Archiv für April 2015

Rote Hilfe Gruppe in Konstanz gegründet

Unter dem Motto „Den Solidaritätsgedanken stärken!“ gibt die Rote Hilfe Gruppe Konstanz ihre Gründung bekannt und lädt am 1. Mai 2015 zu einer Filmvorführung

Die neu gegründete Rote Hilfe-Gruppe in Konstanz zeigt am 1. Mai um 15 Uhr im DGB-Haus in Konstanz den Dokumentarfilm „Lauffeuer“, über die Brandangriffe auf das Gewerkschaftshaus in Odessa vor einem Jahr (2. Mai 2014).

Am 4. März 2015 wurde in Konstanz eine Ortsgruppe der Roten Hilfe e.V. gegründet. Die Rote Hilfe versteht sich als parteiunabhängige, strömungsübergreifende Solidaritätsorganisation für die gesamte Linke, unterstützt politisch Verfolgte und von Repression betroffene und bedrohte Menschen, sei es z.B. im Antifa-Bereich oder in der Flüchtlingspolitik und vieles mehr.

Die Rote Hilfe Konstanz wird künftig sowohl von Repression betroffene in der Region konkret unterstützen als auch über Veranstaltungen, Infobroschüren etc. über Ereignisse informieren und für die Solidarität mit politisch Verfolgten werben und Spendensammlungen initiieren und durchführen.

Die Rote Hilfe Konstanz möchte den Solidaritätsgedanken in der Linken stärken und praktisch werden lassen!

Am 1.Mai stellt sich die neu gegründete Gruppe erstmals mit einem Infostand bei der Maifeier vor dem Gewerkschaftshaus in Konstanz vor und zeigt um 15 Uhr den Dokumentarfilm „Lauffeuer“.

Vgl.: Wer ist die Rote Hilfe? www.rote-hilfe.de

Solidaritätskonzert für Sant‘Anna di Stazzema

Anlässlich massiver Orkanschäden in Sant‘Anna di Stazzema (Toskana) findet am Dienstag, 5. Mai 2015 um 20 Uhr ein Soli-Konzert in Konstanz statt.

In Sant‘Anna di Stazzema, der norditalienischen Gedenkstätte des NS-Massakers vom 12. August 1944, hat ein Orkan Anfang März mehrere hunderttausend Euro Schaden verursacht.

Ort: Musikschule Konstanz , Benediktinerplatz 6

Es spielen FRANCESCO PIGNATARO und das SCHELLBERG-TRIO.

Veranstalter: Musikschule Konstanz, Deutsch-Italienische VereinigungKonstanz e.V. und Verlagsedition Querwege.

Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Sant%E2%80%99Anna_di_Stazzema

Stumpfsinn. Leistungswille. Konkurrenzkampf. – Die Formung des Selbst im „Bildungsbetrieb“

Vortrag von Sandro Philippi am 12. Mai 2015 um 19 Uhr, Hörsaal A 701 an der Universität Konstanz

Es ist schon oft beklagt worden: Das öffentliche Bildungswesen dient als umfassender Disziplinarapparat der Zurichtung von Menschen. Gleichzeitig ist die Rede von der Freiheit der Wissenschaft zu einer abgeschmackten Phrase verkommen. Tatsächlich sind Forschung und Bildung bislang unkontrollierten Mechanismen ausgeliefert, die auf all ihre Inhalte einwirken. Wer also in den gegenwärtigen Institutionen, die Möglichkeiten zur Selbstentfaltung zu erblicken meint, erliegt einem oberflächlichen Schein. Im Gegenteil. Der normierende Schmelztiegel des Bildungsapparats verdampfen die letzten Reste des bürgerlichen Individuum. Er ist im Rahmen neoliberaler Reformen sicherlich an ein paar Stellen subtiler geworden, doch das befördert nur die totale Strukturierung des Subjekts.
Im Rahmen dieses Workshops soll beleuchtet werden, wie Menschen im Rahmen öffentlicher Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen geformt werden. Nicht zuletzt werden wir der Frage nach Alternativen nachgehen. Wie könnten die Instrumente der Befreiung auf individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse eingestellt werden?

Veranstalter: AStA Uni Konstanz

Das ist ein Vortrag der Reihe „Die Politik in der Krise? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise“ der Universität Konstanz

Armut und Verelendung – Griechenland organisiert sich von unten

Vortrag von Alexandra Pavlou am 29. April 2015 um 19 Uhr, Hörsaal A 701 an der Universität Konstanz

„Die Kälte ertrage ich, aber den Hunger ertrage ich nicht“, dieses Plakat hält ein Rentner in den Straßen Athens Anfang des Jahres in die Höhe. Er bettelt nicht, er protestiert damit für ein Leben in Würde. Diese Szene ist vielleicht auch symptomatisch für die neugewählte griechische Links-Regierung SYRIZA. Armut, keine Gesundheitsversorgung, keine Heizung, kein Strom, Wohnungsaufgaben und Zusammenleben mit Verwandten auf engem Raum oder gar Hunger, Obdachlosigkeit oder ein Leben im abgemeldeten Auto – solche Folgen haben nach den „Sparmaßnahmen“ und Auflagen der sogenannten Institutionen – vormals Troika – weite Teile der Bevölkerung Griechenlands zu ertragen. Eine Zahl dazu: Über 40% der Griechinnen und Griechen leben mittlerweile ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung. Alles dafür, dass der griechische Staat Geld aufnehmen kann, um das Bankensystem am Leben zu erhalten, nicht aber seine Bevölkerung.

Alexandra Pavlou aus Athen, bis zur Kapitalmarkt- und Bankenkrise selbstständige Übersetzerin und nun selbst von der Arbeitslosigkeit betroffen, gibt Einblicke in die griechische Gesellschaft und den Alltag der Menschen. Der nahezu vollständige Rückzug des Staates aus der sozialen Grundversorgung hat Selbstorganisation in der Bevölkerung hervorgebracht. So arbeitet sie in verschiedenen Stadtteilinitiativen in Exarchia, nahe des Athener Zentrums. Sie hilft dabei Nahrungsmittel für mittellose Familien zu besorgen, die Stromversorgung illegal wieder herzustellen, wo der Strom abgestellt wurde oder eine sogenannte Sozialklinik zu betreiben, in der Menschen ohne Gesundheitsversorgung ärztlich und mit Medikamenten versorgt werden.

Veranstalter: AStA Uni Konstanz

Das ist ein Vortrag der Reihe „Die Politik in der Krise? Auf der Suche nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise“ der Universität Konstanz

Aufarbeitung der Waffen-SS – Vergangenheit von Prof. Hans Robert Jauß

Präsentation der Forschungen von Jens Westemeier zur Vergangenheit des ehemaligen Konstanzer Literaturwissenschaftlers Hans Robert Jauß und anschließende Diskussion am 20. Mai 2015 um 19.30 Uhr im Audimax der Uni Konstanz.

Die Universität Konstanz hat im April 2014 den Historiker Dr. Jens Westemeier mit der Erstellung einer wissenschaftlichen Dokumentation zu Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Robert Jauß beauftragt. Der konkrete Auftrag lautete, die Rolle des Konstanzer Romanisten während der Zeit seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS von 1939 bis 1945 auf der Basis aller inzwischen verfügbarer Quellen zu rekonstruieren. Nachdem im November 2014 erste Forschungsergebnisse vorgestellt werden konnten, liegt der Universität Konstanz nun die Dokumentation vollständig vor.

Zur öffentlichen Vorstellung der Ergebnisse durch Jens Westemeier, einen ausgewiesenen Experten für die Geschichte und Biografie-Forschung der Waffen-SS, und zur gemeinsamen Diskussion lädt die Universität Konstanz für den 20. Mai 2015 um 19.30 Uhr ins Audimax ein. Ebenfalls anwesend wird Dr. Jan Erik Schulte sein, Leiter der Gedenkstätte Hadamar in Hessen, ehemaliger Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden sowie Autor und Herausgeber mehrerer Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, einschließlich eines Sammelbandes zur Geschichte der Waffen-SS. Jens Westemeier stand bei der Recherche zur Zeit der SS-Zugehörigkeit von Hans Robert Jauß in engem wissenschaftlichem Austausch mit seinem Fachkollegen Schulte.

Die Universität Konstanz hat die Forschungsarbeit im vergangenen Jahr aus der Überzeugung heraus in Auftrag gegeben, dass die Diskussion zur Rolle von Hans Robert Jauß während der Zeit seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS der wissenschaftlichen Aufarbeitung bedarf. Die nun vorliegende Arbeit, die erstmals ein nach Lage der Dinge lückenloses Bild des Werdegangs von Hans Robert Jauß zeichnet, angefangen bei dessen Kindheit bis in die unmittelbaren Nachkriegsjahre hinein, liefert die Grundlage für eine seriöse öffentliche Diskussion seiner Biografie. Sie ist zugleich ein Beitrag zur Vorgeschichte der Universität Konstanz und der zu Weltruhm gelangten Konstanzer Schule, deren Exponent Hans Robert Jauß war. Die Arbeit wird von der Universität Konstanz unmittelbar im Anschluss an die öffentliche Vorstellung frei zugänglich gemacht werden. Eine Veröffentlichung des Berichts in Form einer Biografie über Hans Robert Jauß durch den Verlag konstanz university press ist in Vorbereitung.

Eine Stellungnahme der Universität Konstanz vom 19. November 2014 zu Hans Robert Jauß aufgrund des Zwischenberichts von Jens Westemeier ist ausführlich nachzulesen unter http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/presseinformationen/2014/113/

Quelle: Universität Konstanz

Führung durch den Goldbacher Stollen

Die Initiative „Stolpersteine für Konstanz –Gegen Vergessen und Intoleranz“ bietet am 25. April 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung Überlingens, eine Führung mit Oswald Burger durch den Goldbacher Stollen in Überlingen an.

Nach der Bombardierung der Friedrichshafener Rüstungsunternehmen, die im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter herstellten, sollten diese unterirdisch bombensicher verlagert werden. Für diesen Zweck wurden rund 800 Häftlinge aus dem KZ Dachau nach Überlingen deportiert. Sie schufen von Oktober 1944 bis April 1945 im Westen von Überlingen ein rund 4 Kilometer langes Stollensystem, das nicht vollendet wurde. Den Aushub aus dem Berg schütteten sie in den Bodensee; auf ihm wurde ein Campingplatz errichtet. Etwa 200 Häftlinge überlebten die Haft-und Arbeitsbedingungen nicht. 97 von ihnen sind auf dem KZ-Friedhof Birnau begraben.

Die Führung wird erst für Schüler ab 14 Jahre empfohlen.

Um verbindliche Anmeldung bis 17. April 2015 wird gebeten. Bitte angeben, wenn eine Mitfahrgelegenheit nach Überlingen benötigt wird (Fährkosten sind zusätzlich zum Eintritt zu entrichten). Bitte nutzen Sie die Parkplätze am Westbahnhof, da es am Stolleneingang keine Parkmöglichkeiten gibt. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden bei jeder Witterung empfohlen.

Datum: 25. April 2015
Treffpunkt am Stolleneingang in Überlingen: 14:00h (Obere Bahnhofsstraße 28, Überlingen,neben dem Wirtshaus zum Felsen)
Oder Treffpunkt am Döbele Parkplatz: 13:00h
Kosten: Schüler/Schülerinnen und Studierende frei, Erwachsene 5,00 €

Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

Ein Mädchen allein auf der Flucht. Ungarn – Slowakei – Polen 1944–1945

Zeitzeugengespräch mit Eva Szepesi am Montag, den 18.05.2015 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz; Wolkensteinsaal

Eva Szepesi liest aus ihrem Buch „Ein Mädchen allein auf der Flucht: Ungarn – Slowakei – Polen 1944–1945“ und spricht über ihr Leben. Diese Veranstaltungen ist auch für Schüler und junge Menschen ab 14 Jahren geeignet.

Eva Szepesi war 11 Jahre alt, als die Deutschen im März 1944 in Ungarn einmarschierten und innerhalb weniger Monate hunderttausende ungarische Juden in die Vernichtungslager deportierten und ermordeten. Eva wurde von ihrer Mutter mit falschen Papieren in die Slowakei geschickt und konnte sich einige Zeit bei verschiedenen Helfern verstecken. Schließlich wurde jedoch auch sie nach Auschwitz deportiert, wo sie schwer krank und völlig entkräftet am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Es sollte noch Jahrzehnte dauern, ehe es Eva Szepesi gelang, über ihre Erinnerungen zu schreiben und über das Erlebte zu sprechen.

Organisiert von: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz, Kulturbüro Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V.

In welcher Welt leben wir ? Weltordnung im Umbruch

Seminar mit Dietmar Diekmann, am Samstag, den 18. April 2015 um 15.00 in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Konstanz e.V. , Heinrich-Weber-Platz in Singen

Dietmar wird die wirtschaftlichen Hintergründe der tiefgreifenden Veränderungen auf der Welt seit 120 Jahren beleuchten.

Der moderne Kapitalismus bedeutet eine ungeheuere Anhäufung von Geldkapital in wenigen Ländern…. Ist das Monopol erst einmal zustande gekommen, schaltet und waltet es mit Milliarden, so durchdringt es mit absoluter Unvermeidlichkeit alle Gebiete des öffentlichen Lebens, …

steht 1917 in einem Schlüsseltext zum Verständnis einer neuen Epoche des Kapitalismus.

1999 meinte eine Forschergruppe von Wissenschaftlern in Havanna/Kuba eine neue Etappe der Entwicklung zu erkennen: das imperiale Stadium wird durch eine transnationale Durchdringung der Wirtschaft durch wenige international operierende transnationalen Konzerne und die hinter ihnen stehenden Kapitalgeber abgelöst.

Dietmar Dieckmann stellt in seinem Seminar zwei grundlegende Arbeiten zum besseren Verständnis der heutigen Welt vor und zeigt Entwicklungslinien zu TTIP/TISA auf.

  • Ist das brandgefährliche an der Situation heute ist an der zunehmende Anzahl kreigerischer Konflikte seit der deutscher Vereinigung ablesbar ?
  • Hat die Welt mit noch schrecklicheren Kriegen und Konflikten zu rechnen ?
  • Trägt er Kapitalismus tatsächlich trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen — wie der französische Sozialist Jean Jaurès schon vor dem I. Weltkreig meinte ?
  • Kapitalismus und Krieg: zwei Seiten einer Medaille ?

Veranstalter sind: Arbeiterwohlfahrt KV Konstanz e.V. und Marxistischer Gesprächskreis Konstanz – Singen

Die politische Situation in der Türkei

Vortrag von Jürgen Gottschlich am Samstag, den 18. April 2015 um 18 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg Elser Platz 1, 78467 Konstanz

Über folgende Themen wird berichtet:

  • aktuelle politische Lage in der Türkei
  • Frauenrechte in der Türkei
  • Menschenrechte in der Türkei
  • wie unabhängig sind die Medien
  • syrische Flüchtlinge in der Türkei
  • Situation der Roma und anderen Minderheiten

Jürgen Gottschlich ist Autor und TAZ-Redakteur aus Istanbul.

Veranstalter: esPresso und Input Konstanz, unterstützt durch den Asta der Uni Konstanz und die Rosa Luxemburg-Stiftung

Vgl. auch die Lesung von Jürgen Gottschlich am Sonntag, den 19.4.2015 im Stadttheater Konstanz: Beihilfe zum Völkermord – Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier

Input-Vortrag: Antiziganismus und Verfolgung von Sinti und Roma in Europa

Vortrag von Jürgen Weber am Mittwoch, den 8.4.2015 um 18 Uhr im Radioraum, Beyerlestr. 1, Konstanz

Jürgen Weber ist Autor und Journalist und setzt sich für die Rechte von Flüchtlingen ein. In diesem Vortrag wird er über die Begriffserklärung und Bedeutung von Antiziganismus berichten. Was bedeutet zum Beispiel das Wort Zigeuner?

Des Weiteren wird die Verfolgung der Sinti und Roma im letzten Jahrhundert erwähnt und die heutige Situation dieser Volksgruppen in Europa aufgezeigt. Welche Perspektiven haben die Romas und Sintas hier in Deutschland und was sind ihre Ängste?

Der 8. April ist der Internationale Tag der Sinti und Roma.

Quelle: http://input.blogsport.de/input-konstanz/, http://www.juergenweber.eu/