Die Schweiz und die deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg

Vortrag von Arnulf Moser am Dienstag, den 14.04.2015 um 19:30 Uhr in der Vokshochschule Konstanz

Über 40.000 deutsche Männer mit Wohnsitz in der Schweiz meldeten sich zum Kriegseinsatz im deutschen Heer. Wer nicht erschien, wurde zum Refraktär mit prekärem Status. Bei Fronturlaub konnten die Soldaten in Konstanz ihre Angehörigen aus der Schweiz treffen. Einige nutzten die Gelegenheit zum heimlichen Grenzübertritt und wurden zum Deserteur. Nach Kriegsende hat die Schweiz Tausenden dieser deutschen Soldaten die Einreise an den Schweizer Wohnort verwehrt. Die Schweiz organisierte aber auch den Austausch von schwerverwundeten Kriegsgefangenen zwischen Konstanz und Lyon. Und sie nahm Kriegsgefangene mit bestimmten Erkrankungen und Verwundungen aus beiden Kriegslagern als sogenannte „Kriegsgäste“ in die Internierung auf und sorgte für Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Noch heute gibt es deutsche Soldatenfriedhöfe in der Schweiz. Auch die Gedenkstätte Lerchenberg bei Meersburg erinnert an verstorbene Internierte. Der Vortrag behandelt wenig bekannte Aspekte des Ersten Weltkriegs und ihre Bedeutung für die Stadt Konstanz.

Quelle: http://www.vhs-konstanz-singen.de