Vom Alltagsverstand zum Widerstand – Krise, Alltagsverstand, Klassenbewusstsein und Hegemonie bei Antonio Gramsci

Gramsci-Seminar mit Leo Mayer am Samstag, den 9.11.2013 von 13 – 17.30 Uhr in Moos

Am 27. April 2012 jährte sich zum 75. Mal der Todestag von Antonio Gramsci. Das gewachsene Interesse an diesem bedeutenden marxistischen Politiker und Theoretiker hängt mit dem originellen Beitrag Gramscis zum Marxismus und zur kommunistischen Politik seiner Zeit zusammen und mit den Herausforderungen für die marxistischen Kräfte, die Krise des heutigen Kapitalismus, die heutigen Widersprüche und Gefahren besser zu verstehen und zu bewältigen.

Natürlich dürfen wir dabei den historischen Rahmen, in dem Gramsci seine Überlegungen entwickelt hat, nicht aus dem Auge verlieren. Gramsci selbst sprach vom Historizismus der Philosophie der Praxis. Um aus seinen Gedanken Nutzen zu ziehen, müssen wir uns also bemühen, sie in die Gegenwart zu übersetzen.

Gramsci hat uns Grundgedanken einer Theorie des Kampfes für die gesellschaftliche Umgestaltung in Zeiten des “Stellungskrieges” im hochentwickelten Kapitalismus gegeben. Er gibt wichtige Anregungen für die “Herausbildung eines neuen Kollektivwillens” und fordert uns auf, zu “erforschen, wie sich genau die dauerhaften Kollektivwillen herausbilden, … wie entwickelt sich ihre organisierte und sie zu gesellschaftlichem Einfluss befähigende Kraft usw.” (A. Gramsci)

Ein weiterer Grund sich mit Gramsci zu beschäftigen, liegt im zeitgeschichtlichen Zusammenhang von Gramscis Werk mit der großen Krise in den 30er-Jahren, der die Niederlage der Arbeiterbewegung und der Demokratie sowie der Machtantritt des Faschismus bald folgte.

Referent ist Leo Mayer vom isw München: http://www.isw-muenchen.de/

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen

Kontakt: mannherz @ stb-mannherz.de