Archiv der Kategorie 'AKW'

Kundgebung am AKW Neckarwestheim

Anlässlich des Jahrestages des Super-GAUs im AKW Tschernobyl ruft das Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim am Dienstag, 26. April, 20:00 Uhr zu einer Kundgebung am AKW Neckarwestheim auf.

Am 26. April 1986 kam es in Tschernobyl zu dem bis dahin nicht für möglich gehaltenen Super-GAU, der Radioaktivität über weite Teile von Europa verteilte. 33 Arbeiter und Feuerwehrleute starben unmittelbar in den Tagen danach den Strahlentod. Von den 800.000 sogenannten Liquidatoren, die in Tschernobyl zu Aufräumarbeiten eingesetzt wurden, sind inzwischen mindestens 110.000 verstorben (Quelle IPPNW, Gesellschaft für Strahlenschutz). Statistiken über Todesfälle bei den Evakuierten gibt es nicht.

Am 11. März. 2011 kam es infolge eines Erdbebens zu starken Beschädigungen an den sechs Atomkraftwerken in Fukushima. Mit dem nachfolgenden Tsunami führte dies in drei Reaktoren zur radioaktiven Kernschmelze. Die darauf folgende unkontrollierte, gesundheitsgefährdende Freisetzung von Radioaktivität in die Umgebung und das Meer dauert bis heute an.

Weiterlesen: Atomkraft – die tödliche Gefahr

Quelle: Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim

5 Jahre Super-GAU in Fukushima und die menschliche Hybris

Am 11. März 2011 löste ein Erdbeben der Stärke 9 einen Tsunami aus, dem 20-tausend Menschen in Japan zum Opfer fielen. Darüber hinaus kam es zur größten Nuklearkatastrophe nach Tschernobyl.


Satellitenfoto von Fukushima Daiichi am 16. März 2011 (Wikipedia)

Erst jetzt, 5 Jahre nach der Katastrophe wird langsam klar, wie es zu der dreifachen Kernschmelze an den Blöcken 1, 2 und 3 des AKW Daiichi in Fukushima kommen konnte. In kurzen Spiegelstrichen hier nun zur Erinnerung der Weg in die Katastrophe wie er sich uns heute darstellt :

Vor dem Super-GAU

- Die AKWs von Fukushima Daiichi sind im Jahr 2011 40 Jahre alt – haben also das Ende ihrer Auslegungsbetriebsdauer erreicht. Bereits in den 70er Jahren wurden die Defizite dieses AKW-Typs bekannt: zum Einen die unzureichende Fähigkeit den Reaktorinnendruck im Katastrophenfall zu kontrollieren. Darum wurden in den 80er Jahren weltweit spezielle Ventile in diesen Reaktortyp eingebaut, mit denen Druck und damit hochradioaktiver Dampf an die Umgebung abgelassen werden kann, bevor das Containment versagt (Venting). Ein weiteres Problem war die billige, ungeschützte Lagerung der abgebrannten Brennelemente in den oberen Etagen des Gebäudes.

- Die Erdbebengefahr wurde beim Reaktorbau massiv unterschätzt. Japan liegt an einer tektonischen Bruchzone der Erdkruste, bei der sich ein Teil der pazifischen Platte unter die nordamerikanische und die eurasische Platte schiebt. Es kommt in Japan regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Ein Erdbeben der Stärke 9 wurde zwar wissenschaftlich für möglich aber nicht für hinreichend wahrscheinlich gehalten.

- Die Erdkruste riss innerhalb von dreieinhalb Minuten auf einer Länge von 400 km bis in 60 km Tiefe auf. Es kam zu Plattenbewegungen von bis zu 27 m horizontal und 7 m vertikal. Das Erdbeben verursachte eine Absenkung der Küsten, z. B. um 40 cm in Onahama, Iwaki oder um bis zu 120 cm an der Oshika-Halbinsel, die japanische Hauptinsel Honshu verschob sich um 2,4 Meter nach Osten. (Wikipedia)

- Die AKW – Gebäude von Daiichi überstanden das Erdbeben und in den Reaktoren wurden die Notabschaltungen automatisch eingeleitet. Durch Erdbebebenschäden in den Schaltanlagen fiel jedoch der Strom auf dem gesamten Gelände aus. Worst case für ein AKW.

Der Super-GAU

- Zunächst sprangen die Diesel-Notfallgeneratoren auf dem AKW-Gelände an. Sie erlaubten es, die Kontrolle wieder zu erlangen – aber nur für kurze Zeit.

- 1 Stunde nach dem Erdbeben wurden weite Teile des AKW – Geländes von einem 10 Meter hohen Tsunami überspült. Die Tsunamischutzwälle von Daiichi waren nur auf eine maximale Wellenhöhe von 5,7 Meter ausgelegt. Die Wassermassen fluteten elektrische Schaltschränke und die Wechselstrom-Generatoren. Die Batterien im Keller wurden ebenfalls überspült und fielen aus.

- Stromausfall im AKW bedeutet: Die noch heißen Reaktorbrennstäbe können nicht mehr gekühlt werden, die atomare Kettenreaktion kann schnell außer Kontrolle geraten. Der Ausfall von Kommunikations-, Steuer-und Messgeräten verunmöglicht den sicheren Betrieb eines AKWs.

- In der Steuerzentrale von Fukushima Daiichi gab es keine Informationen über die Menge des verdampften Wassers und somit den Wasserstand im Reaktor, kein Wissen über die Temperatur der Brennstäbe oder die Drücke im Reaktordruckbehälter und den Leitungen, kein Wissen darüber, welche Ventile geöffnet oder geschlossen sind. Elektrische Türen liessen sich nicht mehr öffnen und die Beleuchtung fiel aus. Im unbeleuchteten Kontrollraum wurde mit Taschenlampen hantiert und darüber gerätselt, in welchem Zustand sich der Reaktor befindet.

- Keiner der Betreibermannschaft bemerkte, dass ein für solche Fälle zentrales Aggregat, der Notkondensator für die Kühlung des Reaktorkerns automatisch seine Ventile geschlossen hatte. Keiner dachte daran, diese Ventile wieder zu öffnen. Überhaupt kannte sich kein japanischer Techniker mit diesem unerwarteten Betriebszustand eines Reaktors ohne Stromversorgung aus. Die erste Strahlung trat früh aus und während der Reaktor rasch überhitzte, das Restwasser verdampfte, die Kernbrennstäbe völlig freigelegt wurden und während schließlich am Abend, nur wenige Stunden nach dem Stromausfall die Kernschmelze an Reaktorblock 1 einsetzte, wurden in Tokio noch beruhigende Pressekonferenzen abgehalten, deren Tenor war: Alles gut, keine austretende Strahlung, keine Gefahr, kein kritischer Zustand der Anlage, es werden einfach vorsorglich ein paar Maßnahmen getroffen.

- Die japanischen Techniker hatten noch nicht aufgegeben und versuchten mit ausgebauten 12 Volt Autobatterien (!) Teile der Anzeigen im Kontrollraum wieder in Betrieb zu nehmen. Die wichtigste Anzeige, die des Wasserfüllstands im Reaktordruckbehälter, zeigte als erste wieder Informationen – allerdings völlig falsche. Es wurde den Technikern ein beruhigender Füllstand knapp oberhalb der Brennelemente vorgegaukelt, während in Wirklichkeit das gesamte Wasser bereits verdampft war. Ein konstruktionsbedingter Messfehler, der gerade im kritischten Fall eines frei liegenden Reaktorkerns auftritt. Diese irreführende Messtechnik ist heute noch in zahlreichen AKWs weltweit, auch in Japan, im Einsatz obwohl das grundsätzliche Problem bekannt ist.

- Die Brennelemente des Reaktors von Block 1 glühen bei mehreren Tausend Grad Celsius, tropfen auf den Boden des Druckbehälters und arbeiten sich rasch durch die Außenwand des Druckbehälters. Das ist bereits der Super-GAU, eine Steigerung des GAUs, des größten anzunehmenden Unfalls in einem Kernkraftwerk. Doch es geht noch weiter.

- Inzwischen werden weitere Anzeigen des Kontrollraums wieder in Betrieb genommen, irgendwann zeigte ein Messgerät sogar den Reaktorinnendruck an: 6 bar – gefährlich hoch. Der Reaktordruckbehälter drohte Risse zu bekommen und sein gesamtes radioaktives Inventar an die Umgebung abzugeben. Das ließ sich nur noch mit einem geringeren Übel abwenden, dem Venting. Venting bedeutet eine kontrollierte Druckentlastung, die aber bereits riesige Mengen von Radioaktivität freisetzt – wohlgemerkt über bewohntem Gebiet und noch vor der Evakuierung der Menschen.

- Nächster Akt in diesem Schreckensszenario ist die Explosion der Reaktorgebäude in den Stunden und Tagen danach. Hochexplosiver Wasserstoff war entstanden, hatte sich unter dem Dach der Reaktorblöcke angesammelt und schließlich entzündet. Die Erschütterung der ersten Explosion warf die Techniker im entfernten Kontrollraum auf den Boden, ließ die Deckenverkleidung herunterfallen und übersäte den gesamten Innenraum, die Computer, die Steuerelektronik, die Anzeigen, die Lämpchen mit einer Staubschicht. Der Kontrollraum sah aus wie im Krieg. Die Bilder der Explosionen gingen derweil um die Welt und straften die Verharmlosungspolitik von Tepco und der japanischen Regierung Lügen.

- Wenige Stunden später folgten die Kernschmelzen in den Reaktorblöcken 3 und 2. Die zeitliche Parallelität der nun drei vollendeten Supergaus an einem Standort trug viel zum Chaos vor Ort und der praktisch totalen Unkontrollierbarkeit der Situation bei.

Nach dem Super-GAU

- Der Rest der Geschichte, eine buchstäblich never ending story, ist besser bekannt und kann in den beinahe täglichen Berichten von http://fukushima-diary.com/ oder http://www.spreadnews.de/category/fukushima/ in Deutsch und Englisch nachgelesen werden. Das englischsprachige, von einem Japaner betriebene Fukushima Diary läuft seit 5 Jahren als oberster Newsfeed in der rechten Seitenspalte von LinksRhein.

- Es ist eine Geschichte von verzweifelten Kühlversuchen, anfangs mit Feuerwehrpumpen und salzigem Meerwasser, von hunderten Tonnen radioaktiven Wassers, die täglich ins Meer vor der japanischen Ostküste laufen, von ungenügend funktionierenden Filtersystemen, die viel zu wenig Isotope aus dem verstrahlten Kühlwasser filtern um es erneut für die Kühlung verwenden zu können, von abertausenden Tonnen von dennoch ununterbrochen anfallendem radioaktiv verseuchten Wasser, die in stetig wachsenden Reihen von überdimensionalen Tankbehältern auf dem AKW-Gelände gelagert werden müssen; von mehrfachem, (un-)kontrolliertem Ablassen von radioaktivem Wasser ins Meer um anderes, noch stärker kontaminiertes Wasser in den notorisch knappen Tanks auffangen zu können; von immer wieder neuen „Zwischenfällen“ mit ungewollten Lecks, offenstehenden Ventilen, überlaufenden Behältern etc..

- Dann gab es stets die Sorge, dass eines der beschädigten und tonnenweise mit abgebrannten, aber immer noch heißen Brennelementen vollgestopften Abklingbecken in den oberen Stockwerken der Reaktorblöcke z.B. durch weitere Erdbeben beschädigt werden und sein Kühlwasser verlieren könnte – das Abtragen des Schutts und der Stahlträger, das hakelige Herausziehen der teilweise beschädigten Brennstäbe und deren Abtransport mit Castorbehältern.

- Erwähnt werden sollte auch der unglaubliche Versuch, die betroffenen Reaktoren mit einem Wall von gefrorenem Erdreich zu umgeben, der Jahr um Jahr neue Misserfolge zeitigte. Mittlerweile soll immerhin der Abfluss des radioaktiven Grundwassers deutlich reduziert sein, auch wenn immer noch täglich etwa hundert Tonnen radioaktives Grundwasser ins Meer fließen.

- Viel zu spät und in viel zu geringen Radien wurde zögerlich mit der Evakuierung der Bewohner der Region Fukushima begonnen. Insgesamt 170.000 Menschen wurden laut Wikipedia aus den betroffenen Gebieten evakuiert, Geisterstädte blieben zurück, weite Landstriche sind auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar. Es werden in den verstrahlten Gebieten mittlerweile ungewöhnliche Mutationen von Pflanzen und Insekten beobachtet.

- Auch wenn es Versuche gab, einen Teil der radioaktiv verstrahlten Erdoberfläche abzutragen und in Plastiksäcken zu lagern, so wirken auch sie wie ein völlig hilf- und aussichtsloses Unterfangen. Die schwarzen Plastiksäcke, in denen die Erdmassen verpackt und dann gelagert werden, sind mittlerweile von den im Erdreich enthaltenen Pflanzen durchstochen worden und der Inhalt hat wieder begonnen, sich mit der Umwelt zu vermischen. Ein eigentlich erforderliches Endlager für diesen strahlenden Atommüll ist angesichts der schieren Massen undenkbar.

- Die Sterblichkeit der Evakuierten hat stark zugenommen, die Krebserkrankungen, namentlich bei Kindern und Jugendlichen nahmen ebenfalls zu. Laut dem deutschen Ärzteblatt sollen „nach der Reaktorkatastrophe im radioaktiv kontaminierten Gebiet 50 Mal mehr Schilddrüsenkarzinome diagnostiziert“ worden sein als im Rest von Japan. Japanische Mediziner, die die Ursache mit der Reaktorkatastrophe in Verbindung bringen, geraten unter Druck.

- Die abgeschalteten AKWs in Japan wurden nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht sofort wieder hochgefahren sondern erst sicherheitstechnisch überprüft. Am 26. August 2011 waren nur 18 der ehemals 54 japanischen Kernreaktoren in Betrieb, im Februar 2012 nur 2, seit Mai 2012 war Japan atomstromfrei. Japan bewies so, dass es auch ohne Kernkraft geht. Allerdings hat die neu gewählte Regierung Abe den AKW-Betrieb wieder zugelassen: Am 11. August 2015 wurde das Kernkraftwerk Sendai trotz Protesten wieder hochgefahren.

Quellen:

Vgl. auch: Fukushima bei LinksRhein.

6.3.2016: Demo zum Atomkraftwerk Neckarwestheim

Fünf Jahre nach dem Super-Gau in Fukushima ruft die südwestdeutsche Anti-AKW-Bewegung zu einer Demonstration in Neckarwestheim auf und fordert den sofortigen Atomausstieg weltweit. Auftakt: Sonntag, 6.03.2016, um 13 Uhr am Bahnhof in Kirchheim/Neckar.

Der Aufruf:

Tschernobyl und Fukushima mahnen – Atomkraft gefährdet uns alle!
Atomausstieg sofort! Regenerative, dezentrale Energiewende jetzt!

Die Atomkatastrophen von Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) sind weiter Gegenwart. Die Menschen dort leiden unter den gesundheitlichen und sozialen Folgen der radioaktiven Strahlung. Untersuchungen zu Fukushima bestätigen den besorgniserregenden Anstieg der Neuerkrankungen von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, wie wir sie aus Tschernobyl kennen. Die japanische Regierung erklärt unterdessen verstrahlte Gebiete als wieder bewohnbar und will die Menschen zwingen, in die Sperrzone zurückzuziehen.


Keine Rückbesiedlung verstrahlter Gebiete!

Abschaltung der AKW Sendai 1 und 2 – Japan muss atomstromfrei bleiben!

Strahlung macht vor keiner Landesgrenze halt – weltweit AKWs vom Netz!

Auch ohne einen Super-GAU ist jeder AKW-Betrieb eine permanente Belastung und Bedrohung der Bevölkerung. Ständige radioaktive Ableitungen in Luft und Flüsse sind innerhalb der sogenannten Grenzwerte erlaubt. Aber diese Grenzwerte schützen die Bevölkerung nicht vor Erkrankungen und Erbschäden.


Abschaltung von Neckarwestheim 2 und Philippsburg 2 – sofort!

Schluss mit der Privilegierung der Atomenergie: Brennelementsteuer beibehalten!

Rückstellmilliarden in einen staatlichen Fonds überführen!

Der Abriss der abgeschalteten AKWs beinhaltet die Freimessung, die Freigabe und die Herausgabe von „gering“ radioaktiven Materialien, d.h. von mehreren Millionen Tonnen an Atommüll. Was einmal freigegeben ist, wird nicht mehr überwacht und ist nicht mehr rückholbar. Allein für Neckarwestheim 1 sollen ca. 98 % der Gesamtanlage in den „Wertstoffkreislauf“ eingeschleust werden. Das Umweltministerium als Atomaufsicht unterbindet dieses gesundheitsgefährdende Vorgehen nicht.


Schluss mit der bisherigen gesundheitsgefährdenden Freigabepraxis!

Keine Billig-Entsorgung von Atommüll ! Radioaktivität lässt sich nicht abschalten!

Mit der 2014 von der Großen Koalition beschlossenen Ausbrems-EEG-Reform besteht zukünftig eine nicht zu akzeptierende Deckelung beim Zubau der Fotovoltaik und der Windenergie. Durch Zwangsausschreibungen werden die Bürgergenossenschaften stark benachteiligt. Nach der jahrzehntelangen Untätigkeit der schwarzen Landesregierungen beim Ausbau der Windenergie an Land ist Baden-Württemberg weiter das bundesweite Schlusslicht. Auch unter Grün-Rot konnte das Ausbautempo bisher nicht an das anderer Flächenländer anschließen.


Dezentrale, regionale Energiewende beschleunigen!

Die Stromerzeugung gehört in die Hand der Bürgerinnen und Bürger!

Windenergie an Land und Fotovoltaik nicht ausbremsen, sondern stärken!

Das Land Baden-Württemberg wird in seiner Funktion als einer der Haupteigner der EnBW seiner Verantwortung für eine gelingende Energiewende nicht gerecht. Sonst wäre die Inbetriebnahme der Kohlekraftwerke in Karlsruhe (2014) und Mannheim (2015) nicht geschehen. Und die EnBW fordert sogar wegen des AKW- Moratoriums vom Land Schadenersatz über 261 Millionen € vor Gericht.


Mehr Einfluss auf die EnBW nehmen!

Klimaschutz jetzt – Ausstieg aus Kohle und Atom!

Quelle: http://www.endlich-abschalten.de/home/

Japan im 4. Jahr der Fukushima-Katastrophe

Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 12.3.2015, um 21.15 Uhr in der Roten Fabrik, Seestrasse 395, Zürich

Wie haben sich die Folgen des 11. März 2011 gesellschaftlich auf Japan ausgewirkt? Wie geht das Land mit den Auswirkungen des Nuklearunfalls um? Mit Susan Boos (Redaktorin WoZ, Autorin Sachbuch «Fukushima lässt grüssen»), David Chiavacci (Professor für sozialgesellschaftliche Japanologie Uni Zürich), sowie Mitglied Gruppe Ajisai-no-Kai.

HALBWERTSZEIT. Filmfestival 2015 – zum 4. Jahrestag von Fukushima

Quelle: http://www.rotefabrik.ch

3000 Menschen erinnern vor AKW Neckarwestheim an 4. Fukushima Jahrestag

Vier Jahre nach dem atomaren Super-GAU in Fukushima demonstrierten am gestrigen Sonntag, den 15.3.2015, rund 3.000 Menschen vor dem AKW Neckarwestheim für den sofortigen Atomausstieg, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Atommüll und die dynamische Fortführung der dezentralen Energiewende. Die Demonstration zog vom Bahnhof Kirchheim über die Neckarbrücke zum Atomkraftwerk, um ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Fukushima zu setzen sowie auf die bestehenden Risiken und Probleme der Atomkraftnutzung hinzuweisen. [weiter…]

Quelle: Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim

Demo: Fukushima außer Kontrolle!

Demo zum Atomkraftwerk Neckarwestheim, Sonntag, 09.03.2014, 13 Uhr am Bahnhof Kirchheim/Neckar

Was ist los in Fukushima?

Vor 3 Jahren, am 11.03.2011, ereignete sich ein 3-facher Super-GAU. Die zerstörten Reaktoren sowie die großen Lagerbecken für abgebrannte Brennstäbe werden weiterhin unter haarsträubenden Bedingungen mit Unmengen von Wasser von außen gekühlt. Jeden Tag entweicht radioaktives Kühlwasser in den Pazifik und gelangt so in die Nahrungskette.

Die Lage in Japan ist nicht beherrschbar!

Die geschmolzenen Reaktorkerne mit ihrer tödlichen Radioaktivität machen es bis heute fast unmöglich, dass Menschen in den Ruinen arbeiten. Der japanische Energieversorger Tepco schickt „Wegwerfarbeiter“ in die verstrahlten Bereiche. Die Fundamente bröckeln. Es droht der Einsturz der AKW-Gebäude – mit weiteren katastrophalen Auswirkungen. Möglicherweise für die ganze Welt.

Was sind die Folgen für uns Menschen?

Schon aus Tschernobyl kennen wir die erhöhte Säuglingssterblichkeit, Schilddrüsenanomalien und Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Auch in Japan wird dies bereits sichtbar. Tepco und die japanische Regierung leugnen dies. Sie treiben in unverantwortlicher Weise die Rückkehr der evakuierten Menschen in die verstrahlten Zonen voran.

Fukushima mahnt uns zum Handeln!

Atomkatastrophen können überall stattfinden. Heute oder morgen. Hier oder anderswo. Der Weiterbetrieb von AKWs ist auch bei uns nicht zu verantworten!

Deshalb das atomare Zeitalter beenden – Energiewende jetzt!

Abschalten vom AKW Neckarwestheim 2 und aller noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland!

Neckarwestheim: Radioaktivität läßt sich nicht abschalten!

Neckarwestheim 1 ist abgeschaltet. Eine Hinterlassenschaft mit enormen Problemen: Bereits bei den ersten Dekontaminations-Arbeiten wird eine hohe radioaktive Tritium-Belastung für den Neckar in Kauf genommen. Durch die geplante „Freimessung“ von radioaktiv verseuchtem Beton und dessen Verwertung z.B. im Straßenbau verbreitert sich das Gesundheitsrisiko und kommt in unserem Alltagsleben an.

Kein Billigabriss, keine Strahlenabenteuer!
Sichere Atomkraft war eine Illusion – auch eine sichere Endlagerung wird es nie geben!

Darum müssen wir demonstrieren!

  • Der bisherige Vierparteien-Atomausstieg war halbherzig!
  • Wirtschaft und Lobbyverbände sabotieren noch immer die Energiewende!
  • Uranfabriken und Atomforschung laufen ungebremst weiter!
  • Die Energiewende schützt uns vor der Klimakatastrophe und sichert den Frieden!

Wenn wir nicht protestieren, bleibt Fukushima ohne Konsequenzen!

Quelle: neckarwestheim-antiatom.net

http://www.endlich-abschalten.de/

Zwei Jahre Fukushima: Atomanlagen abschalten!

Vor zwei Jahren, am 11.3.2011, überschwemmte ein Tsunami die japanische Atomanlage Fukushima. Die Kühlung der Reaktoren und der in den Abklingbecken gelagerten Brennstäbe brach zusammen. Wenige Stunden später explodierten drei Kraftwerksblöcke von Fukushima I. Unmengen von Radioaktivität ergossen sich in die Umgebung rund um die Atomanlage, ein Zustand der übrigens immer noch anhält.

(Vgl. Fukushima GAU – Atomausstieg jetzt – weltweit!, LinksRhein, 12.3.2011)


Flyer und Demoaufruf zum AKW Neckarwestheim

Die Antiatombewegung ruft aus diesem Anlaß und weil trotz angeblichem Atomausstieg in Deutschland noch immer viele zu viele Atommeiler weiter in Betrieb sind, zu Protesten gegen die Atomanlagen auf und fordert deren sofortiges Abschalten. Am bundesweiten Aktionstag am 9. März 2013 finden an den AKWs Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen (Bayern) sowie an der Uranfabrik Gronau (NRW) Demonstrationen statt. Im Südwesten wird zur Demonstration am Atomkraftwerk Neckarwestheim aufgerufen:

Fukushima mahnt – jetzt handeln!
Samstag, 09.03.2013, 13 Uhr
Bahnhof Kirchheim/Neckar
Demo zum Atomkraftwerk Neckarwestheim

Weiterführende Links:

Filmevent in Zürich

Am morgigen Donnerstag, den 7.3.2013, werden in der Roten Fabrik in Zürich ab 19:30 Uhr der Film «Forbidden Ground, Fukushima» und weitere Kurzfilme gezeigt.

Anschließend gibt es eine Diskussion über die Frage, was es bedeutet, in einem radioaktiv verseuchten Gebiet leben zu müssen. Mit Kazu Kurimoto (Regisseur «Forbidden Ground, Fukushima»), Florian Kasser (Atomcampaigner Greenpeace Schweiz), Vertreter/in Ajisai-no-Kai

Quelle: http://www.rotefabrik.ch/de/konzept/eventdetail.php?id=16916

Ziviler Ungehorsam mit Cécile Lecomte – Das Eichhörnchen

Vortrag und Diskussion am

  • Donnerstag, 12. April 2012, 19:30 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Konstanz sowie am
  • Freitag, 13. April, 20 Uhr im Nebenzimmer der „Gaugelmühle“, Engen.

Organisiert von der Greenpeace Gruppe Bodensee

Homepage von Cécile: http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/
und ihr Blog: http://blog.eichhoernchen.fr

Quelle: Anti-AKW-Gruppe Linzgau

Jetzt sind wir am Zug!

Am Mittwoch, den 23.11.2011, fuhr um Stunden verspätet ein Castor-Transport mit atomarem Müll von der Plutoniumfabrik La Hague in Valognes, Frankreich, los. Nach mehr als 5 Tagen traf er im Atommülllager von Gorleben ein. Dieses Lager überschreitet damit seine maximale Strahlungsemission, für die es zugelassen ist – eine Klage gegen die somit rechtswidrige Einlagerungsgenehmigung liegt vor. Tausende AtomkraftgegnerInnen in Frankreich und Deutschland hatten immer wieder versucht, den Transportzug zu blockieren, was ihnen an dutzenden Stellen gelang. 3000 französische und 19.000 deutsche Polizisten prügelten den Transport letztlich durch die AKW-GegnerInnen hindurch und sorgten für zahllose Verletzte.

Update 28.11.: Nach über 5 Tagen und 6 Stunden fährt der Castor-Transport auf das Gelände des Zwischenlagers von Gorleben. Geplant war eigentlich eine Fahrzeit von 38 Stunden. Noch niemals wurde ein Transport dieser Art so häufig und so lange aufgehalten. Bemerkenswert war das Scheitern der Polizeitechniker an der Pyramidenkonstruktion die auf der Höhe von Hitzacker im Gleisbett stand. Die vier angeketteten AktivistInnen beendeten nach über 15 Stunden ihre Blockade, weil sie sich zunehmend durch die „Befreiungsaktionen“ der Polizei gefährdet sahen, die, mittlerweile nervös und unter Zeitdruck, Verletzungen der Angeketteten in Kauf nahm.

Update 27.11.: Von korrektem polizeilichen Vorgehen kann im Wendland schon lange nicht mehr die Rede sein. Willkürliche Übergriffe, offener Rechtsbruch und exzessive Gewalt mit großer Gefahr für Leib und Leben sind an der Tagesordnung. Die Schienenblockierer bei Harlingen wurden geräumt und in eine Art Wagenburg auf offenem Feld verfrachtet, wo sie rechtswidrig stundenlang ihrer Freiheit beraubt wurden. Alle gerichtlichen Überprüfungen gaben den ProtestiererInnen Recht, was die Polizei nicht daran hinderte, mit dieser Praxis fortzufahren. Ungewöhnlich komplizierte und widerstandsfähige Betonkonstruktionen, an die sich CastorgegnerInnen festgekettet hatten (Vastorf, Hitzacker), hielten den Castor praktisch den gesamten Tag auf. Die geschotterten Schienenbereiche mussten von dem Castorzug voraus fahrenden Reparaturzügen wieder instand gesetzt werden.

Update 26.11.: Während der Castor-Transport sich mit großer Verspätung und auf Umwegen Lüneburg näherte, wurde in Dannenberg eine Großdemonstration abgehalten. Die OrganisatorInnen sprechen von 23.000 TeilnehmerInnen und tausenden weiteren AktivistInnen, die zeitgleich Aktionen rund um die Transportstrecke durchführten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag stoppte der Castor viele Stunden im Bahnhof Maschen bei Hamburg. In der Nacht wurde von der Gruppe Widersetzen bei Harlingen eine riesige Schienenbesetzung durchgeführt, an der tausende Menschen teilnahmen. Mehrere Ankettaktionen auf der Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg beschäftigten Spezialkräfte der Polizei über viele Stunden.

Update 25.11.: Die OrganisatorInnen der Südblockade ziehen eine positive Bilanz. Obwohl der Castor-Transport angesichts der starken Proteste in Lauterbourg / Wörth die Ausweichsroute über Saarbrücken nahm, gelang es ca. 200 AktivistInnen darauf zu reagieren und auch dort eine Blockade durchzuführen, die den Zug mehrere Stunden aufhielt. Zahlreiche Blockaden auf der weiteren Castorstrecke ließen den Atommüllzug nur im Schneckentempo vorankommen.

Update 24.11.: Der Castor – Transport ist aufgrund der Blockaden in Volognes um Stunden verspätet losgefahren und wurde auf der Fahrt durch Frankreich mehrfach zum Halten gebracht. Er steht derzeit seit Stunden bei Rémilly, Frankreich. Es gibt Gerüchte dass der Grenzübertritt nach Deutschland erst am Freitag stattfinden soll – wo ist jedoch unklar. Strahlenmessungen an den Castoren ergaben besorgniserregende Werte: 37µSv/h in in 2m Abstand. Zum Vergleich: in Fukushima City strahlt es mit 1,6µSv/h, schon in ca. 10 h würde die empfohlene maximale Jahresdosis für eine Person überschritten!

Update 23.11.: Die Kundgebung und Demonstration in Berg unter dem Titel „Atomausstieg geht anders: Nein zum 13. Castortransport nach Gorleben“ wurde um einen Tag vorverlegt auf Donnerstag, 24.11., 09:00 Uhr (!)

Überraschend wurde der Abfahrttermin der Castoren also um einen Tag vorverlegt. Frühestens, d.h. wenn keine grösseren Blockaden den Castor-Transport in Frankreich aufhalten, ist mit dem Grenzübertritt am Freitag vormittag bei den Städtchen Berg und Lauterbourg in der Nähe von Karlsruhe zu rechnen.

Dort wird der Castor-Transport auf die AktivistInnen der „Südblockade“ stoßen. Auch sie werden – so wie die zahlreichen CastorgegnerInnen im Wendland – mit ihrer Auftaktkundgebung und ihren Aktionen einen Tag früher dran sein.

Die OrganisatorInnen der Großdemo in Dannenberg, dort wo die Castoren stunden später von der Schiene auf Tieflader umgeladen werden müssen, belassen es allerdings bei dem bisherigen Startzeitpunkt von 12:30 Uhr am Samstag. Doch auch sie wollen flexibel bleiben für den Fall, dass der Transport vor Demonstrationsbeginn in Dannenberg einfährt.

Letzteres ist jedoch alles andere als wahrscheinlich. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Transporte mit der gefährlichen Atomlast von der ersten Minute bis zur letzten Minute den entschlossenen Blockadeversuchen von AtomkraftgegnerInnen ausgesetzt sind, was stets zu erheblichen Verspätungen im Fahrplan führt. Dieses Jahr besteht sogar ein erstes internationales Blockadecamp in Valognes selbst – vermutlich der Grund warum der Castor-Transport diesmal einen Tag früher losfährt.

Links

Anti-Atom Demos im Südwesten

Eine gute Woche nach dem zahlreiche Reaktoren an mehreren japanischen AKW-Standorten außer Kontrolle gerieten, eine Kernschmelze zumindest teilweise in Gang kam und große Mengen von Radioaktivität weite Landstriche verseuchten, reißen die Demos nicht ab, die einen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie verlangen.

Hier die aktuellen Termine in Süddeutschland und der Schweiz:

Überregional

Regional

Lokal

Mahnwachen am 21.03.2011 um 18:00

  • Konstanz, Marktstätte, Kaiserbrunnen
  • Überlingen, Hofstatt
  • Singen, August-Ruf-Straße, Hauserbrunnen
  • Kressbronn, Rathausplatz
  • Ravensburg, Marienplatz 35, zwischen Lederhaus und Rathaus
  • Wangen im Allgäu, Marktplatz (Fußgängerzone)
  • Lindenberg im Allgäu, neuer Stadtpark

Quellen: www.ausgestrahlt.de

Abschalten jetzt! Tausende auf Kundgebung in Stuttgart

Laut den Veranstaltern haben ca. 60.000 KernkraftgegnerInnen an der gestrigen, 45 km langen Menschenkette von AKW Neckarwestheim bis zum Landtag in Stuttgart teilgenommen. Ebenfalls tausende Menschen nahmen im Anschluß an der Kundgebung auf dem Stuttgarter Schloßplatz teil. Einige Fotoeindrücke:

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Kundgebung auf dem Schloßplatz in Stuttgart am 12.3.2011

Fukushima GAU – Atomausstieg jetzt – weltweit!

Am frühen Samstag morgen, 12.3.2011 gegen 6:30 Uhr, ist Block 1 des Atommeilers Fukushima 1, in Japan explodiert. Am 14.03.2011 um 3:30 Uhr ist Block 3 von Fukushima 1 explodiert. An mindestens 5 weiteren Reaktoren an 4 AKW-Standorten in Japan gibt es Probleme mit der Stromversorgung und Kühlung. Dies geschah, nach dem katastrophalen Erdbeben vor der japanischen Küste.

Kompilation von Fukushima-Explosionen, Japan, März 2011

Update 15.03.2011, 8 Uhr: Gestern um 22:00 Uhr ist Block 2 von Fukushima 1 explodiert. Dabei wurde anders als bei den beiden anderen Explosionen womöglich auch der Reaktorkern beschädigt. Die Radioaktivitätswolke wird laut Wettervorhersage Richtung Großraum Tokio getrieben, in dem 45 Mio. Menschen leben.
Update 14.03.2011, 8 Uhr: Um 3:30 Uhr ist Block 3 von Fukushima 1 explodiert. An mindestens 5 weiteren Reaktoren an 4 AKW-Standorten in Japan gibt es Probleme mit der Stromversorgung und Kühlung.
Update 13.03.2011, 13 Uhr: Block 3 von Fukushima 1 ist ebenfalls außer Kontrolle geraten und kann nicht mehr gekühlt werden. Die Kernschmelze scheint auch hier im Gange zu sein. Aufgrund frei liegender Brennstäbe soll sich Wasserstoff gebildet haben. Eine Explosion droht.

Nach der mit dem Erdbeben einher gehenden automatischen Selbstabschaltung aller sich im Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in Japan, gab es Probleme mit der Kühlung der Brennelemente sowohl in Kernkraftwerken als auch in einer Wiederaufbereitungsanlage. Die Kühlung ist auch nach einer Abschaltung notwendig, um eine Kernschmelze zu vermeiden. Da der Strom in weiten Teilen Japans ausgefallen war, die Notstromaggregate ebenfalls ausfielen oder gar nicht ansprangen, hatten mindestens zwei Atomkraftwerke (Fukushima Daiichi und Fukushima Daini) keine stabilen Kühlsysteme mehr.

Über Stunden musste der Kühlbetrieb (und wahrscheinlich auch die Restfunktion des AKW’s) mit Batterien aufrecht erhalten werden. Die Kühlflüssigkeit erhitzte sich, verdampfte, die Brennstäbe reichten zumindest zeitweise aus dem sie umgebenden Wasser heraus, der Reaktorinnendruck erhöhte sich und erreichte in Fukushima 1 mehr als das Doppelte dessen, wofür das Kernkraftwerk ausgelegt war.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass im Reaktorkontrollraum die Radioaktivität auf das 1000-fache des erlaubten Grenzwertes angestiegen war. Für einzelne Experten war das ein Hinweis darauf, dass es zumindest teilweise bereits zu einer Kernschmelze gekommen war.

Die japanische Regierung evakuierte erst die Zone im 2 km Umkreis um den Reaktor, dann im 3 km Umkreis, später erweitert auf 10 km und schließlich (Stand: Samstag morgen 11:30 Uhr) auf 20 km.

Einen Tag nach dem Erbeben wurde eine heftige Explosion auf dem Kernkraftwerksgelände beobachtet. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, fehlte die äußere Gebäudehülle um Block 1. Noch ist unklar, wie viel Radioaktivität ausgetreten ist.

Kernschmelzen und Explosionen von Atommeilern gab es in der Vergangenheit mehrere weltweit, mit verschiedenen Kraftwerkstypen (vgl. Harrisburg, Tschernobyl). Daher sind die verheerenden Folgen dieser GAU’s bekannt. Hinzu kommen weitere Beinahe-Katastrophen. Auch in Japan ist zumindest ein zusätzliches Atomkraftwerk (Fukushima 2) in einem kritischen Zustand, mit ähnlichen Kühlproblemen nach der Notabschaltung wie Fukushima 1.

All das kann nur weltweit dringlich zum Handeln gemahnen!

Menschenkette und Kundgebung zum Atomausstieg in Stuttgart

Wir rufen daher dazu auf heute massenhaft an der Antiatomaktion der deutschen Anti-AKW-Bewegung teilzunehmen:

12.30 bis 14.00 Uhr: Menschenkette

Die Menschenkette wird über eine Distanz von über 40 Kilometern zwischen dem AKW Neckarwestheim und der Landeshauptstadt Stuttgart entstehen. Um 12.30 Uhr beginnt die Kette – ausgehend von vielen Sammelpunkten entlang der Strecke – sich zu formieren. Um 13.30 Uhr soll die Kette dann geschlossen stehen!

15.00 bis 17.00 Uhr (Vorprogramm ab 14.00 Uhr): Abschlusskundgebung in Stuttgart, Schlossplatz

Nach und nach kommen die Teilnehmer/innen der Menschenkette zu einer großen Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz zusammen – mit viel Musik und spannenden Redebeiträgen.

14.00 bis 15.00 Uhr: Vorprogramm

Moderation: Dirk Seifert (Robin Wood) und Thorben Becker (BUND) Kurze Interviews und Grußworte

Band: Glyzerin

Band: Fertig, Los!

15.00 bis 17.00 Uhr: Hauptprogramm

Moderation: Martin Unfried

Redeblock I:
Dr. Brigitte Dahlbender (BUND Baden-Württemberg)
Jochen Stay (.ausgestrahlt)
Nikolaus Landgraf (DGB Baden-Württemberg)

Band: La Papa Verde

Redeblock II:
Dr. Franz Alt
Pfarrer Ulrich Koring (Energiewende Heilbronn)
Christoph Bautz (Campact)

Band: Hans Söllner
Ab 21.00 Uhr: Anti-Atom-Party in Stuttgart

Für alle Stuttgarter/innen und jene, die bis zum Abend in Stuttgart bleiben, gibt es noch eine große Anti-Atom-Party in den Wagenhallen (Nordbahnhof, Stuttgart) mit Auftritt des legendären Dundus & Afreax sowie Djs.

http://www.campact.de/atom2/kette2/ablauf

Castoralarm!

Am 3.12.2010 wurde von bundesweiten Antiatominitiativen Castoralarm ausgelöst und damit auf zwei kurz bevorstehende Castortransporte durch Deutschland hingewiesen. Gegen beide Transporte waren breite Gegenmobilisierungen aus der Antiatombewegung vermeldet worden.

  • Vom 14.12. bis 16.12. soll ein Castortransport mit hochradioaktivem Atommüll vom Kernforschungszentrum Cadarache (Frankreich) ins „Zwischenlager“ Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) rollen.
  • Der zweite Transport vom Zwischenlager Ahaus in das russische Majak wurde für den 16./17.12. vermutet, da sich diesbezügliche Hinweise verdichteten. Dieser Transport wurde nun offenbar auf Beginn des nächsten Jahres verschoben.

[Update 7.12.10: Röttgen knickt ein – Majak-Castor gestoppt!]

Castortransport Cadarache – Lubmin

Die Castoren sollen am Dienstag, den 14.12., im französischen Cadarache losfahren und werden voraussichtlich am Mittwoch, den 15.12., in Wörth bei Karlsruhe die Grenze überqueren. Mögliche Transportstrecken wurden auf diversen Webseiten veröffentlicht. Ihre Ankunft wäre dann am Donnerstag, den 16.12. in Mecklenburg-Vorpommern – wenn alles glatt geht.

Allerdings sind von den AtomkraftgegnerInnen vielfältige Aktionen wie sog. Schienen-Checks, Gleisblockaden und andere Aktionen Zivilen Ungehorsams geplant. Für die Infrastruktur mit Schlafplätzen, Camps und Futter orientiert sich die Antiatombewegung an den erprobten Strukturen aus dem Wendland. Eine Auftaktdemonstration ist in Greifswald am Samstag, den 11.12.2010, um 13 Uhr geplant.

- Castor nach Lubmin: Kein Atomklo Nordost! Freies Radio Stuttgart
- http://www.lubmin-nixda.de/
- http://twitter.com/lubmin_nix_da

Castortransport Ahaus – Majak

Bei diesem Transport geht es um 951 Brennelemente, die in 18 Castoren verpackt wurden. Dieser Transport ist bereits vom Bundesamt für Strahlenschutz für die Häfen in Hamburg und Bremen genehmigt. Die Bundesländer weigern sich jedoch , den Transport über ihre Häfen abzuwickeln. Die Optionen Emden, Bremen, Hamburg, Lübeck und Rostock stehen derzeit nicht mehr zur Verfügung. Eine weitere Option ist die Verschiffung über einen französischen Hafen – diesbezügliche Anfragen wurden offenbar gestellt.

Für den 12.12. hatte die Antiatombewegung zu einer Großdemo vor dem Atomzwischenlager Ahaus aufgerufen, mit dem erklärten Ziel, das Haupttor und den Hinterausgang zu blockieren. Nach der offiziellen Verschiebung des Transporttermins auf einen noch unbekannten Termin zu Beginn nächsten Jahres, soll aus der Blockadedemo eine Jubeldemo werden, die diesen Etappenerfolg feiert. Daher wird weiterhin aufgerufen, an dieser überregionalen Demo teilzunehmen, die um 14 Uhr beginnt.

http://www.kein-castor-nach-ahaus.de/

Majak, der versteckte Atomskandal
Zwar waren die Verträge mit Russland noch nicht unterschrieben, als die niedersächsische Polizei bereits Gefangenensammelkäfige für die erwarteten GegendemonstrantInnen herbeischaffen ließ. Doch das Geld in Höhe von 35 Mio €, das dieser Transport kosten wird, steht bereit und ein von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit erstelltes Gutachten bescheinigt den Saubermännern der Atomwirtschaft und den ihnen zuarbeitenden Behörden, dass eine dem deutschen Atomgesetz genügende „schadlose Verwertung“ in Majak gegeben sei – eine auch für juristische Laien erkennbare, glatte Lüge, wie die folgenden Passagen zeigen.

Liest man das Gutachten nämlich gegen den Strich und führt eine kurze Recherche bei Wikipedia durch, offenbart sich das Gegenteil: wenn es einen Ort auf der Welt gibt, wo eine schadlose Verwertung nicht stattfinden wird und in der Vergangenheit auch nie stattgefunden hat, so ist es das am südlichen Ural gelegene Majak. Majak ist ein einziger Atomskandal, der hinter der Katastrophe von Tschernobyl nicht zurücksteht.

Auf dem Gelände der „Kerntechnischen Anlage Majak“befinden sich 10 Reaktoren, Wiederaufbereitungsanlagen, Zwischenlager und „Endlager“ für festen und flüssigen Atommüll aller Strahlungsklassen. In unmittelbarer Nachbarschaft der Anlage liegt die „geschlossene Stadt“ Osjorks, die jahrelang auf keiner Karte verzeichnet war.


Satellitenfoto der Kerntechnischen Anlage Majak

  • In den Anfangsjahren des Betriebs der Anlage wurden die Atomabfälle direkt in das Tetscha-Flusssystem geleitet und gelangten von dort in den Irtjasch-See und den Kysyltasch-See. Zwischen dem Beginn der Produktion im Jahr 1948 bis September 1951 wurden 78 Millionen Kubikmeter hochradioaktiven flüssigen Abfalls mit einer Gesamtaktivität von etwa 106 Peta-Becquerel in den Fluss Tetscha eingeleitet, aus dem die 120.000 Bewohner der Region teilweise ihr Trinkwasser bezogen.
  • Am 29. September 1957 explodierte einer der Tanks mit flüssigem Atommüll nachdem das Kühlsystem ausgefallen war. Dies ging als Kyschtym-Unfall in die Geschichte ein. Die an die Umgebung freigesetzte Radioaktivität belief sich nach Angaben des Betreibers (!) auf 400 PBq, und verteilte sich über 20.000 Quadratkilometer. Tausende Menschen wurden verstrahlt, anderen wurde aufgrund der verseuchten Bodens die Lebensgrundlage entzogen. 10.700 Personen wurden damals umgesiedelt. Über Todesfälle z.B. wg. Leukämie existieren keine öffentlichen bekannten Zahlen.

    Kyschtym-Unfall 1957 bei Majak
  • Im Regelbetrieb u.a. der Wiederaufbereitung wurde jahrzehntelang flüssiger Atommüll in Flüsse und Seen der Umgebung geleitet. In den Karatschai-See wurde bis 1993 Abfall mit einer geschätzten Aktivität von 20 EBq eingeleitet (1 EBq = 1 × 10¹⁸ Bq). Im Jahr 1990 wurde eine Radioaktivität von rund 4,44 Exa-Becquerel gemessen. Zum Vergleich: Bei der Katastrophe von Tschernobyl wurden insgesamt zwischen 5 und 12 EBq Radioaktivität freigesetzt. Ein Mensch ohne Strahlenschutzanzug, der am Ufer des Karatschai-Sees steht, würde innerhalb einer Stunde eine tödliche Strahlendosis aufnehmen. Die hoch gefährliche Einleitung findet noch immer statt, wenn auch mit gedrosselter Menge. Auch in das Staroje-Boloto-Becken finden Einleitungen statt (ca. 74 Peta-Bq). Im GRS-Gutachten wird dieses verantwortungslose Umgehen mit Atommüll zynisch als „oberflächennahe Entlagerung“ bezeichnet. Die Freisetzung von radioaktivem Material an die Umwelt geschieht in Majak nicht als Unfall sondern im Regelbetrieb.
  • Die unter freiem Himmel in Wasserbecken gelagerten Atomabfälle lagern sich in den Sedimenten ab und wurden in Trockenzeiten buchstäblich in alle Himmelsrichtungen verweht. Starke Winde verteilten die Sedimentstäube über ein Gebiet von 1.800 bis 5.000 km². Ihre Gesamtaktivität wird von verschiedenen Quellen auf 22 TBq bis 220 TBq (2,2 bis 22 · 1013 Bq) geschätzt, teilweise ist von bis zu 185 PBq (1,85 · 1017 Bq) die Red. Wildtiere wie Vögel oder Fledermäuse tragen ebenfalls zur langsamen Verbreitung der Strahlung bei.

Deutscher Zynismus gegen russische AnwohnerInnen

Den Höhepunkt des Zynismus erreicht das GRS-Gutachten, wenn es frank und frei feststellt, dass „alle Gewässer der Umgebung des Anlagenkomplexes Mayak … durch die Entsorgung von radioaktiven Abfällen mehr oder minder stark belastet [sind]“ (S. 17), sich dann über die Höhe der bisherigen Verstrahlung der russischen AnwohnerInnen auslässt, die ein mehrfaches, der nach der deutschen Strahlenschutzverordnung zulässigen Werte aufweist (S. 26), um dann ein paar Seiten später zu konstatieren, dass „kein Konflikt mit den Voraussetzungen der schadlosen Verwertung bestehe“, zumal ein Rücktransport der wiederaufbereiten radioaktiven Abfälle nicht vorgesehen sei. Höchstens – und man staunt hier über die analytische Schärfe der Gutachter – höchstens, „wenn man auch die Umweltsituation in Mayak und die Folgen früherer Störfälle in dieser Anlage in Betracht zieht“, könnte ein solcher Konflikt gesehen werden.

Spätestens hier stellt sich die Frage, wer diesen Transport genehmigt und wie diese Person dann – ganz persönlich – wg. bewusster Rechtsbeugung im Amt verknackt werden kann. Die Strafbarkeit der Rechtsbeugung ist in Deutschland in § 339 StGB geregelt und wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem und höchstens fünf Jahren bedroht.

Video: Verseuchtes Land – Die Atomfabrik Majak 31 min, russisch mit dt. oder engl. Untertiteln

- Wikipedia: Kerntechnische Anlage Majak
- Wikipedia: Karatschai-See
- Der bestverschwiegene GAU der Geschichte „Die Welt“ vom 26. September 2007

Zehntausende gegen Castortransport

Glaubt man den Einschätzungen aus der Anti-Atombewegung so steht am Ende dieser Woche der schwierigste Castortransport seit 33 Jahren bevor. Noch nie zeichnete sich im Vorfeld eines Transports eine so breite Beteiligung unter AtomkraftgegnerInnen ab. Mittlerweile sind über 300 Busse aus ganz Deutschland angemeldet, die zur großen Auftaktdemo am 6.11.2010 nach Dannenberg im Wendland fahren – Tendenz steigend. Die Rede ist mal von 20.000, mal von 50.000 AktivistInnen, die sich den Castoren Ende der Woche entgegenstellen werden.


Das Wendland zw. Dannenberg und Gorleben am kommenden Wochenende

Wie kann das sein? Wer oder was mobilisiert die AtomkraftgegnerInnen dieses Jahr in so großen Mengen?

Nachdem die rot-grüne Koalition Ende der 90er Jahre der Atomwirtschaft noch Jahrzehnte längere Laufzeiten für ihre Atommeiler bescherte, meinte die CDU/CSU-FDP Regierung im Jahr 2010, sie könne das auch und legte nochmal drauf: Statt im Jahr 2025 soll das letzte AKW jetzt erst im Jahr 2040 vom Netz gehen.

Das bedeutet:

  • Jahrzehnte lang wird die Atomwirtschaft dadurch jeden Tag 1 Mio. Euro zusätzlich verdienen – ein unverhofftes Riesengeschenk vom Steuerzahler, der dazu gar nicht erst gefragt wurde. Laut einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg aus dem Jahr 2009 würden die Stromversorger bei einer Laufzeitverlängerung von acht bis zehn Jahren mindestens 119 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen, falls die Strompreise auf aktuellem Niveau verharren. Bei steigenden Strompreisen beliefen sich die Mehreinnahmen auf 233 Milliarden Euro. (wikipedia)
  • Jahrzehnte, in denen die maroden Atomanlagen und ihre Sicherheitssysteme weiter von Teilchen bombardiert werden und in denen jeder Tag mit einem Supergau einhergehen könnte. Schwere Störfälle bis hin zu Kernschmelzen gab es bereits zu genüge: Z.B. 1957 in Windscale/Sellafield (GB), 1979 in Three Miles Island (USA), 1986 in Tschernobyl und 2006 hatte in Fosmark (Schweden) nicht viel gefehlt.
  • Und last but not least: Jahrzehnte, in denen jeden Tag strahlender Atommüll anfällt, für den bis heute nirgends auf der Welt eine Lösung für die zig Jahrtausende erforderliche Aufbewahrung existiert. Die Enthüllungen des letzten Jahres rund um die als „Forschungsbergwerk“ getarnte Atommülldeponie Asse, in der seit Mitte der 60er Jahre Atommüll eingelagert wurde, hat vielen Menschen die Augen geöffnet, angesichts der Verantwortungslosigkeit mit der der Staat und die Atomwirtschaft den Müll verbuddeln. Das Bergwerk Asse ist gerade dabei abzusaufen und zusammenzubrechen. Der gesamte Atommüll muss nun aufwändig wieder herausgeholt und umgelagert werden, was 10 Jahre dauern und Milliarden kosten wird. Der Atommüll ist die Achillesverse der Atomindustrie.

Das Maß war also voll. Die Antiatombewegung hat schon seit Beginn des Jahres enormen Zulauf.
Doch noch ein weiterer Aspekt hat zu der gegenwärtigen Massenmobilisierung beigetragen: Eine neue Kampagne „Castor Schotttern“ wurde ins Leben gerufen. Sie plant die Übernahme eines bei G8-Gipfel-Protesten erfolgreich eingesetzten Prinzips des massenhaften, zivilen Ungehorsams: die sog. 5-Fingertaktik, die ein Durchfluten und Umgehen der Polizeikräfte meint. Mir ihr soll es möglich werden – eine breite Beteiligung vorausgesetzt – zigtausende von AktivistInnen quasi zeitgleich auf kilometerlange Schienen-Abschnitte der Castor-Transportstrecke zu lotsen, wo sie, einmal angekommen, unverzüglich beginnen dort das Gleisbett zu unterhöhlen, mit dem Ziel, die Strecke für Castoren unbefahrbar zu machen. Die Kampagne macht es sich zu Nutze, dass selbst bei dem zu erwartenden Einsatz von 10 oder 20 tausend PolizistInnen, unmöglich die viele Kilometer lange Transportstrecke überall geschützt werden kann. Ein breite Beteiligung konnte die Kampagne durch Betonung der Legitimität der Aktion (s.o.), nieder schwellige Teilnahmeangebote (wer Steine wegtragen kann, kann mitmachen), Unterstützung durch Prominente sowie medial breit gestreute Selbst-Erklärungen von AktivistInnen erreichen. Versuche, hunderte UnterzeichnerInnen der Selbsterklärungen, als „Aufrufer zu Straftaten“ zu kriminalisieren, oder Mobilisierungsseiten im WWW zu schließen, führten nur zu mehr Aufmerksamkeit für die Kampagne und noch mehr Selbsterklärungen. Noch immer rufen Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Antiatom-Gruppen, Linke und AntifaschistInnen zur Großdemonstration am Samstag, den 6.11. in Dannenberg und den anschließenden Sabotageaktionen am Gleiskörper auf.

Keinesfalls sollte man den Fehler machen, nur die Aktionen der Kampagne „Castor Schottern“ im Blick zu haben. Der Widerstand im Wendland ist traditionell vielfältig und besitzt eine breite Palette von Aktionsformen – das macht seine Stärke aus. Getragen werden die Proteste von einer in langen Jahren eingespielten Struktur von Unterkünften/Camps sowie Transport- und Informationsmöglichkeiten. Die Hochtechnologie in Form von Videoberichterstattung, Liveradio und Internettickern, die per Handy oder WLAN zu empfangen sind, ist mittlerweile ebenso dabei wie die traditionellen Infopunkte, geheizten Zelte, professionellen Großküchen oder Erste Hilfe Stationen. Kurz vor Beginn des Castortransports wurden übrigens einzelne der seit Monaten genehmigten Campinfrastrukturen wieder verboten oder durch Verlegungen behindert.

Bereits seit Tagen bewegen sich die ersten Behälter auf der Straße zum Verladebahnhof in Valognes, von wo aus sie sich dann am 5.11. abends auf ihre mehrtägige Reise durch Frankreich und Deutschland begeben. Laut durchgesickertem Zeitplan soll der Transport am Samstag Mittag auf der Höhe von Karlsruhe (z.B. bei Lauterbourg) die Grenze nach Deutschland überqueren. Hier trifft er dann auf die sog. Südblockade, eine Großaktion, zu der die süddeutsche Antiatombewegung seit wenigen Tagen mobilisiert. Hat der Castortransport die Blockade überwunden, ist für die AktivistInnen im Süden noch genug Zeit, um mit Bussen den Castor zu überholen und vor ihm ins Wendland zu gelangen – genau rechtzeitig für die für Samstag Nachmittag und Sonntag geplanten Aktionstrainings und echten Aktionen von „Castor Schottern“. Frühestens am Sonntag ist mit der Ankunft der Castoren in Dannenberg zu rechnen, wo sie in einer mehrstündigen Prozedur von der Schiene wieder auf Laster umgeladen werden müssen. Für die letzten 30 Kilometer auf der Straße gibt es dann nur noch genau zwei Routen, die zur Auswahl stehen: die Nordroute über Quickborn und Langendorf oder die Südroute über Splietau und Gusborn. Bei vergangenen Castortransporten gelang es den AktivistInnen im Wendland typischerweise stets eine der beiden Routen für Castoren unpassierbar zu machen.

Wir werden sehen, wie gut oder wie schlecht der Castortransport durchkommt und wieviel Repression für dessen Durchsetzung gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung eingesetzt wird.

Passt auf Euch auf!

No pasaran!

Informiert Euch selbst!

- http://radioforum.terminal21.de, Live Stream Radio Freies Wendland

- indymedia Feature

- http://www.castor-suedblockade.de/

- http://www.castor-camps.net/

- Karte vom Wendland

- Mitfahrbörse

- mehr Links bei www.castor2010.de

Atomkraft: Schluss jetzt! Großdemo am 18.9. in Berlin

Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Bürgerinitiativen, Parteien und Gewerk- schaften ruft für den 18.9.2010 zu einer Großdemo auf gegen den Deal der Bundes- regierung mit den AKW-Betreibern zur Laufzeitverlängerung der Atommeiler und für eine grundsätzliche Energiewende.

Geplant ist eine Umzingelung des gesamten Regierungsviertels. Nach der Auftaktveranstaltung auf der Wiese vor dem Reichstag um 12 Uhr führt um 13 Uhr eine Demo zum Regierungsviertel, das etwa um 14:30 Uhr umzingelt sein soll. Die Großdemo endet nach mehreren weiteren Programmpunkten um 18 Uhr.

Schon heute ist absehbar, dass viele zigtausend Menschen an dieser Demonstration teilnehmen werden. Allein drei Sonderzüge und bislang über 100 bekannte Busse bringen die Menschen nach Berlin und wieder zurück.

Der Sonderzug aus dem Süden startet in Freiburg. Er fährt am 18.9. nach Berlin und wieder zurück. Vorraussichtliche Haltebahnhöfe: Basel Badischer Bahnhof – Freiburg Hbf – Karlsruhe Hbf – Heidelberg Hbf – Darmstadt Hbf – Frankfurt-Süd – Berlin Hbf. Die Tickets für den Sonderzug kosten: 59 Euro (Sozialpreis), 69 Euro (Normalpreis), 79 Euro (Solidaritätspreis) und 10 Euro (Kinderpreis). -> zur Buchung

Aus unserer Region fahren zumindest 3 Busse:

  • Radolfzell, Abfahrt 17.9. um 22:30 Uhr, Bahnhof, info (ät) KLARgegenAtom.de, www.KLargegenAtom.de, Kostenbeitrag: Normal 20 Euro, Sozial 10 Euro, Rückfahrt um 21:00 Uhr, weiterer Einstiegspunkt in Singen
  • Tuttlingen, Abfahrt 17.9. um 21:30 Uhr, Bahnhofsvorplatz Ansprechpartner: Ivan Tel. 07461/3567, ivan4you (ät) googlemail.com, www.ini-ausgestrahlt-tuttlingen.de Rückfahrt 20 Uhr, Kostenbeitrag: Normal 48 €, Sozial 30 €
  • Friedrichshafen, Abfahrt 17.9. um 21:00 Uhr, Stadtbahnhof, mit Einstiegspunkt in Ravensburg, Ansprechpartnerin Rita Strieckmann, bund.bodensee-oberschw (ät) bund.net, Tel. 07581/8407, Kostenbeitrag: Normal 38 Euro, Rückfahrt um 18:00 Uhr

Wer in Konstanz Kontakt zu MitdemonstrantInnen sucht, kann Karl-Ulrich Schaible, BUND Konstanz, KUSchaible[at]web.de ansprechen.

Zum Aufruf

www.anti-atom-demo.de