Verfolgung homosexueller Männer in Südbaden in der NS-Zeit

Vortrag des Historikers William Schaefer: zu den Schicksalen männlicher Opfer des § 175 im Bereich des Landgerichts Konstanz 1933 – 1945 am Fr., 27.06.2014, 19:30 im Wolkensteinsaal des Kulturzentrums Konstanz

Während des Dritten Reiches wurden auch homosexuelle Menschen von den Nazis verfolgt. Juristische Grundlage dieser Verfolgung war der Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches. Sie kamen ins Gefängnis, Zuchthaus, in eine Heil- und Pflegeanstalt; manche kamen ins Konzentrationslager, wo viele starben. Auch vom Landgericht Konstanz wurden viele Männer ihrer sexuellen Orientierung wegen verurteilt. Einige Prozessakten existieren noch und geben Auskunft über die Schicksale dieser Menschen. Manche überlebten die Jahre der Haft und Verfolgung, viele wurden ermordet. Josef Geiger, für den am 27. Juni 2014 ein Stolperstein verlegt wurde, kam nach Verbüßung seiner Zuchthausstrafe in eine Heil- und Pflegeanstalt und wurde später in Grafeneck vergast. Der Historiker William Schaefer erforscht seit etwa 15 Jahren die Schicksale homosexueller Opfer aus Südbaden und setzt sich seit Jahren dafür ein, dass diese Menschen und deren Schicksale nicht vergessen werden.

Veranstaltet von der Stolperstein-Initiative Konstanz in Zusammenarbeit mit Kulturbüro Konstanz und VHS Konstanz-Singen e.V.

Quelle: http://www.stolpersteine-konstanz.de