Archiv für März 2016

Dokumentarfilm: No Land’s Song (OmU, 93 Min.)

Das Scala Kino in Konstanz zeigt ab Donnerstag 31.3., 20 Uhr den Dokumentarfilm „No Land’s Song“. Der preisgekrönte Film von Ayat Najafi wurde im Jahr 2014 in Frankreich, Deutschland und dem Iran gedreht.

No Land`s Song erzählt die Geschichte von Sara Najafi, einer iranischen Komponistin, die den Mut hat, in Teheran ein Konzert zu organisieren, bei dem Frauen vor einem gemischten Publikum Solo singen dürfen. Kein leichtes Unterfangen… Ein Film über starke Frauen und mit wunderschöner Musik.

Der Regisseur Ayat Najafi wird zur Premiere anwesend sein.

Der Film folgt Schritt für Schritt dem Organisationsprozess des Konzerts in Teheran, in dem er das Zensursystem des Irans in Frage stellt. Dabei zeige ich die Grenzen der Freiheit in meinem Heimatland, indem ich sie ganz direkt hinterfrage – vor laufender Kamera. Mit vorgetäuschter Naivität als Strategie versuchten wir während dieses langen Shootings, die uns auferlegten und im Iran geltenden Verbote zu umgehen. Diese vermeintliche Naivität und nach außen hin politisch korrekte Haltung erlaubte uns, alle Etappen von Saras Versuchen, die entsprechenden Genehmigungen einzuholen und ihre Besuche bei den offiziellen Behörden und religiösen Autoritäten des Iranischen Regimes zu filmen oder (heimlich) auf Tonband aufzunehmen und damit die Zensur des Regimes zu beleuchten. Während der Film Saras Kampf, das Konzert veranstalten zu dürfen, zeigt, bringt er das Innere, die Logik des Iranischen Rechts ans Tageslicht.

Ayat Najafi (Regisseur)

Weitere Aufführungen am Do. 31.03., Fr. 01.04., Sa. 02.04., So. 03.04., Mo. 04.04.

Trailer

www.nolandssong.com

www.facebook.com/nolandssong

Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

Die geschlossene, rechte Facebookgruppe „Bürgerwehr Landkreis Konstanz“ gibt bekannt, dass ihr für den 24.4.2016 auf dem Rathausplatz Singen angekündigter Aufmarsch jetzt doch nicht stattfinden wird. Der Facebook-Event wurde mittlerweile entfernt. Sie haben für den 7.5. einen neuen Aufmarsch angekündigt. Ihre Demo-Mottos, -Orte und -Zeiten ändern sie immer wieder in kurzen Abständen. Letzter Stand: 7.5., 15 Uhr am Hallenbad-Parkplatz Singen.

Update 27.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarschort am 7.5. nochmal verlegt. Weder der eigentl. angestrebte Rathausplatz noch die statt dessen angekündigte Alternative Ekkehardplatz klappten. Der Ekkehardplatz war wg. einem dort stattfindenen Basketballturnier nicht verfügbar :-) Sie landen jetzt auf offenbar auf einem abgelegenen Ort am Stadtrand von Singen: dem Parkplatz am Singener Hallenbad. Mal sehen ob es diesmal dabei bleibt…

Update 23.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarsch auf Samstag, den 7. Mai, 15 Uhr, Ekkehardplatz Singen verschoben. Entsprechend konzentriert sich auch die Gegenmobilisierung auf diesen Tag und den Ekkehardplatz statt den Rathausplatz.

Drei Wochen lang hatten sie den Aufruf zu ihrer „Merkel muss weg“-Kundgebung auf dem Singener Rathausplatz in den sozialen Medien verbreitet. Begierig wurde er in der regionalen „Nein zum Asylantenheim“, Pegida- und AfD-Szene übernommen und positiv kommentiert, die InteressentInnen markierten die Veranstaltung und ca. 80 Facebook-User versprachen bereits ihr Kommen. Währenddessen liefen die organisatorischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Wie kam es zu dem plötzlichen Sinneswandel?

Als Begründung für die Absage heißt es, dass die Antifa wieder mobil mache, verbunden mit einer Kopie des Mobilisierungsflyers zur Gegenkundgebung von Singen nazifrei! 15 Gruppen aus Singen, Radolfzell und Konstanz hatten dazu aufgerufen, „Nein sagen zu sexistischer und rassistischer Hetze sowie neonazistischen Parolen“ und sich „so wie vor einem Jahr bei der Demo gegen die NPD in Singen“ erneut quer zu stellen.

Das muss bei den rechten KundgebungsorganisatorInnen mächtig Eindruck hinterlassen haben. So beklagen sie, dass zu wenige an ihren Demos teilnehmen würden und die Antifa mit Sicherheit in der Mehrheit wäre, was es ihnen unmöglich mache, eine Demonstration unter dem Titel „Merkel muss weg“ in Singen durchzuführen.

Für den 7. Mai wollen sie einen erneuten Anlauf in Singen versuchen. Diesmal backen sie kleinere Brötchen und peilen von Anfang an den Platz der Ekkehard-Realschule an, nicht den Rathausplatz, an dem sie sich nun zweimal verhoben haben. Außerdem versuchen sie von den islamistischen Anschlägen in Paris und Brüssel zu profitieren, indem sie diese zum Thema ihrer Kundgebung machen. (Anm. vom 23.4.: inzwischen wurde das Demo-Thema erneut geändert – es richtet sich wieder gegen Angela Merkel und Flüchtlinge.)

Gleichzeit wählte die rechte Bürgerwehr-Gruppe mit dem 7. Mai ein symbolträchtiges Datum. Der 7./8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Kapitulation von Hitlerdeutschland. In der Naziszene ist das Datum aus dem gleichen Grund kein Gedenktag einer Befreiung. Wir „feiern nicht“ schreiben sie dann auf die Fronttranspis ihrer am 7. oder 8. Mai durchgeführten Demonstrationen, mit denen sie das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen.

Mehr dazu bei LinksRhein:

24.4.: Aufstehen gegen Rassismus in Singen

Gegen die „Merkel-muss-weg“-Demo am 24.4.2016 in Singen

Kundgebung von RassistInnen und Neonazis anlässlich des Merkelbesuchs in Radolfzell

Neuer Aufmarsch von WutbürgerInnen, RassistInnen und Neonazis am 7.3.2016 in Singen angekündigt

24.4 (jetzt 7.5.): Aufstehen gegen Rassismus in Singen

Das Bündnis Singen Nazifrei plant eine Kundgebung gegen den Aufmarsch von Rechten und RassistInnen am 24.4.2016 (Anm.: verschoben auf 7.5.) in Singen. Derzeit unterstützen 19 Organisationen aus Singen, Radolfzell und Konstanz den Aufruf. Die Rechten haben für den 7.5. einen neuen Aufmarsch angekündigt. Ihre Demo-Mottos, -Orte und -Zeiten ändern sie immer wieder in kurzen Abständen. Letzter Stand: 7.5., 15 Uhr am Hallenbad-Parkplatz Singen.

Update 27.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarschort am 7.5. nochmal verlegt. Weder der eigentl. angestrebte Rathausplatz noch die statt dessen angekündigte Alternative Ekkehardplatz klappten. Der Ekkehardplatz war wg. einem dort stattfindenen Basketballturnier nicht verfügbar :-) Sie zielen jetzt auf einen Ort am Stadtrand von Singen: den Parkplatz am Hallenbad. Mal sehen ob es diesmal dabei bleibt…

Update 23.4.2016: Die rechte Bürgerwehr hat ihren Aufmarsch auf Samstag, den 7. Mai, 15 Uhr, Ekkehardplatz Singen verschoben. Entsprechend konzentriert sich auch die Gegenmobilisierung auf diesen Tag und den Ekkehardplatz statt den Rathausplatz.

Update 28.3.2016: Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

Der Aufruf

Refugees welcome – Kein Mensch ist illegal!
Kundgebung, Sonntag, 24. April (Achtung: jetzt 7.5.), Singen

Gegen den Rechtsruck in Deutschland!

Die schwarz-rote Regierung verschärft das Asylrecht, es gibt regelmäßige Massenabschiebungen. Flüchtlingsheime brennen fast täglich, Nazihooligans und offene Faschist*innen marschieren Hand in Hand mit selbsternannten „besorgten Bürgern“ und eine rechtspopulistische Partei erreicht zweistellige Wahlergebnisse: Deutschland im Jahre 2016. Es ist so wichtig wie lange nicht, sich gemeinsam und entschieden dem Rechtsruck in Deutschland und ganz Europa entgegenzustellen. Verantwortlich dafür ist eine Politik der Eliten, die seit Jahren die Gesellschaft zielstrebig zugunsten der Reichen und Superreichen umbaut. Dabei kommen immer mehr Bereiche der Daseinsvorsorge unter die Räder, Armut greift um sich und sorgt für Zukunftsängste, die die Rechten demagogisch aufgreifen.

Gegen den Aufmarsch von „Merkel muss weg“ in Singen

Unter dem Motto „Merkel muss weg“ wollen rechte und rassistische Demagog*innen am 24. April um 15 Uhr vor dem Singener Rathaus aufmarschieren. Es ist seit Mitte Februar das dritte Mal, dass sie versuchen, ihre Hetze auf die Straße zu bringen. Es gibt gute Gründe, die Politik von Angela Merkel zu kritisieren: Die Ehe homosexueller Paare bleibt weiterhin verboten, Deutschland zwingt andere EU-Staaten wie Griechenland unter ihre Austeritätspolitik, erklärt regelmäßig immer weitere Staaten zu sicheren Herkunftsländern und setzt zur Flüchtlingsabwehr auf das reaktionäre türkische Erdogan-Regime. Zu sagen, Merkel sei zu links, wie es auf solchen Kundgebgungen geschieht, zeigt, von welchem Standpunkt aus gedacht wird.

Wer steckt hinter der Gruppe „Merkel muss weg“?

Die Anmelder*innen stammen aus dem Umfeld der Facebook-Seite „Singen sagt Nein zum Asylantenheim“ und der versteckten Facebook-Gruppe „Bürgerwehr Landkreis Konstanz“. Sie gerieren sich gerne als harmlose, besorgte Bürger*innen, die lediglich die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kritisieren. Lasst Euch nicht täuschen! Alle paar Minuten posten sie in ihren Foren menschenverachtende, sexistische oder rassistische Propaganda. Gegen den Betreiber von „Singen sagt Nein zum Asylantenheim“ wurde bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Volksverhetzung eingeleitet. Diese Gruppe wirbt aktiv auf den Facebookseiten von Rechtspopulist*innen und Neonazis (NPD, Freie Kameradschaften), um mehr Teilnehmer*innen für ihre Kundgebungen zu gewinnen. An ihren Demos nahmen wiederholt Anhänger der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ teil. Am 7.3. wurde ein Teilnehmer der Singener Kundgebung festgenommen, nachdem er den Hitler-Gruß gezeigt hatte.

Arbeitsteilige Flüchtlingshetze

Vergleichbare Gruppen organisieren fast im Wochentakt Aufmärsche, sei es in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Tuttlingen, Radolfzell oder Singen. Ohne Berührungsängste mischen sich hier rassistische Bürger*innen, AfD-Wähler*innen, Pegida-Aktivist*innen, Rechtspopulist*innen und Neonazis. Ihre Präsenz auf den Straßen ist eine konkrete Gefährdung für alle, die nicht in ihr Bild einer konstruierten „Volksgemeinschaft“ passen: Refugees, Migrant*innen, Lesben und Schwule, Linke, Antifaschis*innen und entschiedene Demokrat*innen. Das ist keine vorübergehende Erscheinung und es geht nach den Landtagswahlen unvermindert weiter, denn sie wittern Morgenluft. Wenn in Singen mehr als 20 Prozent der Wähler*innen ihre Stimme für die AfD abgegeben haben, die auf Flüchtlinge schießen lassen will, sollte auch den Letzten klar werden, denen etwas an einer humanitären, solidarischen Gesellschaft liegt: Gegenwehr ist nötig.

Es wird höchste Zeit, diesem Treiben etwas entgegen zu setzen!

Kommt am Sonntag, den 24. April, zur Gegenkundgebung unter dem Motto Aufstehen gegen Rassismus – Refugees welcome!
Lasst uns klar Nein sagen zu sexistischer und rassistischer Hetze sowie neonazistischen Parolen! Stellen wir uns erneut queer, so wie vor einem Jahr bei der Demo gegen die NPD in Singen!

BISHER RUFEN AUF: Amnesty International Singen, Antifaschistische Aktion Konstanz, DIDF (Föderation der Demokratischen Arbeitervereine) Konstanz, DIDF-Jugend Konstanz, Die Falken Konstanz, DIE LINKE Kreisverband Konstanz, DIE PARTEI Konstanz, DKP Bodensee, Grüne Jugend Konstanz, IG-Metall Singen, IG-Metall-Jugend Singen, Initiative Stolpersteine in Radolfzell, Jusos AG Hegau-Höri, Linksjugend [’solid]/dielinke.sds Konstanz, LinksRhein, Rote Hilfe Konstanz-Bodensee, Teestube Singen, VVN-BDA Konstanz, Freundeskreis Asyl Radolfzell e.V.

Quelle: https://www.facebook.com/B%C3%BCndnis-Singen-Nazifrei-1414763875491140/?fref=nf

Kämpfe von MigrantInnen gegen die Räumung des „Jungle“ von Calais

Vortrag von Bernard Schmid am Donnerstag, 24.3.2016 um 19 Uhr im RadioRaum, Beyerlestr. 1, Konstanz.


Räumung des „Jungle“ von Calais März 2016 (Bild: Wikipedia)

Der Jurist, Autor und freie Journalist Bernard Schmid war Anfang März vor Ort, als die französische Polizei Teile des „Jungle“ mit Bulldozern platt machte. Der „Jungle“ ist ein Notlager für tausende MigrantInnen, die in England Asyl suchen, und immer wieder versuchen, den Ärmelkanal zu überwinden.

Bernard Schmid berichtet über die Selbstorganisation im „Jungle“, die juristischen Auseinandersetzungen im Vorfeld der Räumungen, die dramatischen Kämpfe der MigrantInnen gegen die Räumung und die derzeit laufenden Hungerstreiks. Von den menschenunwürdigen Ersatzangeboten der französischen Regierung, die bis zu 12 Erwachsene oder 48 Minderjährige und Jugendliche in einen Container unterbringen wollen, wird ebenfalls die Rede sein. Wer sich auf diese Angebote einlässt, muss zudem mit elektronischer Erfassung und Abschiebung nach dem Dublin-Abkommen rechnen.

Bern­ard Schmid lebt seit zwan­zig Jah­ren in Paris. Als promovierter Jurist arbeitete er für die französische Gewerkschaft CGT. Darüberhinaus ist er frei­er Jour­na­list und Autor mit zahlreichen Publikationen zur ex­tre­men Rech­ten und den sozialen Bewegungen in Frank­reich. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Die Mali-Intervention: Befreiungskrieg, Aufstandsbekämpfung oder neokolonialer Feldzug?“ im Unrast Verlag.

https://calaismigrantsolidarity.wordpress.com/

Gegen die „Merkel-muss-weg“-Demo am 24.4.2016 in Singen

Die rechte Bürgerwehr-Gruppe, die bereits einmal in Radolfzell (15.2.) und einmal in Singen (7.3.) aufmarschierte, kündigt eine weitere Kundgebung unter dem Motto „Merkel muss weg“ am 24.4. um 15 Uhr auf dem Rathausplatz in Singen an.

Update 28.3.2016: Rechte Bürgerwehr macht Rückzieher am 24.4. in Singen

Seit etwa 2 Wochen wird diese Kundgebung auf Facebook beworben und die Werbebanner tauchen bereits bei verschiedenen Pegida-Seiten der Region auf.

Doch scheint es äußerst fraglich, ob sie es diesmal schaffen werden, auf dem Singener Rathausplatz zu demonstrieren. So ist inzwischen von zeitgleichen Gegenanmeldungen am gleichen Ort zu hören.

Auch das letzte Mal, am 7.3., mussten sie auf den versteckt gelegenen Platz der Ekkehard-Realschule ausweichen, etwa 200 Meter vom Rathausplatz entfernt, nachdem ihnen eine Gegenanmeldung vom DGB und dem „Bündnis unterm Hohentwiel“ am Singener Rathausplatz zuvor gekommen war.

Neben dieser offiziellen Gegenkundgebung gab es am 7.3. auch lautstarke, spontane Proteste in direkter Konfrontation mit den Rechten, an denen etwa 200 Menschen teilnahmen. Wegen des langen Vorlaufs dürften die Proteste am 24.4. deutlich kräftiger ausfallen.

Mehr dazu bei LinksRhein:

Kundgebung von RassistInnen und Neonazis anlässlich des Merkelbesuchs in Radolfzell

Neuer Aufmarsch von WutbürgerInnen, RassistInnen und Neonazis am 7.3.2016 in Singen angekündigt

5 Jahre Super-GAU in Fukushima und die menschliche Hybris

Am 11. März 2011 löste ein Erdbeben der Stärke 9 einen Tsunami aus, dem 20-tausend Menschen in Japan zum Opfer fielen. Darüber hinaus kam es zur größten Nuklearkatastrophe nach Tschernobyl.


Satellitenfoto von Fukushima Daiichi am 16. März 2011 (Wikipedia)

Erst jetzt, 5 Jahre nach der Katastrophe wird langsam klar, wie es zu der dreifachen Kernschmelze an den Blöcken 1, 2 und 3 des AKW Daiichi in Fukushima kommen konnte. In kurzen Spiegelstrichen hier nun zur Erinnerung der Weg in die Katastrophe wie er sich uns heute darstellt :

Vor dem Super-GAU

- Die AKWs von Fukushima Daiichi sind im Jahr 2011 40 Jahre alt – haben also das Ende ihrer Auslegungsbetriebsdauer erreicht. Bereits in den 70er Jahren wurden die Defizite dieses AKW-Typs bekannt: zum Einen die unzureichende Fähigkeit den Reaktorinnendruck im Katastrophenfall zu kontrollieren. Darum wurden in den 80er Jahren weltweit spezielle Ventile in diesen Reaktortyp eingebaut, mit denen Druck und damit hochradioaktiver Dampf an die Umgebung abgelassen werden kann, bevor das Containment versagt (Venting). Ein weiteres Problem war die billige, ungeschützte Lagerung der abgebrannten Brennelemente in den oberen Etagen des Gebäudes.

- Die Erdbebengefahr wurde beim Reaktorbau massiv unterschätzt. Japan liegt an einer tektonischen Bruchzone der Erdkruste, bei der sich ein Teil der pazifischen Platte unter die nordamerikanische und die eurasische Platte schiebt. Es kommt in Japan regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Ein Erdbeben der Stärke 9 wurde zwar wissenschaftlich für möglich aber nicht für hinreichend wahrscheinlich gehalten.

- Die Erdkruste riss innerhalb von dreieinhalb Minuten auf einer Länge von 400 km bis in 60 km Tiefe auf. Es kam zu Plattenbewegungen von bis zu 27 m horizontal und 7 m vertikal. Das Erdbeben verursachte eine Absenkung der Küsten, z. B. um 40 cm in Onahama, Iwaki oder um bis zu 120 cm an der Oshika-Halbinsel, die japanische Hauptinsel Honshu verschob sich um 2,4 Meter nach Osten. (Wikipedia)

- Die AKW – Gebäude von Daiichi überstanden das Erdbeben und in den Reaktoren wurden die Notabschaltungen automatisch eingeleitet. Durch Erdbebebenschäden in den Schaltanlagen fiel jedoch der Strom auf dem gesamten Gelände aus. Worst case für ein AKW.

Der Super-GAU

- Zunächst sprangen die Diesel-Notfallgeneratoren auf dem AKW-Gelände an. Sie erlaubten es, die Kontrolle wieder zu erlangen – aber nur für kurze Zeit.

- 1 Stunde nach dem Erdbeben wurden weite Teile des AKW – Geländes von einem 10 Meter hohen Tsunami überspült. Die Tsunamischutzwälle von Daiichi waren nur auf eine maximale Wellenhöhe von 5,7 Meter ausgelegt. Die Wassermassen fluteten elektrische Schaltschränke und die Wechselstrom-Generatoren. Die Batterien im Keller wurden ebenfalls überspült und fielen aus.

- Stromausfall im AKW bedeutet: Die noch heißen Reaktorbrennstäbe können nicht mehr gekühlt werden, die atomare Kettenreaktion kann schnell außer Kontrolle geraten. Der Ausfall von Kommunikations-, Steuer-und Messgeräten verunmöglicht den sicheren Betrieb eines AKWs.

- In der Steuerzentrale von Fukushima Daiichi gab es keine Informationen über die Menge des verdampften Wassers und somit den Wasserstand im Reaktor, kein Wissen über die Temperatur der Brennstäbe oder die Drücke im Reaktordruckbehälter und den Leitungen, kein Wissen darüber, welche Ventile geöffnet oder geschlossen sind. Elektrische Türen liessen sich nicht mehr öffnen und die Beleuchtung fiel aus. Im unbeleuchteten Kontrollraum wurde mit Taschenlampen hantiert und darüber gerätselt, in welchem Zustand sich der Reaktor befindet.

- Keiner der Betreibermannschaft bemerkte, dass ein für solche Fälle zentrales Aggregat, der Notkondensator für die Kühlung des Reaktorkerns automatisch seine Ventile geschlossen hatte. Keiner dachte daran, diese Ventile wieder zu öffnen. Überhaupt kannte sich kein japanischer Techniker mit diesem unerwarteten Betriebszustand eines Reaktors ohne Stromversorgung aus. Die erste Strahlung trat früh aus und während der Reaktor rasch überhitzte, das Restwasser verdampfte, die Kernbrennstäbe völlig freigelegt wurden und während schließlich am Abend, nur wenige Stunden nach dem Stromausfall die Kernschmelze an Reaktorblock 1 einsetzte, wurden in Tokio noch beruhigende Pressekonferenzen abgehalten, deren Tenor war: Alles gut, keine austretende Strahlung, keine Gefahr, kein kritischer Zustand der Anlage, es werden einfach vorsorglich ein paar Maßnahmen getroffen.

- Die japanischen Techniker hatten noch nicht aufgegeben und versuchten mit ausgebauten 12 Volt Autobatterien (!) Teile der Anzeigen im Kontrollraum wieder in Betrieb zu nehmen. Die wichtigste Anzeige, die des Wasserfüllstands im Reaktordruckbehälter, zeigte als erste wieder Informationen – allerdings völlig falsche. Es wurde den Technikern ein beruhigender Füllstand knapp oberhalb der Brennelemente vorgegaukelt, während in Wirklichkeit das gesamte Wasser bereits verdampft war. Ein konstruktionsbedingter Messfehler, der gerade im kritischten Fall eines frei liegenden Reaktorkerns auftritt. Diese irreführende Messtechnik ist heute noch in zahlreichen AKWs weltweit, auch in Japan, im Einsatz obwohl das grundsätzliche Problem bekannt ist.

- Die Brennelemente des Reaktors von Block 1 glühen bei mehreren Tausend Grad Celsius, tropfen auf den Boden des Druckbehälters und arbeiten sich rasch durch die Außenwand des Druckbehälters. Das ist bereits der Super-GAU, eine Steigerung des GAUs, des größten anzunehmenden Unfalls in einem Kernkraftwerk. Doch es geht noch weiter.

- Inzwischen werden weitere Anzeigen des Kontrollraums wieder in Betrieb genommen, irgendwann zeigte ein Messgerät sogar den Reaktorinnendruck an: 6 bar – gefährlich hoch. Der Reaktordruckbehälter drohte Risse zu bekommen und sein gesamtes radioaktives Inventar an die Umgebung abzugeben. Das ließ sich nur noch mit einem geringeren Übel abwenden, dem Venting. Venting bedeutet eine kontrollierte Druckentlastung, die aber bereits riesige Mengen von Radioaktivität freisetzt – wohlgemerkt über bewohntem Gebiet und noch vor der Evakuierung der Menschen.

- Nächster Akt in diesem Schreckensszenario ist die Explosion der Reaktorgebäude in den Stunden und Tagen danach. Hochexplosiver Wasserstoff war entstanden, hatte sich unter dem Dach der Reaktorblöcke angesammelt und schließlich entzündet. Die Erschütterung der ersten Explosion warf die Techniker im entfernten Kontrollraum auf den Boden, ließ die Deckenverkleidung herunterfallen und übersäte den gesamten Innenraum, die Computer, die Steuerelektronik, die Anzeigen, die Lämpchen mit einer Staubschicht. Der Kontrollraum sah aus wie im Krieg. Die Bilder der Explosionen gingen derweil um die Welt und straften die Verharmlosungspolitik von Tepco und der japanischen Regierung Lügen.

- Wenige Stunden später folgten die Kernschmelzen in den Reaktorblöcken 3 und 2. Die zeitliche Parallelität der nun drei vollendeten Supergaus an einem Standort trug viel zum Chaos vor Ort und der praktisch totalen Unkontrollierbarkeit der Situation bei.

Nach dem Super-GAU

- Der Rest der Geschichte, eine buchstäblich never ending story, ist besser bekannt und kann in den beinahe täglichen Berichten von http://fukushima-diary.com/ oder http://www.spreadnews.de/category/fukushima/ in Deutsch und Englisch nachgelesen werden. Das englischsprachige, von einem Japaner betriebene Fukushima Diary läuft seit 5 Jahren als oberster Newsfeed in der rechten Seitenspalte von LinksRhein.

- Es ist eine Geschichte von verzweifelten Kühlversuchen, anfangs mit Feuerwehrpumpen und salzigem Meerwasser, von hunderten Tonnen radioaktiven Wassers, die täglich ins Meer vor der japanischen Ostküste laufen, von ungenügend funktionierenden Filtersystemen, die viel zu wenig Isotope aus dem verstrahlten Kühlwasser filtern um es erneut für die Kühlung verwenden zu können, von abertausenden Tonnen von dennoch ununterbrochen anfallendem radioaktiv verseuchten Wasser, die in stetig wachsenden Reihen von überdimensionalen Tankbehältern auf dem AKW-Gelände gelagert werden müssen; von mehrfachem, (un-)kontrolliertem Ablassen von radioaktivem Wasser ins Meer um anderes, noch stärker kontaminiertes Wasser in den notorisch knappen Tanks auffangen zu können; von immer wieder neuen „Zwischenfällen“ mit ungewollten Lecks, offenstehenden Ventilen, überlaufenden Behältern etc..

- Dann gab es stets die Sorge, dass eines der beschädigten und tonnenweise mit abgebrannten, aber immer noch heißen Brennelementen vollgestopften Abklingbecken in den oberen Stockwerken der Reaktorblöcke z.B. durch weitere Erdbeben beschädigt werden und sein Kühlwasser verlieren könnte – das Abtragen des Schutts und der Stahlträger, das hakelige Herausziehen der teilweise beschädigten Brennstäbe und deren Abtransport mit Castorbehältern.

- Erwähnt werden sollte auch der unglaubliche Versuch, die betroffenen Reaktoren mit einem Wall von gefrorenem Erdreich zu umgeben, der Jahr um Jahr neue Misserfolge zeitigte. Mittlerweile soll immerhin der Abfluss des radioaktiven Grundwassers deutlich reduziert sein, auch wenn immer noch täglich etwa hundert Tonnen radioaktives Grundwasser ins Meer fließen.

- Viel zu spät und in viel zu geringen Radien wurde zögerlich mit der Evakuierung der Bewohner der Region Fukushima begonnen. Insgesamt 170.000 Menschen wurden laut Wikipedia aus den betroffenen Gebieten evakuiert, Geisterstädte blieben zurück, weite Landstriche sind auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar. Es werden in den verstrahlten Gebieten mittlerweile ungewöhnliche Mutationen von Pflanzen und Insekten beobachtet.

- Auch wenn es Versuche gab, einen Teil der radioaktiv verstrahlten Erdoberfläche abzutragen und in Plastiksäcken zu lagern, so wirken auch sie wie ein völlig hilf- und aussichtsloses Unterfangen. Die schwarzen Plastiksäcke, in denen die Erdmassen verpackt und dann gelagert werden, sind mittlerweile von den im Erdreich enthaltenen Pflanzen durchstochen worden und der Inhalt hat wieder begonnen, sich mit der Umwelt zu vermischen. Ein eigentlich erforderliches Endlager für diesen strahlenden Atommüll ist angesichts der schieren Massen undenkbar.

- Die Sterblichkeit der Evakuierten hat stark zugenommen, die Krebserkrankungen, namentlich bei Kindern und Jugendlichen nahmen ebenfalls zu. Laut dem deutschen Ärzteblatt sollen „nach der Reaktorkatastrophe im radioaktiv kontaminierten Gebiet 50 Mal mehr Schilddrüsenkarzinome diagnostiziert“ worden sein als im Rest von Japan. Japanische Mediziner, die die Ursache mit der Reaktorkatastrophe in Verbindung bringen, geraten unter Druck.

- Die abgeschalteten AKWs in Japan wurden nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht sofort wieder hochgefahren sondern erst sicherheitstechnisch überprüft. Am 26. August 2011 waren nur 18 der ehemals 54 japanischen Kernreaktoren in Betrieb, im Februar 2012 nur 2, seit Mai 2012 war Japan atomstromfrei. Japan bewies so, dass es auch ohne Kernkraft geht. Allerdings hat die neu gewählte Regierung Abe den AKW-Betrieb wieder zugelassen: Am 11. August 2015 wurde das Kernkraftwerk Sendai trotz Protesten wieder hochgefahren.

Quellen:

Vgl. auch: Fukushima bei LinksRhein.

“Nein zum Heim” kündigt Aufmarsch am 12. März in Villingen an

Antifaschistische Kundgebung und Proteste gegen den Naziaufmarsch: Samstag, 12.3.2016 | 13:30 Uhr | Latschariplatz Villingen

Seit mehr als einem Jahr erleben wir einen massiven Rechtsruck in ganz Deutschland. Aktuelle Ereignisse, wie der Hassmob in Clausnitz oder der Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Bautzen zeigen deutlich, wie vergiftet das politische Klima in Deutschland geworden ist.

Auch hier vor Ort ist der rechte Aufschwung spürbar. Der erste Pegida-Ableger in Baden-Württemberg war die hiesige SBH-Gida Gruppe. Von Beginn an und im Laufe der Zeit immer offensichtlicher, bestand ein Großteil der Teilnehmer aus Faschisten.

Seit der formalen Auflösung von SBH-Gida ist den Faschisten, mit der Gründung von Nein zum Heim Schwarzwald-Baar-Heuberg, ein reibungsloser Übergang gelungen.

Anhänger der, seit einigen Monaten im Schwarzwald-Baar Kreis aktiven Kleinstpartei. „Der III. Weg“ versuchten mehrmals öffentliche Informationsveranstaltungen in Villingen-Schwenningen zu stören und treten auch sonst häufig in Erscheinung, um ihre faschistische Propaganda in Form von Flyern unter die Leute zu bringen.

Der ortsansässige Faschist Ralph Kästner und mit ihm auch der Schwarzwald-Baar Kreis schafften es durch seine Verhaftung wegen Volksverhetzung in die bundesweiten Schlagzeilen. Er war einer der Betreiber des inzwischen geschlossenen rechtsradikalen Hetzportals Altermedia. Aber auch bei SBH-Gida und Nein zum Heim spielte er eine nicht unwesentliche Rolle. Bei beiden Gruppen trat er als Ordner auf und hielt bei Auftritten von Nein zum Heim auch öffentliche Hetzreden.

Am 12.03.2016 wollen die Hetzer erneut unter dem Namen Nein zum Heim in Villingen aufmarschieren und ihre rassistische, menschenverachtende Kundgebungen abhalten.

Wirkungsvollsten Protest gegen diesen Aufmarsch können wir nur mit gemeinsamen, entschlossenen Aktionen erreichen.

Uns muss klar sein, dass der Schwarzwald-Baar Kreis ein Naziproblem hat und gerade darum müssen wir immer wieder zeigen, dass sie kein ruhiges Hinterland finden, in dem sie sich ausbreiten können!

12.März | 13:30 Uhr | Latschariplatz (Stadtmitte) Villingen

Keinen Platz für rassistische Hetze – weder hier noch anderswo

Quelle: https://antifatreffenvs.wordpress.com/

Theaterstück: „Ännes letzte Reise“

Dokumentarische Fiktion über das in Deutschland lange verschwiegene Thema Euthanasie. Die Aufführungen sind am 9. und 10. März 2016, 20 Uhr in der Werkstattbühne des Stadttheaters Konstanz, Inselgasse 2-4. Das Stück richtet sich an ein Publikum ab 14 Jahren und dauert 65 Minuten ohne Pause. Ein Nachgespräch wird angeboten.

Die mehrfach ausgezeichnete Theaterproduktion zeichnet das erschütternde Schicksal einer jungen Frau nach, die zur NS-Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Basierend auf dem dokumentierten Fall der der Anna Lehnkering, genannt Änne, die von 1936 bis 1940 Patientin in der Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau war und am 7.März 1940 in Grafeneck ermordet wurde, hat das mini-art Theater ein Stück geschaffen, das als „Parabel für die Achtung der Menschenrechte, für den Umgang mit dem Anderen und für die Frage nach dem ‘Wert’ eines Menschen“ gesehen werden kann.

Veranstalter: — Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ — vhs Konstanz-Singen e.V.

Eintritt: EUR 11,00 / ermäßigt EUR 8,00 / Schulklassen EUR 5,00 (pro SchülerIn)

Kartenverkauf: Theaterkasse Konstanz

Gegen Pegida in Frauenfeld am 5.3.2016

Die seit geraumer Zeit immer wieder angekündigte PEGIDA-Kundgebung in Frauenfeld scheint in den kommenden Wochen nun tatsächlich stattzufinden, Bewilligung hin oder her.

Update 05.03.2016: Soeben wurde bekannt, dass Pegida Schweiz ihre heutige Demo in Frauefeld abgeblasen hat. Es gab keine Bewilligung seitens der Stadt, weder unter freiem Himmel noch in einer Halle. Außerdem befürchtete Pegida Schweiz, dass hohe Polizeikosten auf sie abgewälzt würden, wenn sie trotz Verbot demonstrieren.

Ob die PEGIDA Schweiz ihre Worte diesmal in die Tat umsetzt oder nicht, ist einerlei. Fest steht, dass sich hinter der scheinbar friedlichen PEGIDA eine äusserst fremdenfeindliche und hetzerische Idee verbirgt.

Unter anderem wäre da Ignaz Bearth, Dauergast auf internationaler PEGIDA-Bühne und Präsident der Direktdemokratischen Partei Schweiz. Früher war er Mitglied der rechtsextremen Partei Pnos und in Kontakt mit den nachweislich nationalsozialistischen Gruppierungen Blood and Honour und Hammerskins.

Auch mit dabei sind Tobias Steiger, der wegen zu rassistischen Äusserungen aus der SVP(!) geekelt wurde und der Frauenfelder Mike Spielmann, welcher in seiner Wahlkampagne „gegen Völkeraustausch“ propagierte.

Die PEGIDA ist nur eines von vielen Symptomen der Zuhname rechter und faschistischer Poitik in Europa. Die durch globale Krisen verursachte Ohnmacht in der Bevölkerung wird von rechten Parteien instrumentalisiert. Komplexe geopolitische Zusammenhänge, wie die Flüchtlingskrise, erklären die Rechten anhand simpler und faschistoider Ideologien. Dabei wird vergessen, dass die globalen Krisen, wie Hunger und Krieg unter anderem durch westliche Waffenexporte, Raubbau von Rohstoffen oder Börsenspekulationen mit Nahrungsmitteln verursacht werden. Kaum verwunderlich, dass Menschen gezwun-
gen werden aus ihrer Heimat zu flüchten.

Wir lassen uns nicht täuschen durch rechtsradikale Rhetorik! Die simple Politik der PEGIDA und ihrer Mithetzer akzeptieren wir nicht und plädieren für eine solidarische und offene Gesellschaft. Darum wollen und werden wir uns jeglicher Aktivität der PEGIDA in Frauenfeld in den Weg stellen! Die PEGIDA ist nicht nur ein Angriff auf Muslime und Flüchtlinge, sondern auf jeden Menschen einer freien Gesellschaft.

Darum seid laut! Seid kreativ!

Gegen Faschisten, ihre Mitläufer und ihr reduziertes Gedankengut!
Für eine Welt, in welcher Grenzen und Papiere nicht bestimmen, wer wir sind!
Alle heraus gegen PEGIDA!

Quelle: http://ch.indymedia.org/demix/2016/02/96858.shtml

FRAUEN*DEMO zum Internationalen Frauenkampftag

Raus auf die Strasse zum Internationalen Frauenkampftag am Samstag, 12. März, 13.30 Uhr auf dem Hechtplatz in Zürich

Aus dem Aufruf:

Feminismus & Frauenkampf heisst auch:

  • Kriegsprofiteure angreifen
  • Mit Geflüchteten gemeinsam kämpfen
  • Selbstverwaltung & Selbstverteidigung aufbauen

Feminismus & Frauenkampf heisst auch:

  • Patriarchat & Kapital angreifen
  • gegen prekäre Jobs streiken
  • Eine herrschaftsfreie Gesellschaft aufbauen

Seit Jahrzehnten wird die 8. März-Demonstration ohne offizielle Bewilligung und unter solidarischem Fernbleiben der Männer durchgeführt. Sie ist ein wichtiger Anlass und wird von einem vielfältigen, linken, revolutionären und feministischen Frauenbündnis organisiert. Das Bündnis deckt viele Spektren der ausserparlamentarischen Linken und der linken Frauenzusammenhänge ab.

In diesem Raum, den wir uns einmal im Jahr für ein paar Stunden erobern, äussern wir uns laut und deutlich über die politischen und sozialen Kämpfe, die hier und weltweit von Frauen geführt werden.
Wir drücken unsere Solidarität aus und thematisieren Aktuelles und Historisches. Denn von all den schönen Dingen wie Gleichberechtigung und Lohngleichheit, von gerechter Arbeitsteilung und Aufenthaltsrechten für alle Frauen sind wir sehr weit entfernt. Deshalb kämpfen wir am internationalen Frauenkampftag – und an jedem anderen Tag – gegen die Gewalt an Frauen, für eine Kollektivierung der Hausarbeit, gegen Sexismus, gegen die Illegalisierung von Migrantinnen, für mehr Lohn und mehr Freizeit und vieles mehr…

Kurz: Wir kämpfen für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben in einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

8. März Frauenbündnis Zürich
frauenbuendnis@immerda.ch
www.frauenbuendnis-zueri.ch

Falttblat 2016

Feminismus heisst auch: Kriegsprofiteure angreifen / mit Geflüchteten gemeinsam kämpfen / Selbstverwaltung & Selbstverteidigung aufbauen.

Organisiert vom 8. März Frauenbündnis Zürich.

Mehr Infos http://frauenbuendnis-zueri.ch/

Hinweis: Am gleichen Tag findet ab 22 Uhr eine Frauen*Lesben*Trans*Inter*Party im Blauen Haus statt. Das Blaue Haus befindet sich in der Rautistrasse 22, Zürich.

Das 8. März Programm auf Radio LoRa!

Vielstimmig, mehrsprachig, von Frauen mit und ohne Fluchterfahrung, über Frauenkämpfe, zur Situation von geflüchteten Frauen in der Schweiz, gegen Rassismus und Kriegspolitik, für die feministische Revolution. Am 8. März gibt es ein Tag lang Sondersendungen zum Internationalen Frauenkampftag.

Alle Sendungen mit Details zum Programm findet ihr auf der http://lora.ch/

Das LoRa ist an diesem Tag offen für Frauen. Es gibt Essen und Getränke – kommt vorbei zum gemeinsamen Radiohören, oder um spontan einen Beitrag über den Äther zu senden. Bring deinen feministischen Musikwunsch mit für die Jukebox am Abend!

SPECIALS

  • 19.30 Uhr: Über das Haar (live). Ein Stück von Michèle Breu für fragende Gedanken und suchende Träume.
  • 22 Uhr: Jukebox Alarm: feministisch Feiern mit deiner Musik auf 97.5 Megahertz.

Bring Musik mit (von Frauen*!) (auf CD, Platten,MP3-Player, Memory-Stick…) und spiel sie selber im Studio ab. Oder ruf an mit einem Musikwunsch

Zum Vorbeikommen: Militärstrasse 85a

Zum Anrufen: 044 5672 24 00

Singen bleibt bunt! Kundgebung für Toleranz statt Rassismus

Der DGB Kreisverband Konstanz ruft mit Unterstützung des Bündnis unterm Hohentwiel für Montag, den 07.03.2016 um 18 Uhr zu einer Kundgebung für Toleranz statt Rassismus auf dem Singener Rathausplatz auf.

Der Aufruf

(Hier der Flyer zum Download)

Mit ihren hetzerischen Aussagen fördern Parteien wie die AfD, auf dem Rücken vieler not-leidender Menschen, Fremdenfeindlichkeit und eine zunehmend ausländerfeindlichen Stimmung in unserer Gesellschaft. Sie benutzt die aktuelle Asyldebatte, um die Ängste vieler Menschen, die sich vor prekären Arbeitsverhältnissen und sozialem Abstieg fürchten, zu schüren anstatt Sozial- und Wirtschaftspolitische Lösungen zu bieten. Damit liefern sie zudem Woche für Woche menschenverachtenden Verbrechern, Gewalttaten gegen Flüchtlinge, deren Unterkünfte und engagierte Helferinnen und Helfer vermeintliche Rechtfertigungen.

Wir sehen es daher als unsere demokratische Pflicht, diesen geistigen Brandstiftern entschieden und gemeinsam entgegen zu treten.

Wir rufen alle Menschen in Singen und Umgebung dazu auf, am Montag den 07. März 2016 um 18 Uhr, mit uns zusammen Gesicht zu zeigen und ein deutliches Zeichen für Demokratie gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu setzten.

Redner/innen u.a.: Ute Seifried (Bürgermeisterin Singen), Hanna Binder (ver.di), Fabian Fink (IGM Jugend), Ein/e Vertreter/in des Bündnis unterm Hohentwiel

Musikalische Untermalung wird es von der Trommlergruppe Africans vom Bodensee geben.

Quelle IG Metall Jugend Singen