Opernlibretto : Blumen für Otello – Über die Verbrechen von Jena

Lesung mit Musik mit Esther Dischereit und Ipek Ipekcioglu am Donnerstag, 3. April 2014 – 20 Uhr – Theater Konstanz, Werkstatt

Die deutsch-jüdische Autorin Esther Dischereit stellt auf der Werkstattbühne des Theater Konstanz ihr deutsch-türkisches Buch »Blumen für Otello – Über die Verbrechen von Jena« vor, das im März erscheinen wird. Begleitet wird sie dabei von der türkischstämmigen DJ Ipeg aus Berlin. Ihre Klagelieder und das Opernlibretto über die Morde der NSU wenden den Blick von den Tätern auf die Opfer.

Einfühlsam und mit großer poetischer Kraft ermittelt Esther Dischereit in ihren »Klageliedern«, was die Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angerichtet, welche Lücken sie bei den Hinterbliebenen aufgerissen haben. Sie ermittelt mit ihrem Opernlibretto »Blumen für Otello«, welche Vorurteile die Verbrechen möglich und ihre Aufklärung unmöglich gemacht haben, wie der Rassismus und die soziale Voreingenom-menheit gegenüber einer stigmatisierten Unterschicht den Apparat blind und ihn umso furchtbarer selbst zum Täter gemacht hat, indem er nach Schuld bei denjenigen sucht, die mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Esther Dischereit wurde 1952 in Heppenheim geboren. Nach langjähriger Beschäftigung in der Metallindustrie und einer aufsehenerregenden Kündigung als Gewerkschaftssekretärin in der Antirassismusarbeit ist sie heute als Lyrikerin, Essayistin, Erzählerin, Theater- und Hörstückautorin erfolgreich. Immer wieder hat sich die deutsch-jüdische Autorin dabei mit Ausgrenzung, Rassismus und Assimilation beschäftigt. Seit 2012 ist sie Professorin für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Für »Blumen für Otello« hat sie regelmäßig die Sitzungen des Bundestagsuntersuchungsausschusses zu den NSU-Morden besucht.

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

Quelle: Medieninformation des Stadttheaters Konstanz