Sexzwangsarbeit in KZ-Bordellen

Vortrag und Diskussionsveranstaltung mit Randi Becker am Donnerstag, 23. Juli 2020 um 19 Uhr im Bürger-Saal im Rathaus Singen, Hohgarten 2, 78224 Singen

Zwischen 1942 und 1945 wurden insgesamt 10 Lagerbordelle in NS-Konzentrationslagern eingerichtet. Hier leisteten Häftlingsfrauen eine spezifische Form der Zwangsarbeit: Sie wurden durch die SS zur Prostitution mit anderen, männlichen Häftlingen gezwungen.

Der Vortrag klärt über die Einrichtung der Lagerbordelle auf, sowie über den Alltag der Sexzwangsarbeiterinnen. Ebenso werden die Erinnerungsdiskurse rund um die Bordelle nachgezeichnet. So kann gezeigt werden, wie das Leid dieser Frauen nach 1945 tabuisiert und verschleiert wurde. Dabei werden sowohl die Gedenkstätten der ehemaligen Konzentrationslager in den Blick genommen und deren Thematisierung der Lagerbordelle beschrieben als auch literarische, juristische und beginnende erste wissenschaftliche Versuche der Aufarbeitung thematisiert.

Randi Becker studierte Sozialwissenschaften, Soziologie und politische Theorie in Gießen, Frankfurt und Darmstadt. Sie schrieb ihre Bachelorarbeit zu „Sexualisierter Gewalt an Frauen im Nationalsozialismus in bundesdeutschen erinnerungspolitischen Debatten am Beispiel von Häftlingsbordellen im Konzentrationslager“, sowie eine Masterarbeit der Soziologie über Täterinnen im Nationalsozialismus und eine zweite Masterarbeit zu Intersektionalität und Antisemitismus. Sie ist hauptamtliche Dozentin in einem Bildungszentrum, Lehrbeauftragte der JLU Gießen sowie freiberufliche Referentin der politischen Bildung und forscht, schreibt und spricht zu Rassismus, Antisemitismus, Nationalsozialismus und Geschlecht, sowie deren Verknüpfungen.

Aufgrund der aktuellen Situation ist die Teilnehmenden-Zahl begrenzt. Aus diesem Grund bitten wir um eine vorherige Anmeldung an: teestube@protonmail.com. Zudem bitten wir darum ausreichend Zeit vor der Veranstaltung für den Einlass einzuplanen, damit wir pünktlich um 19 Uhr beginnen können. Das Rathaus ist ausschließlich mit Mundschutz oder vergleichbarem zu betreten oder mit ärztlichem Attest, dass das Tragen von Mundschutz aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist.

Veranstalter: Teestube Singen, Bildungsbude, VVN-BdA Kreis Konstanz, Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

Eintritt: frei, Spenden möglich

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und durch die Singener Kriminalprävention (SKP) unterstützt.