Archiv für August 2011

Bernhard Schaub plant Treffen von Holocaustleugnern in St. Gallen

Treffen von Holocaust-Leugnern aus verschiedenen Ländern in der Ostschweiz geplant – mit dabei auch der niedersächsische NPD-Politiker Rigolf Hennig.

Die von dem Schweizer Bernhard Schaub initiierte „Europäische Aktion“, eine Dachorganisation europäischer Holocaust-Leugner, will am 10. September eine Veranstaltung im Raum St. Gallen (Ostschweiz) durchführen.

Neben der Vorstellung der „Europäischen Aktion“ durch Schaub, Ex-Vorsitzender des 2008 vom Bundesinnenminister verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV), stehen Kurzansprachen der „Landesleiter“ und Volksmusik auf dem Programm. Als „Landesleiter“ angekündigt sind Rigolf Hennig (Deutschland), Dr. Hans Berger (Österreich), Laurent de Lihus (Frankreich), Richard Edmonds und Lady Michèle Renouf (beide: England) und Bojan Rassate (Bulgarien).

Der niedersächsische NPD-Kommunalpolitiker Hennig ist in einschlägigen Kreisen als „Präsident“ des „Freistaates Preußen“ und selbst ernannter Kämpfer gegen den „zionistischen Globalismus“ (Hennig) bekannt. Der Schweizer Berger, Leserbriefschreiber in der „Jungen Freiheit“ und der FPÖ-nahen „Aula“, leitet die Informationsstelle Österreich der „Europäischen Aktion“. Der Franzose Lihus ist Unterzeichner des „Aufrufs zur Freilassung von Horst Mahler“. Der Brite Edmonds, war langjähriger Funktionär der British National Party (BNP).

„Volkstreue Kleider“ ausdrücklich erwünscht

Michèle Renouf, ein ehemaliges Fotomodell, ist seit dem Jahr 2000 im pausenlosen Einsatz für Holocaust-Leugner wie David Irving, Robert Faurisson und Richard Williamson. Wie Schaub nahm Renouf im Dezember 2006 an der holocaustleugnenden Konferenz in der iranischen Hauptstadt Teheran teil. Der Bulgare Rassate, der während seiner Kindheit über Jahre in Stuttgart lebte, war mehrfach als Redner bei rechtsextremen Veranstaltungen in der Bundesrepublik zugange.

Den Teilnehmern der Veranstaltung werden in der Einladung Bekleidungsvorschläge nahegelegt. Demnach sind „Trachten oder andere volkstreue Kleider, weiße Hemden und für die Frauen Röcke“ ausdrücklich erwünscht. Unerwünscht sind dagegen „Monturen pubertärer angloamerikanischer Subkulturen“.

Laut Eigendarstellung versteht sich die „Europäische Aktion“ als „Bewegung eines neuen europäischen Selbstbewusstseins“, die „jene Europäer vereinen“ will, „die den ‘american way of life‘ samt der ‘pax americana‘ satt haben und die Verlogenheit und Verächtlichkeit der ‘Political Correctness‘ und des gesamten gegenwärtigen Systems durchschauen“. Hinter den Anschlägen des norwegischen Massenmörders Anders Breivik vom 22. Juli vermutet die „Europäische Aktion“ eine „durchsichtige Geheimdienstaktion“ gegen die „entstehende europäische Widerstandsbewegung gegen Globalisierung und Nivellierung“. Ziel der „Europäischen Aktion“ ist es, „die US-hörige EU durch eine Europäische Eidgenossenschaft zu ersetzen, die Europa wieder zum handelnden Subjekt statt zum Spielball der Weltpolitik machen wird“.

Hinweis: Dieser Artikel von Anton Maegerle erschien zuerst bei Blick nach Rechts (bnr.de) unter dem Titel „Europäischer Widerstand“ (http://www.bnr.de/content/ae-europaeischer-widerstand-ae)