch mit Ursula Mamlok am Samstag, 31. Januar 2015 um 19:30 Uhr im Wolkenstein Saal, Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstr. 43

1923 in Berlin geboren, musste Ursula Mamlok aufgrund ihrer jüdischen Abstammung mit ihren Eltern Berlin verlassen und wanderte 1939 nach Ecuador aus. Noch im gleichen Jahr gelang es ihr, ein Stipendium für die Mannes School of Music in New York zu bekommen.

In den folgenden Jahren studierte sie Komposition bei Roger Sessions, Stefan Wolpe und Ralph Shapey.

Sie unterrichtete Komposition an der New York University, der Temple University und über 40 Jahre an der Manhattan School of Music in New York. Ihr Werkverzeichnis umfasst ca. 75 Werke. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2013 das Bundes­verdienstkreuz erster Klasse. Seit 2006 lebt sie wieder in ihrer Geburtsstadt Berlin.

Ursula Mamlok wird aus ihren Tagebüchern lesen und es werden Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über sie zu sehen sein. Am 1. Februar 2015 wird sie ihren 92. Geburtstag in Konstanz feiern.

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Musikalische Umrahmung der Veranstaltung durch Mitglieder der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz und SchülerInnen der Gesangsklasse Ruth Frenk.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

Der Eintritt ist frei

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Vom Leben im Schtetl und anderer jüdischer Kultur

SWR2 Kulturnacht am Samstag, 20. Dezember, 20.00 Uhr im Foyer Spiegelhalle des Stadttheaters Konstanz

In den wehmütig-fröhlichen Melodien des Klezmer schwingen noch die Erinnerungen an Kultur und Alltag des jüdischen Schtetl; jener dörflich oder kleinstädtisch geprägten Welt, die durch Nationalsozialismus und Krieg vernichtet wurde. Mit ihren Auftritten erinnert die Tübinger Klezmer-Gruppe »Jontef« an diese vergangene Welt.

»Jontef« hat sich 1988 am Landestheater Tübingen gegründet. Mit ihren jiddischen Liedern, Instrumentalstücken und Kabarett-Einlagen wurde die Formation weithin bekannt. Zum ursprünglichen Trio mit Joachim Günther (Akkordeon und Klarinette), Michael Chaim Langer (Gesang und Schauspiel) und Wolfram Ströle (Violine und Gitarre) gesellt sich seit 15 Jahren der Kontrabassist Peter Falk.

Die musikalische Vergegenwärtigung des Schtetl wird ergänzt durch Erinnerungen an die einstige jüdische Kultur in Konstanz und Umgebung. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Konstanzer Synagoge zerstört, zahlreiche jüdische Konstanzer wurden deportiert und ermordet. Über dieses vergangene und zerstörte Konstanzer jüdische Leben informieren Vertreter der Initiative »Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz«.

In den Blick genommen wird dabei auch das weithin vergessene südwestdeutsche Landjudentum im Hegau, wie es der jüdische Dichter Jacob Picard festgehalten hat. Davon berichtet Dr. Anne Overlack, Leiterin der Jacob-Picard-Gedenkstätte in Öhningen-Wangen.

Sendetermin SWR2: 24. Januar, 20.30 Uhr

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Mehr dazu auch unter: SWR2.de/stolpersteine

Veranstaltungsankündigung beim SWR

König Sigismund, das Konstanzer Konzil und die Juden

Vortrag und Gespräch mit Helmut Fidler (Konstanz) am Dienstang, 03. Juni 2014, 19.30 Uhr, im Jüdischen Museum Hohenems

Zum 600. Mal jährt sich in diesem Jahr das Konstanzer Konzil, an dem auch eine jüdische Delegation teilgenommen hat. Der Chronist Ulrich Richental berichtet ausführlich vom Zusammentreffen der jüdischen Delegation mit dem neugewählten Papst Martin V. auf dem Konstanzer Obermarkt am 21. November 1417, doch in der Literatur und auch in der Großen Landesausstellung in Konstanz ist die Bedeutung der Juden für das Konzil und sein Zustandekommen kaum gewürdigt worden. Helmut Fidler geht in seinem Vortrag der Frage nach, warum kurz vor Konzilsbeginn die Juden der Bodenseeregion von Sigismund besonders gewürdigt wurden und wer die Kosten für das Konzil aufbrachte. Jüdische Bankiers waren im Dienst des Königs tätig, sie waren es auch, die in einem gewagten Auftritt Papst und König gegenübertraten. Einerseits zogen mit dem gleichen Pomp wie der Papst durch die Gassen von Konstanz, andererseits trugen sie ihr Sargenes, ihr Leichenhemd. Wie reagierten Papst und König, und welche Folgen hatte ihr Auftritt für die Juden im Reich?

Helmut Fidler (geb 1956), Historiker, lebt in Konstanz. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Tübingen, Wien und Stuttgart. 1999 zog er an den Bodensee, wo er sich seit Jahren mit der jüdischen Geschichte des Bodenseeraumes befasst.

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Hohenems, Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
Information und Reservierung: Tel. +43 (0)5576 73989-0 , office@jm-hohenems.at
Eintritt: Euro 7,-/4,-

Arabischer Antisemitismus – (auch) ein NS – Exportartikel

Vortrag von Matthias Küntzel am Donnerstag, 15.05.2014, 19:30 Uhr in der vhs Konstanz, Astoriasaal

Die irrige Annahme, dass Antisemitismus in der arabischen Welt ausschließlich auf Existenz und Verhalten Israels zurückzuführen sei, ist weit verbreitet. Das Gegenteil lässt sich belegen am Beispiel der Person des Großmufti von Jerusalem, Al-Husseini, der ab Anfang der 1920er Jahre zum autoritären Führer der arabischen Seite im Palästinakonflikt aufstieg, indem er alle Vertreter auf palästinensischer Seite, die ein „zusammen“ mit den jüdischen Nachbarn befürworteten, eliminierte. Bald schon lässt sich die erschütternde Nähe zum NS-Regime und dessen Ideologie nachweisen.

vhs + Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

Eintritt frei

Gedenken an die Oktoberdeportation

Am 22. Oktober jährt sich die Deportation von 112 Konstanzer Juden in das französische Lager Gurs zum 73. Mal.

Aus diesem Anlass lädt die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz“ am 22. Oktober um 19.30 Uhr zum stillen Gedenken an die Stele für die deportierten Juden in der Bahnhofstraße. Wir werden für jedes der 112 Opfer, die alle namentlich auf der Stele genannt sind, eine Kerze anzünden und die Namen verlesen.

Ebenfalls wird ein jüdisches Totengebet gesprochen werden und passende literarische Texte gelesen.

http://stolpersteine-konstanz.de/

Von Richard Wagner zu Adolf Hitler

Vortrag von Hannes Heer über antisemitische Ideologie und Praxis bei den Bayreuther Festspielen von 1876 bis 1945.

Es gehört zum Allgemeinwissen, dass Richard Wagner Judenfeind war und dass die Bayreuther Festspiele in der Nazizeit zu einer Art Hochaltar Hitlers wurden. Aber erst jetzt hat der deutsche Historiker Hannes Heer sich mit seinem Team durch Archive gewühlt, alte Briefe und Besetzungslisten studiert. Was er fand, war eine Mischung aus Judenhass und Rassenideologie, lange schon bevor die NSDAP in Deutschland mehrheitsfähig war.

Veranstaltungsort: vhs, Astoria-Saal
Termin Mi. 13.03.2013
Uhrzeit 19:30 – 21:00

Veranstalter: vhs + Universität Konstanz + Friedensinitiative Konstanz

Sie dachten anders – Widerstand und Desertion in den Jahren 1933-1945

Film und Vortrag am Mittwoch, 27. Februar 2013, um 20.00 Uhr im Bregenzer Metrokino

Der 10. Film von Tone Bechter beschäftigt sich mit dem Widerstand und deren Kämpfern gegen ein diktatorisches Regime, beginnend in der Dollfuß-Ära im Jahre 1933 bis zum Ende des Hitler-Regimes 1945. Anschließend findet ein Gespräch mit dem Regisseur statt.

In der Spieldokumentation sprechen Zeitzeugen aus dem Großen Walsertal über ihre schwere Vergangenheit als Deserteure und Widerstandskämpfer. Die Situation eines 14-jähriges Kindes, das verhaftet wurde, und einer schwangeren Frau, die ins Gefängnis gebracht wird, lässt tief in die Lebensumstände der damaligen Zeit blicken. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Geschichte der Familie Burtscher aus Sonntag, die in Sippenhaft genommen wurde. Gerade im Großen Walsertal, in dieser bäuerlichen und harten Region, gab es eine große Zahl an Deserteuren. Die Erzählung geht aber auch über Vorarlberg hinaus und beleuchtet die damalige Situation der „Andersdenkenden“.

Der Film wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht. Mit eindrücklichen Bildern werden die Umstände und Begebenheiten der Deserteure erklärt und die Entstehung des Widerstandes gezeigt.

Eine Veranstaltung vom Metrokino Bregenz in Zusammenarbeit mit ACUS – Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie und Jüdischem Museum Hohenems

Veranstaltungsort: Metrokino, Rheinstr. 25, 6900 Bregenz
Kartenreservierung: Tel. 05574 71843, www.metrokinobregenz.at
Eintritt: EUR 8,- bei freier Platzwahl