Archiv der Kategorie 'Anarchismus'

Offenes Antifaschistisches Treffen in Konstanz

Das neugegründete OAT Konstanz lädt mit folgendem Aufruf zu seinem ersten Treffen am 6. März 2017, um 19 Uhr im Konstanzer Palmenhaus (Zum Hussenstein 12)

Nach verschiedenen Vorfällen und Entwicklungen in der Region wie rechte Kundgebungen unter dem Label „Merkel muss Weg“, regelmäßige Infostände der neofaschistischen Partei „Der Dritte Weg“ und zuletzt im Januar ein Übergriff auf einen antifaschistischen 18-Jährigen in Singen sehen wir die Notwendigkeit für ein Offenes Antifaschistisches Treffen in Konstanz.

Das erste Treffen wird am Montag, den 6. März,um 19 Uhr im Konstanzer Palmenhaus (Zum Hussenstein 12) stattfinden. Von da an wird das Treffen regelmäßig am ersten und dritten Montag im Monat stattfinden.

Das OAT Konstanz soll für den Bodenseeraum eine Plattform und Anlaufstelle bieten, über die sich alle Antifaschist*innen vernetzen und über rechte Umtriebe austauschen können. So kann eine gemeinsame antifaschistische Praxis entwickeln werden. Diese kann von Demonstrationen über Infostände und Flugblätter bis zu öffentlichen Vorträgen reichen.

Wir setzen uns gegen Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Homo- und Transphobie, Antisemitismus und andere menschenfeindliche Denkmuster ein. Um gegen diese vorzugehen, ist es notwendig sich zusammenzuschließen.

Erreichbar sind wir unter der Emailadresse: oat_kn at riseup .net

Wir freuen uns über jede*n der vorbei kommt! Bis Montag!

Website des OAT Konstanz: http://oatkn.blogsport.de/

Quelle: Bündnis Singen Nazifrei

Anarchie! Fakten und Fiktionen

Noch bis zum 4.9.2016 wird im Zürcher Strauhof die Ausstellung „Anarchie! Fakten und Fiktionen“ gezeigt. Sie ist ein Versuch, kursorisch die verschiedensten Zugänge zum Anarchismus auf zwei Etagen eines kleinen Museums zu versammeln.

Wer beim Besuch dieser Ausstellung eine systematische Einführung oder einen gründlichen Überblick über die zahlreichen Facetten des Anarchismus erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden. So ein Vorhaben wäre auch von vornherein zum Untergang verdammt. Wer allerdings unvoreingenommen und offen in das Museum eintritt, wird mehrfach positiv überrascht sein über eine gar nicht museale Aufbereitung dieses Themas.

Wie es sich im Anarchismus gehört, wird gleich zu Beginn das Publikum zur Mitarbeit aufgefordert: In einer Wandzeitung sollen die BesucherInnen ihnen bekannte anarchistische Bands oder Interpreten sammeln. Darüber hinaus können eigene Beiträge zum Anarchismus an MuseumsmitarbeiterInnen übergeben werden, die es der Ausstellung hinzufügen. Dies funktioniert auch Online.

Das Herz der Ausstellung ist ein hell gestalteter Leseraum mit Sitzplätzen auf Holzgerüsten. An den vier Wänden befinden sich Kladden voller anarchistischer Texte, sortiert in Rubriken wie Politik, Theorie, Frauen, Schweiz, etc. Jedem dieser Texte ist ein Intro der AusstellungsmacherInnen vorangestellt, das den Text zusammenfasst und kontextualisiert. Wer möchte, kann sich jeden beliebigen Text kostenlos auf dem bereitstehenden Kopierer vervielfältigen, lochen, heften und mit nach Hause nehmen. Genial!

Oft sind diese Intros mit dem Namen Florian Eitel gezeichnet. Der Historiker Florian Eitel, der an der Universität Fribourg (CH) u.a. zum Anarchismus forscht, hat eine Dissertation mit dem Titel: „Vive la Commune libre universelle !“ : Anarchismus und Globalisierung im Tal von Saint-Imier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.“ geschrieben, eine Arbeit, die sich auf die starken anarchistischen Strömungen in der traditionsreichen Uhrenindustrie im Schweizer Jura bezieht.

Dieses Thema taucht auch an anderen Stellen in der Ausstellung auf, etwa wenn der experimentelle Dokumentarfilm «Uhrenarbeiter mit Werk« von Cyril Schäublin gezeigt wird. In dem Film wurden Interviews mit ehemaligen ArbeiterInnen der Uhrenindustrie nach ihrem Niedergang mit Zitaten des Anarcho-Kommunisten Piotr Kropotkin hinterlegt, der sich insbesondere aufgrund seiner Erfahrungen im Schweizer Jura zum Anarchismus bekannte.

«Ein Hirn haben heisst Anarchist sein», schreibt der Zürcher Arzt Fritz Brupbacher im Jahr 1912. Wo steht die Anarchie heute — welche Spuren hat das Streben nach einem herrschaftsfreien Leben in der Literatur und im Alltag hinterlassen? In Zusammenarbeit mit Autoren, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Aktivisten, Schülern, Freidenkerinnen und Querulanten zeigt die Ausstellung im Strauhof Beiträge zu gelebter Anarchie, literarischen Utopien und historischen Fakten. strauhof.ch

Die Ausstellung ist noch bis zum 4.9.2016 jeweils Mi/Fr 12–18 Uhr | Do 12–24 Uhr | Sa/So 11–17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet normalerweise 10 CHF bzw. ermässigt 6 CHF. An den Donnerstags-Öffnungszeiten wird ab 18 Uhr kein Eintritt mehr verlangt.

Am 17. Juli wird um 14 Uhr für zusätzliche 6 CHF eine Führung durch die Ausstellung angeboten.

Am 3.9. beteiligt sich der Strauhof an der Langen Nacht der Zürcher Museen mit dem Thema Anarchisten-Prozesse, mit Performances und einer anarchistischen Playlist, zu der man wiederum Eigenes beitragen kann.

Links

Wie endlich alles anders wird!

Ausstellung / Workshop über die Arbeit an einem arbeitskritischen Animationsfilm vom 16. – 18. Oktober 2014 in der Shedhalle in Zürich

Wer kennt es nicht, das lustige und zugleich unglaublich ernsthafte Kinderbuch „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“ von Bini Adamcak. Die Autorin dieses Buches arbeitet gerade an einem Animationsfilm der auf genau diesem Buch basiert. In einem dreitägigen Workshop wollen die Macherinnen des Animationsfilms ihr Filmkonzept sowie ihren Arbeitsprozess vorstellen und gemeinsam mit den TeilnehmerInnen einen Schritt voranbringen.

In einem ersten Teil versucht der Film in einfachen Bildern und Worten die kapitalistische Ökonomie samt ihrer aktuellen Krise zu erklären. Im zweiten Teil werden verschiedene utopische Versuche unternommen, eine bessere Gesellschaft zu realisieren.

Die Workshopeinheiten können unabhängig voneinander besucht werden.

Donnerstag, 16.10.2014, 18-20 Uhr

Vorstellung des Films: Was bedeutet es, einen kapitalismuskritischen Film unter prekären kapitalistischen Bedingungen zu realisieren?

Freitag, 17.10.2014, 18-20 Uhr

Vom Buch zum Drehbuch – das Storyboard: Wie lässt sich ein Kapitel in einem Buch in eine visuelle Sprache bewegter Bilder übersetzen?

Samstag, 18.10.2014, 16-18 Uhr

Figuren- und Raumentwicklung: Aufbauend auf dem gemeinsam entwickelten Storyboard bauen wir eine Kulisse.

Samstag, 18.10.2014, 18-20 Uhr

Zum Leben erwecken: Kulisse und Figuren werden im Sinne des Drehbuches zum Leben erweckt, das heißt animiert; eine kleine Filmsequenz entsteht.


http://www.shedhalle.ch/2013/de/334/WIE_ENDLICH_ALLES_ANDERS_WIRD

Maidan: Die Protestbewegung in der Ukraine

Kritischer Vortrag und Diskussion von Roman Danyluk zu Ereignissen, Hintergründen und Protagonisten der Protestbewegung in der Ukraine am Dienstag, 1. April, 19 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz.

Was sind das für Bewegungen auf dem Majdan? Gibt es überhaupt soziale Fragestellungen, Entwicklungen und Perspektiven sowie ernstzunehmende Alternativen?

Seit mehr als vier Monaten protestieren Hunderttausende auf den Straßen und Plätzen der Ukraine. Diese als „Euromajdan“ bezeichnete Massenbewegung begann im November 2013, nachdem die ukrainische Regierung ein fertig vorbereitetes Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterschrieben hatte.

Die Mobilisierung wuchs sich rasch zu einer allgemeinen Staatskrise aus und führte zum Sturz der Regierung. Die außen- wie innenpolitischen Entwicklungen und Meldungen überschlagen sich mittlerweile stündlich. EU, USA wie Russland betreiben gleicher Maßen Außenpolitik in „guter alter“ Kalte-Kriegs-Manier. Die Krim wurde zum Spielball geostrategischer Interessen. Pro-westliche Medien verkaufen eine gewaltsame Opposition in Kiew plötzlich als gefeierte Übergangsregierung und prangern andererseits pauschal das außenpolitische (natürlich fragwürdige) Vorgehen Russlands an. Hier gilt es, genauer hinzuschauen.

Die Proteste haben vielfältige Ursachen, zu denen eine ungeheure soziale Not sowie eine autokratische Politik gehören. Doch was sich auf dem Majdan, dem zentralen Platz der Hauptstadt Kiew, zusammen fand, unterschied sich auch in einem wesentlichen Punkt von allen anderen bisherigen Massenmobilisierungen in der Ukraine.

Zum ersten Mal haben rechte und rechtsradikale Kräfte einen bestimmenden Einfluss auf eine große Bewegung. Warum ist dies so und wie könnte es in der Ukraine weitergehen? Diesen und anderen Fragen soll auf der Veranstaltung nachgegangen werden.

Roman Danyluk ist Mitglied der Gewerkschaft FAU München und Autor des Buches „Freiheit und Gerechtigkeit – Die Geschichte der Ukraine aus libertärer Sicht“ (Edition AV, Lich 2010).

Es laden ein die Linksjugend [’solid], Ortsgruppe Konstanz sowie die Hochschulgruppe die.linke SDS.

Quelle: https://de-de.facebook.com/events/531980850254501/?ref=22

Anarchietage in Winterthur 2013

„Grenzen, Rassismus, Migration“ ist der Schwerpunkt der diesjährigen Anarchietage in Winterthur. Sie gehen vom 8.- 13. Februar 2013. Die Veranstaltungen finden alle in der Alten Kaserne, Technikumstrasse 8, statt.

Programm

Freitag / 8. Februar 2013

19h | Alte Kaserne
Vegane VoKü

20:30h | Alte Kaserne
Antimuslimischer Rassismus im Neoliberalismus
Sebastian Friedrich, Referat und Diskussion

Samstag / 9. Februar 2013

12h | Alte Kaserne
NEXT STOP LAMPEDUSA und die FABRIK DER ILLEGALEN EINWANDERUNG
(Eine Video-Reportage über die Flucht tausender TunesierInnen in das „Paradies“ Europa)
Viktor Bošnjak (Kollektiv Teleimmagini), Referat, Film (it/en) und Diskussion

15h | Alte Kaserne
Kontinuität der Pakte zur Bekämpfung der Immigration zwischen „Festung Europa“ und nordafrikanischen Staaten
Bernhard Schmid, Referat und Diskussion

ab 18h | Alte Kaserne
Vegane VoKü

20h | GGS31
Anarchietage-Solikonzert
Punk | Rock | HipHop | Electro

Sonntag / 10. Februar 2013

12h | Alte Kaserne
Die Ausweisung von Anarchisten aus der Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts
Adi Feller, Referat und Diskussion

15h | Alte Kaserne
20 Jahre Asyl- & Sans-Papiers-Bewegung
AktivistInnen der autonomen Gruppe «Refugees Welcome», Referat und Diskussion

Quelle: http://anarchietage.ch/2013/

Anarchistische Veranstaltungsreihe in Zürich

Vom 22.10. bis 1.11. gibt es in Zürich eine anarchistische Veranstaltungsreihe. Infos gibt es unter www.zuercher-anarchistinnen.ch.vu

Programm „Anarchie – zwischen Utopie und Alltag“
eine Veranstaltungsreihe in Zürich, 22. Oktober – 1. November 2008

Was ist Anarchie? (und andere grosse Fragen …)
Mi. 22.10. Volkshaus (Helvetiaplatz), Gelber Saal, 19.30
Mitglieder der ZA – Zürcher Anarchistlnnen

Anarchie: Ein grosses Wort, welches auch heute noch polarisiert wie wenige andere – Für die Einen bedeutet es die Utopie einer herrschaftsfreien Welt, eine Ethik für die nicht-unterdrückerische, emanzipatorische Gestaltung des Alltags, während es für Andere gleichbedeutend ist mit Unordnung, Angst und Schrecken, Gewalt und Terror.
Was meinen diejenigen mit ‚Anarchie‘, welche es auf ihre Fahne schreiben – die AnarchistInnen? Und wer sind diese überhaupt? Ist die anarchistische Bewegung ein „Irrtum der Geschichte“, dazu verdammt einer unerreichbaren Illusion nachzuträumen? Ewig pubertierende Punks, ungekämmt aber harmlos? Oder doch fanatische Bombenwerfer und Gefahr für die Grundwerte der bürgerlichen Gesellschaft?
Mit dem Vortrag versuchen wir, uns dem Verständnis der Anarchie und ihren verschiedenen Aspekten anzunähern, so wie es von der anarchistischen Bewegung entwickelt wurde. Dabei werden auch die wichtigsten Strömungen sowie die historische und aktuelle Bedeutung der Bewegung angeschnitten.

Anarchismus und Schweiz / Schweiz und Anarchismus in der Jahrhundertwende
Do. 23.10. Volkshaus (Helvetiaplatz), Zimmer 22 , 19.30
Nino Kühnis, Zürich

Das Strohballenhaus von Lausanne – eine temporär autonome Zone
Fr. 24.10. Kasama (Militärstr. 87a – Innenhof), 19.30
Mitglieder des Kollektivs „Straw d‘la bale“, Lausanne
Am 24. August 2007 besetzt ein Kollektiv ein Gelände im Zentrum von Lausanne und baut dort in wenigen Tagen ein Haus aus Strohballen und Bauabfällen. Dies ist der Beginn einer 4-monatigen Kraftprobe mit den Behörden: Hunderte Menschen besuchen und unterstützen den illegalen Bau, die „grüne“ Stadtregierung weiss nicht, was sie tun soll. Das Experiment findet am 21. Dezember ein abruptes Ende mit einem absichtlich gelegten Brand, welcher zwei Personen in Lebensgefahr brachte. Aber die öffentliche Debatte um autonome Lebensräume, radikale Ökologie, Urbanismus, Selbst-bau und (Il-)Legalität, welche das „maison de paille“ ausgelöst hat, geht weiter…
Siehe auch: http://autoconstruction-en-paille.over-blog.com

Einführung in die Kapitalismuskritik und Vorstellung des Handbuchs des BgKN
Sa. 25.10. Kasama (Militärstr. 87a – Innenhof), 19.30
Mitglieder des Bündnis gegen Kapital und Nation (BgKN)

Anhand der Broschüre „Handbuch Kapitalismuskritik“ werden die BesucherInnen des Workshops in die Kapitalismuskritik eingeführt. Die Mechanismen des Staats und des Kapitals werden analysiert und die Kritik daran formuliert.

Anarchismus und freie Software. Adhémar Schwitzguébel und Richard
Stallman – Einführung und offene Diskussion.
So. 26.10. Kasama (Militärstr. 87a – Innenhof), 19.30
Olivia, Zürich

Eine ideelle Verwandtschaft zwischen Adhémar Schwitzguébel, Uhrmacher aus dem Jura des 19.Jh., und Richard Stallman, Begründer der GNU-Lizenz aus den USA der Gegenwart, fordert auf, darüber nachzudenken, inwiefern uns freie Software eine Möglichkeit gibt, ein anderes System als das kapitalistische zu nutzen und ob die anarchistischen Grundgedanken der Hacker-Ethik heute überhaupt noch aktuell und relevant sind.
„Der wichtigste Unterschied zwischen dem politischen Denken innerhalb und ausserhalb der digitalen Welt ist, dass in der Netz-Gesellschaft Anarchismus (oder genauer besitz-ablehnender Individualismus) eine bedenkenswerte politische Philosophie darstellt.“ Eben Moglen

Die Industrial Workers of the World (IWW)im 21. Jahrhundert
Mo. 27.10. Volkshaus (Helvetiaplatz), Zimmer 22 , 19.30
Lutz Gentschmann, Sekretär IWW-Glamroc, Frankfurt a.M.

Die Industrial Workers of the World (IWW, deren Mitglieder oft auch als Wobblies bezeichnet werden) sind eine weltweite Gewerkschaft, deren Einfluss sich auf USA, Großbritannien, Kanada und Australien konzentriert. In Großbritannien, der größten Regionalstruktur in Europa, zählt die IWW im Jahr 2008 rund 400 Mitglieder. Im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg) existiert eine eigenständige Sektion der IWW, die im Dezember 2006 in Köln gegründet wurde (IWW-GLAMROC – German Language Area Members Regional Organising Commitee / Regionales Organisations-komitee der IWW-Mitglieder im deutschsprachigen Raum).
Lutz Gentschmann, Sekretär des regionalen Organisierungs-komitees Glamroc, berichtet über konkrete Aktionen der IWW sowie über deren Organisierungsansatz.

Anarchistischer Stammtisch (wie jeden Dienstag) – offenes Diskutieren mit (an-)alkoholischen Getränken
Di. 28.10. Mars Bar, (Neufrankengasse 15), ab 19.00

Die Karakök-Autonome und der Anarchismus in der Türkei
Mi. 29.10. Volkshaus (Helvetiaplatz), Zimmer 22 , 19.30
Mitglieder von Karakök-Autonome, CH/TR

Zorn und Aufstand im Mittelalter
Do. 30.10. Kalkbreitestrasse 4, 19.30
Averr, Karakök-Autonome, Zürich

Scheich Bedrettin und Fra Dolcino, zwei Persönlichkeiten aus Morgenland und Abendland, zwei Geschichten des Zornes und Aufstandes im späten Mittelalter – ‚Averr‘ hat zwei Lieblingsbeispiele aus seiner üppigen Tumult- und Aufruhr-Kollektion ausgewählt, um zu illustrieren: Die Macht wurde immer in Frage gestellt, und: „Man muss Gott die Zähne zeigen, alles Andere hilft nichts.“
Averr stürzte vor 34 Jahren kopfüber aus dem Schoss der Mutter, nur damit er im Blut wieder lande. Da schon sein Anfang aus Abwasser bestand, erspar dir, auf Reinheit zu hoffen. Seitdem ist er zornig auf der Suche nach Gott, um gegen ihn zu kämpfen.
(adaptiert nach dem „Buch des Leidens“ des persischen Dichters Faridoddin Attar)

Macht oder Ohnmacht?
Fr. 31.10. Kasama (Militärstr. 87a – Innenhof), 19.30
Lisa J. Giftig, Zürich

„Wir wollen keine Sklaven und keine Herren“, etwa, lautet eine populäre, anarchistische Formel. In diesem Vortrag beleuchtet Lisa J. Giftig den Zusammenhang von Macht und Freiheit, Ohnmacht und Sklaverei unter Verwendung von wissenschaftlichen, erotischen und philosophischen Konzepten. Dabei werden für populär AnarchistInnen aber auch Durch-schnitts – DemokratInnen höchst verwirrende Zusammenhänge freigelegt.
Ziel ihrer Überlegungen ist es den Kampf für die Anarchie auf die besonderen Herausforderungen der Mediengesellschaft vorzubereiten, indem sie aufzeigt welche Wege Herrschaft und Macht beim Aufbau ihrer Systeme gehen können und welche Wege genutzt werden, diese Pläne zu durchkreuzen.

Anarchafeminismus – Ein Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss.
Sa. 1.11. Kasama (Militärstr. 87a – Innenhof), 14.00
AG Anarchafeminismus der Libertären Aktion Winterthur

Maria Mattéo stellte in ihrem Beitrag zum Kongress „Ungleichheit der Geschlechter“ 1987 in Lyon fest, dass der libertäre Feminismus bislang lediglich eine Hypothese sei, die erst noch ausgearbeitet werden müsse. Bis heute sind uns die Vertreterinnen des Anarchafeminismus eine solche Ausarbeitung schuldig geblieben.
Was ist eigentlich Anarchafeminismus? In einem ersten Teil werden in diesem Vortrag historische Ansätze aufgezeigt, indem bekannte Anarchafeministinnen wie Emma Goldman, Louise Michel oder die Gruppe Mujeres Libres, aber auch unbekanntere Frauen wie Virginie Barbet oder Andrée Leo vorgestellt werden. In einem zweiten Teil werden neuere Ansätze (vorwiegend aus den 80er Jahren), wie zum Beispiel von Rossella di Leo oder Janet Biehl aufgegriffen, und offene Fragen aufgezeigt. Und nicht zuletzt soll ein Exkurs zu Judith Butler die Perspektive auf neuere feministische Diskussionen eröffnen.
Siehe auch: www.anarchafeminismus.ch.vu

Konzert & Party: kämpferische Lieder, seltsame Electronica
Sa. 1.11. (Ort wird bekannt gegeben), 20.00 – open end
- Niels van der Waerden, Protestlieder und Schnulzen

Musikkabarettist aus Zürich. In seinen Programmen verquirlt er Schmachtfetzen, Galgenlieder und Protestsongs aus allen erdenklichen Epochen und Stilen zu einem gesellschaftstheoretischen Liedersalat.

- Susi Morte, Songs und Chansons
- H5N1, Chansons Révolutionnaires
- PlattenLegerOrganisation „aromath“,
sub-urbane Pop-Dekonstruktion
Ausserdem: MIRZLEKID‘S MINZEBAR

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei (Spenden willkommen) – Sponsoring von Firmen, staatlichen und religiösen Organisationen wird abgelehnt

Info: www.zuercher-anarchistinnen.ch.vu