Archiv für Oktober 2014

Was die Menschen in Kobanê verteidigen. Die Revolution von Rojava und das Modell der Demokratischen Autonomie

Informationsveranstaltung zur autonomen kurdischen Region in Syrien (Rojava), am 20. November 2014 um 19 Uhr im Kulturzentrum am Münster, Wolkenstein-Saal, Konstanz

Momentan ist Rojava wegen der Angriffe auf Kobane durch die dschihadistische Terrormiliz IS im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Neben ihrer Heimat verteidigen die Menschen dort ein Modell des Zusammenlebens, als Demokratische Autonomie bezeichnet, das allen Ethien, Religionen und Geschlechtern ermöglichen soll, gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt zusammen ein selbstbesstimmtes Leben, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, zu gestalten. In Rojava wird dazu auch ein Wirschaftsmodell entwickelt, das bisher in der Welt einzigartig zu sein scheint.

Wir haben zwei kurdischen Aktivistinnen eingeladen, über die aktuelle Lage in der Region und das Modell der Demokratischen Autonomie zu berichten. Hazina Osi ist Mitglied der PYD und war von Beginn an am Aufbau des Projekts Rojava beteiligt. Melike Yasar ist Mitglied der Internationalen Vertretung der kurdischen Frauenbewegung.

Zu der Veranstaltung lädt der Kreisverband der Partei DIE LINKE und die DKP Bodensee-Hochrhein alle Interessierten
herzlich ein.

Demo gegen Ecopop-Initiative am 1.11.2014 in Bern

Am 30. November kommt in der Schweiz die sog. Ecopop-Initiative zur Abstimmung. Sie verbindet Wohlstandschauvinismus und Rassismus mit restriktiver Bevölkerungspolitik in der Dritten Welt und verbrämt dies mit wohlklingendem, ökologisch angehauchten Vokabular. Seit Monaten laufen Gewerkschaften, linke Parteien, feministische Organisationen wie terre des femmes, antirassistische Initiativen und Einzelpersonen der Zivilgesellschaft dagegen Sturm. Am 1.11. ab 14:30 Uhr findet nun eine schweizweite Kundgebung und Demo gegen diese Initiative auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Demo am 1.11.2014 auf dem Bundesplatz in Bern

Die Befürworter der rechten Initiative, die sich anschickt, die vorausgegangene „Masseneinwanderungsinitiative“ der rechten SVP in ihren rassistischen Konnotationen noch zu toppen, nennen sie „Volksinitiative“: „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Argumente der Initiativbefürworter erinnern deutsche Linke an Debatten der 80er und 90er Jahre, in denen es um Auseinandersetzungen mit rechten Ökologen1, Vertretern einer konservativen Entwicklungspolitik und frauenfeindlichen Bevölkerungspolitikern ging. Sie vertraten z.B. Zwangssterilisierungen in der Dritten Welt oder Thesen des reaktionären britischen Ökonomen Thomas Malthus. 2

Die Abstimmungsinitiative hat wohl aus früheren Debatten gelernt und kommt in einem Gewand daher, dass den Eindruck erweckt, als seien hier die reinsten Menschenfreunde, die fortschrittlichsten Ökologen und die ehrlichsten Demokraten unterwegs. Unter dem Strich geht es ihr jedoch um die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz, um eine Zurichtung der restlichen Zuwanderung auf den ökonomischen Nutzen für die Schweiz und um die Aufrechterhaltung des Reichtums der Schweiz, koste es so viele Menschenleben, wie es wolle. Ausführlich hierzu:

Die kritische Kunstinstitution Shedhalle, Zürich, zeigt in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Das Ende der Natur. Einige Widersprüche in aktuellen Diskussionen zu Ökologie und Krise“ von den beiden Künstlern Ralo Mayer und Tomash Schoiswohl. Sie wird am 13. November 2014 mit einer Podiumsdiskussion eröffnet und geht bis 1. März 2015.

http://shedhalle.ch

Fußnoten:

  1. Z.B. Herbert Gruhl, den Rechtsausleger der Partei die Grünen in ihrer Gründungsphase und sein Buch „Ein Planet wird geplündert“. Gruhl wurde früh aus der grünen Partei herausgeworfen und gründete eine eigene Partei, die ÖDP. [zurück]
  2. Zitat von Malthus: „„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“ [zurück]

Bundesweite Mahnwache an den Stolpersteinen

Anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 1938 finden am Sonntag, 9.11.2014, gegen 18 Uhr bundesweit Mahnwachen und Stolperstein-Putzaktionen statt – u.a. auch in Konstanz und Radolfzell

Aus dem Konstanzer Aufruf:

Möchten auch Sie in dieser Zeit einen Stolperstein betreuen ? Informationen zum Ablauf der Mahnwache finden Sie hier. Gerne können Sie sich der Konstanzer Stolperstein Initiative oder mit der für den von Ihnen ausgewählten Stein verantwortlichen Kontaktperson in Verbindung setzen.

Video zur Mahnwache

Bitte beachten Sie beim Putzen die Gebrauchsanweisung zum Putzen um die Steine nicht zu beschädigen.

Aus dem Radolfzeller Aufruf:

In Radolfzell beginnt die Mahnwache bereits eine halbe Stunde früher. Am 9.11.2014 um 17:30 Uhr erinnern Mitglieder der Stolperstein-Initiative am Mahnmal vor dem RIZ an die Opfer des 9. und 10. Novembers 1938. Damals gingen von der Radolfzeller SS-Kaserne die Zerstörungen der Synagogen in Konstanz, in den Landgemeinden der Höri und im Hegau aus sowie die Misshandlungen zahlreicher jüdischer Einwohner. (Siehe Dokumentation)

Im Anschluss werden im Rahmen der bundesweiten Mahnwache zum Gedenken der Reichspogromnacht die im Juni des Jahres verlegten Stolpersteine geputzt.

Vgl. http://stolpersteine-radolfzell.de

Hintergründe zur Terrororganisation IS – Islamischer Staat

Vortrag der Exil-Iraner Ali und Solale Schirasi am Mi. 12.11.2014 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz, Astoria-Saal

Update 4.11.2014: Diese Veranstaltung fällt leider aus!

Im Nahen Osten wüten die Konflikte: Weite Teile Ost-Syriens und des West-Irak sind unter Kontrolle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Solaleh und Ali Schirasi zeigen an diesem Abend auf:

- seit wann gibt es die Organisation,
- wo ist sie entstanden,
- wer steckt dahinter,
- wer finanziert die IS,
- was sind die Ziele der Terrororganisation.

Kosten 6,00 EUR

http://alischirasi.blogsport.de

Syrien – Katastrophe ohne Ende oder das Versagen des Westens

Vortrag von jungle-world-Autor Thomas von der Osten-Sacken am Do. 06.11.2014 um 19:30 Uhr in der vhs Konstanz, Astoria-Saal

Vor drei Jahren war die Hoffnung groß: Plötzlich fand sich die „arabische Straße“ nicht mehr mit den autoritären Regimen im Nahen Osten zusammen, um Israel- und USA-Fahnen zu verbrennen, sondern richtete ihren Zorn gegen die eigenen Herrscher. Es roch nach Aufbruch. Langjährige Diktatoren wurden gestürzt, so in Tunesien, Ägypten und Libyen.

Doch in Syrien hält sich das Assad-Regime bis heute mit unvorstellbarer Brutalität an der Macht. Während Russland, der Iran und die Hizbollah das Regime mit Geld, Waffen und Kämpfern stützt, lässt der Westen die demokratische Opposition im Stich. Der Überblick fällt zunehmend schwer. Wer sind und was wollen die verschiedenen Akteure? Wie ist das Agieren Russlands, des Iran, der USA einzuschätzen? Welche Bedeutung hat das alles für Israel? Haben die Menschen in Syrien noch Aussicht auf den Sturz des Regimes? Und ist überhaupt noch etwas übriggeblieben vom „arabischen Frühling“? Ist die Hoffnung auf mehr Demokratie und Emanzipation in Syrien und der arabischen Welt vergeblich?

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e.V. und als solcher seit über 20 Jahren regelmäßig im Nahen Osten unterwegs. Er ist freier Publizist und schreibt u.a. für die Jungle World und Die Welt.

Eintritt: frei

Organisiert von vhs + Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz + Jüdische Gemeinde Konstanz

Wie endlich alles anders wird!

Ausstellung / Workshop über die Arbeit an einem arbeitskritischen Animationsfilm vom 16. – 18. Oktober 2014 in der Shedhalle in Zürich

Wer kennt es nicht, das lustige und zugleich unglaublich ernsthafte Kinderbuch „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“ von Bini Adamcak. Die Autorin dieses Buches arbeitet gerade an einem Animationsfilm der auf genau diesem Buch basiert. In einem dreitägigen Workshop wollen die Macherinnen des Animationsfilms ihr Filmkonzept sowie ihren Arbeitsprozess vorstellen und gemeinsam mit den TeilnehmerInnen einen Schritt voranbringen.

In einem ersten Teil versucht der Film in einfachen Bildern und Worten die kapitalistische Ökonomie samt ihrer aktuellen Krise zu erklären. Im zweiten Teil werden verschiedene utopische Versuche unternommen, eine bessere Gesellschaft zu realisieren.

Die Workshopeinheiten können unabhängig voneinander besucht werden.

Donnerstag, 16.10.2014, 18-20 Uhr

Vorstellung des Films: Was bedeutet es, einen kapitalismuskritischen Film unter prekären kapitalistischen Bedingungen zu realisieren?

Freitag, 17.10.2014, 18-20 Uhr

Vom Buch zum Drehbuch – das Storyboard: Wie lässt sich ein Kapitel in einem Buch in eine visuelle Sprache bewegter Bilder übersetzen?

Samstag, 18.10.2014, 16-18 Uhr

Figuren- und Raumentwicklung: Aufbauend auf dem gemeinsam entwickelten Storyboard bauen wir eine Kulisse.

Samstag, 18.10.2014, 18-20 Uhr

Zum Leben erwecken: Kulisse und Figuren werden im Sinne des Drehbuches zum Leben erweckt, das heißt animiert; eine kleine Filmsequenz entsteht.


http://www.shedhalle.ch/2013/de/334/WIE_ENDLICH_ALLES_ANDERS_WIRD