Archiv für August 2009

1. September: Kundgebung zum Antikriegstag in Konstanz

Kundgebung am Dienstag, 17:00 Uhr, Marktstätte!

VVN-BdA Kreisverband Konstanz, U-AStA Uni Konstanz,
DKP Konstanz, DIE LINKE Kreisverband Konstanz,
Friedensinitiative Konstanz, Linksjugend [solid] Konstanz,
Die Linke.sds Konstanz, Weltladen Konstanz

Dorf unterm Hakenkreuz: Ausstellung und Begleitprogramm des Bauernhausmuseums Wolfegg

In der Nähe von Ravensburg (siehe Anfahrt), im Bauernhausmuseum von Wolfegg, wird seit März diesen Jahres eine spannende Sonderausstellung „Dorf unterm Hakenkreuz – Alltag Krieg Zwangsarbeit“ gezeigt. Im Oktober beginnt das Begleitprogramm mit der weiter unten aufgeführten Veranstaltungsreihe.

Thema der Ausstellung und des Begleitprogramms ist der ländliche Südwesten in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Es wird Fragen nachgegangen wie „Wie funktionierte die Diktatur auf dem Land? Wie erlebten die Menschen den dörflichen Alltag von 1933 bis 1945? Wer profitierte, wer wurde zum Opfer?“

Begleitprogramm im Oktober

Donnerstag, 01. Oktober 2009, 20:00 Uhr,
Museumsgaststätte Fischerhaus

„Wenn Hitler weint“- Junge Deutsche im Umgang mit dem Nationalsozialismus

Vortrag: Andreas Sommer (Dozent an der Pädagogischen Hochschule Weingarten)

Der Nationalsozialismus hat Konjunktur – nicht nur Ausstellungen und eine kaum zu überblickende Anzahl an Literatur, sondern auch die filmische Aufbereitung konfrontieren uns fast täglich mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Doch nicht nur im öffentlichen Diskurs wird sich mit der „braunen Vergangenheit“ auseinandergesetzt, auch innerhalb der deutschen Durchschnittsfamilie sind vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene besondere Anknüpfungspunkte auszumachen, sich mit der Generation der Großeltern auseinanderzusetzen. Hierbei kommt dem „Familiengedächtnis“ eine erstaunliche Rolle zu – wie wird „Opas“ Rolle im Dritten Reich reflektiert?


Donnerstag, 08. Oktober 2009, 20:00 Uhr,
Museumsgaststätte Fischerhaus

„Kriegsgefangenenlager und Wehrertüchtigungslager in Oberschwaben -
am Beispiel des Lagers im Wurzacher Schloss
.

Ein bildgestützter Vortrag von Gisela Rothenhäusler

In Oberschwaben gab es während des 2. Weltkrieges zwei große Kriegsgefangenenlager – eines davon war das Oflag VC im Wurzacher Schloss für französische Kriegsgefangene, die hier mit einer bestimmten Absicht zusammengeführt wurden. Gefangene dieses Lagers waren auch in kleinen landwirtschaftlichen Arbeitskommandos in den Dörfern in der Umgebung eingesetzt. Im Vortrag wird gezeigt, wie ein derartiges Lager und das Leben dort organisiert war.

Neben einem Internierungslager für circa 600 britische Zivilinternierte und ab 1944 auch für jüdische Häftlinge wurde im Wurzacher Schlosspark seit 1943 auch noch eines der wenigen Wehrertüchtigungslager eingerichtet, in dem Jugendliche aus ganz Württemberg und Südbaden eine vormilitärische Ausbildung erhielten.


Mittwoch, 14. Oktober 2009, 20:00 Uhr
Kornhaussaal, Stadtbibliothek Ravensburg

Geraubte Leben – Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft der Region während des Zweiten Weltkrieges

Vortrag und Lesung: Stefan Zimmermann (Bauernhaus-Museum Wolfegg) und Bernd Wengert (Schauspieler Theater Ravensburg, Konstanz)

Wie sah der Weg der „Fremdarbeiter“ von der Verschleppung aus ihren Heimatländern, ihrer Ankunft in der Fremde bis hin zu ihrem Alltagsleben auf den Höfen aus? Wie gestaltete sich das Zusammenleben von einheimischer Bevölkerung und „Fremdarbeitern“ vor dem Hintergrund der Kriegsjahre und der Herrschaft des NS-Regimes?
Die Einführung des Historikers Stefan Zimmermann gibt Antworten auf diese Fragen und wird ergänzt durch autobiographische Erinnerungen von Zwangsarbeitern, die von dem Schauspieler Bernd Wengert vorgetragen werden.


Mittwoch, 21. Oktober 2009, 20:00 Uhr,
Zehntscheuer Gessenried

„Ein Tagwerk Leben – Erinnerungen einer Magd.“

Autorenlesung mit Dora Prinz und Sabine Eichhorst.

Fast ein ganzes Jahrhundert hat Dora Prinz erlebt, von der Weimarer Republik bis heute. Geboren 1919, wächst sie als Älteste von fünf Geschwistern auf einem Bauernhof in Herlazhofen bei Leutkirch im Allgäu auf. Mit sechzehn Jahren verdingt sie sich als Magd. Von früh bis spät arbeitet sie im Stall und auf den Feldern, verdient zehn Reichsmark im Monat und ist obendrein der Willkür der Bauern ausgesetzt: Einer traut ihr nichts zu, weil sie klein ist; andere schlagen sie. Dora erträgt viel, doch alles lässt sie sich nicht gefallen. Wenn man sie wie eine Leibeigene behandelt, geht sie.
Heute, mit 90 Jahren, ist Dora Prinz selbständig und lebenslustig wie eh und je. Sie wohnt in einem kleinen Haus mitten im Dorf – und wenn Besuch kommt, gibt es immer einen Schwatz und einen Schnaps.

Autorin Sabina Eichhorst und Dora Prinz lesen aus dem kürzlich erschienenen Buch „Ein Tagwerk Leben“ über die Lebensgeschichte von Dora Prinz.

Sabine Eichhorst arbeitet als Hörfunk Journalistin für die ARD und lebt in Hamburg. 2002 wurde sie mit dem Civis Medienpreis der ARD ausgezeichnet.

Links

http://www.bauernhausmuseum-wolfegg.de/dorf_unterm_hakenkreuz/index.htm

Diskussionsveranstaltung „Kommando Spezialkräfte – Sondereinsatzkommando der Bundeswehr“

hier stand bislang eine Einladung zu einer Veranstaltung der Linksjugend [`solid] Konstanz, deren Ankündigungstext nicht mehr gefällt. U.a. wurde von einem „Genozid in Jugoslawien“ gesprochen …

Danke an „Theorie als Praxis“ für den Hinweis.