Archiv für September 2010

„Wir zahlen nicht für eure Krise“ Bodensee gegründet, Kundgebung am Samstag

Im Angesicht der, von der amtierenden schwarz/gelben Regierung forcierten „Sparpolitik“, hat sich auch am Bodensee ein Bündnis mit dem Motto: „Wir zahlen nicht für eure Krise“ gegründet. Diverse linke und linksradikale Gruppen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich wollen in Zeiten einer der größten Krisen des kapitalistischen Wirtschaftssystems nicht mehr stillhalten. Wir finden es ist an der Zeit wieder Alternativen zum bestehenden falschen Ganzen ins Auge zu fassen. Wir glauben nicht, das raffgierige Banker, Heuschrecken oder Pleitengriechen Schuld an der Krise sind. Für uns gilt ganz klar: Der Kapitalismus ist die Krise und die Lohnabhängigen können nur International vernetzt die Gesamtscheiße überwinden.

Unsere ersten gelaufenen Aktionen:

Mobile Flyer Aktion

Einige Aktivist_innen verteilten in Konstanz/Kreuzlingen mehr als 500 Flyer und machte das Bündnis etwas bekannter. Es gab einige Gespräche mit Anwohner_innen und Passanten.

Krisen Party

Um für das Bündnis, besonders bei jungen Menschen, zu werben, organisierten wir eine Party im Jugendclub Contrast in Konstanz. Bei Bier und elektronischer Musik konnten sich die Besucher_innen über anstehende Aktivitäten informieren und ein wenig feiern.

Internationale Kundgebung

Am Samstag 25.09. um 12 Uhr auf der Markstätte in Konstanz und um 14 Uhr auf dem Bärenplatz in Kreuzlingen wird es 2 Kundgebungen geben. Es sind mehrere Redebeiträge zu Krise und (Anti)Kapitalismus geplant. Kommt zahlreich und bringt eure Freund_innen und Nachbar_innen mit.

Bei indymedia hat die Plattform zusätzlich ein sog. Grundverständnis gepostet:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/25659

Kontaktieren kann man sie per mail: krise.bodensee [at] yahoo.com

Anmerkung: Uns würde interessieren, wer denn die „diversen linken und linksradikalen Gruppen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich“ sind, aus denen sich dieses Bündnis zusammensetzt.

Vortrag: Der Tod ist ein Meister aus Deutschland – Rüstungsindustrie in Deutschland und am Bodensee.

Hunderttausende Zivilisten sterben weltweit durch Waffen „Made in Germany“. Nach Angaben des schwedischen Instituts für Friedensforschung SIPRI verdoppelte Deutschland seine Rüstungsexporte in den letzten fünf Jahren. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung die Vorgabe einer „restriktiven“ Waffenexportpolitik gestrichen, Exportgenehmigungen werden weiter gelockert.

Immer wieder kritisieren Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und die Kirchen, dass deutsche Waffen in Krisenregionen wie Afghanistan und Pakistan mit bedenklicher Menschenrechtslage und in Entwicklungsländer geliefert würden. Im Iran werden deutsche Waffen in Lizenz gefertigt, Foltergeräte und Überwachungstechnologie aus Deutschland gegen die Opposition eingesetzt.

Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie ist Baden-Württemberg mit dem Rüstungsriesen Daimler/EADS und Europas größtem Gewehr- und Pistolenhersteller Heckler & Koch.

Der Bodensee ist eine der führenden Rüstungsregionen. Was man gegen Waffenlieferungen unternehmen kann, zeigt Jürgen Grässlin mit der Kampagne „AKTION AUFSCHREI – Rüstungsexporte verbieten, den Tätern Name und Gesicht, den Opfern eine Stimme geben!“ auf.

Grässlin ist Sprecher mehrerer Friedensorganisationen und Bestsellerautor über die Automobil- und Rüstungsindustrie. Der Spiegel bezeichnete ihn als „Daimlers schärfsten Widergänger“ und „Deutschlands wohl prominentesten Rüstungsgegner“.

Referent: Jürgen Grässlin
Termin: Dienstag, 28.09.10, 19.30-21.00 Uhr
Vhs Konstanz, Astoria-Saal, Eintritt 5,00 €

Einladung zum Frauenpolitischen Seminar

DIE LINKE und der Feminismus – eine Heraus- forderung!

13.11.10, 10 – 17 Uhr
DGB-Haus, Konstanz, Beyerlestr. 1

Schon Rosa Luxemburg störte der patriarchalische Mief in der Linken. Sie wünschte sich, dass „mit der politischen Emanzipation der Frauen ein starker frischer Wind (in die sozialistische Partei, sz) hineinwehen (und) die Stickluft des jetzigen philisterhaften Familienlebens vertreiben würde“. (RL 1/2, 185)

Bis heute bremsen patriarchale Muster und Rituale in der Linken bestimmte benachteiligte Gruppen aus. Dazu gehören Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge, Lesben und Schwule, Menschen mit Behinderungen, alte Menschen, arme Menschen und andere mehr.

Linke feministische Frauen und Männer diskutieren heute eine gesellschaftliche Utopie, in der Arbeit für das Überleben, Liebe und Sterblichkeit, Lernen und Weltveränderung für alle Menschen Lebensinhalt sind. Auf dem Weg dahin müssen wir Kapitalismus und Patriarchat abschaffen.

Ziel:
Eine linke Frauenpolitik gemeinsam zu definieren, die getragen ist von Männern und Frauen in allen Lebensbereichen.

Methoden:
Biographiearbeit, Analyse von Frauentexten zum Thema, Ausschnitte aus Dokumentarfilmen.

Referentinnen:
Marta Aparicio und Sabine Zürn, Landesvorstand und Landesarbeitsgemeinschaft Frauen in Baden-Württemberg

16.10.2010: Antifa-HC-Konzert im Contrast

Unter dem Motto „Keep Nazis out of Hardcore & Punk“ veranstaltet Das Contrast zusammen mit mehreren Konstanzer Gruppen am 16.10.2010 ein Antifa-Hardcore-Konzert.

Den Auftakt bildet eine Informations-Veranstaltung zum Thema Hardcore und Neonazis, die um 19:30 Uhr ebenfalls im Contrast beginnt. Dazu schreiben die OrganisatorInnen:

„Defend your scene

Schon immer versuchen Rassisten und Nazis die Gesellschaft zu unterwandern. Auch die Subkultur bleibt davon nicht verschont. Rechtsextreme versuchen sich gerade in der Hardcore Szene zu verankern. Sie versprechen sich davon neue gesellschaftliche Schichten mit ihrer menschenverachtenden Ideologie zu erreichen. Außerdem sind z.B. rechte Versände durchaus an neuen Käuferschichten interessiert.

Hardcore ist in Deutschland mittlerweile ein „rechter“ Markenname“.

Im Januar 2009 wurde der Begriff „Hardcore“ im deutschen Markenregister auf den Neonazi Timo Schubert eingetragen, was jedoch durcheine Kampagne verhindert werden konnte. Dies ist einer der Schritte, mit dem die extreme Rechte versucht Einfluss auf eigentlich alternative und antirassistische Musikrichtungen und Subkulturen zu nehmen.

Mehr Infos unter http://www.letsfightwhitepride.de/

Das Konzert beginnt um 21 Uhr. Es spielen folgende Bands:

  • Empowerment
  • Second Front Flag
  • Deadverse
  • Komma 8 Komma 1
  • Turning Cold
  • Sucubus

http://www.myspace.com/dascontrast
Joseph-Belli-Weg 11, Konstanz

Atomkraft: Schluss jetzt! Großdemo am 18.9. in Berlin

Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Bürgerinitiativen, Parteien und Gewerk- schaften ruft für den 18.9.2010 zu einer Großdemo auf gegen den Deal der Bundes- regierung mit den AKW-Betreibern zur Laufzeitverlängerung der Atommeiler und für eine grundsätzliche Energiewende.

Geplant ist eine Umzingelung des gesamten Regierungsviertels. Nach der Auftaktveranstaltung auf der Wiese vor dem Reichstag um 12 Uhr führt um 13 Uhr eine Demo zum Regierungsviertel, das etwa um 14:30 Uhr umzingelt sein soll. Die Großdemo endet nach mehreren weiteren Programmpunkten um 18 Uhr.

Schon heute ist absehbar, dass viele zigtausend Menschen an dieser Demonstration teilnehmen werden. Allein drei Sonderzüge und bislang über 100 bekannte Busse bringen die Menschen nach Berlin und wieder zurück.

Der Sonderzug aus dem Süden startet in Freiburg. Er fährt am 18.9. nach Berlin und wieder zurück. Vorraussichtliche Haltebahnhöfe: Basel Badischer Bahnhof – Freiburg Hbf – Karlsruhe Hbf – Heidelberg Hbf – Darmstadt Hbf – Frankfurt-Süd – Berlin Hbf. Die Tickets für den Sonderzug kosten: 59 Euro (Sozialpreis), 69 Euro (Normalpreis), 79 Euro (Solidaritätspreis) und 10 Euro (Kinderpreis). -> zur Buchung

Aus unserer Region fahren zumindest 3 Busse:

  • Radolfzell, Abfahrt 17.9. um 22:30 Uhr, Bahnhof, info (ät) KLARgegenAtom.de, www.KLargegenAtom.de, Kostenbeitrag: Normal 20 Euro, Sozial 10 Euro, Rückfahrt um 21:00 Uhr, weiterer Einstiegspunkt in Singen
  • Tuttlingen, Abfahrt 17.9. um 21:30 Uhr, Bahnhofsvorplatz Ansprechpartner: Ivan Tel. 07461/3567, ivan4you (ät) googlemail.com, www.ini-ausgestrahlt-tuttlingen.de Rückfahrt 20 Uhr, Kostenbeitrag: Normal 48 €, Sozial 30 €
  • Friedrichshafen, Abfahrt 17.9. um 21:00 Uhr, Stadtbahnhof, mit Einstiegspunkt in Ravensburg, Ansprechpartnerin Rita Strieckmann, bund.bodensee-oberschw (ät) bund.net, Tel. 07581/8407, Kostenbeitrag: Normal 38 Euro, Rückfahrt um 18:00 Uhr

Wer in Konstanz Kontakt zu MitdemonstrantInnen sucht, kann Karl-Ulrich Schaible, BUND Konstanz, KUSchaible[at]web.de ansprechen.

Zum Aufruf

www.anti-atom-demo.de

Vortrag von Prof. Joachim Hirsch am 15.9. in Reutlingen

»Öffentliche Güter für alle!« Soziale Infrastruktur – ein Vorschlag für eine radikale Reform. Mit: Prof. Joachim Hirsch

Mittwoch, 15.09.2010, 20.00 Uhr
Reutlingen | Kulturzentrum franz.K | Unter den Linden 23

Der von einer AutorInnengruppe der AG links-netz um Joachim Hirsch vorgelegte Entwurf für eine »Sozialpolitik als Bereitstellen von sozialer Infrastruktur« ist ein Vorschlag, Sozialpolitik von ganz neuen Grundvoraussetzungen her zu denken. Das Konzept knüpft an an die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen an – geht aber darüber hinaus. Damit knüpft die Veranstaltung u.a. an die Diskussion um einen kostenlosen ÖPNV und die Kampagne »TüBus« an.

Joachim Hirsch ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Uni Frankfurt und Mitglied der AutorInnenengruppe linksnetz.

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Kulturzentrum franz.K und dem ZAK Tübingen

-> mehr Infos: http://rls-bw.de/cms/index.php?article_id=444

vhs: Schwerpunkt Iran

13 Veranstaltungen plant die Volkshochschule Konstanz – Singen dieses Semester zum Thema Iran. Folgende Auswahl möchten wir hier empfehlen:

Ali Schirasi: Islamische Republik Iran – ein Röntgenbild. Die aktuelle Situation im Iran

vhs-Konstanz, Astoria-Saal: Di., 19.10.2010, 19:30 – 21:00 Uhr
vhs-Singen, Raum O.5: Do., 21.10.2010, 19:30 – 21:00 Uhr

Der Vortrag von Ali Schirasi befasst sich mit der Innen- und Außenpolitik des Iran, der Menschenrechtslage und der Unterstützung des Terrorismus. Dabei wird er auf die Männer und Institutionen im Hintergrund eingehen, die die Macht im Iran tatsächlich in den Händen halten, ebenso auf aktuelle Themen wie die Wahlfälschung im Juni 2009 und den Atombombenpoker, der vor allem dazu dient, die Islamische Republik als Herrschaftssystem zu erhalten. Der Referent wird schildern, wie die iranische Bevölkerung reagiert, wie sie sich gegen dieses System zur Wehr setzt, was das Regime unternimmt, um den Widerstand zu brechen. In diesem Zusammenhang kommt auch die Lage der Menschenrechte im Iran zur Sprache, ebenso wie die verschärften Konflikte unter den Herrschenden selbst.
http://alischirasi.blogsport.de

Solale Schirasi: Die Rolle der Frauen in der neuen demokratischen Bewegung im Iran

vhs-Konstanz, Astoria-Saal: Do., 28.10.2010, 19:30 – 21:00 Uhr

Obwohl in den hiesigen Medien wenig über die aktuelle politische Situation im Iran berichtet wird, heißt das nicht, dass es um die Oppositionsbewegung im Land selbst still geworden ist. Solale Schirasi informiert in Form eines Bildvortrages über die jüngsten Entwicklungen in Teheran, über die Oppositionsbewegung und besonders über die Situation der Frauen, die sich gegen das Mullah-Regime engagieren. Nach dem Vortrag wird es außerdem die Gelegenheit geben, Fragen zu stellen. Ali und Solale Schirasi waren als Lehrer im Iran bereits zur Zeit des Schah politisch aktiv und wurden deswegen zeitweise inhaftiert. Aber auch nach der Islamischen Revolution wurden sie aus politischen Gründen verfolgt. Ende der 80er Jahre gelang es Ali Schirasi, aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zu fliehen. Daraufhin verließen Ali und Solale mit ihren Kindern den Iran. Heute leben die Beiden am Bodensee. Sie veröffentlichen Bücher und halten Vorträge zu politischen und kulturellen Themen rund um den Iran.
http://alischirasi.blogsport.de

Solale Schirasi: Der Alltag iranischer Frauen

vhs-Singen, Raum O.5: Mi., 27.10.2010 , 19:30 – 21:00 Uhr

Im Islam haben Männer und Frauen nicht die gleichen Rechte. Was bedeutet es für Frauen, die in einem Land leben, dass die Scharia als Basis ihres Rechtssystems hat? Wie gehen die Frauen mit dieser Situation um? Was für Antworten gibt der politische Islam auf die Fragen des Alltags, mit denen Frauen heute in vielen Ländern konfrontiert sind? Was für einen Einfluss hat er auf ihre Gesundheit, ihre Ausbildung, ihre beruflichen Möglichkeiten, das Familienleben und ihre Rolle in der Gesellschaft? Die Islamische Republik Iran, die seit 31 Jahren besteht, ist ein Beispiel für eine Gesellschaft, in der besonders die Frauen unter den Gesetzen der Scharia zu leiden haben.
http://alischirasi.blogsport.de

Ali Schirasi liest Gedichte

vhs-Konstanz, Astoria-Saal: Mi., 10.11.2010, 19:30 – 21:00 Uhr
vhs Singen, Raum O.7: Di., 09.11.2010, 19:30 – 21:00 Uhr

Ali Schirasis Gedichte und Kurzgeschichten thematisieren Erlebnisse und Erinnerungen aus seiner Heimat Iran. Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde er unter dem Schah-Regime sieben Jahre eingekerkert, auch unter Khomeni wurde er inhaftiert. 1987 gelang ihm die Flucht aus dem Iran. Er lebt heute als freier Schriftsteller am Bodensee. Schirasi veröffentlichte Gedichte und mehrere Erzählbände. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine sehr schöne, poetische Sprache aus, die von ihren starken Bildern und Metaphern lebt. Im April 2002 erhielt er den Ingeborg Drewitz Literaturpreis. Er wird heute bisher unveröffentlichte Gedichte vortragen.
http://alischirasi.de

Lesung und Gespräch mit Mina Ahadi: Ich habe abgeschworen – warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe

vhs-Konstanz, Astoria-Saal: Do., 25.11.2010, 19:30 21:00 Uhr

vhs + TERRE DES FEMMES + Chancengleichheitsstelle und Integrationsbeauftragte der Stadt Konstanz

Mina Ahadi spricht am Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ nicht nur über ihre Erinnerungen an die wagemutigen Eskapaden ihres Lebens, sie informiert auch über die aktuelle Situation im Iran und spart auch heikle Themen, wie Integration und Islam nicht aus. Ihre Kindheit erlebte Mina Ahadi unter der Herrschaft von Schah Reza Pahlavi. Als dieser 1979 durch die Islamische Revolution vom Pfauenthron gestürzt wurde und Khomeini das Land dem Diktat der Mullahs unterstellte, wurde die Medizinstudentin Mina Ahadi zur mutigen Verfechterin der Frauenrechte. Dafür wurde sie politisch verfolgt. Ihr Ehemann hingerichtet. Mina Ahadi floh in die Berge Kurdistans und lebte 10 Jahre im Widerstand als Partisanin. 1996 fand Mina Ahadi in Deutschland eine neue Heimat. Doch bald musste sie erkennen, dass der Einfluss des politischen Islam auch vor Europa nicht Halt macht. Nüchtern beschreibt sie die Gefahren falsch verstandener Toleranz und Gutgläubigkeit politisch-religiösen Bewegungen gegenüber. Heute engagiert sich Mina Ahadi leidenschaftlich für Freiheit und Menschenrechte und gegen die Unterdrückung von Frauen im Namen von Kultur und Religion. 2001 gründete sie das internationale Komitee gegen Steinigung und 2007 gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten den Zentralrat der Exmuslime in Deutschland. 2008 wurde ihr Buch „Ich habe abgeschworen – warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe“ veröffentlicht.

Eintritt: jeweils 5 Euro

Flugblatt zur Free-Gaza-Veranstaltung mit Annette Groth

Am 1. September 2010 kam Annette Groth, MdB der Partei ‚Die Linke‘, zu einem „Augenzeugenbericht“ über den Ship-to-Gaza-Konvoi, an dem sie im Mai 2010 teilgenommen hatte, nach Konstanz. Der Konvoi versuchte öffentlichkeitswirksam 5000 Tonnen Hilfsgüter unter Umgehung der israelischen Kontrollen nach Gaza zu bringen.

Die Fahrt endete damals in einem Fiasko, bei dem 9 Aktivisten getötet und 7 israelische Soldaten verletzt wurden. Geladen hatte die Partei ‚Die Linke‘ von Konstanz, die Friedensinitiative Konstanz, und die VVN-BdA Konstanz. Vor Beginn der Veranstaltung sahen sich Publikum und OrganisatorInnen mit einer Protestaktion von etwa einem Dutzend Einzelpersonen aus dem linken, antifaschistischen Spektrum konfrontiert.

Die AktivistInnen verteilten das unten dokumentierte Flugblatt und hielten Plakate hoch mit mit den Aufschriften „Free Gaza – from Hamas“, „Emanzipatorische Politik statt Zusammenarbeit mit AntisemitInnen und Frauenfeinden“ und „Willkommen bei den ‚nützlichen Idioten‘ der Hamas“ sowie „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Frauendeck“.

Die letzte, ironisch gemeinte Parole verweist darauf, dass sich Annette Groth zusammen mit den anderen Frauen auf einem separaten, nur für Frauen reservierten Deck aufhielt und sich somit freiwillig einer religiös begründeten Segregation von Männer und Frauen unterwarf – ein Verhalten, das der Tatsache geschuldet war, dass ihr Schiff von der islamistischen IHH organisiert worden war. Die „Augenzeugin“ befand sich zudem im entscheidenden Moment, als das israelische Militär das Schiff enterte und dabei massiv von Männern auf dem Oberdeck angegriffen wurde, unter Deck.

Hintergundtexte:

- Ship to Gaza Zwischenfall (wikipedia.de)
- İHH İnsani Yardım Vakfı (wikipedia.de)
- Millî Görüş (wikipedia.de)
- Büyük Birlik Partisi (wikipedia.de)
- Die IHH und ihre Netzwerke (jungle-world)

Das vor Ort verteilte Flugblatt:

Einige kurze Anmerkungen zur Free Gaza Flotte

Da der heutige Vortrag von mehreren linken Konstanzer Gruppen organisiert wurde und wir uns auch in jenem politischen Spektrum verorten, sehen wir uns gezwungen, Euch ein paar Tatsachen über die sogenannte Free Gaza Bewegung mitzuteilen, die uns ganz schöne Bauchschmerzen bereiten.

Um nicht gleich falsch verstanden zu werden: Es immer tragisch und traurig, wenn Menschen durch Menschen getötet werden. Wir haben natürlich auch nichts gegen humanitäre Hilfsaktionen einzuwenden. Es ist begrüßenswert, wenn sich Menschen finden, die anderen Not leidenden mit Hilfsgütern und Taten zur Seite stehen wollen.

Auch von den Aktivist_innen der Free Gaza Flotte wird dies als Beweggrund angeführt. Ziel sei es gewesen die Seeblockade des Gaza Streifens zu durchbrechen und die Bevölkerung mit verschiedenen Hilfsgütern zu versorgen.

Was uns jedoch Kopfzerbrechen bereitet ist das Bündnis was sich da konstituiert hat. Die türkische Organisation IHH, die maßgeblich an der Organisation der Free Gaza Flotille (zu der auch das vom israelischen Militär gestürmte Schiff „Mavi Marmara“ gehört) beteiligt war, unterhält enge Beziehungen zur türkischen Regierungspartei AKP, hohen Hamas Offiziellen, der türkischen islamistischen Saadet Partei und der BBP, einer islamischen Abspaltung der faschistischen Grauen Wölfe.

Wenn nun Teile der Linkspartei und der Friedensbewegung ein Bündnis mit solch einer Organisation eingehen, dürfen sie sich nicht über Kritik wundern. Aus der Sicht einer emanzipatorischen Linken, die es ernst meint mit dem Projekt der befreiten Gesellschaft, verbietet es sich, mit Kräften zusammenzuarbeiten, welche wie die AKP einen Krieg gegen die revolutionären Bewegungen im eigenen Land führt oder wie die Hamas einen eliminatorischen Antisemitismus und einen radikalen Antifeminismus vertritt. Von der Zusammenarbeit mit türkischen Faschisten mal ganz zu schweigen.

Um wirklich eine friedliche Zukunftsperspektive für die Menschen im nahen Osten zu eröffnen muss unsere Solidarität den linken basisdemokratischen Strukturen vor Ort gelten und nicht irgendwelchen völkischen, reaktionären Freaks wie der Hamas.

Gegen die Querfront aus Linken, Faschisten und Islamisten!

Free Gaza – From Hamas!

Für die befreite Gesellschaft! Weltweit!