Kapitalismuskritik und Antisemitismus. Über Ressentiments und Judenhass

Stephan Grigat hält heute einen Vortrag zu Kapitalismuskritik und Antisemitismus an der Universität Konstanz im Rahmen der Ringvorlesung: „Die Politik in der Krise ? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Beginn ist um 20 Uhr im Audimax (A701).

Bereits Karl Marx war bewusst, dass das Kapital als zinstragendes, in „dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vorstellung nächsten Gestalt“ der bevorzugte „Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik“ sein wird – einer Kritik, die in der sozialistischen Bewegung nie mehr verschwinden sollte, maßgeblich zu den Affinitäten linker Kapitalismuskritik zum Antisemitismus beigetragen hat und auch heute im Rahmen der Globalisierungsdebatte erschreckend gegenwärtig ist.

Der Vortrag soll zeigen, wie sich im Antisemitismus die Ressentiments gegen die kapitalistische Moderne bündeln und inwiefern der antiemanzipatorische Antikapitalismus des Judenhasses im Antizionismus seine geopolitische Ergänzung erfährt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind marxsche und marxistische Theorie, Geschichte linker Bewegungen, Antisemitismus und Rassismus sowie der Nahostkonflikt. Er ist Mitherausgeber von Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (Studienverlag 2008) sowie von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010), Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012) und Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007).

Eintritt frei