Archiv für Juni 2014

Verlegung der ersten 8 Stolpersteine in Radolfzell und Vortrag von Gunter Demnig

Am 28. Juni 2014 verlegt Gunter Demnig die ersten 8 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus in Radolfzell.

Download des Plakats (PDF)

Begonnen wird um 14 Uhr mit der Verlegung des Stolpersteins für Alice Fleischel am Seetorplatz. Weitere Steine werden sodann verlegt für Ernst Gnirß (Seestraße 53), Alma und Ludwig Deuring (Seestraße 59), Lotte und Josef Bleicher (Höllstraße 1), Georg Alfred Grein (Schützenstraße 37) und Josef Paul Bayer (Schwertstraße 44).

Um 18 Uhr hält Gunter Demnig in der Tegginger Schule einen Vortrag in dem er sein Kunstprojekt vorstellt.

Alle Radolfzellerinnen und Radolfzeller sind herzlich zu Stolpersteinverlegungen und Vortrag eingeladen!

Quelle: http://stolpersteine-radolfzell.de

Auf der Flucht: Gargellen – Sarotla – Schweiz

Sommerausflug des Fördervereins des Jüdischen Museums Hohenems am 26.7.2014

Update 1.7.2015: Neue Termine am Fr, 10., Sa 11. und So 12. Juli sowie Fr 28., Sa 29. und So 30. August 2015, ab 09.00 Uhr

Auf der Flucht: Gargellen – Sarotla – Schweiz ist ein interaktives Theaterstück. Es basiert auf Zeitzeugenberichten, historischen Dokumenten und literarischen Texten von Franz Werfel, Jura Soyfer und anderen Schriftstellern, die aus Nazi-Deutschland flüchten mussten. In theatralischen und tänzerischen Streiflichtern spürt das teatro caprile Fluchtschicksalen nach. Gespielt wird im Hotel Madrisa, in Alphütten und im freien Gelände. Das Publikum begleitet die Schauspieler, wird Teil des Geschehens.

Unser Sommerausflug am 26. Juli ist Theaterbesuch und Wanderung zugleich. Wir gehen mit dem teatro caprile einen Tag lang auf Fluchtwegen durch das Montafoner Gebirge.

Treffpunkt:
Samstag, 26. Juli um 9.00 Uhr bei der Kirche in Gargellen

Kosten für Vereinsmitglieder: 12 Euro
Normalpreis: 15 Euro
Individuelle Anreise. Mögliche Busverbindung: 7.30 Uhr ab Bahnhof Schruns
Ende der Wanderung ca. 15.00 Uhr beim Rongg Maisäß
Busse nach Schruns: 17.17 und 18.30 Uhr

Anmeldung:
bitte bis 1. Juli an Gerlinde Fritz: office@jm-hohenems.at oder telefonisch +43 (0)5576 73989

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Verkürzte Wanderungen und Szenen in trockenen Ausweichquartieren sind vorbereitet. Für Mitglieder mit längerer Anreise empfehlen wir das Package „Montafoner Grenzüberschreitungen“, ein Kurzurlaub im Vitalzentrum Felbermayer Gaschurn.
Info und Anmeldung: www.vital-zentrum.at

Nur für geübte Wanderer. Bitte gute Schuhe anziehen, Regen- und Sonnenschutz mitnehmen.
Wasser und Jause nicht vergessen!

http://www.jm-hohenems.at/wp-content/uploads/2013/11/sommerausflug-verein-26-07-2014.pdf

Festival contre le racisme in Konstanz

Antirassistische Veranstaltungen, Workshops und Vorträge vom 16. 6. bis 27. 6. 2014 an der Universität Konstanz. Organisiert vom AStA und dessen Gleichstellungsreferat

Programm:

Von "Fair and lovely" und "Black is Beautiful": Anti-Rassismus in zeitgenössischer indischer Kunst.

Datum/Uhrzeit: Montag 16.06.  15Uhr-17Uhr

Ort: Uni – Raum F 427

Rebecca John BA Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, Kuratorin der Ausstellung "Wo/Man. From the personal to the political", Sir J. J. School of Art, Mumbai.

Rassismus kennt viele Formen, und das weltweit. Fernab von europäischen Perspektiven und Orientalismus versucht dieser Vortrag, den indischen Blick auf das Konstrukt „Rasse“ und das Phänomen des dort gelebten Rassismus nachzuvollziehen: Hierarchische Strukturen und daraus resultierende Diskriminierung haben in Indien eine lange Geschichte. In wieweit Kaste und Rasse verglichen werden können, ist umstritten. Dass Hautfarbe und Ethnizität in der größten Demokratie der Welt den Alltag der meisten Menschen bestimmen und „Andersartigkeiten“ zu zahlreichen Konflikten in diesem multiethnischen Staat führen, ist jedoch Fakt. Der Blick auf die Kunst als sozio-politischer Seismograph verspricht neue Einsichten: Wie nehmen junge zeitgenössische Künstler_innen Rassismus wahr und wie machen sie ihn problematisierend in ihren Werken und Interventionen sichtbar?
 

Was uns weiß macht, macht was mit uns

Von den Bildern in unseren Köpfen

Datum/Uhrzeit: 16.06 18:00

Ort: R512

Mutlu Ergün-Hamaz, Soziologe, Autor und Performer

Rapper und Rapperin, kann gut tanzen, ist kriminell, ist warmherzig, betet, begeht Ehrenmord, unzivilisiert, hat was gegen Schwule und Lesben, trägt Kopftuch, will sich nicht anpassen, fanatisch, gastfreundlich, … dies ist nur eine kleine Auswahl an Bildern, mit denen People of Color tagtäglich konfrontiert sind. Was haben diese Bilder mit der Lebenswirklichkeit von Weißen Menschen zu tun? Sie bestimmen noch sehr viel im Leben von Weißen – lange nach dem Ende des Kolonialismus in Deutschland. Können wir dieses Schablonendenken durchbrechen? Mutlu Ergün-Hamaz unternimmt einen Versuch.
 

Self organization: What  does Solidarity mean in the Refugee struggle

Datum/Uhrzeit:18.06 19:00

Ort: Treffpunkt Petershausen

Rex Kol -  Refugee activist

Language: English with German translation

Since the abolition of the right for asylum in Germany 20 years ago, self organized refugee organizations are fighting for their rights and against a continuous system of injustice that refugees suffer in isolation and deprivation in order to live a life of human dignity in Germany. Many laws are depriving them from basic human rights, as for example the system of food vouchers, Residenzpflicht, placement in so called “communal accommodation” with devastating living conditions, the prohibition of labor and many more.  A lot of these laws are meant to isolate refugees from German society and therefore make it easier for the BRD to continue the cruel system of discrimination, deprivation and deportation. 

The workshop will focus on the struggle of refugees and the question of how this fight can be supported in order to break the isolation imposed by the German government together. Furthermore the aim is to bring the repressions refugees have to face to a broader audience and inform about possibilities of support and solidarity for local and nationwide refugee struggle. 
 

„Auslöser, Verlauf und mediale Verhandlung der (Anti-)Rassismus-Debatte in Deutschland“

Referent*in: Julius Franklin (Vorstand – Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V.)

Datum/Uhrzeit: 23.06. 18.45Uhr – 22Uhr (insgesamt 90 Minuten)

Ort: Universität D 432

Öffentliche Debatten um den Umgang mit rassistischen Begriffen, wie beispielsweise mit denen in Kinderbüchern, sind nicht neu. Selten aber wurden sie auf diese Weise in den Massenmedien und Weblogs verhandelt. In diesem Vortrag wird die jüngste Debatte analysiert und aufgezeigt, wie Rassismen in der medialen Verhandlung reproduziert wurden. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Sprache und Worten. Wie und durch wen wird Rassismus in den Medien sichtbar gemacht? 
 

*** Rechtspopulismus als politische 'Alternative für Deutschland'? ***

Datum/Uhrzeit:25.06. 19.00 uhr 

Ort: Universität Raum C 432

Referent: Lucius Teidelbaum   

Rechtspopulismus zeichnet sich weniger durch festgelegte Inhalte aus,  als vielmehr durch einen spezifischen Stil des 'Politik-machens'. Marcus  Buschmüller vom „Antifaschistischen Informations- und  Dokumentations-Archiv“ (AIDA) in München spricht in einem Beitrag vom  „kampagnenartige[n] Aufgreifen konfliktreicher gesellschaftlicher  Themen“.

Versuche mit Rechtspopulismus auf Stimmenfang zu gehen gab es auch in  Deutschland viele. Lange Zeit waren RechtspopulistInnen damit aber nur  regional erfolgreich. So gewann beispielsweise die „Partei  Rechtsstaatlicher Offensive“ unter ihrem Vorsitzenden Schill als  rechtspopulistische Law&Order-Partei aus dem Stand heraus in Hamburg  fast 20% der Stimmen.

Mit dem Aufkommen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) besteht nun  die Gefahr, dass in Deutschland mit Rechtspopulismus bundesweit  erfolgreich Politik gemacht werden könnte.

In dem Vortrag soll geklärt werden, was Rechtspopulismus ausmacht, wie  er bisher aufgetreten ist, unter welchen Bedingungen er erfolgreich ist  und es soll der rechtspopulistische Gehalt der AfD untersucht werden. Im Anschluss wird es noch Zeit für Fragen, Kritik und Diskussion geben."
 

'white charity' – Schwarzsein & Weißsein auf Spendenplakaten

Referent*in: Timo Kiesel im Filmgespräch

Datum/Uhrzeit: 26.06. / Einlass ab 18:45 Uhr, Filmstart ab 19:00 Uhr, danach Filmgespräch

Ort: Uni, Raum A 703, in Kooperation mit dem Lumiére-Kino

Werbeplakate von entwicklungspolitischen  Organisationen wie 'Brot für die Welt', 'Welthungerhilfe',  'Kindernothilfe' oder 'Care' prägen das Bild auf Straßen, Plätzen, in  Bahnhöfen und U-Bahnen in Deutschland.

Sie haben einen großen Einfluss darauf wie in Deutschland Schwarze und weiße Identitäten konstruiert werden. Der Dokumentarfilm analysiert die  Spendenplakate aus einer rassismuskritischen, postkolonialen  Perspektive.

 'white charity' stellt unterschiedliche  Perspektiven vor: Ausgehend von den Spendenplakaten diskutieren  Vertreter_innen von Hilfsorganisationen mit Wissenschaftler_innen über  Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und  Machtstrukturen.

'white charity' ist eine exemplarische  Auseinandersetzung mit Rassismus in Bildern, die weit über den  entwicklungspolitischen Horizont von Bedeutung ist und unterstützt einen  schärferen Analyseblick auf Bilder in kommerzieller Werbung, Print und  TV.

Ein Film von Carolin Philipp und Timo Kiesel