Archiv der Kategorie 'Antifaschismus'

Audio-Mitschnitt des gestrigen Vortrags von Bernard Schmid „Frankreich vor der Wahl“

Der gestrige Vortrag von Bernard Schmid ist hier nun als Audio-Stream und Download verfügbar:


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Dauer: 1 Stunde 45 Minuten

Die „Akte Rosenburg“. Die Geschichte des Bundesjustizministeriums

Vortrag von Professor Dr. Christoph Safferling in der vhs Konstanz, Kulturzentrum am Münster, Katzgasse 7, Astoria-Saal am Dienstag, den 25.04.2017 um 19:30 Uhr. Kosten: 7,00 EUR

Rosenburg, so nannte sich das Haus in Bonn, in dem das Justizministerium nach dem Krieg die Gesetze eines neuen Staates gestalten sollte. Doch es waren unter den Juristen dort viele, die zuvor schon im Nationalsozialismus Karriere gemacht hatten.
Die Wissenschaftler Christoph Safferling und Manfred Görtemaker haben herausgefunden, wie hoch die NS-Belastung im Justizministerium war und wie damit umgegangen wurde. Die Ergebnisse überraschten die Fachleute.

Veranstaltet von: vhs + Initiative „Stolpersteine für Konstanz“ + VVN-BdA Konstanz + Friedensinitiative Konstanz

Vortrag: Frankreich vor der Wahl

Vortrag von Bernhard Schmid am Mittwoch, 19. April 2017 um 19:30 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Am 21. April dieses Jahres wird es genau fünfzehn Jahre her sein, dass Jean-Marie Le Pen völlig überraschend in die Stichwahl um die französische Präsidentschaft einzog. Sein konservativer Gegenkandidat Jacques Chirac, mit dem er die zweite Runde der damaligen Präsidentschaftswahl austrug, gewann diese jedoch haushoch mit 82,3 Prozent der Stimmen. Zwei Tage nach diesem Erinnerungsdatum beginnt die diesjährige französische Präsidentschaftswahl, mit ihrer ersten Runde.

Dabei gilt es als wahrscheinlich, dass die Tochter des damaligen Kandidaten – Marine Le Pen – auch in diesem Jahr in die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl vom 23. April und 07. Mai einziehen wird.

Auch wenn ihr Einzug in das Präsidentenamt als unwahrscheinlich gilt, dürfte die Chefin des Front National (FN) doch voraussichtlich ein hohes Wahlergebnis einfahren. Ein Erfolg, den sie für den Parteiaufbau in den kommenden Jahren nutzen wird. Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch auch, dass Marine Le Pen derart von der Krise der konservativen Rechten in Frankreich – deren Präsidentschaftskandidat François Fillon Hals über Kopf in Korruptionsaffären, Unterschlagungsvorwürfe und Justizermittlungen verwickelt ist – profitiert, dass es doch noch gefährlich wird.

Zugleich haben der Wahlsieg von Donald Trump in den USA, aber auch der Ausgang des britischen Referendums zum EU-Austritt vom Juni 2016 – an dem unterschiedliche Kräfte mitwirkten – die Grenzen zwischen konservativen, „populistischen“ und offen rechtsextremen Kräften scheinbar verwischt. Das Vorbild der „Alternative Right“ und ihres Ideologen Stephen Bannon beeinflusst in mehreren EU-Ländern rechtsextreme Kräfte, aber üben auch über dieses politische Spektrum hinaus Einfluss oder lösen Faszination aus. Intellektuelle wie der wieder stärker aus der Versenkung auftauchende Franzose Alain de Benoist auf der seit den 1980er Jahren so genannte „Neuen Rechten“, aber auch der konservative Politikberater Patrick Buisson im selben Land arbeiten daran eifrig mit.

Genügend Gründe, sich näher anzusehen, welche Geschichte zum Aufstieg dieser Kräfte beitrug, und welche Perspektiven sich rund um die bevorstehende Wahl in Frankreich auftun.

Bernhard Schmid geboren 1971 am Bodensee, seit 1992 teilweise und seit 1995 in Gänze in Paris lebend. Jurastudium und Promotion (dr.iur.). Nebenberuflich freier Journalist und Buchautor. Er arbeitet seit 1990 journalistisch zum Front National und verfasste mehrere Buchtitel u.a. über die extreme Rechte in Frankreich und Europa, über Algerien und über das französischsprachig Afrika. Acht Jahre lang angestellter Jurist (sieben Jahre bei einer antirassistischen NGO sowie ein Jahr beim Gewerkschaftsdachverband CGT), seit Februar 2017 als Rechtsanwalt in Paris niedergelassen.

Veranstalter: VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz und Deutsch-Französische Vereinigung Konstanz e.V.

Wander-Ausstellung „ÜBER MUTTER WIRD NICHT GESPROCHEN“ – Euthanasiemorde an Freiburger Menschen“

Vom 5.5. – 23.6.2017 zeigt die vhs – Galerie Konstanz in der Katzgasse 7 die Wanderausstellung „ÜBER MUTTER WIRD NICHT GESPROCHEN“ – Euthanasiemorde an Freiburger Menschen.

Freitag, 5. Mai, 18:00 Uhr

Vernissage:

Vortrag: DIE GRAUEN BUSSE – Ein unruhiges und unfertiges Denkmal“
von Prof. Dr. Aleida Assmann, Universität Konstanz,

Die Geschichte des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechens ist eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. In ihrem Aufklärungsprozess spielt das Denkmal der grauen Busse von Horst Hoheisel und Andreas Knitz eine zentrale Rolle. Der Vortrag beschreibt die Art und Weise, wie dieses ungewöhnliche Kunstwerk dazu beiträgt, eine tief tabuisierte Geschichte aus dem Vergessen zurückzuholen und in die Städte und Gemeinden zurückzubringen.

Veranstaltet in Kooperation mit der „Freiburger Hilfsgemeinschaft“, „Stolpersteine für Konstanz“ und vhs KN

Ort: vhs – Galerie Konstanz, Katzgasse 7
Eintritt frei

Donnerstag, 18. Mai, 19:30 Uhr

Beiprogramm:

Film -und Filmgespräch zur Ausstellung „ÜBER MUTTER WIRD NICHT GESPROCHEN“

Der Film zur gleichnamigen Ausstellung lädt die Zuschauer zu einem Stadtrundgang durch Freiburg ein, zu Orten die einen Bezug zur NS-Euthanasie haben. Im Mittelpunkt dieses Films steht die Familiengeschichte einer gebürtigen Freiburgerin, deren Mutter zunächst in die psychiatrische Universitätsklinik in der Hauptstraße und anschließend in die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen eingewiesen worden war. Von hier aus wurde sie am 06.08.1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck auf der schwäbischen Alp deportiert und starb dort noch am selben Tag in der Gaskammer. Zeitlebens lastete dieses tragische Schicksal auf der Familie.

Im anschließenden Filmgespräch möchten die Mitglieder des Arbeitskreises „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. mit den Besuchern über dieses Thema und über die heutigen gesellschaftlichen Teilhabechancen psychiatrieerfahrener Menschen ins Gespräch kommen.

Die Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für Menschen mit psychischen Belastungen und bietet hierzu vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Der Arbeitskreis „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit diesem Thema und initiierte, plante und begleitete erstmals im Frühjahr 2015 die Ausstellung „Über Mutter wird nicht gesprochen Euthanasiemorde an Freiburger Menschen“. Der Arbeitskreis setzt sich aus psychiatrieerfahrenen Menschen, ehrenamtlich tätigen Freiburger BürgerInnen, SozialarbeiterInnen und Studierenden der Sozialen Arbeit zusammen.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. und vhs Landkreis Konstanz e.V.

Ort: vhs Konstanz, Katzgasse 7

Eintritt: 7,- € (für Studierende und vhs-VortragskarteninhaberInnen Eintritt frei)

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Die Türkei auf dem Weg in die Diktatur

Veranstaltung mit Gökay Akbulut und Serdar Dervantli 5. April 2017, 19:30 Uhr, Kulturzentrum am Münster (Wolkenstein-Saal), Wessenbergstr. 41/43, Konstanz

Eine Präsidialmacht in der Türkei für Recep Tayyip Erdogan zu errichten, ist das Ziel des Referendums am 16. April. Weitreichende Befugnisse, mit Erlassen und Ermächtigungsverfügungen zu regieren, hebeln die Gesetzgebungskompetenzen des Parlaments aus und schaffen einen Alleinherrscher. Die Justiz in der Türkei wird heute schon entmündigt und gleichgeschaltet. Das ist das Ende der Gewaltenteilung eines demokratischen Staates und mündet in einem autoritären System, einer Diktatur.

Auf diesem Weg befindet sich die Türkei nicht erst seit dem Putschversuch im Juli letzten Jahres. Bereits im Juni 2015 nach dem Einzug der HDP (Halkların Demokratik Partisi/Demokratische Partei aller Völker) ins türkische Parlament begann Präsident Erdogan seinen Feldzug gegen die Opposition. Der Friedens­prozess mit der PKK wurde abgebrochen und kurdische Kommunen mit besonders hohen HDP-Stimmen­ergebnissen waren heftigen Übergriffen türki­scher Polizei und Militärs ausgesetzt.

Mit Neuwahlen im November 2015 versuchte er noch einmal die unerwünschte Opposition auszu­schalten, was ihm jedoch nicht gelang – trotz Repressionen gegen die Oppositionspolitiker*innen und massiver Versuche, die Wählerinnen und Wähler der HDP einzuschüchtern. Kurz nach dieser Wahl wurde dann die Immunität der meisten HDP-Politiker*innen aufgehoben. Ihnen wird die Unterstützung einer terroristischen Organisation und Zusammenarbeit mit der PKK vorgeworfen. Damit begründet er häufig auch die die Verfolgung anderer oppositioneller Kräfte, von Medien, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen.

In der Endphase seines Wahlfeldzugs hat Erdogan die Gangart noch einmal verschärft. Erneut hat die Staatsmacht tausende Menschen ins Gefängnis geworfen, Referendums-Gegner*innen werden behindert und drangsaliert. Im Südosten des Landes herrscht ohnehin seit langem Ausnahmezustand. Die UN hat der Türkei jüngst in einem Bericht schwere Menschenrechts­verletzungen vorgeworfen. Sicherheitskräfte hätten zwischen Juli 2015 und Dezember 2016 ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt und bis zu eine halben Million Menschen vertrieben. Nach UN-Schätzungen hat die Offensive der Sicherheitskräfte 2000 Menschen das Leben gekostet, darunter 1200 kurdische Zivilist*innen.

Um über das Referendum und diese Vorgänge aufzuklären, laden wir am 5. April zu einer Veranstaltung ein, bei der wir als Referent*innen die Spitzenkandidatin der Landesliste der Partei DIE LINKE, Gökay Akbulut, Mannheimerin mit kurdischen Wurzeln, und Serdar Dervantli, in Köln lebender Journalist aus der Türkei, begrüßen.

Veranstalter ist der Verein demokratischer ArbeiterInnen und Jugendlicher Bodensee e.V. Mitveranstalter: DIE LINKE, Kreisverband Konstanz, seemoz e.V.

LINKE-Kandidat Simon Pschorr kritisiert Gedeon-Einladung

Medienmitteilung der Partei Die Linke zu einer bildungspolitischen Veranstaltung mit Wolfgang Gedeon am 27.3.2017 in Konstanz

Medienmitteilung vom 21. März 2017

Am 27.3. laden die beruflichen Schulen zu einer bildungspolitischen Veranstaltung rund um das Thema „Zukunft der beruflichen Bildung im Landkreis Konstanz“. Neben verschiedenen Interessensvertreterinnen und -vertretern des Handwerks und der Industrie werden hierzu auch einige Landespolitiker eingeladen, unter anderem der Landtagsabgeordnete Wolfang Gedeon. Wenn man das Profil der Veranstaltung betrachtet, fragt man sich, was diese Person zur Diskussion beitragen soll.

Der politische Schwerpunkt des fraktionslosen Abgeordneten liegt eindeutig im Bereich Fremdenfeindlichkeit. In der Vergangenheit hat sich Wolfgang Gedeon innerhalb und außerhalb des Landesparlaments durch antisemitische Hetzschriften und frauenfeindliche Meinungsbekundungen hervorgetan. Er tritt dafür ein, die Verbrechen des Nazi-Regimes im Schulunterricht zu marginalisieren und stattdessen ein revisionistisch glorifiziertes Bild der deutschen Nation im Lehrplan zu verankern. Ein solcher Beitrag kann für die Bildungslandschaft in Konstanz nur Schaden bringen. Wir brauchen stattdessen konstruktive Ideen zu einem egalitären und integrativen Unterricht für Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher sozialer wie ethnischer Herkunft.

Ich halte es für grundlegend falsch verstandene Offenheit, diesem Mann und seinem antisemitischen Gedankengut auf einer so wichtigen Veranstaltung eine Bühne zu geben. Antisemitischen und fremdenfeindlichen Vorstellungen darf kein Raum gegeben werden.

Simon Pschorr, Bundestagskandidat für die DIE LINKE im Kreis Konstanz

Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Köln (22./23.4.)

Aufruf zu den Protesten am 22. April 2017 in Köln. Geplant sind eine Großdemo und Blockaden.

  • Ab 07.00h/08.00h Blockaden rund um das Maritim
  • 08.00h Kundgebung auf dem Heumarkt
  • 10.30h/11.00h Großdemo unter dem Motto „Solidarität statt Hetze“ ab dem Heumarkt

Am 22. und 23. April will die AfD ihren Bundesparteitag in Köln abhalten – dagegen werden wir zusammen mit vielen anderen protestieren! Schließt Euch den Protesten an, denn:

Die AfD ist keine „normale“ Partei!

Wie Trump in den USA, Le Pens Front National in Frankreich und die PVV von Geert Wilders in den Niederlanden strebt die AfD eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft nach rechts auf allen Ebenen an. Mit der Verabschiedung ihres Grundsatzprogramms hat die „Alternative für Deutschland“ (AfD) deutlich gemacht:

Die AfD will eine andere Republik

Sie steht für ein reaktionäres Frauen- und Gesellschaftsbild sowie für einen autoritären Staat auf völkisch-nationaler Grundlage. Der Sozialstaat soll zerschlagen und die Menschenrechte sollen ausgehebelt werden. Die AfD will, dass der Staat die Grenzen dicht macht und sie will, dass Grenzen zwischen den Menschen gezogen werden. Die Ausgrenzung einer ganzen Religionsgemeinschaft soll zur gesellschaftlichen Praxis werden.

Die AfD ist die Partei der rassistischen Mobilisierungen

Die AfD vertraut darauf, dass Rassismus und Nationalismus so weit verbreitet sind, dass niemand mehr merkt: Außer hohlen Phrasen kann sie den arbeitenden und arbeitslosen Menschen nichts anbieten. Leiharbeit, befristete Verträge, Niedriglöhne und Altersarmut kommen in ihrem Programm so wenig vor wie Wohnungsnot – um all diese Probleme soll sich der Staat, den die AfD anstrebt, nicht kümmern.

Daher heißt es spätestens jetzt: Aufstehen gegen Rassismus! Einstehen für Solidarität!

Wir werden verhindern, dass Rassistinnen und Rassisten für ihre Hetze noch weiteren Raum bekommen. Wir werden nicht zulassen, dass die AfD mit ihrem radikal rechten Programm noch weiter an Einfluss gewinnt. Wir wollen nicht dass Vertreterinnen oder Vertreter der Politik von Björn Höcke, Alexander Gauland, Frauke Petry oder Beatrix von Storch in den Bundestag einziehen und dort ihre rechte Hetze verbreiten können.

Deshalb nehmen wir den Parteitag der AfD zum Anlass, um gemeinsam mit tausenden Menschen aus Köln und aus der ganzen Republik gegen die menschenverachtenden Positionen dieser Partei zu demonstrieren und deutlich zu machen:

Die AfD muss draußen bleiben!

Wir stehen an der Seite von Geflüchteten, von Muslimen und Musliminnen und von allen anderen, die rassistisch diskriminiert und bedroht werden, an der Seite von allen Minderheiten, die nach dem Willen der AfD systematisch benachteiligt und ausgegrenzt werden sollen.

Daher rufen wir dazu auf, am 22. April in Köln gegen die AfD auf die Straße zu gehen. Unser Protest wird lautstark und vielfältig sein. Wir werden uns an unterschiedlichen Aktionsformen beteiligen und uns dabei nicht spalten lassen.

Unsere Alternative heißt Solidarität!

Aufstehen gegen Rassismus! Deine Stimme gegen die AfD!

Flyer: Download (PDF)

Quelle: https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/aktuelles/gegen-den-afd-bundesparteitag-auf-die-strasse/

Links

Zweites OAT in Konstanz am 20.03.2017

Wir treffen uns zu unserem 2. Offenen Antifaschistischen Treffen am Montag, 20. März, um 19 Uhr im Palmenhaus / Cafe Mondial!

Themen werden unter anderem eine Auswertung unserer Flyeraktion in Singen sein. Außerdem wollen wir über die Partei „Der 3. Weg“ reden, wie sie in der Region einzuschätzen ist und was wir gegen die Neofaschist*innen unternehmen können.

Kommt vorbei und bringt Freund*innen mit!

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/

Anti-AfD-Aktionskonferenz in Konstanz geplant

In Konstanz wird am Samstag, den 10.6.2017, eine große, eintägige Anti-AfD Aktionskonferenz stattfinden. Save the Date!

Das Konstanzer Aktionsbündnis gegen die AfD, eine breite Plattform von DemokratInnen, AntifaschistInnen, Linken, Feministinnen, Gewerkschaftern und Sozialen Bewegungen, schreibt dazu:

Wir stehen vor einer großen Herausforderung: Mit der AfD will im September 2017 eine Partei in den Bundestag einziehen, die für unverhohlen rassistische und ausgrenzende Politik steht. Während des Wahlkampfs wird sie auch im Landkreis Konstanz von der Fußgängerzone bis auf die Bildschirme überall präsent sein und versuchen, den politischen Diskurs nach rechts zu verschieben. Nicht mit uns! Mit einer Anti-AfD-Aktionskonferenz wollen wir gemeinsam mit euch Strategien gegen einen (Wahl)erfolg der AfD entwickeln und uns für eine emanzipatorische und solidarische Gesellschaft stark machen.

In Vorträgen, Workshops und Diskussionen wollen wir Menschen zusammenbringen, die sich im anstehenden Bundestagswahlkampf gegen die AfD und die wachsende Rechtsentwicklung engagieren wollen und an der Konferenz Inputs sammeln und Aktionsideen ausprobieren.

Geplant sind Vorträge von Referentinnen und Referenten zum Wahlprogramm und dem Gesellschaftsbild der AfD sowie zur Analyse der Hintergründe des aktuell beobachtbaren Rechtsrutsches. Angefragt ist u.a. Cornelia Kerth, Vorsitzende der VVN-BdA. In Workshops am Vor- und Nachmittag wird es um kreative Protestformen und die Ausbildung zu StammtischkämpferInnen gehen. In der AG „Know your Enemy“ machen sich die TeilnehmerInnen mit den Protagonisten und Aktivitäten von AfD, Junge Alternative, Identitäre Bewegung und Burschenschaften vor Ort vertraut.

Im Moment werden noch das genaue Programm festgezurrt und Mitaufrufende / UnterstützerInnen gesammelt. In Kürze erscheinen dann Einladungen, Werbematerialien und Kontaktmöglichkeiten.

Stay tuned!

Quelle: https://www.facebook.com/events/909294375840629/

Vortrag zu Dr. Conrad Gröber (1872-1948), Münsterpfarrer von Konstanz, Erzbischof von Freiburg, förderndes Mitglied der SS.

Buchvorstellung/Vortrag von Wolfgang Proske am 4. April 2017 um 19.30 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz


Gröber, Conrad (1872 – 1948), Für den römisch-katholischen Erzbischof von Freiburg stand immer das Wohl seiner Kirche im Mittelpunkt allen Denkens und Handelns. Dabei zeigte er sich bereit, weiter zu gehen als andere Angehörige des deutschen Episkopats: selbst vor einer fördernden Mitgliedschaft in der SS bis 1938 schreckte er nicht zurück. Anders als heute oft kolportiert, blieb er auch danach ein zwar oft nörgelnder, grundsätzlich aber aus tiefer völkischer Überzeugung heraus sich selbst instrumentalisierender Helfer des Nationalsozialismus. (Dr. Wolfgang Proske)

Dr. Wolfgang Proske ist Herausgeber der Reihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer: NS-Belastete aus Südbaden“.

Veranstalter: seemoz e.V.

Mitveranstalter: Wessenbergcafe, Stolpersteine Konstanz, VVN/BdA, DKP Bodensee, Linke Liste Konstanz.

Zur Buchreihe: http://ns-belastete.de/index.html

Populismus – das neue Erfolgsmodell?

Vortrag des Sozialwissenschaftlers Richard Detje am Montag, 13.03.2017 um 19:30 Uhr in der VHS Konstanz (Katzgasse 7). Eintritt: 7 EUR

Die letzten Wahlen zeigen, welch gewaltige Wucht der Populismus entfalten und wie gesellschaftsfähig er auch in Nationen werden kann, die auf eine lange Geschichte stabiler demokratischer Verhältnisse zurückblicken. Diffuse Ängste beschleunigen diese Erfolge. Das hat z.B. Trump geschickt mit Hilfe moderner Medien genutzt. Für die Entwicklungen in Europa, wo in Holland, Ungarn, Frankreich und selbst Deutschland längst ähnliche Strömungen ihren Aufstieg planen, verheißt das wenig Gutes.

Richard Detje ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus und arbeitet als Lektor im linken VSA Verlag.

Quelle: http://www.vhs-konstanz-singen.de/index.php?id=254&kathaupt=11&knr=171-10214&katid=3183

Lesung „Erinnerungen der Kinder des Massakers von Sant´Anna“ in Singen

Eine Lesung aus zum Teil unveröffentlichten Interviews zu dem Dokumentarfilm „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant´Anna di Stazzema“ von Jürgen Weber findet am Donnerstag, 9. März um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Singen statt.



Der Film beleuchtet ein kaum bekanntes Kapitel deutsch-italienischer Realität: Im Sommer 1944 zogen Einheiten der Waffen-SS eine grausame Blutspur durch die Toskana. Die von der Sprecherin Sylvia Othmer und dem Regisseur Jürgen Weber gelesenen Interviews geben Aufschluss über das Massaker, ein Leben mit dem Trauma und dem Umgang mit der Versöhnung.

Veranstalter: Bibliotheken Singen, Stolpersteine für Singen, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz, Teestube Singen, Evangelische Arbeitnehmerschaft Bodensee e.V. (EAN), TV3

Strafanzeige gegen ehemaligen NPD-Kandidaten aus Singen

Siegfried Pauly, Boxtrainer und NPD-Kader aus Singen, griff am 27.1.2017, zusammen mit zwei weiteren Neonazis eine Gruppe junger Antifaschisten und Punks auf offener Straße an. Nach einem Kopfstoß durch den Neonazi Alex R. gab Siegfried Pauly dem zu dem Zeitpunkt bereits schwer verletzten jungen Mann noch zusätzlich einen Faustschlag aufs Auge.

Die drei Neonazis suchten schnell das Weite. Die gerufene Polizei nahm die daraufhin erfolgten Anzeigen und Zeugenaussagen auf und dokumentierte die Verletzungen mit Fotos. Es wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Eine Strafanzeige ist erfolgt.

Im Singener Krankenhaus konnten die schweren Verletzungen des 18-jährigen Antifaschisten nicht versorgt werden, weswegen eine umgehende Überweisung in ein Konstanzer Krankenhaus erforderlich war. Der junge Mann konnte glücklicherweise noch am gleichen Abend das Krankenhaus wieder verlassen.

Siegfried Pauly ist langjähriger Aktivist der Freien Kameradschaft Höri/Bodensee und trat im Jahr 2016 als NPD-Landtagskandidat in den Wahlkreisen Konstanz und Singen an. Er nimmt regelmäßig an Nazi-Aufmärschen der Region teil (u.a.in Singen und Radolfzell) oder lässt sich auf den Pegida-ähnlichen „Merkel-muss-weg-Demos“ blicken. Ganz der „besorgte Bürger“ eben.

Pauly zeichnet verantwortlich für den eingetragenen Verein „Boxsport Hegau“ in Singen. Es ist durchaus die Frage, ob alle Jugendlichen und/oder deren Eltern wissen, was ihr Boxtrainer so treibt, wenn er nachts auf den Straßen Singens unterwegs ist und „Jugendarbeit“ der etwas anderen Art macht. Dem Boxtrainer sollte seine Lizenz umgehend entzogen werden.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/202954

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Treffer in Datenbank „SS-Mannschaft KL Auschwitz“

Das polnische Institut für Nationales Gedenken und Prof. Aleksander Lasik von der Kasimir-der Große-Universität in Bydgoszcz haben eine Datenbank online gestellt, die 9686 Angehörige der Wachmannschaften des KZ Auschwitz verzeichnet. Ein Datensatz bezieht sich auf Emil Bruttel aus Moos.


Eintrag zu Emil Bruttel, Moos, in der Datenbank über Wachmannschaften des KZ Auschwitz

Was finden wir über Emil Bruttel?

Zusätzlich zu seinem Geburtsdatum, seinem Geburtsort, seinen Schulabschlüsse und seinem Beruf („Kaufmann/Buchhalter/Bankangestellte“) erfahren wir, dass er am 30.03.1933 in die NSDAP eingetreten ist (Partei-Mitgliedsnr.: 3461599). Bereits ein halbes Jahr später wurde er Mitglied der Allgemeinen SS (SS-Nr.: 251986) und diente dort in der 79. SS-Standarte. Für sechs Monate war er laut dem Datenbankeintrag auch ein Mitglied der SA. Bei der Waffen-SS, der er ebenfalls 1938 beitrat, bekleidete er im letzten Kriegsjahr den Rang eines SS-Oberscharführers.

Die polnische Datenbank basiert auf jahrzehntelangen Recherchen von Prof. Lasik, die erst mit schriftlichen Aufzeichnungen begonnen wurden und ab dem Jahr 1988 digital geführt wurden. Im Mai 2015 fiel die Entscheidung über die Bereitstellung der Datenbank auf den Webseiten des Instituts für Nationales Gedenken. Von etwa 10% der SS-Angehörigen des KZ Auschwitz existieren Fotos. Die Aufzeichnungen beziehen sich auch auf Wachmannschaften anderer Konzentrationslagern und umfassen insgesamt etwa 25.000 Personen. Diese Daten sollen nach und nach ebenfalls veröffentlicht werden.

Quelle: http://pamiec.pl/pa/form/r13270174,BRUTTEL.html

Farbattacke auf Kriegerdenkmal in Radolfzell

Letztes Wochenende, in der Nacht vom 21. auf den 22.1.2017 wurde das Kriegerdenkmal am Radolfzeller Luisenplatz beinahe völlig mit bunter Farbe und dem Schriftzug „Lieber bunt als Nazischund“ bedeckt. An der Wandtafel wurde der Schriftzug „KÖPPEN HEINRICH“ farblich hervorgehoben.


Kriegerdenkmal am Luisenplatz, vor der Farbattacke. Im Hintergrund Bronzetafeln mit Namen von 100 SS-Angehörigen

SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen war Kommandant der III. SS-Germania, die unter den Nazis in der Radolfzeller SS-Kaserne stationiert war. Er starb 1939 in den ersten Kriegstagen beim Überfall auf Polen. Koeppen war somit – anders als der Schriftzug, der seit 2011 über den Namenstafeln am Luisenplatz prangt, Glauben macht – kein Opfer, sondern Täter im Angriffskrieg von Deutschland auf seine Nachbarländer.

Heinrich Koeppen war es auch, der 1938 am Luisenplatz, der damals noch Horst-Wessel-Platz hieß, die Weiherede hielt und das Kriegerdenkmal, das damals noch Ehrenmal hieß, der Stadt übergab. Die Nazis wussten, wie man so eine Einweihungsfeier macht. Es gab einen „gewaltigen Aufmarsch der Formationen“, mit Musikzug und Militärparade, darunter der NS-Reichskriegerbund, die NS-Kriegsopferversorgung, eine Ehrenkompanie der SS-Germania, auch mit Musikzug, die Gliederungen und Formationen der NSDAP. „Zum Lied vom guten Kameraden präsentierten die Truppen das Gewehr“. Am Ende gab es ein fröhliches „Sieg Heil“ und noch ein paar „Lieder der Nation“. (Vgl.: Bericht über die Ehrenmal-Weihe in der „Badischen Kriegerzeitung“ des NS-Reichskriegerbundes, Nr. 23, 12. Juni 1938)

In der NS-Zeit wurden jährliche Heldengedenkfeiern durchgeführt. Nach dem Krieg traf sich hier regelmäßig der SS-Traditionsverband HIAG. Bis 1958 gedachte die Stadt Radolfzell noch offiziell ihren „im Weltkrieg 1914 – 1918 gefallenen Helden“. Noch heute wird jedes Jahr zum Volkstrauertag völlig unreflektiert das Lied vom guten Kameraden gespielt. Und kaum einer stört sich an den Namen von 100 Angehörigen der III./SS-VT „Germania“ auf den Bronzetafeln.

Inzwischen haben Neonazis das Kriegerdenkmal für sich entdeckt und werfen jährlich zum 8. Mai ihre Kränze dort ab. Die zahlreichen Versuche der jüngsten Zeit, den Luisenplatz umzuarbeiten, können getrost als gescheitert betrachtet werden, so lange das martialische Kriegerdenkmal selbst nicht geschleift wird.

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