Archiv für Oktober 2013

75. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938

8. November 2013, 19.30 Uhr

„Sogar die Bäume sahen uns anders“

Musikalische Gedenkstunde aus Anlass des 75. Jahrestages der Zerstörung der Konstanzer Synagoge in der Reichspogromnacht 1938 in der Lutherkirche

Mit Dr. Tobias Engelsing (Städtische Museen), KMD Klaus Gunther Biegert (Orgel), Bach-Chor Konstanz.

Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V.

9. November, 18.00 – 18.30 Uhr

Bundesweite Mahnwache zur Pogromnacht

Bei dieser Mahnwache werden alle Stolpersteine in der Stadt geputzt und zum Gedenken wird an jedem Stein eine Kerze entzündet und eine Blume niedergelegt.

10. November 2013, 11.00 Uhr

„Eine Kindheit auf der Flucht“

Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht mit der Zeitzeugin Margot Heim im Astoriasaal in der Volkshochschule Konstanz (Eingang Katzgasse)

Genauere Informationen auch unter: http://stolpersteine-konstanz.de/9november.htm und http://www.9ternovember.de/

Gedenken an die Oktoberdeportation

Am 22. Oktober jährt sich die Deportation von 112 Konstanzer Juden in das französische Lager Gurs zum 73. Mal.

Aus diesem Anlass lädt die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz“ am 22. Oktober um 19.30 Uhr zum stillen Gedenken an die Stele für die deportierten Juden in der Bahnhofstraße. Wir werden für jedes der 112 Opfer, die alle namentlich auf der Stele genannt sind, eine Kerze anzünden und die Namen verlesen.

Ebenfalls wird ein jüdisches Totengebet gesprochen werden und passende literarische Texte gelesen.

http://stolpersteine-konstanz.de/

Lesung: „Willy Schürmann-Horster“ von Wolfgang Hagemann

Lesung mit dem Autor und weiteren Gästen am Sonntag, 20. Oktober 2013, 20 Uhr – Stadttheater Konstanz, Werkstatt

Der Regisseur Wolfgang Hagemann setzt sich zusammen mit dem Historiker Dr. Hans Coppi in einer Lesung mit der Person und dem Leben Willy Schürmann-Horsters auseinander. Im Anschluss gibt es ein Gespräch, welches Christoph Nix moderiert.

Willy Schürmann-Horster war Konstanzer Theatermann, Widerstandskämpfer, Materialist. In den zwanziger Jahren war Willy Schürmann-Horster als Schauspieler und Regisseur bei vielen Inszenierungen in Deutschland dabei. In den Dreißigern stieß er in Berlin zum Widerstandskreis der „Roten Kapelle“. 1941 wurde er als Dramaturg und Werbeleiter am Theater Konstanz engagiert. Im Oktober 1942 wurde Willy Schürmann-Horster in Zusammenhang mit der Verhaftungswelle gegen Widerstandskämpfer der „Roten Kapelle“ verhaftet, und wegen angeblichen Hochverrats, zusammen mit anderen, im August 1943 zum Tode verurteilt, und am 9. September 1943 hingerichtet.

Für Willy Schürmann-Horster wurde von der Konstanzer Stolperstein-Initiative ein Stolperstein vor dem Stadttheater verlegt.

Dr. Hans Coppi, der mit seinem Vortrag » Widerstand aus Freundeskreisen: Die Rote Kapelle« an der Veranstaltung teilnimmt, ist Sohn der Widerstandskämpfer Hans und Hilde Coppi, Historiker, Freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, sowie Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Er realisierte Ausstellungen und zahlreiche Veröffentlichungen zur „Roten Kapelle“, zum Arbeiterwiderstand und zur antifaschistischen Erinnerungskultur.

Zur Ankündigung beim Stadttheater Konstanz

Linke Hochschultage 2 in Zürich

Vom 9.10.-12.10.2013 finden wieder die Linken Hochschultage an der Universität Zürich statt. Dieses Maul unter dem Motto: Formen der Ausbeutung – Ausdrücke des Widerstands

Neu finden die Linken Tage im Containerdorf an der Kantonsschulstraße gleich beim Kunsthaus statt. Vom 9. bis zum 12. Oktober wollen sie mittels unterschiedlicher Veranstaltungen verschiedene aktuelle Unterdrückungsmechanismen aufzeigen und analysieren. Unter dem Titel“ Formen der Ausbeutung, Ausdrücke des Widerstandes“ sollen die Linken Hochschultage 2013 hierbei die Möglichkeit zu einer Analyse der gesellschaftlichen Struktur, ihrer Herrschaftsmechanismen und Veränderungsmöglichkeiten bieten. Mit Referaten, Podien, Workshops sowie Gesprächen zu Speis und Trank wollen wir gemeinsam die Möglichkeiten ausloten, wie die Wissenschaft ihren Teil zu dieser Analyse beitragen kann.

Highlights:

  • Wolfgang Fritz Haug:
    Eine Welt aus werbendem Schein – Wie sich Warenästhetik begreifen lässt.
    Zeitpunkt: Do. 17.15 – 19.00 Uhr
  • Wolfgang Fritz Haug:
    Was nützt Das Kapital von Marx zur Erklärung der Grossen Krise des transnationalen Hightech-Kapitalismus?
    Zeitpunkt: Fr. 11:00 – 13:00 Uhr
  • Bernard Schmid: Die Mali-Intervention: Befreiungskrieg, Aufstandsbekämpfung oder neokolonialer Feldzug?
    Zeitpunkt: Fr. 15.00 – 17.00 Uhr
  • Tove Soiland: Eine feministische Kritik der politischen Ökonomie – oder warum es sich für eine Feministin immer noch lohnt, Marx zu lesen.
    Zeitpunkt: Sa. 18.00 – 20.00 Uhr

Alle Infos unter http://linketage.blogsport.de/

12.10.: Naziaufmarsch in Göppingen stoppen

Für den 12. Oktober 2013 planen Nazis aus der Region Göppingen / Geislingen einen süddeutschlandweiten Naziaufmarsch. Ein breites Bündnis aus antifaschistischen Gruppen, Gewerkschaftgliederungen, Parteistrukturen, migrantischen Organisationen und Initiativen ruft dazu auf den Aufmarsch mittels Blockaden zu verhindern.

Anders als noch 2012 liegen in diesem Jahr drei Anmeldungen der Nazis vor, darunter zwei Demonstrationen und eine Kundgebung – eine Taktik, um in gerichtlichen Auseinandersetzungen mehr Handlungsspielraum zu erlangen. Alle Naziaktionen sind aktuell von der Stadt Göppingen mittels Verfügung verboten, es ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Gerichte den Klagen der Nazis nachgeben.

Eine breite überregionale Mobilisierung von antifaschistischen Gruppen und Organisationen rufen für den 12.10. zu ganztägigen Blockaden der Demonstrationen auf. Neben einem Poetry-Slam und einem Antifaschistischem Konzert am vergangenen Wochenende finden immer wieder Mobilisierungsaktionen in und um Göppingen statt. Über 15.000 Bündnisaufrufe und Plakate machen in der Region auf die antifaschistischen Aktionen am 12. Oktober aufmerksam. Am 12.10. um 11 Uhr finden parallel drei angemeldeten Gegenkundgebungen in der Göppinger Innenstadt statt. Es gibt organisierte Anfahrten der GegendemonstrantInnen mit Bussen und Zügen aus südwestdeutschen Städten (derzeit aus Stuttgart, Heilbronn, der Rhein-Neckar-Region, Lörrach, Tübingen, Villingen-Schwenningen, Freiburg, München und Ulm) .

Der Aufruf sowie alle aktuellen Infos, Mobilisierungsmaterial, Stadtpläne und gegebenenfalls letzte Hinweise zu der Blockadeorten finden sich unter:

http://blocknazisgp.blogsport.eu

Infoticker

Update 10.10.2013: In Konstanz wird am Freitag, den 11.10. um 18 Uhr im Antifa Cafe der Jugendantifa Konstanz die gemeinsame Anreise nach Göppingen besprochen.

Update 11.10.2013: (GP) Mehrere Waffen bei Nazis sichergestellt linksunten indymedia, 11.10.2013

Update 12.10.2013, 14:3o Uhr: Pressemitteilung: Polizei greift GegendemonstrantInnen brutal an

Update 12.10.2013, 14:3o Uhr: Zwischenbericht 1
Seit den Morgenstunden sind mehrere hundert AntifaschistInnen in der Göppinger Innenstadt unterwegs um einen Aufmarsch von Neonazis zu verhindern +++ Über 1000 Polizisten gehen teils massiv gegen die antifaschistischen Proteste vor +++ mehrere Dutzend, teils schwer verletzte AktivistInnen +++ immer wieder antifaschistische Spontandemonstrationen +++ aktuell Gleisblockade

Update 12.10.2013, 18:5o Uhr: Zwischenbericht 2
Route des Naziaufmarsches verkürzt +++ Zugstrecke Stuttgart-Ulm aufgrund von Blockaden für längere Zeit unpassierbar +++ mehrere antifaschistische Spontandemonstrationen in der Innenstadt +++ über 100 Menschen in der Gesa

Update 13.10.2013: Bericht und Fazit

Selbst zwei Polizeihubschrauber, drei Wasserwerfer,Räumfahrzeuge Spezialkräfte, Hunde und Pferde – im Gesamtem über 2000 PolizistInnen – konnten den störungsfreien Ablauf der Nazidemonstration nicht gewährleisten.

Den Nazis ist es hingegen nicht gelungen, aus ihrem Oktoberaufmarsch ein attraktives Event für die rechte Szene zu machen. Noch etwas weniger Nazis als im vergangenen Jahr folgten dem Aufruf der selbsternannten “Autonomen Nationalisten” und verbrachten mit Sicherheit keinen angenehmen Tag. Jetzt gilt es auch über den Oktober hinaus den Nazis in Göppingen entgegenzutreten und die Praxis des Wegschauens zu durchbrechen.

Frigga Haug: Einführung ins Denken und in die Politik von Rosa Luxemburg

Dienstag, 22. Oktober und Mittwoch, 23. Oktober 2013, 19 Uhr im Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz, Florastrasse 6, St.Gallen

Die Referentin an beiden Abenden ist Frigga Haug, Sozialwissenschaftllerin und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Rosa Luxemburg Stiftung

Vor fast 100 Jahren wurde Rosa Luxemburg ermordet. Ist ihr Denken, ist ihre Weise, Politik zu machen überhaupt noch aktuell?

Frigga Haug zeigt sie als umstrittene Gestalt in der Geschichte der linken Bewegungen und stellt ihre Gedanken zu Staat, zu Revolution, zu Demokratie und Diktatur und zu den Massen vor.

Am zweiten Abend konkretisiert und entfaltet Frigga Haug den Schlüsselbegriff «revolutionäre Realpolitik». Sie prüft diesen Begriff auf seine Aktualität und stellt ihn in den Kontext der Großen Krise.

http://www.frauenarchivostschweiz.ch/