Aktionscamp „Fluchtursachen bekämpfen und nicht die Flüchtlinge – Der Krieg beginnt am Bodensee“

Aufruf verschiedener asyl- und friedenspolitischer Gruppen zu Aktionstagen und einem Sommercamp vom 19. – 22. August 2015 in Konstanz und der Bodenseeregion


Quelle: http://www.waffenvombodensee.com/

Liebe Friedensfreunde, liebe Friedensfreundinnen, liebe Flüchtlingsfreunde, liebe Flüchtlingsfreundinnen in der Bodenseeregion,

das Mittelmeer ist zum grauenhaften Massengrab für Menschen geworden die vor Krieg, Verfolgung und Elend fliehen. 28.000 Flüchtlinge ertranken in den letzten 15 Jahren. Allein 1400 tote Flüchtlinge wurden in den ersten 5 Monaten 2015 an den südlichen Küsten Europas geborgen. Anstatt großzügig Hilfe zu organisieren werden die Mauern um Europa höher gezogen und die Grenzen militärisch bewacht. Flüchtlingsabwehr ist das Ziel. Niemand fragt mehr nach den Ursachen von Flucht und Vertreibung.

Neben extremer Armut aufgrund ungerechter Handelsbeziehungen und der Ausbeutung von Rohstoffen und Ressourcen in den Herkunftsländern, sind Kriege und Bürgerkriege die häufigste Fluchtursache. Von den derzeit weltweit 51,3 Millionen Flüchtlingen sind 10 Millionen Kriegsflüchtlinge. Allein der kleine Libanon hat 1,5 Millionen Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Jeder vierte Einwohner im Libanon ist heute ein syrischer Flüchtling. Im Gegensatz dazu hat das reiche Deutschland nur 20 000 syrischen Flüchtlingen Schutz gewährt.

Doch populistische Politiker und Medien bezeichnen Deutschland gerne als das „Sozialamt“ der Welt und behaupten seit Jahren, das Boot sei voll. Verschwiegen wird, dass gerade Deutschland an Krieg und Tod in der Welt sehr gut verdient, denn wir liefern die Waffen dazu. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Waffenexporteur. 2013 hat Deutschland für 6,7 Mrd. Euro Waffen exportiert, auch in Staaten die Menschenrechte verletzen und die zu den Krisengebieten gehören (Saudi Arabien, Israel, Mexiko, Ägypten…).

Auch die Bodenseeregion verdient gut an diesem mörderischen Geschäft. Rund um den Bodensee haben sich Dutzende von Rüstungsfirmen angesiedelt die dazu beitragen, dass weltweit militärisch aufgerüstet wird, dass gemordet wird und immer mehr Menschen fliehen müssen. Dabei werden Höchstprofite erzielt, die zynisch als deutsche „Wirtschaftskraft“ gefeiert werden.

Den Zusammenhang zwischen Rüstungsindustrie, Krieg und Fluchtursachen aufzuzeigen ist unser Ziel. Wir wollen hier am Bodensee gemeinsam mit Friedeninitiativen, Flüchtlingsinitiativen sowie vielen Flüchtlingen Aktionen vor den Rüstungsfirmen ATM Konstanz, Rheinmetall Stockach und Diehl Überlingen organisieren und in den Städten demonstrieren. Ähnlich der Aktion letztes Jahr im Oktober bei Diehl in Überlingen soll bildhaft mit Bahren und Leichenträgern die Bevölkerung aufgerüttelt werden. Gleichzeitig wollen wir auf die unwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in den Unterkünften aufmerksam machen und Solidarität mit den Flüchtlingen zeigen. Wir wünschen uns hierfür ein breites Bündnis, in der Hoffnung, dass diese Aktionen auch die nächsten Jahre fortgesetzt werden können denn – Der Krieg beginnt am Bodensee!

Für die Vorbereitungsgruppe
Doris Künzel , Hakan Sanli, Cigdem, Tanja Kaufmann