König Sigismund, das Konstanzer Konzil und die Juden

Vortrag und Gespräch mit Helmut Fidler (Konstanz) am Dienstang, 03. Juni 2014, 19.30 Uhr, im Jüdischen Museum Hohenems

Zum 600. Mal jährt sich in diesem Jahr das Konstanzer Konzil, an dem auch eine jüdische Delegation teilgenommen hat. Der Chronist Ulrich Richental berichtet ausführlich vom Zusammentreffen der jüdischen Delegation mit dem neugewählten Papst Martin V. auf dem Konstanzer Obermarkt am 21. November 1417, doch in der Literatur und auch in der Großen Landesausstellung in Konstanz ist die Bedeutung der Juden für das Konzil und sein Zustandekommen kaum gewürdigt worden. Helmut Fidler geht in seinem Vortrag der Frage nach, warum kurz vor Konzilsbeginn die Juden der Bodenseeregion von Sigismund besonders gewürdigt wurden und wer die Kosten für das Konzil aufbrachte. Jüdische Bankiers waren im Dienst des Königs tätig, sie waren es auch, die in einem gewagten Auftritt Papst und König gegenübertraten. Einerseits zogen mit dem gleichen Pomp wie der Papst durch die Gassen von Konstanz, andererseits trugen sie ihr Sargenes, ihr Leichenhemd. Wie reagierten Papst und König, und welche Folgen hatte ihr Auftritt für die Juden im Reich?

Helmut Fidler (geb 1956), Historiker, lebt in Konstanz. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Tübingen, Wien und Stuttgart. 1999 zog er an den Bodensee, wo er sich seit Jahren mit der jüdischen Geschichte des Bodenseeraumes befasst.

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Hohenems, Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
Information und Reservierung: Tel. +43 (0)5576 73989-0 , office@jm-hohenems.at
Eintritt: Euro 7,-/4,-