Archiv für November 2014

#ecoflop

Die schweizer Ecopop-Abstimmungsinitiative, die sich eine rassistische Bevölkerungspolitik unter einem grünen Deckmantel auf die Fahnen geschrieben hatte, ist überraschend klar gescheitert – der Schaden wurde dennoch angerichtet


Breiter bürgerlicher Konsens: Ausländer sollen nicht der schweizer Wirtschaft schaden

Die Stimmen waren noch nicht in allen Kantonen ausgezählt, da jubelten die schweizer Medien bereits über das klare Abstimmungsergebnis des heutigen Wahlsonntags. „Ecopop wird zu #Ecoflop“ titelt beispielsweise srf.ch und nimmt dabei Bezug auf das Twitter-Hashtag #ecoflop, in dem die Abstimmungsgegner ihren Erfolg feiern. 74,1% waren letzlich dagegen, 25,9% dafür.

Ist das ablehnende Ergebnis wirklich so klar, wie die Zahlen des Endresultats den Anschein machen?

Im Vorfeld der Abstimmung gab es, wie in der Schweiz üblich, mehrere Umfragen und Trendanalysen. Sie zeigten eine stetig zunehmende Tendenz bei den Befürwortern. Der Anteil der Ja-Stimmen lag in den SRF-Umfragen erst bei 35% und einen Monat später bei 39% und somit etwa so hoch, wie im Vorfeld der sog. „Masseneinwanderunginitiative“ der rechtspopulistischen SVP vom Februar 2014 – diese Initiative wurde, wie wir heute wissen, mit knapp über 50% angenommen.

Es zeigte sich also eine große Dunkelziffer von über 10% bei rechten Zustimmungen, die sich bei den Umfragen nicht erheben ließ. Nicht jeder, der rechtsextrem wählt, steht bei den Umfragen im Vorfeld zu seinen rechten Positionen – in der Abstimmungskabine kreuzt es sich dafür umso anonymer und unbeschwerter.

Das Phänomen ist auch bei deutschen Bundestags- und Landtagswahlen bekannt und muss von den Umfrageinstituten, basierend auf zurückliegenden Abstimmungsergebnissen, entsprechend herausgerechnet werden. In der Schweiz sind die Abstimmungsinitiativen aufgrund ihrer Einmaligkeit in den Trendumfragen schwerer zu bewerten. Das zeigte sich am heutigen Abstimmungstag, wo das klare Ablehnungsergebnis von wenigen so vorhergesagt wurde.

Es besteht allerdings kein Grund erleichtert durchzuatmen

Wer sich nur auf das Abstimmungsergebnis fokussiert, verkennt die Dynamik und das Potential der rechten, chauvinistischen und ausländerfeindlichen Diskurse in der Schweiz. Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung und die Ecopop – Befürworter werden keine Ruhe geben. Es wird nicht lange dauern und eine neue Inititiative dieses Kalibers wird unterwegs sein, so wie seit vielen Jahren eine rassistische Abstimmung der anderen gefolgt ist und die Regierung, die Wirtschaft und die Verbände inklusive Zivilgesellschaft vor sich her trieb. Nicht selten machte die schweizer Regierung im Vorfeld der Abstimmungen inhaltliche Zugeständnisse, in der Hoffnung, den Initiativen so den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Auch wenn sich AntirassistInnen selbstverständlich dagegen stellen müssen, das Problem ist nicht so sehr, wie die Abstimmungen tatsächlich ausgehen, sondern auch und vor allem die Art und Weise, wie der rassistische Diskurs in den Monaten und Jahren vor und nach der Abstimmung läuft. Der Schaden ist am Abstimmungssonntag bereits angerichtet. Sowohl der Masseneinwanderungs- als auch der Ecopop-Diskurs zeigen, dass nicht nur auf Seiten der BefürworterInnen, sondern auch auf Seiten der AbstimmungsgegnerInnen oft latent rassistische Argumente ins Feld geführt wurden. AusländerInnen oder InländerInnen, denen das Fremdsein aufgrund ihrer Hautfarbe zugeschrieben wird, stehen unter der Beweislast ihrer Nützlichkeit und Verwertbarkeit – eine Bürde, die sich weiß dünkende Schweizer selbstredend nicht aufhalsen. Es wurde auf beiden Seiten darüber raisonniert, ob und welche Ausländer für den Erhalt des hohen Lebensstandards in der Schweiz gebraucht werden und darum – und nur darum – toleriert, nicht akzeptiert werden und somit da bleiben können.

Auf beiden Seiten war man sich mehr oder weniger einig – wenige Ausnahmen ausgenommen – über die Spielregeln und den Rahmen des Diskurses, der von den wenigsten Gegnern kritisch reflektiert wurde. Diese Spielregeln beinhalten u.a. konstituierende Elemente des schweizer Demokratieverständnisses, das selbst grundlegende Menschenrechte oder unveräußerliche Grundrechte von Menschen jederzeit zur Abstimmung und damit zur Disposition stellen würde. Es erinnert ein wenig an das US-amerikanische Free-Speech-Konzept oder an Demonstrationen von deutschen Neonazis, die auf ihr – falsch verstandenes – Recht auf freie Meinungsäußerung pochen, und damit das Recht meinen, öffentlich den Genozid fordern oder leugnen zu dürfen, je nach Gusto.

Die rechtspopulistische SVP hatte öffentlich, und teilweise sich selbst widersprechend, ebenfalls zur Ablehnung der Initiative aufgerufen – dabei lediglich die den Schweizern so wichtigen ökonomischen Argumente in den Vordergrund rückend. Ihnen ging es nicht um Diskriminierungsschutz, sondern vielmehr um die Wirkmächtigkeit ihrer eigenen, im Februar dieses Jahres erfolgreichen Initiative zur Begrenzung der Zuwanderung in der Schweiz. Ihr damaliger Erfolg hätte sich in Nichts aufgelöst, hätte sich die weitergehende Ecopop-Initiative dieses Wochenende durchgesetzt. Nun steht ihre Initiative wieder hoch auf der Agenda und wir sehen, wie selbst das ablehnende Ergebnis dieses Wochende die Zuwanderungsbegrenzung in der Schweiz befördert.

Folgerichtig riefen für den Abend nach der Abstimmung linke, antirassistische und antifaschistische Gruppen zu Demonstrationen in Genf, Lausanne, Neuchâtel, Bern, Basel und Zürich auf, unter dem Motto: „Unsere Antwort auf ECOPOP: No Borders – No Nations!“ – egal bei welchem Ergebnis!

Vgl.: Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Demo und Aktionstage „Abschiebungen stoppen“ in Freiburg

Am 6. Dezember wird in Freiburg eine Demonstration gegen Abschiebungen und die geplanten Asylrechtsverschärfungen stattfinden gefolgt von Aktionstagen gegen Sammelabschiebung am 08.12. und 09.12.2014. Die Demonstration steht unter dem Motto „Für einen sofortigen Winterabschiebestopp! Weitere Asylrechtsverschärfung verhindern!“

Demo und Aktionstage Abschiebungen stoppen in Freiburg

Die Demonstration findet im Rahmen einer bundesweiten Kampagne gegen verschiedene Gesetzesvorhaben der Bundesregierung statt.

Aus dem Aufruf:

Es herrscht Angst in Flüchtlingswohnheimen. Nach der Zustimmung Baden-Württembergs zur Einstufung von Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien als „sichere Herkunftsstaaten“ droht vielen Flüchtlingen die Abschiebung in „akut gesundheitsbedrohende und lebensgefährliche Lebensbedingungen“ (PRO ASYL), in Armut, Diskriminierung und Kälte. Etwa 500 Freiburger Roma sind nur geduldet, ihnen droht die Abschiebung aus der „offenen Stadt“ Freiburg.

In den letzten Wochen fanden mehrere Abschiebungen statt – auch aus Freiburg. Am 18. November wurden 54 Personen, davon 16 aus Baden-Württemberg, vom Baden-Airpark nach Serbien und Mazedonien abgeschoben. Auch zwei Freiburger sollten abgeschoben werden, konnten jedoch gerade noch rechtzeitig Rechtsmittel einlegen. Wenige Tage später kam es tatsächlich zu einer Abschiebung. Ein 24-jähriger Roma wurde nachts unangekündigt von der Polizei aus dem Bett geholt und völlig mittellos nach Belgrad abgeschoben. Die nächste Sammelabschiebung ist für den 9. Dezember 2014 angekündigt.

Die Abschiebungen, die vom Regierungspräsidium Karlsruhe koordiniert werden, haben aber auch über den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus dramatische Konsequenzen: Viele Flüchtlinge leben in akuter Angst vor Abschiebung. Sie leben auf gepackten Koffern, können nicht schlafen; die Kinder sind völlig aufgelöst.

Der vollstänfige Aufruf als PDF

Link zu den Aktionstagen gegen Sammelabschiebungen

Quelle: http://www.freiburger-forum.net/2014/11/demonstration/

Vgl.: http://migrationsgesetze.info/

Offener Brief: Winterabschiebestopp ohne Sonderregelungen in Baden-Württemberg

Drei Asylgruppen aus dem Kreis Konstanz fordern in einem Offenen Brief die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg auf, einen Winterabschiebestopp zu erlassen, der weiter reicht und weniger Ausnahmen zulässt als der vorübergehende Abschiebestopp des letzten Jahres. Der Abschiebestopp soll sich auf Flüchtlinge aus den Ländern Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien beziehen.

Hier der Offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,
Sehr geehrter Herr Innenminister Gall,
Sehr geehrte Mitglieder der Landesregierung Baden-Württemberg,

nach der Anerkennung der Balkanländer Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien als so genannte „sichere Herkunftsstaaten“ stehen viele Roma – häufig Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter, die schon seit Jahren in Deutschland zur Schule gehen – konkret vor der Abschiebung.

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, sind Roma vielfältigen Diskriminierungen in ihren Heimatländern ausgesetzt. In den meisten Fällen haben sie weder eine menschenwürdige Unterkunft, noch die Möglichkeit zu arbeiten und sich und ihre Familien selbst zu versorgen. Meist wird ihnen auch der Zugang zu sozialer Hilfe und medizinischer Versorgung unmöglich gemacht. Der auf dem Balkan bekanntermassen besonders harte Winter steht vor der Tür und erschwert die Situation der in ihre Herkunftsländer abgeschobenen Flüchtlinge zusätzlich. Insbesondere die häufig drohende Obdachlosigkeit im Falle einer Abschiebung macht eine Abschiebung in den Wintermonaten zu einem besonderen humanitären Härtefall.

Wir fordern daher, dass Baden-Württemberg im Winter keine Flüchtlinge in die Balkanstaaten abschiebt. Wir hoffen, dass die grün-rote Landesregierung ihren humanitären Verpflichtungen hier Vorrang gewährt vor einer menschenrechtlich fragwürdigen Abschiebepolitik.

Eine solche Regelung muss weit über die Regelung des letzten Jahres hinausgehen. Es darf insbesondere nicht erneut Sonderregelungen für kinderlose Paare und Einzelpersonen geben, sowie für Asylfolgeantragsteller oder Personen, welche nach einem gewissen Stichtag eingereist sind. All diese Sonderregeln hatte Baden-Württemberg letztes Jahr als einziges Bundesland aufgestellt und eine ausreichende Begründung für diese Ausnahmen nicht liefern können.

Ebenso sollte der Winterabschiebestopp wieder bis Ende, statt Anfang März gewährt werden, da insbesondere der März auf dem Westbalkan niedrige Temperaturen aufweist. Diese Regelung war unter der CDU-geführten Vorgängerregierung durchaus üblich und es ist unverständlich, warum ausgerechnet eine grün-rote Landesregierung hier humanitäre Verschlechterungen einführt.

Wir fordern Sie auf, den Schutz vor Abschiebungen dieses Jahr umfassend und bedingungslos zu gewähren.

Wir hoffen, dass die grün-rote Landesregierung zu einem humanitären Kurs in der Flüchtlingspolitik zurückfindet und keine Mitglieder der meistdiskriminierten Volksgruppe Europas und einer der größten Opfergruppen des nationalsozialistischen Terrors im Winter in die fast sichere Obdachlosigkeit abschiebt.

Aktionsbündnis Abschiebestopp Konstanz
Freundeskreis Asyl Radolfzell
Aktionsbündnis Abschiebestopp Konstanz

Quelle: http://abschiebestoppkn.blogsport.de/

Premiere: „Die Liste der Unerwünschten“

Szenische Lesung von Gerd Zahner am 19. November 2014 um 19.30 Uhr im Audimax der Universität Konstanz

Das Stück hat die Intention die Verantwortung einer Einzelperson gegenüber seinen Studenten und der Wahrheit aufzuzeigen. Es investiert Gedanken in den Versuch das Höllenwirken und die Mechanismen der Waffen SS abzubilden.

Dafür zeichnet das Stück das Leben des Hans Robert Jauß nach, der auf dem Gebiet der Hermeneutik ein Wissenschaftler mit Weltruf war, der die Konstanzer Rezeptionsästhetik prägen half und seine Zugehörigkeit in der Waffen SS als Hauptsturmführer verschwieg.

Das Stück wirft Rechtsfragen mit Gegenwartsbezug auf, wie eine Mitgliedschaft in der Waffen SS zu sanktionieren ist. Hans Robert Jauß wird gespielt von Luc Feit, einem international anerkannten Schauspieler, Regie führt der preisgekrönte Regisseur Didi Danquart.

Quelle: http://literaturkunstmedien.wordpress.com

Homepage von Gerd Zahner: http://www.gerdzahner.de/

Links

Weniger bekannt als seine Waffen-SS-Mitgliedschaft ist ein weiteres Detail seiner Vergangenheit. Der zur ehemaligen Waffen-SS-Kaserne in Radolfzell forschende Historiker Markus Wolter hat herausgefunden, dass Jauß auch dort seine Spuren hinterlassen hat. Im Verlauf seiner Offiziersausbildung an der Junkerschule der Waffen-SS in Bad Tölz in den Jahren 1940/41 nahm Jauß vom 1. März – 31. Mai 1941 an einem Reserve-Führer-Anwärter-Lehrgang an der Unterführerschule der Waffen-SS in Radolfzell teil. Vgl.: http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org

Stadtrundgang der Konstanzer Stolperstein-Initiative

Anlässlich der Reichspogromnacht lädt die Initiative „Stolpersteine“ zu einem besonderen Stadtrundgang ein: Hans Seiffert und Petra Quintini von der Initiative führen zu ausgewählten Stolpersteinen und berichten anhand einzelner Biographien über das Schicksal verfolgter Konstanzer in der NS-Zeit.

Treffpunkt ist der Stolperstein in der Sigismundstraße 21, verlegt für die hier am 10. November 1938 zerstörte Synagoge. Der etwa zweistündige Rundgang findet bei jedem Wetter statt. Die Teilnahme am Stolperstein-Rundgang ist kostenlos.

Datum: 16. November 2014
Treffpunkt: Sigismundstraße 21
Zeit: 14:00 – 16:00 h

Großdemos und Alternativgipfel gegen G7 -Treffen in Elmau 2015

Die Mobilisierung gegen den G7-Gipfel 2015 in Elmau, im äußersten Süden Deutschlands, hat begonnen. Die nächste Aktionskonferenz für die Planung und Mobilisierung findet am 13./14. Dezember 2014 in München statt.

Interview mit dem Pressesprecher des Aktionsbündnisses bei RadioZ:

Der Aufruf von http://www.stop-g7-elmau.info:

Am 7. und 8. Juni 2015 trifft sich die „Gruppe der Sieben“ (G7) auf Schloss Elmau in den bayerischen Alpen. Dort wollen die Staats- und Regierungschef*innen Deutschlands, der USA, Japans, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Kanadas über Außen- und Kriegspolitik, Weltwirtschaft, Klima und „Entwicklung“ beratschlagen. Die Repräsentant*innen der reichsten und mächtigsten Staaten der Welt erheben den Anspruch, über die Geschicke der gesamten Welt zu entscheiden, ohne eine Legitimation dafür zu haben. Die Politik der G7-Staaten bedeutet neoliberale Wirtschaftspolitik, Krieg und Militarisierung, Ausbeutung, Armut und Hunger, Umweltzerstörung und Abschottung gegenüber Flüchtenden.

Viele Einzelpersonen, Organisationen und Parteien unterschiedlichster Spektren und politischer Anschauungen werden diesen Gipfel nicht ungestört lassen.

Wir werden uns mit vielfältigen und kreativen, offenen und entschlossenen Aktionen, mit Demonstrationen, Blockaden und Versammlungen direkt am Schloss sowie der Großdemonstration und dem Gegengipfel in München der Politik der G7 in den Weg stellen. Beteiligt euch, kommt zahlreich, macht mit!

Bekämpft die Politik der G7:

  • Weg mit den Freihandelsabkommen TTIP, TISA und CETA – die Welt ist keine Ware
  • Gegen Militarisierung und Krieg – Schluss mit den Kriegen der NATO-Staaten
  • Grenzen auf für alle Menschen – Solidarität mit den Migrant*innen und Flüchtenden
  • Stoppt die Ausbeutung von Mensch und Natur – Entzieht die natürlichen Lebensgrundlagen der Profitwirtschaft
  • Gegen den sozialen Kahlschlag – Die Konzerne sollen ihre Krise selbst bezahlen
  • Stop watching us – Gegen Überwachungsstaat und den Abbau demokratischer Rechte

Wir betrachten die Mobilisierung gegen den G7-Gipfel als Teil vielfältiger Protestbewegungen für soziale Gerechtigkeit, für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, für Frieden und für ungeteilte Menschenrechte. Wir stellen uns damit auch an die Seite der Blockupy-Bewegung, der Anti-Kriegs-Bewegung, der antirassistischen Bewegung, der Kämpfe für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und der Proteste gegen Umweltzerstörung.

Aktionszeitraum: 29. Mai bis 8. Juni 2015 mit Großdemonstration, Alternativgipfel und Aktionen vor Ort

Geplant sind u. a.:

  • Großdemonstration in München
  • Alternativgipfel in München
  • Camps und Aktionen nahe am Tagungsort Elmau mit Sternmarsch dorthin und Abschlusskundgebung in Garmisch-Partenkirchen

Download des Aufrufs als PDF:
Aufruf (deutsch)
Call for Action (english)
Appello (italiano)

Solidarität mit Kobanê – Stoppt den IS-Terror

Der Kreisverband DIE LINKE, Konstanz ruft am Samstag, den 8. November 2014, zu einer Demonstration mit dem Motto „Solidarität mit Kobanê – Stoppt den IS-Terror“ auf. Auftakt ist auf dem Benediktinerplatz Georg-Elser-Platz um 14 Uhr, die Abschlußkundgebung wird gegen 16 Uhr auf der Marktstätte stattfinden.

Update 7.11.Der Demoauftakt wurde auf der Georg-Elser-Platz verlegt.

Der Aufruf im Wortlaut:

Demonstration am 8.11. in Konstanz:

In unserer Region lebende Kurdinnen und Kurden aus dem Gebiet Rojava rufen zu einer Demonstration am Samstag, 8. November, in Konstanz auf. Sie wollen damit ein Zeichen der Solidarität mit dem Kampf ihrer Landsleute gegen die IS-Milizen in Nordsyrien und im Nordirak setzen.

Seit Wochen steht die Region Rojava in Nordsyrien wegen der Angriffe des IS auf die Stadt Kobanê im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Menschen verteidigen dort nicht nur ihre Heimat gegen die fanatisierten islamistischen Banden. Sie kämpfen auch für ein Modell des Zusammenlebens, als Demokratische Autonomie bezeichnet, das allen Ethnien, Religionen und Geschlechtern ermöglichen soll, gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt zusammen ein selbstbestimmtes Leben, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, zu gestalten. In Rojava wird dazu auch ein Wirtschaftsmodell entwickelt, das mit der kapitalistischen Profitproduktion bricht und sich stattdessen an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Dieses demokratische Projekt wird nicht nur von den religiösen Fanatikern des IS wütend bekämpft, es ist auch den westlichen Großmächten und den mit ihnen verbundenen Staaten der Region, allen voran die Türkei, ein Dorn im Auge.

In dieser Situation ist die Stärkung des Widerstands gegen den IS durch die internationale Gemeinschaft von großer Bedeutung. Die tief in den Konflikt verstrickten westlichen Industriestaaten und die Türkei müssen gezwungen werden, alle Maßnahmen zu unterlassen, die die Selbstverteidigungskräfte der gegen den IS kämpfenden Kurdinnen und Kurden schwächen. Für eine Unterstützung des kurdischen Widerstands demonstrieren seit Wochen weltweit immer mehr Menschen. Dafür werden wir an diesem Samstag auch in Konstanz auf die Straße gehen.

Die LINKE ruft zur Beteiligung an der Demonstration auf. Sie fordert von der Bundesregierung, dass sie die kurdischen Selbstverwaltungsstrukturen anerkennt. Das Verbot der PKK, mit dem politische Solidaritätsarbeit hierzulande unter Strafe gestellt wird, muss in Deutschland sofort aufgehoben werden. Die deutsche Regierung muss ihren Einfluß geltend machen, damit die Türkei die Grenzen zu den betroffenen Gebieten für kurdische KämpferInnen und Versorgungsgüter öffnet und stattdessen den Zustrom von IS-Kräften unterbindet. Dass aus der Bundesrepublik weiterhin Waffen und Rüstungsgüter an direkt oder indirekt in diesen blutigen Krieg involvierte Mächte geliefert werden, ist ein nicht hinnehmbarer Skandal. Nicht zuletzt müssen die humanitären Hilfen Deutschlands für die aus Syrien und dem Irak geflüchteten Menschen massiv verstärkt und die Grenzen für Flüchtlinge geöffnet werden.

Demonstration Solidarität mit Kobanê – Stoppt den IS-Terror
Samstag, 8. November, 14.00 Uhr, Konstanz, Benediktinerplatz
Abschlußkundgebung ca. 16.00 Uhr, Marktstätte

Kreisvorstand DIE LINKE. Konstanz,
Jürgen Geiger

Gehört der Verfassungsschutz abgeschafft?

Vortrag von Lucius Teidelbaum am Donnerstag, 4. Dezember 2014, Raum A701 Universität Konstanz

„Verfassungsschutz“ nennen sich die Inlandgeheimdienste der Länder und des Bundes in Deutschland. Dieser „Verfassungsschutz“ (VS) schützt aber weniger die Verfassung, sondern verstößt umso mehr gegen sie, besonders gegen die Grund- und Freiheitsrechte. Spätestens mit Aufdeckung der NSU-Mordserie und der Erkenntnis, dass die drei Untergetauchten geradezu umzingelt von V-Leuten waren, nimmt die Kritik am VS wieder zu.

Doch trotz der öffentlichen Kritik ist das Wissen über Deutschlands Inlandsgeheimdienste, seine Umtriebe und seine früheren Skandale oft recht begrenzt. Im Vortrag soll geklärt werden, was überhaupt der VS ist und gegen wen er agiert. Auch soll gezeigt werden, wie die umstrittene Extremismus-Theorie die Leitlinie des VS bestimmt und warum der VS auf dem rechten Auge mindestens unter einer bedenklichen Sehschwäche leidet. Die Auswirkungen des V-Mann/-Frau-Systems auf die deutsche Neonazi-Szene und das gescheiterte NPD-Verbotsverfahren sollen ebenso aufgezeigt werden.

Wenig bekannt ist zudem, dass der VS versucht sich in den letzten Jahren die Zivilgesellschaft einzuschleichen und wo er das tut. Es soll in dem Vortrag gezeigt werden, warum der „Verfassungsschutz“, wie jeder andere Geheimdienst auch, auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.

Im Anschluss soll es Zeit und Raum für Fragen, Diskussion und Kritik geben.

Lucius Teidelbaum, Jahrgang 1984, ist Historiker, freier Publizist und Rechercheur. Sein Fachgebiet als Publizist liegt im Bereich extreme Rechte und den anliegenden Grauzonen, wozu er immer wieder als Referent vorträgt. Als Historiker beschäftigt er sich mit den Schwerpunkten Deutscher Kolonialismus, Weimarer Republik und Nationalsozialismus.

Was ist eigentlich – Kapitalismus? Oder warum die Politik die Krise nicht stoppen kann

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann am Donnerstag, 6. November 2014 im Raum A701 der Universität Konstanz

Alle sind für Umweltschutz, aber die Müllberge werden immer größer. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut nehmen zu. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Wunsch und Wirklichkeit in dieser Gesellschaft fallen oft so weit auseinander, dass sich die Frage nach ihren grundsätzlichen Konstruktionsfehlern aufdrängt. In Zeiten der Mikroelektronik könnte der alte Menschheitstraum vom guten Leben für alle 7 Milliarden Menschen Wirklichkeit sein. Doch die einen sollen arbeiten bis zum Umfallen, die anderen werden für überflüssig erklärt, sprich arbeitslos. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das nur funktionieren kann, wenn es buchstäblich die ganze Welt seinen Zielen Wachstum, Arbeit und Profit unterwirft. Was ist das eigentlich für eine Ding, das dem wohl berühmtesten –ismus unserer Zeit seinen Namen gibt: das Kapital?

Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapital-ismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf oberflächliche Formen eines nur vermeintlichen „Antikapitalismus“.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat im Klinikum Stuttgart und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf www.emafrie.de

Vortragsreihe Gesellschaft-Macht-Geschlecht an der Uni Konstanz

Veranstaltungsreihe des Gleichstellungspolitischen Referats „Gesellschaft Macht Geschlecht“ der Uni Konstanz im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen „Gesellschaft – Macht – Geschlecht“ im November 2014

Montag 03.11.: Barbara Streidl, 19.00 Uhr, G309
Vortrag – Kind oder Karriere

Dienstag 04.11.: 21.00 Uhr, Contrast, Joseph-Belli-Weg 11
Party – Queer goes Labor Eröffnungsparty!

Freitag 07.11.: Prof Dr. Juliana Goschler, 18.00 Uhr, C230
Vortrag – Affen, Evolution, Hormone – biologistische Erklärungen von Geschlechtsunterschieden (und deren methodische Fehler)

Freitag 07.11.: Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch, 20.00 Uhr, C230
Vortrag – Umkämpfte Wörter

Montag 10.11.: Laura Dornheim, 18.30 Uhr, R511
Vortrag – Faktencheck Frauenquote

Mittwoch 12.11.: Joanna Choinicka, 18.00 Uhr, R511
Vortrag – Heterosexism in Latvian, Lithuanian and Polish media discourse

Donnerstag 13.11.: Christina Schmauch, 19.00 Uhr, A701
Vortrag – Rechtlicher Umgang mit sexueller Gewalt