Archiv für Januar 2013

Antifaschistische Kundgebung Lindau aus Anlass des 80. Jahrestages der Machtübergabe an Adolf Hitler 1933

„Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dieses erwuchs.“

Am 30. Januar 2013 jährt sich zum achtzigsten Mal, dass Reichspräsident von Hindenburg auf Drängen aus Kreisen der Hochfinanz des Militärs sowie der chemischen und Schwerindustrie Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Das Grauen, der Staatsterror und die Zerstörungen in bisher ungekanntem Ausmaß nahmen damit ihren Anfang.

Vor rund einem Jahr wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die neofaschistische Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund NSU“ in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zehn rassistisch begründete Morde an
ausländischen Mitbürgern und einer Polizistin begangen haben, davon fünf in Bayern. Hinzu kamen zwei Sprengstoffanschläge mit über 20 Verletzten. In der neofaschistischen Gruppierung „Thüringer Heimatschutz THS“, aus welcher heraus der terroristische NSU entstand, standen 40 Mitglieder im Sold deutscher Nachrichtendienste. Immer mehr Verwicklungen zwischen dem NSU, dem THS, staatlichen Verfassungsschutzmitarbeitern und Geheimdienstmitarbeitern wurden zwischenzeitlich bekannt. Dieser Skandal muss durch lückenlose Aufklärung und die Auflösung dieser Dienste beantwortet werden.

Die Bundeswehr ist inzwischen an 11 Kriegen und kriegerischen Konflikten auf der Welt in Form von Auslandseinsätzen beteiligt. Dies hat mit ihrem Verteidigungsauftrag zum Schutz der Bundesrepublik Deutschland nichts mehr zu tun. Eine Verdrehung dieses grundgesetzlichen Verteidigungsauftrages hin zur militärischen Einmischung rund um den Globus hat nichts mehr mit dem ethischen Erbe aus den Schrecken und Verbrechen des NS-Faschismus zwischen 1933 und 1945 zu tun, wie es noch bei der Gründung der Bundesrepublik Konsens war. Eine glaubwürdige deutsche Außenpolitik kann nur durch eine strikte zivile Orientierung auf einen fairen Interessenausgleich in Konfliktsituationen entstehen, nicht durch Militäreinsätze.

Die Bodenseeregion wurde in den vergangenen fünfzig Jahren schrittweise zu einem süddeutschen Rüstungszentrum umgestaltet. Tausende von Arbeitsplätzen wurden dabei an die Entwicklung und Produktion von Militärgütern gebunden. Dies erinnert dramatisch an die Bodenseerüstungsbetriebe zur Zeit der NS-Herrschaft. Dies darf nicht so bleiben und muss umgehend durch eine Umorientierung auf rein zivile Technologien zur Bewältigung der ökologischen Energiewende und zum umfassenden Aufbau eines weniger zerstörerischen Verkehrswesens geändert werden.

Kundgebung am 30. Januar 2013 um 18.00 Uhr am
ehemaligen Gestapo-Haus, Linggstraße 3, Lindau-Insel.

Es spricht Heinz Siefritz, Mitglied des Bundesvorstandes der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB im
Bodenseekreis.

Veranstalter: Bunte Liste Lindau

Aktionswoche „Zwangsverheiratung in Deutschland“

Die Terre des Femmes Hochschulgruppe Konstanz lädt zur Aktionswoche „Zwangsverheiratung in Deutschland“ vom 21. Januar bis 25. Januar 2013 ein.

22. Januar 2013 | 17 Uhr
Gewalt im Namen der Ehre – Zwangsheirat in Deutschland
Referentin: Collin Schubert
Senatssaal V1001
Universität Konstanz

25. Januar 2013 |16.30 Uhr
Der Zwangsehe entfliehen – Aus dem Alltag einer Beratungsstelle
Referentin: Leyla Süngerli-Uzun
Treffpunkt Petershausen
Georg-Elser-Platz 1, Konstanz

Anarchietage in Winterthur 2013

„Grenzen, Rassismus, Migration“ ist der Schwerpunkt der diesjährigen Anarchietage in Winterthur. Sie gehen vom 8.- 13. Februar 2013. Die Veranstaltungen finden alle in der Alten Kaserne, Technikumstrasse 8, statt.

Programm

Freitag / 8. Februar 2013

19h | Alte Kaserne
Vegane VoKü

20:30h | Alte Kaserne
Antimuslimischer Rassismus im Neoliberalismus
Sebastian Friedrich, Referat und Diskussion

Samstag / 9. Februar 2013

12h | Alte Kaserne
NEXT STOP LAMPEDUSA und die FABRIK DER ILLEGALEN EINWANDERUNG
(Eine Video-Reportage über die Flucht tausender TunesierInnen in das „Paradies“ Europa)
Viktor Bošnjak (Kollektiv Teleimmagini), Referat, Film (it/en) und Diskussion

15h | Alte Kaserne
Kontinuität der Pakte zur Bekämpfung der Immigration zwischen „Festung Europa“ und nordafrikanischen Staaten
Bernhard Schmid, Referat und Diskussion

ab 18h | Alte Kaserne
Vegane VoKü

20h | GGS31
Anarchietage-Solikonzert
Punk | Rock | HipHop | Electro

Sonntag / 10. Februar 2013

12h | Alte Kaserne
Die Ausweisung von Anarchisten aus der Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts
Adi Feller, Referat und Diskussion

15h | Alte Kaserne
20 Jahre Asyl- & Sans-Papiers-Bewegung
AktivistInnen der autonomen Gruppe «Refugees Welcome», Referat und Diskussion

Quelle: http://anarchietage.ch/2013/

Ernst Lohoff: Weltwirtschaftskrise und Eurodesaster

Vortrag von Ernst Lohoff über die inneren Widersprüche des Euro und den Irrwitz der europäischen Sparpolitik

Ort: Raum A 703 an der Uni Konstanz

Zeit: am 30.01.2013, 19 Uhr

Aus dem Ankündigungstext:

Warum steckt der Euro in der Krise? Sind die „faulen Griechen“ schuld oder die Gier der Spekulanten? Die Ursachen reichen wesentlich tiefer. Mit dem Euro wurden getrennte Währungsgebiete zusammengeschlossen, ohne einen einheitlichen wirtschaftspolitischen Funktionsraum mit einheitlichem Produktivitätsniveau zu schaffen. Eine solche Währungsunion kann auf längere Sicht nur dazu führen, dass im Produktivitätswettlauf strukturell benachteiligte Länder wie Griechenland oder Portugal auf den Gütermärkten von Deutschland oder den Niederlanden niederkonkurriert werden.

Trotzdem war die Einführung des Euro weder eine politische Fehlentscheidung noch ein Projekt der überlegenen Länder, um ihre Wettbewerbsposition auf Kosten der Nachbarn zu stärken. Der Euro ist vielmehr ein genuines Kind der Epoche des „fiktiven Kapitals“. Seine vermeintlichen Geburtsfehler waren nichts anderes als Anpassungen an die verrückten Bewegungsgesetze eines Kapitalismus, in dem die Anhäufung fiktiven Kapitals zum eigentlichen Motor der Wirtschaft geworden ist. In dem Maß wie diese auf dem Vorgriff auf künftige Wertproduktion beruhende Produktionsweise an ihre Grenzen stößt, zerbricht aber auch die europäische Gemeinschaftswährung an ihren inneren Widersprüchen.

Die brutale Sparpolitik im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, die vor allem Südeuropa verwüstet, ist kein Ausweg, sondern Teil des Problems. Der gesellschaftliche Reichtum Griechenlands, Spaniens und Portugals, wird der vagen Hoffnung geopfert, den Finanzmärkten gegenüber Kreditwürdigkeit zu simulieren. Die Regierungen und die sogenannten Wirtschaftsexperten schwadronieren davon, dass man über seine Verhältnisse gelebt hätte. Nichts ist zynischer und zugleich dümmer als diese Vorstellung. Die Weltgesellschaft hat ein ganz anderes Problem. Sie ist zu produktiv, um ihre Reichtumsproduktion noch dem armseligen Zweck der Kapitalverwertung zu widmen.

Ob Wohnungen gebaut, Krankenhäuser betrieben, Nahrungsmittel produziert oder Bahnlinien unterhalten werden, darf nicht davon abhängen, ob die nötige Kaufkraft vorhanden ist. Kriterium dafür kann einzig und allein die Befriedigung konkreter Bedürfnisse sein. Es gilt, bereits die Frage nach der »Finanzierbarkeit« offensiv abzuweisen.

Ernst Lohoff, geb. 1960, lebt in Nürnberg. Er studierte Soziologie, gehört zu den Gründervätern der Theoriezeitschrift Krisis und ist freier Publizist. Zusammen mit Norbert Trenkle veröffentlichte er 2012 das Buch „Die große Entwertung- Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind“.

Das ist der letzte Vortrag einer vierteiligen Veranstaltungsreihe zur Finanzkrise und öffentlichen Verschuldung an der Uni Konstanz. Sie wird vom hochschulpolitischen Refereat der Konstanzer Studierendenvertretung organisiert.