Archiv für Juni 2015

Über junge Burschen und Alte Herren – Eine Einführung in die Verbindungskritik

Vortrag von Lucius Teidelbaum am Mittwoch, 8. Juli 2015, um 19:00 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg Elser Platz 1, Konstanz

Verbindungen werden häufig wegen ihrer politischen Rechtslastigkeit kritisiert. Zu Recht? Und wie sieht es mit weiteren Kritikpunkten aus? Eine Einführung die die Kritik ALLER Studentenverbindungen bzw. des Prinzips Studentenverbindung. Dabei wird zwischen den Arten der Studentenverbindungen differenziert, ebenso aber auch auf fehlende Abgrenzungen hingewiesen.

Veranstalter: Input Konstanz

Hans Robert Jauß – Welche Auswirkungen hat seine SS-Geschichte auf die Konstanzer Literaturwissenschaft?

Diskussion mit Aleida Assmann, Norbert Frei und Peter Schöttler am Mo, 6. Juli 2015, 18:45 Uhr an der Universität Konstanz, Y 310

Wir werden uns im kleineren Kreis noch einmal – vielleicht abschließend – mit der Frage beschäftigen, wie wir mit dem ermittelten Sachstand zu Jauß im Hinblick auf die Geschichte der Universität Konstanz, der Konstanzer Schule und damit natürlich auch des Fachbereichs Literaturwissenschaft umgehen, wie eine doppelte Vita wie diejenige von Jauß verstehbar ist und welches Licht, falls überhaupt eines, von Jauß’ nationalsozialistischem Engagement bis 1945 auf „Poetik & Hermeneutik“ und die Rezeptionstheorie fällt.

Für diese Veranstaltung konnten wir zwei auswärtige Teilnehmer gewinnen:

Prof. Dr. Norbert Frei (Universität Jena), einen der führenden deutschen NS-Historiker, und Prof. Dr. Peter Schöttler (Centre Marc Bloch, Berlin/CNRS Paris), auch er Historiker und mit der Causa Jauß überdies durch die Geschichte seines eigenen Großvaters, des SS-Generals und zeitweiligen unmittelbaren Vorgesetzten von Jauß in der Division Charlemagne Gustav Krukenberg, konfrontiert.

Von Konstanzer Seite hat Prof. Dr. Aleida Assmann ihre Mitwirkung zugesagt.

Veranstalter: Exzellenzkluster Kulturelle Grundlagen von Integration

Benefizkonzert: Keine Abschiebung in die Obdachlosigkeit!

Am 12. Juli 2015 ab 20 Uhr wird Serenat Ezgican Akkurt im Konstanzer Kulturzentrum K9 Weltmusik und eigene Kompositionen in einem Benfezikonzert für die Konstanzer Flüchtlingsfamilien Kazimov und Selimi geben, denen Abschiebung und Obdachlosigkeit auf den Balkan drohen.


Serenat Ezgican Akkurt

Vgl. http://www.juergenweber.eu/pages/posts/innenministerium-baden-wuerttemberg-bleibt-hart-schulkinder-sollen-mitten-im-schuljahr-ausreisen-426.php

Serenat ist musikalisch vielseitig beeinflusst. Nach einer Gesangs- und Musikausbildung in Privatschulen und der Universität Istanbul spielte sie vier Jahre lang im Musikclub „Veli Bar“, war die Backvocal-Stimme der bekannten türkischen Sängerin und Schauspielerin Mine Cayiroglu und lies sich von der Istanbuler Rock-Szene beeinflussen.

Die Musik von Serenat ist heute aber vor allem von ihren Jahren in Italien, in einem Flüchtlingsprojekt in Udine und an der Musikhochschule in Gorizia, geprägt.

Stark beeinflusst von traditioneller sizilianischer Musik machte sie sich auf die Suche nach verschiedenen Musikstilen und alter Stücke aus aller Welt ohne dabei den Kontakt zu ihren Wurzeln und der Istanbuler Rockmusik zu verlieren. In den letzten Jahren lebte Serenat in der Schweiz und komponierte ihre ersten Stücke selbst. Derzeit nimmt sie ihr erstes Solo-Album auf. Sie spielt in ihren Liedern nicht nur mit Musikstilen sondern singt auch in verschiedenen Sprachen.

Veranstalter: Café Mondial, Arbeitskreis Roma-Solidarität im Landkreis Konstanz, Aktionsbündnis Abschiebestopp Konstanz, esPRESSo und Kulturzentrum K9.

Quelle: http://www.juergenweber.eu

Anti-Rassismus-Workshop anhand des Critical Whiteness Ansatzes

Workshop im Rahmen des AWOLI Afrika Festivals am See, am Sonntag, den 28.6.2015 um 14 Uhr im Astoria-Saal der vhs

Dieser zweistündige Workshop ermöglicht es den Teilnehmenden sich in Dialogform mit der medialen Repräsentation sowie der eigenen Wahrnehmung von People of Colour (POCs) auseinanderzusetzen. Der Critical Whiteness Ansatz verfolgt dabei das Ziel, Rassismus zu verstehen,indem man seine eigene gesellschaftliche Position und Prägung erkennt und kritisch hinterfragt.

Der Workshop richtet sich an all Diejenigen, die sich wünschen, eigene Stereotype zu überwinden und sich gegen rassistische Strukturen positionieren zu können.

http://www.afrikafestivalamsee.awoli.org/

http://www.bridginggaps-sa.com/

Aktionscamp „Fluchtursachen bekämpfen und nicht die Flüchtlinge – Der Krieg beginnt am Bodensee“

Aufruf verschiedener asyl- und friedenspolitischer Gruppen zu Aktionstagen und einem Sommercamp vom 19. – 22. August 2015 in Konstanz und der Bodenseeregion


Quelle: http://www.waffenvombodensee.com/

Liebe Friedensfreunde, liebe Friedensfreundinnen, liebe Flüchtlingsfreunde, liebe Flüchtlingsfreundinnen in der Bodenseeregion,

das Mittelmeer ist zum grauenhaften Massengrab für Menschen geworden die vor Krieg, Verfolgung und Elend fliehen. 28.000 Flüchtlinge ertranken in den letzten 15 Jahren. Allein 1400 tote Flüchtlinge wurden in den ersten 5 Monaten 2015 an den südlichen Küsten Europas geborgen. Anstatt großzügig Hilfe zu organisieren werden die Mauern um Europa höher gezogen und die Grenzen militärisch bewacht. Flüchtlingsabwehr ist das Ziel. Niemand fragt mehr nach den Ursachen von Flucht und Vertreibung.

Neben extremer Armut aufgrund ungerechter Handelsbeziehungen und der Ausbeutung von Rohstoffen und Ressourcen in den Herkunftsländern, sind Kriege und Bürgerkriege die häufigste Fluchtursache. Von den derzeit weltweit 51,3 Millionen Flüchtlingen sind 10 Millionen Kriegsflüchtlinge. Allein der kleine Libanon hat 1,5 Millionen Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Jeder vierte Einwohner im Libanon ist heute ein syrischer Flüchtling. Im Gegensatz dazu hat das reiche Deutschland nur 20 000 syrischen Flüchtlingen Schutz gewährt.

Doch populistische Politiker und Medien bezeichnen Deutschland gerne als das „Sozialamt“ der Welt und behaupten seit Jahren, das Boot sei voll. Verschwiegen wird, dass gerade Deutschland an Krieg und Tod in der Welt sehr gut verdient, denn wir liefern die Waffen dazu. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Waffenexporteur. 2013 hat Deutschland für 6,7 Mrd. Euro Waffen exportiert, auch in Staaten die Menschenrechte verletzen und die zu den Krisengebieten gehören (Saudi Arabien, Israel, Mexiko, Ägypten…).

Auch die Bodenseeregion verdient gut an diesem mörderischen Geschäft. Rund um den Bodensee haben sich Dutzende von Rüstungsfirmen angesiedelt die dazu beitragen, dass weltweit militärisch aufgerüstet wird, dass gemordet wird und immer mehr Menschen fliehen müssen. Dabei werden Höchstprofite erzielt, die zynisch als deutsche „Wirtschaftskraft“ gefeiert werden.

Den Zusammenhang zwischen Rüstungsindustrie, Krieg und Fluchtursachen aufzuzeigen ist unser Ziel. Wir wollen hier am Bodensee gemeinsam mit Friedeninitiativen, Flüchtlingsinitiativen sowie vielen Flüchtlingen Aktionen vor den Rüstungsfirmen ATM Konstanz, Rheinmetall Stockach und Diehl Überlingen organisieren und in den Städten demonstrieren. Ähnlich der Aktion letztes Jahr im Oktober bei Diehl in Überlingen soll bildhaft mit Bahren und Leichenträgern die Bevölkerung aufgerüttelt werden. Gleichzeitig wollen wir auf die unwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in den Unterkünften aufmerksam machen und Solidarität mit den Flüchtlingen zeigen. Wir wünschen uns hierfür ein breites Bündnis, in der Hoffnung, dass diese Aktionen auch die nächsten Jahre fortgesetzt werden können denn – Der Krieg beginnt am Bodensee!

Für die Vorbereitungsgruppe
Doris Künzel , Hakan Sanli, Cigdem, Tanja Kaufmann

Workshop: Amnesie und Geschichtspolitik

Workshop am Sonntag, 28. Juni 2015, 14–18 Uhr und Montag, 29. Juni 2015, 18–21 Uhr mit Brigitta Kuster und Regina Sarreiter (Artefakte//anti-humboldt) in der Shedhalle, Zürich

Während in der Schweiz im Jahr 2015 diskutiert wird, welches historische Datum sich am besten für die Herstellung einer Nationalgeschichte eignet, wird in Deutschland um künstlerische Formen gestritten, den der europäischen Grenzpolitik zum Opfer gefallenen Toten im Mittelmeer zu gedenken.

In Bezug auf die Verbrechen der Nazis setzte sich indes in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und teilweise auch in Österreich ein neues Narrativ durch: man ist stolz darauf, sich zu erinnern. Immer mehr Menschen scheinen die NS-Verbrechen und insbesondere den Holocaust „verstanden“ und „internalisiert“ zu haben, so die Historikerin Cornelia Siebeck.

Gleichzeitig wird unter dem Stichwort „europäisches Gedenken“ suggeriert, die Europäische Gemeinschaft als vermeintliche Wiege von Demokratie und Humanismus könne mit ihren vielen unterschiedlichen historischen Ausgangspunkten ein gemeinsames Gedenken formulieren, das weitere Kämpfe um die Interpretation von Geschichte entbehrlich mache.

Über die Interpretation von Geschichte wird gestritten: Die koloniale Involvierung der Schweiz und ihre kollaborative Rolle in Bezug auf das Naziregime wird zunehmend geklärt und erlangt Sichtbarkeit.

Ziel des Workshops ist es, Begrifflichkeiten und Strategien einer geschichtspolitischen Praxis zu diskutieren, die Erinnerung auch als das Herstellen und Vermitteln von widerständigem Wissen begreift, welches zum emanzipatorischen Eingreifen in hegemoniale Geschichtsbilder ermächtigt.

Anmeldung unter: leitung@shedhalle.ch

Quelle: http://www.shedhalle.ch

Rainer Trampert: Europa zwischen Weltmacht und Zerfall

Vortrag am Dienstag, 30. Juni 2015, um 19 Uhr im Raum A701 an der Uni Konstanz

Rainer Trampert analysiert eine neue Epoche. Warum stagniert der alte Kapitalismus, während die halbe Menschheit sich auf dem Weg der größten Industrialisierung aller Zeiten befindet? Warum ist Europa der Sanierungsfall des Weltkapitalismus, dem die große Kapitalvernichtung noch bevorsteht? Imperialismus ist kein Privileg der USA und der europäischen Staaten mehr. Worauf steuern die Verschiebung der Produktion nach Asien, das Tauziehen um die Ukraine, die Stellvertreterkriege im Nahen Osten und in Afrika und andere geostrategische Brennpunkte zu? Anders als im 19. Jahrhundert driften Kapitalbewegung und Staatsidee heute auseinander. Das expansive Kapital sprengt die Fesseln der europäischen Nationen, aber das Bewusstsein klebt an der Nation oder fällt in die Kleinstaaterei mit eigener Münzprägung zurück, in den Rechtspopulismus und Faschismus. Trampert erklärt, warum Deutschland nicht erst durch den Euro zum Hegemon der EU aufgestiegen ist, dem auf der Höhe seiner Macht das Objekt derselben abhanden zu kommen droht. Er analysiert die deutsche Ideologie, etwa die Propaganda von der überlegenen europäischen Kultur gegenüber den USA, vom «gesunden nordischen Charakter» versus der «griechischen Krankheit», ein Begriff, der Kulturen beseitigen soll, die dem Kapitalismus noch Leben abtrotzen. Er beschreibt die europäische Geschichte, räumt mit der Mär vom «guten Nachkriegskeynesianismus» auf, kritisiert den Linkskeynesianismus und behandelt das Thema «Krise und Verschwörungsphantasien». Das linke Europa gibt es genauso wenig wie das linke Vaterland. Die Marktwirtschaft ist historisch überholt, aber wo ist das Bewusstsein für eine neue Gesellschaft?

Der Autor Rainer Trampert wohnt in Hamburg und publiziert regelmäßig in der Wochenzeitung Jungle World und der Monatszeitschrift Konkret. Seine Analysen über Themen der Zeit sind auch auf seiner Homepage www.rainertrampert.de nachzulesen.

Veranstalter: AStA Uni Konstanz

Christlicher Fundamentalismus in Deutschland

Vortrag am 25. Juni um 20 Uhr im Radioraum, Beyerlestr. 1, Konstanz

Unter dem Begriff Christlicher Fundamentalismus werden vorwiegend solche Denkrichtungen im Christentum verstanden, die sich ausdrücklich auf die Bibel als Fundament (Bibeltreue) und wörtlich inspiriertes Wort Gottes berufen. Unter dem Begriff kann auch kirchlicher Struktur-Fundamentalismus verstanden werden, vor allem mit Bezug zur katholischen Kirche.

Im Zentrum des christlichen Fundamentalismus steht „der Glaube an die absolute Irrtumslosigkeit der Bibel auf allen Gebieten (also nicht nur auf dem Gebiet der Religion, sondern auch in den Bereichen Geographie, Geschichte und Biologie)“. Vertreter sehen die Grundlagen des Glaubens als etwas Gegebenes an, das nicht durch vernunftgeleitete Auseinandersetzung entdeckt oder entwickelt werden müsse, sondern das bekannt und zu verkünden sei.

Meist stimmen Anhänger des christlichen Fundamentalismus mit konservativen, als biblisch verstandenen Werten bezüglich der Treue überein, was auch auf die Sexualmoral seine Auswirkung hat, so etwa auf das Verständnis von Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe oder von Abtreibung. Homosexualität und gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden von den christlichen Fundamentalisten wie von den Evangelikalen entschieden abgelehnt (vom Allianz-Evangelikalismus sind auch differenzierende Stellungnahmen bekannt).

Die Evolutionstheorie wird in der Regel abgelehnt. Die Gegenmodelle sind auch als Kreationismus oder Intelligent Design bekannt.

Es gibt christlichen Fundamentalismus unterschiedlicher konfessioneller Ausprägung, unterscheidbar nach seiner Herkunft, seiner Entwicklung oder nach den jeweils für unverzichtbar erklärten Lehren. Charakteristisch für den konfessionell ausgeprägten Fundamentalismus ist die Abgrenzung gegenüber allen Strömungen, die die eigene Lehre nicht vollständig teilen – auch gegenüber anderen christlich-fundamentalistischen Gruppen. Das Außenbild und die Wahrnehmung des christlichen Fundamentalismus in der Fachliteratur und in der Presse ist sehr vielgestaltig.

Der Begriff Fundamentalismus ist nur selten eine Eigenbezeichnung. Meistens handelt es sich um die Sichtweise von Kritikern und Gegnern. So verstehen sich protestantische Fundamentalisten selber als bibeltreu.

Nach dem Vortrag wird es wieder gekühlte Getränke zu genießen geben.

Quelle: https://www.facebook.com/diefalken

Sí, se puede! „Sieben Tage bei der PAH“

Dokumentarfilm (50 Min.) über die neue Massenbewegung gegen Zwangsräumungen in Spanien am Dienstag, 23. Juni, 19 Uhr, Treffpunkt Petershausen, Konstanz. Nach dem Film: Diskussion über Widerstandsformen, Beispiele der Selbstorganisation und kollektiver solidarischer Strukturen

Die Plattform der Hypothekengeschädigten/Plataforma de Afectados por la Hipoteca (PAH) gründete sich 2009 in Barcelona um Widerstand gegen Zwangsräumungen zu organisieren. Sie ist heute einer der wichtigsten Organisationsstrukturen der gesellschaftlichen Mobilisierung gegen die Krise in Spanien. Mit dem Ausbruch der Immobilienkrise hatte eine Welle von Zwangsräumungen durch Spanien zu rollen begonnen. Zuvor waren Menschen jahrzehntelang von Politik und Banken zum Erwerb von Wohneigentum auf Hypothekenbasis gedrängt worden. Mit der Krise schnellten nicht nur die Hypothekenraten in die Höhe, ihre Folgen führten auch dazu, dass viele ihre monatlichen Raten nicht mehr zahlen können. Das Ergebnis sind bis heute hunderttausende Zwangsräumungen im gesamten Land (von über 550.000 diesbezüglichen Anordnungen ist die Rede).

Mittlerweile gibt es die PAH in über 200 Städten in Spanien. Die PAH versteht sich als horizontal und nicht hierarchisch organisierter Zusammenschluss von lokalen Plattformen, in denen Betroffene und mit diesen solidarische Menschen vor Ort zusammenarbeiten. Teilnahme und Mitarbeit setzen keine Mitgliedschaft voraus sondern basieren auf dem Prinzip der Asamblea. Die PAH verhindert Zwangsräumungen, eignet sich leerstehende Gebäude an, organisiert nachbarschaftliche Solidarität, entwickelt Aktionen und Kampagnen und beteiligt sich an den spanischen Krisenprotesten.

Eine besondere Aktualität bekommt der Film durch den Wahlsieg von Ada Colau, die bei den spanischen Kommunalwahlen am 24. Mai 2015 als Spitzenkandidatin für das Wahlbündnis Barcelona en Comú (Barcelona vereint) antrat. Ada Colau war eine der Gründerinnen der PAH und ist seit dem 13. Juni 2015 Bürgermeisterin von Barcelona. In dem Film, der die PAH Barcelona über sieben Tage begleitet wird Ada Colau in verschiedenen Interviewbeiträgen zu hören und zu sehen sein.
 
Rote Hilfe e. V.  Konstanz – Bodensee               

Podemos und die demokratische Revolution

Vortrag von Raul Zelik uber die Krisen Spaniens am Donnerstag, 18. Juni, 19 Uhr, im Treffpunkt Petershausen, Konstanz

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden Württemberg lädt in Kooperation mit der Linken Liste Konstanz zu einem Vortrag über die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Zukunft Spaniens ein. Am 18. Juni referiert der Politikprofessor und Publizist Raul Zelik (Berlin) in Konstanz über die ökonomischen und politischen Krisen in dem Land auf der Iberischen Halbinsel und die Reaktionen darauf, die zu sozialen Massenbewegungen und der Entstehung einer neuen linken Partei geführt haben. Die Veranstaltung im Treffpunkt Petershausen beginnt um 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ähnlich wie in Griechenland hat die EU-Politik auch in Spanien zu einer Dauerkrise geführt. Die öffentlichen Schulden verdreifachten sich seit 2008, trotz des von Brüssel angeordneten Sparkurses. Finanz- und Immobiliengeschäfte haben die Korruption wuchern lassen, 25 Prozent der Bevölkerung sind erwerbslos.

Doch es regt sich inzwischen kräftiger Widerstand gegen die von den europäischen Eliten verordnete und von einer willfährigen konservativen Regierung umgesetzte Austeritätspolitik. In den vergangenen Jahren entstanden breite Basisbewegungen, die für soziale Rechte kämpfen. Als ein Ergebnis gründete sich 2014 mit Podemos („Wir können“) eine neue Partei, die seitdem im Bündnis mit örtlichen Initiativen spektakuläre Erfolge erzielen konnte. Zuletzt punktete sie bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai, die allgemein als Testlauf für die Parlamentswahl im Herbst betrachtet wurden.

Raul Zelik wird am 18. Juni der Frage nachgehen, wie es zu dem Höhenflug der linken Bürger_innenbewegungen kam – und warum diese Entwicklung über die Grenzen des südeuropäischen Lands hinaus von Bedeutung ist. Für den Spanienkenner Zelik – er ist Publizist, Politikprofessor und politischer Aktivist – ist der Aufstieg der linken Bewegungsbündnisse in dem von der neoliberalen Krisenpolitik schwer gebeutelten Land, nach dem Wahlerfolg von Syriza in Griechenland, eine weitere Chance für eine radikale gesellschaftliche Transformation, die nicht auf Südeuropa beschränkt bleiben muss.

Veranstaltet von der Linken Liste Konstanz

TTIP statt Tatort

TTIP-kritischer Vortrag am Sonntag, 14.06.2015 um 19 Uhr im Seminarraum der IG Metall in der Schwarzwaldstrasse 30, Singen. Der Referent Karl Bär kommt vom Umweltinstitut München und ist spezialisiert auf Agrar- und Handelspolitik

Quelle: Attac Singen

Kapitalismuskritik und Antisemitismus. Über Ressentiments und Judenhass

Stephan Grigat hält heute einen Vortrag zu Kapitalismuskritik und Antisemitismus an der Universität Konstanz im Rahmen der Ringvorlesung: „Die Politik in der Krise ? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Beginn ist um 20 Uhr im Audimax (A701).

Bereits Karl Marx war bewusst, dass das Kapital als zinstragendes, in „dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vorstellung nächsten Gestalt“ der bevorzugte „Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik“ sein wird – einer Kritik, die in der sozialistischen Bewegung nie mehr verschwinden sollte, maßgeblich zu den Affinitäten linker Kapitalismuskritik zum Antisemitismus beigetragen hat und auch heute im Rahmen der Globalisierungsdebatte erschreckend gegenwärtig ist.

Der Vortrag soll zeigen, wie sich im Antisemitismus die Ressentiments gegen die kapitalistische Moderne bündeln und inwiefern der antiemanzipatorische Antikapitalismus des Judenhasses im Antizionismus seine geopolitische Ergänzung erfährt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind marxsche und marxistische Theorie, Geschichte linker Bewegungen, Antisemitismus und Rassismus sowie der Nahostkonflikt. Er ist Mitherausgeber von Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (Studienverlag 2008) sowie von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010), Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012) und Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007).

Eintritt frei

Szenische Lesung von Gerd Zahner: Sonnwend

Am Sonntag, den 21.06.2015, zeigen die Gems und die Domäne Hohentwiel das Stück Sonnwend von Gerd Zahner in einer szenischen Lesung mit Josef Vossenkuhl. Musik von Haro Eden. Die Aufführung beginnt um 19 Uhr und der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Sonnwend Im Jahre 1933, zur Son­nen­wende, sprach der Hessefreund, Arzt und Dichter Dr. Lud­­wig Finckh auf dem Hoh­entwiel vor 5000 Mit­­gliedern der HJ, in­dem er über sein Werk und seine politische Philosophie einen Vortrag hielt. Aus diesem Grunde soll jetzt, auch aus An­lass der Hohent­wiel­­feierlichkeiten, wie­der zur Son­nen­wen­de, das Stück SONNWEND auf der Domäne Hohent­wiel aufgeführt werden.

Herrmann Hes­se und Dr. Lud­wig Finckh zo­gen aus ein­­er antimodernen Haltung im Jahre 1904/1905 nach Gaien­hofen an den See. Finckh blieb ein Le­ben lang dort, Hesse ver­ließ die Idyl­le 1912 und kehrte Finckh auf Grund des­sen deutsch nationaler Hal­tung den Rück­en. Finckh wird heute verehrt als der Retter des Stoffels, als der Be­­­­grün­der, Mitbegründer des Na­tur­schut­zes. Seine andere Seite ist seine po­li­­tische Haltung, auf Grund dieser ihn Hes­se mit Verachtung bestrafte.

Finckh, als Arzt, schrieb literarisch und philosophisch über Rassefragen und Ras­­senhygiene. Er ist ein Autor und Vor­denker des Natio­nal­so­zia­lismus, der nach dem Kriege nur seine Haltung ge­gen­­über der Natur in den Vordergrund stellte, sei­ne Haltung gegen den Men­sch­en verschwieg. Nach dem Kriege versuchte Finckh über die Freundschaft mit Hesse wie­der intellektuellen Anschluss an die Welt der Schriftsteller. Hesse aber, bis 1957, weigerte sich Finckh zu em­pfangen.

Das Stück fragt nach Wir­k­ung und Schuld eines Schriftstellers. Das Stück spielt im Jahre 1957. Finckh er­hält von Hesse ein­en Brief.

Quelle: http://www.in-singen.de/veranstaltung.Szenische-Lesung-Gerd-Zahner-Sonnwend.1BB0CF7E5A357EF8CFAFC12BFDC1277D.html