Archiv für August 2015

Bodensee Sommerseminar 2015 – Aktiv für Flüchtlinge

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Team des „Vernetzungstreffen unabhängiger Flüchtlingsarbeit am Bodensee“ lädt AktivistInnen, die sich in der Unterstützung von Flüchtlingen engagieren, zu einem dreitägigen Sommerseminar, in dem praxisbezogenes Fachwissen aus dem Asylverfahrensrecht, dem Sozialrecht und der Öffentlichkeitsarbeit vermittelt wird.

Zeit: 4. – 6. September (Freitag bis Sonntag) 2015, jeweils von 9 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr

Ort: Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, 78467 Konstanz

Flyer Download (PDF)

Für Teilnehmer_innen von außerhalb werden einzelne Schlafplätze angeboten. Ein kulturelles Abendprogramm wird erarbeitet.

Das Bodensee Sommerseminar ist bereits ausgebucht. Alle 12 Module von jeweils 2 Stunden Dauer können aber auch als Einzelveranstaltung von Gästen besucht werden. Es werden dafür 30 Plätze bereit gehalten. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Freitag

09:00 Uhr: Flüchtlingsrecht und Asylverfahrensrecht Grundlagen des Asyl- und Flüchtlingsrechts

11:10 Uhr: Das Asylverfahren

14:00 Uhr: Sozialrecht für Flüchtlinge III Arbeit mit besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen

16:10 Uhr: Arbeiten im Asylarbeitskreis Zusammenarbeit und Selbstreflektion

Samstag

09:00 Uhr: Das Dublin-Verfahren

11:10 Uhr: Asylantrag abgelehnt – was dann?

14:00 Uhr: Sozialrecht für Flüchtlinge I Flüchtlingsaufnahmegesetz

16:10 Uhr: Sozialrecht für Flüchtlinge II Asylbewerberleistungsgesetz

Sonntag

09:00 Uhr: Nach der Anerkennung

11:10 Uhr: Von der Duldung zum Bleiberecht? Rechtliche Möglichkeiten› Humanitäre Aufenthaltserlaubnis

14:00 Uhr: Asylarbeitskreis – Organisationen Arbeiten im ehrenamtlichen Asylarbeitskreis

16:10 Uhr: Öffentlichkeitsarbeit für Flüchtlinge

Quelle: http://fluechtlingsrat-bw.de/

Grafeneck 1940 – Geschichte und Erinnerung

Vortrag von Thomas Stöckle (Historiker und Gedenkstättenleiter von Grafeneck) am Montag, 14.9.2015 um 19.30 Uhr im Astoriasaal des Kulturzentrums am Münster, Konstanz sowie am 8.9.2015 um 19 Uhr in der Teggingerschule Radolfzell

Tötungsanstalt GrafeneckDer Vortrag beschreibt im ersten Teil die NS-„Euthanasie“-Verbrechen in Südwestdeutschland. Was waren die Hintergründe für dieses Verbrechen, was die Motive der Täter und wer waren die Opfer von Grafeneck? Im zweiten Teil wird der Frage nach dem Umgang mit dieser Geschichte nachgegangen. Welche Geschichte hat Grafeneck nach 1945, was geschah mit den Tätern und wie entwickelte sich die Gedenkstätte zu einem Ort mit heute über 20.000 Besuchern im Jahr?

Grafeneck ist ein Schlossbau der württembergischen Herzöge auf der Schwäbischen Alb – Landkreis Reutlingen. Im 16. Jahrhundert von Herzog Christoph als Jagdschloss errichtet und Mitte des 18. Jahrhunderts von Karl Eugen zu einer prachtvollen Barockanlage umgestaltet, übernahm es 1929/30 die evangelische Samariterstiftung Stuttgart (heute Nürtingen) zum Aufbau eines Behindertenheims, dem Samariterstift Grafeneck. Bei Kriegsbeginn wurde Grafeneck beschlagnahmt und in eine Mord- und Vernichtungsanstalt umgewandelt – die erste Vernichtungsstätte auf deutschem Boden, in der industriell gemordet wurde. Am 18. Januar 1940 begannen in einer Gaskammer in Grafeneck die systematischen Tötungen der „Aktion T4“, denen bis Dezember desselben Jahres 10.654 in Grafeneck, und bis August 1941 reichsweit über 70.000 geistig behinderte und psychisch kranke Menschen – von den Tätern als „lebensunwertes Leben“ bezeichnet – zum Opfer fielen.

Nach jahrzehntelangem Schweigen entstand 1990 – 50 Jahre nach den „Euthanasie“-Morden – unter dem Motto: Das Gedenken braucht einen Ort, die Gedenk­stätte Grafeneck. Seit Oktober 2005 wird die Gedenkstätte durch ein Dokumentationszentrum ergänzt. Für das Land Baden-Württemberg hat der Ministerpräsident die Schirmherrschaft übernommen. Die Gedenkstätte Grafeneck ist heute Teil einer „Gedenklandschaft“ von Orten, die an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“ erinnern.

Thomas Stöckle, geb. 1964 in Geislingen an der Steige, ist Historiker und Leiter der Gedenkstätte Grafeneck. Veröffentlichungen zur südwestdeutschen Landes­geschichte, Nationalsozialismus und NS-„Euthanasie“-Verbrechen (zuletzt: Grafeneck 1940. Die Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland, Tübingen 2012). Mitglied des Sprecherrats der Gedenkstätten und des Gedenkstättenbeirats Baden-Württemberg.

Hinweis:

Der Vortrag wird im Rahmenprogramm der Konstanzer Stolpersteinverlegung am Tag zuvor gehalten. Aus diesem Grund kommt es zu Beginn der Veranstaltung zur offiziellen Übergabe der „Stolpersteine“ an die Stadt Konstanz.

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Vortrag und Stolpersteinverlegung auch in Radolfzell

Thomas Stöckle hält einen ähnlichen Vortrag bereits am 8. September in Radolfzell. Dort findet die Veranstaltung um 19 Uhr in der Aula der Teggingerschule statt.

Auch in Radolfzell werden im September 8 weitere Stolpersteine verlegt. Mit dem Stolperstein für Anna Maria Ronkat wird – 75 Jahre nach den NS-„Euthanasie“- und Krankenmorden in Grafeneck 1940 – erstmals an ein Radolfzeller Opfer dieses Menschheitsverbrechens erinnert. Bislang konnten 12 Biografien von Männern, Frauen und Kindern aus Radolfzell recherchiert werden, die in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck 1940 ermordet wurden. Für sie sind weitere Stolpersteinverlegungen im Jahr 2016 geplant.

Quelle: http://stolpersteine-radolfzell.de

Film: Wie Dachau an den See kam …

Am Samstag, den 5. September 2015, zeigt die Kulturkiste Überlingen einen Dokumentarfilm über den „Goldbacher Stollen“ bzw. das Konzentrationslager Überlingen-Aufkirch mit Interviews von Überlinger Zeitzeugen.

Ort: Evang. Kreuzkirche am Ölrain, Kosmus-Jenny-Str. 1, 6900 Bregenz
Beginn: 11 und 18 Uhr (2 Vorstellungen)

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des 16. Europäischen Tags der Jüdischen Kultur 2015.

Quelle: http://www.kulturkiste-ueberlingen.eu

http://www.stollen-ueberlingen.de

Film: „L‘CHAIM! AUF DAS LEBEN!“

Am Sonntag den 30. August um 20:00 Uhr findet im Scala Kino in Konstanz eine Sondervorführung von „L‘CHAIM! AUF DAS LEBEN!“ statt in Anwesenheit des Regisseurs Elkan Spiller und des Protagonisten Chaim Lubelski. Der Film ist das eindrucksvolle Portrait des Sohnes einer Shoah Überlebenden, das die Nachwirkungen durch die Traumata der Elterngeneration aufzeigt.

Chaim Lubelski verkehrte im Jet Set von St. Tropez, war erfolgreicher Geschäftsmann in New York und ist ein jüdischorthodoxer Gelehrter. Als seine Mutter, eine Shoah Überlebende, pflegebedürftig wird, zieht er zu ihr nach Antwerpen um sich um sie zu kümmern. In seinem Langfilmdebüt L‘CHAIM! stellt uns der Produzent und Regisseur Elkan Spiller mit seinem Cousin Chaim einen widerborstigen, charismatischen Eigenbrötler vor. Ein Mensch, der die Wunden seiner Eltern mit Mut, Humor und Liebe zu lindern versucht.

Chaims unangepasstes Leben zeigt wie die Traumata der Eltern in der zweiten Generation nachwirken. Ein Leben, das sich, wie Spillers Film, jedem Klischee entzieht.
L‘CHAIM! sucht dabei nicht nur die historische Perspektive, er findet sich im Heute wieder. Der Film ist ein emphatischer Blick auf ein Leben voller Absurditäten und tief empfundener Menschlichkeit.

L‘Chaim!- Auf das Leben! Wurde vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht ausgewählt, um als Lehrfilm in deutschen Schulen gezeigt zu werden.

Er erhielt den PUBLIKUMSPREIS für den besten Dokumentarfilm auf FILMZ Filmfestival Mainz, das Prädikat „Besonders wertvoll“ von der deutschen Film- und Medienbewertung und wurde von der deutschen Film- und Medienbewertung zum Dokumentarfilm des Monats gekürt.

Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich!

Trailer: http://mindjazz-pictures.de/project/lchaim/

Pressematerial: http://mindjazzpictures.de/presse/

Facebook: https://www.facebook.com/LECHAIMFILM

Soliparty für Flüchtlinge, die sich wehren

Soliparty im Rahmen der Aktionstage „Fluchtursachen bekämpfen, Waffenexporte stoppen“ am 21.8.2015 im KuLa, Konstanz

Beginn: 18 Uhr Kula- Terasse

19 Uhr: Luna Circus (Folk, Singer and Songrwiter)

20:30 Uhr: Roma Balkan Express

22:00 Uhr: Chillen, Feiernm, Tanzen (Mixed Musik vom Band)

Eintritt frei, Spenden erwünscht

Aus der Ankündigung:

Bleiberecht für die Musiker des Roman Roma Balkan Express!

Seit März touren die inzwischen acht serbischen Roma-Musiker durch die Bodensee-Region und auch darüber hinaus. Im Februar hatte der Freundeskreis Asyl Radolfzell die Flüchtlinge aus Serbien, die meisten ohne Instrumente, in den Flüchtlingsunterkünften Radolfzell, Rielasingen, Bodman, Radolfzell, Stockach und Tuttlingen entdeckt. Innerhalb von drei Wochen formierten sie sich zu einer eingespielten Band. Tausende von Besuchern vieler Flüchtlingsfeste und -veranstaltungen, Konzerte und Festivals haben sie inzwischen buchstäblich von den Stühlen gerissen.

In Serbien haben die Band-Mitglieder die institutionelle und alltägliche Diskriminierung gegenüber der Volksgruppe der Roma erfahren. Bei uns haben sie davor Schutz gesucht. Die abwehrende Haltung der deutschen Behörden war und ist ihnen klar. Angesichts der unerträglichen Lage in Serbien haben sie trotz allem den Antrag auf Asyl gewagt. Mit ihrer Musik haben sie die Gelegenheit ergriffen, für die Sache der Flüchtlinge und für eine wahrhaft offene und vorurteilsfreie Gesellschaft zu werben. Jetzt hätten die Behörden eine großartige Gelegenheit, Großmut und Dankbarkeit für den Beitrag der Band zu zeigen: Bleiberecht für die Musiker des Roma Balkan Express!

Hier könnt ihr die Petition für ein Bleiberecht aller Musiker des Roma Balkan Express unterschreiben:
https://www.openpetition.de/petition/online/bleiberecht-fuer-alle-musiker-des-roma-balkan-express

Roma Balkan Express in Aktion:
http://fk-asyl-radolfzell.org/bilderalben/film.html

Kooperationsveranstaltung mit Flüchtlingsselbsthilfeorganisationen und unterstützenden Organisationen im Rahmen der Aktionstage „Fluchtursachen bekämpfen, Waffenexporte stoppen“
https://www.facebook.com/pages/Fluchtursachen-bekämpfen-Waffenexporte-stoppen/1101766956504288?ref=tn_tnmn

Gegen eine neue Rüstungsspirale – Für die Integration von Flüchtlingen!

Vortrag von Jürgen Grässlin am Dienstag, den 1. September 2015 um 18:30 Uhr, Gemeindesaal St. Nikolaus, Karlstraße 17, Friedrichshafen

Reitschule Bern: Sommerfest 2015 unter dem Motto „No Borders, No Nations“

Zum 1. August, dem vielgehassten Nationalfeiertag der Schweiz, veranstaltet die Reitschule Bern zum zweiten Mal das Reitschule-Sommerfest unter dem Motto „No Borders, No Nations“.

Aus der Ankündigung:

In Zeiten, in denen man täglich in der Zeitung lesen muss, dass wieder Flüchtlinge im Mittelmeer zu hunderten ertrinken, in verschiedenen Regionen Menschen für die Nation ihr Leben lassen und in ganz Europa rassistische Gruppierungen und Parteien im Aufschwung sind, wollen wir ein klares Zeichen setzen. Das Fest richtet sich gegen Nationalismus und Grenzen. Es steht für Vielfalt und ein alternatives Denken und Leben! Nicht zufällig veranstaltet die Reitschule das Openair am Wochenende des Schweizer Nationalfeiertags.

An beiden Tagen geht ein abwechslungsreiches Programm über die Bühne. Der Freitag steht ganz im Zeichen des Berner Hip Hop – mit bekanntem Special Guest. Anschliessend sorgen Techno- und House-DJs für tanzende Beine.

Der Samstag wir rockig und punkig. Wir freuen uns besonders auf Irie Révoltés (DE), War on Woman (USA) und viele weitere.

Damit nicht genug: An beiden Tagen bieten wir die Möglichkeit, die Reitschule auf einer Führung kennenzulernen. Am Samstagnachmittag gibt es auf dem Vorplatz einen gemütlichen Biergarten, begleitet von Singer-Songwriters. Für lustige Einstimmung auf die Nächte sorgen Konny und Yok.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalismus ist uns wichtig. Deshalb finden an den Nachmittagen Vorträge statt.

Wir veranstalten ein unkommerzielles Fest ohne Konsumzwang, Zäune und Eintritt. Wir bieten ein breites Getränke- & Essensangebot.

Um die Kosten zu decken, werden Solibändeli verkauft.

Quelle: http://reitschule.ch/reitschule/