Zwei Kundgebungen, zwei Blockaden und zwei Antifa-Demos am 7.11.2015 in Donaueschingen

Kurzbericht von den heutigen Protesten gegen den Ex-SBH-Gida / Nein-zum Heim – Aufmarsch in Donaueschingen

Das Offene Antifaschistische Treffen Villingen-Schwenningen hatte zwei Kundgebungen in unmittelbarer Nähe zum Aufmarschort der von Nazis durchsetzten Ex-SBH-Gida / Nein-zum Heim – Organisation angemeldet. Die eine stand etwas höher vor der Stadtkirche, die andere etwas tiefer bei der Brücke über die Brigach. Allein die geschickte Wahl der Kundgebungsorte muss einigen Rechten die Anreise erschwert haben. So führte der direkte Weg vom Bahnhof zum Max-Rieple-Platz genau an diesen Kundgebungen vorbei (siehe Foto).


Südblockade in der Straße ‚An der Stadtkirche‘

Da sich kaum Rechte blicken ließen, entschied sich die Antifa-Blockade gegen 14 Uhr zu einer spontanen Demonstration durch Donaueschingen-Mitte und somit der Verlegung ihres Standorts in die Karlstraße (siehe das Foto unten). Bei der Absperrung mit Antifas, Transparenten, Polizeigattern und -fahrzeugen war weder für Passanten noch für rechte Demonstranten ein leichtes Durchkommen. Wer es nicht schaffte durchzukommen, musste lange Umwege in Kauf nehmen oder blieb einfach stehen, um die für Donaueschingen seltene Szenerie zu beobachten und den Reden am Lautsprecher lauschen.


Nördliche Blockade in der Karlstraße durch Antifas in unmitelbarer Nähe des ‚Nein-zum-Heim‘-Aufmarsches in Donaueschingen

Die Zahl der Rechten unter dem Label „Nein zum Heim“ blieb heute deutlich hinter früheren Teilnehmerzahlen unter dem Label „SBH-Gida“ in Villingen-Schwenningen zurück. Es war sozusagen ein mickriger Neuanfang nach dem Rausschmiß aus dem Pegida-Netzwerk. In der Presse ist von lediglich 90 TeilnehmerInnen die Rede. Ob das an den Blockaden oder der schwachen Mobilisierung der Rechten lag, kann dahin gestellt bleiben.

Tatsache ist jedenfalls, dass ihre Öffentlichkeitswirksamkeit sich heute praktisch dem Nullpunkt näherte. Der am Stadtrand gelegene Max-Rieple-Platz scheint eine mediale Eigenschaft zu besitzen, die den Rechten bei der Ameldung wohl nicht bekannt gewesen ist. Man sah und hörte sie schlicht nicht, selbst wenn man nur wenige Meter entfernt stand. Dicke Mauern trennten den Rest der Welt von dieser traurigen Rassistenversammlung.

Um so größer war die Außenwirkung der Antifas im Stadtbild von Donaueschingen. Über Stunden hinweg dröhnte fetzige Musik, wurden engagierte Redebeiträge gehalten und lautstarke Parolen wie „Alerta, alerta, antifascista“, „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ oder „Siamo tutti antifascisti“ skandiert. Nach Ende des Naziaufmarsches formierten sich die Antifas erneut hinter ihren Transparenten und zogen ein zweites Mal lautstark durch das Stadtzentrum. Keine Polizeieskorte setzte ihrem Bewegungsdrang Grenzen. Erst als ihr Weg sich zu sehr in Richtung Bahnhof und den sich dort noch in der Abreise befindlichen Nazis führte, entschied sich die Polizei zu einer Sperrung der Josefstraße.

Die Kundgebung von Ex-SBH-Gida / Nein-zum Heim konnte heute in Donaueschingen mangels Masse nicht verhindert werden, gleichwohl war ihr Impact auf der Straße stark eingeschränkt. Die Straße hat heute uns gehört! Die Antifa wertete den heutigen Aktionstag somit gut gelaunt als Erfolg und kündigte bereits ihr Wiederkommen in größerer Zahl an.

s.a. Gegen den SBH-Aufmarsch in Donaueschingen am 7.11.2015