Archiv für Dezember 2014

Kundgebung „Rottenburg gegen Rechts“

Die Stadt Rottenburg ruft nach einem brutalen Überfall auf zwei Flüchtlingsfrauen zur Kundgebung „Rottenburg gegen Rechts“ am heutigen Dienstag ab 18 Uhr auf den Marktplatz auf.

An dem Aufruf beteiligen sich der OB Neher, die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie der in Rottenburg vertretenden Parteien (CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke).

Am Freitagabend wurden zwei Frauen, die als Flüchtlinge aus Gambia nach Deutschland gekommen sind, brutal überfallen, geschlagen und getreten.

Da der Täter laut Presseberichten ein Mitglied der Neonazi-Szene ist, ist davon auszugehen, dass die Tat rassistisch motiviert war.

Ein Zug nach Rottenburg fährt von Tübingen Hbf z.B. um 17:33 von Gleis 3.

Holocaust-Gedenktag 2015 in Konstanz

Zeitzeugengespräch mit Ursula Mamlok am Samstag, 31. Januar 2015 um 19:30 Uhr im Wolkenstein Saal, Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstr. 43

1923 in Berlin geboren, musste Ursula Mamlok aufgrund ihrer jüdischen Abstammung mit ihren Eltern Berlin verlassen und wanderte 1939 nach Ecuador aus. Noch im gleichen Jahr gelang es ihr, ein Stipendium für die Mannes School of Music in New York zu bekommen.

In den folgenden Jahren studierte sie Komposition bei Roger Sessions, Stefan Wolpe und Ralph Shapey.

Sie unterrichtete Komposition an der New York University, der Temple University und über 40 Jahre an der Manhattan School of Music in New York. Ihr Werkverzeichnis umfasst ca. 75 Werke. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2013 das Bundes­verdienstkreuz erster Klasse. Seit 2006 lebt sie wieder in ihrer Geburtsstadt Berlin.

Ursula Mamlok wird aus ihren Tagebüchern lesen und es werden Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über sie zu sehen sein. Am 1. Februar 2015 wird sie ihren 92. Geburtstag in Konstanz feiern.

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Musikalische Umrahmung der Veranstaltung durch Mitglieder der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz und SchülerInnen der Gesangsklasse Ruth Frenk.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

Der Eintritt ist frei

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Vom Leben im Schtetl und anderer jüdischer Kultur

SWR2 Kulturnacht am Samstag, 20. Dezember, 20.00 Uhr im Foyer Spiegelhalle des Stadttheaters Konstanz

In den wehmütig-fröhlichen Melodien des Klezmer schwingen noch die Erinnerungen an Kultur und Alltag des jüdischen Schtetl; jener dörflich oder kleinstädtisch geprägten Welt, die durch Nationalsozialismus und Krieg vernichtet wurde. Mit ihren Auftritten erinnert die Tübinger Klezmer-Gruppe »Jontef« an diese vergangene Welt.

»Jontef« hat sich 1988 am Landestheater Tübingen gegründet. Mit ihren jiddischen Liedern, Instrumentalstücken und Kabarett-Einlagen wurde die Formation weithin bekannt. Zum ursprünglichen Trio mit Joachim Günther (Akkordeon und Klarinette), Michael Chaim Langer (Gesang und Schauspiel) und Wolfram Ströle (Violine und Gitarre) gesellt sich seit 15 Jahren der Kontrabassist Peter Falk.

Die musikalische Vergegenwärtigung des Schtetl wird ergänzt durch Erinnerungen an die einstige jüdische Kultur in Konstanz und Umgebung. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Konstanzer Synagoge zerstört, zahlreiche jüdische Konstanzer wurden deportiert und ermordet. Über dieses vergangene und zerstörte Konstanzer jüdische Leben informieren Vertreter der Initiative »Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz«.

In den Blick genommen wird dabei auch das weithin vergessene südwestdeutsche Landjudentum im Hegau, wie es der jüdische Dichter Jacob Picard festgehalten hat. Davon berichtet Dr. Anne Overlack, Leiterin der Jacob-Picard-Gedenkstätte in Öhningen-Wangen.

Sendetermin SWR2: 24. Januar, 20.30 Uhr

Quelle: http://stolpersteine-konstanz.de

Mehr dazu auch unter: SWR2.de/stolpersteine

Veranstaltungsankündigung beim SWR

Sammelabschiebungen am Dienstag, den 9.12.14, über den Flughafen Baden-Baden sowie Protestaktionen

Am 9. Dezember 14 wird erneut vom Flughafen Baden-Baden Karlsruhe (Baden-Airpark) eine Sammelabschiebung nach Serbien und Mazedonien stattfinden. Während Thüringen und Schleswig-Holstein die Abschiebungen gestoppt haben, schiebt das GRÜN-SPD regierte Baden-Württemberg weiterhin ab.

Update 10.12.2014: Bericht auf linksunten.indymedia.org

Am 4. Dezember wurde eine alleinerziehende Frau und ihre Tochter aus dem Kreis Rottweil /Schenkenzell nach Belgrad abgeschoben. Die Frau hatte keinen Anwalt. Am 21. November wurde um 3 Uhr morgens ein junger Mann in der Mooswaldallee in Freiburg aus einer Familie heraus von der Polizei gewaltsam in Handschellen über Frankfurt nach Belgrad abgeschoben. Eine weitere Abschiebung einer Familie mit drei kleinen Kindern ist in Freiburg angekündigt. Gegen die Abschiebung engagieren sich zahlreiche Personen und der Anwalt.

Gegen die Sammelabschiebung demonstrierten am Samstag den 6. Dezember mehr als 1000 Personen in Freiburg. Mehr als 70 Personen sollen nun am kommenden Dienstag aus verschiedenen Bundesländer erneut vom Baden-Airpark abgeschoben werden. Koordiniert und durchgeführt wird die Sammelabschiebung wiederum vom Regierungspräsidium Karlsruhe.

Das Verwaltungsgericht Münster hat in einem Beschluss vom 27. November 2014 Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes vom 31. Oktober 2014 über die Einstufung unter anderem der Republik Serbien als sicherer Herkunftsstaat geäußert. Während in der Bundesrepublik gesetzlich beschlossen wird, dass Serbien sicher sein soll, organisieren sich in Serbien Verbünde gegen Roma. In Flugblätter wird aufgerufen: „ Serbe, organisiere dich! Schütze deine Nächsten und deine Heimat!“ vor Zigeuner. Der European Roma and Travellers Forum will vor das Bundesverfassungsgericht und dort gegen das antiziganistische „Gesetz der sicheren Herkunftsländer“ Verfassungsbeschwerde einlegen. Der Bundes-Roma-Verband erklärt, dass die Herkunftsländer nicht sicher sind. Trotz Gesetz. Er verweist auf die zahlreichen Belege über die strukturelle und diskriminierend Ausgrenzung von großen Teile der Roma.

Das Antira-Bündnis Baden-Württemberg fordert einen sofortigen Winter-Abschiebestopp und ruft am Dienstag den 9. Dezember 2014 ab 7.00 Uhr zu Protestaktionen im und vor dem Terminal des Baden-Airparks auf. Die Aktionen sind angemeldet. Kommt zahlreich! Die Aktion wird voraussichtlich von 7.00 bis 14.00 Uhr andauern.

Antira-Netzwerk Baden-Württemberg

Quelle: http://www.aktionbleiberecht.de/?p=6757