Archiv für Mai 2013

Festival contre le racism an der Uni Konstanz

3.6. Carolin Ott → 19.45 Uhr in K5 (Unter der Mensa)

Input und Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Weltecke, Dr. Blome und Dr. Rath:
theoretisch richtig – praktisch uneindeutig: rassismuskritisches Handeln zwischen Theorie und Praxis

Der Input mit Einführungscharakter möchte einige praxisrelevante Aspekte verschiedener Rassismustheorien aufzeigen. Widersprüche für die antirassistische Arbeit ergeben sich so unter anderem aus dem Wunsch nach moralischer Verurteilung des Rassismus und der Erkenntnis seiner gesellschaftlichen Normalität. Ebenso auch aus den persönlichen Positionierungsmöglichkeiten von antirassistisch Tätigen im Spannungsfeld zwischen eigenen Privilegierungen und stellvertretender Ermächtigung. Inwiefern sie Reflektionspotentiale für ein informiertes rassismuskritisches Handeln bereitstellen können, soll anhand von Beispielen in der offenen Diskussion zur Sprache kommen.

Carolin Ott ist die fzs-Koordinatorin des bundesweiten festival contre le racisme im Jahr 2013 und Antidiskriminierungsreferentin der Fachschaftskonferenz der Universität Heidelberg.

4.6. Robin Brodt → 19.00 Uhr G309

Hippe Nazis? Neue Organisationsformen rechter Jugendkulturen und neonazistische Styles & Codes.

Die rechte Szene verändert sich fortwährend. Freilich nicht in Bezug auf ihre charakteristisch menschenverachtenden Ansichten, wohl aber in Formen der Erscheinung und Aufnahme (pop)kultureller und sonstiger medialer Einflüsse. Der Vortrag handelt daher von wandelnden Selbstdarstellungen und Organisationsformen der rechten bzw. neonazistischen Szene in Deutschland.

Robin Brodt ist freier Referent der Landeszentrale für politische Bildung BW und Trainer des Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.

Hinweis: Der ehemalige Konstanzer Robin Brodt arbeitet in dem von linker Seite scharf kritisierten ([1] [2] [3]) Projekt „TEAM meX“. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt zw. der Landeszentrale f. pol. Bildung und dem Verfassungsschutz.

5.6. Dorothea Weltecke → 19:00 Uhr D406

Rasse und Religion im Mittelalter

In dem wichtigsten Nachschlagewerk für diese Epoche, dem Lexikon des Mittelalters, gibt es keinen Eintrag zu “Rasse”. Von einer intensiven Erforschung der Kategorie Rasse wird man allgemein nicht sprechen können. Trotzdem sind einige interessante Fragen zu klären. Kann man sagen, dass Segregation und Diskriminierung im Mittelalter statt mit der Kategorie Rasse über die Religion begründet wurde? Wie wurden indessen z.B. Menschen mit afrikanischer Herkunft wahrgenommen? Zeigt die Debatte um die Reinheit des Blutes der Altchristen versus der getauften Juden auf der Iberischen Halbinsel im 15. Jahrhundert und der Antijudaismus insgesamt den Beginn des modernen Rassismus an? Schließlich diente die mittelalterliche Geschichte als Arsenal für moderne, rassistische Argumente. Wie war das möglich, und ist die Mittelalterforschung heute frei von Rassismus?

Dorothea Weltecke ist Professorin für die Geschichte der Religionen an der Universität Konstanz.

6.6. Dr. Harry Waibel → 19.00 Uhr A704

Rassisten in Deutschland – verleugnet und verdrängt?

Wie wurde mit Rassisten und ihren Taten in der DDR bzw. in der BRD umgegangen? Wie kam es, dass ost-deutsche Männer und männliche Jugendliche überproportional,gemessen an der Zahl der jeweiligen Bevölkerungszahl, als Täter beteiligt sind? Wie ist es möglich geworden, dass im Osten, gemessen an der Bevölkerungszahl, eine zwei- bis dreifach höhere Anzahl neo-nazistischer, rassistischer oder anti-semitischer Straftaten zu verzeichnen ist?

Seit der Aufdeckung der rassistischen Gruppe „NSU“ im November 2011 wird der Öffentlichkeit bewusst, dass es in den Sicherheitsinstitutionen, bis hinauf zur Ministerebene, kein signifikantes Bewusstsein für rassistische Inhalte und Strukturen gibt bzw. das die Hinweise auf rechtsterroristische Urheber für die Mordserie verleugnet und verdrängt worden sind. Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für die anti-rassistischen und anti-faschistischen Initiativen, um diese gefährliche Entwicklung zu stoppen und zurückzudrängen?

Harry Waibel ist freier Dozent an der VHS Steglitz und forscht als Historiker verstärkt zu den zu den Ursachen und zum Verlauf von Neo-Faschismus, Rassismus und Anti-Semitismus in der DDR.

14.6. Filmvorführung: Preview Screening!!! → Zebra Kino um 19.45 Uhr

„I CAN´T BE SILENT“ – The Refugees auf Deutschlandtour Zu Gast ist Die Regisseurin Julia Oelkers

Story
Musiker aus Afrika, Russland, dem Balkan und Afghanistan machen gemeinsam mit Heinz Ratz und seiner Band Strom & Wasser eine Konzerttournee. Das Besondere an dem Projekt: Einige der Künstler sind Asylsuchende in Deutschland. Wir haben sie einen Sommer lang mit der Kamera bei Konzerten und in ihrem Alltag begleitet.

Zwischen Rampenlicht und Isolation
Für einige Bandmitglieder bedeutet die Tour eine Gratwanderung zwischen zwei Extremen. Abends stehen sie auf der Bühne im Rampenlicht, am nächsten Morgen kehren sie zurück in die Isolation des Flüchtlingsalltags. Sie leben mit vielen Menschen auf engem Raum, haben keine Möglichkeit zu üben oder ihr Instrument zu spielen, sind von Abschiebung bedroht und haben traumatische Erfahrungen auf der Flucht gemacht. Ihr Aufenthaltsstatus ist unsicher, die Zukunft mehr als ungewiss. Ihre Unterkünfte liegen oft abgelegen am Rande der Städte und sie dürfen sich nicht ohne Erlaubnis frei innerhalb Deutschlands bewegen. Die Band bietet ihnen die Chance, diese Isolation zu durchbrechen.

Der Film macht die Lebensbedingungen für Asylsuchende sichtbar, ohne die Protagonisten zu Opfern zu degradieren. Sie bleiben starke Persönlichkeiten, die mit ihrer Musik die Verhältnisse in denen sie leben müssen selbst thematisieren.

Mehr Informationen: www.startnext.de/refugees-doku

10.6. Prof. Dr. Boris Barth → Zimmerbühne, St. Johanngasse 2 – direkt beim Münsterplatz, ab 19 Uhr

Eugenik und technokratische Gesellschaftsutopien in den 1920ern und 1930er Jahren

Lange Zeit ist die Entstehung der Eugenik seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als ein wenig bedeutender Randaspekt der Geschichte des Rassismus angesehen worden. Intensive historische Forschungen im letzten Jahrzehnt haben dieses Bild grundsätzlich in Frage gestellt. Vor allem in den 1920er und 1930er Jahren hat es in sehr vielen westlich geprägten Staaten technokratische Visionen gegeben, durch eine „aktive“ und staatlich gesteuerte Politik die Qualität des eigenen Volkes zu verbessern, bzw. zu verändern. Die eugenische Politik des Nationalsozialismus stellte dabei die radikalste Variante dar, die aber keineswegs so isoliert war, wie zeitweise angenommen wurde: Zwangssterilisierungen von unerwünschten Personen hat es in Skandinavien und in den USA gegeben, eugenische Vorstellungen finden sich auch im Fürsorgewesen der Schweiz, und technokratische Vorstellungen von Bevölkerungspolitik gab es in Italien vor und während der faschistischen Diktatur. Der Vortrag stellt neuere Forschungstrends dar und geht auf zukünftige Perspektiven der historischen Analyse ein.

Boris Barth hat die Ergänzungsprofessur für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert an der Universität Konstanz inne. Er beschäftigt sich verstärkt mit Genozid und Völkermord im 20. Jahrhundert.

11.06. Eva Blome / Gudrun Rath (Konstanz) -> 19.00 Uhr G530

Weiße Wissenschaftswelt?

Kritische Perspektiven auf Rassismen in Wissenschaft und Universitäten
Welche Rolle spielen Rassismen in Wissenschaft und Wissenschaftsbetrieb? Inwiefern sind Methoden und Ergebnisse wissenschaftlichen Arbeitens auch heute noch durch eine eurozentristische Perspektive bestimmt? Welche Ausschlüsse und Diskriminierungen finden in der wissenschaftlichen Community statt? Angesichts einer Wissenschaft, die sich weiterhin häufig als ‚objektiv‘ und ‚neutral‘ versteht und sich zugleich zunehmend globalisiert, erscheint die Auseinandersetzung mit diesen Fragen eine wichtige Voraussetzung für einen selbstkritischen und reflexiven Blick auf die eigene wissenschaftliche Praxis zu sein. Dieser Herausforderung stellt sich der Vortrag – nicht zuletzt auch, indem diskutiert wird, in welcher Weise auch feministische Theoriebildung und Gender- sowie Gleichstellungspolitiken von einer Weißen Sichtweise geprägt sind und zur Marginalisierung anderer Perspektiven in der Wissenschaft und an den Hochschulen beitragen.

Gudrun Rath ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenscluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ am Lehrstuhl für Kulturtheorie und kulturwissenschaftliche Methoden der Universität Konstanz. Eva Blome ist ebenfalls Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Excellensclusters innerhalb der Neueren Deutschen Literatur.

12.6. Daniela Hrzán → 19:00 Uhr D406

„Beate, die braune Witwe“: Weißsein, Geschlecht und Nation in der medialen Berichterstattung über Beate Zschäpe

Welches Bild haben wir von Beate Zschäpe? Handelt es sich um eine kalkuliert handelnde rassistische Gewalttäterin und Terroristin oder vielleicht doch eher um ein Opfer der Umstände – eine Frau, die auf der Suche nach Anerkennung und Familienanschluss zum Werkzeug einer gemeinhin als patriarchal und äußerst maskulin geltenden rechtsextremen Szene avanciert ist? Unter Bezugnahme auf Ergebnisse der Rassismusforschung, insbesondere der kritischen Forschung zur Relevanz von Weißsein in Deutschland, sowie der Gender Studies soll die mediale Berichterstattung über Beate Zschäpe seit ihrer Festnahme im November 2011 anhand von Beispielen analysiert und vor dem Hintergrund historischer und aktueller Thesen zur Mittäterschaft von Frauen im Nationalsozialismus diskutiert werden. Der Verknüpfung der Kategorien ‚Weißsein‘, ‚Gender‘ und ‚Nation‘ kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Daniela Hrzán ist Dozentin am Lehrstuhl für Geschlecht und Geschichte am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin. Und lehrte ein Semester als Gastdozentin an der Universität Konstanz im Studiengang Gender Studies.

13.6. Teidelbaum → 19.45 Uhr im Radioraum

»Braunzone Bundeswehr?« / We(h)r macht Traditionen in der Bundeswehr?

Die Bundeswehr betreibt bis heute eine Traditionspflege, die irgendwo zwischen Führerbunker und 20. Juli anzusiedeln ist. Einerseits wurden einige Kasernen-Patenonkel nach starker Kritik von außen gestrichen, andererseits ist die Bundeswehr wieder ein „Heer im Einsatz“. Dieser Umstand führt offenbar dazu, sich wieder in die Tradition der letzten deutschen Armee im „Auslandseinsatz“ zu stellen. Es gibt in der Bundeswehr eine positive Bezugnahme auf so genannte „Stahlgestalten“, vermeintlich unbelastete Personen aus Wehrmacht und Kaiserreich mit besonderen militärischen „Leistungen“. Dabei wusste bereits Kurt Tucholsky: „Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Kriege getötet worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg.“ Einzelfälle gar Missverständnisse werden braune Vorkommnisse in der Bundeswehr von offizieller Seite gern genannt. Doch bei genauerem Hinschauen entdeckt man eher ein System dahinter, wobei einzelne Skandale nur die Spitze des Eisberges offenbaren. Offenbar gibt es eine neonazistische Subkultur in der Truppe. Ist die Bundeswehr also die größte Wehrsportgruppe Deutschlands oder doch nur ein Heer von Einzeltätern?

Der Referent ist Historiker, Autor für das antifaschistische Magazin „Der Rechte Rand“ und Mitarbeiter eines Monitoring-Projektes zum Thema „Extreme Rechte und Bundeswehr“ (http://braunzonebw.blogsport.de).

15.6. Jörn Menge → 19:45, A 704

Mit Musik gegen Rechtsextremismus

Im Rahmen der Kampagne „Laut gegen Nazis“ und der Vereinsarbeit dieser Organisation fanden in den letzten Jahren über achtzig Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und viele andere Aktionen bundesweit statt. Partner wie Die Fantastischen Vier, Sportfreunde Stiller, Gentleman, Silbermond, Revolverheld, Bela B. und viele weitere Musiker und Schauspieler reisten mit uns an Brennpunkte in Deutschland, um dort örtliche Initiativen direkt zu unterstützen. Mit einer breiten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit versucht „Laut gegen Nazis“ Zusammenschlüsse in der Zivilgesellschaft für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung zu schaffen. Dies geschieht sehr oft mit einem großen medialen Erfolg. Auch der Humor darf in der Auseinandersetzung mit dem Thema nicht fehlen. Comedians wie „Serdar Somuncu“ und viele andere nehmen sich ebenfalls des Themas an. Das NDR-Satire Magazin „extra3″ ist bereits langjähriger Partner von „Laut gegen Nazis“. Jörn Menge zeigt anhand von Beispielen, dass Musik und Humor durchaus legitime Mittel zur Bekämpfung des aktuellen Rechtsextremismus sind. Er wird über seine persönlichen Erfahrungen berichten, die er als Leiter der bundesweiten Kampagne „Laut gegen Nazis“ in der Praxis gesammelt hat. Ziel wird neben der Sensibilisierung zu den Themen Ausgrenzung, Rassismus, Rechtsextremismus usw. eine offene Diskussion zu diesen Themen sein.

Jörn Menge ist Musikmanager und gründete 2004 die Initiative „Laut gegen Nazis – Rechte Gewalt kann jeden treffen“.

18. 6. Dokumentarisches Theater: → 19.45 Uhr Zebra Kino

„Asyl-Monologe“ (Buch und Regie: Michael Ruf)

Die „Asyl-Monologe“ erzählen von Menschen, die Grenzen überwunden, Verbündete gefunden, ein „Nein“ nie als Antwort akzeptiert und unter aussichtslosen Bedingungen immer weitergemacht haben – mit dem Ziel eines Lebens in Sicherheit und mit Menschenwürde.
Das Projekt entstammt einem nationalen Netzwerk, der Bühne für Menschenrechte (BFM, das aus professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Musikerinnen und Musikern besteht, die sich der Aufgabe widmen, öffentliche Aufmerksamkeit für aktuelle Menschenrechtsfragen zu erzeugen. Die zentrale Aktivität des Netzwerks sind bundesweit dargebotene dokumentarische Theaterstücke, welche die Geschichten jener erzählen, deren Menschenrechte verletzt wurden bzw. werden (insbesondere von Asylsuchenden und Flüchtlingen) und die als Minderheiten Unterdrückung erleben. Die Produktionen werden basierend auf ausführlichen Recherchen und Interviews mit den Akteurinnen und Akteuren selbst und unter Beratung durch einschlägige Organisationen entwickelt. Als erste Lesung werden derzeit die Asyl-Monologe dargeboten.

Da dokumentarisches Theater unabhängig von einem etwaigen Interesse an Kunst für jede und jeden leicht zugänglich sind, öffnet es der breiten Öffentlichkeit die Tür zu einem Thema, bei dem ansonsten in der Zeitung weiter geblättert oder vor dem Fernseher umgeschaltet wird.

Mehr Informationen: www.buehne-fuer-menschenrechte.de

Quelle: http://www.asta.uni-konstanz.de/termine/veranstaltungen-parties-und-events/festival-contre-le-racisme/

Reportagen zur aktuellen Situation in Guatemala

Veranstaltung mit Andreas Boueke im Konstanzer Weltladen, Rheingasse 13, am Mittwoch, 5. Juni 2013 um 19:30 Uhr

Journalistische Berichterstattung aus Guatemala handelt oft von Gewalt und Armut. Wie sieht das Leben eines freien Journalisten aus, der seit zwanzig Jahren dort recherchiert?

Andreas Boueke erzählt aus seinem Arbeitsalltag: er berichtet über seine Recherchen in Guatemala und präsentiert Hintergrundinformationen zu Land und Leuten. Es werden Fotos gezeigt und eine Radioreportage abgespielt. Zudem leist er aus seinem aktuellen Buch:

Andreas Boueke:
Guatemala – Recherchen auf heißem Pflaster
336 Seiten, Klappenbroschur, zahlreiche Abb.
ISBN 978-3-89502-356-9

Der Eintritt ist frei.

Vortrag zu Venezuela nach Chávez

Veranstaltung mit Dr. Carolus Wimmer am Dienstag, 4. Juni, 19:30 Uhr in Konstanz, Hotel „Barbarossa“ (Nebenraum)

Wie geht es nach dem Tod von Hugo Chávez Anfang März und dem knappen Wahlsieg des sozialistischen Regierungsbündnisses weiter mit der bolivarischen Revolution in Venezuela?

Der am 14. April mit 50,78 Prozent gewählte Präsident Nicolás Maduro kündigte bei seiner Amtseinführung eine „Revolution in der Revolution“ und einen Ausbau „sozialer Missionen“ an, um die Errungenschaften der chavistischen Politik zu sichern und die Lebensverhältnisse der armen Bevölkerung weiter zu verbessern.

Die knapp geschlagene rechte Opposition unter Führung von Henrique Capriles Radonski sprach dagegen von Wahlbetrug und schürt seitdem eine Kampagne, um Maduro zu Fall zu bringen. Im ganzen Land gehen ultrarechte Gruppen gewaltsam gegen Unterstützer der Regierung und Behördeneinrichtungen vor. Die eng mit den USA verbundenen alten Eliten wittern Morgenluft: Sie wollen ihre von Chávez beschnittenen Privilegien zurück, die Reformen, die zu einer deutlichen Verbesserung der Lage der verarmten Bevölkerungsmehrheit geführt haben, sollen einkassiert, die alten kapitalistischen Machtverhältnisse wiederhergestellt werden.

Die venezolanische Linke steht also vor gewaltigen Herausforderungen, denn das knappe Wahlergebnis ist auch ein Ergebnis von Fehlern und Versäumnissen der sozialistischen Regierung, die sich die Rechten jetzt zunutze machen wollen. Eine immer noch hohe Inflation, Vetternwirtschaft, Verschwendung öffentlicher Gelder – das ist nur ein Teil der Probleme, die die Regierung bewältigen muss, um die Lage zu stabilisieren. Nur dann kann das bolivarische Projekt fortgesetzt werden, nur so hat der Kampf für soziale Emanzipation, Demokratie, Bildung und medizinische Versorgung Aussicht auf Erfolg.

Dr. Carolus Wimmer, gebürtiger Münchner, später Schüler am Ellenrieder Gymnasium in Konstanz, lebt und arbeitet seit Anfang der 70er Jahre in Venezuela. Der frühere Direktor für internationale Beziehungen beim venezolanischen Parlament ist mittlerweile Abgeordneter und Vizepräsident des Lateinamerikanischen Parlaments in Panama, das 23 Länder repräsentiert. Wimmer ist außerdem
Internationaler Sekretär der KP Venezuelas.

Veranstalter: DIE LINKE. Kreisverband Konstanz, DKP Bodensee-Hochrhein

Moos: Einführung in „Das Kapital“ von Karl Marx und Kritik an Neoklassischen Wirtschaftstheorien

Zweiteiliges Seminar mit dem Referenten Hans-Peter Büttner am Samstag, den 22.6.2013 und am Samstag, den 6. Juli 2013, jeweils von 14.30 bis 17.30. Ort: Gewerbestr. 4b, 78234 Moos am Bodensee

Das Marxsche „Kapital“ ist ein sperriges und zugleich großartiges Werk, auf dessen detaillierte Ausarbeitung Karl Marx insgesamt fast 20 Jahre seines Lebens verwandte ohne es bis zu seinem Tod 1883 auch nur annähernd beenden zu können.

Seine Fragestellungen sind hierbei oftmals noch genialer als seine Antworten. Allen interessierten Teilnehmern wird ein Einblick gegeben in die Geschichte dieses unvergleichlichen Werks, in seine zentralen Themen und die über hundertjährige Debatte um „Das Kapital“.

Weil die im „Kapital“ geübte schonungslose Kritik der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft von jeder Generation wissbegieriger Menschen neu aufgenommen und angeeignet wird, regt dieses Buch immer neu zum Denken und Über-Denken an; nicht zu festen Dogmen, sondern zum Nachdenken über unsere gesellschaftliche Praxis und all jene Wissensformen, welche Menschen unmündig, unwürdig und in Elend halten. „Revolutionär“ ist das Marsche „Kapital“ weil es über das Denken hinaus eine andere Praxis nahelegt: den Kommunismus.

Das erste kleine Seminar wird ergänzt durch die Darstellung und Kritik des bürgerlich-kapitalistischen „Gegenentwurfs“ zum „Kapital“, die sog. neoklassische ökonomische Theorie.

Denn insbesondere noch in dieser Gegenüberstellung kann der Blick auf Marxens Einsichten geschärft werden.
Selbstverständlich können wir in der kurzen Zeit der beiden Treffen keine Fragen erschöpfend diskutieren, wohl aber voneinander lernen und Anregungen für unser aller weitere Arbeit am Thema mitnehmen.

Die beiden Teile können auch getrennt besucht werden.

Hans-Peter Büttner, Jg. 1968, studierte Sozialpädagogik in Bielefeld. Danach Arbeit in der Jugendhilfe und der Erwachsenenbildung. Referent des Katholischen Bildungszentrums Konstanz zu den Themen Kritik der Politischen Ökonomie und Wirtschaftswissenschaften. Diverse Veröffentlichungen zur ökonomischen Theorie.

Veranstalter: Marxistischer Gesprächskreis Konstanz-Singen

Stolpersteine in Radolfzell

Informationsveranstaltung der Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ am 18. Juni im Tagungsraum 4 des Milchwerks. Beginn der Veranstaltung ist 18:30 Uhr.

Die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ zeigt zunächst den Dokumentarfilm „Stolperstein“ von Dörte Franke über den Kölner Künstler Gunter Demnig, der das gleichnamige Kunstprojekt ins Leben gerufen hat.

Sog. Stolpersteine sind in den Gehsteig eingelassene Pflastersteine aus Messing. Ihre Inschriften erinnern an Personen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder umgebracht wurden. Sie werden für Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Sozialdemokraten und Kommunisten, Homosexuelle und Euthanasieopfer an ihrem letzten, selbstgewählten Wohnort verlegt.

Im Anschluss an den Film stellt sich die Initiative selbst vor. Ziel der Radolfzeller Initiative ist es, auch in Radolfzell Stolpersteine zu verlegen. Alle sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Es werden Leute gesucht, die bei der Recherche helfen oder sog. Steinpatenschaften übernehmen. Der Historiker Markus Wolter präsentiert ausgewählte Biografien von Radolfzeller Personen, für die ein Stolperstein verlegt werden soll. Katrin Brüggemann, Vertreterin der erfolgreichen Konstanzer Stolperstein-Initiative, berichtet von den dortigen Erfahrungen.

Es wird genügend Zeit für Diskussionen, Fragen und Vorschläge aus dem Publikum sein.

http://www.milchwerk-radolfzell.de/
Quelle: http://stolpersteine-radolfzell.de