Archiv für April 2017

Website des Konstanzer Aktionsbündnis gegen die AfD

Das Konstanzer Aktionsbündnis gegen die AfD hat einen neuen Webauftritt und stellt dort alle Infos zu ihrem ersten Event, der Anti-AfD-Aktionskonferenz am 10.6.2017 (wir haben berichtet) ins Netz.



https://konstanzeraktionsbuendnis.wordpress.com/

Warum die Juden – moderner Antisemitismus

Veranstaltung mit Jutta Ditfurth am Donnerstag, 11. Mai, 19:30 Uhr, im Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich

AntisemitInnen verstehen einander auf einem Abstraktionsgrad, der 2.000 Jahre gereift ist. Über „den Juden“ müssen AntisemitInnen nur noch raunen, sie müssen jüdische Menschen nicht einmal mehr erwähnen, die judenhassende Botschaft wird von ihren AnhängerInnen dennoch begriffen. Alle alten antijüdischen Stereotype haben sich erhalten – bei Nazis und RechtspopulistInnen ohnehin, bei sich als Demokraten verstehenden BürgerInnen, aber auch in bestimmten Fraktionen der Linken.

Heute sickern im Schatten der grossen rassistischen Welle alle Spielarten des Judenhasses in neue soziale Milieus. Sie schleppen alle alten Formen des Antisemitismus mit sich und die existieren heute alle gleichzeitig: vom christlichen Antijudaismus über den rassistischen und den strukturellen, den schuldabwehrenden bis zum neueren antizionistischen Antisemitismus. Auch die alten Hass-Bilder haben die Jahrhunderte überlebt, manchmal in neuem Gewand: Jüdinnen und Juden als Christusmörder, als fädenziehende Weltherrscher, als Brunnenvergifter und Kindsmörder, als wurzel- und heimatlose Intellektuelle und revolutionäre KosmopolitInnen.

- Warum die Juden? Christlicher Antijudaismus als Quelle.
- Luther war die Pest.
- Märchen & Mythos: Romantischer Antisemitismus.
- Kant, Marr und die anderen: Als die Juden zur „Rasse“ gemacht wurden.
- Mörderische Spielarten des modernen Antisemitismus.
- Die Wiederkehr des Völkischen.
- Molotowcocktails gegen eine Synagoge als „Israelkritik“: Antisemitismus in gebildeten Kreisen.
- Vom Niedergang des radikalen Humanismus: Antisemitismus in linken Strömungen.
- Alternativer Antisemitismus a la KenFM: „Israel strebt in Palästina die Endlösung an.“
- „BDS-Kampagne“: christliche Wurzeln, internationale linke Unterstützung. Erklärtes Ziel: die Vernichtung Israels.
- Perspektiven?

* Boycott, divestments, sanctions. Gemeint ist der umfassende Boykott Israels.

Audio-Mitschnitt des gestrigen Vortrags von Bernard Schmid „Frankreich vor der Wahl“

Der gestrige Vortrag von Bernard Schmid ist hier nun als Audio-Stream und Download verfügbar:


Download: 162 MByte (mp3)
Stream
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten

Die „Akte Rosenburg“. Die Geschichte des Bundesjustizministeriums

Vortrag von Professor Dr. Christoph Safferling in der vhs Konstanz, Kulturzentrum am Münster, Katzgasse 7, Astoria-Saal am Dienstag, den 25.04.2017 um 19:30 Uhr. Kosten: 7,00 EUR

Rosenburg, so nannte sich das Haus in Bonn, in dem das Justizministerium nach dem Krieg die Gesetze eines neuen Staates gestalten sollte. Doch es waren unter den Juristen dort viele, die zuvor schon im Nationalsozialismus Karriere gemacht hatten.
Die Wissenschaftler Christoph Safferling und Manfred Görtemaker haben herausgefunden, wie hoch die NS-Belastung im Justizministerium war und wie damit umgegangen wurde. Die Ergebnisse überraschten die Fachleute.

Veranstaltet von: vhs + Initiative „Stolpersteine für Konstanz“ + VVN-BdA Konstanz + Friedensinitiative Konstanz

Vortrag: Frankreich vor der Wahl

Vortrag von Bernhard Schmid am Mittwoch, 19. April 2017 um 19:30 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Am 21. April dieses Jahres wird es genau fünfzehn Jahre her sein, dass Jean-Marie Le Pen völlig überraschend in die Stichwahl um die französische Präsidentschaft einzog. Sein konservativer Gegenkandidat Jacques Chirac, mit dem er die zweite Runde der damaligen Präsidentschaftswahl austrug, gewann diese jedoch haushoch mit 82,3 Prozent der Stimmen. Zwei Tage nach diesem Erinnerungsdatum beginnt die diesjährige französische Präsidentschaftswahl, mit ihrer ersten Runde.

Dabei gilt es als wahrscheinlich, dass die Tochter des damaligen Kandidaten – Marine Le Pen – auch in diesem Jahr in die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl vom 23. April und 07. Mai einziehen wird.

Auch wenn ihr Einzug in das Präsidentenamt als unwahrscheinlich gilt, dürfte die Chefin des Front National (FN) doch voraussichtlich ein hohes Wahlergebnis einfahren. Ein Erfolg, den sie für den Parteiaufbau in den kommenden Jahren nutzen wird. Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch auch, dass Marine Le Pen derart von der Krise der konservativen Rechten in Frankreich – deren Präsidentschaftskandidat François Fillon Hals über Kopf in Korruptionsaffären, Unterschlagungsvorwürfe und Justizermittlungen verwickelt ist – profitiert, dass es doch noch gefährlich wird.

Zugleich haben der Wahlsieg von Donald Trump in den USA, aber auch der Ausgang des britischen Referendums zum EU-Austritt vom Juni 2016 – an dem unterschiedliche Kräfte mitwirkten – die Grenzen zwischen konservativen, „populistischen“ und offen rechtsextremen Kräften scheinbar verwischt. Das Vorbild der „Alternative Right“ und ihres Ideologen Stephen Bannon beeinflusst in mehreren EU-Ländern rechtsextreme Kräfte, aber üben auch über dieses politische Spektrum hinaus Einfluss oder lösen Faszination aus. Intellektuelle wie der wieder stärker aus der Versenkung auftauchende Franzose Alain de Benoist auf der seit den 1980er Jahren so genannte „Neuen Rechten“, aber auch der konservative Politikberater Patrick Buisson im selben Land arbeiten daran eifrig mit.

Genügend Gründe, sich näher anzusehen, welche Geschichte zum Aufstieg dieser Kräfte beitrug, und welche Perspektiven sich rund um die bevorstehende Wahl in Frankreich auftun.

Bernhard Schmid geboren 1971 am Bodensee, seit 1992 teilweise und seit 1995 in Gänze in Paris lebend. Jurastudium und Promotion (dr.iur.). Nebenberuflich freier Journalist und Buchautor. Er arbeitet seit 1990 journalistisch zum Front National und verfasste mehrere Buchtitel u.a. über die extreme Rechte in Frankreich und Europa, über Algerien und über das französischsprachig Afrika. Acht Jahre lang angestellter Jurist (sieben Jahre bei einer antirassistischen NGO sowie ein Jahr beim Gewerkschaftsdachverband CGT), seit Februar 2017 als Rechtsanwalt in Paris niedergelassen.

Veranstalter: VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz und Deutsch-Französische Vereinigung Konstanz e.V.

Wander-Ausstellung „ÜBER MUTTER WIRD NICHT GESPROCHEN“ – Euthanasiemorde an Freiburger Menschen“

Vom 5.5. – 23.6.2017 zeigt die vhs – Galerie Konstanz in der Katzgasse 7 die Wanderausstellung „ÜBER MUTTER WIRD NICHT GESPROCHEN“ – Euthanasiemorde an Freiburger Menschen.

Freitag, 5. Mai, 18:00 Uhr

Vernissage:

Vortrag: DIE GRAUEN BUSSE – Ein unruhiges und unfertiges Denkmal“
von Prof. Dr. Aleida Assmann, Universität Konstanz,

Die Geschichte des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechens ist eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. In ihrem Aufklärungsprozess spielt das Denkmal der grauen Busse von Horst Hoheisel und Andreas Knitz eine zentrale Rolle. Der Vortrag beschreibt die Art und Weise, wie dieses ungewöhnliche Kunstwerk dazu beiträgt, eine tief tabuisierte Geschichte aus dem Vergessen zurückzuholen und in die Städte und Gemeinden zurückzubringen.

Veranstaltet in Kooperation mit der „Freiburger Hilfsgemeinschaft“, „Stolpersteine für Konstanz“ und vhs KN

Ort: vhs – Galerie Konstanz, Katzgasse 7
Eintritt frei

Donnerstag, 18. Mai, 19:30 Uhr

Beiprogramm:

Film -und Filmgespräch zur Ausstellung „ÜBER MUTTER WIRD NICHT GESPROCHEN“

Der Film zur gleichnamigen Ausstellung lädt die Zuschauer zu einem Stadtrundgang durch Freiburg ein, zu Orten die einen Bezug zur NS-Euthanasie haben. Im Mittelpunkt dieses Films steht die Familiengeschichte einer gebürtigen Freiburgerin, deren Mutter zunächst in die psychiatrische Universitätsklinik in der Hauptstraße und anschließend in die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen eingewiesen worden war. Von hier aus wurde sie am 06.08.1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck auf der schwäbischen Alp deportiert und starb dort noch am selben Tag in der Gaskammer. Zeitlebens lastete dieses tragische Schicksal auf der Familie.

Im anschließenden Filmgespräch möchten die Mitglieder des Arbeitskreises „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. mit den Besuchern über dieses Thema und über die heutigen gesellschaftlichen Teilhabechancen psychiatrieerfahrener Menschen ins Gespräch kommen.

Die Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für Menschen mit psychischen Belastungen und bietet hierzu vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Der Arbeitskreis „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit diesem Thema und initiierte, plante und begleitete erstmals im Frühjahr 2015 die Ausstellung „Über Mutter wird nicht gesprochen Euthanasiemorde an Freiburger Menschen“. Der Arbeitskreis setzt sich aus psychiatrieerfahrenen Menschen, ehrenamtlich tätigen Freiburger BürgerInnen, SozialarbeiterInnen und Studierenden der Sozialen Arbeit zusammen.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. und vhs Landkreis Konstanz e.V.

Ort: vhs Konstanz, Katzgasse 7

Eintritt: 7,- € (für Studierende und vhs-VortragskarteninhaberInnen Eintritt frei)

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