Archiv für Januar 2015

Drei Anti-Pegida-Kundgebungen in Villingen-Schwenningen

Für die kommenden drei Montage in Folge, also den 19.1., 26.01. und 2.2.2015, hat das Offene Antifaschistische Treffen (OAT) in Villingen-Schwenningen Kundgebungen und Gegendemonstrationen gegen den örtlichen Pegida-Ableger Sbh-gida angemeldet. Geplant sind jeweils eine Auftaktveranstaltung um 17 Uhr auf dem Münsterplatz, anschließende Demonstration durch die Innenstadt und Abschlußkundgebung wieder auf dem Münsterplatz. Laut Südkurier wollen die GegendemonstrantInnen nur auf die Straße gehen, wenn die Pegida-Kundgebung stattfindet. Von der Sbh-gida gibt es bislang keine Anmeldung einer Kundgebung.

Update 20.1.2015: Sbh-Gida hat nun eine Demo für den 26. 1. angemeldet. Das OAT und No-Pegida haben 2 Gegendemonstrationen angemeldet.

Am 12. Januar hatte in Villingen-Schwenningen die erste Pegida-Kundgebung von Baden-Württemberg stattgefunden. Einer kleinen Gruppe von etwa 100 Pegida-Anhängern aus dem zumeist rechten und rechtsextremen Umfeld standen bis zu 500 GegendemonstrantInnen gegenüber, die die rassistischen Reden lautstark übertönten.

Nachdem die Gegendemo den Haupteil des Münsterplatzes in Besitz genommen hatte, blieb der Sbh-gida (Schwarzwald-Baar-Heuberg-GIDA) nur eine kleine Ecke, in die sie sich drängen konnte. Die Pegida-Organisatoren von Villingen-Schwenningen hatten bei ihrer Mobilisierung vorwiegend Unterstützung von NPD-Websites erhalten, weswegen das Publikum auch dementsprechend aussah: Es bestand laut Offenem Antifatreffen VS „zu weiten Teilen aus klar erkennbaren Nazis“.

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Der Ukraine-Konflikt im Spannungsfeld der Interessen

Vortrag von Reinhard Lauterbach am Donnerstag, 29.01.2015 um 19 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Wer versucht, sich ein Bild von den Geschehnissen in und um die Ukraine zu machen, der stößt auf eine beängstigend gleichförmige Berichterstattung der etablierten Medien. Statt nüchtern abwägender Nachrichten und Analysen dominiert ein Schwarz-Weiß-Bild, in dem Russland und sein Präsident Wladimir Putin dämonisiert, die prowestliche Regierung in Kiew dagegen verklärt und die Fakten entsprechend selektiert und verdreht werden.

Der Konflikt in der Ukraine wirft zahlreiche Fragen insbesondere nach der Rolle und der Absichten der beteiligten Akteure auf. Unser Referent hat die Ukraine mehrfach bereist und wird versuchen, diese Fragen zu beantworten.

Reinhard Lauterbach ist freier Osteuropakorrespondent u.a. für die Tageszeitung «junge Welt», das Magazin «Hintergrund»und «Radio LoRa»(Zürich), ehemaliger Korrespondent des ARD-Hörfunks für Osteuropa.

Quelle: http://www.rosalux.de/

Erste Runde: Slime-Sänger Dirk Jora über Hogesa und antirassistisches Engagement in Fussballstadien von den Achtzigern bis heute

Veranstaltung am Donnerstag, 22. Januar 2015, um 20 Uhr in der Bachmattstrasse 59, Zürich. Sie ist der Auftakt zu «Die Welt am Donnerstag», der Veranstaltungsreihe von der Autonomen Schule Zürich und der Wochenzeitung WOZ.

Als die «Hooligans gegen Salafisten» in Köln randalierten, zeichneten die Medien ein Bild von einer eher unpolitischen Szene, die nun von rechten Rattenfängern verführt werde, als wäre die Hooliganszene grundsätzlich eine unpolitische Bewegung. Doch schon vor dreissig Jahren wurden die Fussballszenen von Neonazis unterwandert, die organisierte Szene erstarkte damals unter der Führung von Leuten, die sich zum Beispiel SS-Sigi nannten. Für Menschen linker Gesinnung wurde es lebensgefährlich, weiter in Hamburg, Dortmund, Berlin, in den Kurven zu stehen, wo nun, vom Deutschen Fussballbund toleriert, Reichskriegsflaggen gehisst wurden. Mitte der Achtziger erstarkte auf St. Pauli eine Gegenbewegung: Die Faust, die das Hakenkreuz zerschlägt, wurde zum Symbol für bundesweites antirassistisches Engagement in Fussballstadien. Es war die Geburt der aktiven Fanszenen.

Ein Mann, der damals auf St. Pauli mit dabei war, ist Dirk Jora, Sänger der Hamburger Punkband Slime. Wie sieht er die neue Allianz von Neonazis und Hooligans? Stehen die Kurven in Deutschland vor einem neuen Rechtsruck? Oder hat «Hogesa» auch zu Zerwürfnissen innerhalb der Szene geführt, weil sich viele tatsächlich missbraucht fühlen? Wie verorten sich die Kurven heute politisch? Jora ist in vielerlei Hinsicht ein Experte, jedoch nicht einer mit Fernglas, sondern mit Nahkampferfahrung: Erstens besucht er seit 30 Jahren jedes Spiel des FC St. Pauli. Genauso lange engagiert er sich gegen Rassismus in den Stadien. Zudem bezeichnet er sich selbst als «Hooligan», genauer als «Left Wing Hooligan».

Jora liefert an diesem Abend einen sehr persönlichen Rückblick auf die Geschichte von antirassistischem Engagement in den Stadien und eine Analyse der aktuellen Situation. Das Gespräch führt WOZ-Redaktor Daniel Ryser, der Jora erstmals 2010 für eine WOZ-Reportage getroffen hat und 2012 die Slime-Biografie «Deutschland muss sterben» schrieb.

Quelle: http://dieweltamdonnerstag.tumblr.com/

Grenzüberschreitung: Theaterstück von Gerhard Zahner

Das Stück „Grenzüberschreitung“ von Gerd Zahner wird am 9. und 10. Januar 2015 jeweils um 20 Uhr in der Zimmerbühne in der Niederburg aufgeführt. Türöffnung um 19 Uhr.

Aus der Ankündigung:

Die Grenze ist der Ort, wo sich Dinge in letzter Instanz entscheiden.

So auch die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz, die im zweiten Weltkrieg über Schicksale entschied – oft grausam, manchmal auch in mutiger Entscheidung für das Leben.

Vier solcher Schicksale zeigt das Stück von Gerhard Zahner, aus dieser Grenze, aus diesem Ort zwischen den Orten, zwischen den Ländern, zwischen Leben und Tod. Die Grenze, der Ort der unwirklichen Begegnungen.

Gerhard Zahner: Anwalt und Autor des Stücks, Konstanz
Raphael Bachmann: Schauspieler, Regisseur, Basel
Otto Edelmann: Schauspieler, Regisseur, Konstanz

Eintritt: 13,- Euro
Schüler & Studenten: 8,- Euro
Reservierung unter: 07531 917 263

http://www.gerdzahner.de/grenz%C3%BCberschreitung/

Flamingos am Bodensee

Eine kleine Sensation: Seit bald einer Woche halten sich fünf Flamingos am Bodensee auf


5 Flamingos im Ermatinger Becken / Bodensee, fotografiert aus großer Entfernung von deutscher Seite (Ruine Schopflen)

Update 24.01.2015: Mittlerweile sind die Flamingos wieder vom Bodensee verschwunden. Die letzte bestätigte Sichtung stammt vom Dienstag, den 13. Januar. Für dieses Datum sind bei ornitho.ch vier Sichtungen in der Hegnebucht bei Konstanz eingetragen worden. Insgesamt haben sie sich also nur knapp zwei Wochen hier aufgehalten.

Hier noch ein Bericht in der Landesschau Baden-Württemberg vom 20.1.2015.

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Vogelfreunde wissen es schon seit dem 31.12.2014. Da wurde nämlich auf der ornithologischen Webseite ornitho.ch gemeldet, dass fünf Rosaflamingos über Konstanz hinweg Richtung Schweiz fliegend beobachtet worden sind. Weitere Vogelbeobachter und -beobachterinnen konnten die Flamingos noch am gleichen Tag und an jedem folgenden Tag im Ermatinger Becken beobachten. Am darauf folgenden Sonntag, den 4.01.2015, erschienen auch schon die ersten Beweisfotos im Netz.

Es erübrigt sich zu sagen, dass Flamingos am Bodensee eine absolute Ausnahmeerscheinung sind. Vermutlich sind es Gefangenschaftsflüchtlinge. Laut Ornithologischer Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB) handelt es sich um einen adulten Vogel in Begleitung von 4 Jungvögeln.

Mittlerweile ziehen die Bodensee-Flamingos immer mehr Naturfotografen und Hobbyornithologen an. Beste Beobachtungsstandorte sind derzeit wohl das Freibad von Triboltingen und die Beobachtungsplattform der Burgruine Schopflen auf dem Reichenauerdamm. Bei letzterem Standort wird der Platz für BeobachterInnen, FotografInnen, Spektive, Stative und Riesenteles tagsüber langsam knapp.

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