Archiv für Januar 2012

Konstanz mobilisiert nach Dresden

Presseerklärung der Konstanzer Vorbereitungsgruppe zu den antifaschistischen Protesten in Dresden

Update 13.2.: Diverse Ticker berichten am 13.2. im Minutentakt von Naziaufmarsch und Blockaden durch AntifaschistInnen in Dresden:

Seit Jah­ren neh­men tau­sen­de Neo­fa­schis­ten aus ganz Eu­ro­pa die all­ier­ten Bom­bar­de­ments auf Dres­den zum An­lass, dort Mitte Fe­bru­ar auf­zu­mar­schi­eren und ihr re­vi­sio­nis­ti­sches Ge­schichts­bild sowie ihre men­schen­ver­ach­ten­de Po­li­tik öf­fent­lich dar­zu­stel­len.

Neo­na­zi­auf­mär­sche sind kein Mit­tel der de­mo­kra­ti­schen Mei­nungs­äu­ße­rung, son­dern Auf­ru­fe zu ras­sis­ti­scher Ge­walt und Aus­gren­zung. Sie sind eine Be­lei­di­gung aller über­le­ben­den Opfer des Na­zi­re­gimes und aller Opfer neo­na­zis­ti­scher Ge­walt. In Dres­den haben sich seit ei­ni­gen Jah­ren brei­te Pro­tes­te gegen den Na­zi­auf­marsch her­aus­ge­bil­det, die sich den Nazis ent­ge­gen­stel­len.

Von Kon­stanz fährt nun schon zum dritten Mal ein an­ti­fa­schis­ti­scher Bus nach Dres­den. Der Bus wird am Frei­tag, den 17.02. am spä­ten Abend in Kon­stanz los­fah­ren und Sams­tag früh in Dres­den an­kom­men. Am sel­ben Tag, nach Ende der De­mons­tra­tio­nen (ca. 18 Uhr), fährt der Bus wie­der zu­rück.

In den letz­ten 2 Jahren konn­te auf­grund mas­sen­haf­ter Mo­bi­li­sie­rung in ganz Deutsch­land der Auf­marsch der Nazis in Dres­den ver­hin­dert wer­den. Trotz Kriminalisierung durch die sächsische Landesregierung und einer extrem gewalttätig agierenden Polizei blockierten ca. 20.000 Menschen den Naziaufmarsch erfolgreich.

Und da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, gilt es an die Erfolge anzuknüpfen und den Naziaufmarsch 2012 nun endgültig zur Geschichte zu machen!

Wenn ihr mit­fah­ren wollt, mel­det Euch bitte ver­bind­lich an mit einer E-Mail an pro­test-vom-see [ät] web.de oder erwerbt die Karten an unseren Infoständen oder Veranstaltungen.

Aktuelle Infos unter: http://konstanzgoesdresden.blogsport.de/

Ausstellung „Stolpersteine in Konstanz“ und Zeitzeugenbericht von Ruth Schwarzhaupt

Vom 26.01.bis 19.02.2012 zeigt die Initiative „Stolpersteine in Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ ihre Ausstellung „Stolpersteine in Konstanz“. Der Austellungsort ist der Gewölbekeller des Kulturzentrums, Konstanz. Die Vernissage findet dort am 26.01. um 18 Uhr statt.

Öffnungszeiten: Di-Fr. 10-18 Uhr, Sa und So 10-17 Uhr

Zeitzeugenbericht

Im Anschluß an die Vernissage, um 19:30 Uhr, gibt es dann einen Zeitzeugenbericht von Ruth Schwarzhaupt. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages spricht Ruth Schwarzhaupt über die Geschichte ihrer Familie, die 1933 aus München Zuflucht in Konstanz gesucht hatte.

Ort: Wolkensteinsaal, vhs Konstanz, Katzgasse 7, Konstanz

http://stolpersteine-konstanz.de

Neuerscheinung: Die Wüste glimmt!

Der neue Roman des Exiliraners Ali Schirasi ist erschienen!

Der in Konstanz im Exil lebende Iraner Ali Schirasi hat seinen neuen Roman fertiggestellt. Er hat den Titel „Die Wüste glimmt“. Der Roman ist im Agenda-Verlag erschienen. Ausführliche Infos: hier.

Das Buch „Die Wüste glimmt“ greift zwei Lebensläufe auf, die von der verrückten Pari und vom Dorfnarr Gondik, wie zwei Fäden, die von zwei Wollknäueln aufgezogen werden und sich an einer Stelle kreuzen, verflochten und verwoben werden. Zwei Fremde, die sich bis dahin auch selbst fremd waren, finden zusammen und finden Eingang in die Dorfgesellschaft. Die Dorfgemeinschaft nimmt sie auf, es werden mehr Fäden, mehr Farben, und schließlich sehen wir das Bild eines persischen Teppichs vor Augen, in den die ganzen Traditionen und Bilder des Dorfes verwoben sind.

Aber während wir auf dem Teppich der Tatsachen stehen und glauben, festen Boden unter den Füßen zu haben, beginnt auch dieses Bild zu zerfließen. Der Boden ist nicht fest und der Teppich scheint abzuheben. Das Dorf beginnt sich zu bewegen, und unversehens befinden wir uns mitten in einer Revolution, die das erste Kapitel der großen Veränderungen im Iran des 20. Jahrhunderts darstellt. Wir lernen, die Geschichte, die Entwicklung, nicht mit den Augen eines Städters zu sehen, eines distanzierenden Analytikers, sondern aus der bewegten Menge heraus, mit den Gefühlen der Menschen im Dorf.

Das ist die Stärke dieses Buches, das uns den Iran in einer Weise nahebringt, wie dies keine Nachrichtensendung und keine Zeitungsmeldung je schaffen kann.


Das Bild des Glimmens ist gemünzt auf eine historische Situation vor der Islamischen Revolution von 1979 im Iran. Es steht dafür, dass die Herrschenden niemals sicher sein können, dass das Feuer des Widerstands vollständig erloschen ist und nicht plötzlich wieder aufflackern kann.

Eine Aussage, die man auch für den heutigen Iran machen könnte, jetzt wo die Proteste gegen den Wahlbetrug von 2009 blutig niedergeschlagen worden sind und scheinbar alle ruhig ist. Aber unter der Oberfläche rumort es noch immer.

Informationen zur aktuellen Situation im Iran findet man unter http://alischirasi.blogsport.de.

Schulden-, System- oder Demokratiekrise?

Vortrag von Bernhard Thomas (Attac) am Donnerstag, 12. Januar 2012, in Lindau

Ein Blick auf die ökonomische Krise abseits der Erklärungen von Bankvertretern und Regierung. Kennen Sie sich noch aus? Eurobonds, EFSM, Banklizenz, Ratings und Inflationsgefahr! Geht es nur um Schulden, steckt die Ökonomie in einer Systemkrise oder stehen wir vor dem Staatsstreich durch Banken und Investoren? Der Abend soll nach einem kurzen Input über den Werdegang der Krise, die systemischen Ursachen und die Forderungen von ATTAC aus breiter Diskussion bestehen mit dem Ziel, dass wir uns untereinander mehr Klarheit über die aktuellen Vorgänge verschaffen.

Referent:
Bernhard Thomas, Aktivist bei ATTAC München beschäftigt sich seit Jahren mit den Systemfehlern der Ökonomie.

Einlass: 19.30 / Beginn: 20.00

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Quelle: linksunten.indymedia.org