Vortrag: Der Tod ist ein Meister aus Deutschland – Rüstungsindustrie in Deutschland und am Bodensee.

Hunderttausende Zivilisten sterben weltweit durch Waffen „Made in Germany“. Nach Angaben des schwedischen Instituts für Friedensforschung SIPRI verdoppelte Deutschland seine Rüstungsexporte in den letzten fünf Jahren. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung die Vorgabe einer „restriktiven“ Waffenexportpolitik gestrichen, Exportgenehmigungen werden weiter gelockert.

Immer wieder kritisieren Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und die Kirchen, dass deutsche Waffen in Krisenregionen wie Afghanistan und Pakistan mit bedenklicher Menschenrechtslage und in Entwicklungsländer geliefert würden. Im Iran werden deutsche Waffen in Lizenz gefertigt, Foltergeräte und Überwachungstechnologie aus Deutschland gegen die Opposition eingesetzt.

Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie ist Baden-Württemberg mit dem Rüstungsriesen Daimler/EADS und Europas größtem Gewehr- und Pistolenhersteller Heckler & Koch.

Der Bodensee ist eine der führenden Rüstungsregionen. Was man gegen Waffenlieferungen unternehmen kann, zeigt Jürgen Grässlin mit der Kampagne „AKTION AUFSCHREI – Rüstungsexporte verbieten, den Tätern Name und Gesicht, den Opfern eine Stimme geben!“ auf.

Grässlin ist Sprecher mehrerer Friedensorganisationen und Bestsellerautor über die Automobil- und Rüstungsindustrie. Der Spiegel bezeichnete ihn als „Daimlers schärfsten Widergänger“ und „Deutschlands wohl prominentesten Rüstungsgegner“.

Referent: Jürgen Grässlin
Termin: Dienstag, 28.09.10, 19.30-21.00 Uhr
Vhs Konstanz, Astoria-Saal, Eintritt 5,00 €