Iran-Demonstration 18 Tir: 10. Jahrestag der StudentenInnenproteste!

Donnerstag, 9. Juli 2009 um 18:30 Uhr
Helvetiaplatz, Zürich

Am 9. Juli 1999 (18 Tir) haben Paramilitärs der „islamischen Republik Iran“ mitten in der Nacht die Wohnheime der Universitäten angegriffen. In den Tagen danach protestierten Zehntausende von Studierenden und es kam zu den grössten Demonstrationen gegen das Regime seit über zwanzig Jahren!

Zehn Jahre später sind wieder Millionen Menschen auf den Strassen des Irans und haben den Kampf für Freiheit und Menschenrechte aufgenommen. Und dieses Mal lassen wir uns nicht zum Schweigen bringen und morgen werden auch im Iran wieder Hunderttausende auf den Strassen sein!

Das Organisationskomitee ruft deshalb zur Solidarität mit diesen mutigen und freiheitsliebenden Menschen auf und stellt sich klar gegen das islamische Regime. Die aktuellen Proteste im Iran sind KEINE Proteste gegen Wahlfälschung ? Wahlen waren noch NIE fair im Iran ? sondern öffnete den Raum für Proteste und eigene Slogans, welche weit über die Forderung nach fairen Wahlen hinausgehen?

Die Weltöffentlichkeit sah den Mut und die humanen Forderungen der iranischen Zivilgesellschaft und war entsetzt über die Brutalität und Repression seitens des Regimes. Die Welt hat heute ein anderes Bild von der iranischen Zivilgesellschaft. Sie sehen Menschen, welche sich auch nach dreissig Jahren der Unterdrückung durch die islamische Herrschaft standhaft weigern in die Knie zu gehen. Dies ist eine Bewegung, die unterstützt werden muss!

Erklärung und politische Forderung

1. Die sofortige Freilassung aller Inhaftierten der vergangenen Proteste sowie aller politischen Gefangenen

2. Die Verhaftung der politischen Verantwortlichen und Täter für die aktuellen Morde und Grausamkeiten

3. Die richtige medizinische Behandlung für die Verletzten der Proteste, die in den Gefängnissen misshandelt und gefoltert wurden.

4. Dass die Angehörigen der Toten, Verletzten und Verhafteten informiert werden. Die Familien müssen Zugang zu den Verwundeten und Verhafteten haben. Familienangehörige müssen die Möglichkeit haben ihre Lieben dort zu begraben, wo sie wollen.

5. Ein Verbot der Folter

6. Die Abschaffung der Todesstrafe und der Steinigung

7. Die uneingeschränkte Freiheit eine eigene Meinung und eigene Gedanken zu haben sowie ein Organisations-, Demonstrations-und Streikrecht

8. Uneingeschränkte Pressefreiheit und Ende der Zensur und der Einschränkung von Medien und Kommunikation, einschliesslich des Internets, Telefon- und Mobilnetzes sowie der Satelliten-TV-Programme

9. Ein Ende der obligatorischen Verschleierung und Gender-Apartheid

10. Die Abschaffung der diskriminierenden Gesetze gegen Frauen und die vollständige Gleichstellung von Mann und Frau

11. Die vollständige Trennung von Staat und Religion. Bildungs-und Religionsfreiheit sowie das Recht auf Atheismus.

Darüber hinaus appellieren wir an alle Regierungen und an die internationalen Institutionen, die „Islamische Republik Iran“ zu isolieren und die diplomatischen Beziehungen mit dem Iran sofort abzubrechen. Wir sind aber ebenso gegen jede militärische Intervention im Iran und gegen wirtschaftliche Sanktionen, da die negativen Auswirkungen die Menschen selbst treffen würden.

Die Menschen im Iran haben gesprochen. Wir sind mit ihnen!